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Nachrichten aus Kultur und Literatur

 

Montag, 06.02.2012



06.02. Mechtild Borrmann: Krimiautorin mit vielen Talenten

Jahrzehntelang dasselbe zu tun, ist nicht Mechtild Borrmanns Vorstellung vom Leben. Immer wieder hat sie Neues angefangen. Derzeit ist sie preisgekrönte Krimiautorin.

Bielefeld (dpa/lnw) - Die Bielefelderin Mechtild Borrmann ist eine Frau mit vielen Talenten. Als Erzieherin und Gestalttherapeutin hat sie in der Drogenberatungsstelle gearbeitet, Menschen mit Behinderung betreut und eine Stiftung für verhaltensauffällige Kinder aufgebaut.
Sie hat Tanz- und Theaterprojekte mitgestaltet, war Kellnerin in einer Strandbar auf Korsika und hat nach einer kaufmännischen Ausbildung ein eigenes Restaurant in der Bielefelder Altstadt geführt. Jetzt ist die 51-Jährige für ihren vierten Roman «Wer das Schweigen bricht» mit dem Deutschen Krimipreis 2012 ausgezeichnet worden.

«Ich bin immer wieder an einen Punkt gekommen, an dem ich etwas ganz anderes machen wollte», sagt die gebürtige Kölnerin, die in Kleve aufgewachsen ist und seit mehr als 20 Jahren in Bielefeld wohnt. Mitte der 90er Jahre hat sie ihre ersten Kurzgeschichten geschrieben, und 2006 erschien ihr Krimi-Debüt «Wenn das Herz im Kopf schlägt». «Erst wenn mich ein Thema gepackt hat, beginne ich, die Figuren zu entwickeln. Sobald sie in meinem Kopf so lebendig sind, dass ich mit ihnen frühstücken oder spazieren gehen könnte, entsteht eine Geschichte daraus.»

Die Frage, wie Jugendliche in der Zeit des Nationalsozialismus gelebt, wie sie sich diesem Regime angeschlossen oder widersetzt haben, war die Grundidee für den mit dem Krimipreis ausgezeichneten Roman «Wer das Schweigen bricht». Im Sommer 1939, wenige Wochen vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, schwören sich darin sechs junge Menschen aus Kranenburg am Niederrhein ewige Freundschaft. Doch ihr Treueversprechen wird schon bald auf eine harte Probe gestellt. Unerwiderte Liebe, Eifersucht und verletzte Gefühle führen zu Denunziation und schließlich zu einem Mord.

Dabei ging es Mechtild Borrmann darum, die Geschichte von Schuld und Verrat möglichst sachlich und ohne moralische Bewertung zu erzählen. «Mehr als 60 Jahre später hat unsere Generation einen anderen Blick auf die Geschehnisse jener Tage», sagt die Autorin, die für das Buch mit vielen Zeitzeugen gesprochen hat.

Der undotierte Krimipreis wird seit 1985 jährlich von einer Jury aus Kritikern und Buchhändlern vergeben. Über die Auszeichnung freut sich die 51-Jährige mit dem Pagenschnitt und der markanten schwarzrandigen Brille; genauso wie über Lob ihrer Leser und auch darüber, dass sie inzwischen vom Schreiben leben kann.

Obwohl ihre bisherigen Romane alle in ihrer niederrheinischen Heimat angesiedelt sind, versteht Mechtild Borrmann sie nicht als Regionalkrimis. «Mir geht es um das Thema und nicht um den Bäcker an der Ecke, den man wiedererkennt», versichert sie.

Den Niederrhein hat sie in ihrem nächsten Buch daher auch weit hinter sich gelassen. Der Krimi «Der Geiger», der im Herbst erscheint, spielt in den russischen Straf- und Arbeitslagern der Stalin-Zeit, den Gulags. Auch dafür hat die Autorin wieder penibel recherchiert, auch in Russland.
 

 

06.02. T.C. Boyle entfesselt einen Krieg unter Naturschützern

In seinem neuen Roman entfesselt T.C. Boyle einen Öko-Krieg unter Naturschützern. Mit Ironie, aber auch einer gewissen Bitternis zeigt er die Widersprüche der Umweltfraktion auf.

Berlin (dpa) - Die Santa-Barbara-Inseln vor der Küste Südkaliforniens sind ein Naturwunder. Hier leben Tierarten wie der kleine Insel-Graufuchs, die nirgendwo sonst auf der Welt vorkommen.
Ein Naturpark schützt diese einzigartige Inselwelt. An diesem faszinierenden Schauplatz siedelt T.C. Boyle sein neues, jetzt auf Deutsch erschienenes Buch «Wenn das Schlachten vorbei ist» an.

