Logo: Die Brentano-Gesellschaft Frankfurt/M. mbH bietet Informationen für Autoren Logo: Haus der Literatur mit Themen zu Buch, Buchmarkt und Kultur
site search by freefind erweitert

 
Das Autorensiegel für
Ihre Homepage
Autorensiegel für Ihre Homepage

Nachrichten aus Kultur und Literatur

August 2008

Nachrichten:
Heute | Jan | Dez | Nov | Okt | Sep | Aug | früher

 

29.08. Preis der Kritik für Literaturwissenschaftler Schmidt-Dengler

Hamburg (dpa) - Der Preis der Kritik des Hamburger Verlags Hoffmann und Campe geht in diesem Jahr an den österreichischen Literaturwissenschaftler Wendelin Schmidt-Dengler. Der 66-Jährige habe sich um die Erschließung, Bewahrung und Vermittlung der zeitgenössischen Literatur verdient gemacht, teilte der Verlag am Freitag mit. Schmidt-Dengler wurde 1980 Professor an der Universität Wien, seit 1996 leitet er das österreichische Literaturarchiv. Die Auszeichnung ist mit 99 Flaschen Wein und der bei Hoffmann und Campe erschienenen Düsseldorfer Werkausgabe Heinrich Heines dotiert. Sie wird am 17. Oktober auf der Buchmesse in Frankfurt/Main überreicht.
 

 

29.08. Homers «Ilias» als 24-stündiges Hörspiel bei hr2-kultur im September

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Homers «Ilias» kommt ins Radio: Der Kultursender hr2 sendet das Epos vom Trojanischen Krieg im September als 24-stündiges Hörspiel, wie der Hessische Rundfunk am Freitag in Frankfurt berichtete. Das mehr als 2500 Jahre alte griechische Epos wurde vom österreichischen Schriftsteller Raoul Schrott fürs Radio modern übersetzt - und zwar im Unterschied zum Original nicht in klassischen Versmaß Hexameter. Begleitend sendet hr2 im September Gespräche, Features, Hörspiele und Musiksendungen rund um den «Mythos Troja».

Das Epos wird vom kommenden Montag (1. September) an bis zum 2.
Oktober jeden Werktag um 9.30 Uhr gesendet und um 22.00 Uhr wiederholt. Der Schauspieler Manfred Zapatka leiht allen Figuren des «Ilias» seine Stimme, Regie führte Klaus Buhlert.

(Internet: www.hr2.de)
 

 

29.08. RTL: Die Jagd nach dem Schatz der Nibelungen und den Zuschauern

Hamburg (dpa) - Die Geschichte der Nibelungen und ihres sagenumwobenen Schatzes hat schon Generationen von Filmemachern beschäftigt. Die neueste Produktion hat sich der Kölner Privatsender RTL gegönnt. An diesem Sonntag (20.15 Uhr) ist bei RTL «Die Jagd nach dem Schatz der Nibelungen» zu sehen. «Ein zeitgenössisches Abenteuer», wie Produzent Stefan Raiser von der Münchner Firma Dreamtool sein Werk, das ein wenig an die Indiana-Jones-Filme erinnert, bezeichnet.

Auch für RTL wird die Geschichte zu einem Abenteuer. Für den Sender hat sich die Sendezeit sonntags um 20.15 Uhr zur Schwachstelle entwickelt, weil die ARD mit dem «Tatort», das ZDF mit Melodramen und ProSieben oft mit Blockbustern aus Hollywood dagegenhält. Raiser hat seine Ziele hochgesteckt: Er sieht sich und seinen Film auf Augenhöhe mit dem «Tatort», der dieses Mal aus Berlin kommt, und erwartet zumindest in der Zielgruppe der 14 bis 49 Jahre alten Zuschauer 25 Prozent Marktanteil.

RTL hat indes mit Filmen made in Hollywood und auch mit den gelegentlichen Eigenproduktionen am Sonntag kaum mehr als drei Millionen Zuschauer verbucht - zu wenig für einen Marktführer. «Die Jagd nach dem Schatz der Nibelungen» muss mehr Publikum anziehen, denn das Abenteuerspektakel kostete 4,85 Millionen Euro bei einer Länge von 120 Minuten. Ohne die bayerische und nordrhein-westfälische Filmförderung wäre der Streifen nicht zustande gekommen. Von Bedeutung ist daher auch die Auslandsvermarktung: Der Film wird in wichtigen Territorien wie Frankreich, Italien und Spanien laufen - nicht aber in den USA.

Produziert wurde «Die Jagd nach dem Schatz der Nibelungen» bereits im vergangenen Jahr. Die Idee geht auf die Produktionsfirma Dreamtool zurück, die laut Raiser einen guten Eindruck mit ihrem «treatment» bei RTL hinterlassen habe. Raiser sagt, Deutschland und Mitteleuropa böten reichlich Stoff für moderne Abenteuer - sollte der Film erfolgreich verlaufen, hofft er mit dem Hauptdarsteller-Dreiergestirn Bettina Zimmermann, Benjamin Sadler und Fabian Busch weitere Geschichten zu inszenieren - vielleicht folgen die Jagd nach dem Bernsteinzimmer und dem Heiligen Gral.

Historiker und Schatzsucher machen sich auch heute noch Gedanken um die Existenz des Schatzes der Nibelungen. Gibt es ihn wirklich? Wurde der angeblich größte Schatz der Menschheitsgeschichte im Rhein versenkt? Hat Karl der Große ihn geborgen und an einem geheimen Ort versteckt? Der gewaltige Schatz befand sich laut Nibelungensage zunächst im Besitz des Drachentöters Siegfried, nach dessen Tod blieb er jedoch unauffindbar. In der RTL-Abenteuerversion machen sich Schatzsucher Eik (Benjamin Sadler), sein Freund, der Museumsrestaurator Justus (Fabian Busch), und dessen Chefin Katharina Bertholdi (Bettina Zimmermann) auf die Suche.

Die Hetzjagd, bei der sie von Bösewichten gejagt und geplagt werden, führt von den Kreidefelsen auf Rügen, über den Kölner Dom, den Teutoburger Wald, Schloss Neuschwanstein bis zur Zugspitze. Das Trio muss vier Schlüssel finden, die ihnen den Weg zum Fundort weisen. Erschwert wird ihnen ihre Arbeit, weil ihnen mal die Büste Karl des Großen entwendet wird, Schüsse auf sie abgefeuert werden und eine unterirdische Grube mit Wasser vollläuft. Am höchsten Berg Deutschlands, in 2900 Meter Höhe, ist der Schatz zum Greifen nah. Aber bekommen sie ihn auch?

Die Hauptakteure sind in den Wochen danach noch einmal zu sehen: Bettina Zimmermann spielt im Oktober die Hauptrolle im ProSieben-Movie «Lost City Raiders» und Fabian Busch im ZDF-Montagsfilm «Der Heckenschütze» am 8. September.
 

 

29.08. Historiker Wehler: DDR «in jeder Hinsicht gescheitert»

Bielefeld (dpa) ­ Der renommierte Historiker Hans-Ulrich Wehler (76) hat sein Großwerk, die fünfbändige «Deutsche Gesellschaftsgeschichte», beendet. Am Freitag ist der letzte Band erschienen, über die Jahre 1949 bis 1990. Der 76-Jährige kommt darin unter anderem zu dem Ergebnis, «dass es sich bei der Bundesrepublik um einen zukunftsfähigen Staat handele, der durch die Westintegration und den Zugang zum Weltmarkt in einer erstaunlich kurzen Zeit auf das Niveau der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg kommen konnte», wie er der Deutschen Presse-Agentur dpa sagte.

Mit der DDR geht Wehler hingegen hart ins Gericht. Sie sei «in jeder Hinsicht gescheitert», und zwar von Beginn an, «mit der zentralen staatlichen Planwirtschaft und beim Umbau der Gesellschaft». Im fünften Band seines Werks werde dementsprechend auch klar, dass sich die Menschen «in der gerade verblichenen DDR» 1990 auch bei einer Volksabstimmung statt der freien Wahlen auf jeden Fall für einen Beitritt zur Bundesrepublik entschieden hätten. Diese habe sich über 40 Jahre als «solider Kernstaat als überlebensfähig und modernisierungsoffen erwiesen».

Zugleich sieht der Historiker beim «Erfolg» der Bundesrepublik in deren Anfängen wichtige Kontinuitäten zum Nationalsozialismus, vor allem wirtschaftlicher Art. Hitler und seine Partei hätten in vielen Bürgern, vom Soldaten bis zum Manager, einen «Leistungsfanatismus» erzeugt, der zum Aufstieg Westdeutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg mit beigetragen habe. «Der Leistungswille musste gewissermaßen nur entnazifiziert werden», so der 76-Jährige, «dann steckte er aber als Antriebskraft in Hunderttausenden von jungen Leuten drin, die, wenn sie den Krieg überlebt hatten, nun beweisen wollten, dass sie im Frieden mindestens genauso tüchtig waren wie an der Front.» Der frühen sozialen Marktwirtschaft sei dieser wohl zu Gute gekommen.
«Das ist eine sehr umstrittene These», gibt Wehler zu.

Auch über die weitere deutsche Nachkriegsgeschichte urteilt der Sozialhistoriker hart: So sieht er im Jubiläumsjahr, 40 Jahre nach 1968, die damalige Studentenbewegung und deren Einfluss nur als «Symptom, nicht aber Ursache» der Veränderungen der Gesellschaft. Er sehe keine einzige «tragfähige neue Idee», die bei 1968 herausgekommen sei. «Die Rätedemokratie oder die Verehrung von exotischen Partisanenhäuptlingen wie Che Guevara oder Ho Chi Minh deckte sich nicht mit dem Transfer in moderne Industriegesellschaften», sagt Wehler. Neue Institutionen, die der repräsentativen Demokratie überlegen gewesen wären, hätten die Protagonisten auch nicht vorgeschlagen.

Aus seiner Beschäftigung mit der deutschen Zeitgeschichte formuliert Wehler auch Forderungen an die aktuelle Politik in Berlin. Der Sozialstaat etwa sei im Laufe der Jahrzehnte so aufgebläht worden, dass er nicht mehr finanzierbar sei. Beim Zurückschneiden auf «ein immer noch hervorragendes Maß» seien viele Millionen Menschen betroffen, die sich an den Wohlfahrtsstaat gewöhnt hätten. Mit der Agenda 2010 der Regierung Schröder seien Tabus gebrochen worden. «Doch selbst wenn der Kanzler sich vier Jahre Zeit genommen hätte», so Wehler, «hätte er eine skeptische SPD-Basis nicht von den harten Einschnitten überzeugen können.» Die Reformen reichten immer noch nicht. Tatsächlich würden einige nun «von ängstlichen Politikern schon wieder rückgängig gemacht».
 

 

29.08. Gruner+Jahr steigert Ergebnis bei leicht rückläufigem Umsatz

Hamburg (dpa) - Der Hamburger Großverlag Gruner+Jahr (G+J) hat im ersten Halbjahr 2008 sein operatives Ergebnis leicht gesteigert. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sei das Operating EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) von 116 auf 117 Millionen Euro gestiegen, teilte der zur Bertelsmann-Gruppe gehörende Verlag am Freitag in Hamburg mit. Der Umsatz sei - im wesentlichen wechselkursbedingt - von 1,39 auf 1,36 Milliarden Euro gesunken. Nach Verlagsangaben entwickelten sich in Deutschland «Gala» und «Brigitte Woman» sowie der Internetauftritt «brigitte.de» trotz eines schwierigen Anzeigen- und Vertriebsmarktes besonders erfreulich.

Auf dem internationale Markt stiegen die Umsätze G+J zufolge in Frankreich gegen den Markttrend. Auch der Wachstumsmarkt China habe sich «äußerst positiv» entwickelt, während die Geschäfte in Spanien unter der Wirtschaftskrise gelitten hätten. «Der Magazinsektor in den westeuropäischen Märkten entwickelt sich weiter rezessiv», sagte G+J- Chef Bernd Kundrun. Der Verlag habe in diesem Marktumfeld bisher darauf verzichtet, große Investitionen beispielsweise in riskante Internetunternehmen zu tätigen, sondern habe sich vielmehr auf die Entwicklung und den Ausbau seiner Marken und ihrer Position in Stammsegmenten konzentriert.
 

29.08. 28. Poetenfest mit Marlene Streeruwitz eröffnet

Erlangen (dpa/lby) - Zur Eröffnung des 28. Erlanger Poetenfestes hat die Österreicherin Marlene Streeruwitz am Donnerstag ihren neuen Roman «Kreuzungen.» vorgestellt. Die in Baden bei Wien geborene Schriftstellerin zählt neben Elfriede Jelinek zu einer der einflussreichsten Feministinnen im Literaturbetrieb. Streeruwitz wurde mit Theaterstücken wie «Waikiki Beach» bekannt, das 1992 in Köln uraufgeführt worden ist. Viele ihrer Werke schafften es innerhalb kurzer Zeit auf die renommiertesten Bühnen.

Ihren ersten Roman namens «Verführungen. 3. Folge. Frauenjahre» veröffentlichte Streeruwitz im Jahr 1996. Mit der Arbeit an «Kreuzungen.» begann sie drei Wochen nach der Wahl von Nicolas Sarkozy zum französischen Präsidenten im Frühjahr 2007. Sie beschäftigt sich darin mit einem neuen Männertypus, für den Macht und Geld nicht nur Statussymbole sind, sondern Teile der Persönlichkeit. Das Buch ist in einen silberfarbenen Umschlag eingefasst, in dem der Leser sein Spiegelbild erkennt.

Zum Erlanger Poetenfest erwarten die Veranstalter etwa 12 000 Besucher. Während der viertägigen Veranstaltung werden zahlreiche Autoren im Schlossgarten ihre neuen Werke vorstellen. Unter ihnen sind nach Angaben des städtischen Kulturreferates mit Marcel Beyer, Judith Kuckart, Norbert Niemann, Hans Pleschinski, Ingo Schulze, Uwe Timm und Feridun Zaimoglu insgesamt 7 der 20 für den Deutschen Buchpreis nominierten Autoren vertreten. Auf dem «Jungen Podium» finden Lesungen und Gespräche für die Jugend im Alter zwischen 6 und 16 Jahren statt, unter anderem mit Mirjam Pressler («Bitterschokolade»).

Einer der etwa 80 Schriftsteller und Literaturkritiker, die sich bis zum Sonntag in Erlangen angekündigt haben, ist der diesjährige Georg-Büchner-Preisträger Josef Winkler. Er war unter anderem für seine Trilogie «Das wilde Kärnten» mit dem wichtigsten deutschen Literaturpreis ausgezeichnet worden. Ihm wird ebenso wie Streeruwitz, dem Filmemacher Volker Schlöndorff und dem türkischen Schriftsteller Murathan Mungan ein Autorenporträt gewidmet.

Erlangen steht mit dem Poetenfest sechs Wochen vor Beginn der Frankfurter Buchmesse im Fokus des deutschen Literaturbetriebes.
 

 

29.08. Weimar feiert 259. Geburtstag von Johann Wolfgang von Goethe

Weimar (dpa) - Mit einem «Faustischen Familientag», Ausstellungen und Lesungen hat die Klassikerstadt Weimar am Donnerstag den 259. Geburtstag des Dichters und Staatsmannes gefeiert. Unter dem Motto «Hereinspaziert» konnten Alt und Jung an durch das festlich geschmückte Wohnhaus flanieren und sich bei Puppentheater, Filmen und Vorträgen im Sinne des gastfreundlichen und universellen Hausherren amüsieren. Bereits am Vorabend las der Autor Hans Magnus Enzensberger in der Herderkirche aus neuen Gedichten. Der Freundeskreis des Goethe-Nationalmuseums vergab den Dr. Heinrich-Weber-Preis an die junge Wissenschaftlerin Cornelia Irmisch aus Jena.

Das Deutsche Nationaltheater gedachte dagegen in aller Stille der Wiedereröffnung des Hauses vor 60 Jahren. Nach den Bombenschäden 1945 war es mit Hilfe der sowjetischen Militäradministration als erstes Theater in Deutschland wiederaufgebaut und am 28. August 1948 mit «Faust I» eröffnet worden. «Das Werk gehört zu der Identität der Stadt, so wie Goethe zu Weimar gehört», sagte Chefdramaturgin Susanne Winnacker. «Es ist das kulturelle Bewusstsein der Stadt, Fluch und Privileg zugleich.» Über Faust-Inszenierungen könnten Intendanten und Regisseure zu Ruhm gelangen oder ihre Anstellung verlieren.

Im Goethe-Nationalmuseum öffneten zwei Ausstellungen, darunter eine zur Aktualität von Liebe und Ehe in Goethes «Wahlverwandtschaften». Die Schau mit dem Titel «Eine unbeschreibliche, fast magische Anziehungskraft» ist bis zum 2. November zu sehen. Die «Wahlverwandtschaften» hätten nichts von ihrer Aktualität eingebüßt, sagte Museumsdirektor Ernst-Gerhard Güse. Der Dichter habe um 1800 als einer der ersten über das besondere Spannungsfeld der Institution Ehe in jener Zeit geschrieben.

Buchillustrationen, Verfilmungen und Theaterinszenierungen veranschaulichen die ungebrochene Popularität des Werkes, das nach Erscheinen im Oktober 1809 den Leser gleichermaßen fasziniert wie verstört hatte. Originalbriefe von Walter Benjamin, Thomas Mann und Martin Walser verdeutlichen die Anziehungskraft, die das Werk auf nachfolgende Dichter ausübte. Ein Glas mit einem roten Faden aus dem Besitz Goethes spielt auf die Redewendung vom roten Faden an, die der Dichter in den «Wahlverwandtschaften» geprägt hat.

Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit der Universität Jena und dem Freundeskreis Goethe-Nationalmuseum. Bis zum Jubiläum 2009 wollen sie die «Wahlverwandtschaften» mit Lesungen, interdisziplinärer Ringvorlesung und wissenschaftlicher Tagung interpretieren.
 

 

29.08. Pilger und Panzerknacker: Literaturfest unter dem Motto «Aufbruch»

Hannover (dpa/lni) - Pilger und Panzerknacker, Abenteurer und Revolutionäre berichten beim dritten Literaturfest Niedersachsen von ihren ganz persönlichen Aufbrüchen. Das Festival der VGH-Stiftung bietet vom 11. bis 28. September bei 30 Veranstaltungen im ganzen Land verschiedenste Interpretationen des Mottos «Aufbruch». Auf dem Programm stehen Lesungen und Gespräche mit prominenten Autoren wie Ingo Schulze, Karen Duve, Feridun Zaimoglu oder Bachmann-Preisträger 2008, Tilman Rammstedt. Festivalleiterin Susanne Reuter hat zudem Schauspieler und Musiker eingebunden: So liest etwa Filmstar Martina Gedeck in den Cuxhavener Hapag-Hallen Texte von Auswanderern.

Das Festival läuft parallel zu den 22. Niedersächsischen Musiktagen, die vom 6. September bis zum 5. Oktober zu neuen musikalischen Ufern aufbrechen wollen. Im Jubiläumsjahr der Studentenbewegung von 1968 ist die Studentenrevolte ein wichtiges Thema. Aber das Motto wird auch ganz wörtlich genommen: Pilger Felix Bernhard erzählt im Kloster Wienhausen bei Celle, wie er den Jakobsweg im Rollstuhl meisterte. Weltenbummler Achill Moser erwanderte den Harz auf den Spuren Heinrich Heines und gibt in Clausthal-Zellerfeld Einblicke in dieses Abenteuer.

George-Clooney-Fans kommen in Lüneburg auf ihre Kosten: Detlef Bierstedt, die deutsche Synchronstimme des Hollywoodstars, bietet eine Collage mit Filmausschnitten spektakulärer Auf- und Einbruchsserien von «Ocean's Eleven» bis «Mission: Impossible». «Wir wollen hochkarätige Projekte abseits der großen Städte ermöglichen und die Literaturszene vor Ort unterstützen», erklärte Friedrich von Lenthe, Vorstandsvorsitzender der VGH-Stiftung, am Donnerstag die Ziele des niedersächsischen Literaturfests.

(Internet: www.literaturfest-niedersachsen.de)
 

 

29.08. Remarque-Friedenszentrum gibt Einblicke in Arbeit Wolfgang Koeppens

Osnabrück (dpa/lni) - Der Schriftsteller Wolfgang Koeppen (1906-1996) steht im Mittelpunkt einer Ausstellung, die von 11. September an im Erich Maria Remarque-Friedenszentrum in Osnabrück zu sehen ist. Wie die Stadt am Donnerstag mitteilte, gibt die Ausstellung mit dem Titel «Im Labyrinth des Schreibens» Einblicke in die vielschichtige Arbeit des Autors. Anlass sei die 20-jährige Städtepartnerschaft zwischen Koeppens Geburtsstadt Greifswald und Osnabrück. Die Ausstellung zeigt etwa Briefe und Entwürfe aus dem Nachlass des Autors. Koeppen wurde vor allem mit seiner Nachkriegstrilogie bekannt, in der er die junge Adenauer-Republik kritisch analysiert.

(Internet: www.remarque.uos.de)
 

 

29.08. Kranzniederlegung am Grab von Peter Hacks zum 5. Todestag

Berlin (dpa/bb) - Mit einer Kranzniederlegung an seinem Grab ist am Donnerstag der Schriftsteller Peter Hacks anlässlich des fünften Todestages geehrt worden. Dazu hatten sich auf dem Französischen Friedhof in Berlin Vertreter der Peter Hacks Gesellschaft und der Verleger des Eulenspiegel Verlags, Matthias Oehme, am Grab versammelt. Sie würdigten Hacks als «den bedeutendsten Dramatiker der DDR», der sowohl auf den Bühnen der DDR und der Bundesrepublik präsent gewesen sei.

Hacks wurde vor allem mit seinen Stücken «Die Sorgen und die Macht», «Der Frieden», «Moritz Tassow», «Das Jahrmarktsfest in Plunderweilern» und «Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe» bekannt. Kurz vor seinem Tod 2003 kam eine Gesamtausgabe seiner Werke in 15 Bänden auf den Markt. In diesem August erschien im Berliner Eulenspiegel Verlag der Band «Gewisse Geheimnisse. Vom Nutzen und Nachteil der Pornographie».
 


zurück zu den Nachrichten von heute
 

28.08. «Kultur ist ein Bürgerrecht» - Kulturpolitiker Glaser wird 80

Roßtal/Nürnberg (dpa/lby) - Mit der Forderung «Kultur ist ein Bürgerrecht» wurde der langjährige Nürnberger Kulturdezernent Hermann Glaser bundesweit bekannt. Heute feiert der Kulturwissenschaftler, der den Begriff der Soziokultur prägte, seinen 80. Geburtstag. «Kulturpolitik muss immer auch ein Spielraum des Denkens sein», sagte er im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa im mittelfränkischen Roßtal (Landkreis Fürth).

Dafür, dass große Teile der Bevölkerung und besonders der Jugend heute kaum mit Kultur in Berührung kämen, seien auch die Medien verantwortlich, die seit der Privatisierung und Kommerzialisierung des Rundfunks «verwahrlost» seien. «Ich bin sicher nicht für Kultur, die immer anstrengt, aber was da geht, ist unter aller Kanone», sagte Glaser.

Schon in den 1960er Jahren hatte sich der Philosoph und Schriftsteller, der sich stets gegen die Benotung musischer Schulfächer aussprach, den Status eines Vordenkers in der deutschen Kulturpolitik erarbeitet. Von 1964 bis 1990 saß er an der Spitze des Schul- und Kulturreferats in Nürnberg. Insgesamt 20 Jahre lang war er im Kulturausschuss des Deutschen Städtetages tätig, davon 15 Jahre als dessen Leiter. Bereits im Jahr 1969 legte Glaser Pläne für eine kooperative Gesamtschule vor. Bekannt wurde er auch durch die «Nürnberger Gespräche», die er Mitte der 1960er Jahre ins Leben rief. Auf dem jährlich stattfindenden Forum wurden gesellschaftspolitische Fragen gestellt und diskutiert.

Zur Berühmtheit wurde Glaser, als er sich in den 1980er Jahren für 140 inhaftierte jugendliche Hausbesetzer aus dem selbstverwalteten Jugendzentrum «KOMM» einsetzte, das er im Jahr 1973 mitgegründet hatte. Er stellte sich auf ihre Seite und kritisierte das Vorgehen der Polizei scharf. «Die Jugendlichen damals waren Radikale, aber sicher keine Extremisten», sagte Glaser, der bei der Jugend von heute sehr viel weniger Sehnsucht nach Selbstverwaltung beobachtet als damals.

Glaser, der ein riesiges Zeitungs- und Zeitschriftenarchiv und eine Fachbibliothek mit mehr als 25 000 Büchern besitzt, bemühte sich stets darum, allgemeinverständlich zu schreiben und seine Überlegungen nicht nur einem kleinen ausgewählten Kreis von Intellektuellen zugänglich zu machen. In seinem schriftstellerischen Schaffen widmete er sich auch intensiv seiner fränkischen Heimat («Ins Land der Franken fahren», 2004).

Einige seiner bekanntesten Werke sind «Spießerideologie» von 1965 und die dreibändige «Kulturgeschichte der Bundesrepublik Deutschland». Im Jahr 2005 veröffentlichte der Rundfunkautor und Honorarprofessor an der Technischen Universität Berlin das Buch «Ganz Ohr - Eine Kulturgeschichte des Radios in Deutschland». Derzeit arbeite er an einem Buch über die erste deutsche Eisenbahn zwischen Nürnberg und Fürth.

Glaser wurde mit dem Waldemar-von Knoeringen-Preis und dem Schubart-Literaturpreis ausgezeichnet. Im Jahr 1993 erhielt er den Großen Kulturpreis der Stadt Nürnberg. Seit 1953 ist er mit seiner Frau Erika verheiratet, die er 1947 kennenlernte. «Das war eine Tanzschulliebe», sagte er. Das Paar lebt seit 55 Jahren in Roßtal, hat drei Kinder und sieben Enkel.
 

 

28.08. Barbara Köhler erhält den Cuxhavener Ringelnatz-Preis für Lyrik 2008

Cuxhaven (dpa/lni) - Die Dichterin Barbara Köhler aus Duisburg erhält den mit 15 000 Euro dotierten Cuxhavener Joachim-Ringelnatz-Preis für Lyrik 2008. Köhler gehöre zu den vielseitigsten Lyrikerinnen der Gegenwart, sagte der Vorsitzende der Preisjury, Frank Möbus, am Donnerstag. Die Experimente der 49-Jährigen mit der Grammatik entfachten «ein produktives Verwirrspiel» aus Stimmen, Klängen und Sprachwitz. Die Entscheidung der Jury sei einstimmig gefallen. Der Preis der Stadt Cuxhaven soll am 13. Dezember bei einem Festakt an Köhler verliehen werden.

Die Dichterin, die auch als Übersetzerin arbeitet, wurde am 11. April 1959 in Sachsen geboren und lebt seit 1994 in Duisburg. Sie schrieb unter anderem die Gedichtbände «Deutsches Roulette» und «Blue Box». Ihre Werke wurden mehrfach ausgezeichnet und erscheinen beim Suhrkamp Verlag (Frankfurt/Main).

Der Ringelnatz-Preis wurde 2002 ins Leben gerufen und wird alle zwei Jahre vergeben. Er gilt als einer der höchstdotierten Lyrik-Preise in Deutschland. Mit ihm werden Dichter geehrt, die mit einem bedeutenden und künstlerisch eigenständigen Werk zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur beigetragen haben. Frühere Preisträger waren Peter Rühmkorf, Robert Gernhardt und Wolf Biermann.

Der Förderpreis wurde in diesem Jahr nicht vergeben, weil der Sponsor sich nach Angaben der Stadt überraschend zurückgezogen hatte. «Wir werden uns bemühen, den Nachwuchspreis künftig wieder zu vergeben», sagte die Kulturdezernentin Anne Frühauf.

Im Frühjahr 2001 war in Cuxhaven eine Ringelnatz-Stiftung gegründet worden. In der Stadt befindet sich den Angaben zufolge das weltweit einzige Ringelnatz-Museum. Der 1883 in Wurzen bei Leipzig geborene Dichter war während des Ersten Weltkriegs noch unter seinem bürgerlichen Namen Hans Bötticher in Cuxhaven stationiert. Er starb 1934 in Berlin.

(Internet: www.ringelnatzstiftung.de)
 

 

28.08. Goethe- und Schiller-Archiv erhält elf Goethe-Briefe als Leihgabe

Weimar (dpa/th) - Insgesamt 95 Briefe hat Johann Wolfgang von Goethe über die Jahre an seine Schwiegertochter Ottilie geschrieben. Elf Briefe davon hat die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen am Mittwoch dem Goethe- und Schiller-Archiv Weimar als Dauerleihgabe übergeben. Die Originalbriefe gehören zu einem Konvolut von 33 Goethe-Briefen an Ottilie, die im Frühjahr auf einer Berliner Auktion erworben wurden. Die Kulturstiftung der Länder und die Klassik Stiftung kauften je ein weiteres Drittel der Autographen. Es war die umfangreichste Sammlung von Briefen des Dichters an Ottilie, die von Privathand zum Verkauf angeboten wurde.

Die Kaufsumme wurde nicht genannt. «Jedenfalls steht der Wert in keinem Verhältnis zum Preis», sagte Archiv-Direktor Bernhard Fischer. «Die Forschung ist immer angewiesen auf Originale.» Die Briefe werden in dem ältesten deutschen Literaturarchiv mit den Antworten Ottilies und Brief-Konzepten Goethes zusammengeführt. Sie gehen in die historisch-kritische Gesamtausgabe der Goethe-Briefe ein, die im Auftrag der Klassik Stiftung Weimar herausgegeben wird.

Zu den 33 Briefen gehören vier eigenhändig geschriebene Briefe Goethes und 29 von ihm diktierte Briefe mit seiner Unterschrift. Dies war damals üblich. Goethe hat die Briefe zwischen 1817 und 1830 an die Frau seines Sohnes August geschrieben. Sie zeugen von dem innigen Verhältnis, das zwischen beiden bestand. «Liebend und hoffend» ist beispielsweise der Brief vom 18. Juni 1817 unterzeichnet. Ottilie von Goethe (1796-1872), geborene Pogwisch, lebte seit ihrer Eheschließung 1817 im Haus am Frauenplan. Als vertrautes Mitglied der Familie, als Vorleserin, Übersetzerin, Berichterstatterin des Hof- und Gesellschaftslebens, als kritische Leserin und Hörerin seiner Werke wurde Ottilie dem alternden Dichter unentbehrlich.

(Internet: www.klassik-stiftung.de)
 

 

28.08. Spanisches Kronprinzenpaar eröffnet Kulturinstitut in Frankfurt

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Der spanische Kronprinz Felipe und seine Frau, Prinzessin Letizia, eröffnen am 22. September das neue Instituto Cervantes in Frankfurt. Der Autor Jorge Semprún werde die Gastrede über «Vergangenheitsbewältigung und die Zukunft Europas» halten, teilte das spanische Kulturinstitut am Donnerstag mit. Die Frankfurter Niederlassung des Instituts, das ins ehemalige Amerika- Haus in der Nähe der Alten Oper zieht, sei die fünfte und zugleich größte in Deutschland. Ziel des Instituts ist es, die spanische Sprache zu fördern und das Kulturgut der spanisch-sprachigen Länder bekannt zu machen.

(Internet: www.frankfurt.cervantes.es)
 

 

28.08. Sonderschau zu Goethes «Wahlverwandtschaften» über Liebe und Ehe

Weimar (dpa/th) - Goethes «Wahlverwandtschaften» über verschiedene Konstellationen von Liebe und Ehe ist seit Donnerstag Anziehungspunkt im Goethe-Wohnhaus am Weimarer Frauenplan. Zum 259. Geburtstag des Dichters, Staatsmannes und Naturforschers öffnete in der einstigen Dienerwohnung die Sonderschau «Eine unbeschreibliche, fast magische Anziehungskraft». Fast 200 Jahre nach dem Erscheinen des Buches habe es nichts von seiner Aktualität nichts eingebüßt, sagte Museumsdirektor Ernst-Gerhard Güse. Goethe habe um 1800 als einer der ersten das Spannungsfeld beschrieben, in das die Institution Ehe getreten sei. Die Ausstellung ist bis zum 2. November zu sehen.

«Wir wollen keinen musealen Goethe, sondern zeigen, dass er die brennenden Probleme aufgegriffen hat, die bis heute den Alltag bestimmen», sagte Güse. Die Schau gibt Einblick in unterschiedliche Ehetypen in Goethes Umfeld: Herzog Carl August, der standesgemäß verheiratet wurde und eine Mätresse hatte, die bürgerlichen Liebesehen Schillers und Herders und Goethes eigene, späte Heirat mit Christiane Vulpius nach Jahren «wilder» Ehe.

Buchillustrationen, Verfilmungen und Theaterinszenierungen veranschaulichen die ungebrochene Popularität des Werkes, das nach Erscheinen im Oktober 1809 den Leser gleichermaßen fasziniert wie verstört hatte. Originalbriefe von Walter Benjamin, Thomas Mann und Martin Walser verdeutlichen die Anziehungskraft, die das Werk auf nachfolgende Dichter ausübte. Ein Glas mit einem roten Faden aus dem Besitz Goethes spielt auf die Redewendung vom roten Faden an, die der Dichter in den «Wahlverwandtschaften» geprägt hat.

Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit der Universität Jena und dem Freundeskreis Goethe-Nationalmuseum. Bis zum Jubiläum 2009 wollen sie die «Wahlverwandtschaften» mit Lesungen, interdisziplinärer Ringvorlesung und wissenschaftlicher Tagung interpretieren.
 

28.08. Rekordversuch: 1300 Bensheimer Schüler lesen 50 Stunden Goethe

Bensheim (dpa/lhe) - Mit einem Weltrekordversuch im Dauerlesen wollen die Schüler des Goethe Gymnasiums im südhessischen Bensheim ihren Namenspatron ehren und eine neue Schul-Bibliothek würdevoll einweihen. Rund 1300 Gymnasiasten sowie mehrere Lehrer haben sich zum Ziel gesetzt, Tag und Nacht in rund 50 Stunden ohne Unterbrechung alle lyrischen und dramatischen Werke von Johann Wolfgang von Goethe zu lesen, der am 28. August 1749 in Frankfurt am Main zur Welt kam. Zum Auftakt des Lesemarathons sollte am Donnerstagnachmittag Landrat Matthias Wilkes (CDU) das Gedicht «Urworte, orphisch» vortragen.

«Es gibt: 0 Pausen, 1 Dichter, 2 Nächte, 3 Tage, 50 Stunden, 1300 Schüler, über 2000 Seiten und viele Überraschungen», stimmt das Gymnasium auf seiner Internetseite auf den Rekordversuch ein. Die pausenlose Goethe-Lesung soll danach ins Guinness-Buch der Rekorde eingetragen werden.

«Eigentlich ist das eine Schnapsidee, aber wir wollten eine gute Aktion machen, an der die Schüler Spaß haben und mit der eine Verbindung zur Schule hergestellt wird», sagte Schulleiter Jürgen Mescher. Denn im Unterricht werde nur wenig Goethe gelesen. «Für die Schüler wird das ein Riesen-Spaß, vor allem die Nachtschicht ist heiß begehrt», sagte Mescher. Der angestrebte Eintrag ins Guinness-Buch liefere eine zusätzliche Motivation. Allein zehn Stunden seien für die Lesungen von «Faust» und «Urfaust» in der Nacht zum Freitag eingeplant.

(Internet: www.goethe-bensheim.de)
 

 

28.08. «Papier.Klänge» - Aktionstag zum Erhalt schriftlichen Kulturguts

Münster (dpa/lnw) - Musik steht im Zentrum des diesjährigen Nationalen Aktionstags zum Erhalt des schriftlichen Kulturguts. Nach dem Auftakt in Dresden 2007 ist Münster in diesem Jahr der zweite Veranstaltungsort. Nach dem Brand der Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar vor vier Jahren solle damit die Bedeutung der Themen Archivierung und Restaurierung betont werden, teilten die Veranstalter am Mittwoch in Münster mit. Am 7. September geht es unter Leitung der Universitäts- und Landesbibliothek (ULB) und unter dem Motto «Papier.Klänge» im Schloss von Münster unter anderem bei Vorträgen schwerpunktmäßig um das Thema Musik.

Mit dabei ist auch das Symphonieorchester der Städtischen Bühnen Münster, das ein Konzert mit Werken von Graun, Klöffler und Gluck (alle 18. Jahrhundert) spielt - zum Teil nach eigens aufbereiteten Noten aus dem ULB-Archiv. Dass es sich bei dem Erhalt schriftlicher Werke um ein «Riesenthema für Bibliotheken und Archive» handele, betonte ULB-Direktorin Beate Tröger. Auch die Politik habe sich des Themas angenommen. Unter anderem kommt Eva-Maria Stange, Präsidentin des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz, zum Aktionstag.

(Internet: www.ulb.uni-muenster.de/aktionstag-2008)
 

 

28.08. 12 000 Besucher zum Poetenfest in Erlangen erwartet

Erlangen (dpa/lby) - Rund 12 000 Besucher werden am Wochenende zum 28. Poetenfest in Erlangen erwartet. Das Literaturfestival wird heute mit einem Autorenporträt der österreichischen Schriftstellerin Marlene Streeruwitz («Kreuzungen») offiziell eröffnet. Die mittelfränkische Stadt steht mit dem Poetenfest sechs Wochen vor Beginn der Frankfurter Buchmesse im Oktober im Fokus des deutschen Literaturbetriebes.

Einer der etwa 80 Schriftsteller und Literaturkritiker, die sich bis zum Sonntag in Erlangen angekündigt haben, ist der diesjährige Georg-Büchner-Preisträger Josef Winkler. Dem österreichischen Schriftsteller, der unter anderem für seine Trilogie «Das wilde Kärnten» mit dem wichtigsten deutschen Literaturpreis ausgezeichnet wurde, ist ein Autorenporträt gewidmet.

Neben Winkler und Streeruwitz soll auch Filmemacher und Oscar- Preisträger Volker Schlöndorff («Die Blechtrommel») mit einem Autorenporträt bedacht werden. Der vierte im Bunde ist der türkische Autor Murathan Mungan, der seinen Roman «Tschador» vorstellen wird. In der Türkei, die im Oktober Gastland auf der Frankfurter Buchmesse ist, wird der aus Istanbul stammende Autor bereits wie ein Popstar gefeiert.

Im Erlanger Schlossgarten werden zahlreiche Autoren ihre neuen Werke vorstellen. Unter ihnen sind dort nach Angaben des städtischen Kulturreferates mit Marcel Beyer, Judith Kuckart, Norbert Niemann, Hans Pleschinski, Ingo Schulze, Uwe Timm und Feridun Zaimoglu sieben der zwanzig für den Deutschen Buchpreis nominierten Autoren vertreten. Auf dem «Jungen Podium» finden Lesungen und Gespräche für Jugendliche im Alter zwischen sechs und 16, unter anderem mit Mirjam Pressler («Bitterschokolade») statt.

Während der viertägigen Veranstaltung befassen sich mehrere Gesprächsrunden mit Themen wie der Entwicklung der Sachliteratur, die immer mehr mit der «schönen» Literatur, der Belletristik, verschmilzt und inzwischen längst zum Verkaufsschlager geworden ist. Andere vergleichen das Traditionslexikon Brockhaus mit der Online-Datenbank Wikipedia.
 

 

28.08. Goethe-Haus ehrt die Mutter des Dichters - 200. Todestag

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Zum 200. Todestag von Catharina Elisabeth Goethe am 13. September hat das Frankfurter Goethe-Haus der Mutter des Dichters eine umfangreiche Ausstellung gewidmet. «Goethes Mutter ist nicht nur eine der herausragenden weiblichen Persönlichkeiten des 18. Jahrhunderts, sondern auch die bei weitem bekannteste Dichtermutter und obendrein wohl die bekannteste Frankfurterin überhaupt», hieß es bei der Pressevorbesichtigung am Mittwoch. Die Ausstellung «Catharina Elisabeth Goethe (1731-1808) - Frau Aja - Räthin - Goethes Mutter» ist bis zum 30. Dezember zu sehen.

Die Schau widmet sich zum einen ihrer Biografie, zum anderen ihrer Wirkung. Die Ausstellung unternehme den Versuch, «den erstaunlichen Prozess der Legendenbildung» um diese Person sichtbar zu machen und zu ergründen, wie sie «zu einer quasimythischen Gestalt werden konnte», verspricht das Freie Deutsche Hochstift als Träger des Goethe-Hauses. Zu sehen sind Handschriften, Bücher, Bilder, persönliche Gegenstände und private Dokumente. Erstmals präsentiert werden beispielsweise ihre Haushaltsbücher. «Die Ausstellung korrigiert viele Aussagen bisheriger Biografen», sagte Wolfgang Bunzel, einer der zwei Kuratoren der Schau, bei der Eröffnung.

(Goethe-Haus, Großer Hirschgraben 23-25, geöffnet Montag bis Samstag 10 bis 18 Uhr, Sonntags 10 bis 17.30 Uhr, Eintritt 5 Euro, Katalog 15 Euro)

(Internet: www.goethehaus-frankfurt.de)
 

 

28.08. FDP-Bundestagsfraktion begrüßt Kultur-Staatsziel-Initiative

Berlin (dpa) - Die FDP-Fraktion im Bundestag hat die Berliner Bundesratsinitiative für ein Staatsziel Kultur im Grundgesetz begrüßt. «Aus Worten müssen nun Taten folgen», meinten die Abgeordneten Christoph Waitz und Hans-Joachim Otto, der Vorsitzender des Bundestagskulturausschusses ist, am Mittwoch in einer Presseerklärung. «Auch im Bundestag gilt es nun, Mehrheiten für das gute Ziel zu erreichen. Wir freuen uns, dass jetzt Schwung in die Sache kommt.» Die FDP habe diese Forderung bereits 2006 in den Bundestag eingebracht. Der Berliner Senat hatte am Dienstag eine entsprechende Bundesratsinitiative beschlossen.
 


zurück zu den Nachrichten von heute
 

27.08. Zweite Festwoche «goethe ffm» widemt sich dem Thema Bildung

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Die Ausstellung «Catharina Elisabeth Goethe. Frau Aja - Räthin - Goethes Mutter» hat am Mittwoch die zweite Festwoche «goethe ffm» eingeleitet. Zum 259. Geburtstag des Dichters am 28. August laden zehn Tage lang Schauspiel, Goethe-Haus, Filmmuseum, Literaturhaus und andere Institutionen zu Veranstaltungen ein. Das Motto der zweiten Festwoche lautet «Kunst Macht Bildung».

Auf dem Goetheplatz wird eine mobile Spielstätte aufgebaut: «Goethes Wunderkammer - Eine Bildungsblase im öffentlichen Raum». Darin wollen verschiedene Künstler für die Anwohner des Platzes kochen, den «Faust» mit Puppen aus Lumpen nacherzählen oder Besucher mit Klanginstallationen aus dem Alltag entführen.

Am Schauspiel ist am Donnerstag eine Neuinszenierung des Dramas «Torquato Tasso» zu sehen, später gibt es diverse Gastspiele mit «Faust»-Bearbeitungen von Theatergruppen, die bis aus Rumänien anreisen. Das Schauspiel Hannover hat eine multimediale Collage mit Showeinlagen angekündigt, Peter Stein gastiert mit «Faust Fantasia», Michael Quast zeigt «fausteinsinzweistundenfürdreistimmenundklavier», ein Puppenensemble lädt zu «Faust auf Faust» und das Theater Hermannstadt bringt 80 Personen nebst Waggons, Kränen, Ketten und Seilwinden mit nach Frankfurt.

Auch Ironisches ist dabei wie ein Liederabend mit dem Titel «Zum Teufel mit Goethe!» sowie Diskussionsrunden («Bildungsideal und Menschenbild bei Goethe und heute»), Lesungen (zum Beispiel aus den Briefen von Goethes Mutter) und Verfilmungen von Goethe-Stoffen (unter anderem der «Faust» von F.W. Murnau aus dem Jahre 1926).

(Internet: www.schauspielfrankfurt.de)
 

 

27.08. Salman Rushdie gewinnt Klage gegen Ex-Sicherheitsbeamten

London (dpa) - Der britisch-indische Autor Salman Rushdie (61) hat seine Klage gegen einen ehemaligen Sicherheitsbeamten gewonnen. Das Gericht habe bestätigt, dass dieser sowie sein Ghostwriter und Verlag in einem Buch eine Reihe «rufschädigender» Falschaussagen über ihn gemacht hätten, sagte Rushdie am Dienstag vor dem Londoner High Court. Er akzeptiere die Entschuldigung der Beteiligten. Der Ex-Polizist Ron Evans hatte Rushdie beschützt, als dieser 1989 Todesdrohungen wegen seines Romans «Die satanischen Verse» bekommen hatte.

Evans Buch «On Her Majesty's Service» sollte Anfang August erscheinen; die Veröffentlichung wurde wegen Rushdies Klage jedoch aufgehalten. Auszüge waren in der Zeitung «Mail on Sunday» erschienen. Rushdie bekommt die Gerichtskosten von 15 000 Pfund (rund 19 000 Euro) erstattet, auf Entschädigung hatte er nicht geklagt. In dem Buch, das der Verlag John Blake Publishing nun überarbeitet hat, hieß es unter anderem, Rushdie sei selbstmordgefährdet und unhygienisch. Zudem soll Elizabeth West, Rushdies dritte Frau, diesen nur wegen seines Vermögens geheiratet haben.
 

 

27.08. Premiere für neues Buch von Muschg in Görlitz

Görlitz (dpa/sn) - Der Schweizer Schriftsteller Adolf Muschg stellt am 16. September in Görlitz seinen neuen Roman «Kinderhochzeit» vor. Die deutsch-polnische Grenzstadt spiele darin eine sehr zentrale Rolle und sei daher als Ort für die Buchpremiere gewählt worden, teilte der Suhrkamp-Verlag am Mittwoch mit. Muschg war von 2003 bis 2005 Präsident der Akademie der Künste in Berlin. Der 74-jährige Autor gehörte der Jury an, die seinerzeit die Bewerbungen zur Kulturhauptstadt Europas 2010 bewertete. Unter den Kandidaten war damals auch Görlitz. Das Rennen machten letztlich Essen und das Ruhrgebiet.

Die Lesung von Muschg bildet zugleich den Auftakt für das Festival «KUNSTverFOLGEN», das erstmals in der Neißestadt stattfindet. Mehr als 20 Veranstaltungen sollen bis 12. Oktober zum Entdecken von einst verfolgter Kunst und verfolgten Künstlern anregen. Das Programm sieht Ausstellungen, Lesungen, Filmvorführungen, Theater- und Opernvorstellungen sowie Konzerte vor.

(Internet: www.kultur2020.org)
 

 

27.08. Ballettchef John Neumeier plant Autobiografie

Hamburg (dpa) - Der Intendant des Hamburg Balletts, John Neumeier, trägt sich mit dem Gedanken, seine Autobiografie zu schreiben. Er sei fasziniert von der Idee, obwohl ihm das Schreiben eher schwerfalle, sagte der 66-jährige, weltweit erfolgreiche Choreograph in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur dpa. Eines wisse er schon jetzt sehr genau: «Es wäre eine sehr aufwendige Arbeit, da ich sehr anspruchsvoll mit mir selber bin.» Er frage sich auch: «Wie offen möchte ich sein? Sollte ich vielleicht ein Buch schreiben, das erst nach meinem Tod veröffentlicht werden darf?»

Neumeier hat erst kürzlich in seinem 608-seitigen Buch «In Bewegung» erstmals tiefen Einblick in seine Arbeits- und Skizzenbücher, aber auch in persönliche Tagebuchaufzeichnungen gegeben. Die jahrelange Arbeit daran betrachte er als eine Art Vorarbeit zu einer Autobiografie, sagte der Künstler.
 

 

27.08. Neuer «Spiegel»-Geschäftsführer Saffe kommt schon im September

Hamburg (dpa) - Ove Saffe (47), der neue Geschäftsführer des Hamburger «Spiegel»-Verlags, wird seine Arbeit bereits am 15. September dieses Jahres aufnehmen und nicht erst zum Beginn des nächsten Jahres. Das teilte der «Spiegel» am Dienstag in Hamburg mit. Saffe folgt auf Mario Frank (50), der nach heftigen Auseinandersetzungen mit den Mitarbeitern das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlässt. «Wir sind froh über diese schnelle Lösung und freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Ove Saffe», sagte Armin Mahler, Sprecher des Hauptgesellschafters Mitarbeiter KG. Saffe ist derzeit Geschäftsführer der «Stern»-Gruppe bei Gruner+Jahr und arbeitete bereits von 1996 bis 2000 beim «Spiegel», zuletzt als Leiter Vertriebsmarketing.
 

27.08. Kerstin Ekman - Autorin und kritische Nobel-Jurorin wird 75

Stockholm (dpa) - Dass sie fast 20 Jahre nach ihrem weltweit beachteten Austritt aus der Schwedischen Akademie von dieser immer noch als Mitglied und damit als Jurorin für den Nobelpreis geführt wird, findet Kerstin Ekman nicht mehr der Rede wert. Vor ihrem 75. Geburtstag an diesem Mittwoch (27. August) hat die schwedische Schriftstellerin auf ihrem kleinen Anwesen Roslagen nördlich von Stockholm anderes im Kopf. Sie müsse bei all dem Regen draußen viel «nach dem Rechten schauen bei allem, das wächst», verriet sie heimischen Zeitungslesern. Ansonsten schreibe sie viel und gerne und sie lese viel. Kein Wort über den Nobelpreis.

Dabei hatte Ekmans Austritt 1989 aus dem Gremium, das jedes Jahr über den berühmtesten Literaturpreis der Welt entscheidet, international viel mehr Beachtung gefunden als die meisten ihrer über 20 Romane. Weil die Schwedische Akademie zu den religiös begründeten «Todesurteilen» und Morddrohungen gegen den britischen Autor Salman Rushdie schwieg, legte die Schwedin ihr Mandat nieder. Die Akademie erkennt den Austritt bis heute nicht an und hält Ekmans «Stuhl Nr. 15» weiter frei, weil nach den über 200 Jahre alten Statuten eine Mitgliedschaft auf Lebenszeit gilt und nicht abgegeben werden kann.

Das veranlasste die Autorin zu still ausgesprochenen, aber messerscharf formulierten Bemerkungen über die Akademie als «Rokokotheater» und eine «Katakombenstimmung», wenn der Nobelpreis ausgehandelt wird. Kurz nach dem Austritt schrieb sie, ihr selbst sei wohler, wenn sie einfach lesen und schreiben könne.

Vor dem 75. Geburtstag hat ihr das kürzlich höchstes Lob der «Süddeutschen Zeitung» für das neue 500-Seiten-Buch «Der Wald» (Piper Verlag, München) eingebracht: Eine «gewaltige, einzigartige Huldigung an den Wald im Allgemeinen und den schwedischen Wald im Besonderen» habe Ekman geschrieben. Ihren Durchbruch in Deutschland und auch den größten Publikumserfolg im heimischen Skandinavien hatte sie Anfang der 90er Jahre mit «Geschehnisse am Wasser», einer spannenden Geschichte aus dem extrem dünn besiedelten Norden Schwedens, in der Ekman auf hohem literarischen Niveau Krimielemente mit Gesellschaftskritik zusammenfügt.

Mit lupenreinen Krimis hatte Ekman Ende der fünfziger Jahre ihre schriftstellerische Arbeit begonnen. Knapp ein halbes Jahrhundert später verfasst sie höchst produktiv weiter Romane, Erzählungen, Essays, Zeitungsartikel zu aktuellen Fragen und Drehbücher: «Der Mensch ist dazu geschaffen, produktiv zu sein», sagt sie.
 

 

27.08. Neues Buch von Joanne K. Rowling erscheint im Carlsen Verlag

Hamburg (dpa) - Das neue Buch der Harry-Potter-Autorin Joanne K. Rowling wird mit dem Titel «Die Märchen von Beedle dem Barden» am 4. Dezember zeitgleich in Englisch und auf Deutsch erscheinen. Wie der Carlsen Verlag am Dienstag in Hamburg mitteilte, habe die von Rowling gegründete Kinderhilfsorganisation «Children's High Level Group» dem Carlsen Verlag die Rechte zur Veröffentlichung der deutschsprachigen Ausgabe von Rowlings neuen Zaubermärchen übertragen. Die Sammlung von fünf Geschichten spielt im siebten und letzten Band der Harry Potter-Reihe eine entscheidende Rolle und gibt wesentliche Hinweise für die Erfüllung von Harry Potters Mission im Kampf gegen Lord Voldemort.

Nach Angaben des Verlages sollen sämtliche Honorarerlöse an die «Children's High Level Group» gespendet werden, die sich für bessere Lebensbedingungen von Heimkindern vor allem in Osteuropa einsetzt. Das 128-seitige Buch wird 12,90 Euro kosten. Der Übersetzer der Harry-Potter-Bände, Klaus Fritz, wird auch dieses Buch der Britin Joanne K. Rowling ins Deutsche übertragen. Ebenfalls wieder mit von der Partie ist die Harry Potter-Illustratorin Sabine Wilharm, die den Umschlag gestaltet.
 

 

27.08. Deutscher Fachverlag steigt bei indischer Verlagsgruppe ein

Frankfurt/Main (dpa) - Der Deutsche Fachverlag (dfv) in Frankfurt baut sein Auslandsgeschäft aus und steigt mit 26 Prozent bei der indischen Verlagsgruppe Images Multimedia Group ein. «Der indische Markt steht zwar noch am Anfang seiner Entwicklung, aber er eröffnet große Wachstumschancen», teilte der Sprecher der dfv- Geschäftsführung, Rolf Grisebach, am Dienstag in Frankfurt mit. Die in Delhi ansässige Verlagsgruppe gibt neun Fachzeitschriften heraus und ist auf Mode- und Handelsthemen spezialisiert. Sie beschäftigt den Angaben zufolge rund 140 Mitarbeiter und erzielte 2007/08 einen Umsatz von 6,1 Millionen Euro.

Der dfv zählt mit 90 Fachmedien, 840 Mitarbeitern und einem Umsatz von 133,1 Millionen Euro nach eigenen Angaben zu den größten konzernunabhängigen Fachmedien-Unternehmen Europas. Rund 19 Prozent des Umsatzes erzielte der Verlag im vergangenen Jahr im Ausland.
 

 

27.08. Enzensberger liest zu Goethes Geburtstag aus neuen Gedichten

Weimar (dpa/th) - Hans Magnus Enzensberger eröffnet heute mit einer Lesung aus neuen Gedichten in der Weimarer Herderkirche die Feiern zum 259. Geburtstag von Johann Wolfgang Goethe. Der Dichter war am 28. August 1749 in Frankfurt am Main geboren worden und lebte fast fünf Jahrzehnte in Weimar. Seit einigen Jahren lädt die Klassik Stiftung am Vorabend des Geburtstages zu einer Lesung mit prominenten Autoren ein. Goethes Wohnhaus am Frauenplan wird sich Donnerstag festlich geschmückt präsentieren. «Hereinspaziert!» ist das Motto des Familienfestes. Eröffnet wird auch eine Ausstellung zu Goethes «Wahlverwandtschaften».

(20 Uhr, Herderkirche Weimar)
 

 

27.08. Stadtbücherei Weimar erhält Thüringer Bibliothekspreis 2008

Weimar (dpa/th) - Die Stadtbücherei Weimar erhält in diesem Jahr den Thüringer Bibliothekspreis. Die Einrichtung werde für das Gesamtkonzept und die gelungene Vernetzung mit den anderen Weimarer Bibliotheken ausgezeichnet, teilte der Thüringer Bibliotheksverband am Dienstag mit. Die Sparkassen-Kulturstiftung werde den mit 10 000 Euro dotierten Preis am 29. Oktober in Mühlhausen verleihen.

2007 hat die Stadtbücherei der Klassikerstadt Weimar laut Verband über 135 000 Besucher und rund 400 000 Entleihungen registriert. Sie ist die sechste Bibliothek, die den Thüringer Bibliothekspreis erhält. Die Stadtbibliothek Blankenhain (Kreis Weimarer Land) und die Gemeindebibliothek Kannawurf (Kreis Sömmerda) werden mit den Förderpreisen der Sparkassen- Kulturstiftung geehrt. Sie sind mit 2 500 Euro dotiert.

Mit der Auszeichnung will die Sparkassen-Kulturstift die Stadtbücherei ebenso wie Weimar ehren. Die Stadt habe die weggefallenen Landesmittel in diesem Jahr komplett mit kommunalen Mitteln kompensiert und damit die personelle und finanzielle Ausstattung der Bücherei sichergestellt, sagte Geschäftsführer Thomas Wurzel laut Mitteilung. Positiv sei ebenfalls, dass Kinder und Jugendliche bis zu ihrem 18. Geburtstag von Gebühren befreit sind.
 


zurück zu den Nachrichten von heute
 

26.08. Herrscherin über die Wimmel-Welt - Rotraut Susanne Berner wird 60

München/Hildesheim (dpa) - Von ihren Auflagen können viele Autoren nur träumen: Allein die Wimmel-Bücher der Münchner Illustratorin Rotraut Susanne Berner wurden weltweit mehr mehr als eine halbe Million Mal verkauft. Aber erst ein kleiner Kunst-Skandal machte die Kinderbuch-Autorin, die am 26. August 60 Jahre alt wird, in Deutschland einem größeren Publikum bekannt. Vor einem Jahr sollte sie in einem Bilderbuch vor dem Erscheinen in den USA bei einem männlichen Akt den kaum sichtbaren Penis wegretouchieren. Berner lehnte die Zensur ab, und für ihren Hildesheimer Gerstenberg Verlag platzte ein lukratives Geschäft.

Über das «Pimmelchen-Skandälchen» und darüber, dass ihre Ablehnung zur «Heldentat stilisiert wurde», schmunzelt Berner heute, zumal ein anderer US-Verlag das Werk nun unzensiert veröffentlicht hat. Überhaupt betrachtet die gebürtige Schwäbin die Welt mit Humor. In ihren Büchern für die Kleinsten wimmelt es von drolligen Gestalten, da tauchen Frauen mit einem Faible für komische Hüte auf, ein Jogger verliebt sich nach einem Sturz in eine hilfsbereite Hundehalterin. Bei Hanser läuft ihre Reihe über den Karnickel-Jungen Karlchen bestens. Der kommerzielle Erfolg ist da, Berner wurde zudem viermal mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet, zuletzt 2006 für das Gesamtwerk.

Künstlerische Anerkennung wird ihr wie den meisten Kinderbuch-Illustratoren dagegen selten zuteil. «Das hat etwas mit der Kunstrezeption zu tun», vermutet die studierte Grafik-Designerin. «Ich persönlich leide aber nicht darunter.» Seit Jahren engagiert sie sich für ihre Zunft, gründete das «Forum Illustratorum» (Filu) und war an der Gründung der «Stiftung Illustration» beteiligt, die Nachlässe sammelt. Das Erbe der Zeichner, «ein Stück Kulturgeschichte», werde sträflich vernachlässigt, betont Berner.

Eine Wanderausstellung würdigt jetzt ihr beeindruckendes Gesamtwerk, das die Gestaltung von etwa 800 Buch-Umschlägen sowie die Illustration literarischer Texte - etwa für Hans Magnus Enzensberger oder T.C. Boyle - einschließt. Stationen sind das Bilderbuchmuseum in Troisdorf, die Galerie der Stadt Fellbach bei Stuttgart sowie im April 2009 das Wilhelm-Busch-Museum Hannover. Darüber hinaus erscheint pünktlich zum Geburtstag ein «Nacht-Wimmelbuch», das die Jüngsten sicherlich wieder lieben werden. Ihr Erfolgsgeheimnis? «Ich habe zu dem Kind, das ich war, einen ganz guten Draht», meint Berner. «Das ist etwas, das man pflegen kann.»

Stationen der Ausstellung «Alphabet und Zeichenstift» sind das Bilderbuchmuseum in Troisdorf (30.8.-12.10.2008), die Galerie der Stadt Fellbach bei Stuttgart (8.11.2008-1.2.2009) sowie das Wilhelm- Busch-Museum Hannover ( 19.4 bis zum 12.7.2009). Zur Ausstellung erscheint bei Hanser ein Lese-Bilder-Buch mit gleichem Titel.

(Internet: www.hanser.de; www.gerstenberg-verlag.de)
 

 

26.08. «Hamburger Abendblatt» mit Lokaljournalistenpreis 2007 geehrt

Hamburg (dpa) - Das «Hamburger Abendblatt» hat am Montag für seine «redaktionelle Gesamtleistung» den Deutschen Lokaljournalistenpreis
2007 der Konrad-Adenauer-Stiftung erhalten. Die Jury bewertete vor allem die 51-teilige Serie «Hamburg lebenswert» als herausragend, in der alle 104 Stadtteile porträtiert wurden. Der zweite Preis ging an die «Badische Zeitung» aus Freiburg für eine Haushaltsserie über den «Freiburger Diätplan» sowie an die «Freie Presse» aus Zwickau für eine erklärende gut informierende Serie zu einer Gebietsreform.

Hamburgs Kultursenatorin Karin von Welck wies darauf hin, dass die mit Abstand meisten Journalisten in Deutschland in Lokalredaktionen arbeiten. «Der Lokaljournalismus erzählt Geschichten, die die Identität und das Gesamtbild einer Stadt ausmachen.» Gerhard Wahlers, stellvertretender Generalsekretär der Adenauer-Stiftung, sagte, dass Lokaljournalisten einen wichtigen Beitrag für ein funktionierendes demokratisches Gemeinwesen leisten. Zudem betonte Wahlers die Orientierungsfunktion des Lokaljournalismus in unübersichtlicher werdenden Zeiten. «Und weder das Fernsehen, noch das Internet haben die Zeitung überflüssig gemacht.» Der Preis wurde zum 28. Mal von der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung verliehen.

Neben dem «Abendblatt, der «Badischen Zeitung» und der «Freien Presse» erhielten weitere Zeitungen Preise. In der Kategorie Konzept ging die Ehrung an die «Schwäbische Zeitung». Für investigativen Journalismus wurden die Redaktionen der «Friedberger Allgemeinen», der Ludwigsburger Ausgabe der «Stuttgarter Zeitung» und der «Tölzer Kurier» asusgezeichnet. In der Kategorie Serie gingen Preise an die «Leipziger Volkszeitung» und an die «Hamburger Morgenpost».

Der «Fränkische Tag» wurde für seine gute Leser-Blatt-Bindung ausgezeichnet. Einen Preis für gelungene Text-Bild-Komposition erhielt die «Stuttgarter Zeitung» für eine Serie über Tage, die das Leben verändert haben. In der Kategorie Innovation wurde die «Braunschweiger Zeitung» für eine Wissenschaftsserie geehrt und in der Sparte Sonderveröffentlichungen würdigte die Adenauer-Stiftung die Arbeit des «Trierischen Volksfreunds».
 

 

26.08. Anette Leo mit Buch über Alltag am Frauen-KZ erstmals in Fürstenberg

Fürstenberg (dpa) - Die Berliner Historikerin Anette Leo wird an diesem Mittwoch erstmals in Fürstenberg (Kreis Oberhavel) aus ihrem Buch «Das ist so'n zweischneidiges Schwert hier unser KZ...» lesen. Zu der Lesung mit anschließender Diskussion werden auch Bürgermeister Robert Philipp und die Leiterin der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück Insa Eschebach erwartet, teilte die Mahn- und Gedenkstätte am Montag in Fürstenberg mit. Für ihr Buch über den Alltag der Fürstenberger in der Zeit des benachbarten Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück, während der sowjetischen Militärbesetzung und bis in die 1990er Jahre wurde Leo 2008 mit dem Annalise-Wagner-Preis in Neustrelitz ausgezeichnet.

Die Berlinerin hat in dem Buch die Erinnerungen von 35 Frauen und Männern der Geburtsjahrgänge 1913 bis 1933 verarbeitet. Die Betroffenen hatten zum Teil noch nie öffentlich über ihre Alltagserlebnisse seit 1938 gesprochen, als Fürstenberg noch zu Mecklenburg gehörte. Das zu Fürstenberg gehörende Ravensbrück war das größte Frauen-KZ in der NS-Zeit. Mehr als 150 000 Frauen, Kinder und Männer waren in dem Lager inhaftiert. Zehntausende überlebten es nicht - die Asche verbrannter Leichen wurde in einen See geschüttet. Nach 1945 war die Region bis 1994 einer der größten Sowjet-Militärstandorte in Ostdeutschland.

Anette Leo: «Das ist so'n zweischneidiges Schwert hier unser KZ...»
Metropol-Verlag Berlin
185 Seiten
ISBN 978-3-938690-61-1
 

 

26.08. Merkel besucht Münchner Zentrale des Goethe-Instituts

Berlin/München (dpa/lby) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) besucht am 8. September die Münchner Zentrale des Goethe-Instituts. In Anwesenheit hochrangiger Gäste will Merkel bei dem Besuch über auswärtige Kultur- und Bildungspolitik sprechen, wie das Goethe- Institut am Montag in Berlin mitteilte. Außerdem soll es um die Perspektiven der Einrichtung gehen, die für die Bundesrepublik Aufgaben der auswärtigen Kulturpolitik wahrnimmt. Ende März hatte Klaus-Dieter Lehmann die Präsidentschaft des Instituts von Jutta Limbach übernommen.

Lehmann war seit 2002 Vizepräsident des Goethe-Instituts und im vergangenen September einstimmig zu Limbachs Nachfolger gewählt worden, nachdem die frühere Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts auf eigenen Wunsch ihren Rücktritt angekündigt hatte. Das Goethe- Institut mit Zentrale in München hat 147 Dependancen in 83 Ländern. Das Auswärtige Amt ist wichtigster Geldgeber und Partner der Einrichtung.
 

 

26.08. Ulmer Mathematiker erforschen die bayerisch-schwäbische Mundart

Ulm (dpa/lsw) - In dem Atlas, der vor dem Ulmer Mathematiker Jonas Rumpf liegt, wimmelt es von Kreuzen, Kreisen und Kästchen. Jedes Symbol markiert dabei Gegenden in Bayerisch-Schwaben, in denen unterschiedliche Mundarten gesprochen werden. Denn das Phänomen «Wetterleuchten» heißt zum Beispiel zwischen Memmingen, Kempten, Augsburg und Neu-Ulm nicht überall gleich. Die Bewohner von rund 270 Orten, die in dem Sprachatlas des Augsburger Dialektologie-Professors Werner König verzeichnet sind, nennen dieses Phänomen auch mal Hitzlaichen, Blitzen oder Himmellitzen. Der Sprachatlas vermittelt somit ein Bild von der Verbreitung bestimmter Dialektwörter und deren Aussprache-Merkmalen. «Doch man kann nur grob sehen, wo Bereiche sind, die zusammengehören», erklärt Rumpf.

Er gehört zu einem Team um die Ulmer Stochastikprofessoren Volker Schmidt und Evgeny Spodarev, die ein mathematisches Programm erfinden wollen, mit dem die Mundart-Gebiete systematisch verglichen werden können. «Und zwar nicht nur durch einfaches drauf schauen», sagt Doktorand Rumpf. So soll später erkennbar sein, wo ähnliche Dialekte gesprochen werden, wie sich die einzelnen Dialekte unterscheiden, aber auch welche Wörter vielleicht doch einen gemeinsamen Sprachstamm haben, so unterschiedlich sie auch klingen.

Dazu müssen die Mathematiker den einzelnen Gebieten in Schwaben zunächst Kennzahlen zuordnen, die den Unterschied in der Aussprache eines Wortes oder in der Bezeichnung eines Gegenstandes oder einer Tätigkeit verdeutlichen. Danach bringen sie dem Computer bei, wie er die Kennzahlen miteinander vergleichen kann. Dabei testet Rumpf zunächst, ob bereits vorhandene mathematische Methoden und Formeln dafür geeignet sind. «Relativ selten erfinden wir neue Mathematik», erklärt er. Meist würden bestehende Methoden weiterentwickelt und angepasst. «Wir probieren das einfach aus und erarbeiten das.»

Dabei ist es auch nicht entscheidend, woher die Daten kommen oder was es für Daten sind. «Das sind einfach zufällige Netzwerke.» Und so erforscht Rumpf im Auftrag eines der größten Rückversicherer seit zwei Jahre auch die Zugbahnen tropischer Wirbelstürme. Das Versicherungsunternehmen erhofft sich davon eine verlässliche Schadensprognose. Einige seiner Kollegen befassen sich mit der räumlichen, das heißt geografischen Struktur von Telefonnetzen in Frankreich und prüfen, wie sie effektiver konzipiert werden könnten.
Andere Ulmer Stochastiker erforschen die Stabilität von Zellstrukturen.

An dem auf bis Oktober 2011 angelegten Sprachprojekt arbeitet Rumpf erst seit wenigen Monaten. Noch hat er den Computer erst mit wenigen Daten gefüttert. Einzelne Gemeinden, die auffällige und wiederholte Abweichungen in Vokabular und Aussprache aufweisen, sind schon erkennbar. Doch wenn erstmal alle Gebiete, Aussprache-Arten und Bedeutungen mathematisch eingeordnet sind, können die Germanisten deren aktuelle Verbreitung und die historischen Verbreitungsprozesse erforschen. Das soll dann wiederum bei der Suche nach den Ursachen solcher Verbreitungen helfen.
 


zurück zu den Nachrichten von heute
 

25.08. Schriftstellerin erhebt schwere Vorwürfe gegen Verlag Random House

Frankfurt (dpa) - Die Schriftstellerin Sherry Jones erhebt in der «Frankfurter Rundschau» (Samstagsausgabe) schwere Vorwürfe gegen den renommierten US-Verlag Random House. Die Autorin des umstrittenen Romans «The Jewel of Medina» (Das Juwel von Medina) fragt in einem Namensbeitrag, welcher Text als nächstes Opfer einer vorbeugenden Zensur werde und welchen Rang die Meinungsfreiheit in den USA noch habe. Random House hatte die Veröffentlichung des Buches auf unbestimmte Zeit verschoben, weil der Verlag fürchtete, der Roman könne die Gefühle von Muslimen verletzen.

Das Buch über die Lieblingsfrau des Propheten Mohammed sei bereits für das zweite Halbjahr bei dem renommierten Verlag fest eingeplant gewesen, berichtet die Autorin in dem Blatt, als der Verlag plötzlich die Veröffentlichung «auf unbestimmte Zeit» verschoben habe. Das Gutachten und die Warnung einer Professorin für Islamische Geschichte scheint demnach dabei eine zentrale Rolle gespielt zu haben. Die Wissenschaftlerin wolle allerdings davon heute nichts mehr wissen. Für das Buch habe sich schon sehr früh ein großer Erfolg abgezeichnet, Übersetzungsrechte seien bereits für mehrere europäische Länder verkauft worden, eine Lesereise mit festen Terminen sei vereinbart gewesen.
 

 

25.08. Diwan Hörbuchverlag gegründet - Zeitgenössisches und Eigenwilliges

Neidlingen (dpa) - Der neu gegründete Diwan Hörbuchverlag (Neidlingen) setzt auf zeitgenössische Literatur. Ziel sei es, eigenwillige, unterhaltsame und anspruchsvolle Autoren und Stoffe zu entdecken, sagte Verlagsleiterin Christine Walz der dpa. Zu den ersten Hörbuch-Veröffentlichungen zählt Jochen Schmidts alphabetisch sortierte Text-Sammlung «Meine wichtigsten Körperfunktionen» - gelesen von Film- und Fernsehschauspieler Oliver Korittke. Außerdem «Salzwasser» von US-Autor Charles Simmons über den Schmerz des Erwachsenwerdens - gelesen von Jan Messutat, der im «Tatort» des Bayerischen Rundfunks mitspielt. Als weitere Sprecher wurden bereits Jürgen Tarrach und Kai Wiesinger verpflichtet. In Planung ist eine Reihe, in der Georg-Büchner-Preisträger ihre Texte selbst lesen. Den Anfang soll Josef Winkler («Ich reiß mir eine Wimper aus und stech dich damit tot») als diesjähriger Preisträger machen.
 

 

25.08. Frankfurt bietet Info-Börse für Kinder und Jugendliche im Internet

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Über Bildungsangebote Frankfurter Kultureinrichtungen für Kinder und Jugendliche informiert eine neue Infobörse im Internet. Unter www.kuki-frankfurt.de könnten speziell für diese Altersgruppe gedachte Veranstaltungen abgerufen werden, teilte das Kulturdezernat am Donnerstag mit. Das Themenspektrum reiche von Architektur über Kunst, Theater, Film bis Natur. Rund 50 städtische Einrichtungen seien an dem Angebot beteiligt.

(Internet: www.kuki-frankfurt.de)
 

 

25.08. Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Bundesverband junger Autoren und Autorinnen e.V. (BVjA) wegen des
Verdachts des Betruges u.a., Thomas Stichtenoth, Carolin Hafen

HdL - Wie aus informierten Kreisen zu hören ist, ist bei der Staatsanwaltschaft Bonn ein Ermittlungsverfahren gegen den Bundesverband junger Autoren BVjA e.V. anhängig. Von ehemaligen Mitgliedern waren Vorwürfe insbesondere gegen Thomas Stichtenoth lautgeworden, wir berichteten, der sich als „Geschäftsführer“ bezeichnet. Vorstandswahlen seien fingiert worden, heißt es, gewählte Vorstände hätten weder kandidiert noch die Wahlen angenommen, andere, wie die ehemalige Pressesprecherin Sandra Honnef, gaben zu Protokoll, sie hätten sich zwar in der Öffentlichkeit als Vorstand aufführen lassen, hätten aber niemals wirklich „agiert“, also die Presseveröffentlichungen des Verbandes auch nicht zu verantworten, wieder andere berichteten davon, dass Gelder für satzungsfremde Zwecke erwirtschaft worden seien.

Die Staatsanwaltschaft hat die Finanzbehörde aufgefordert, den Fortbestand der Gemeinnützigkeit des Verbandes einer Prüfung zu unterziehen. Unterstützt wurden die Ermittlungen aus Kreisen, die dem Vorstand des Verbandes Deutscher Schriftsteller VS in der Gewerkschaft ver.di nahe stehen, und durch einen Hinweis des sog. Autorenhaus Verlags Manfred Plinke bzw. des www.autoren-magazin.de. Weitere Hinweise sind an die Redaktion erbeten.
 

 

25.08. Hilmar Hoffmann beschreibt «Frankfurts Stardirigenten»

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Der langjährige Frankfurter Kulturdezernent Hilmar Hoffmann (82) hat ein Buch über «Frankfurts Stardirigenten» geschrieben. In dem 344 Seiten dicken Band porträtierte er sechs international bedeutende Dirigenten, die seit 1945 am Opernhaus tätig waren: Harry Buckwitz, Georg Solti, Christoph von Dohnanyi, Michael Gielen, Gary Bertini, Sylvain Cambreling und Paolo Carignani.

«Ich habe in diesem Buch mit Sympathien nicht gegeizt, aber auch mit Kritik nicht gespart und die Ironie nicht unterdrückt», sagte Hoffmann bei der Vorstellung seines Werks am Donnerstag. «Von den 448 Opernproduktionen der Frankfurter Bühnen seit 1945 (....) dürften kaum mehr als fünf Prozent auf Ton- oder Bildträgern überlebt haben», schreibt er in seinem Vorwort. «Um die Verluste von Erinnerungswerten der Frankfurter Musikgeschichte und ihrer Protagonisten möglichst gering zu halten, möchte dieses Buch als Gedächtnisstütze dienen.»

«Hilmar Hoffmann kennt die Frankfurter Oper wie kaum ein anderer», betont der Frankfurter Societätsverlag. Als ausgesprochener Opern-Liebhaber und -kenner habe er in den letzten Jahrzehnten kaum eine Premiere verpasst. Hoffmanns nächstes Buch - inzwischen sind es über 30 - ist bereits in Arbeit: Er schreibt über Frankfurts Museen.
 

25.08. Hochspannung in einer Macho-Welt - Frederick Forsyth wird 70

London (dpa) - In seinen Thrillern hat er den Sturz des Schahs von Persien ebenso vorempfunden wie die Wahl Margaret Thatchers zur Regierungschefin oder den russischen Einmarsch in Afghanistan. Doch sein eigener 70. Geburtstag heute kommt für Frederick Forsyth als «Riesenüberraschung». «Dass ich so alt werde, hätte ich früher wirklich nicht geglaubt», sagt der Autor von Bestsellern wie «Der Schakal», «Die Akte Odessa», «Der Rächer» oder «Die Faust Gottes» mit einem Augenzwinkern. «Immerhin habe ich ungefähr sechs Mal im Leben Momente mitgemacht, in denen es verdammt danach aussah, als sei alles vorbei.»

Umso fröhlicher will der einstige Kampfflieger der Royal Air Force und Kriegsberichterstatter der BBC, der als Teenager um ein Haar Stierkämpfer in Spanien geworden wäre, das Jubiläum in seinem Landhaus bei London feiern. Grund zur Freude gibt es auch für die weltweite Fangemeinde des Mannes, dessen Name als Synonym für Hochspannung gilt: «Mystic Fred», wie Frederick Forsyth wegen seiner Wahrsager-Begabung auch genannt wird, hat gerade mit der Arbeit an einem neuen Buch begonnen.