13 Romane und über 60 Kurzgeschichten hat der amerikanische Kultautor verfasst. In vielen von ihnen greift er meisterhaft reale Geschehnisse oder das Leben berühmter Persönlichkeiten auf wie etwa in seinem gefeierten Erstlingswerk «Wassermusik» rund um eine Afrikaexpedition oder in «Dr. Sex», der Geschichte des Sexualforschers Kinsey. Auch Boyles neuer Roman enthält einen wahren Kern. Denn als die Inseln seinerzeit zum Nationalpark erklärt wurden, räumten die Behörden erst einmal kräftig im Naturschutzgebiet auf.
Von Menschen eingeschleppte, verwilderte Tiere wurden massenhaft getötet, um die einheimischen Arten zu schützen. Das wiederum traf auf den erbitterten Widerstand von Tierschützern.

Im Roman wird dieser Konflikt zwischen Alma Boyd Takesue und Dave LaJoy ausgetragen. Die junge Naturschützerin macht die Öffentlichkeitsarbeit für den Nationalpark. Sie ist davon überzeugt, dass Ratten auf den Inseln nichts zu suchen haben, weil sie die einheimischen Vögel ausrotten. Dass die gefährlichen Nager vergiftet werden müssen, steht für sie außer Frage. Das sieht Dave LaJoy ganz anders. Der fanatische Tierschützer versucht das Vergiftungsprogramm zu sabotieren. Denn nach einem Erweckungserlebnis will er alle Tiere dieser Welt retten, selbst die Ratten.

«Wenn das Schlachten vorbei ist» könnte ein dröger Thesenroman sein. Das ist er jedoch nicht. Dazu ist T.C. Boyle zu sprachgewaltig. Auch ist die Auseinandersetzung zwischen Alma und Dave nur das Grundgerüst, das Skelett, das den Roman trägt. Darum herum gruppiert Boyle viele andere Figuren und ihre Geschichten, die den Roman farbensatt machen. Gleich der Beginn ist eine furiose Schilderung eines Schiffbruchs, den einst Almas schwangere Großmutter erlitt, die nur mit viel Glück zurück ins Leben fand.

Schiffbrüche sind überhaupt ein Leitmotiv des Romans. Denn auch die Ratten fanden einst durch einen Schiffbruch auf die Insel, und ein Bootsunglück steht wie eine göttliche Strafe am Ende des Geschehens.

Doch trotz manch sprachlicher Brillanz vermag der allzu sehr in die Länge gezogene Roman nicht so recht zu überzeugen. Das liegt auch daran, dass zwischen den beiden Gegenspielern keine wirkliche Parität besteht. Denn Dave ist in seiner rabiat-kindischen Art und seinem religiösen Eiferertum keine wirklich ernstzunehmende Figur. Es müsste einem bange sein, wenn alle Tierschützer so aufträten wie er. Boyle zeichnet ihn leicht ironisch als einen in Widersprüchen befangenen Menschen, der Wasser predigt, aber Wein trinkt.

Alma ist da schon sehr viel sympathischer. Sie kämpft nicht mit wirren Aktionen, sondern mit Argumenten. Aber auch bei ihr tritt ein falscher missionarischer Furor zutage, denn sie sieht sich als «Werkzeug des Guten». Ihre Vorstellungen sind irreal: «Wie viel besser wäre es, wenn niemand hierherkäme und die Inseln einfach so sein könnten, wie sie immer waren. Oder hätten sein sollen.» Am Ende führt sie selbst ihre stolzen, aber weltfremden Ideen ad absurdum. Vor der schillernden Realität des Lebens, so zeigt T.C. Boyle, hat die reine Lehre eben selten Bestand.
 

 

06.02. Mythos «Mosaik» - Große Ausstellung zu DDR-Comic in Leipzig

Sie waren bunt, sie waren spannend, sie waren in der DDR heiß
begehrt: die legendären «Mosaik»-Comics. Eine große Ausstellung in Leipzig begibt sich nun auf Spurensuche.

Leipzig (dpa) - Wenn er über den DDR-Comic «Mosaik» spricht, gerät Rainer Eckert fast ins Schwärmen. «Ich habe alle Hefte gesammelt, vom ersten angefangen», sagt der Direktor des Zeitgeschichtlichen Forums in Leipzig. «Mosaik» habe ihn - wie Millionen andere Ostdeutsche - fasziniert. Mit dem «Mythos Mosaik» beschäftigt sich demnächst die wohl größte Ausstellung, die es bisher zu dem legendären Comic gab. Vom 17. Februar an ist im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig die Schau «Dig, Dag, Digedag - DDR-Comic "Mosaik"» zu sehen.