«Wenn ich ausplaudern würde, worum es geht, wäre ich natürlich ein miserabler Pokerspieler», sagt der Autor im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in London. «Aber so viel will ich verraten: Es hat etwas mit Drogen zu tun.» Und das - da darf man angesichts der Strickmuster seiner bisherigen Bestseller ganz sicher sein - wieder im ganz großen Stil und weltumspannend. Zunächst mal ist jedoch Warten angesagt. Forsyth ist bei aller Abenteuerlichkeit seiner Werke kein Schnellschießer. Gründlicher als der Ex-Journalist ist kaum ein anderer im Polit-Thriller-Gewerbe. Das Recherchieren hat er bei der Nachrichtenagentur Reuters gelernt, die ihm 1963 die Leitung ihres Büros in Ost-Berlin übertrug.

Was er als Agentur-Korrespondent unter dem Druck der tagesaktuellen Berichterstattung freilich nie konnte, leistet sich Forsyth als Buchautor: Mindestens zehn Monate nimmt er sich für gründliche Nachforschungen Zeit. Heute öffnen sich ihm dafür viele Türen. Und weil er als äußerst verschwiegen in Bezug auf seine Quellen gilt, bekommt er auch jede Menge Insider-Tipps. Am Anfang war die Recherche hingegen mit mit enormen Schwierigkeiten verbunden. Und nicht nur die, sondern auch der Versuch, sein erstes Werk zu verkaufen. Als Forsyth 1971 das Romandebüt über einen Mordanschlag auf den französischen Staatschef Charles de Gaulle vorlegte, winkten mehrere Verlage ab. Sie bereuten ihre Fehlentscheidung bald. «Der Schakal» wurde ein Weltbestseller und ein Hollywood-Hit.

Seitdem bieten Verlage Forsyth schon hohe Summen an, ehe er auch nur eine Zeile für ein neues Werk geschrieben hat. Geld war für den im südenglischen Städtchen Ashford als Sohn eines Kürschners geborenen Journalisten, wie er einst bekannte, das ebenso prosaische wie überragende Motiv, sich als Schriftsteller zu versuchen. Nach Millionenauflagen in rund 30 Sprachen hat Forsyth so viel davon, dass er nicht mehr darüber reden mag.

«In knapp zwei Jahren sollte mein nächstes Buch in den Läden liegen», sagt «Mystic Fred» voraus. «Schließlich brauche ich nach der aufwendigen Recherche dann ja nur noch ungefähr zwei Monate zum Schreiben.» Fans dürften jetzt schon rätseln, welche Prophezeiung im neuen Forsyth mehr oder weniger versteckt enthalten ist. Die in seinem bislang letzten Thriller hat sich allerdings - glücklicherweise - bisher nicht erfüllt.

In «Der Afghane» (2006) nähert sich ein als Frachter getarnter Tanker mit hochexplosivem Flüssiggas im Bauch und Selbstmordattentätern an Deck der «Queen Mary 2». Auf dem Luxusliner halten gerade die mächtigsten Staatsmänner der Welt eine Gipfelkonferenz ab. Es sei doch nur eine Frage der Zeit, bis tatsächlich ein Schiff von Terroristen als Massenmordwerkzeug missbraucht wird, meinte Forsyth beim Erscheinen des Romans. «Wir wissen, dass El Kaida Seeleute ausbilden ließ.»

Wer weiß, vielleicht hat er damit sogar dazu beigetragen, einen solchen Anschlag zu verhindern. Immerhin soll zu seiner Leserschaft so mancher professionelle Terroristen-Jäger gehören. Die Romanidee eines Terroranschlags auf einen Wolkenkratzer mit einem entführten Passagierflugzeug habe er nie in einem Buch umgesetzt - schrieb Forsyth kurz nach den Anschlägen vom 11. September 2001 an die «Times» -, weil ihm die Gefahr zu groß erschien, dass ein solcher Gedanke in die Tat umgesetzt wird.

Dass die furchtbaren Anschläge auf das World Trade Center in New York die Nachfrage nach Polit-Thrillern, die seit dem Ende des Kalten Krieges zurückgegangen war, wieder angefacht haben, räumt Forsyth ein. Der Markt für Spannungsliteratur, die auf Zutaten wie Hightech- Waffen, internationale Verschwörungen, finstere Geheimdienste, fiese Spitzenpolitiker und hartgesottene Helden setzt, ist seitdem gewachsen. Dass dies eine «Macho-Militär-Welt» ist, deren Konsumenten vor allem Männer sind, hat Forsyth schon immer mit einem Achselzucken hingenommen. «Das war schon bei den Klassikern nicht anders», sagt er schmunzelnd. «Man zähle doch mal nach, wie viele Frauen in "Wallensteins Lager" von Schiller vorkommen.»
 

 

25.08. Studie: Aufhebung der Buchpreisbindung in Schweiz kaum Auswirkungen

Zürich (dpa) - Die Aufhebung der Buchpreisbindung in der Schweiz hat einer Studie zufolge keinen nachweisbaren Einfluss auf die Preise - zumindest im Durchschnitt. Wie eine Untersuchung des Schweizer Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) ergab, seien die Listenpreise zwischen März 2007 und März 2008 zwar um durchschnittlich 6,8 Prozent gestiegen, berichtete die «Neue Zürcher Zeitung» (NZZ) am Freitag. Doch führe die Studie dies vor allem auf einen erhöhten Wechselkurs zurück. Gleichzeitig seien seit der Gesetzesänderung Bestseller günstiger geworden, andere Bücher hätten sich hingegen verteuert.

Grundsätzlich glichen sich Rabatte und Preiserhöhungen der Untersuchung zufolge weitgehend aus. Zwar unterböten einzelne große Anbieter die Listenpreise um bis zu 15 Prozent, manche gewährten sogar Bestseller-Rabatte von bis zu 30 Prozent. «Umgekehrt würden gewisse, vor allem sehr billige Bücher verteuert», schrieb die Zeitung.

Im Mai 2007 hatte die Schweizer Regierung die sogenannte Buchpreisbindung, nach der Neuerscheinungen zu einem verbindlich festgelegten Preis verkauft werden müssen, auch für den deutschsprachigen Raum des Landes abgeschafft. In der französischen Schweiz galt die Regelung ohnehin nicht.

Auch in Deutschland ist die Buchpreisbindung umstritten. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hatte deren Aufhebung in der Schweiz im vergangenen Jahr als «kulturpolitisch falsches Signal» kritisiert und die Schließung zahlreicher kleinerer Buchläden befürchtet.
 

 

25.08. Forscher Pernicka: Faszination für Troja liegt in Homer begründet

Troja (dpa/lsw) - Der Mythos der antiken Stadt Troja liegt nach den Worten des Leiters des dortigen Grabungsteams, Ernst Pernicka, in den Epen «Ilias» und «Odyssee» des griechischen Dichters Homer begründet. «Sie stehen am Anfang der europäischen Literaturgeschichte und sie werden seit der Antike als Meisterwerke beurteilt», sagte Prof. Pernicka in einem dpa-Interview. Zugleich bewertete er die neuen Funde in Troja als bedeutsam zur Bestimmung der Größe der Stadt in der Spätbronzezeit. Der Forscher korrigierte zugleich eine frühere Angabe zur Ausdehnung des Fürstentums rund um Troja: Die Fläche habe nicht bis zu 300, sondern bis zu 15 000 Quadratkilometer betragen.

Interview mit Professor Ernst Pernicka

Troja (dpa/lsw) - Bei den seit 20 Jahren laufenden Ausgrabungen in Troja haben die Archäologen in den vergangen Wochen überraschende Funde entdeckt und neue Erkenntnisse gewonnen. Der Leiter des Grabungsteams, der Tübinger Experte für Archäometrie, Prof. Ernst Pernicka, bewertet im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur dpa die neuen Funde und äußert sich zum Mythos um die antike Stadt in der Westtürkei.

Wie bewerten Sie die neuen Entdeckungen?

Pernicka: «Die Funde der diesjährigen Grabungssaison sind ein wichtiger Schritt zur Bestätigung einer Hypothese, nämlich dass der Graben, der schon seit über zehn Jahren bekannt ist, wirklich ein Verteidigungssystem darstellt, das die ganze Unterstadt umgibt. Diese Hypothese war nicht unumstritten, so dass weitere Belege wünschenswert waren. Da der Graben im Ostteil der Unterstadt mit geophysikalischen Methoden nicht nachweisbar ist, muss man graben. Wegen der Größe des Geländes ist es aber nicht einfach, die richtige Stelle zu finden. 2006 haben wir Glück gehabt, denn er wurde tatsächlich in der angenommenen Verlängerung gefunden und zudem festgestellt, dass er nach Norden biegt. In diesem Jahr konnten wir aber den Grabenverlauf nicht nur ein Stück verlängern, sondern fanden auch eine Toranlage mit einer Pflasterlage und großen keramischen Behältern. Vorläufig können wir diese Befunde als Straße von der Zitadelle in ein kleines Tälchen interpretieren, auf den der später angelegte Graben Rücksicht nimmt. Nach der Verfüllung des Grabens wegen der Ausdehnung der Stadt im 13. Jahrhundert v. Chr. wurden dort Vorratsbehälter in den Boden eingegraben, was auf ein Wohngebiet und damit eine flächendeckende Besiedlung der Unterstadt deutet. Auch diese dichte Besiedlung war von manchen bestritten worden.»

Wie erklären Sie sich das ungebrochene große öffentliche Interesse an Troja und an den Ausgrabungen?

Pernicka: «Es sind immer noch Reste des Bildungsgutes der Antike in breiten Bevölkerungskreisen vorhanden, selbst wenn sie manchmal als solche nicht wahrgenommen werden, wie bei der Trojaner genannten Software. Die Geschichte vom trojanischen Pferd als Kriegslist ist einfach und gut. Fast jeder hat davon schon einmal gehört. In belesenen Kreisen gehören «Ilias» und «Odyssee» immer noch zum Standardrepertoire. Dieser Bekanntheitsgrad und damit das Interesse wird auf unseren Grabungsort übertragen, den mein Vorgänger Manfred Korfmann anfangs nur als bronzezeitlichen Siedlungshügel sehen wollte, wenn auch einen wichtigen. Aber an diesem Ort kann man der «Ilias» und dem Mythos nicht entkommen.»

Was macht aus Ihrer Sicht die Faszination der beiden Epen aus?

Pernicka: «Sie stehen am Anfang der europäischen Literaturgeschichte und sie werden seit der Antike als Meisterwerke beurteilt. Aus meiner Sicht sind die psychologischen Einsichten besonders faszinierend, die allgemeingültige menschliche Verhaltensweisen in bestechender Weise beschreiben. Andere mögen die Kampfszenen begeistern, die detailreich unglaubliche Gewalt beschreiben. Faszinierend sind auch die extrem komplexen Handlungen mit einer Vielzahl an Personen sowie Vor- und Rückgriffen.»

Was bewegt Sie als Archäometrie-Experte dazu, ausgerechnet in Troja zu forschen?

Pernicka: «Ich habe Funde aus Troja seit Beginn der 80er Jahre untersucht, vor allem, um eine andere Hypothese zu prüfen, nämlich dass die Bedeutung Trojas in der frühen Bronzezeit, also im 3. Jahrtausend, auf der Verfügbarkeit und Kontrolle von metallischen Rohstoffen beruhte. Es wurde vorgeschlagen, dass Bronze, eine Legierung von Kupfer und Zinn, im trojanischen Kulturkreis erfunden worden sein könnte, denn man weiß seit Schliemann, dass dieser neue Werkstoff in Troja recht früh auftaucht. Das Ergebnis war negativ, denn die Bronzefunde in Troja stammen von weit entfernten Gebieten, wenn wir auch immer noch nicht sagen können, woher genau. Besonders die Herkunft des Zinns wird seit Schliemann diskutiert, weil in der Ägäis keine Zinnlagerstätten bekannt sind. Die Suche danach hat mich eine Zeit lang nach Mesopotamien, den heutigen Irak, nach Mittelasien und in den Iran geführt. Die Leitung des Troja-Projektes ist mir nach dem unerwarteten Tod Korfmanns zugefallen und ich sehe es als meine Verpflichtung an, sein Lebenswerk durch Auswertung und Publikation zu Ende zu führen. Wie immer in der Wissenschaft, ergeben sich bei der Auswertung neue Fragen, die vielleicht zu einem neuen Kapitel in der Troja-Forschung führen werden.»

Wie bedeutend war Troja in der Zeit, in der die Ilias gespielt haben soll, und wie groß war das die Stadt umgebende Fürstentum?

Pernicka: «Die archäologischen Befunde lassen auf ein regionales Zentrum mit außerordentlich mächtiger, doppelter Verteidigungsanlage schließen. Das allein legt einen damals vorhandenen Reichtum nahe, der sich in den archäologischen Resten durch extravagante Materialien wie Perlen aus Glas und Halbedelsteinen wie Karneol und Bergkristall nur andeutet. Wenn die Unterstadt auf mindestens 25 und vielleicht 35 Hektar relativ dicht bebaut war, was sich nun immer mehr abzeichnet, lebten hier einige tausend, vielleicht bis zu zehntausend Menschen.
Aus hethitischen Textquellen wissen wir, dass es in Nordwestanatolien ein Fürstentum namens Wilusa (später Ilios) gegeben hat, dessen Namen wohl auch seine Hauptstadt getragen hat. Durch angrenzende Ländernamen lässt sich das Gebiet von Wilusa auf der Biga-Halbinsel lokalisieren. Im Osten dürfte es etwa bis Bandirma gereicht und damit eine Fläche von etwa 100 mal 150 Kilometern umfasst haben. In der Ilias wird vielfach die Pferdezucht in Troia angedeutet. Der Reichtum Trojas könnte daher durchaus aus seinem Hinterland und landwirtschaftlicher Produktion entstanden sein. Handel mag dazu beigetragen haben, scheint aber in dieser Periode nicht die Hauptfunktion der Stadt gewesen zu sein.»

(Interview: Edgar Neumann, dpa)
 

 

25.08. Hattingen lädt zum Aphoristiker-Treffen

Hattingen (dpa/lnw) - Zu der Fachtagung unter dem Motto «Witz - Bild - Sinn: Facetten des Aphorismus« treffen sich Experten vom 6. bis zum 8. November im Stadtmuseum Hattingen-Blankenstein. Für die öffentlichen Veranstaltungen beim dritten Aphoristikertreffen rechnet Jürgen Wilbert vom Förderverein des Deutschen Aphorismus- Archivs in Hattingen mit rund 500 Zuhörern. Neben Vorträgen und Lesungen gibt es unter anderem ein Wort- Beat-Sprachkabarett mit dem Duo Faltsch Wagoni. Aphorismen sind literarische Kurzformen. Das Deutsche Aphorismus-Archiv Hattingen wurde 2005 aufgebaut und beherbergt inzwischen über 1000 Bücher.
 

 

25.08. Kunstministerin würdigt Schriftstellerin Morgner zum Jubiläum

Chemnitz (dpa/sn) - Sachsens Kunstministerin Eva-Maria Stange (SPD) hat die 1990 gestorbene Schriftstellerin Irmtraud Morgner zu ihrem 75. Geburtstag am Freitag gewürdigt. «Der Feminismus Morgners unterschied sich vom westdeutschen und amerikanischen Feminismus durch Witz und Charme. Damit hatte sie den Nerv der Zeit getroffen und sprach vor allem Frauen an, die mit ihrem Unmut angesichts überkommender Rollenmuster immer noch leise geblieben waren», sagte Stange in einem vorab verbreiteten Redetext zur Eröffnung der Irmtraud-Morgner-Festtage in Chemnitz.

Dort sind bis Sonntag mehrere Veranstaltungen geplant, darunter ein literaturwissenschaftliches Kolloquium mit Experten aus mehreren Ländern. Die in Dresden lebende amerikanische Künstlerin Janet Grau schuf ein Denkmal für die Dichterin. Zudem hat ein Dokumentarfilm über das Wirken Morgners in ihrer Heimatstadt Chemnitz Premiere. Morgner gehörte zu den bekanntesten Autorinnen der DDR. Sie wurde vor allem durch die Bücher «Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura» und «Amanda. Ein Hexenroman» bekannt. Ihr wichtigstes Thema war die Emanzipation der Frau.
 


zurück zu den Nachrichten von heute
 

22.08. Kofferbomben und Geheimagenten: Krimiautor Nelson DeMille wird 65

New York (dpa) - Verschwörungen, Terroranschläge und mysteriöse Flugzeugabstürze sind Nelson DeMilles Metier. 14 Romane hat der amerikanische Krimiautor bisher geschrieben. Jeder von ihnen ist ein Bestseller. Mehr als 17 Millionen Kopien wurden allein in den USA verkauft. Zu DeMilles Fans sollen Ex-Präsident Bill Clinton, der frühere US-Verteidigungsminister William Cohen und Hollywoodstar Bruce Willis gehören. Der Schriftsteller, der in den USA ein ähnliches Ansehen genießt wie seine berühmten Kollegen Dan Brown («Das Sakrileg») und John Grisham («Die Firma»), wird am kommenden Samstag (23. August) 65 Jahre alt.

Die Verfilmung seines Buches «Die Tochter des Generals» (1999) mit John Travolta spielte 250 Millionen Dollar (168 Millionen Euro) ein und zählt damit zu den 50 größten Kassenknüllern aller Zeiten. Eine andere Buchvorlage, «Mayday», wurde von dem US-Netzwerksender CBS erfolgreich für das Fernsehen adaptiert. Die Filmrechte für weitere DeMille-Thriller sind verkauft, aber noch nicht umgesetzt.

Ganz anders als für seine Romanfiguren bevorzugt DeMille für sich selbst ein ruhiges Leben als Universitätsprofessor und Familienvater auf Long Island vor New York City. Dort war der junge Nelson einst aufgewachsen und hatte studiert, an genau dem College, an dem er heute doziert. Danach zog es ihn nach Vietnam, wo sich DeMille als Militär große Ehren verdiente. Sein Durchbruch als Bestsellerautor gelang ihm 1978 mit dem Krimi «An den Wassern von Babylon», in dem zwei Überschallflugzeuge mit Diplomaten, Pazifisten und Terroristen sowie einer Bombe an Bord zu einer UN-Friedenskonferenz für Nahost aufbrechen.

«Nachtflug», einer von DeMilles letzten Erfolgen, untersucht den Absturz der Passagiermaschine TWA 800, die 1996 kurz nach dem Start in New York 230 Menschen an Bord in den Tod reisst. In «Operation Wild Fire», DeMilles jüngstem ins Deutsche übersetzten Bestseller, geht es um geplante Atomwaffenanschläge auf Los Angeles und San Francisco, die DeMilles favorisierter Romanheld, der New Yorker Polizist und Anti-Terror-Spezialist John Corey, und seine Frau, die FBI-Juristin Kate Mayfield, gemeinsam zu verhindern versuchen.
 

 

22.08. Russischer Schriftsteller Zaslavsky bekommt Hannah-Arendt-Preis

Bremen (dpa/lni) - Der russische Soziologe und Schriftsteller Victor Zaslavsky wird für sein Buch «Das Massaker von Katyn» mit dem Hannah-Arendt-Preis für politisches Denken 2008 ausgezeichnet. «Zaslavskys schockierende Analyse des Massenmordes der sowjetischen Partei- und Staatsführung an tausenden polnischen Offizieren und Zivilisten im Jahre 1940 ist ein wichtiger Beitrag zum Verstehen der europäischen Geschichte», heißt es in einer Mitteilung vom Donnerstag zum Urteil der Jury. Der mit 7500 Euro dotierte Preis der Stadt Bremen und der Heinrich-Böll-Stiftung wird am 5. Dezember in Bremen überreicht.

Die Auszeichnung erinnert an die aus Hannover stammende deutsch- jüdische Denkerin und Publizistin Hannah Arendt (1906-1975). Sie musste 1933 aus Deutschland fliehen. Später arbeitete sie als Professorin in den USA. International bekannt wurde sie unter anderem mit einem Buch über den Totalitarismus. Der Hannah-Arendt-Preis für politisches Denken wurde 1994 von Publizisten, Politikern und Wissenschaftlern in Bremen ins Leben gerufen.

Zaslavsky richte den Blick auf eines der größten Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Zweiten Weltkrieges und dessen jahrzehntelange Verschleierung durch die sowjetische Staatsführung, hieß es weiter. Die Jury habe den Mut des Autors gewürdigt, gegen das Schweigen anzugehen. Das Buch erschien 2007 in deutscher Erstausgabe.

Victor Zaslavsky wurde 1937 in Leningrad, dem heutigen St. Petersburg, geboren. Vor seiner Emigration 1975 lehrte er dort an der Universität Soziologie. Anschließend unterrichtete er unter anderem an der Stanford University in Kalifornien, in Florenz und Venedig und lehrt derzeit Politische Soziologie in Rom. 2007 erhielt der britische Historiker Tony Judt die Auszeichnung.
 

 

22.08. Jährlich über 500 neue Rezension - das Online-Portal www.literaturmarkt.info

HdL - Seit Anfang 2008 bietet literaturmarkt.info, der literarische Markt in Buchbesprechungen, Rezensionen zu aktuellen Bestsellern und informiert über das Literaturgeschehen im deutschsprachigen Raum.

literaturmarkt.info ist ein kostenfreier Online-Informationsdienst für Buchhandel, Medien und Lesepublikum. Es werden jährlich bis zu 500 ausgewählte Titel aus allen Bereichen des deutschsprachigen Literaturmarktes in qualifizierten Besprechungen vorgestellt. literaturmarkt.info ist im Januar 2008 aus der im Jahre 2001 etablierten Internetplattform Ixlibris hervorgegangen. Das ursprüngliche Konzept, dem Publikum Rezensionen zu aktuellen Bestsellern zu liefern und dauerhaft verfügbar zu machen, dabei aber auch jungen und bisher unbekannten Autoren die Möglichkeit zu bieten, über eine Rezensionen ihr Werk einer breiten Leserschaft bekannt zu machen, ist beibehalten worden.

Hierbei legt die Redaktion Wert darauf, dass literaturmarkt.info den Buchmarkt in seiner Fortentwicklung widerspiegelt. So publiziert literaturmarkt.info nur kritische Reflexion substantieller Beiträge. "Verrisse" werden allerdings nicht veröffentlicht, weil Neuerscheinungen, die der Rezensent als wertlos erkennt, nicht zur Fortentwicklung des Literaturmarktes beitragen und das Interesse des Lesers verfehlen.

Neben den Buchbesprechungen bietet literaturmarkt.info eine Magazinrubrik. Dort erhalten die Besucher qualifizierte Informationen in Form von Glossen & Berichten über das Literaturgeschehen. Zudem können sie sich dort – auch über einen Newsletter – über aktuelle Neuerscheinungen aus den Bereichen Belletristik, Sachbuch, Kinder- und Jugendbuch, Hörbuch und Comic informieren. Die aktuellen Bestsellerlisten sind unter der Magazinrubrik ebenfalls abrufbar sowie das von der Redaktion ausgewählte Buch des Monats.

Für die Umwandlung von Ixlibris in die neue Internetpräsenz literaturmarkt.info sprachen zahlreiche Gründe. Nicht nur ein zeitgemäßes Design und eine verbesserte Usability standen im Vordergrund. Auch das erweiterte redaktionelle Angebot, das steigende Interesse des Publikums an guten Rezensionen deutschsprachiger Literatur – beispielsweise im Bereich der Kinder- und Jugendbücher – und nicht zuletzt kritische Anregungen zahlreicher Leser spielten eine entscheidende Rolle bei der Neugestaltung der Website. Die Umbennung von Ixlibris in literaturmarkt.info soll diesen Neuanfang verdeutlichen und auf das erweiterte Angebot hinweisen. In den nächsten Monaten soll das Angebot noch ausgeweitet und beispielsweise die Rubrik Hörbücher durch zahlreiche neue Rezensionen aufgewertet werden.

(Internet: www.literaturmarkt.info)
 

 

22.08. «Afrikas Miss Marple» bescherte Botsuana das erste Opernhaus

Gaborone (dpa) - «Wie heißt die Frau?», fragt Kindergarten-Chefin Lwazi verlegen nach. Nebenan, im Zebraweg der Hauptstadt Gaborone, soll Botsuanas berühmteste Frau zu Hause sein? Das ist Lwazi neu. Reiseleiterin Gaone Ratsoma lacht: «Touristen aus der ganzen Welt machen wegen Mma Ramotswe (rpt: Mma Ramotswe) neuerdings Station in Gaborone. Nur: Hier kennt sie kaum jemand.» Das ist auch kein Wunder, denn Mma Ramotswe ist eine Romanfigur, die vor allem Lesern außerhalb Botsuanas bekannt ist. Doch obwohl die Heldin des schottischen Schriftstellers Alexander McCall Smith nur fiktiv ist, beginnt sie, das reale Botsuana nachhaltig zu verändern.

Reiseleiterin Ratsoma weiß mittlerweile alles über Precious Mma Ramotswe, die Frau, die vermissten Gatten auf der Spur ist, verdächtigen Schwägerinnen oder verlogenen Miss-Wahl-Kandidatinnen. Sie ist die einzige Detektivin Botsuanas, Gründerin der «No. 1 Ladies' Detective Agency». Eine liebenswerte Frau, «traditionell gebaut», die mit weiblicher Intuition, afrikanischer Gelassenheit und viel Humor ihre Fälle löst. Und die ihren Klienten unangenehme Wahrheiten auch mal verschweigt, damit sie nicht unglücklich werden.

In mehr als 40 Sprachen und einer Auflage von 25 Millionen sind die Romane dieser afrikanischen Miss Marple inzwischen erschienen. In Deutschland ist dieses Jahr der siebte Band ihrer Geschichten mit dem Titel «Blaue Schuhe für eine Kobra» herausgekommen. In Botsuana selbst dagegen - anderthalb mal so groß wie Deutschland bei gerade 1,7 Millionen Einwohnern - hat die schwach ausgeprägte Lesekultur einen großen Bekanntheitsgrad von Mma Ramotswe bisher verhindert.

Dabei steht ihre lebenskluge Spurensuche inzwischen sogar auf dem Lehrplan in Botsuanas Schulen. Am liebsten sinniert «Mma» Ramotswe, wie die höfliche Anrede in der Landessprache lautet, bei einer Tasse Rotbuschtee übers Leben, ihr geliebtes Botsuana, den Wert von Traditionen und harte Zeiten für die Moral. «Früher sind Touristen meist nur ins Okavango-Delta gefahren», sagt Tim Race vom Reiseveranstalter «Africa Insight». «Aber seit wir Touren zu Originalschauplätzen des Buches anbieten, verbringen Mma-Ramotswe- Fans drei bis vier Tage hier in der Hauptstadt.»

Vor allem Amerikaner und Kanadier wollen die im Buch beschriebene Waisenfarm sehen, das «Café President», das sonntags gern von «Mma Ramotswe» frequentiert wird, oder eben ihr «Wohnhaus» im Zebraweg.
«Die Krimis scheinen das Botsuana-Bild von ganz Nordamerika geprägt zu haben», flachst Race.

Kein Wunder also, dass Hollywood die «No. 1 Ladies' Detective Agency» inzwischen verfilmt hat. Selbst zum ersten Opernhaus hat Mma Ramotswe - oder besser ihr generöser Schöpfer McCall Smith - Botsuana verholfen. Das «No. 1 Ladies' Opera House» residiert seit ein paar Wochen samt Restaurant in einer ehemaligen Autowerkstatt, die natürlich nicht nur zufällig so aussieht wie sich der Leser «Tlokweng Road Speedy Motors» vorstellt, die Werkstatt von Mma Ramtoswes Ehemann. Im gepflegten Hinterhof werden unter ausladenden Akazienbäumen nicht nur «Mma Ramotswes Rotbuschtee» oder «Mma Makutsis Lieblings-Eierkuchen mit Zucker und Zitronen» serviert.

Auch für regelmäßige Konzerte und Gesangswettbewerbe soll jungen Talenten eine Bühne geboten werden. Sie haben sonst kaum Chancen zum Auftritt, bedauert Roman-Autor McCall Smith, der selbst lange in Botsuana gelebt hat. «Das Buch nützt uns enorm», freut sich der Abgeordnete Isaac Mabiletsa. «Botsuana ist demokratisch, friedlich. Deshalb berichten alle nur über unsern Nachbarn Simbabwe. Aber durch das Buch machen wir Millionen Menschen auf uns aufmerksam.»
 

 

22.08. Expertin: Irmtraud Morgner lesen ist wie im Internet surfen

Chemnitz (dpa/sn) - Das Werk der Schriftstellerin Irmtraud Morgner
(1933-1990) hat nach Ansicht der Kulturwissenschaftlerin Ulrike Brummert eine Renaissance verdient. «Irmtraud Morgner hat etwas Originäres geleistet. Sie selbst steht in keiner Tradition und besitzt auch keine Nachfolgerin», sagte die 55 Jahre alte Professorin der Chemnitzer Universität am Donnerstag im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Morgner wäre an diesem Freitag 75 Jahre alt geworden. In ihrer Geburtsstadt Chemnitz wird sie deshalb mit Festtagen und einem Denkmal geehrt.

«Irmtraud Morgner lesen ist wie im Internet surfen», sagte Brummert. «Sie ist ein universal gebildeter Mensch, der alles aufsaugt, in unterschiedlichen Längen und Kürzen präsentiert - wie eine Bibliothek, ein Konversationslexikon oder zeitgemäßer wie das Internet in seiner Materialfülle.» Da gebe es wie bei Windows übereinandergelagerte Fenster, die sich dem Leser öffnen. Gerade in einem Jahrhundert des Fragmentarischen und Unvollendeten sei Morgner aktuell. «Man kann bei ihr auch auf Seite 322 anfangen und kommt auf seine Kosten.» Morgner sei philosophisch in dem Sinne, dass sie existenzielle Fragen des Menschseins gedacht und zu Kunst verdichtet habe. Das sichere ihr einen festen Platz in der deutschen Literatur.

«Sie vermochte in einer ganz ausgefeilten Sprache sehr präzis zu schreiben, ohne prätentiös zu erscheinen», betonte die Professorin und erinnerte an Morgners Erfolgsroman «Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura» aus dem Jahr 1974. Diese historische Dichterin habe Literaten und Forscher seit dem 12. Jahrhundert beschäftigt. Es gehe nicht um historische Korrektheit. Vielmehr vermittle Morgner ein Gefühl davon, wie das Leben im Alltag von Fantastischem und Surrealem geprägt ist. «Für alle Erfinder und großen Projekte gilt: Die Realität fängt mit dem Träumen an.»

Brummert sieht Irmtraud Morgner im Westen zu Unrecht auf den Begriff Feminismus reduziert. «Dieses Etikett ist aus der Zeit der 70er Jahre heraus zu verstehen. Ihr Werk geht aber über eine vordergründige Gleichberechtigung viel weiter und radikaler hinaus.» Morgner habe vor allem ein «Neuentwurf der Geschlechter» und ihre Beziehung zueinander interessiert. «Sie hat nicht nur die Situation der Frau im Blick, sondern die Relation der Frau zum Mann. Sie hat Bildungsromane geschrieben, Gesellschaftsromane im besten Sinne des Wortes.»

Nach den Worten von Brummert sollte das Morgner-Jubiläum zum Anlass dienen, sich genauer mit dem Schaffen der Autorin zu befassen. «Sie hat es verdient. Wenn es säurebeständiges Papier gibt und nur ein Exemplar ihrer "Beatriz" die Zeiten überdauert, werden die Menschen auch in 100 Jahren etwas Faszinierendes wiederentdecken.»
 

22.08. Lesen mit der Maus beim Kinderfest im Günter-Grass-Haus

beck (dpa/lno) - Zum zweiten Mal nach 2007 lädt das Lübecker Günter-Grass-Haus an diesem Wochenende (23. und 24. August) zu einem Kinderfest ein. Mit zahlreichen Mitmach-Aktionen zum Malen, Basteln und Drucken können sich Kinder der Roman- und Bilderwelt des Literaturnobelpreisträgers nähern, teilte das Günter-Grass-Haus am Donnerstag mit. Am Sonnabend um 15 Uhr liest der Gründer der «Sendung mit der Maus» und Grimmepreisträger Armin Maiwald Märchen von Hans Christian Andersen, die Günter Grass illustriert hat. Am Sonntag präsentiert der Westdeutsche Rundfunk die «Lesen mit der Maus-Show». Das Kinderfest beginnt jeweils um 10 Uhr und endet um 17 Uhr.

Günter-Grass-Haus: Glockengießerstraße 21, Lübeck

(Internet: www.guenter-grass-haus.de)
 

 

22.08. Albaner Fatos Arapi erhält Poesie-Preis «Goldener Kranz»

Skopje (dpa) - Der albanische Dichter Fatos Arapi hat den internationalen Poesie-Preis «Goldener Kranz» im mazedonischen Struga erhalten. Arapi sei der bekannteste und profilierteste Lyriker der älteren Generation albanischer Schriftsteller, heißt es in der Begründung der Jury, veröffentlicht am Donnerstag in der Hauptstadt Skopje. Arapi wurde 1930 in der südalbanischen Stadt Vlora geboren und studierte Wirtschaftswissenschaft. Lange arbeitete er als Journalist und Hochschullehrer an der philologisch-historischen Fakultät der Universität Tirana. Seit 1962 hat er 25 Poesie- und Prosabände veröffentlicht, die in zahlreichen Übersetzungen, darunter auch in deutschen, vorliegen.
 

 

22.08. Random House bleibt Kerngeschäft von Bertelsmann

Hamburg (dpa) - Die weltgrößte Buchverlagsgruppe Random House strebt für 2008 wieder ein Geschäftsergebnis wie im vergangenen Jahr an. «Ich hoffe, dass wir in einer ähnlichen Größenordnung abschließen wie im Vorjahr«, sagte der neue Chef der Bertelsmann-Tochter, Markus Dohle, dem «Manager Magazin». Er nannte das ein «ambitioniertes, sportliches Ziel». Er wäre daher nicht überrascht, wenn die Verlagsgruppe dies Ziel verfehlte. Im Vorjahr hatte die Bertelsmann- Buchsparte einen Umsatz von 1,8 Milliarden Euro und einen Gewinn von 173 Millionen Euro erzielt.

«Mein klares Ziel ist, dieses Unternehmen wachsen zu lassen - hoffentlich auch die Zahl seiner Mitarbeiter», betonte er. Einen Stellenabbau schloss Dohle gleichwohl nicht aus. An einen Verkauf von Random House sei nicht zu denken. «Seien Sie sicher, Random House wird langfristig zum Kerngeschäft von Bertelsmann gehören», versicherte Dohle.
 

 

22.08. Lange Nacht des Krimis im Hörspielbahnhof Joachimsthal

Joachimsthal (dpa/bb) - Eine lange Nacht des Krimis erwartet die Gäste heute (19 Uhr) im Hörspielbahnhof in Joachimsthal (Barnim). Gerd Berghofer liest aus dem Buch «Dunkle Geschichten» von E. A. Poe. Deutschlands erster Hörspielbahnhof wurde im Kaiserbahnhof eingerichtet. Er wurde als einer der 365 Orte im Land der Ideen ausgewählt, wie die Ostdeutsche Eisenbahn (ODEG) berichtete. Die Auszeichnung wird vor der Lesung überreicht. Der Lesung folgt eine Feuershow sowie allerlei Gruseliges zur Nacht. Ein Sonderzug bringt Besucher wieder in Richtung Berlin. Die Hörspielsaison 2008 dauert noch bis 14. September, immer donnerstags bis sonntags.

(Internet: www.odeg.info)
 

 

22.08. Festtage für die Schriftstellerin Irmtraud Morgner in Chemnitz

Chemnitz (dpa) - Chemnitz stellt die Schriftstellerin Irmtraud Morgner (1933-1990) zu ihrem 75. Geburtstag heute auf den Sockel. Dann wird auch ein Denkmal der amerikanischen Künstlerin Janet Grau für die Autorin enthüllt. Bis Sonntag sind mehrere Veranstaltungen geplant, darunter ein literaturwissenschaftliches Kolloquium mit Experten aus mehreren Ländern. Zeitzeugen berichten von ihren Begegnungen mit der in Chemnitz geborenen Autorin. Außerdem hat ein Dokumentarfilm über das Wirken Morgners in ihrer Heimatstadt Premiere.

Morgner gehörte zu den bekanntesten Autorinnen der DDR. Ihr wichtigstes Thema war die Emanzipation der Frau. Für ihr Schaffen erhielt sie mehrere Auszeichnungen, darunter den Heinrich-Mann-Preis der Akademie der Künste der DDR (1975) und den Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor (1989). Ende der 80er Jahre erkrankte sie an Krebs. Nach drei Operationen starb sie am 6. Mai 1990 in Berlin. Eine der Grabreden hielt Alice Schwarzer.

(17 Uhr, Stadtbibliothek, Moritzstr. 20)
 


zurück zu den Nachrichten von heute
 

21.08. Marbacher Literaturarchiv erhält Briefe des Lyrikers Karl Krolow

Marbach am Neckar (dpa/lsw) - Das Deutsche Literaturarchiv Marbach hat knapp 290 Briefe und Postkarten des Lyrikers und Prosaschriftstellers Karl Krolow (1915-1999) erhalten. Die Briefe schrieb Krolow über einen Zeitraum von sechs Jahren an die Krimiautorin Susanne Thommes, teilte das Literaturarchiv am Mittwoch mit. Karl Krolow zählt zu den bedeutendsten Lyrikern der deutschen Nachkriegsliteratur. Zu seinen wichtigsten Werken gehören «Wind und Zeit» (1954) und «Tage und Nächte» (1956) sowie der Prosaband «Nacht- Leben oder Geschonte Kindheit» (1985).

Der erste Brief des Dichters an die 29 Jahre jüngere Studentin entstand im Dezember 1966 nach einer Lesung. Es folgte eine intensive Korrespondenz; getroffen haben sich die beiden aber nur noch zweimal. Krolow forderte seine Briefpartnerin immer wieder zum Schreiben auf und lieferte im Gegenzug ironische Berichte aus dem Schriftstelleralltag.

Krolow erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Georg- Büchner-Preis (1956), den Rainer-Maria-Rilke-Preis (1975) und den Friedrich-Hölderlin-Preis (1988). Der Nachlass Krolows befindet sich bereits seit 1988 in Marbach.

(Internet: www.dla-marbach.de)
 

 

21.08. Kurioseste Buchtitel gesucht - «Wer bin ich und wenn ja wie viele?»

Frankfurt/Main (dpa) - Parallel zum besten deutschen Roman wird in diesem Jahr erstmals auch der skurrilste Titel gesucht: Die Redaktionen des Buchbranchen-Magazins «Börsenblatt» und von «Schotts Sammelsurium» suchen den «kuriosesten Buchtitel des Jahres 2008». Im Gegensatz zum Deutschen Buchpreis darf auch der Leser mit abstimmen. Am Mittwoch wurde eine 20 Titel umfassende «Longlist» veröffentlicht, die eine Jury aus 150 vorgeschlagenen Titeln ausgewählt hatte.

Der Preis wird am 15. Oktober auf der Frankfurter Buchmesse verliehen, wie das «Börsenblatt» berichtete. Auf der «Longlist» stehen Titel wie «Wer bin ich ­ und wenn ja wie viele?», «Begegnung mit dem Serienmörder. Jetzt sprechen die Opfer», «Die Hungrigen trinken zuwenig» oder «Ich reiß mir eine Wimper aus stech dich damit tot». Der Jury gehören unter anderem Moderatorin und Autorin Susanne Fröhlich und die Kritikerin der «Literarischen Welt», Elmar Krekeler, an.

(Internet: www.boersenblatt.net)
 

 

21.08. Comic-Figuren Clever und Smart werden Musical-Helden

Barcelona (dpa) - Die Comic-Figuren Clever und Smart, die dusseligsten Geheimagenten der Welt, kommen in Spanien als Helden eines Musicals auf die Bühne. Wie der Regisseur Ricard Reguán am Mittwoch mitteilte, werden sich die Tollpatsche in dem Musikspektakel erstmals verlieben, und das auch noch in dieselbe Frau. Als Comic- Helden hatten Clever und Smart, die in ihrer spanischen Heimat Mortadelo und Filemón heißen, zu Beginn dieses Jahres ihr 50-Jähriges gefeiert.

Das Musical ist als aufwendige Show für Zuschauer aller Altersgruppen angelegt und mit Hits der 60er und 70er Jahre angereichert. Die Produktionkosten lagen bei zwei Millionen Euro. Die Show mit dem Titel «Mortadelo und Filemón - Das Musical» läuft am kommenden Dienstag (26. August) in Barcelona an. Die offizielle Premiere findet am 4. September statt.

Dann wird der Schöpfer der Comic-Helden, der Zeichner Francisco Ibáñez, in der ersten Reihe sitzen. «Er ist von dem Stück begeistert», sagte der Regisseur. Clever und Smart waren bereits in zwei Realverfilmungen in die Kinos gekommen. Der erste Film war in Spanien 2003 einer der größten Kassenerfolge der Kinogeschichte.
 

 

21.08. Gruner + Jahr bietet für Fachverlag Reed Business Information

Hamburg (dpa) - Europas größter Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr (G+J) steht in einem Bieterverfahren um den Fachverlag Reed Business Information. Das bestätigte ein G+J-Sprecher am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur dpa in Hamburg. Details zu dem Gebot für diesen Verlag, der rund 1,8 Milliarden Dollar (1,2 Mrd Euro) Umsatz erzielt, wollte der Sprecher nicht nennen. Nach Einschätzung der Branche dürfte das Gebot mehr als ein Milliarde Euro betragen.

Das zum britisch-niederländischen Medienfachkonzern Reed-Elsevier gehörende Unternehmen gibt rund 400 Titel, Nachschlagewerke und Newsletter heraus und ist im Internet mit rund 200 Portalen im Markt. Die Aktivitäten in Deutschland umfassen die Bereiche Architektur, Medizin («Ärztliche Praxis»), Technik und eBusiness und werden von München aus gesteuert. G+J hatte stets angekündigt, strategisch in Wachstumsfelder investieren zu wollen, wenn sich die Gelegenheit bietet. Die derzeit laufende Bieterrunde dürfte sich bis in den Herbst hinziehen.
 

 

21.08. Troja als Tourismusmagnet - Hoffnung der Ausgräber auf Museum wächst

Troja (dpa) - «Die sehen, dass wir die Wirtschaft ankurbeln können.» Mit diesen Worten begibt sich der auf Entschlüsselung antiker Zeugnisse spezialisierte Tübinger Professor Ernst Pernicka auf ein ganz neues Gebiet: die Tourismusförderung. Und mit «die» meint er Politiker in der türkischen Provinz Canakkale. Hier liegt die legendäre Stadt Troja, wo Pernicka die Arbeit des Archäologen Manfred Korfmann fortsetzt, der vor drei Jahren gestorben ist.

Der Experte für Archäometrie - einer fachübergreifenden Methode zur Erforschung und Bewertung archäologischer Funde - sieht die Verwirklichung eines lange versprochenen Museums in greifbare Nähe gerückt. Seine Hoffnung wird von maßgeblichen Regierungsvertretern beflügelt, die erstmals nicht nur mit hochtrabenden Ankündigungen glänzen, sondern auch Geld in ihrem Budget haben. Dabei hat wohl auch die Weltkulturorganisation Unesco nachgeholfen.

Immerhin hat Troja seit fast einem Jahrzehnt den Rang eines Weltkulturerbes. In krassem Gegensatz zu diesem Siegel stehen allerdings die knappe finanzielle Ausstattung und die kargen Bedingungen, unter denen die Wissenschaftler an einer der berühmtesten Ausgrabungsstätte der Welt tagtäglich arbeiten, seitdem der Autokonzern Daimler AG als großer Sponsor abgesprungen ist.

Pernicka und seine Mitstreiter wissen, dass sie ihre fundierte wissenschaftliche Arbeit nur fortsetzen können, wenn der Mythos Troja in vernünftiger Form besser vermarktet wird. Denn die verwinkelte Ruine mit Resten einer gut 4000 Jahre währenden Besiedlung verstehen selbst an Geschichte interessierte Besucher ohne fachkundige Begleitung kaum. Das über Jahrzehnte gesammelte Wissen müsste mit Computeranimationen und Nachbauten begreifbar gemacht werden.

Das dafür unverzichtbare Museum hätte aber auch noch einen anderen
Nutzen: Hier könnten Grabungsergebnisse ausgewertet und in der ganzen Welt verstreute bedeutsame Funde aus Troja zusammengeführt werden. Doch selbst der Optimist Pernicka weiß: «Das ist ein sehr vermintes Gelände.» Und er drückt damit seine Zweifel aus, dass das Moskauer Puschkinmuseum den vom legendären deutschen Ausgräber Heinrich Schliemann entdeckten Goldfund mit dem klangvollen Namen «Schatz des Priamos» herausgeben würde.

Pernicka betont gleichwohl: «Unser Anspruch ist, dass Troja nicht zu einem Disneyland wird.» Andererseits ist auf türkischer Seite die Erkenntnis gereift, dass es für den Fremdenverkehr in der Region ein Segen wäre, mit solch einer Attraktion zu werben. So haben die Stadtväter von Canakkale alles daran gesetzt, dass inzwischen das hölzerne Pferd aus dem Hollywoodfilm «Troja» von Wolfgang Petersen als Blickfang an ihrer Hafenpromenade steht.

Schließlich kam Pernicka bei der Suche nach öffentlicher Aufmerksamkeit und neuen Geldgebern erst vor wenigen Tagen das Glück zu Hilfe. Kurz bevor knapp ein Dutzend Medienvertreter des Tübinger Presseclubs zu Besuch kamen, gelang den Ausgräbern ein langersehnter Fund: Einen halben Kilometer von der Burg entfernt entdeckten sie im Südosten der Stadt die Fortsetzung eines Verteidigungsgrabens aus der Bronzezeit, dessen Verlauf ausschlaggebend ist für die Frage, wie groß Troja war.

Nun scheinen auch diejenigen in dem jahrelang erbittert geführten wissenschaftlichen Streit klar widerlegt, die dem früheren Troja- Ausgräber Korfmann vorgeworfen hatten, er führe die Öffentlichkeit mit seinen Thesen über die große Bedeutung der Stadt in der Bronzezeit an der Nase herum. Für Pernicka steht nun fest: Troja war um 1200 v.Chr. mit 5000 bis 10 000 Einwohnern das größte regionale Zentrum in einem vom Großreich der Hethiter abhängigen Fürstentum.

In diese Epoche fällt nach bisherigen Berechnungen auch die «Ilias», in der der griechische Dichter Homer den Krieg der Griechen gegen Troja mit den unsterblichen Helden Achilleus und Hektor, Agamemnon und Priamos und den vorausgegangenen Raub der Helena durch den trojanischen Prinzen Paris beschreibt.
 

21.08. Schriftsteller Gerhard Branstner in Berlin gestorben

Werder/Havel (dpa/bb) - Der Autor Gerhard Branstner ist im Alter von 81 Jahren in Berlin gestorben. Wie der Kai Homilius Verlag am Mittwoch in Werder/Havel (Potsdam-Mittelmark) mitteilte, starb Branstner («Der Esel als Amtmann») bereits am Montagabend. Der 1927 in Thüringen geborene Schriftsteller, dessen Werke nach Angaben seines Verlages eine Millionenauflage erreichten, sei oft unbequem gewesen, hieß es in einer Erklärung. In den 1960er Jahren sei Branstner Cheflektor im Eulenspiegel Verlag und später als freiberuflicher Schriftsteller tätig gewesen. Erst 2007 erschien im Homilius Verlag Branstners Autobiografie mit dem Titel «Liebengrün».
 

 

21.08. Musikkonzern will Verlagsgeschäft ausbauen - Druckerei-Eröffnung

Hamburg/Röbel (dpa/mv) - Der Hamburger Musikkonzern edel AG, zu dem das CD- und Schallplattenwerk in Röbel (Müritzkreis) gehört, will sein Verlagsgeschäft weiter ausbauen. Im Herbst erscheinen die ersten Bücher der Eigenverlage edel Edition, edelkids und Rockbuch, teilte das Unternehmen in Hamburg mit, zu dem schon die Verlage earbooks und Moewig gehören. «Wir wollen möglichst rasch ein umfangreiches Buchprogramm von hoher Qualität aufbauen, hieran arbeiten wir sehr intensiv in mehreren Verlagsbereichen», sagte Verlagsleiter Stefan Weikert. In Röbel soll dafür am 5. September ein neues Druck- und Mediencenter in Betrieb genommen werden.

Dafür wurden nach Angaben der optimal media production GmbH seit 2007 rund 16 Millionen Euro am Standort Röbel investiert, wo mehr als 500 der rund 750 Beschäftigten des edel-Konzerns arbeiten. 140 Beschäftigte arbeiten in Hamburg.

Zu den Titeln der Marke edel Edition gehören ein Kochbuch von Sternekoch Christian Rach, eine Retrospektive des Zeichners Bernd Pfarr und ein Bildband über das Modephänomen Minirock. Im kürzlich übernommenen Rockbuch Verlag erscheinen die deutsche Ausgabe des amerikanischen Bestsellers «Slash - Bekenntnisse eines Rockstars», ein Reiseführer mit Tipps von Szene-Musikern und ein Kochbuch mit Rezepten von Musikstars. Auch die zunächst bei Moewig angekündigten neu herausgebrachten Hildegard-Knef-Romane erscheinen im Herbst in der edel Edition.

Bei edelkids, die seit 1998 Audio- und Videoprodukte für Kinder anbieten, erscheinen im Herbstprogramm mehr als 30 Buchtitel. «Wir sehen unsere Schwerpunkte vor allem in den Segmenten Sachbuch, Bildband, Lifestyle und beim Kinder- und Jugendbuch», sagte Weikert. Die Offensive auf dem Buchmarkt soll sich auf Bücher beschränken. «Deutschland ist ja fast das einzige Land, in dem Buch- und Musikbereich getrennt sind. Das wollen wir ändern», erklärte der Vorstandsvorsitzende der edel AG, Michael Haentjes. Die Aktie des börsennotierten Unternehmens fiel innerhalb eines Jahres von rund zwei Euro auf 1,07 Euro.
 

 

21.08. Universität Rostock erhält Uwe-Johnson-Stiftungsprofessur

Rostock (dpa/mv) - An der Universität Rostock ist eine Uwe-Johnson-Stiftungsprofessur eingerichtet worden. Stifter ist Ulrich Fries, Chef der Holzgroßhandlung Fries aus Kiel. Bedeutende Projekte würden sich mit der Professur verbinden, darunter eine Werkausgabe und eine Biografie, sagte der Rektor der Universität, Thomas Strothotte, am Mittwoch laut vorliegendem Redetext. Den Angaben zufolge stehen für fünf Jahre 500 000 Euro für Personal und Sachmittel zur Verfügung, mit weiteren 250 000 Euro soll die Johnson-Werkausgabe erstellt werden. Die Professur werde in Kürze ausgeschrieben.

Der in Mecklenburg verwurzelte Schriftsteller Uwe Johnson (1934-1984) war von 1952 bis 1954 Germanistik-Student in Rostock. Wie Strothotte berichtete, ist Stifter Fries schon seit der Schulzeit dem Autoren und seinem Werk zugetan. Den Anstoß habe die Schullektüre von Johnsons Erstling, den «Mutmaßungen über Jakob», gegeben. Dieses Buch wie auch das übrige Johnson-Werk durften laut Strothotte in der DDR nicht erscheinen. Mit der Professur werde auch ein Stück Wiedergutmachung an einem wichtigen Repräsentanten der deutschen Nachkriegsliteratur geleistet, sagte der Rektor. Fries habe seine Dissertation über Johnsons «Jahrestage» geschrieben.

«Die Johnson-Stiftungsprofessur wird das Profil der Universität, der Philosophischen Fakultät und der Germanistik schärfen», sagte Strothotte. Fries sei ein Stifter, der nicht nur Kapital, sondern auch Ideen einbringe. Nach Worten des Rektors ist es für die Geisteswissenschaften nicht immer leicht, Drittmittel einzuwerben. Die Johnson-Stiftungsprofessur sei daher ein Glücksfall, an den es anzuknüpfen gelte.
 

 

21.08. Festtage für die Schriftstellerin Irmtraud Morgner in Chemnitz

Chemnitz (dpa) - Chemnitz stellt die Schriftstellerin Irmtraud Morgner (1933-1990) zu ihrem 75. Geburtstag an diesem Freitag auf den Sockel. Dann wird auch ein Denkmal der amerikanischen Künstlerin Janet Grau für die Autorin enthüllt, gaben die Organisatoren am Mittwoch bekannt. Bis Sonntag sind mehrere Veranstaltungen zu Ehren Morgners geplant, darunter ein literaturwissenschaftliches Kolloquium mit Experten aus mehreren Ländern. Zeitzeugen berichten von ihren Begegnungen mit der in Chemnitz geborenen Autorin. Außerdem hat ein Dokumentarfilm über das Wirken Morgners in ihrer Heimatstadt Premiere.

Morgner wurde vor allem durch die Bücher «Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura» (1974) und «Amanda. Ein Hexenroman» (1983) bekannt. Einige ihrer Bücher erschienen auch im Westen. «Dort wurde sie von der Kritik einmal als "fantasiebegabteste, fabuliersüchtigste Autorin deutscher Zunge" betitelt», sagte eine Sprecherin des Chemnitzer Frauenzentrums Lila Villa, das die Festtage organisierte und 2004 eine literarische Tafelrunde für Irmtraud Morgner einrichtete. Die Tafelrunde geht auf ein Motiv aus dem «Amanda»-Roman zurück.

Irmtraud Morgner gehörte zu den bekanntesten Autorinnen der DDR. Ihr wichtigstes Thema war die Emanzipation der Frau. Für ihr Schaffen erhielt sie mehrere Auszeichnungen, darunter den Heinrich-Mann-Preis der Akademie der Künste der DDR (1975) und den Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor (1989). Im Westen wurde Morgner als Feministin gefeiert, auch wenn sie selbst den Begriff nicht passend fand und lieber von Gleichberechtigung der Frau sprach. Ende der 80er Jahre erkrankte sie an Krebs. Nach drei Operationen starb sie am 6. Mai 1990 in Berlin. Eine der Grabreden hielt Alice Schwarzer.
 

 

21.08. Noah Gordon schreibt jetzt Kurzgeschichten - «für Romane zu alt»

Berlin/Hamburg (dpa) - Bestseller-Autor Noah Gordon (81) will keine Romane mehr schreiben. «Je älter ich werde, desto mehr Ideen habe ich, aber da meine Romane 500 bis 700 Seiten lang sind, werde ich keinen neuen mehr anfangen», sagte Gordon («Der Medicus») der Zeitschrift «Vanity Fair». Es wäre doch ärgerlich, wenn ich bei Seite 250 sterben würde». Das Schreiben kann er dennoch nicht lassen. Deswegen hat er sich nun auf Kurzgeschichten und Gedichte verlegt. «Das erscheint mir meiner Lebenserwartung angemessener.» Gordon gelang mit dem seinem millionenfach verkauften Roman «Der Medicus» Mitte der 80er Jahre zu Weltruhm. Es folgten «Der Schamane» (1992), der zwei Jahre lang ohne Unterbrechung auf der Bestseller-Liste des «Spiegels», und «Die Erben des Medicus» (1996).
 


zurück zu den Nachrichten von heute
 

20.08. «Longlist» für Deutschen Buchpreis: «Vielzahl lesenswerter Romane»

Frankfurt/Main (dpa) - Martin Walser, Peter Handke, Karen Duve, Ingo Schulze und Feridun Zaimoglu zählen zu den 20 Kandidaten für den Deutschen Buchpreis 2008. «Die Jury hatte das Glück, aus einer Vielzahl lesenswerter Romane auswählen zu können», sagte Jurysprecher Rainer Moritz bei der Vorstellung der «Longlist» für den besten deutschsprachigen Roman dieses Jahres am Mittwoch in Frankfurt. Das thematische und stilistische Spektrum sei erfreulich weit. «Insgesamt scheint es mir, als ob sich die Gegenwartsliteratur stärker öffnet und wieder mehr Eigensinnigkeit zeigt.»

In den vergangenen fünf Monaten hat die siebenköpfige Jury nach Angaben des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels 161 Titel gesichtet. Auf die Longlist schafften es auch die neuen Romane von Lukas Bärfuss, Marcel Beyer, Dietmar Dath, Sherko Fatah, Olga Flor, Norbert Gstrein, Iris Hanika, Martin Kluger, Judith Kuckart, Rolf Lappert, Norbert Niemann, Karl-Heinz Ott, Hans Pleschinski, Uwe Tellkamp und Uwe Timm.

Bis zum 17. September wird die Liste auf eine «Shortlist» reduziert, auf der dann nur noch sechs Bücher stehen werden. Die Preisverleihung ist am 13. Oktober in Frankfurt zum Auftakt der Buchmesse. Die Auszeichnung ist mit insgesamt 37 500 Euro dotiert und wird in diesem Jahr zum vierten Mal vergeben. Die bisherigen Preisträger sind Julia Franck («Die Mittagsfrau»), Katharina Hacker («Die Habenichtse») und Arno Geiger («Es geht uns gut»). Der Preis hat innerhalb kurzer Zeit ein hohes Renommee erworben und gilt als Garant für hervorragende Absatzzahlen.

Mit der Veröffentlichung der 20 Kandidaten erscheint ein «Lesebuch zur Longlist Deutscher Buchpreis 2008». Darin werden Leseproben und Hintergrundinformationen zu den nominierten Romanen veröffentlicht.
Es ist von diesem Samstag an in Buchhandlungen kostenlos erhältlich.

Stichwort: Der Deutsche Buchpreis

Frankfurt/Main (dpa) - Der Deutsche Buchpreis wird für den besten Roman des Jahres vergeben. Alle deutschsprachigen Verlage dürfen jeweils zwei Romane aus ihrem aktuellen Programm einreichen. Darüber hinaus können die Juroren eigene Titel benennen.

Eine siebenköpfige Jury, die jährlich neu benannt wird, sucht zunächst 20 Bücher für eine sogenannte «Longlist» aus. Mitte September wird dann eine «Shortlist» mit sechs Titeln veröffentlicht. Der Preisträger wird traditionell am Vorabend der Frankfurter Buchmesse bekanntgegeben.

Der Deutsche Buchpreis ist mit insgesamt 37 500 Euro dotiert. Der Preisträger erhält 25 000 Euro, die fünf Finalisten bekommen jeweils 2500 Euro. In diesem Jahr wird die Auszeichnung zum vierten Mal vergeben.

Der Jury für den Buchpreis 2008 gehören an: Rainer Moritz (Literaturhaus Hamburg), Christoph Bartmann (Goethe-Institut), Martin Ebel («Tages- Anzeiger»), Meike Feßmann (freie Kritikerin), Jens Jessen («Zeit»), Manfred Keiper (Buchhändler aus Rostock) und Michael Schmitt («Kulturzeit» auf 3sat).

(Internet: www.deutscher-buchpreis.de)
 

 

20.08. Aminatta Forna erhält LiBeraturpreis 2008

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Die Autorin Aminatta Forna erhält den diesjährigen LiBeraturpreis. Die Preisverleihung für Fornas Debütroman «Abies Steine» findet am 12. Oktober in der Frankfurter Christuskirche statt, wie die gleichnamigen Initiative am Dienstag mitteilte. Forna lebt in Sierra Leone und Großbritannien. Der mit 500 Euro dotierte LiBeraturpreis des Ökumenischen Zentrums der Christuskirche wird zum 21. Mal an eine Schriftstellerin aus Afrika, Asien oder Lateinamerika verliehen, die auch eine Einladung zur Frankfurter Buchmesse erhält. Fornas aus dem Englischen übersetzte Roman erzählt die Geschichte von vier Frauen in Sierra Leone.
 

 

20.08. Wolfgang-Hilbig-Woche im Brecht-Haus

Berlin (dpa) - Das Literaturforum im Berliner Brecht-Haus widmet dem im vergangenen Jahr gestorbenen Schriftsteller Wolfgang Hilbig vom 26. bis 29. August eine Literaturwoche mit Lesungen, Diskussionen und Vorträgen. Außerdem gibt es Filmausschnitte und Tonaufnahmen mit dem Schriftsteller, kündigten die Veranstalter an.

Autoren, Lektoren, Literaturwissenschaftler, Künstler, Mitstreiter und enge Freunde erinnern an Hilbig, der als einer der bedeutendsten Dichter Deutschlands gilt, auch wenn er meist «mit schwerer Hand» schrieb und oft nicht leicht zu lesen war, wie es in Nachrufen hieß. Als sein bekanntestes Werk gilt der 1993 erschienene Roman «Ich» über einen Lyriker, der als Spitzel für die Stasi arbeitet. Hilbig wurde am 31. August 1941 im sächsischen Industriestädtchen Meuselwitz südlich von Leipzig geboren. 1985 siedelte er mit einem Schriftstellervisum von der DDR in den Westen über.

Zu den Teilnehmern der Wolfgang-Hilbig-Woche gehören unter anderem die Autoren Katja Lange-Müller, Adolf Endler und Uwe Kolbe. Jörg Bong, der die Werkausgabe bei S. Fischer betreut, stellt den im Juni 2008 erschienenen ersten Band (Die Gedichte) vor und berichtet über Entdeckungen der Werkausgabe.

(Internet: www.lfbrecht.de)
 

 

20.08. Lesen mit dem Kinderspaten - Kuriose Geschäftsidee zur Buchmesse

Kabelsketal/Halle (dpa/sa) - Mit seiner Erfindung eines Lese- Spatens will der Designer Matthias Schiebold «Bücherwürmern» ihr Vergnügen künftig erleichtern. «Die Idee dafür hatte ich an der Ostsee, im Urlaub», erklärte der 50-Jährige das Anliegen der Neuheit auf dem Markt für Lesehilfen. «Wenn man lange liest und ein Buch in den Händen hält, dann schlafen schon mal die Arme ein, das geht nun auch anders», sagt der Diplom-Formgestalter, der an der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein in Halle studiert hatte.

Seinen Lese-Spaten will der heute in Kabelsketal (Saalekreis) lebende Designer zur Frankfurter Buchmesse (15. bis 19. Oktober) auf einem eigenen Stand Buchhändlern und «Leseratten» vorstellen. «Da bin ich direkt an der Zielgruppe dran», sagt Schiebold, der während seines Berufslebens seit 1988 schon Kinderspielplätze und Regalsysteme für Bücher entworfen hat.

Und so entsteht der Lese-Spaten: An einem etwa einen Meter hohen Kinderspaten - wie sie meist zum Bau von Sandburgen am Strand zum Einsatz kommen - wird am Ende des Stiels waagerecht ein Holzstab angeschraubt, der in der Höhe flexibel verstellbar ist. Auf diesem «Ausleger» wird eine 30 x 21 Zentimeter große durchsichtige Acrylplatte angebracht, die in ihrer Neigung auch verstellt werden kann.

«Ich will Menschen ansprechen, die individuelle Dinge für sich selbst suchen», erklärt Schiebold, der sich schon seit Jahren mit Lesezubehör beschäftige, seine neue Geschäftsidee. In der heutigen Zeit, in der es prinzipiell für jedes Bedürfnis einen entsprechenden Artikel gebe, müsse der Kunde über die Sinne, Schöngeistigkeit und auch mit Humor erreicht werden. «Klein, aber fein», laute zudem sein Motto als Unternehmer im Ein-Mann-Betrieb mit Internet-Versandhandel.

Und so liest es sich im Gegensatz zur üblichen Art und Weise: «Der Lese-Spaten wird am Strand oder auf einer Wiese in den Boden gesteckt und das Buch oder die Zeitschrift auf den Ausleger mit der Acrylplatte gelegt». Wer sich in den Sand oder ins Gras legt, kann dann mit dem Blick von unten über sich die Zeilen durch die Acrylglasscheibe lesen und zum Beispiel die Hände, statt zum Buch halten, unter dem Kopf verschränken.

Andersherum funktioniert der Lese-Spaten auch neben dem Liegestuhl, wo er den üblichen Blick von oben auf die Schrift ermöglicht. Damit der Leser nicht mit seinem Spaten in der Hand am Strand spazieren muss, ist das Teil im kleinen Rucksack untergebracht und soll sich laut Erfinder rasch zusammenbauen lassen. 30 Stück für je knapp 30 Euro hat Schiebold bisher von seiner Erfindung am Lager.

(Internet: www.lesespaten.eu)
 

 

20.08. Heide sucht den besten «plattdeutschen» Poeten - Klaus-Groth-Preis

Heide (dpa/lno) - Die Stadt Heide sucht den besten «plattdeutschen» Poeten. Der mit 3000 Euro dotierte Klaus-Groth-Preis wird seit 2004 für Niederdeutsche Lyrik vergeben. Der in Heide geborene Klaus Groth (1819-1899) gilt als Begründer und Klassiker der niederdeutschen Lyrik und damit der neuen niederdeutschen Literatur. Autoren können sich bis zum 16. Februar 2009 mit drei bis fünf bislang unveröffentlichten Gedichten bewerben. Die Preisverleihung ist am 12. Juni 2009.
 

20.08. US-Roman über Mohammeds Frau Aisha gestoppt: «Zensur aus Angst»?

Kopenhagen/New York (dpa) - Die Proteste gegen die Nichtveröffentlichung eines neuen US-Romans über den Propheten Mohammed weiten sich aus. Nachdem der britische Schriftsteller Salman Rushdie den Stopp von «Das Juwel von Medina» («The Jewel Of Medina») von Sherry Jones durch die Verlagsgruppe Random House als «Zensur aus Angst» kritisiert hatte, sagte der dänische Zeichner Kurt Westergaard am Dienstag der Nachrichtenagentur Ritzau in Kopenhagen: «Leider gibt hier einer der ganz großen Verlage klein bei. Das verheißt nichts Gutes.»

Westergaard hat nach der Veröffentlichung einer Mohammed-Karikatur in der Zeitung «Jyllands-Posten» ebenso persönliche Erfahrungen mit Todes- und Gewaltdrohungen islamistischer Fanatiker machen müssen wie Salman Rushdie nach seinem Roman «Die Satanischen Verse». Ausgerechnet Rushdies Verlag Random House, eine Tochter des Bertelsmann-Konzerns, stoppte letzte Woche den Jones-Roman über Mohammeds junge Ehefrau Aisha kurz vor der geplanten Veröffentlichung.

Die größte Verlagsgruppe der Welt begründete ihren Schritt in New York damit, dass das Buch nach Überzeugung von «glaubwürdigen und voneinander unabhängigen» Experten die Gefühle von Muslimen verletzen und möglicherweise Gewaltakte von Fanatikern auslösen könne. Westergaard meinte dazu: «Die Fanatiker haben gewonnen, wenn wir zurückweichen. Traurig ist das.»

In Deutschland hatte es 2006 einen ähnlichen Konflikt um die zeitweilige Absetzung der Mozart-Oper «Idomeneo» in einer Inszenierung von Hans Neuenfels gegeben. Weil hier unter mehreren abgeschlagenen Köpfen religiöser Leitfiguren auch der von Mohammed zu sehen war, befürchteten Behörden Anschläge. Nach der erregten Debatte um die Absetzung kam zur ersten Wiederaufführung demonstrativ auch Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble, der die Absetzung als falsch kritisiert hatte.

US-Medien berichteten zur Auseinandersetzung um den Mohammed- Roman, dass tatsächlich wohl nur die texanische Islam-Historikerin Denise Spellberg vor einer Veröffentlichung gewarnt hatte. Es sei ein «Softporno», eine «Kriegserklärung an den Islam» und außerdem schlecht recherchiert, gab sie nach der Experten-Lektüre an den Lektor im New Yorker Verlag durch. Die Autorin Jones wies das in einem Rundfunk-Interview des Stockholmer Senders SR zurück. Sie habe ein «feministisches Porträt einer oft übersehenen Frau» zeichnen wollen. Sex komme überhaupt nicht vor. Aisha war die jüngste von Mohammeds Frauen, wurde mit ihm noch als Kind verheiratet und gilt gemeinhin als «Lieblingsfrau» des Propheten.

Jones kritisierte den Stopp ihres Buches durch Random House als «übertrieben». Ihren Blog im Internet schloss sie wegen des Aufsehens um den Roman: «Ich will, dass er Menschen und Kulturen zusammenbringt und nicht trennt.» Vor dem Buch müsse niemand geschützt werden: «Die islamische Gemeinschaft überall auf der Welt ist in der Lage, einen Dialog über Ideen zu führen. Das soll man nicht unterdrücken.» Sie selbst sehe sich als «Brückenbauerin zwischen Kulturen». Gewalttätige Elemente gebe es in allen Schichten der Gesellschaft.

Drohungen hat die US-Journalistin noch nicht bekommen. Random House erklärte bei der vertraglichen Trennung von Jones, dass diese «Das Juwel von Medina» nach eigenem Gutdünken anderweitig veröffentlichen könne. Auf die Frage, ob sie das zu tun gedenke, sagte die Amerikanerin: «Ganz bestimmt.» In Belgrad zog der Beobook- Verlag die schon veröffentlichte serbische Übersetzung als weltweit erste Auslandsausgabe des Buches allerdings zurück. Er entschuldigte sich nach Protesten islamischer Organisationen für die «Provokation».
 

 

20.08. Neue Editionsreihe soll literarische Werke vor Vergessen bewahren

Darmstadt/Ludwigsburg (dpa) - Mit einer neuen Editionsreihe sollen literarische Texte vor dem Vergessen gerettet werden. Wie die Kooperationspartner Wüstenrot Stiftung (Ludwigsburg) und Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung (Darmstadt) am Dienstag berichteten, werden vom März 2009 an im Wallstein Verlag Werke des 18. bis 20. Jahrhunderts veröffentlicht, die «aus dem kulturellen Gedächtnis zu fallen drohen». Ein zeitgenössischer Schriftsteller werde jeweils die «Patenschaft» für ein Werk der Reihe übernehmen und in einem einführenden Essay die Bedeutung der Textes erläutern sowie ihn bei einer Lesereise der Öffentlichkeit vorstellen. Die Stiftung habe die erforderlichen Mittel zunächst für fünf Jahre bereitgestellt.

Die Editionsreihe beginnt mit Peter Altenbergs (1859-1919) «Das Buch der Bücher». Die Patenschaft übernimmt Wilhelm Genazino. Folgen soll eine kritische kommentierte Studienausgabe der «Ausgewählten Werke in drei Bänden» von Adolph v. Knigge (1752-1796). Die Patenschaft übernimmt Sibylle Lewitscharoff. Schließlich sollen Gedichte von Oskar Loerke (1884-1941) wiederveröffentlicht werden. Die Patenschaft übernimmt Lutz Seiler.

Nach Ansicht der Initiatoren bewirken die Veränderungen des Buchmarktes wie Konzentrationsprozesse im Verlagswesen oder der «enorme Rentabilitätsdruck bei der Programmplanung», dass immer mehr herausragende Werke aus dem verfügbaren Sortiment verschwinden.
 

 

20.08. Vergriffene Suhrkamp-Titel auf Anfrage: Vertrag mit Books on Demand

Norderstedt/Frankfurt (dpa) - Der Frankfurter Suhrkamp Verlag lässt vergriffene Titel auf Nachfrage einzeln nachdrucken. Suhrkamp und die Books on Demand GmbH (BoD) bei Hamburg in Norderstedt haben dazu eine Kooperation vereinbart, wie am Dienstag bekanntwurde. Wenn die erste Auflage der Reihen «edition suhrkamp» und «suhrkamp taschenbuch wissenschaft» vergriffen ist, lässt der Verlag künftig bei BoD «auftragsbezogen produzieren und ausliefern». Ein Book on Demand (BoD, «Buchdruck auf Anfrage») lagert nicht mehr im Regal, sondern wird als digitale Druckvorlage gespeichert. Erst mit seiner Bestellung wird es einzeln produziert und ausgeliefert. Neben Autoren nutzen seit Mitte der 90er Jahre auch Verlage das Verfahren für Klein- und Wiederauflagen vergriffener Titel. Eine Mindestauflage sei nicht erforderlich.

«Über das Book-on-Demand-Verfahren machen wir vergriffene Titel der "edition suhrkamp" beziehungsweise unserer wissenschaftlichen Taschenbücher wieder verfügbar», sagte Suhrkamp-Geschäftsführer Philip Roeder. Für BoD-Geschäftsführer Moritz Hagenmüller ist die Kooperation mit einem so renommierten Verlagshaus ein weiterer Schritt hinein in den Buchmarkt. BoD kooperiere jetzt «mit mehr als 300 Wissenschafts-, Sachbuch- und Belletristik-Verlagen».
 

 

20.08. Bellavista und humorvoller Philosoph: Luciano De Crescenzo wird 80

Rom (dpa) - Vom Industriemanager zum Lebensphilosophen: Der Karriereweg von Luciano De Crescenzo ist - gelinde gesagt - ziemlich ungewöhnlich. Der gebürtige Neapolitaner war schon über 40 Jahre alt, als er sich Mitte der 70er Jahre dafür entschied, Computern und Endlos-Sitzungen bei IBM lebewohl zu sagen und sich fortan ganz seinem Faible für griechische Philosophen zu widmen. Resultat sind bis heute über 25 fröhliche Bücher mit Tiefgang, die allesamt internationale Bestseller wurden. «Wer sein Leben wirklich neu einrichten will, findet bestimmt einen Weg dazu», hat er seine mutige Kursänderung einmal formuliert. Heute wird De Crescenzo 80 Jahre alt.

«Also sprach Bellavista» heißt das Werk, das ihn weltweit berühmt gemacht hat. Allein in Deutschland stand das Buch 94 Wochen lang auf den Bestsellerlisten, der gleichnamige Film mit De Crescenzo in der Hauptrolle hatte 1985 in Italien Premiere. Wie so oft geht es um Neapel - jene süditalienische Stadt mit ihren Gaunern und Schnorrern, Tagedieben und ehrbaren Kleinbürgern, die den Autor noch heute fasziniert.

Der pensionierte Gymnasiallehrer Professor Bellavista - das Alter Ego des Autors - trifft in der Stadt am Vesuv schrullige Typen wie Möchtegern-Poeten, Sargvertreter oder «Vize-Ersatzhausmeister». Mit ihnen parliert er über Politik, Frauen und Philosophie - witziger kann man das pralle Leben Neapels kaum beschreiben.

Dabei hatte der 1928 als Sohn eines Handschuhmachers geborene De Crescenzo zunächst etwas Handfestes gelernt, nämlich Ingenieur. Erst als er das Computerunternehmen IBM verließ, um das harte Tagewerk des Schriftstellers anzugehen, sei er «von der Raupe zum Schmetterling» geworden, betonte er einmal. Seither wächst seine Fangemeinde ständig, so vergnüglich sind seine Abhandlungen über die Philosophie und das Leben im allgemeinen. Aber De Crescenzo regt auch zum Nachdenken an, schreibt viele Dinge mit durchaus ernstem Ton, etwa wenn er Konsumsucht oder Machtbestrebungen unter die Lupe nimmt.

«Affentheater falscher Werte» nennt der Mann mit dem weißen Vollbart das und hält Epikur dagegen, der sagt: «Meine lieben Leute, bedenkt doch das Wesen der Dinge und bedenkt, dass das Wichtigste nach der Gesundheit die Freundschaft ist! Lasst Euch nicht von falschen Idealen bedingen! Wägt doch eure Ziele genau ab, bevor ihr so eifrig danach strebt!» De Crescenzo hat eine einzigartige Art, schwierige Sachverhalte aus der Antike verständlich zu machen und ihnen Aktualität zu verleihen.

Auch Philosophiestudenten greifen an der Uni schon mal heimlich zu einem «De Crescenzo», und zwar mit Vorliebe zu seiner «Geschichte der griechischen Philosophie», die komplizierte Abhandlungen der Originaltexte einfach und kompakt erklärt. Ob Platon, Epikur oder Heraklit, sie alle werden bei dem Italiener zu Menschen, die uns auch heute noch etwas mitzuteilen haben.

«Alles fließt, sagt Heraklit» heißt ein anderes Werk De Crescenzos, in dem er nachts in seinen Träumen dem Philosophen aus Ephesus begegnet. Und die beiden Männer debattieren, und zwar nicht nur über Gott und den Ursprung des Seins, sondern auch über die italienischen Politikverhältnisse, über Berlusconi, Liebe, Freiheit und Schmiergeldaffären. 1987 veröffentlichte De Crescenzo ein Buch speziell über die Kunst des Dialogs - «Oi dialogoi»: «Fast jeder Mensch ist, wenn er mit anderen diskutiert, aufgrund eines Mangels an Vernunft, völlig davon überzeugt, als einziger im Besitz der Wahrheit zu sein», heißt es da, aber auch: «Das Wort ist das wahre Geschenk Gottes, der Dialog die einzige Möglichkeit, einen Streit zwischen Feinden beizulegen.»