Die Ausstellungsmacher konnten sich aus einem bislang weitgehend unerforschten Fundus bedienen. «Mosaik»-Erfinder Johannes Hegenbarth alias Hannes Hegen hat dem Forum 2009 sein Archiv übergeben. Tausende Zeichnungen, Skizzen und Entwürfe werden seither in Leipzig wissenschaftlich aufbereitet - und fließen in die neue Ausstellung ein. «Das ist ein Schatz, den wir nicht nur erhalten und bewahren, sondern auch präsentieren wollen», sagt Projektleiterin Kornelia Lobmeier. In der Ausstellung würden viele Originalzeichnungen gezeigt.

Der Fokus liegt auf den frühen «Mosaik»-Jahren. 20 Jahre lang, von
1955 bis 1975, erkundeten die drei kleinen Helden Dig, Dag und Digedag die Welt. Sie reisten nach Amerika, in den Weltraum, tummelten sich mit Ritter Runkel in vergangenen Zeiten - und ermöglichten den DDR-Bürgern kleine Fluchten aus dem Alltag. Dann kam es zum Bruch zwischen Hannes Hegen und dem FDJ-Verlag Junge Welt in Berlin. Die Digedags verschwanden und wurden von den Abrafaxen abgelöst.

«Das ist für Hannes Hegen bis heute eine nicht ganz verheilte Wunde, zumal ein Teil seines Stabes damals weitergemacht hat», sagt Direktor Eckert. Der inzwischen 86-jährige Hegen habe reges Interesse an der Leipziger Schau gezeigt, eventuell werde der in Berlin lebende Grafiker die Ausstellung auch besuchen.

Doch passen die bunten «Mosaik»-Comics überhaupt ins Zeitgeschichtliche Forum, das die Aufarbeitung der DDR-Diktatur als Hauptthema hat? «Die Diktatur ohne den Alltag zu erklären, wird an der Wahrheit vorbeigehen», sagt Eckert. Das monatliche Anstehen am Kiosk, um eines der begehrten «Mosaik»-Hefte zu ergattern, gehörte für unzählige DDR-Kinder dazu. «Es geht uns nicht darum, nur die Hefte an die Wand zu bringen», erläutert Projektleiterin Lobmeier. «Wir wollen zeigen: Was konnte, was wollte man zeigen in so einem Comic, der eine Sonderrolle einnahm in der DDR.»

Ein kleiner Teil der Digedags-Ausstellung widmet sich den Abrafaxen, die bis heute Abenteuer im «Mosaik» erleben. Verlegt werden die Reise-Geschichten von Abrax, Brabax und Califax im Berliner Verlag Steinchen für Steinchen, in einer Druckauflage von knapp über 100 000, wie Sprecher Robert Löffler sagt. Die Auflage sei seit Jahren stabil. «Wir haben eine ganz treue Leserschaft.» Etwa ein Drittel der Abonnenten lebe im Westen Deutschlands. Die Berliner steuerten ebenfalls ein paar Ausstellungstücke für die Digedags-Schau bei - darunter das Kündigungsschreiben, das «Mosaik»-Erfinder Hegen seinerzeit an den Junge-Welt-Verlag geschickt hatte.
 

 

06.02. Ausstellung «Karl Mays Traumwelten» in Gotha

Gotha (dpa/th) - Winnetous Silberbüchse und Originalzeichnungen für die Buchklassiker Karl Mays (1842-1912) werden von Samstag an im KunstHaus Gotha zu sehen sein. Unter dem Titel «Karl Mays Traumwelten» stimmt die Stadt Gotha in einer Sonderausstellung auf den 100. Todestag eines der meistgelesenen deutschen Schriftsteller am 30. März ein. May, der ein Jahr vor seinem Tod Gotha besuchte, habe in seinen Werken eine farbenprächtige Welt mit Helden, Schurken, wilden Tieren und exotischen Landschaften geschaffen, teilte die KulTourstadt GmbH am Freitag mit. Sie inspirierten schon früh Grafiker und Illustratoren.

Die Schau zeigt bis zum 6. Mai rund 130 Grafiken und Illustrationen sowie 100 Exponate zu Leben und Werk des Schriftstellers Karl May, darunter auch Briefe von der Hand des Meisters. Die Leihgaben stammen aus dem Karl-May-Museum in Radebeul, das jährlich von etwa 60 000 Gästen besucht wird, sowie vom Karl-May-Verlag Bamberg.

Zu den ersten Künstlern, die bereits zu Lebzeiten Karl Mays Traumwelten zu Papier brachten, gehörten Oskar Herrfurth, Adolf Coss und Ewald Thiel. Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden die illustrierten Reiseerzählung mit Zeichnungen von Claus Bergen, Willy Moralt bis Peter Schnorr. May selbst hatte die Schauplätze seiner Fantasie nie besucht. Fans von Winnetou & Co. können den Ausstellungsrundgang mit einem Audio-Guide vertiefen. 