Auch eine Autobiografie hat De Crescenzo schon veröffentlicht, weit über zehn Millionen Bücher hat er insgesamt verkauft, die in über 20 Sprachen übersetzt wurden. Und manchmal drängt er seinen Humor und seinen Wortwitz auch in den Hintergrund, dann wird er fast poetisch. Sein wohl berühmtestes Zitat lautet: «Jeder von uns ist ein Engel mit nur einem Flügel. Und wir können nur fliegen, wenn wir uns umarmen.»
 

 

20.08. Grüne warnen: «Staatsbibliothek trocknet aus»

Berlin (dpa/bb) - Mit den Worten «Die Staatsbibliothek trocknet aus» haben die Berliner Grünen vor einer weiteren Etat-Reduzierung bei der Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz gewarnt. In einer Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage habe der Senat jetzt «erhebliche Probleme im Beschaffungsetat der Staatsbibliothek» eingeräumt, teilte der haushaltspolitische Sprecher der Grünen- Fraktion im Abgeordnetenhaus, Oliver Schruoffeneger, jetzt mit.

Besonders betroffen sei der Bereich der Zeitschriften. «Hier droht ein erheblicher Attraktivitätsverlust der Staatsbibliothek, da das Angebot massiv eingeschränkt wurde.» So seien die Ausgaben für diesen Bereich von etwa 3,6 Millionen Euro im Jahr 2000 auf heute nur noch 2,5 Millionen Euro gesunken. Die Zahl der beschafften Zeitschriften sei um fast ein Drittel auf heute noch 25 722 gesunken.

Den Bund und die Länder, die die Stiftung Preußischer Kulturbesitz tragen, forderte der Grünen-Politiker auf, bei den nach den Sommerferien beginnenden Haushaltsberatungen der Preußen-Stiftung ausreichend Mittel für die Staatsbibliothek zur Verfügung zu stellen. Der Senat kündigte in seiner Antwort der parlamentarischen Anfrage entsprechende Gespräche an.
 


zurück zu den Nachrichten von heute
 

19.08. Germanist Karl Robert Mandelkow im Alter von 81 Jahren gestorben

Hamburg (dpa) - Der Germanist Karl Robert Mandelkow, einer der wichtigsten Goethe-Forscher weltweit, ist im Alter von 81 Jahren in Hamburg gestorben. Das teilte die Universität Hamburg am Montag mit, an der Mandelkow mehr als 20 Jahre lang lehrte. «Goethe in Deutschland» stand ebenso im Zentrum seines Werkes wie die sechsbändige Ausgabe von Goethes Briefen. Schwerpunkt seines Werkes war die Wirkungsgeschichte, die der Nachwelt ein Mitspracherecht gegen «die autoritäre Monopolperspektive bisheriger Literaturgeschichtsschreibung» einräumt. Seine Laufbahn begann Mandelkow in Amsterdam, 1970 wechselte er an die Uni Hamburg.
 

 

19.08. Nicole Bary erhält Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis 2008

Saarbrücken (dpa/lrs) - Nicole Bary erhält in diesem Jahr den Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis. Die Französin bekommt die von der Stiftung ME Saar und dem Saarländischen Rundfunk (SR) ausgelobte Auszeichnung für die Übertragung zeitgenössischer deutscher Literatur ins Französische, teilte der SR am Dienstag in Saarbrücken mit.

«Nicole Bary übersetzt mit großer Werktreue und bemerkenswerter Präzision, ihr Sinn für sprachliche Nuancen ist herausragend, immer trifft sie "den richtigen Ton", auch gestützt durch ihre umfassende Kenntnis der deutschen Sprache und Kultur», heißt es in der Begründung der Jury. Der mit 6000 Euro dotierte Preis wird seit 2005 jährlich abwechselnd an eine Übersetzerin oder einen Übersetzer für außergewöhnliche Leistungen vergeben.

Bary arbeitet als freie Übersetzerin. Unter anderem hat sie Werke von Herta Müller, Christoph Hein, Hans-Magnus Enzensberger oder Christoph Meckel aus dem Deutschen ins Französische übertragen. Sie ist daneben Gründerin und Vorsitzende des Vereins «Les Amis du Roi des Aulnes» zur Förderung und Verbreitung deutscher Literatur in Frankreich. Seit 1989 gibt sie die jährlich erscheinende Anthologie LITTERall heraus.
 

 

19.08. Neue Ausstellung zur Vereinnahmung Kleists in der NS-Zeit eröffnet

Frankfurt (Oder) (dpa/bb) - Mit der Vereinnahmung des Dichters Heinrich von Kleist durch die Nationalsozialisten setzt sich eine neue zweiteilige Ausstellung in Brandenburg auseinander. Im Kleist-Museum Frankfurt (Oder) wurde am Sonntag eine Schau eröffnet, in der es um die Verstrickung der renommierten Kleist-Gesellschaft in die NS-Kulturpolitik geht. Auf Schloss Neuhardenberg
(Märkisch-Oderland) wird seit Samstag dokumentiert, wie mit Kleists Werken umgegangen wurde. Die bis 23. November laufende Ausstellung trägt den Titel «Was für ein Kerl! Heinrich von Kleist im 'Dritten Reich'».

Damit wird auf ein Zitat von Hitlers Propagandaminister Joseph Goebbels Bezug genommen, der 1941 notiert:  «Was für ein Kerl ist doch dieser Kleist gewesen!». Als Beispiele für den Umgang der NS-Ideologen mit dem Dichter stehen eine von Leni Riefenstahl nie realisierte Monumental-Verfilmung von Kleists «Penthesilea» und die Umdeutung seiner Werke in Lehrplänen.

Mehr als 300 Ausstellungsstücke wurden nach Angaben der Stiftung Schloss Neuhardenberg in Neuhardenberg zusammengetragen. Unter anderem in Briefen, Bildern und Filmausschnitten soll gezeigt werden, auf welche Weise, in welchem Ausmaß und aus welchen Gründen eine Vereinnahmung des Dramatikers und Erzählers (1777-1811) möglich war und wie sie umgesetzt wurde.

Im Kleist-Museum in der Geburtsstadt des Dichters dokumentieren etwa 50 Exponate die Arbeit der Kleist-Gesellschaft in der Zeit des Nationalsozialismus. In einer ständigen Ausstellung wird dort überdies anhand von Handschriften, Erstausgaben, Gemälden und Bühnenmodellen über Kleist informiert.

(Internet: www.schlossneuhardenberg.de; www.kleist-museum.de)
 

 

19.08. Bochumer Historiker erforschen «Political Correctness»

Bochum (dpa) - Wenn ein Politiker einen Kollegen der «Propaganda» bezichtigt, weckt das bei manchem Assoziationen zum «Dritte Reich». «Dann reagiert der politische Gegner extrem sensibel, dann ist das Sprachpolitik», sagt der Bochumer Historiker Lucien Hölscher, «und die ist zu einem eigenen Feld der Politik geworden.» Der Professor für Geschichtstheorie an der Ruhruniversität Bochum hat jetzt ein Buch zur «Political Correctness» herausgegeben. Die These des Bandes: Im Laufe der deutschen Geschichte nach 1945 hat sich ein spezifischer Umgang mit dem Sprechen über die NS-Vergangenheit herausgebildet.

«In den 80er Jahren wurde der Begriff der "Political Correctness" aus den USA importiert», sagt Hölscher. Zunächst hätten Konservative damit gegen die ihrer Meinung von den «Linken» auferlegten Regeln protestieren wollen, wie über die NS-Zeit gesprochen werden durfte. Dabei sei es unter anderem darum gegangen, negativ beladene Wörter wie «Nation» oder «Vaterland» wieder neu zu interpretieren. Auf der anderen Seite habe sich dann eine Vorstellung des «politisch Korrekten» entwickelt, die bei einem Verstoß zu Sanktionen in der Öffentlichkeit führte.

Ein Beispiel im Buch ist der ehemalige Bundestagspräsident Philipp Jenninger (CDU). Dieser war 1988 über seine Rede zum 50. Jahrestages des Novemberpogroms gegen die deutschen Juden gestürzt, weil er scheinbar NS-Sprache ohne Distanzierung benutzte. «Dabei ging es gar nicht im dessen Gesinnung», sagt Hölscher. Jenninger habe das Richtige sagen wollen, doch mit seinen Stilmitteln und der Rhetorik aus Sicht vieler Zeitgenossen gegen die Regeln des Sagbaren verstoßen.

«Es geht uns aber nicht um den Einzelfall», erklärt der Experte, «sondern darum, zu zeigen, dass die Grenzen des politisch Korrekten nicht feststehen und immer wieder neu ausgehandelt werden.» So seien ja auch die Folgen eines sprachlichen Tabubruchs, der die NS-Zeit betreffe, verschieden. Martin Walsers Paulskirchenrede von 1998 sei ein anderes Beispiel. Der Schriftsteller hatte von der «Moralkeule» Auschwitz gesprochen, mit der das Thema Shoah «zu gegenwärtigen Zwecken missbraucht» werde. Hölscher stellt hier fest, dass Walser zwar heftig kritisiert worden sei, er als Autor aber nicht dauerhaft einen Schaden für seine weitere Karriere davontrug.

Im Buch wird der sprachliche Umgang mit dem Nationalsozialismus von den Anfängen direkt nach Kriegsende (etwa Victor Klemperers «Lingua Tertii Imperii») bis hin zu kurz zurückliegenden Debatten wie denen des CDU-Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann über die Deutschen als «Opfervolk» nachvollzogen. Am Schluss der Veröffentlichung stehen 13 Interviews mit Menschen, die in ihrem Alltag dauernd mit Sprache arbeiten und dabei Grenzen des «politisch Korrekten» kennen - wie beispielsweise Fernseh-Kabarettist Harald Schmidt.

Lucien Hölscher (Hg.):
«Political Correctness. Der sprachpolitische Streit um die nationalsozialistischen Verbrechen»
Mit Beiträgen von Tillmann Bendikowski, Thomas Mittmann und Gunnar Sandkühler
Wallstein Verlag, Göttingen 2008
 

 

19.08. Reiseführer zu Liverpool-Stationen im Beatles-Museum in Halle

Halle (dpa/sa) - Einen Reiseführer zu den Stationen der Beatles in ihrer englischen Heimatstadt Liverpool in deutscher Sprache ist erstmals am Freitag im Beatles-Museum in Halle vorgestellt worden. «Eigentlich wird erwartet, dass es zu den Beatles schon fast alles gibt», sagte Museumsleiter Rainer Moers. «Um so erstaunlicher ist es, dass fast 40 Jahre nach der Trennung der berühmten Gruppe erstmals die Welt der Beatles in Liverpool auf Deutsch erklärt wird.»

In dem handlichen Reiseführer «Liverpool - Auf den Spuren der Beatles» beschreibt die Autorin Beate Baum auf 144 Seiten auch weniger bekannte Beatles-Orte. Dazu gehört John Lennons Kinderzimmer und die Kirche, in der einst Lennon im Chor mitsang und Paul McCartney kennenlernte. Neben Fotos und Illustrationen gibt es einen Stadtplan, vier Stadtteilpläne und mehrere Interviews mit Zeitzeugen. Die Hafenmetropole Liverpool ist «Kulturhauptstadt 2008» und neben den Beatles auch auf ihre Galerie Tate Liverpool, die Hafenanlagen und das Anfield Stadion, in dem der FC Liverpool seine Heimspiele austrägt, stolz.

Das Beatles-Museum stellt die musikalische Entwicklung der berühmten Band von den frühen 60er Jahren bis zu ihrer Auflösung 1970 dar, informiert aber auch über die Solokarrieren ihrer Mitglieder. Schwerpunkt sind Fan-Artikel, die heute begehrte Sammlerstücke sind.

Goldfinch Verlag, Hamburg
ISBN 978-3-940258-07-6
8,90 Euro

(Internet: www.goldfinchbooks.de; www.beatlesmuseum.net)
 


zurück zu den Nachrichten von heute
 

18.08. Schweizer Autor Michael Stauffer erhält Kasseler Humor-Förderpreis

Kassel (dpa) - Der Förderpreis für komische Literatur der Stadt Kassel geht in diesem Jahr an den Schweizer Schriftsteller Michael Stauffer. Der 36-Jährige erhalte den Preis für «seine glänzende, das Komische souverän gestaltende Prosa», hieß es am Freitag in Kassel von der verleihenden Stiftung Brückner-Kuehner. «Michael Stauffers Prosawerke sind geschliffene Preziosen poetischer Satz- und Wortkunst, aus denen eine so überraschende wie vergnügliche Spielfreude spricht», hieß es. Mit subtilen Kunstgriffen führe er heutige Denk- und Redeweisen vor.

Der Förderpreis für Komische Literatur wird seit 2004 an junge Autoren vergeben und ist mit 3000 Euro dotiert. Er ist quasi ein Ableger des Kasseler Literaturpreises für grotesken Humor, der seit 1985 von der Stiftung der 1996 gestorbenen Autoren Christine Brückner («Jauche und Levkojen») und Otto Heinrich Kühner vergeben wird. In diesem Jahr sollte Peter Rühmkorf den Preis erhalten. Wenige Stunden, nachdem er am 9. Juni als Preisträger benannt wurde, wurde der Tod des Dichters bekannt.
 

 

18.08. Irmtraud-Morgner-Festtage in Chemnitz - 75. Geburtstag der Autorin

Chemnitz (dpa/sn) - Chemnitz erinnert mit drei Festtagen an die in der Stadt geborene Autorin Irmtraud Morgner. Von Freitag bis Sonntag (22. bis 24. August) stehen eine Matinee, ein Kolloquium sowie die Erstaufführung eines Dokumentarfilms über die Schriftstellerin auf dem Programm. Zur Eröffnung werden unter anderen Sachsens Kunstministerin Eva-Maria Stange und die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (beide SPD) erwartet. Anlass der Veranstaltung ist der 75. Geburtstag Morgners am 22. August. Die Autorin, die im Mai 1990 in Berlin starb, wurde in der DDR vor allem durch den Roman «Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura» bekannt.
 

 

18.08. Dauerausstellung im Goethe-Nationalmuseum schließt Mitte Oktober

Weimar (dpa/th) - Die umstrittene Dauerausstellung «Wiederholte Spiegelungen» im Goethe-Nationalmuseum Weimar schließt am 15. Oktober. Danach würden die Exponate abgebaut und in die Depots der Klassik Stiftung Weimar gebracht, bestätigte Stiftungs-Sprecherin Julia Glesner am Freitag einen Bericht des MDR 1 Radio Thüringen. Die Ausstellung zum Phänomen Weimarer Klassik war im Kulturstadtjahr 1999 eröffnet worden. Experten und Klassik-Liebhaber stritten sich über Jahre, ob die Ausstellung zu elitär und zu kompliziert für typische Weimar-Touristen ist oder nicht.

Nach Angaben von Glesner soll eine neue Dauerausstellung zu Goethe und der Weimarer Klassik konzipiert und möglicherweise schon Ende 2009 eröffnet werden. Bisher war die Stiftung von Anfang 2010 ausgegangen. 2007 besuchten mehr als 178 000 Besucher das Goethe- Nationalmuseum, etwa 37 000 von ihnen sahen sich auch die Dauerausstellung an. Ein Jahr zuvor waren es lediglich knapp 23 000 gewesen.

In der Zwischenzeit soll in den Räumen des Museum-Anbaus am historischen Goethe-Wohnhaus für drei Monate die Ausstellung «Das Bauhaus kommt» präsentiert werden. Die Klassik Stiftung will dort vom 1. April bis 5. Juli 2009 an die Gründung der Architektur- und Design-Schule vor 90 Jahren in Weimar erinnern. Die Stiftung besitzt einen umfangreichen Fundus aus den ersten Jahren des Weimarer Bauhauses, das 1925 nach Dessau wechseln musste.
 

 

18.08. Zurück in der Heimat: «Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland»

Ribbeck (dpa) - Für «Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland» gab es immer nur eine Heimat: Er wollte neben dem Birnbaum wohnen, den ganz Deutschland aus Theodor Fontanes Gedicht kennt. Rund 30 Jahre musste Ribbeck warten, bis er zu seinem Baum nach Brandenburg zurückkehren konnte. Der Krieg hatte die Heimat verändert. Heute ist nicht mehr alles wie im Gedicht: Der Birnbaum ist neu gepflanzt, und die Familie sitzt nicht mehr auf Schloss Ribbeck. Auch wenn viele Birnen nun zu Essig verarbeitet werden, so bekommt bestimmt das ein oder andere Kind eine süße Frucht von dem Adligen.

Seit 1998 lebt Friedrich-Carl von Ribbeck, der Enkel des letzten Herrn auf Gut Ribbeck, wieder in dem kleinen Dorf. Jedoch nicht im angestammten Schloss, sondern in dem ehemaligen Reitstall daneben. «Es ist mir eine Verpflichtung gewesen, die Familientradition wieder aufzunehmen - wenn auch unter anderen Vorzeichen», sagt der 69-Jährige. Die «anderen Vorzeichen», von denen von Ribbeck spricht, haben viele Adlige durch den Krieg und die darauffolgenden Enteignungen zu spüren bekommen. Das Zuhause ist zwar noch Heimat, Eigentümer sind heute jedoch andere.

Der Familienbesitz, darunter das Schloss, auf dem die von Ribbecks von 1237 an residierten, geriet im Zweiten Weltkrieg in die Hände der Nationalsozialisten. Der letzte Schlossherr Hans von Ribbeck starb 1945 im Konzentrationslager Sachsenhausen. Formell wurde der Besitz noch im selben Jahr im Zuge der Bodenreform enteignet. Der jahrelange Streit um die Rückübertragung des Besitzes endete 1999 mit einem Vergleich vor dem Verwaltungsgericht Potsdam. Die Familie erhielt eine Entschädigung, der Landkreis das Schloss. «Ein Schloss ist kein Sportabzeichen - man muss es sich leisten können», sagt von Ribbeck. «Jetzt muss der Landrat es fegen.»

Und obwohl sein Herz am Zuhause seiner Ahnen hängt, die nahe des Schlosses auf dem Familienfriedhof begraben liegen, überwiegt nicht die Wehmut, das Schloss verloren zu haben. Die Mittel, um eine derartige Immobilie zu halten, seien «Emotionskiller» genug, sagt von Ribbeck. Derzeit wird das Schloss aufwendig saniert. Künftig sollen dort ein Standesamt, ein Restaurant, Ausstellungsräume und Vereinsräume untergebracht werden.

Mit «dem Glockenschlag der Wiedervereinigung» kehrte von Ribbeck in seine Heimat zurück. Nach 15 verschiedenen Wohnsitzen habe er sich «wie ein Zigeuner» gefühlt, sagt der Volkswirt. Er sehnte sich nach dem «heißen märkischen Sand», auf dem er als Kind sein Fahrrad schob. «Es kam mir vor, als säße ich im Zug und bekäme immer wieder die falsche Fahrkarte.»

Zehn Jahre lebt Herr von Ribbeck nun wieder bei seinem Birnbaum. Dem Baum, dem er viel zu verdanken hat, wie er sagt. Die ehemalige Brennerei seiner Familie hat er zurückgekauft. Dort brennt er Schnaps und Essig - aus Birnen, versteht sich. «Fontane sei Dank» drehe sich in seinem Leben alles um die Früchte. Und natürlich sei auch die Geschichte vom alten Ribbeck wahr, der den Kindern immer eine süße Birne gab und sogar eine mit ins Grab nahm, aus der ein schöner Baum wuchs.

Ja, er habe das sogar mit einem «arithmetisch-biologischem Algorithmus» untersuchen lassen, witzelt von Ribbeck. Und er habe da schon einen Vorfahren im Auge, der großzügig alle Kinder beschenkte. Hans-Georg von Ribbeck I., verstorben 1759, soll der echte «Herr von Ribbeck aus Ribbeck im Havelland» gewesen sein - sein Alter und das des Baumes passe perfekt zusammen.

Doch wer auch immer der echte «Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland» wohl gewesen sein mag - eines habe Fontane mit seinem Gedicht die Leser gelehrt, sagt sein Nachfahr: «Man muss Vertrauen in die Zukunft haben.» Auch er habe immer einen Traum gehabt - nach Hause zurückzukehren. «Ich bin hierher gegangen, wo die Birnen wachsen - und sie kommen mir noch immer nicht zu beiden Ohren raus.»

(Internet: www.vonribbeck.de)
 

 

18.08. Serbischer Verlag nimmt Buch nach islamischem Protest vom Markt

Belgrad (dpa) - Ein Belgrader Verlag hat die serbische Übersetzung des Romans «Juwel von Medina» der amerikanischen Autorin Sherry Jones nach Protesten der serbischen Muslime vom Markt genommen. «Wir wollten niemanden provozieren und entschuldigen uns dafür», heißt es in einer am Samstag in Belgrad veröffentlichten Stellungnahme des Beobook-Verlages. In dem Roman wird die Beziehung des Propheten Mohammed zu seiner Lieblingsfrau Aische beschrieben.

Zuvor hatte die islamische Gemeinschaft Serbiens scharf gegen die angekündigte Veröffentlichung protestiert. Das Buch sei eine «Entheiligung» des Propheten und seiner Familie, hieß es. Die serbische Übersetzung sollte die weltweit erste nach der US-Ausgabe werden. Wegen Protesten von Muslimen hatte auch der US-Verleger Random House das Buch Anfang des Monats vom Markt genommen.
 


zurück zu den Nachrichten von heute
 

15.08. Tilman Rammstedt erhält «Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis»

Münster/Bielefeld (dpa/lnw) - Der Bielefelder Schriftsteller Tilman Rammstedt erhält in diesem Jahr den mit 12 800 Euro dotierten Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis. Das teilte der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) als Verleiher am Freitag in Münster mit. Eine zehnköpfige Jury hat dem 33-jährigen Romanautor («Wir bleiben in der Nähe») den Westfälischen Literaturpreis zuerkannt. In der Begründung heißt es: «Tilman Rammstedt versteht es, Themen seiner Generation in einer präzisen und lustvollen Sprache auszudrücken. Dabei kultiviert er eine Nähe zum Grotesken und Lakonischen ebenso wie ein Faible für das Unterhaltsame.»
 

 

15.08. Bücher der Anna-Amalia-Bibliothek werden in Tübingen katalogisiert

Tübingen (dpa/lsw) - Die Weimarer Anna-Amalia-Bibliothek lässt einen Teil ihrer Bücher von der Universität Tübingen katalogisieren. In den 845 historischen Stamm- und Poesiealben gebe es auch Einträge von Johann Wolfgang von Goethe, Martin Luther und Galileo Galilei, sagte der Weimarer Bibliotheksdirektor Michael Knoche am Freitag in Tübingen. Ein Zusammenhang mit dem Brand in der weltberühmten Bücherei vor vier Jahren besteht nicht. Denn die seit Januar 2008 in Tübingen bearbeiteten Bücher lagerten in einem anderen Gebäude. Einige sind 450 Jahre alt und haben zumeist Studenten gehört. Angeschafft hat sie zum Teil der damalige Bibliotheksdirektor Goethe.

Den Angaben zufolge gewinnen die Forscher aus den Stammbüchern viele Erkenntnisse über soziale Netzwerke an den europäischen Universitäten seit der Zeit Luthers. Für Februar 2009 ist eine Ausstellung der Stammbuchsammlung im Tübinger Stadtmuseum geplant. Nach Ende des Projektes im Dezember 2011 will die Weimarer Bibliothek die Einträge digitalisieren und als Bilder ins Internet stellen.
 

 

15.08. Kultusminister Müller würdigt Leben und Werk des Autors Reiner Kunze

Erfurt (dpa/th) - Zum 75. Geburtstag des Lyrikers Reiner Kunze an diesem Samstag hat der Thüringer Kultusminister Bernward Müller (CDU) den Jubilar und sein Werk gewürdigt. «Mit ihrer Widerständigkeit und Treue zu sich selbst sind Sie beredter Zeuge der Unantastbarkeit menschlicher Würde», heißt es nach Ministeriumsangaben vom Freitag in dem Glückwunschschreiben Müllers. «Ihre literarischen Übersetzungen machten Sie zugleich zum Brückenbauer.»

Kunze wurde am 16. August 1933 in Oelsnitz im Erzgebirge geboren und lebte von 1962 bis zu seiner Ausbürgerung 1977 in der Nähe von Greiz. Als regimekritischer Schriftsteller war er in der DDR bespitzelt und gegängelt worden. Heute wohnt er an der Donau im niederbayerischen Obernzell.
 

 

15.08. Inseltagebuch und Autobiografie - Neue Bücher von Ex-Regierungschef

Waren (dpa/mv) - Der frühere Ministerpräsident von Mecklenburg- Vorpommern, Berndt Seite, profiliert sich weiter als Schriftsteller. Sein neues Buch «Strandgut - ein Inseltagebuch» werde er am 24. August in Woldzegarten (Müritzkreis) vorstellen, sagte Seite am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur dpa in Waren. Die autobiografische Erzählung «Schneeengel frieren nicht» solle dann auf der Buchmesse im Frühjahr in Leipzig präsentiert werden. Seite, der heute zurückgezogen in Walow (Müritzkreis) lebt, war von 1992 bis
1998 Regierungschef in Schwerin. Nach der Wahlniederlage der Union
1998 hatte der CDU-Politiker noch bis 2002 im Landtag gesessen.

In dem knapp 100-seitigen Werk «Strandgut» reflektiert der 68-Jährige auf philosophische Art seine Natur- und Lebenseindrücke während eines sechswöchigen Aufenthalts auf der Ostsee-Insel Bornholm. Darin vergleicht er sein vergangenes Leben mit einem Hamsterrad und kommt zu dem Schluss: «Gut, dass ich es zerstört habe.» Für «Strandgut», das im Eigenverlag gedruckt wird, hat der Grafiker Peter Bretschneider die Illustrationen gezeichnet. Seite und Bretschneider legten 1940 in Schulpforte bei Halle - eines der bekanntesten Internatsgymnasien Deutschlands - das Abitur ab.

Auf die Insel Bornholm hatte sich Seite nach eigenen Angaben zurückgezogen, um seine autobiografische Erzählung fertigzustellen. Mit den beiden neuen Arbeiten hat Seite nunmehr sechs Bücher verfasst. In Arbeit befinde sich gegenwärtig noch ein Buch über Seites Stasi-Akte, die 15 Aktenordner umfasse. Zusammen mit dem ehemaligen Oberkirchenrat Eckhard Schwerin wolle er das Buch bis Ende 2009 fertigstellen, sagte Seite. Darin gehe es nicht um Schuldvorwürfe an konkrete Personen, sondern darum, wie es Diktaturen schafften, dass so viele Menschen bereit sind, andere Menschen zu bespitzeln und sie damit zu gefährden. Der Arbeitstitel laute: «Ich sollte anders leben als ich wollte».

Der Tierarzt war vor 1990 lange Jahre Synodaler der Evangelischen Landeskirche Mecklenburgs, trat nach der Wende der Bürgerbewegung Neues Forum und später der CDU bei.
 

 

15.08. Neues Buch mit Lebenserinnerungen von Friedrich Paulsen

Bredstedt (dpa/lno) - Das Nordfriisk Instituut hat zum 100. Todestag des Philosophen und Pädagogen Friedrich Paulsen ein Buch mit dessen Lebenserinnerungen herausgebracht. Es sei ein erstrangiges Dokument zur Bildungshistorie des deutschen Kaiserreichs, teilte das Institut in Bredstedt (Kreis Nordfriesland) mit. Paulsen zeichne ein einzigartiges Kulturbild vom Nordfriesland des 19. Jahrhunderts. Die Erinnerungen hatte es bisher nur gekürzt in englischer Sprache gegeben. Paulsen wurde 1846 im nordfriesischen Langenhorn geboren und starb am 14. August 1908 in Berlin. Er gilt als einer der führenden Gelehrten im damaligen deutschen Kaiserreich.
 

15.08. Reiner Kunze wird 75 - Arbeit an der «historischen Wahrheit» über DDR

Obernzell (dpa/lby) - Reiner Kunze verkörpert die deutsch-deutsche Geschichte wie nur wenige Künstler. In der DDR wurde der regimekritische Schriftsteller bespitzelt und gegängelt, bis er 1977 in die Bundesrepublik übersiedelte. Knapp zwei Jahrzehnte nach dem Fall der Mauer sieht Kunze wie viele andere eine zunehmende Bagatellisierung der DDR-Diktatur. «Man müsste ja blind sein, wenn man keine Verharmlosung beobachten würde», sagt der Autor, der am kommenden Samstag (16. August) 75 Jahre alt wird.

Mit seiner Frau Elisabeth hat Kunze eine Stiftung gegründet, die zeigen soll, «wie im geteilten Deutschland die Mauer mitten durch den Menschen hindurchging». Nach dem Tod der Eheleute soll ihr Wohnhaus an der Donau im niederbayerischen Obernzell ein Dokumentations- und Ausstellungszentrum werden - eine «Stätte der historischen Wahrheit». Dafür sichten und kommentieren beide knapp 1000 zeitgeschichtliche Briefe sowie Stasi-Dokumente, Fotos, Filme und Tonaufnahmen.

Der in Oelsnitz im Erzgebirge als Sohn eines Bergarbeiters geborene Autor musste in den 50er Jahren seine akademische Laufbahn an der Leipziger Universität aus politischen Gründen aufgeben. Vorübergehend blieb ihm nur ein Job als Hilfsschlosser, ehe er freiberuflicher Autor wurde. Im Jahr 1976 erschien dann der Prosa-Band «Die wunderbaren Jahre». Das Buch, das später ein Bestseller wurde, führte zum Ausschluss aus dem DDR-Schriftstellerverband.

Die Machthaber in Ost-Berlin waren froh, als die Kunzes das Land verlassen wollten: sie genehmigten den Ausreiseantrag im Frühjahr 1977 binnen Tagen. Kaum im Westen erhielt Kunze die bedeutendste Literaturauszeichnung der Bundesrepublik, den Georg-Büchner-Preis. Seitdem lebt das Paar in der Nähe von Passau, wo Elisabeth Kunze damals Arbeit als Kieferorthopädin fand.

Kurz nach der Wende wurde Kunze die von der Stasi über ihn angelegten Akten übergeben - fast 3500 Seiten, die letzten Einträge stammten vom Oktober 1989. «Ich wollte die überhaupt nicht haben», berichtet er. Dennoch arbeitet Kunze die zwölf Ordner Blatt für Blatt durch, schreibt die Dokumentation «Deckname Lyrik» und enttarnt damit seinen früheren Freund und damaligen Ost-SPD-Vorsitzenden Ibrahim Böhme als Stasi-Informanten. Böhme verliert seine Posten und wird aus der Partei ausgeschlossen.

Kunzes Bücher haben eine Millionenauflage erreicht und sind in 30 Sprachen übersetzt worden, selbst in Korea lesen die Menschen den deutschen Dichter. Im vergangenen Jahrzehnt ist er immer wieder gegen die sogenannte Rechtschreibreform auf die Barrikaden gegangen. Auch nach der mittlerweile beschlossenen Reform der Reform kann Kunze der neuen amtlichen Schreibung nichts abgewinnen. «Es ist ein Chaos», sagt er. «Die Einheitlichkeit der deutschen Rechtschreibung ist zerstört, die Sprache wird eine lange Leidenszeit haben.»

Trotz der intensiven Arbeit an seiner Stiftung ist Kunze auch weiter als Lyriker aktiv. Erst kürzlich ist der Gedichtband «lindennacht» erschienen, im Herbst wird er auf Lese-Tour gehen. Zudem unterstützt er die Übersetzer, die sein jüngstes Werk in ihre Heimatsprachen übertragen. So wird Kunze auch seinen Geburtstag mit der Arbeit an seinem literarischen Werk verbringen, denn die französische Übersetzerin hat sich für einen Besuch in Niederbayern angemeldet. «Wir werden mächtig arbeiten», sagt Kunze. «Dann wird hoffentlich ganz unbemerkt der Geburtstag vorbeigegangen sein.»

(Internet: www.reiner-kunze.com)
 

 

15.08. Kinderbuchautor Andreas Steinhöfel erhält Erich-Kästner-Preis 2009

Hamburg (dpa/lno) - Der Kinder- und Jugendbuchautor Andreas Steinhöfel erhält den mit 5000 Euro dotierten Erich-Kästner-Preis für Literatur 2009. Die Erich-Kästner-Gesellschaft in München würdige damit einen Autor, «dessen zahlreiche kinder- und jugendliterarischen Bücher ebenso wie sein schriftstellerischer Werdegang deutliche Affinität zu Erich Kästners Werk aufweisen», teilte der Carlsen Verlag am Donnerstag in Hamburg mit. Steinhöfel werde der fünfte Preisträger seit 1979 sein. Ausgezeichnet wurden bisher Peter Rühmkorf, Loriot, Robert Gernhardt und Tomi Ungerer. Der Preis soll am 7. März in München verliehen werden.
 

 

15.08. Schülerprojekt soll Leben Strittmatters in NS-Zeit erforschen

Spremberg (dpa/bb) - Ein Schülerprojekt soll das Leben des Schriftstellers Erwin Strittmatter (1912-1994) in der NS-Zeit erforschen. Daran wollten sich Schüler des Erwin-Strittmatter-Gymnasium Spremberg (Spree-Neiße) und des Strittmatter-Gymnasiums Gransee (Oberhavel) beteiligen, sagte Manfred Schemel, Vorsitzender des Erwin-Strittmatter-Vereins, am Donnerstag. Der Verein begrüße dieses Vorhaben. Bei der weiteren Aufarbeitung dieses Kapitels im Leben von Strittmatter («Der Laden», «Ole Bienkopp») solle auch ein Militärhistoriker herangezogen werden.

Außerdem sei eine Diskussionsveranstaltung mit dem Germanisten Werner Liersch vorgesehen. Einen Termin dafür gebe es noch nicht, sagte Schemel. Liersch hatte im Juni publik gemacht, dass Strittmatter ab 1941 in einer Einheit der Ordnungspolizei diente, die 1943 der SS zugeordnet wurde. Seine Zugehörigkeit zum SS-Polizei-Gebirgsjäger-Regiment 18 habe er jedoch Zeit seines Lebens der Öffentlichkeit verschwiegen. Der Schriftsteller war nach den Recherchen von Liersch offensichtlich nicht selbst an SS-Verbrechen beteiligt, müsse davon als Bataillonsschreiber aber gewusst und sie möglicherweise notiert haben.

Spremberg, wo Strittmatter am 14. August 1912 geboren wurde, hatte nach den Enthüllungen beschlossen, den Namen des mehrfachen DDR-Nationalpreisträgers auf einem Straßenschild stehen zu lassen. Der Schriftsteller verbrachte seine Kindheit in Bohsdorf bei Spremberg in der Niederlausitz, wo seine Eltern einen kleinen Laden führten. Das Gebäude mit dem Laden wird im nächsten Jahr 100 Jahre alt. Aus diesem Anlass soll dort nach Vereinsangaben die Backstube hergerichtet werden, wo sein Roman «Ochsenkutscher» entstand. Strittmatter lebte bis zu seinem Tod 1994 mit seiner Frau, der Dichterin Eva Strittmatter, auf Schulzenhof bei Gransee.

(Internet: www.strittmatter-verein.de)
 

 

15.08. «Früchte des Zorns»: Rechte für Steinbeck-Bücher zurück an Verlag

New York (dpa) - Die Rechte an einigen Schlüsselwerken von John Steinbeck sind auch 40 Jahre nach dem Tod des Autors noch umstritten. Ein  Berufungsgericht in New York sprach jetzt den Erben von Steinbecks zweiter Frau und dem Penguin Verlag die Veröffentlichungsrechte wieder zu, berichtete die Internetseite law.com am Donnerstag. Steinbecks Sohn Thomas und eine Enkeltochter büßten damit ihren Sieg aus der ersten Instanz ein. Zu den insgesamt zehn umstrittenen Büchern gehören auch die Werke «Früchte des Zorns» (1939), «Von Menschen und Mäusen» (1937) und «Tortilla Flat» (1935).

Steinbeck hatte die Buchrechte bei seinem Tod 1968 seiner zweiten Frau Elaine vermacht; seine beiden Söhne aus der ersten Ehe erhielten jeweils 50 000 Dollar (heute 33 000 Euro). Als die Witwe starb, gab sie das Copyright an ihre Kinder aus einer früheren Beziehung weiter und schloss Steinbecks Söhne aus. Der noch lebende Sohn Thomas und die Tochter des gestorbenen Sohnes John fochten diese Regelung 2004 an und bekamen zunächst Recht. Nach der Berufungsentscheidung muss das Urteil jetzt korrigiert werden.
 

 

15.08. Vorläufig keine betriebsbedingte Kündigungen bei «Berliner Zeitung»

Berlin (dpa) - Im Streit um den Personalabbau bei der «Berliner Zeitung» haben sich die Gewerkschaften und die BV Deutsche Zeitungsholding auf Gespräche über die sozialverträgliche Umgestaltung des Unternehmens geeinigt. Für die Dauer der Verhandlungen werde die Zeitungsholding, zu der neben dem Berliner Verlag auch die «Hamburger Morgenpost» gehört, bis zum 31. Oktober auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten. Darauf hätten sich nach einem Bericht der «Berliner Zeitung» (Freitag) die Gewerkschaften Verdi und der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) mit dem Unternehmen geeinigt.

Die vom britischen Finanzinvestor David Montgomery kontrollierte Holding erklärte, Ziel des Umbaus sei eine Vernetzung der Online- und Printmedien der Gruppe sowie Investitionen in ein neues Redaktionssystem. Damit sollen neue Werbemärkte erschlossen und das allgemeine Kostenniveau gesenkt werden. Ziel der Gewerkschaften sei die Erhaltung von Arbeitsplätzen.

Der Berliner Verlag, zu dem auch das Boulevardblatt «Berliner Kurier» sowie die im Internet erscheinende «Netzeitung» gehören, war 2005 vom Montgomery übernommen worden. Nach Gewerkschaftsangaben plant die Geschäftsführung einen umfangreichen Personalabbau. Danach sollen beim Stadtmagazin «tip» 17 Stellen gestrichen werden, insgesamt etwa 25 Prozent der Belegschaft. Bei der «Berliner Zeitung» soll die Redaktion von 130 auf 90 Mitglieder verkleinert werden. Bundesweit sollen nach Arbeitnehmerangaben 150 der 930 Stellen in Deutschland gestrichen werden.
 


zurück zu den Nachrichten von heute
 

14.08. Bestseller-Poet und Macho in Cowboy-Boots - Wondratschek wird 65

Wien/München (dpa) - Rock-Poet, Literatur-Macho und 68er-Rebell sind nur einige Attribute, die dem Dichter und Schriftsteller Wolf Wondratschek im Laufe seines Lebens zugeschrieben wurden. «Carmen oder Bin ich das Arschloch der achtziger Jahre» betitelte er selbst 1986 ein episches Poem mit vielen autobiografischen Bezügen. Am 14. August wird das ehemalige «Enfant terrible» 65 Jahre alt. Der Taschenbuchverlag dtv hat passend dazu das Buch «Lied von der Liebe» mit teils unveröffentlichten Gedichten auf den Markt gebracht. Das Werk schließt eine 13-bändige Reihe mit allen Werken des Autors ab.