 

06.02. Die Frau an der Seite eines entschwundenen Mannes - Inge Jens wird 85

Sie stand lange im Schatten ihres berühmten Mannes - jetzt wird Inge Jens von Einladungen zu Talkshows überschüttet. Die Demenz des Rhetorikers Walter Jens ist ihr großes Thema geworden. Dabei wäre sie auch mit 85 am liebsten einfach Literaturwissenschaftlerin geblieben.

Tübingen (dpa) - «Frau Walter Jens» - diesen ungeliebten Spitznamen wird Inge Jens wohl nie mehr los. Dabei hat sie sich immer so sehr dagegen gewehrt, nur als Frau an der Seite ihres berühmten, intellektuellen Ehemanns wahrgenommen zu werden. Verdient hat sie dieses Image ohnehin schon lange nicht mehr. Dass sie sich als Literaturwissenschaftlerin selbst einen Namen gemacht hat, ist dabei das eine. Seit Walter Jens (88) vor fast zehn Jahren an Demenz erkrankte, ist seine Frau mit ihrer mutigen, offenen Art für viele Angehörige von Demenzpatienten zu einem Vorbild geworden. Am Samstag (11. Februar) wird sie 85 Jahre alt.

Schonungslos erzählt Inge Jens in Interviews, Talkshows und in ihrer Autobiografie davon, wie ihr Mann langsam, aber unaufhaltsam in geistige Umnachtung verfiel. Sie spart dabei nicht aus, dass der große Schriftsteller, Denker und Redner plötzlich Windeln tragen musste und Bücher verkehrt herum hielt. «Diese Krankheit zu tabuisieren, bringt uns noch mehr in die Ratlosigkeit, als wir es ohnehin schon sind», sagt sie. Trotzdem merkt man, wie weh ihr der geistige Abschied von ihrem Mann nach fast 60 Jahren Ehe getan hat. «Ich bin für ihn wie ein Möbelstück», sagt sie. «Den Mann, den ich liebte, gibt es nicht mehr.»

Inge und Walter Jens waren sich immer ein intellektueller Gegenpart. Sie arbeiteten im gleichen Metier, der Literaturwissenschaft. Sie haben sich inspiriert und irritiert, geliebt und manchmal regelrecht gehasst - gerade wenn sie wie so oft bei einem Projekt eng zusammenarbeiteten. Dass ihr Mann mit seiner lauteren, redegewandteren Art in der Öffentlichkeit so viel stärker wahrgenommen wurde, hat Inge Jens gelegentlich auch geärgert.

Genau wie ihr Mann stammt sie aus Hamburg, kennengelernt hat sich das Paar aber erst in Tübingen. Bekannt wurde Inge Jens vor allem mit ihrer 1995 abgeschlossenen Edition der Tagebücher Thomas Manns. Sie entdeckte und publizierte eine wahre Schatzkammer bis dahin unbekannter Dokumente, die die Tagebuch-Eintragungen Manns für den Leser in Zusammenhang rückten.

Ihr größter Erfolg wurde das gemeinsam mit ihrem Mann geschriebene Buch «Frau Thomas Mann» über Katia Mann, die oft im Schatten ihres berühmten Ehemannes stand. Diese Parallele im Leben der beiden Frauen war so deutlich, dass Inge Jens den Spitznamen «Frau Walter Jens» fortan nicht mehr loswurde.

Gemeinsam mit ihrem Mann wurde sie in den 1980er Jahren zu einer Galionsfigur der Friedensbewegung. 1984 beteiligten sie sich an Sitzblockaden vor dem amerikanischen Atomwaffendepot Mutlangen, während des Golfkriegs 1990 versteckten sie zwei desertierte US-Soldaten in ihrem Tübinger Haus und kamen wegen Beihilfe zur Fahnenflucht vor Gericht.

Seit Inge Jens 2009 ihre Autobiografie «Unvollständige Erinnerungen» veröffentlichte, ist sie oft auf Lesereise. «Ich reise gern. Es ist für mich eine Möglichkeit, mal hier rauszukommen», sagt sie. Drei bis vier Stunden pro Tag sitzt sie noch immer konzentriert am Schreibtisch. Das editorische bearbeiten unpublizierter Quellen - so wie bei den Mann-Tagebüchern - mache ihr noch immer Spaß.

Ihr nächstes Buch ist schon in Planung. Vielleicht werde sie sich mit Texten von Frauen in der Immigration beschäftigen - vielleicht aber auch mit etwas anderem. «Ich kann es mir heute erlauben, nur noch das zu machen, was mir Spaß macht. Die Themen, die mich umgetrieben haben, die habe ich längst gemacht.»
 

 




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