«Wondratschek ist das Wunder gelungen, aus Lyrik einen Bestseller zu machen», sagt ein Sprecher des Verlages. Gedichtbände wie «Chuck's Zimmer», «Das leise Lachen am Ohr eines anderen» und «Männer und Frauen» wurden in den 70er Jahren eher zufällig zum Renner. Auf Anraten seiner Freunde bringt Wondratschek die Bände zuerst in kleiner Auflage bei dem Buchversand Zweitausendeins heraus, die Nachfrage überrascht ihn selbst. «Was für ein Wunder, mit Gedichten Geld zu verdienen», notiert er in seiner Biografie auf seiner Website (www.wolf-wondratschek.de). Dort bezeichnet er die 70er auch als das beste Jahrzehnt seiner jungen Jahre. «Es hieß, ich sei drogensüchtig. Es hieß, ich triebe mich im Milieu in St. Pauli herum, mit Huren, Zuhältern und Boxern. Ich war dafür richtig prominent», erinnert er sich.

Wondratschek wird 1943 in Rudolstadt in Thüringen geboren und wächst in Karlsruhe auf. Nach seinem Abitur studiert er in Heidelberg, Göttingen und Frankfurt am Main Literaturwissenschaft, Philosophie und Soziologie und veröffentlicht erste Gedichte. Obwohl er keinen Abschluss hat, erhält er 1970 eine Gastdozentur für Poetik an der Universität Warwick.

Ende der 60er Jahre gibt er der 68er-Bewegung mit kurzen und prägnanten Prosatexten gegen das bürgerliche Milieu eine literarische Stimme. Er experimentiert mit neuen literarischen Techniken und der Form des Hörspiels, sein 1969 veröffentlichter Prosaband «Früher begann der Tag mit einer Schusswunde» wird zum Kultbuch. «Ein einflussreicher, mir damals aber völlig unbekannter Herr namens Marcel Reich-Ranicki schrieb eine ziemliche Lobeshymne», erklärt der Autor in seiner Biografie.

Privat inszenierte sich der Schriftsteller immer gern als «harter Kerl» in Jeans und Cowboy-Stiefeln. Er ist Box-Fan, und es zieht ihn immer wieder in die Halbwelt. Von den 80er Jahren an finden sich Männer-Mythen und Mann-Frau-Beziehungen auch als Themen in seinen Werken wieder, wie in der Sonette-Sammlung «Die Einsamkeit der Männer» oder dem Reportage-Band «Menschen/Orte/Fäuste». Kritiker werfen ihm immer wieder Machotum und ein zu traditionelles Frauenbild vor. Sein erster Tatsachenroman «Einer von der Straße» über das Leben des Münchner Spielhallenbesitzers und Rotlicht-Experten Walter Staudinger wird als distanzlose Verklärung des beschriebenen Milieus kritisiert.

In den 90er Jahren zieht Wondratschek nach Wien und erlebt mit Werken wie dem heiter-melancholischen Roman «Mozarts Friseur» oder dem Roman «Mara» über das Leben eines Stradivari-Cellos ein literarisches Comeback. Auch Gedichte schreibt er wieder. «Ich nahm Wien nicht als Stadt, sondern als Echokammer einer untergegangenen Welt wahr», schreibt er über die ehemalige Kaiserstadt an der Donau. Heute pendelt Wondratschek ohne feste Wohnung zwischen München und Wien hin und her.
 

 

14.08. Roter Teppich und Staatsbegräbnis für Palästinenser-Dichter Darwisch

Ramallah (dpa) - Tausende Palästinenser haben am Mittwoch während eines Staatsbegräbnisses in Ramallah Abschied vom palästinensischen Nationaldichter Mahmud Darwisch genommen. «Heute sagen wir 'lebe wohl' zu einem Star, den wir bis zum Punkt der Verehrung geliebt haben», sagte Palästinenserpräsident Mahmud Abbas. Darwisch sei ein Held gewesen, der sich immer der Sache der Palästinenser verpflichtet gefühlt habe.

Der 67-Jährige war am Freitag in Houston (US-Bundesstaat Texas) an den Folgen einer komplizierten Herzoperation gestorben. Auf eigenen Wunsch wurde Darwisch, dessen Mutter und enge Familienangehörige noch in Israel leben, in Ramallah im Westjordanland beigesetzt. Seine letzte Ruhestätte befindet sich auf einem Hügel in unmittelbarer Nähe des Kulturzentrums. Von dort reicht der Blick bis nach Jerusalem, der drittheiligsten Stadt im Islam.

Die Palästinenser bereiteten dem Sarg mit den sterblichen Überresten von Darwisch in Ramallah ein Empfang mit rotem Teppich. Acht Soldaten einer Ehrengarde trugen den mit einer palästinensischen Fahne und Blumen geschmückten Sarg zur Trauerzeremonie, an der auch ausländische Diplomaten teilnahmen. Darwischs Mutter wurde auf einem Krankenhausbett getragen.

Der 1941 in einem kleinen nordisraelischen Dorf bei Akko geborene Darwisch war nicht nur die poetische Stimme und moralische Instanz seiner Landsleute, sondern er gehörte auch zu den herausragenden zeitgenössischen Dichtern in der arabischen Welt. Seine mehr als 30 Gedichtbände sind in 30 Sprachen übersetzt worden.

Darwisch gehörte in jungen Jahren der Kommunistischen Partei Israels an und wurde mehrmals inhaftiert. Mitte der 70er Jahre trat der politische Aktivist im Libanon der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) von Ex-Palästinenserpräsident Jassir Arafat bei. Weil Israel zu dieser Zeit die PLO als Terrororganisation eingestuft hatte, verlor Darwisch seine israelische Staatsbürgerschaft. 1987 wurde der Dichter in den Zentralrat der PLO gewählt, trat aber 1993 aus Protest gegen die Unterzeichnung der Osloer Friedensabkommen aus der Organisation aus.

Darwischs Lebenswerk ist vom politischen Engagement für einen unabhängigen palästinensischen Staat geprägt. Wie ein roter Faden ziehen sich die Themen Vertreibung, Besatzung, Leid sowie Hoffnung auf einen eigenen Staat durch das künstlerische Werk. Als Stimme der Palästinenser setzte sich Darwisch für ein friedliches Zusammenleben mit den Israelis ein. Zusammen mit dem israelischen Psychologie- Professor Dan Bar-On wurde Darwisch 2003 mit dem Remarque- Friedenspreis der Stadt Osnabrück ausgezeichnet. Auf Deutsch sind von ihm mehrere Lyrik-Bände erschienen, darunter «Weniger Rosen» (2002), «Wo du warst und wo du bist» (2004) und «Belagerungszustand» (2006).
 

 

14.08. Frankfurt (Oder) stellt Beauftragten für Kleist und Festjahr ein

Frankfurt (Oder) (dpa/bb) - Für die Organisation des Kleistjahres 2011 hat die Geburtsstadt des Dichters Heinrich von Kleist (1777-1811), Frankfurt (Oder), einen Kleist-Beauftragten eingestellt. Die Aufgabe erfüllt der Werbe- und Theaterfachmann Dirk Neldner, der seit 2004 einen Lehrauftrag an der Europa-Universität Viadrina hat, wie die Stadt am Mittwoch mitteilte. Den 200. Todestag von Kleist im Jahr 2011 will die Stadt mit Partnern groß feiern. Die Mehrheit der Stadtverordneten hatte der Einstellung des 1958 geborenen Neldners am Dienstagabend zugestimmt. Von 2004 bis 2007 hatte er das Theaterfest «Unithea» in Frankfurt (Oder) und Slubice organisiert.

(Internet: www.frankfurt-oder.de)
 

 

14.08. Wiener Verleger Bronner kauft «SZ»-Anteile an «Der Standard» zurück


Wien (dpa) - Der Wiener Verleger Oscar Bronner will den bisher vom Süddeutschen Verlag gehaltenen Anteil von 49 Prozent an der Wiener Tageszeitung «Der Standard» zurückkaufen. Das teilte Bronner am Mittwoch in Wien mit. Bronner war bisher mit zehn Prozent und die Bronner Familien-Privatstiftung mit 41 Prozent an der Standard Verlagsgesellschaft beteiligt. Der Süddeutsche Verlag mit dem Flaggschiff «Süddeutsche Zeitung» hatte 1998 von Bronner 49 Prozent der Anteile erworben.

In der Mitteilung hieß es, Bronner habe nach dem Gesellschafterwechsel beim Süddeutschen Verlag sein «Optionsrecht auf den Rückkauf des 49-Prozent-Anteils ausgeübt». Neue Eigentümer der Tageszeitung werden die Bronner Online AG (49 Prozent), die Bronner Familien-Privatstiftung (41 Prozent) und Oscar Bronner (10 Prozent) sein. Damit sei «Der Standard» wieder zu 100 Prozent in österreichischer Hand.
 

 

14.08. Axel Springer baut Digitalgeschäft aus - 11,1 Prozent Umsatzplus

Berlin (dpa) - Der Medienkonzern Axel Springer («Bild», «Die Welt») hat beim Wachstum im ersten Halbjahr 2008 vor allem durch Zukäufe im internationalen Geschäft und bei digitalen Medien zugelegt. In den ersten sechs Monaten des Jahres steigerte der Konzern den Umsatz um 11,1 Prozent auf 1,343 Milliarden Euro, teilte Europas größtes Zeitungshaus am Mittwoch in Berlin mit. Der Überschuss lag bei 526,2 Millionen Euro gegenüber 88,8 Millionen Euro vor einem Jahr. Der starke Anstieg sei unter anderem auf den Verkaufserlös der Beteiligung am TV-Konzern ProSiebenSat.1 zurückzuführen.

Springer-Vorstandsvorsitzender Mathias Döpfner äußerte sich optimistisch über die zweite Jahreshälfte trotz trüber Konjunkturaussichten und eines schwierigen Marktumfeldes für die Medien. «Axel Springer trotzt dem Trend», sagte Döpfner. Dazu gehörten starke journalistische Marken und die konsequente Digitalisierung aller Titel. «Wir gehen davon aus, dass wir uns im zweiten Halbjahr von der allgemeinen Branchenentwicklung abkoppeln können». Das Medienhaus bestätigte die Wachstumsprognose für das Gesamtjahr 2008.

Der internationale Markt und das Online-Geschäft seien für den Verlag immer wichtiger. Bereits 22,3 Prozent des Umsatzes würden im Ausland erlöst. Der Konzern werde weiter die Verzahnung von Online- Titeln und Printangeboten vorantreiben. «Wir stellen den Journalismus in den Mittelpunkt», sagte Döpfner.

Zu den Auflagengewinnern zählen «Die Welt» und «Welt Kompakt», die im zweiten Quartal mit durchschnittlich rund 280 000 Exemplaren gegen den Trend die Auflage steigerten. «TV Digital» baute mit zwei Millionen Exemplaren (plus 9,8 Prozent) ihre Position als Deutschlands größte Programmzeitschrift aus.

In den ersten sechs Monaten steigerte Axel Springer die Vertriebserlöse um 2,2 Prozent auf 597,8 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 585,1 Mio.). Die Werbeerlöse legten um 14,7 Prozent auf 622,4 Millionen Euro zu. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich um 7,2 Prozent auf 213,9 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Im zweiten Quartal 2008 legte das EBITDA sogar um
44,8 Prozent auf 135,2 Millionen Euro zu.
 


zurück zu den Nachrichten von heute
 

13.08. Dmitri Nabokov publiziert letztes Manuskript seines Vaters

Berlin (dpa) - Das letzte Werk von Vladimir Nabokov («Lolita») mit dem Titel «The Original of Laura» soll nun doch veröffentlicht werden. Über 30 Jahre nach dem Tod seines Vaters hat sich Dmitri Nabokov entschlossen, das Manuskript nicht zu verbrennen, sondern zu publizieren. In einem Interview der Zeitschrift «Vanity Fair» sagte der 74-Jährige: «Ich möchte nicht als Feuerteufel in die Literaturgeschichte eingehen.»

Vladimir Nabokov, der US-Autor russischer Herkunft des auch verfilmten «Skandal»-Romans «Lolita», war 1977 gestorben und hatte das unvollendete Werk auf 138 Karteikarten hinterlassen. Nabokov selbst habe verhindern wollen, dass das Manuskript veröffentlicht wird. «Meine Mutter musste ihm in seinen letzten Tagen versprechen, die Karteikarten zu verbrennen», erzählte sein Sohn. «Aber sie hat das bis zu ihrem Tod nicht übers Herz gebracht. "Du wirst das einmal entscheiden müssen", sagte sie immer zu mir. Hätte mein Vater wirklich gewollt, dass dieser Roman nicht erscheint, hätte er ihn selber zerstört», meinte Dmitri Nabokov.

Trotzdem habe er sich eine lange Bedenkzeit gelassen. «Dass ich 31 Jahre hamlethaft gezögert habe, liegt an den widerlichen und idiotischen Spekulationen, die über einige Bücher meines Vaters kursieren. Ich wollte die verletzliche Laura vor wüsten Übergriffen selbst ernannter Nabokov-Experten bewahren.» Um «Geldmacherei» durch ein weltweites Bieterduell der Verlage gehe es ihm bei der Veröffentlichung aber nicht, betonte der Sohn. «Das war eine Überlegung, aber ich habe mich anders entschieden. Laura soll bei ausländischen Stammverlagen meines Vaters erscheinen.» In Deutschland werde Rowohlt den Zuschlag bekommen. Das weltweite Erscheinungsdatum von «The Original of Laura» soll September 2009 sein.
 

 

13.08. Stavenhagen schreibt 10. Fritz-Reuter-Literaturpreis aus

Stavenhagen (dpa/mv) - Die Stadt Stavenhagen (Kreis Demmin) und das Fritz-Reuter-Literaturmuseum schreiben zum 10. Mal den Fritz-Reuter-Literaturpreis aus. Bewerben können sich Autoren mit Arbeiten in niederdeutscher Sprache, Arbeiten über die Sprache sowie über Plattdeutsch-Schriftsteller, teilte die Stadt am Mittwoch mit. Die Arbeiten sollten in den vergangenen drei Jahren veröffentlicht worden sein. Bewerbungsschluss sei der 5. September. Der mit 2000 Euro dotierte Preis wird am 7. November, dem Geburtstag des Dichters Reuter (1810-1874), in seiner Heimatstadt vergeben. Preisträger 2007 war das Redaktionsteam der Plattdeutsch-Zeitschrift «Mitteilungen aus Quickborn.»
 

 

13.08. Krimiautor Robert Brack: Einer brisanten Politintrige auf der Spur

Hamburg (dpa) - Im alten Pastorat von St. Pauli nistet das Grauen. Es lungert zwischen blassen Aktendeckeln, lauert hinter Buchrücken an der Regalwand und schwirrt über dem Holzschreibtisch mit Computer und nostalgischen Lampen: Hier, im Schatten der mächtigen Backsteinkirche, die dem Hamburger Viertel seinen Namen gab, schreibt der Mann, der sich Robert Brack und auch Virgina Doyle nennt, seine tief pessimistischen, populären Kriminalromane - stets mit Blick auf Docks, Schiffe und den verwunschenen Pfarrgarten. Die Bände des Büromieters heißen etwa «Schneewittchens Sarg» (2007) oder «Die schwarze Schlange» (2006) und spielen oft auf dem berühmt- berüchtigten Kiez. Auch das neue Werk, das der Autor sein wichtigstes nennt, passiert in weiten Teilen vor Ort. «Und das Meer gab seine Toten wieder» (Edition Nautilus, Euro 12,90) behandelt einen brisanten, lange verdrängten historischen Polizeiskandal, den Brack, der eigentlich Ronald Gutberlet (49) heißt, in sechsjähriger Kleinarbeit selbst recherchiert hat.

«Hier wurde von den Hamburger Behörden etwas unter den Teppich gekehrt, was ein denkbar schlechtes Licht auf sie geworfen hätte», behauptet Brack. Zufällig gefundene, spärliche Angaben in einer Polizeifestschrift hatten ihn misstrauisch gemacht und zur ersten realen Detektivarbeit seines Lebens angeregt: Am Vorabend des Dritten Reichs, im Sommer 1931, waren zwei junge Angehörige der «Weiblichen Kriminalpolizei», Maria Fischer und Therese Dopfer, unter ominösen Umständen auf der Nordseeinsel Pellworm gestorben und wurden dort begraben. Nur einen Tag später löste man die erst 1927 gegründete Abteilung auf und versuchte, den Tod beider Frauen ihrer einstigen Chefin Josephine Erkens in die Schuhe zu schieben.

Bracks Untersuchungen, etwa im Staatsarchiv und auf Pellworm, lassen ihn aber vielmehr an eine Intrige um politische Macht glauben, bei der wichtige Polizei-Vertreter ungute Rollen spielten. Zu 90 Prozent beruhe sein Roman mit dem Titel aus der biblischen Johannes- Offenbarung (20,13) auf Fakten, sagt Schriftsteller. Für den Rest setzte er seine Kombinationsgabe ein - und seine Fantasie: So erfand er eine britische Ermittlerin, die quasi auf seinen eigenen Spuren dem Fall auf den Grund zu gehen versucht. Wie immer bei Brack, ist auch diese Handlung in eine äußerst ungemütliche Atmosphäre aus Misstrauen und Missgunst getaucht. Zudem schildert der Verfasser Zeithintergründe wie Kundgebungen von Nazis und Kommunisten, Massenarmut mit schlechten Wohnbedingungen und Suppenküchen.

Machtmechanismen, soziale Ungerechtigkeit und nicht hinterfragte Normen sind Themen, die Brack/Gutberlet schon lange umtreiben. Bereits als Jugendlicher wandte sich der 1959 geborene Sohn von kaufmännischen Angestellten aus Fulda, der zunächst Rockmusiker werden wollte, zeittypisch linkem Denken zu. Nach einem Soziologiestudium in Hamburg arbeitete er als Journalist und Sachbuchautor, veröffentlichte 1988 seinen ersten Krimi «Blauer Mohn»
- über die Verhältnisse im sozialistischen Polen. Sein Durchbruch kam
2002 als Virginia Doyle mit dem historischen Roman «Das Totenschiff von Altona». Auch die unter demselben Pseudonym veröffentlichte St.- Pauli-Trilogie «Die rote Katze» (2004), «Der gestreifte Affe» (2005) und «Die schwarze Schlange» geriet zum Bestseller. Der «Marlowe» der Raymond-Chandler-Gesellschaft und der Deutsche Krimi-Preis festigten das Renommee von Gutberlets Consorten.

«Im Fall von Fischer und Dopfer regt es mich vor allem auf, dass sie nicht nur Opfer waren, sondern auch aus politischer Opportunität vergessen wurden. Ich möchte den Frauen Gerechtigkeit widerfahren lassen», sagt der Schriftsteller. «Wenn man irgendwo Ungerechtigkeit spürt, sollte man immer dagegen halten.» Früher habe er so die Gesellschaft verändern wollen. Heute freue er sich, wenn er bei seinen Recherchen Fragen an das Leben stellen könne, dazulerne und mit seinen Erkenntnissen vielleicht einigen Menschen zu Einsichten verhelfe. Auf die Frage, ob die in seinen Büchern vermittelte Welt denn nicht recht einseitig rabenschwarz sei, bleibt Brack, der verheiratet ist und drei kleine Kinder hat, beim verbindlichen Ton, wird aber hammerhart in der Sache: «Wir leben in einer Welt ohne Moral. Das Schwarze ist überall. Sicher kann man gelegentlich etwas Gold finden, zum Beispiel in der Kunst, beim guten Essen und im Familienleben - doch dafür muss man lange kratzen.»
 

 

13.08. Schriftstellerin Reinig übergibt ihre Papiere an Literaturarchiv

Marbach (dpa/lsw) - Die in München lebende Schriftstellerin Christa Reinig (82) überlässt einen Großteil ihrer Manuskripte von Gedichten, Prosastücken und Hörspielen dem Deutschen Literaturarchiv in Marbach am Neckar (Kreis Ludwigsburg). Die Sammlung umfasse zahlreiche Notiz- und Tagebücher zu Themen wie Buddhismus, Literatur oder Astrologie. Reinig wurde 1926 in Berlin geboren, arbeitete nach dem Krieg als Blumenbinderin auf dem Alexanderplatz und holte später in Abendkursen ihr Abitur nach.

Als Mitarbeiterin der satirischen DDR-Zeitschrift «Ulenspiegel» stellte sie Ende der 40er Jahre erste Gedichte vor, die durch humorige Berliner Schnodderigkeit auffielen. Bertolt Brecht (1898-1956) soll sie zum Schreiben motiviert haben. Noch während ihres Studiums an einer Arbeiter- und Bauernfakultät der DDR wurde die ihr die Veröffentlichung verboten. 1964 nutze sie die Verleihung des Bremer Literaturpreises zur Flucht in den Westen. Zu ihren bekanntesten Werken zählen «Die Ballade vom blutigen Bomme» (1972) und ihre Autobiografie «Die himmlische und die irdische Geometrie» (1975).

(Internet: www.dla-marbach.de)
 

 

13.08. Axel Springer baut Digitalgeschäft aus - 11,1 Prozent Umsatzplus

Berlin (dpa) - Der Medienkonzern Axel Springer («Bild», «Die Welt») hat beim Wachstum im ersten Halbjahr 2008 vor allem durch Zukäufe im internationalen Geschäft und bei digitalen Medien zugelegt. In den ersten sechs Monaten des Jahres steigerte der Konzern den Umsatz um 11,1 Prozent auf 1,343 Milliarden Euro, teilte Europas größtes Zeitungshaus am Mittwoch in Berlin mit. Der Überschuss lag bei 526,2 Millionen Euro gegenüber 88,8 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der starke Anstieg sei unter anderem auf den Verkaufserlös der Beteiligung am TV-Konzern ProSiebenSat.1 zurückzuführen. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (EBITA) erhöhte sich um 7,2 Prozent auf 213,9 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
 


zurück zu den Nachrichten von heute
 

12.08. Heinemann-Friedenspreis für Jugendliteratur geht an Holocaust-Buch

Düsseldorf (dpa/lnw) - Der diesjährigen Gustav-Heinemann- Friedenspreis für Kinder- und Jugendbücher geht an die Autorin Digne M. Marcovicz für ihr Holocaust-Buch «Massel ­ Letzte Zeugen». Die mit 7500 Euro dotierten Auszeichnung gilt als wichtigste Ehrung für deutschsprachige Jugendliteratur mit friedenspolitischem Inhalt, teilte die Landeszentrale für politische Bildung am Dienstag in Düsseldorf mit. Ausgezeichnet werden von der NRW-Landesregierung zur Erinnerung an den früheren Bundespräsidenten Gustav Heinemann Romane oder Sachbücher über die Entstehung und Wirkung von Gewalt.

Die in Berlin geborene Autorin erhalte den Preis «für ein in seiner Aufmachung ungewöhnliches Buch, das Interviews, Zeitungsausschnitte, Texttafeln, Fotos und Bilder in Form einer Collage aneinanderreiht». Die Erzählungen von Überlebenden des Völkermordes liessen erahnen, «welche Lebensenergie notwendig ist, um das Grauen zu bewältigen und wieder zu einem halbwegs normalen Leben zurückzukehren».

Digne M. Marcovicz, die als freiberufliche Fotoreporterin und Journalistin für namhafte deutsche Medien arbeitet, habe mit dem Erinnerungsbuch einen würde- und respektvollen Einblick in verschiedene Lebensläufe geschaffen. Die Preisverleihung sei für den 1. September in Essen geplant.

«Massel ­ Letzte Zeugen» von Digne M. Marcovicz ist im Carl Hanser Verlag/München erschienen. Es wird für Jugendliche ab 14 Jahre empfohlen.) 
 

 

12.08. Rheingau Literatur Preis: 10 000 Euro und 111 Flaschen für Krechel

Oestrich-Winkel (dpa/lhe) - Die Schriftstellerin Ursula Krechel erhält den Rheingau Literatur Preis 2008 für ihren Roman «Shanghai fern von wo». «Ausgezeichnet wird dieses Buch für seine souveräne Verbindung von Dokument und Fiktion und für seine sprachliche Eleganz», begründete die Jury am Sonntag ihre Entscheidung. Der Preis wird am 28. September 2008 beim Rheingau Literatur Festival auf Schloss Vollrads in Oestrich-Winkel überreicht. Die 1947 in Trier geborene Preisträgerin erhält 10 000 Euro und 111 Flaschen Riesling. Die Ehrung wird in diesem Jahr zum fünfzehnten Mal vergeben.

(Internet: www.rheingau-literatur-festival.de)
 

 

12.08. Berliner Staatsbibliothek erhält Musiksammlung Bargiel-Schmiedel

Berlin (dpa/bb) - Die Staatsbibliothek in Berlin hat den Nachlass des Komponisten, Musiktheoretikers und -pädagogen Woldemar Bargiel (1828-1897) erhalten. Bargiel war ein Halbbruder von Clara Schumann. Bargiels Enkelin Elisabeth Schmiedel hat den von ihr gepflegten Nachlass «in mäzenatischer Großzügigkeit», wie die Staatsbibliothek am Montag in einer Presseerklärung betonte, der Musikabteilung der Stabi übergeben, wo sich bereits der größte Teil aller Notenautographe Bargiels sowie alle seine gedruckten Werke befinden.

Der jetzt übergebene Nachlass enthält unter anderem etwa 1500 Briefe, die Bargiel mit seinen Schwestern Clara, Cäcilie und Clementine, mit Musikerkollegen wie Johannes Brahms, Felix Mendelssohn Bartholdy und dem Violinisten Joseph Joachim oder befreundeten Familien wie derer von Arnims und Wilhelm Grimms austauschte. Hinzu kommen Urkunden, Reisetagebücher, Fotografien, Programmzettel und Kritiken.

Ein kleiner Teil der Sammlung kam auch in das Schumann-Haus in Zwickau. Laut Berliner Staatsbibliothek bildet die Sammlung auch für die Erforschung des Musikkreises um Schumann eine reiche Quelle für die Wissenschaft.

(Internet: www.staatsbibliothek-berlin.de)
 

 

12.08. Caroline-Schlegel-Preis an Schweizer Thomas Hürlimann

Jena (dpa/th) - Der Schweizer Autor Thomas Hürlimann wird mit dem Caroline-Schlegel-Preis 2008 der Stadt Jena ausgezeichnet. Hürlimann (Jahrgang 1950) erhalte die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung am 30. August im Romantikerhaus, teilte die Stadt am Montag mit. Der mit 2500 Euro dotierte Förderpreis gehe an den Jenaer Dietmar Ebert. Jena vergibt den Preis alle drei Jahre für herausragende Leistungen im Feuilleton und Essay. 50 Bewerbungen wurden eingereicht. Um Caroline Schlegel (1763-1809) gruppierte sich um 1800 jener Kreis, der als die «Jenaer Romantik» in die europäische Kulturgeschichte einging.

Die hochgebildete, geistreiche und vielseitig talentierte Frau war nicht nur Autorin, sondern auch Übersetzerin, Mitarbeiterin und Muse verschiedener Dichter und Denker der Romantik. Vor allem ihre scharf und präzise beobachtenden Briefe gehörten zum Besten, was die deutsche Briefliteratur hervorgebracht hat.

(Internet: www.museen.jena.de)
 

 

12.08. Nobelpreise 2008 werden Anfang Oktober vergeben

Stockholm (dpa) - Die diesjährigen Nobelpreise werden in der ersten Oktoberhälfte vergeben. Wie die Nobelstiftung in Stockholm am Montag mitteilte, macht die Bekanntgabe des Nobelpreises für Medizin wie üblich den Auftakt. Das Karolinska Institut gibt die Preisträger am Montag, dem 6. Oktober (11.30 Uhr), bekannt. An den beiden folgenden Tagen entscheidet Schwedens Wissenschaftsakademie zunächst über den Preis für Physik und danach für Chemie (jeweils 11.45 Uhr).

Zum Abschluss dieser Woche teilt das norwegische Nobelkomitee in Oslo mit, wem der Friedensnobelpreis zuerkannt wird (10. Oktober, 11.00 Uhr). Er ging im vergangenen Jahr an den früheren US- Vizepräsidenten Al Gore sowie den UN-Klimarat für ihre Aktivitäten beim Kampf gegen den globalen Klimawandel.

Am Montag, dem 13. Oktober, veröffentlicht die Stockholmer Wissenschaftsakademie ihre Entscheidung über den «Alfred-Nobel- Gedächtnispreis» für Wirtschaftswissenschaft (13.00 Uhr). Dieser Preis geht nicht wie die anderen fünf Auszeichnungen auf das Testament des Stifters Alfred Nobel (1833-1896) zurück, sondern wurde 1968 von Schwedens Reichsbank gestiftet. Sein Stellenwert gilt als umstritten.

Wie immer bleibt vorerst das Datum für die Vergabe des Literatur- Nobelpreises unbekannt. Die Schwedische Akademie teilt dies traditionell erst wenige Tage zuvor mit. Da die Entscheidung der Juroren stets an einem Donnerstag veröffentlicht wird, gelten der 2. oder der 9. Oktober als wahrscheinlich. Im letzten Jahr wurde die britische Schriftstellerin Doris Lessing ausgezeichnet.

Alle Nobelpreise sind wie in den vergangenen Jahren mit zehn Millionen Kronen (1,1 Millionen Euro) dotiert. Die wissenschaftlichen Nobelpreise gingen ausschließlich an männliche Preisträger. Zu ihnen gehörten auch der deutsche Physiker Peter Grünberg und sein Landsmann Gerhard Ertl, der in der Sparte Chemie ausgezeichnet wurde.

(Internet: www.nobel.se)
 


zurück zu den Nachrichten von heute
 

11.08. Corine-Ehrenpreis geht an Martin Walser - Zukunftspreis für Yunus

München (dpa/lby) - Der Schriftsteller Martin Walser erhält in diesem Jahr bei den Corine-Awards den Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten. Wie der Landesverband Bayern des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels am Montag mitteilte, bekommt zudem der Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus den «Focus»-Zukunftspreis bei der am 4. November geplanten Verleihung in München. Moderiert wird die Gala von Katrin Bauerfeind. Die undotierten Corine-Preise werden seit 2001 in München an Autoren für herausragende schriftstellerische Leistungen vergeben, verschiedene Medienhäuser sind Sponsoren.

Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) würdigte Walser als einen der profiliertesten deutschen Dichter unserer Zeit. «Wir schätzen Martin Walser als kraftvollen Anwalt geistiger und politischer Freiheit und für seinen herausragenden Beitrag zum geistigen Leben in Deutschland», sagte Beckstein laut Mitteilung der Staatskanzlei. Zwar rieben sich die Kritiker immer wieder an seinen Reden und öffentlichen Zwischenrufen, doch Walser habe das literarische und intellektuelle Deutschland seit den 50er Jahren mit geprägt und die Geschichte Deutschlands in den Nachkriegsjahrzehnten literarisch zu ergründen versucht, betonte Beckstein.

Bereits zuvor bekanntgegeben waren die Preisträger in anderen Kategorien des internationalen Buchpreises Corine 2008, darunter Feridun Zaimoglu für «Liebesbrand», Henning Mankell und Axel Milberg mit dem Hörbuchpreis für «Der Chinese» und das Allgäuer-Autorenduo Volker Klüpfel und Michael Kobr für den Krimi «Laienspiel». Der Sachbuchpreis wird verliehen an Manfred Lütz für «Gott. Kleine Geschichte des Größten», Paul Collier erhält den Wirtschaftsbuchpreis für «Die unterste Milliarde», während Andreas Steinhöfel für «Rico, Oscar und die Tieferschatten» den Jugendbuchpreis der Waldemar Bonsels Stiftung entgegennehmen darf. Eine weitere Auszeichnung geht an die Herausgeberin Nadine Barth für «Verschwindende Landschaften».
 

 

11.08. Islamkritikerin Nasreen wieder in Indien - Visum wird verlängert

Neu Delhi (dpa) - Die islamkritische Schriftstellerin Taslima Nasreen ist am Freitag in ihre Wahlheimat Indien zurückgekehrt, um ihr Visum erneuern zu lassen. Der aus Bangladesch stammenden Autorin sei die Verlängerung ihres am kommenden Dienstag auslaufenden Visums zugesichert worden, allerdings erhalte sie keine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung, berichtete die Nachrichtenagentur IANS am Samstag in Neu Delhi.

Nasreen halte sich bei einem befreundeten Diplomaten auf. Sie sei gebeten worden, weder Interviews zu geben noch etwas zu schreiben, was die Gefühle der Menschen im Land verletzen könne, zitierte IANS Vertraute der Autorin. Der indische Außenminister Pranab Mukherjee sagte am Samstag: «Sie ist ein Gast unseres Landes und als solchen werden wir sie behandeln. (...) Es gehört zu unserer Kultur, jedem Schutzsuchenden Zuflucht zu gewähren.»

Muslimische Extremisten hatten im vergangenen Jahr versucht, Nasreens indisches Visum für ungültig erklären zu lassen. Aus Angst vor den Fundamentalisten war sie im März nach Schweden geflohen. Die Schriftstellerin besitzt seit 1994 die schwedische Staatsbürgerschaft. Damals war sie nach Morddrohungen für mehrere Monate ins skandinavische Exil gegangen. Im selben Jahr verlieh ihr das Europaparlament den «Andrej-Sacharow-Preis für geistige Freiheit».

Nasreen lebte auch in den USA und 1995 für ein Jahr in Berlin. Nach ihrer Rückkehr in die Heimat 1998 musste sie sich wegen ihres islamkritischen Buches «Schande» massiver Anfeindungen erwehren. Wegen angeblicher Gotteslästerung und Verunglimpfung des Korans sind mehrere ihrer Bücher in Bangladesch verboten. Seit 2005 lebte Nasreen in Kalkutta. Ende November 2007 war die Schriftstellerin nach gewalttätigen Protesten radikaler Muslime unter den Schutz der indischen Regierung gestellt worden. Seit dem vergangenen Jahr wird sie auch von indischen Muslim-Extremisten mit dem Tode bedroht.
 

 

11.08. Sprachschützer sammeln Anglizismen in Olympia-Berichterstattung

Dortmund (dpa/lnw) - Sprachschützer des Vereins Deutsche Sprache sammeln seit der Eröffnung der Olympischen Spiele am Freitag Anglizismen in der deutschen Fernsehberichterstattung über die Wettkämpfe. «Es kommt immer wieder vor, dass ohne Not Peking etwa als "Beijing" oder der olympische Geist als "olympic spirit" bezeichnet werden», sagte der Geschäftsführer des Vereins, Holger Klatte, am Freitag in Dortmund. Vier Mitarbeiter des Vereins beobachten nun täglich vier Stunden die Berichte auf den öffentlich-rechtlichen Sendern. «Wir mussten uns wegen begrenzter Kapazitäten dabei etwas einschränken», so Klatte.

Die Sprache der Sportreporter werde dabei nach einem Punktesystem bewertet. Für die Verwendung bislang kaum oder gar nicht benutzter Begriffe wie etwa «Beijing» erhalte ein Reporter je zwei Punkte. Für gängige Anglizismen wie «Finish» (Zieleinlauf) oder «Coach» (Trainer) je einen Punkt. «Die Reporter können jedoch auch einen Punkt gutgeschrieben bekommen, wenn sie sich darüber Gedanken machen, dass sie etwa "slow motion" auch einfach als Zeitlupe bezeichnen können», sagte Klatte. Der Reporter mit den meisten Punkten erhalte drei Exemplare des vom Vereins herausgegebenen Anglizismen-Wörterbuchs.

Die Sprachschützer sind von ihrer Aktion überzeugt: «Die verwendete Sprache bei Sportberichten übt großen Einfluss auf die deutsche Sprachgemeinschaft aus», so Klatte. Schließlich verfolgten Millionen von Zuschauern die Berichte, «erst recht bei einem Großereignis wie den Olympischen Spielen.» Der Verein Deutsche Sprache hat rund 31 000 Mitglieder und vergibt jährlich den «Sprachpanscher des Jahres». Prominente Unterstützer sind unter anderem «Spiegel»-Autor Bastian Sick und Kabarettist Hape Kerkeling.

(Internet: www.anglizismenindex.de)
 

 

11.08. Bairischer Dialektpreis an «Wellküren» verliehen

Straubing (dpa/lby) - Das oberbayerische Musikkabarett-Trio «Die Wellküren» hat am Sonntag den Sprachpreis «Nordbairisch- Mittelbairische Sprachwurzel» erhalten. «Ausschlaggebend für die Preisvergabe war, dass die Schwestern der Biermösl Blosn auch in Fernsehinterviews bairisch reden», sagte Professor Reinhard Wittmann laut Mitteilung in seiner Laudatio in Straubing. Dem Trio gehören die Schwestern Moni, Burgi und Bärbie Well an. Der Preis wird vom Landschaftsverband Donau-Wald im «Förderverein Bairische Sprache und Dialekte» vergeben.

Es sei überfällig, dass der zum vierten Mal vergebene Preis auch mal die Dialektpflege von Frauen berücksichtige, hatte der 1. Vorsitzende im Landschaftsverband Donau-Wald, Sepp Obermeier, vor einigen Tagen erklärt. Doch habe sich die Umsetzung dieser Idee als schwieriger als erwartet herausgestellt. «In Niederbayern und in der Oberpfalz fand man keine einzige prominente Anwärterin, welche die Vergabekriterien für den Sprachpreis erfüllt hätte», sagte Obermeier. So fiel die Wahl auf die Kabarett-Truppe aus dem oberbayerischen Oberschweinbach (Landkreis Fürstenfeldbruck).

Mit der Preisvergabe werde gewürdigt, dass die drei Frauen nicht nur auf der Bühne, sondern auch in allen Interviews und im Alltag stets den bairischen Dialekt pflegten und damit gute Vorbilder seien. «Das Bairisch der Wellküren ist eine hochintelligente, wandlungsfähige, poetische wie kraftvolle Sprache», sagte Wittmann weiter.

2005 hatte der Straubinger Landrat Alfred Reisinger den Preis erhalten, weil er die Eröffnungsrede zum Gäubodenvolksfest im Vorjahr auf Bairisch gehalten hatte. Dem Papst wurde die Auszeichnung 2006 zugesprochen, weil er bei vier Privataudienzen ganz selbstverständlich Bairisch redete. Und 2007 ging der Preis an Hans- Jürgen Buchner (Haindling), weil er in mehreren Fernsehsendungen Interviews auf Bairisch gab.
 

 

11.08. Comedian Nachtsheim als Fußballexperte - Buch mit Eintracht-Kolumnen

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Fußballer oder Journalist wollte Hendrik Nachtsheim vom Comedy-Duo Badesalz mal werden. Ersteres verhinderte ein Bänderriss, zweiteres sein plötzlicher Erfolg mit seiner damaligen Band Rodgau Monotones. Trotzdem hat der 51-Jährige einen Weg gefunden, beiden Leidenschaften zu frönen: Der Eintracht Frankfurt-Fan veröffentlicht seit 2005 Zeitungskolumnen über seinen Lieblingsverein, die jetzt in Buchform erschienen. Letzte Woche präsentierte er «Den Schal enger schnallen und in die Ohren spucken» (Societäts-Verlag) vor rund hundert Fans im Eintracht Frankfurt- Museum in der Commerzbank Arena.

Bei der Lektüre der Kolumnen, die wöchentlich in der «Gießener Allgemeinen Zeitung» erscheinen, werden Fans an glanzvolle Siege und bittere Niederlagen, an legendäre Spieler und besondere Tore erinnert. Nachtsheim, der Heimspiele auf der Pressetribüne verfolgt, stellt fest, dass angesichts der Achterbahnfahrten das «Fan-Dasein eine ständige Dippemess» sei. Natürlich fehlt es nicht an Humor, vor allem aber zeichnen sich die Texte der liebevollen und Anekdoten reichen Hommage durch Herzblut und verblüffendes Fachwissen aus.

«Hier schreibt nicht der Comedian einen witzigen Sketch, sondern der Eintracht-Kenner eine fundierte Kolumne», erklärt der Sportchef der Zeitung Gerhard Steines im Vorwort. Nachtsheim blickt in seinem mit zahlreichen Fotos angereicherten 218-Seiten-Buch mitunter auch über den Stadionrand der Commerzbank Arena hinaus. «Skandalschiri Hoyzer» bekommt ebenso sein Fett weg wie Politiker oder der ewige Meister Bayern München. Viel zu lachen gab es auch bei der Buchpräsentation: «Ich habe ein klitzekleines Problem mit Lesungen, und das ist das Lesen», bekannte der Autor und erzählte lieber frei die nicht ganz ernst gemeinte «wahre Entstehungsgeschichte dieses Buches».

(Internet: www.societaetsverlag.de)
 

11.08. Palästinenser verlieren mit Dichter Darwisch eine wichtige Stimme

Ramallah/Tel Aviv (dpa) - Der palästinensische Dichter Mahmud Darwisch war nicht nur die poetische Stimme seiner Landsleute, sondern auch deren moralische Instanz. Denn seine in Versen verpackte oder öffentlich geäußerte Kritik traf nicht nur Israel, sondern auch die Palästinenserführung oder verfeindete Palästinensergruppen. Wie kein anderer Dichter hatte Darwisch die Hand am Puls der Palästinenser. Er thematisierte deren Leidensgeschichte. Die Themen Vertreibung, Verlust der Heimat, Besatzung und der Kampf für Unabhängigkeit ziehen sich wie ein roter Faden durch das künstlerische Werk. «Poesie kann die Welt nicht verändern, aber sie kann Kerzen in der Dunkelheit anzünden», beschrieb Darwisch seine Mission. Der 67-Jährige starb am Samstagabend an den Folgen einer Herzoperation in Houston (Texas).

In der Vergangenheit hatte sich Darwisch bereits zweimal einer Herz-Operation unterzogen. Mit dem Thema Tod ging er deshalb offen um. «Er (der Tod) soll nicht kommen wie ein Dieb. Er soll mich auf einen Streich mitnehmen», sagte Darwisch der israelischen Tageszeitung «Haaretz» einmal.

Nach dem Tod von Darwisch rief Palästinenserpräsident Mahmud Abbas eine dreitägige Trauer aus. Nach palästinensischen Medienberichten soll Darwisch in der Stadt Ramallah beigesetzt werden, wo er in den vergangenen Jahren lebte. Der Sarg solle nach Jordanien geflogen und von dort ins Westjordanland gebracht werden, hieß es. Darwisch wurde in dem Dorf al-Birwa nahe der nordisraelischen Stadt Akko geboren. Im Zuge des Krieges nach der israelischen Unabhängigkeit von 1948 wurde das Dorf zerstört. Die Familie des Siebenjährigen floh in den Libanon, kehrte aber später nach Israel zurück. Den Verlust der Heimat verglich Darwisch in seinen Werken unter anderem mit der Vertreibung aus dem Paradies.

Darwisch wurde nach Schulabschluss Mitglied der Kommunistischen Partei Israels und schrieb Gedichte, die in linken Tageszeitungen veröffentlicht wurden. In Haifa arbeitete er später als Chefredakteur der arabisch-kommunistischen Zeitung «Al-Ittihad». Im Jahr 1970 verließ er Israel. Sein Weg führte ihn in mehrere arabische Länder und nach Paris. Seit 1996 lebte er zwischen Ramallah und Amman.

Darwischs Lebenswerk ist vom politischen Engagement für einen unabhängigen palästinensischen Staat geprägt. Dennoch blieb der Künstler für die Palästinenserführung eine unbequeme Stimme. Zwar wurde der Dichter 1987 in den Zentralrat der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO gewählt, aber aus Protest gegen die Unterzeichnung der Osloer Friedensabkommen schied der Vorsitzende des Hohen Rates für Kultur, Religion und Information 1993 freiwillig aus.

Darwisch ist nicht nur der palästinensische Nationaldichter schlechthin gewesen, sondern er wurde auch als einer der herausragenden zeitgenössischen Dichter in der arabischen Welt verehrt. Seine mehr als 30 Gedichtbände sind in 30 Sprachen übersetzt worden. Gemeinsam mit dem israelischen Psychologie-Professor Dan Bar- On wurde Darwisch 2003 mit dem Remarque-Friedenspreis der Stadt Osnabrück ausgezeichnet. Auf Deutsch sind von ihm mehrere Lyrik-Bände erschienen, darunter «Weniger Rosen» (2002), «Wo du warst und wo du bist» (2004) und «Belagerungszustand» (2006).

Vor acht Jahren löste der Künstler in Israel fast eine Regierungskrise aus. Der damalige Bildungsminister Jossi Sarid wollte einige Gedichte in den israelischen Lehrplan aufnehmen. Rechtsorientierte Parteien drohten daraufhin mit ihrem Rückzug aus der Regierungskoalition. Darwisch bedauerte das. Dennoch glaubte er bis zu seinem Tod an den Sieg der Vernunft und Frieden zwischen Israel und den Palästinensern. «Ich bin geduldig und warte auf eine tiefgreifende Revolution im Bewusstsein der Israelis», sagte er.
 

 

11.08. Bestseller-Autorin Kinkel gibt Talenten eine Chance - «Fan-Fiction»

Hamburg (dpa) - Bestsellerautorin Tanja Kinkel will Schreibtalente fördern und bietet daher allen die Möglichkeit, an ihrem neuen Roman «Säulen der Ewigkeit» weiterzuschreiben. Von September an werde sie auf ihrer Internet-Seite alle zwei Wochen Passagen des Buches veröffentlichten und alle Interessierte zum Weiterschreiben dieses Abschnitts auffordern. Eine Möglichkeit sei auch, dass eine Nebenfigur plötzlich in den Vordergrund rückt, erklärte die 38- jährige Autorin. Alle Besucher der Internetseite können dann die jeweiligen Texte beurteilen. Sie hoffe, dass dadurch auch Lektoren und Verlage auf mögliche Talente aufmerksam werden.

«Jeder der mitmacht, wird unmittelbar gelesen, gelobt oder verrissen», erzählte Kinkel. Sie selbst sei durch eine harte Schule gegangen. Das sei lehrreich und gut gewesen. «Und ich bin mir sicher, dass ich deswegen später die Bücher schreiben konnte, die sich millionenfach verkauften.» Angefangen habe sie als Jugendliche, da habe sie die Geschichten von «Star Wars» und «Star Trek» weiter gesponnen.

(Internet: www.tanja-kinkel.de)
 

 

11.08. Wo Goethe sein Vereinsleben pflegte - 200 Jahre Wetterauische

Hanau (dpa/lhe) - Mit Dichterfürst Goethe kann sie sich ebenso schmücken wie mit dem berühmten Naturforscher Alexander von Humboldt oder den Chemikern Justus von Liebig und Friedrich Wöhler. Die Mitgliederliste der Wetterauischen Gesellschaft ist ebenso lang wie prominent besetzt. Die am 10. August 1808 in Hanau gegründete Gesellschaft beschäftigt sich seit 200 Jahren mit der naturwissenschaftlichen Forschung und zählt damit zu den ältesten deutschen Institutionen dieser Art.

Ins Leben gerufen wurde die Gesellschaft von zehn bekannten Wissenschaftlern, darunter Hanauer Bürger wie der von Goethe hoch geschätzte Mineraloge Carl Caesar Leonhard. Das Ziel der naturwissenschaftlichen Elite stand im Zeichen der Aufklärung: «Im beengten Kreise des Lebens für das Große der Wissenschaft thätig zu seyn». Dazu gehörte damals die Vermittlung von mineralogischen, geologischen, botanischen, zoologischen, physikalischen und chemischen Erkenntnissen durch Lesezirkel und Vorträge. Ein Vorhaben, dem man bis heute treugeblieben ist.

«Wir wollen ja nicht die Asche der Wissenschaft bewahren, sondern in die Zukunft blicken», erklärt Dr. Wolfgang Heinemann, Direktor der Gesellschaft. Und so bietet sie der interessierten Öffentlichkeit bis heute ein buntes, aus heimatkundlichen Exkursionen und Vorträgen bestehendes Programm. Mindestens einmal monatlich gibt es Expertenvorträge, etwa zu Themen aus Klimatologie, Insekten-, Boden- oder Fossilienkunde. In diesem Jahr stehen 20 Referate auf dem Plan. Die Sommerpause wird für Exkursionen genutzt.

Goethe hatte die Gesellschaft darum gebeten, seine mineralogischen Studien im Rahmen ihrer Jahresschriften veröffentlichen zu dürfen. Er empfahl 1814 dem Gelehrten C. H. Schlosser in einem Brief, sich in Frankfurt ein Beispiel an der Gesellschaft zu nehmen. Die Frankfurter zogen drei Jahre später mit der «Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft» nach.

Mag die «Tochter aus Frankfurt», wie Heinemann sie nennt, die Wetterauische Gesellschaft auch überflügelt haben und international bekannter sein: Kleine wie große Hanauer ­ der Verein bietet auch Mitgliedschaften für Familien an ­ wissen das Angebot der Naturkundler zu schätzen. Auf die umfangreiche, wie die Bibliothek im Kanzleigebäude am Schlossplatz untergebrachte Sammlung naturwissenschaftlicher Exponate - Mineralien, ausgestopfte Vögel, Insekten, Pflanzen und Reptilien - müssen sie seit 1945 verzichten: Sie fiel einem Bombenangriff zum Opfer und wird nun Stück für Stück wieder aufgebaut. Die meisten bibliophilen Schätze dagegen blieben unversehrt - von einigen durch Bombensplitter beschädigten Buchrücken abgesehen.

Allerdings gibt es viel zu Restaurieren. Gerade erst wurde mit Unterstützung der Interessengemeinschaft Altstadt Hanau ein wertvoller Foliant von 1551 wiederhergestellt, nur eines von vielen antiken Büchern, an denen der Zahn der Zeit nagt und die Direktor Heinemann gern restauriert sähe. In den Archiven im Kanzleigebäude lagern noch mehr bisher nicht erfasste Werke. «Wir finden immer wieder echte Schätze», sagen Heinemann und sein erster Sekretär Edda Rose.

Solche Schätze zu bewahren, ist nach Ansicht von Prof. Dieter Mollenhauers vom Forschungsinstitut Senckenberg heute die Hauptaufgabe der Gesellschaft: «Die Gründung der Gesellschaft war eine Pioniertat.» Es zähle zu den großen Verdiensten der Wetterauischen Gesellschaft, Naturzustände dokumentiert zu haben, die es heute gar nicht mehr gibt. Ein Beispiel: Kürzlich wurden in einem Graubündner Archiv Pflanzenreste gefunden, die den Zustand der Wetterau um 1850 dokumentieren ­ aller Wahrscheinlichkeit nach das Werk eines Mitgliedes der Wetterauischen Gesellschaft.

Derzeit bereiten Heinemann und Rose eine Jubiläumsausstellung in Schloss Philippsruhe (14. September bis 26. Oktober) vor.

Wetterauische Gesellschaft: Stresemannstr. 9, Hanau
 

 

11.08. Universität Rostock erhält Uwe-Johnson-Stiftungsprofessur

Rostock (dpa/mv) - An der Universität Rostock wird eine Uwe-Johnson-Stiftungsprofessur geschaffen. Stifter sei Ulrich Fries, Chef der Holzgroßhandlung Fries aus Kiel, teilte die Universität am Freitag in Rostock mit. Die Stiftungsprofessur sei ein Glücksfall. Johnson war von 1952 bis 1954 Germanistikstudent in Rostock. Damit werde auch ein Stück Wiedergutmachung an einem wichtigen Repräsentanten der deutschen Nachkriegsliteratur geleistet, der in Mecklenburg verwurzelte Johnson (1934-1984) durfte in der DDR jahrzehntelang nicht verlegt werden. Mit der «großzügig bemessenen Stiftungssumme» soll eine Johnson-Gesamtausgabe herausgegeben werden.
 

 

11.08. Volker Braun stellt neues Buch erstmals auf Rügen vor

Gingst (dpa/mv) - Der Schriftsteller Volker Braun wird am 13. August sein neues Buch «Machwerk oder Das Schichtbuch des Flick von Lauchhammer» in der Dorfkirche von Gingst im Rahmen der 4. Gingster Lese erstmals öffentlich vorstellen. Der 1939 geborene Autor und Direktor der Sektion Literatur der Akademie der Künste Berlin schildere in seinem Buch den Kampf eines ehemaligen Bergmanns um seinen Platz in der Arbeitswelt, der zu diversen Katastrophen führe, teilte die Initiative Bücherdorf Gingst Rügen am Donnerstag mit. Die Gingster Lese soll den Aufbau eines Bücherdorfes auf Rügen unterstützen und das ländliche Leben in der Tradition der Literatursalons des frühen 20. Jahrhunderts bereichern.
 


zurück zu den Nachrichten von heute
 

08.08. Lyriker Gerhard Falkner erhält Kranichsteiner Literaturpreis 2008

Darmstadt (dpa) - Der Lyriker und Essayist Gerhard Falkner erhält den mit 20.000 Euro dotierten Kranichsteiner Literaturpreis 2008. Damit werde das Gesamtwerk des 1951 im bayrischen Schwabach geborenen Schriftstellers gewürdigt, teilte der Deutsche Literaturfonds am Freitag in Darmstadt mit. Der Preis wird am 15. November in Darmstadt verliehen. Die Laudatio hält die Schriftstellerin Ulrike Draesner.

Falkner veröffentlichte seit Mitte der 70er Jahre Gedichte, anfangs in Zeitschriften. 1981 debütierte er mit dem Gedichtband «so beginnen am körper die tage». Zu seinen bekanntesten Werken zählen die Gedichtbände «wemut» (1989), «X-te Person Einzahl» (1996), «Endogene Gedichte» (2000) und «Gegensprechstadt-ground zero» (2005). Zuletzt erschien im Berlin Verlag die Novelle «Bruno». Im selben Verlag soll nach den Angaben des Deutschen Literaturfonds im November der Gedichtband «Hölderlin Reparatur» erscheinen.

Falkners Werk wurde unter anderem 1987 mit dem Bayerischen Staatsförderpreis und 2004 mit dem Schillerpreis ausgezeichnet. In der Anthologie «Das erste Buch - Schriftsteller über ihr literarisches Debüt» (Suhrkamp, 2007) schrieb Falkner, seine Gedichte überfielen ihn wie «Schweißausbrüche» oder «Hungergefühle», sie gründeten «nicht auf Ehrgeiz, sondern auf Erregung».

In den vergangenen Jahren ging der Kranichsteiner Literaturpreis an Paul Nizon (2007), Sibylle Lewitscharoff (2006), Martin Mosebach (2005) und Peter Kurzeck (2004).

(Internet: www.deutscher-literaturfonds.de)
 

 

08.08. Ausweis, Zeugnis, Brief: Künstlerarchiv nur für Schriftnachlässe

Düsseldorf/Bonn (dpa/lnw) - Ausschließlich Schriftnachlässe will das neu gegründete «Rheinische Archiv für Künstlernachlässe» sammeln. Die Stiftung wurde in Kooperation der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität und des Historischen Archivs Bonn sowie der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn gegründet. Sie sei als Facharchiv «bislang einzigartig», heißt es in einer Pressemitteilung der Düsseldorfer Hochschule vom Freitag. Ziel des Archivs mit Sitz in Bonn sei die Erhaltung und Erschließung des «biografischen Vermächtnisses» von Bildenden Künstlern, Fotografen und Architekten, die aus dem «durchaus europäischen» Rheinland stammen.

Das Sammelspektrum reicht von Briefen und Postkarten über Manuskripte, Tagebücher, Werkverzeichnisse und Rezensionen bis zu Kalendern, Ausweisen, Fotografien oder Zeugnissen. Solche persönlichen Zeugnisse würden nach dem Tod der Künstler zu oft «Opfer unbedachter Aufräumaktionen», hieß es. Dabei sei ihre Bedeutung für die Erforschung von Leben und Werk bedeutend, «bisher jedoch nicht ausreichend genutzt».

(Internet: www.rak-bonn.de)
 

 

08.08. Endspurt bei Dreharbeiten für Film über Marcel Reich-Ranicki

Breslau (dpa) - In der polnischen Großstadt Breslau (Wroclaw) ist ein Teil des Warschauer Ghettos wiedererstanden. Weil es in Warschau kaum noch historische Spuren vom Ghetto aus der Kriegszeit gibt, dient Breslau als Kulisse für den Fernsehfilm über Deutschlands bekanntesten Literaturkritiker und Holocaust-Überlebenden Marcel Reich-Ranicki. Eine kleine Gasse unweit des Breslauer Alten Marktes verwandelte sich in eine Ghetto-Straße, die Universitätsbibliothek in den Sitz des Judenrats. «Fleckenfieber. Betreten und Verlassen ist strengstens verboten», steht auf Plakaten an einem nachgebauten Holzzaun.

Eine Kolonne aus mehreren hundert abgemagerten und resignierten Ghetto-Insassen, bewacht von SS-Leuten und jüdischen Ordnungspolizisten, bewegt sich langsam zum unsichtbaren «Umschlagplatz». Von dort waren im Sommer 1942 mehrere hunderttausend Juden ins NS-Vernichtungslager Treblinka deportiert werden. Dieses Schicksal teilte auch die Mutter von Reich-Ranickis Ehefrau Teofila. In einer Szene können die Tochter, gespielt von Katharina Schüttler, und Marcel (Matthias Schweighöfer) nur machtlos aus der Ferne beobachten, wie sie abgeführt wird.

Persönlichen Erfahrungen der Holocaust-Überlebenden gerecht zu werden, ist für den aus Israel stammenden Regisseur Dror Zahavi die größte Herausforderung. Reich-Ranicki selbst gab ihm den Hinweis mit auf den Weg, alles sei schlimmer gewesen, als wir denken. Das sei für ihn eine große Last, bekennt Zahavi. Doch Reich-Ranicki reagierte äußerst positiv auf die ersten Szenen, die er im Fernsehen sah. «Es berührt mich sehr, was da gezeigt wurde», sagte er am Donnerstagabend in den ARD-«Tagesthemen». Angesichts des geringen Wissens über die Nazi-Zeit in der jungen Bevölkerung sei es «sehr gut und erfreulich, dass der Film gemacht wird».

Die Dreharbeiten zum WDR-Fernsehfilm hatten am 3. Juli in Nordrhein-Westfalen begonnen. Drei Wochen später zog das Team nach Breslau um, wo die Arbeit am Freitag zu Ende ging. Danach ist noch eine Drehwoche in Legnica (Liegnitz) vorgesehen, dann sei der Film unter Dach und Fach, sagt die verantwortliche WDR-Redakteurin Barbara Buhl. Voraussichtlich wird der 90-Minuten-Streifen am 15. April 2009 in der ARD zu sehen sein.

Der Film solle mehr sein als nur eine Verfilmung von Reich- Ranickis 1999 erschienener Autobiografie «Mein Leben», sagt Buhl. Er solle auch junge Leute ansprechen, die den «Literaturpapst» nicht kennen. Drehbuchautor Michael Gutmann hat sich als «dramaturgischen Kniff» ein Verhör als Rahmen für die Erzählung ausgedacht. Nach dem Krieg hatten Polens kommunistische Behörden Reich-Ranicki als Diplomaten und Agenten nach London geschickt, doch schon 1949 fiel er wegen «ideologischer Entfremdung» in Ungnade, wurde abberufen und verhaftet. Beim Verhör durch einen polnischen Sicherheitsbeamten soll Reich-Ranicki sein Leben erzählen.

Die Handlung beschränkt sich auf einen begrenzten Zeitabschnitt aus dem Leben des 88-Jährigen. Der Film fängt 1929 an, als der neunjährige Marcel aus seinem polnischen Geburtsort Wloclawek nach Berlin geschickt wird, ohne die deutsche Sprache zu verstehen. Er musste sich anpassen, besser als andere sein, um nicht unterzugehen, erläutert Gutmann. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wird der Abiturient 1938 nach Polen ausgewiesen. Dort erlebt er ein Jahr später den deutschen Angriff und die Einweisung ins Ghetto, wo er seine Frau kennenlernt. Dem Paar gelingt im Februar 1943, kurz vor der Ermordung aller Insassen, die Flucht. Eine polnische Familie versteckt die beiden bis zum Einmarsch der Roten Armee im Herbst 1944.

Seit Anfang der 50er Jahre versucht sich Reich-Ranicki in Polen als Lektor und Literaturkritiker durchzuschlagen. 1958 reist die Familie in die Bundesrepublik aus. Da beginne eine neue Geschichte, begründet Gutmann seine Entscheidung, hier den Film zu beenden.
 

 

08.08. 845 «Poesiealben» der Anna Amalia Bibliothek werden katalogisiert

Tübingen/Weimar (dpa/th) - Die 845 Stammbücher aus dem Bestand der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar werden in Tübingen aufgearbeitet und katalogisiert. Der Fundus mit teilweise sehr persönlichen Einträgen berühmter Köpfe von Luther bis Goethe sei Deutschlands größte Sammlung historischer «Poesiealben», teilte die Eberhard Karls Universität am Freitag in Tübingen mit. Das Kooperationsprojekt der Klassik Stiftung Weimar und der Universitätsbibliothek Tübingen wird von der Weinheimer Hector-Stiftung finanziert.

Die Stammbücher seien als Freundschafts- und Erinnerungsbücher in Wittenberg (Sachsen-Anhalt) entstanden, das Mitte des 16. Jahrhunderts eine der bedeutendsten deutschen Universitäten beherbergte. Dort wirkten Martin Luther und Philipp Melanchthon. In der Zeit, als Goethe die Oberaufsicht über die herzögliche Bibliothek in Weimar innehatte, sei der Grundstock der bedeutenden Sammlung gelegt worden. Laut Klassik Stiftung gehörten diese Bücher Studenten, die berühmte Menschen und Gelehrte ihrer Zeit um Einträge in die Bücher gebeten haben. Die jüngsten Stammbücher in Weimar stammen aus dem Jahr 1990.
 

 

08.08. Die ganze «Ilias» auf Schloss Corvey

Höxter/Detmold (dpa/lnw) - Bekannte Schauspieler tragen auf einem viertägigen Lesefest auf Schloss Corvey in Höxter die komplette Dichtung «Ilias» von Homer vor. Vom 28. bis 31. August lesen unter anderem Christian Berkel, Martina Gedeck und Andrea Sawatzki die neue Fassung des Literaturwissenschaftlers Raoul Schrott, teilte das Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe in Detmold am Freitag mit. Außerdem diskutiere Schrott etwa mit Peter Sloterdijk und dem Literaturwissenschaftler Hermann Korte sowie Altertumsforschern. Schrott war Anfang des Jahres wegen seiner neuen, umstrittenen Thesen über den griechischen Dichter Homer in die Kritik geraten.

(Internet: www.schloss-corvey.de)
 

08.08. Kafka-Biograf Stach: Berichte über Porno-Hefte sind Marketing-Gag

Hamburg (dpa) - Berichte über eine Pornosammlung des Autors Franz Kafka sind nach Ansicht seines Biografen Reiner Stach ein «Marketing-Gag» für ein Buch des Briten James Hawes. «Es ist keine Entdeckung. Diese Zeitschriften sind keine Pornosammlung», sagte Stach am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur dpa. Dass Kafka (1883-1924) Magazine mit pornografischen Darstellungen besessen habe, sei weder neu, noch habe Kafka bisher als keusch oder heilig gegolten. Unter anderem hatte die «Times» unter Verweis auf das bald erscheinende Hawes-Buch geschrieben, nun würden Kafkas Pornos aus dem Schrank geholt. «Das Ganze kommt mir vor wie ein unglaublicher Marketing-Gag, der auch funktioniert», sagte Stach.

Es sei längst bekannt, dass Kafka als 24-Jähriger zusammen mit seinem Freund Max Brod die Magazine «Amethyst» und «Opale» abonniert gehabt habe. Außer Texten enthielten sie auch Bilder. «Es waren zwar pornografische Darstellungen dabei, aber Sie dürfen sich das nicht so vorstellen wie die harte Pornografie heute. Das sind Zeichnungen, keine Fotos. Das sind spielerische Darstellungen, die haben zum Teil karikaturistischen Wert», sagte Stach.

Kafka habe sie auch nicht streng versteckt, sondern in seinem Bücherschrank gelagert. Dass er diesen abschloss, begründete er 1907 in einem Brief an Brod aus dem Urlaub ganz anders: In dem Schrank lag auch sein Sparbuch, und von dem durfte seine Familie nichts wissen. Kafka bot Brod in dem Brief an, den Schlüssel zu schicken. «Schon das widerlegt die These von der heimlichen Pornosammlung», meint Stach. Denn Kafkas Mutter hätte mit Sicherheit danebengestanden, wenn Brod an den Schrank seines Freundes gegangen sei.

Die Existenz der Hefte sei auch keineswegs von Biografen verschämt verschwiegen worden. Klaus Wagenbach habe schon vor 50 Jahren darüber geschrieben. «Auch ich werde natürlich in dem Band, der jetzt noch kommt, darüber schreiben - aber so bedeutend scheint mir das wirklich nicht», sagte Stach. Er legte bisher zwei Bände über Kafka vor. Den dritten über seine Jugend stellte er zurück, bis wichtige zusätzliche Quellen zugänglich sind.

Auch das Kafka-Bild, das Hawes unterstelle, stimme nicht, sagte Stach. Spätestens seit den 50er Jahren stehe Kafka nicht mehr auf einem Heiligensockel. Beispielsweise seien Kafkas Bordellbesuche längst thematisiert worden.
 

 

08.08. Humboldt-Universität erhält Zeitschriftenbände aus Georgien zurück

Berlin (dpa/bb) - Die Berliner Humboldt-Universität erhält verschollen geglaubte Zeitschriftenbände, die in der georgischen Nationalbibliothek entdeckt wurden, wieder zurück. Die Zeitschriftenbände aus dem 19. und 20. Jahrhundert werden an diesem Freitag in Berlin übergeben, teilte die Humboldt-Universität am Donnerstag mit. Die aufgefundenen Bände, darunter 160 der Zeitschrift «Fortschritte der Physik», seien überwiegend dem Bestand des vormaligen Instituts für Theoretische Physik der Berliner Universität zuzuordnen.

Die Zeitschriften seien nach dem Zweiten Weltkrieg auf teilweise verschlungenen Wegen in die ehemalige Sowjetunion geschafft, im Bestand der georgischen Nationalbibliothek wiederentdeckt und als «Beutegut» identifiziert worden. In einem feierlichen Akt sollen die Zeitschriftenbände jetzt durch den georgischen Botschafter Levan Duchidze und im Beisein von Vertretern des Auswärtigen Amtes, des Bundesinnenministeriums sowie der Berliner Wissenschaft wieder den ursprünglichen Eigentümern übergeben werden, betonte die Universität am Donnerstag.

Georgien hatte bereits 1996 etwa 100 000 Bücher an Deutschland zurückgegeben, die nach dem Krieg aus verschiedenen deutschen Bibliotheken in die damalige Sowjetunion gebracht worden waren. Der damalige Bundesaußenminister Klaus Kinkel (FDP) betonte seinerzeit dazu, Georgien habe damit als erstes östliches Land eine bedeutende Rückführungsaktion von deutschen Kulturgütern vollzogen. Der damalige Generaldirektor der Deutschen Bibliothek, Klaus-Dieter Lehmann, sprach bei der Übergabe der Bücher in der Staatsbibliothek zu Berlin von einem «großen Tag für die deutschen Bibliotheken». Im polnischen Krakau befinden sich bis heute aus der Sammlung der Preußischen Staatsbibliothek wertvolle Musikhandschriften, darunter Teile der Originalpartituren von Mozart-Opern sowie Handschriften der Brüder Grimm und Martin Luthers.
 

 

08.08. Goldener Ring von Ringelnatz künftig in seiner Geburtsstadt zu sehen

Wurzen (dpa/sn) - Zum 125. Geburtstag des Dichters Joachim Ringelnatz (1883-1934) ist das Museum seiner Geburtsstadt Wurzen um einige Original-Erinnerungsstücke reicher geworden. Der Sohn der Schwägerin von Ringelnatz überließ der Sammlung am Donnerstag drei Postkarten und einen goldenen Ring seines berühmten Verwandten, wie Bettina Kretzschmar vom Kulturbetrieb Wurzen sagte. Das Museum beherbergt eine Ringelnatz-Sammlung, zu der auch ein Seesack sowie ein kleiner Zettel mit der Aufforderung «Bitte 8.30 Uhr wecken» samt Skizze gehören. Ringelnatz war in der Stadt nahe Leipzig unter dem bürgerlichem Namen Hans Bötticher zur Welt gekommen.

«Die Postkarten, die Ringelnatz teils zusammen mit seiner Frau an seine Schwägerin geschrieben hat, zeugen von einem innigen verwandtschaftlichen Verhältnis», sagte Kretzschmar. Der Dichter hatte seine Frau liebevoll «Muschelkalk» und deren Schwester «Schneehase» genannt. Die Postkarten und den Ring hat das Museum als Dauerleihgabe bekommen.

Der Geburtstag ist in Wurzen mit einer Reihe von Aktivitäten gefeiert worden. Für einen Tag gab es im Museum ein Sonderpostamt, das eine von der Post neu herausgegebene Briefmarke mit dem Konterfei des Künstlers und einen dazu passenden Sonderstempel bot. Zudem wurde ein für 28 000 Euro geschaffener Ringelnatz-Lehrpfad durch die Stadt eröffnet. Er verbindet markante Wahrzeichen, darunter Dom, Schloss und Wenceslaikirche. An jedem der Orte erinnert nun eine Stele mit dem Gesicht von Ringelnatz und einem Gedichtauszug an den berühmten Sohn der Stadt.

Auch im Internet wurde der Dichter, Kabarettist, Schriftsteller und Maler am Donnerstag gewürdigt: Die Suchmaschine Google gestalte auf der Startseite ein «o» in ihrem Namen als Ringelnatz-Kopf. Am kommenden Samstag wollen die Wurzener noch einmal feiern; bei einem «Geburtstags-Schwoof mit Ringelnatz» im Stil der Goldenen Zwanziger samt Musik und Theater.

Ironische Alltagsverse, Seemannstiraden und zynische Reime über die Regierung machten den in Berlin gestorbenen Dichter berühmt. Die Paraderolle des kleinen, etwas kurzsichtigen Mannes war die des Leichtmatrosen «Kuttel Daddeldu».

(Internet: www.ringelnatz-verein.de)
 

 

08.08. Comeback für Marx und Hacks in der DDR-Bibliothek von Peter Sodann

Merseburg (dpa/sa) - Noch liegen die Werke von Karl Marx, Peter Hacks und Leo Tolstoi in Bananenkisten. Wenn sich der Traum vom ehemaligen «Tatort»-Kommissar Bruno Ehrlicher alias Peter Sodann erfüllt, stehen sie eines Tages zusammen mit allen anderen zwischen 1945 und 1990 in den jetzigen neuen Bundesländern erschienenen Büchern in einer Bibliothek. Kurz nach dem Fall der Mauer entschied sich der Schauspieler, die literarischen Zeugen der vergangenen Ära vor dem Müll zu bewahren. «Unsere Enkel werden nachfragen», sagt Sodann, der mit dutzenden Helfern in Merseburg (Saalekreis) bislang rund 180 000 Bücher gesammelt hat und noch lange nicht am Ziel angelangt ist.

Nur eine halbe Autostunde entfernt von Merseburg waren kurz nach dem Ende der DDR tausende druckfrische Bände auf dem Müll gelandet - zum Entsetzen vieler Buchliebhaber. Die Leipziger Kommissions- und Großbuchhandelsgesellschaft, zu DDR-Zeiten zentraler Bücher- Auslieferer, hatte tonnenweise Bücher auf die Müllhalde gebracht, darunter deutschsprachige Klassiker ebenso wie Tierbildbände, moderne Lyrik oder aufwendig illustrierte Märchenbücher. Nicht nur der Großhandel, auch Privatleute und Bibliotheken trennten sich von bedruckten und gebundenen Hinterlassenschaften der DDR.

In hunderten Werken, die Sodann und sein Team nun in einem ehemaligen Kindergarten in Merseburg sammeln, künden Stempel davon, dass sie in Bibliotheken lagen, die entweder aufgelöst wurden oder sich von ihrem DDR-Bestand getrennt haben. «Wir rechnen damit, dass rund 100 Millionen Bücher aus den Bibliotheken auf dem Müll gelandet sind», sagt Eberhard Richter, Vorsitzender des «Peter-Sodann- Bibliothek e.V.». Er staunt immer wieder über das, was beim Verein ankommt. «Uns wurde eine Sammlung von Märchenbüchern angeboten, die war so umfangreich - das konnte ich mir gar nicht vorstellen.»

«Wir rechnen mit Einbrüchen. Kein Bargeld im Haus. Kühlschrank ist leer», heißt es auf einem Zettel an der Tür des ehemaligen Kindergartens. Drinnen türmen sich dutzende prall mit Literatur gefüllte Bananenkisten. «Dieses Jahr haben wir 50 000 Bücher von Privatleuten bekommen», berichtet der Vereinsvorsitzende «Vieles kommt von Bundesbürgern, die in der DDR von ihrem Zwangsumtausch-Geld Bücher gekauft haben.»

«Die DDR war ein Leseland: Weil man nicht reisen konnte, wurde gelesen», sagt Sodann, der einst wegen eines Buchs sogar verhaftet wurde: «Ich hatte mir "Die Pest" von Camus aus dem Westen mitgebracht. Als ich wieder frei kam, erschien es auch in der DDR», berichtet er. In Merseburg hat der DDR-Bibliotheks-Gründer viele Helfer. 13 Ein-Euro-Jobber sitzen seit März vergangenen Jahres in dem früheren Kindergarten vor Computern und registrieren jedes einzelne Buch.

Rund 350 000 Titel sind Sodanns Schätzung zufolge von Kriegsende bis Mauerfall in DDR-Verlagen veröffentlicht worden. 70 000 sind bislang im elektronischen Katalog erfasst. Sie kommen wieder in eine Kiste und dann in eine Sporthalle in Merseburg, die derzeit als Lager für die katalogisierten Werke dient. Sodann und sein Verein suchen nun nach einem geeigneten Domizil und Spenden für ihre einzigartige Sammlung, die eines Tages auch eine Fundgrube für Wissenschaftler werden soll.
 

 

08.08. Spaniens Kronprinz eröffnet Cervantes-Institut am 22. September

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Der spanische Kronprinz Felipe wird zusammen mit seiner Frau Letizia und dem Schriftsteller Jorge Semprun am 22. September in Frankfurt das Instituto Cervantes eröffnen. Das spanische Kulturinstitut wird mit 3000 Quadratmeter Fläche die größte Niederlassung in Deutschland sein, wie die Stadtverwaltung am Donnerstag berichtete. Derzeit ist Spanien mit Kultur-Instituten in Berlin, München und Bremen vertreten. Das nach dem spanischen Nationaldichter Miguel de Cervantes (1547-1616) benannte Institut zieht in das ehemalige Amerikahaus ein, das für drei Millionen Euro in der Frankfurter Innenstadt renoviert wurde.

Das Cervantes-Institut, das ähnlich wie das deutsche Goethe-Institut im Ausland die spanische Kultur vermittelt, soll künftig rund 50 Beschäftigte haben. Cervantes will bei seiner Arbeit auch die Kultur der spanischsprachigen Länder Lateinamerikas miteinbeziehen. Ein Vertrag zur Ansiedlung des Instituts hatte Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) im Juni vergangenen Jahres in Madrid geschlossen.

(Internet: www.cervantes.de; Instituto Cervantes: Staufenstraße 1, Frankfurt am Main)
 


zurück zu den Nachrichten von heute
 

07.08. Jan Seghers erhält Literaturpreis von Offenbach - «Im Bücherturm»

Offenbach (dpa/lhe) - Der Frankfurter Autor Jan Seghers alias Matthias Altenburg erhält den Literaturpreis der Nachbarstadt Offenbach. Die Auszeichnung ist mit 12 500 Euro und dem Titel «Schriftsteller im Bücherturm» verbunden. Seghers sei «ein Gewinn für die Stadt und den Preis», sagte Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD) am Donnerstag bei der Vorstellung von Seghers.

Der 1958 in Fulda geborene und in Nordhessen aufgewachsene Autor wurde unter seinem Namen Matthias Altenburg mit Essays und Kritiken bekannt. In seinen Werken setzt er sich unter anderem kritisch mit der deutschen Gegenwartsliteratur auseinander. Unter dem Pseudonym Jan Seghers veröffentlicht er seit 2004 in Frankfurt angesiedelte Kriminalromane wie «Ein allzu schönes Mädchen», die zu Bestsellern wurden. Altenburg nahm 1993 am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb teil. 1995 erhielt er ein Stipendium des Deutschen Literaturfonds und 1998 den Marburger Literaturpreis.

Seghers ist der elfte «Schriftsteller im Bücherturm». Er folgt er auf Jan Koneffke, der seit 2005 amtierte. Zu den Vorgängern gehört auch die Autorin Elke Heidenreich. Ein Termin zur Einführung Seghers steht noch nicht fest. Er soll jedoch bereits an den «Hessischen Literaturtagen» im September in Offenbach teilnehmen.
 

 

07.08. Nobelpreisträgerin Ebadi: Kritik an Tochter ist Verleumdungskampagne

Teheran (dpa) - Die iranische Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi hat einen gegen ihre Tochter gerichteten Medienbericht als Verleumdungskampagne verurteilt. Eine lokale iranische Nachrichtenagentur hatte berichtet, dass ihre Tochter zu der verbotenen Bahai-Religion konvertiert sei. Das Konvertieren zur dieser Religionsgruppe gilt im Iran als Kapitalverbrechen und kann nach islamischem Recht schlimmstenfalls mit dem Tod bestraft werden.

Ebadi, ihre Tochter und mehrere Anwälte verteidigen vor Gericht sieben Bahai-Mitglieder, denen vorgeworfen wird, Kontakte mit Irans Erzfeind Israel gehabt zu haben. Ebadi sagte einer Teheraner Zeitung, sie und ihre Tochter seinen stolz, Muslime zu sein. Anhänger der Bahai-Religion zu vertreten habe nichts mit ihrem eigenen Glauben zu tun. Ebadi erhielt 2003 für ihren Einsatz um die Menschenrechte und Demokratie im Iran den Friedensnobelpreis.

Menschenrechtler kritisierten bereits zu Jahresbeginn, dass seit dem Amtsantritt von Präsident Mahmud Ahmadinedschad 2005 die rund 350 000 Bahai-Anhänger im Iran verstärkt verfolgt würden. Die weltweit verbreitete Religion mit rund 7,5 Millionen Anhängern wurde im 19. Jahrhundert von einem Perser gegründet. Sie ist mystisch geprägt und verbindet Elemente asiatischer und islamischer Spiritualität.
 

 

07.08. Thomas-Mann-Weg in Davos - auf den Spuren des «Zauberbergs»

Davos (dpa/lsw) - Das schweizerische Davos lädt zu einem literarischen Spaziergang auf den Spuren von Thomas Manns «Der Zauberberg» ein. Ein 2,6 Kilometer langer Weg entlang der Hauptschauplätze des Roman soll an diesem Samstag eröffnet werden, teilte die Stadt am Donnerstag mit. Er beginnt am Waldsanatorium, wo Mann im Frühjahr 1912 seine lungenkranke Frau Katja besuchte, und endet auf der 1861 Meter hohen Schatzalp. Seine Eindrücke aus Davos verarbeitete der Schriftsteller in seinem 1924 erschienenen Werk.

Den Weg säumen zehn Tafeln, die als «literarische Stationen» mit Zitaten aus dem «Zauberberg» den Bezug zu dem Wintersportort herstellen. Bereits seit August 2006 ehrt Davos mit einer Gedenktafel im Park des Kirchner Museums den Literaturnobelpreisträger von 1929.
 

 

07.08. «Nase des Sultans»: Ausstellung zu Karikaturen aus der Türkei

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Im Vorfeld der Frankfurter Buchmesse (15. bis 19.10.) stellt das Museum der Weltkulturen in Frankfurt Karikaturen aus der Türkei vor. «Die Nase des Sultans» heißt die Ausstellung, die vom 9. August bis zum 16. November zu sehen ist. Die Werkschau gehört zum offiziellen Sonderprogramm, mit dem sich die Türkei als Ehrengast auf der Buchmesse präsentiert. Viele Arbeiten der knapp 50 Werke umfassenden Ausstellung sind dabei erstmals in Deutschland zu sehen, wie das Museum am Donnerstag in Frankfurt mitteilte.

Präsentiert werden Originalzeichnungen, die das alltägliche Leben des Landes aufs Korn nehmen. Gezeigt werden dabei sowohl Klassiker von Zeichnern wie Turhan Selcuk und Eflatun Nuri Erkoc als auch Werke der jüngeren Generation. Daneben gibt die Ausstellung einen Einblick in die Geschichte und Bedeutung türkischer Karikaturen seit Ende des 19. Jahrhunderts. Kuratorin Sabine Küper-Büsch sagte, dass in der Türkei Satirezeichner trotz mangelnder Pressefreiheit politische Themen deutlich schärfer angehen könnten als schreibende Journalisten.

Der Titel der Ausstellung bezieht sich auf ein Verbot des Sultans Abdülhamid II. (1842-1918), der Anspielungen auf seine Nase untersagte und selbst das Wort «Nase» durch die Zensur verbieten ließ. Die Ausstellung ist im Anschluss an Frankfurt auch in Wien zu sehen.

Die Ausstellung ist dienstags und donnerstags bis sonntags von 10.00 bis 17.00 Uhr, mittwochs bis 20.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet zwei Euro, ermäßigt 1,50 Euro. Der Katalog erscheint im September und kostet 28,00 Euro.

(Internet: www.mdw-frankfurt.de)
 

 

07.08. Bärentatzensuppe, Robbenfilet und Igelbraten: Historische Kochbücher

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Lust aufs Kochen machen sie nicht gerade: Die ältesten und damit wertvollsten Kochbücher der Welt sind klein, vergilbt, ohne eine einzige Abbildung, und die fetttriefenden Rezepte klingen auch nicht allzu appetitlich. 12 500 historische Kochbücher hat Walter Schwarz (83) in den vergangenen 20 Jahren für die Frankfurter Stiftung Tafelkultur gesammelt. Viele Bücher stammen aus der Bibliothek des Frankfurter Kochkunstmuseums, das im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Derzeit wird die Sammlung Karton für Karton in die Universitätsbibliothek der Stadt überführt, wo sie bald wissenschaftlich erschlossen werden soll, wie Schwarz hofft.

Denn die muffelnden Schinken bieten weit mehr als Rezepte zum Nachkochen - beziehungsweise das am allerwenigsten, denn die Bücher strotzen vor Fehlern. «Es gab viele Hörfehler», erklärt Schwarz, denn die Autoren waren zwar des Schreibens mächtig, hatten aber vom Kochen keine Ahnung, sie ließen sich die Rezepte nur diktieren. Rätsel gibt zum Beispiel der Ratschlag auf, «die Gans lebend zu rupfen und zu braten». Eine Fundgrube sind die fehlerhaften Handschriften aus den Klöstern jedoch für andere Themen wie zum Beispiel Medizin: Welche Kräuter gegen welche Krankheit? Was hilft bei Verdauungsproblemen? Wovon nimmt man ab und wovon zu?

Im Besprechungszimmer der Bibliothek findet der Besucher hinter Glas die ältesten Exemplare. Zum Beispiel eine Abschrift der «Gutesserei» von 450 vor Christus, für die der Grieche Archestratos Rezepte aus dem ganzen Mittelmeerraum zusammengetragen hat. Oder das «Gastmahl der Gelehrten» von 200 nach Christus, das in lateinischer Sprache philosophische Gedanken «über die Freuden der Tafel» enthält.

Auch eine Ausgabe des ersten Kochbuchs in französischer Sprache ist darunter. Geschrieben wurde es bereits 1375, doch erst 1892 ging es in Druck. «Der wahre französische Koch» aus dem Jahr 1655 brachte eine folgenreiche Neuerung: «Der Autor war der erste, der Gemüse in seine Rezepte aufnahm», weiß Schwarz. Vorher bestand die Ernährung der Reichen aus Fleisch, die der Armen aus Suppe und Brei. «Das erste Volkskochbuch in deutscher Sprache» wurde 1768 in Frankfurt gedruckt und trug den Namen der Stadt auch im Titel: «Das kleine doch jedermann nützliche und wohleingerichtete Franckfurter Kochbuch». Was die Zutaten betreffe, sei das Werk «eher schlicht», findet Schwarz.

Erst nach 1800 traten die ersten Frauen als Kochbuchautorinnen in Erscheinung. Oft waren es Hauswirtschaftslehrerinnen, die ihre Sammlungen publizierten, wie Hans-Hermann Bödeker (69) erklärt, der sich im Verein zur Förderung der Tafelkultur engagiert. Auch viele amerikanische Präsidenten-Gattinnen hätten Kochbücher verfasst. In Edith Roosevelts «Das "Weiße Haus" Kochbuch» finden sich nicht nur Rezepte, sondern auch Menüfolgen und Tischordnungen historisch bedeutsamer Essen im Weißen Haus.

Die deutschen Kochbücher des 19. Jahrhunderts waren gleichzeitig
Hauswirtschafts-Ratgeber: Es ging um Etikette bei Tisch und Hygiene in der Küche, um das Haltbarmachen verderblicher Nahrungsmittel oder wie man Flecken aus dem Tischtuch wäscht. «Das geht bis zu wissenschaftlichen Fragen, wie der Debatte, ob der Mensch mehr Fleisch oder mehr Pflanzen essen sollte», erzählt Bödeker. Die Rezepte jener Zeit kann man durchaus nachkochen - «vorausgesetzt, Sie reduzieren die Zutaten». Vor allem mit Butter und Eiern sei man recht verschwenderisch umgegangen, und auch die Portionen waren viel größer.

Nach den Hausfrauen «ist das Schreiben auf die Köche übergegangen», sagt Bödecker. Sie wollten glänzen mit ihren Kreationen und präsentierten dabei zum Teil auch sehr extravagante Gerichte wie eine Suppe aus ausgekochten Bärentatzen - die auch in selbigen serviert werden sollte - oder Rezepte für Biber, Igel und Robben. In den vergangenen 20 Jahren wurden die Kochbücher internationaler, und Bilder wurden immer wichtiger. «Foodstyling» stand mehr im Vordergrund als neue Ideen.

Nur die wertvollsten Bücher der Stiftung Tafelkultur haben es bislang in die Glasvitrinen im Obergeschoss der Bibliothek geschafft. Im Keller warten regalweise Historisches und Neuerscheinungen auf ihre Signatur-Etiketten. Ein Teil ist noch gar nicht ausgepackt: In Umzugskisten in einer Ecke des Archivs harren weitere Preziosen ihrer Entdeckung. «Die Geschichte des Kochens ist heute Gegenstand ernsthafter Forschung», hatte Bibliotheksdirektor Berndt Dugall bei der offiziellen Übergabe der Sammlung im April gesagt. Die Sammlung der Tafelkultur-Stiftung sei kulturgeschichtlich sehr bedeutend.

(Internet: www.tafelkultur.com)
 

07.08. Kuttel Daddeldu und vieles mehr: Ringelnatz vor 125 Jahren geboren

Wurzen (dpa) - «Überall ist Wunderland. Überall ist Leben. Bei meiner Tante im Strumpfenband - Wie irgendwo daneben.» Der Verfasser dieser Zeilen war nicht nur emsiger Dichter - den Überlieferungen nach schon seit seinem sechsten Lebensjahr - sondern mehr oder weniger lange auch Matrose, Buchhalter, Maler, Privatbibliothekar und Kabarettist. Joachim Ringelnatz - mit bürgerlichem Namen Hans Bötticher - wurde am 7. August 1883 in Wurzen bei Leipzig geborenen. Noch heute, im Jahr seines 125. Geburtstages, wird er nach Angaben des Verlages Diogenes von einem großen Publikum gelesen. Das Banalste werde durch ihn zum Wunder, würdigte einst Erich Kästner (1899-1974) den Allround-Künstler.

Bötticher alias Ringelnatz zeigte schon früh Spürsinn fürs Skurrile und Abenteuerliche - und führte auch ein ebensolches Leben. Direkt nach der Schulzeit fuhr er zur See. Wieder an Land, tauchte der Sohn des sächsischen Dichters Georg Bötticher in die Münchner Bohème ein - und debütierte 26-jährig als Rezitator im Schwabinger Künstlerlokal «Simplizissiumus». 1912 erschienen erste Sammlungen von grotesk-komischen und drastisch-humorigen Gedichten, darunter «Es war einmal ein Kannibale, der war aus Halle an der Saale. Man sah ihn oft am Bodensee - Für zwanzig Pfennige Entree».

Zwischen 1910 und 1934 brachte es der fleißige Autor auf fast 20 Bücher: mehrere Gedichtbände, Romane, Bühnenstücke und Erzählungen sowie Märchen für Kinder. Seine größten Erfolge waren die «Turngedichte» und die Lieder vom Seemann «Kuttel Daddeldu». Dem von ihm so geliebten Meer widmete Ringelnatz auch die Anthologie «Matrosen» und das Buch «Als Mariner im Kriege», in dem er seine Erlebnisse im Ersten Weltkrieg schildert, als er Kommandant eines Minensuchbootes war. «Die grösste Aufmerksamkeit genießen seine Gedichte», sagt Diogenes-Sprecherin Ruth Geiger zur aktuellen Beliebtheit des Ringelnatz-Werkes.

Als reisender Artist trug er jahrelang überall seine Verse vor. Die Paraderolle des kleinen, etwas kurzsichtigen Mannes mit dem kantigen Gesicht war die des Matrosen Kuttel Daddeldu. Nach seinen Vagabundenjahren als Seemann und Bühnendarsteller zog Ringelnatz mit seiner Frau Leonarda, die er «Muschelkalk» nannte, nach Berlin. Dort fand er Anerkennung als Mitglied der Kleinkunstbühne «Schall und Rauch» und als Maler. Er schuf Ölgemälde, Aquarelle und Zeichnungen, die seit dem Zweiten Weltkrieg fast alle verschollen sind.

1933 erhielt der Humorist Auftrittsverbot, seine Bücher wurden beschlagnahmt, seine Malerei wurde als entartet verleumdet. Künstlerfreunde und Fans riefen zu Spenden für den völlig verarmten Künstler und seine Frau auf. «Die Nachtigall ward eingefangen, Sang nimmer zwischen Käfigstangen (...)», heißt es in einem seiner letzten Gedichte. Im Alter von 51 Jahren starb Ringelnatz 1934 an einer zu spät behandelten Lungentuberkulose. Begraben wurde er in Berlin.

Im Jahr seines 125. Geburtstages würdigt ihn seine Geburtsstadt Wurzen mit allerlei Feierlichkeiten. Zudem wird ein Gässchen nach ihm benannt, so wie er es sich einst in einem kleinen Gedicht gewünscht hatte: «Mein Ideal wäre, Daß man nach meinem Tod (grano salis) Ein Gäßchen nach mir benennt, ein ganz schmales Und krummes Gäßchen mit niedrigen Türchen, Mit steilen Treppchen und feilen Hürchen, Mit Schatten und schiefen Fensterluken. Dort würde ich spuken.»

(Internet: www.ringelnatz-verein.de)
 

 

07.08. Wurzen feiert Geburtstag des Dichters Ringelnatz vor 125 Jahren

Wurzen (dpa/sn) - In Wurzen wird heute die Geburt des Dichters Joachim Ringelnatz vor 125 Jahren gefeiert. Um 10 Uhr wird ein Sonderpostamt eröffnet, wo die von der Post zum Geburtstag herausgegebene Ringelnatz-Briefmarke vorgestellt wird. Das Museum Wurzen erhält am Mittag (14 Uhr) von Verwandten des Schriftstellers, Kabarettisten und Malers neue Erinnerungsstücke. Um 16.00 Uhr wird ein Ringelnatz-Lehrpfad durch die Stadt eröffnet.

Joachim Ringelnatz, der mit bürgerlichem Namen Hans Bötticher hieß, wurde am 7. August 1883 in Wurzen bei Leipzig geboren. Im Alter von 51 Jahren starb er 1934 an einer zu spät behandelten Lungentuberkulose und wurde in Berlin begraben.

(10 Uhr, Museum Wurzen, Domgasse 2; 14 Uhr, Ringelnatz-Sammlung im Museum; 16 Uhr, Ecke Mühlgraben/Rosental)

(Internet: www.ringelnatz-verein.de)
 

 

07.08. Akademie der Künste erhält wertvolle Briefe von Ingeborg Bachmann

Berlin (dpa/b) - Die Berliner Akademie der Künste hat eine Sammlung mit Briefen und Manuskripten der Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (1926-1973) erhalten. Die Korrespondenz umfasse 23 Briefe aus den Jahren 1956 bis 1971, teilte die Akademie am Mittwoch mit. Darin berichte Bachmann über ihre intensiven Eindrücke aus Italien während ihrer dortigen Tätigkeit als politische Auslandskorrespondentin für Radio Bremen 1956/57. Aber sie schrieb auch über persönliche Probleme sowie über ihre Gedichte und Prosaarbeiten.

Der Fernseh- und Theaterregisseur Oswald Döpke schenkte der Akademie das umfangreiche und wertvolle Konvolut. Zu seiner Schenkung gehört auch das von Bachmann zu einer Hörspielfassung umgearbeitete Manuskript ihrer Erzählung «Das Dreißigste Jahr». Noch vor dem Erscheinen der Druckausgabe war im Juni 1961 die Funkfassung gesendet worden.

Döpke war in den 50er Jahren Leiter der Hörspielabteilung von Radio Bremen. Diese Jahre gelten als Hochzeit des Originalhörspiels, in der fast alle namhaften deutschen Autoren für den Rundfunk schrieben und die jeweiligen Sender «ihre» Autoren pflegten. Zu diesen gehörte seit 1952 auch Bachmann. Nach Döpkes Wechsel als leitender Regisseur zum ZDF sei die Verbindung zu der Schriftstellerin erhalten geblieben, erklärte die Akademie.

(Internet: www.adk.de)
 

 

07.08. Literaturnobelpreisträger Solschenizyn in Moskau beerdigt

Moskau (dpa) - Hunderte Trauernde haben Literaturnobelpreisträger Alexander Solschenizyn am Mittwoch mit einer bewegenden Zeremonie in Moskau auf seinem letzten Weg begleitet. Auf dem Friedhof des Donskoj-Klosters wurde der frühere Regimekritiker im Beisein seiner Familie und von Präsident Dmitri Medwedew beigesetzt. Bei herbstlichem Wetter legten Angehörige, Freunde und viele Leser des weltweit geschätzten Schriftstellers Blumenkränze nieder. Der tief religiöse Autor des Werks «Archipel Gulag» hatte 2003 bei einem Besuch des Klosters der russisch-orthodoxen Kirche seine letzte Ruhestätte selbst ausgesucht.

Der frühere russische Dissident war am Sonntag im Alter von 89 Jahren gestorben. Sein Tod hatte weltweit Trauer ausgelöst. Staats- und Regierungschefs aus vielen Ländern hatten ihn als einen der bedeutendsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts gewürdigt und seinen großen Beitrag im Kampf gegen die Unmenschlichkeit des Stalin- Regimes und zum Sturz des Totalitarismus herausgestellt.

Bereits am Morgen hatten sich zahlreiche Menschen in der großen Kathedrale des Klosters am offenen Sarg von Solschenizyn verabschiedet. In einem mit vergoldeten Ikonen verzierten Seitenschiff, das von vielen Kerzen beleuchtet war, sprachen Würdenträger der russisch-orthodoxen Kirche Fürbitten. Medwedew sprach den Angehörigen sein Beileid aus. Anschließend trug eine militärische Ehrengarde den Leichnam zum Grab. Hinter dem Sarg gingen Hunderte meist schlicht gekleidete Menschen, um Solschenizyn mit zur letzten Ruhe zu betten. Soldaten schossen zum Salut in die Luft.

Nach dem Begräbnis, das im Staatsfernsehen live übertragen wurde, unterzeichnete Medwedew einen Erlass über die Vergabe von Solschenizyn-Stipendien. Zudem sollen künftig Straßen den Namen des «großen Denkers» tragen. Solschenizyn hatte in seinen Büchern die Verbrechen unter Diktator Josef Stalin angeklagt.

Nach der Veröffentlichung seines Hauptwerks «Archipel Gulag» 1973 war er aus der Sowjetunion ausgewiesen worden. Nach einiger Zeit in Deutschland bei seinem Schriftstellerkollegen Heinrich Böll siedelte der 1918 im Nordkaukasus geborene Autor in die USA über und kehrte erst 1994 nach Russland zurück. Bis 2010 soll im Moskauer «Wremja»-Verlag eine Gesamtausgabe seines Werks in 30 Bänden erscheinen.

Weitere Infos zu Alexander Solschenizyn in unserem News-Extra
 

 

07.08. Sprachtests für Vierjährige bald in allen Kindertagesstätten Hessens

Darmstadt (dpa/lhe) - Die Ende 2007 gestarteten Sprachtests für Vierjährige sollen bald flächendeckend von den Fachkräften in allen hessischen Kindertagesstätten (KiTa) angewendet werden. Das sagte Sozial-Staatssekretär Gerd Krämer (CDU) am Mittwoch in Darmstadt: «Alle Kindertagesstätten in Hessen sind aufgefordert, sich zu beteiligen. Das frühe Erlernen der Sprache ist der Schlüssel für späteren schulischen und beruflichen Erfolg», sagte Krämer vor Pädagogen, Ärzten, Sprachheilern, KiTa-Trägern und Politikern aus Südhessen. Mit dem systematischen Verfahren zur Überprüfung des Sprachstandes sollen Probleme frühzeitig erkannt und so behoben werden können.

Das sogenannte Kindersprachscreening (KiSS) erfasst sprachliche Fähigkeiten und Kommunikationsverhalten aller Vierjährigen, unabhängig von ihrer Muttersprache. Nach den Angaben belegten Untersuchungen zum Zeitpunkt der Einschulung bei einem Fünftel der Kinder mit deutscher Muttersprache und bei der Hälfte der Kinder mit Migrationshintergrund Auffälligkeiten: «Die Sprachdefizite bei Kindern sind alarmierend. Gemeinsam mit den Einrichtungen vor Ort wollen wir den Fehlentwicklungen rechtzeitig entgegentreten», sagte Krämer. Ziel sei, innerhalb von drei Jahren mindestens eine pädagogische Fachkraft in jeder Kindertagesstätte in Hessen für die Durchführung von KiSS zu schulen.

Bis zum Jahresende hätten die Gesundheitsämter von 16 Landkreisen oder kreisfreien Städten Sprachexperten zertifiziert. Diese Experten sollen die pädagogischen Fachkräfte schulen und sie bei der Durchführung von KiSS in den Kindertagesstätten unterstützen. Das eigentliche Sprachscreening dauert pro Kind durchschnittlich 15 Minuten und testet Spontansprache, Artikulation, Wortschatz und Grammatik. Außerdem werden an Eltern und Erzieher Fragebögen über die bisherige Sprachentwicklung des Kindes verteilt.

Informationsveranstaltung des Hessischen Sozialministeriums:
Justus-Liebig-Haus, Große Bachgasse 2, Darmstadt
 


zurück zu den Nachrichten von heute
 

06.08. Hunderte Menschen bei Beerdigung von Alexander Solschenizyn

Moskau (dpa) - Zur Beisetzung des Literaturnobelpreisträgers und früheren Regimekritikers Alexander Solschenizyn haben sich Hunderte Menschen am Mittwoch im Moskauer Donskoj-Kloster versammelt. Der offene Sarg mit dem Leichnam des weltweit geschätzten Schriftstellers war in der Kathedrale aufgebahrt.

Hunderte meist einfach gekleidete Menschen nahmen von dem Bürgerrechtler Abschied. Solschenizyn hatte die kommunistischen Verbrechen unter Sowjetdiktator Josef Stalin in seinen Büchern öffentlich angeklagt. Er war am Sonntag im Alter von 89 Jahren in seinem Moskauer Haus gestorben.

Bereits in der Nacht hatten Studenten am Sarg des Schriftstellers Gebete gelesen, wie der Radiosender «Echo Moskwy» berichtete. Die Zeremonie in der Kathedrale des Klosters der russisch-orthodoxen Kirche wurde von zahlreichen Sicherheitskräften bewacht. Zu der Keisetzung wurde auch Präsident Dmitri Medwedew erwartet.

Geistliche, Angehörige und Anhänger Solschenizyns hielten den gesamten Morgen Kerzen am Mahagoni-Sarg. Als Solschenizyns Hauptwerk gilt «Archipel Gulag» (1973). Darin arbeitete er als Augenzeuge den Stalin-Terror in den sowjetischen Straflagern auf.

Weitere Infos zu Alexander Solschenizyn in unserem News-Extra
 

 

06.08. Eines der geheimnisvollsten Bücher - authentisch oder gefälscht?

Hamburg (dpa) - Wer schreibt mit der Hand gestochen-klar 246 Seiten in einer einzigartigen Geheimschrift? Und warum? Die Fragen haben konkrete Bedeutung, denn es gibt ein solches anonymes Manuskript, in Form eines aus Lagen von Pergament-Blättern zusammengehefteten Buchs, die meisten Seiten, ebenfalls rätselhaft, illustriert. Es wird seit dem Jahr 1969 in der Beinecke-Bibliothek seltener Bücher der Yale University in New Haven im US-Bundesstaat Connecticut aufbewahrt.

Der Band wurde 1912 von dem in Litauen als Michal Habdank-Wojnicz geborenen Buchhändler und -sammler entdeckt, der sich nach seiner Niederlassung im Westen (London, dann New York) Wilfrid Michael Voynich nannte. Fundort waren die Buchbestände des Jesuiten Kollegs in der Villa Mondragone in Frascati bei Rom. Obwohl niemand den etwa 170 000 Schriftzeichen umfassenden Text lesen kann, ist er sowohl als authentisch wie auch als Fälschung gedeutet worden.

Die Zeitschrift «Skeptiker», herausgegeben von der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) im hessischen Roßdorf, widmet jetzt dem «Voynich-Manuskript» einen 10-Seiten-Beitrag mit zahlreichen Abbildungen. Sein Autor, GWUP-Mitglied Klaus Schmeh, veröffentlichte im vergangenen Jahr ein Buch mit dem Titel «Codeknacker gegen Codemacher» über die Geschichte der Verschlüsselungstechnik und historische Verschlüsselungsrätsel (W3L-Verlag, Bochum).

Schmeh riskiert keine Deutung von Voynichs Fund, macht aber deutlich, dass keine der bisherigen Theorien unanfechtbar ist. Für den Fall eines authentischen Werks aus vergangenen Jahrhunderten erscheint ihm am wahrscheinlichsten, dass die Identität des Verfassers im Laufe der Zeit verlorenging. Für eine zweite plausible Theorie hält er die einer Fälschung aus dem frühen 20. Jahrhundert.

In diesem Fall wäre Voynich selbst der naheliegendste Verdächtige, schreibt Schmeh. Eine Option sei aber auch, dass er das Opfer eines Fälschers war. Da die Beinecke-Bibliothek keine Altersbestimmung mit physikalischen oder chemischen Methoden zulässt, entfällt eine Möglichkeit, Hypothesen unwidersprechbar als falsch zu befinden.

Ein Namenseintrag auf der ersten Seite des Manuskripts besagt, dass es im 17. Jahrhundert einem böhmischen Pharmazeuten namens Jacobus Sinapius gehörte. Weitere Informationen liefert ein Schreiben aus dem Jahr 1666, das nach Angaben Voynichs dem Manuskript beilag. Es nennt einige weitere Vorbesitzer. Wie es berichtet, machte einer von ihnen sogar eine Aussage über den Urheber. Danach wäre dieser der englische Mönch und Universalgelehrte Roger Bacon (1214-1294).

Dies gilt jedoch vorwiegend als unwahrscheinlich. Experten sind sich darüber einig, dass das Buch keinen Bezug zu anderen Werken des Engländers aufweist. Schmeh vermutet, dass Vorbesitzer es ihm in der Absicht zuschrieben, den Wert des Werks zu erhöhen. Er macht auch darauf aufmerksam, dass Pflanzenbilder der Art, wie sie zur Illustration in dem Manuskript verwendet wurden, erstmals im 14.
Jahrhundert vorkamen.

Zwar lässt sich keine der abgebildeten Pflanzen eindeutig identifizieren, doch erscheint es einigermaßen sicher, dass sie Heilkräuter sind. Das stützt auch die Hypothese, dass das Werk sich an Ärzte und Apotheker gewandt habe. Andere Bilder zeigen nackte Frauen in großen Wasserwannen. Dicke Bäuche haben vermuten lassen, dass viele der Frauen schwanger sind und dass es - in Verbindung mit der Heilpflanzendeutung - in dem Manuskript auch um Abtreibung gehe.

Schmeh hält die Abtreibungstheorie für wenig plausibel. «Warum benötigt man für eine Abtreibung Hunderte von Pflanzen? Warum muss man für die Erklärung einer Abtreibung Dutzende von Schwangere zeichnen?», schreibt er. Bilder von Himmelskörpern und Sternzeichen und solche mit kosmologischen Bezügen haben auch die Vermutung aufkommen lassen, dass sich das Werk an Astrologen und Magier wandte.

Einer der jüngsten Anstöße zu lebhaften Diskussionen über das Thema war im April vergangenen Jahres ein «Spiegel Online»-Beitrag mit der Überschift «Physiker hält mysteriöse Mittelalter-Schrift für Schabernack». Er galt einer Analyse des Manuskripts durch den österreichischen Physiker Andreas Schinner (Johannes-Kepler- Universität in Linz). Dieser war zu der Auffassung gelangt, dass das Pergamentbündel das Produkt eines raffinierten Fälschers sei, das nur bedeutungslosen Unsinn enthalte. Schinner hatte unnatürliche Regelmäßigkeiten in der Wortfolge festgestellt, die in keiner bekannten Sprache vorkommen.

Dabei erhebt sich allerdings die Frage: Verfasst jemand ein Buch mit 246 Seiten Geheimschrift und Hunderten Bildern aus Spaß am Schabernack? Der «Skeptiker»-Autor glaubt, dass in der kunstgeschichtlichen Auswertung des Buchs sowie auch in der Textdeutung das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. Schmeh hat die Hoffnung auf weitere interessante Forschungsergebnisse. Indessen möchte er das Thema nicht zu sehr als «Spielball von Esoterikern und Pseudowissenschaftlern» sehen.
 

 

06.08. «Leselust im August» - Vorlesefest soll Lust auf Literatur wecken

Leipzig (da/sn) - «Leselust im August» heißt es von heute an wieder im Leipziger Clara-Zetkin-Park. Mit dem Vorlesefest soll bei den Jüngsten die Lust auf Literatur und Bücher geweckt werden. Bis Sonntag lesen Prominente Kindern Geschichten vor. Jeweils um 10.00 und um 15.00 gibt es jeden Tag zwei größere Lesungen sowie eine Vielzahl von Aktionen. Dazu gehören etwa Vorleseinseln. Hier können die Kinder ein Buch auswählen, aus dem Vorlesepaten dann Geschichten zum Erlebnis machen.

(jeweils 10 bis 18 Uhr, Clara-Zetkin-Park)
 

 

06.08. rbb-Produktion «Kippenberger hören» Hörspiel des Monats

Berlin (dpa/bb) - Die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste hat die rbb-Produktion «Kippenberger hören» von Oliver Augst und Rüdiger Carl zum Hörspiel des Monats Juli 2008 benannt. Die Jury überzeugte die Produktion «als eine kongeniale Beschwörung des genialischen 1997 verstorbenen Malers, Bildhauers, Dichters von Unsinnstexten, Entertainers und Punk-Musikers», teilte der rbb am Dienstag mit.

Kippenberger gehörte zu den schillerndsten Persönlichkeiten der Kunst in den 80er und 90er Jahren. Dem Autor und Komponisten Oliver Augst und dem Free Jazz Musiker Rüdiger Carl sei es gelungen, «den forcierten Hohn Martin Kippenbergers auf die spießbürgerlichen Verhältnisse in einer hochvergnüglichen Text- und Musikcollage präsent zu machen». Kippenberger war 1978 in Berlin als Mitbegründer des Clubs S.O. 36 aufgetreten und hatte zusammen mit Gisela Capitain den Ausstellungsraum «Kippenberger Büro» eröffnet.
 

 

06.08. Bairischer Dialektpreis für die Wellküren

Straubing (dpa/lby) - Zwei Jahre nach Papst Benedikt XVI. werden auch die Wellküren mit dem Sprachpreis «Nordbairisch-Mittelbairische Sprachwurzel» ausgezeichnet. Der diesjährige Dialektpreis soll den drei Musikkabarettistinnen Moni, Burgi und Bärbie Well an diesem Sonntag in Straubing überreicht werden. Der Preis wird vom Landschaftsverband Donau-Wald im «Förderverein Bairische Sprache und Dialekte» vergeben.

Es sei überfällig, dass der zum vierten Mal vergebene Preis auch mal die Dialektpflege von Frauen berücksichtige, sagte der 1. Vorsitzende im Landschaftsverband Donau-Wald, Sepp Obermeier, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur dpa in München. Mit der Preisvergabe werde gewürdigt, dass die drei Frauen nicht nur auf der Bühne, sondern auch in allen Interviews und im Alltag stets den bairischen Dialekt pflegten und damit gute Vorbilder seien.

2005 hatte Landrat Alfred Reisinger den Preis erhalten, weil er die Eröffnungsrede zum Gäubodenvolksfest im Vorjahr auf Bairisch gehalten hatte. Dem Papst wurde die Auszeichnung 2006 zugesprochen, weil er bei vier Privataudienzen ganz selbstverständlich Bairisch redete. Und 2007 ging der Preis an Hans-Jürgen Buchner (Haindling), weil er in mehreren Fernsehsendungen Interviews auf Bairisch gab.
 


zurück zu den Nachrichten von heute
 
 

05.08. Leichnam von Solschenizyn aufgebahrt - Hunderte nehmen Abschied

Moskau (dpa) - Russland hat am Dienstag Abschied von Alexander Solschenizyn genommen. Der Leichnam des Literaturnobelpreisträgers wurde am Vormittag in der Akademie der Wissenschaften am Moskauer Lenin-Prospekt aufgebahrt. Bereits vor Öffnung der Türen warteten Hunderte auf Einlass, um dem Schriftsteller die letzte Ehre zu erweisen. Das meldete die Agentur Itar-Tass. Neben dem Sarg stand eine Ehrenwache und eine große Schwarzweißfotografie mit dem Porträt des früheren Regimekritikers. Trauerreden waren nicht vorgesehen.

Solschenizyn soll an diesem Mittwoch auf dem Friedhof des Moskauer Donskoi-Klosters beigesetzt werden. Der Autor, der durch die literarische Aufarbeitung des Stalin-Terrors Weltruhm erlangte, war am Sonntagabend im Alter von 89 Jahren in Moskau gestorben. Sein Tod hatte international Trauer ausgelöst. 1970 war ihm der Nobelpreis für Literatur zugesprochen worden. Nach der Veröffentlichung seines Hauptwerks «Archipel Gulag» 1973 war Solschenizyn aus der Sowjetunion ausgewiesen worden. 1994 kehrte er nach Russland zurück.

Weitere Infos zum Alexander Solschenizyn in unserem News-Extra
 

 

05.08. Recherchestipendien erstmals auch für Arbeiten in China

Berlin (dpa/bb) - Mit dem Förderprogramm «Grenzgänger» der Robert Bosch Stiftung und des Literarischen Colloquiums Berlin werden Autoren jetzt erstmals auch bei Recherchen in China unterstützt. Bis zum 31. Oktober 2008 können sich Autoren bewerben, die Mittel-, Ost- und Südeuropa oder China entdecken wollen, und auch diejenigen, die eine deutschsprachige Veröffentlichung planen und daher auf Recherchereise Richtung Osten aufbrechen möchten. Dies teilte das Literarische Colloquium in Berlin am Dienstag mit.

«Gesucht werden Autoren, die Informationen aus erster Hand sammeln und authentische Orte besuchen wollen und einen eigenen Blick wagen», heißt es dazu. Die Veröffentlichungen sollen «ein breites Publikum erreichen können, zu Diskussionen anregen und zu mehr Verständnis für die Länder Mittel-, Ost- und Südeuropas und China beitragen». Eingereicht werden können literarische und essayistische Prosa, Foto- Text-Bände, Kinder- und Jugendbücher, aber auch Drehbücher für Dokumentarfilme und Hörfunkbeiträge. Dafür können pauschale Recherchebeiträge in Höhe von 2000 bis 10 000 beantragt werden.

(Internet: www.lcb.de/grenzgaenger; www.bosch-stiftung.de/grenzgaenger)
 


zurück zu den Nachrichten von heute
 

04.08. Ausstellung zu Vereinnahmung von Kleist im Nationalsozialismus

Neuhardenberg (dpa/bb) - Mit der Vereinnahmung des Dichters Heinrich von Kleist (1777-1811) durch die Nationalsozialisten befassen sich zwei Ausstellungen in Neuhardenberg (Märkisch-Oderland) und in seiner Geburtsstadt Frankfurt (Oder). Das teilte die Stiftung Schloss Neuhardenberg am Montag mit. Mehr als 300 Exponate wurden in Neuhardenberg zusammengetragen, wie es in der Mitteilung hieß. Unter anderem in Briefen, Bildern und Filmausschnitten werde gezeigt, auf welche Weise, in welchem Ausmaß und aus welchen Gründen eine Vereinnahmung des Dramatikers und Erzählers möglich war und wie sie umgesetzt wurde. Die Ausstellungen werden am 16. August (16.00) in Neuhardenberg und am 17. August (11.00) in Frankfurt eröffnet.

Als Beispiele für den Umgang der Nationalsozialisten mit dem Dichter stehen unter anderem die von Leni Riefenstahl kriegsbedingt nie realisierte Monumental-Verfilmung von Kleists «Penthesilea» und die Bochumer «Kleist-Festwoche» 1936. Propagandaminister Joseph Goebbels hatte 1941 zu Kleist notiert: «Was für ein Kerl ist doch dieser Kleist gewesen!» Gleichzeitig nahmen Widerstand und Exil Kleist als Kronzeuge für ein «anderes» Deutschland in Anspruch, wie es hieß.

Im Kleist-Museum Frankfurt (Oder) dokumentieren etwa 50 Exponate die Verstrickung der renommierten Kleist-Gesellschaft in die Kulturpolitik der Nazionalsozialisten. Besucher können dort auch die ständige Ausstellung besichtigen, in der anhand von Handschriften, Erstausgaben, Gemälden und Bühnenmodellen über den «unverfälschten» Kleist informiert werde, hieß es.

Die Ausstellung «'Was für ein Kerl!' - Heinrich von Kleist im 'Dritten Reich'» ist an beiden Orten bis 23. November zu sehen. Sie entstand in Kooperation von Stiftung Schloss Neuhardenberg und Kleist-Museum mit Unterstützung der Zeit-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius.

(Internet: www.schlossneuhardenberg.de; www.kleist-museum.de)
 

 

04.08. Corine-Buchpreis an Kluftinger-Krimi «Laienspiel»

München (dpa) - Das Allgäuer-Autorenduo Volker Klüpfel und Michael Kobr wird für den neuen Krimi «Laienspiel» mit dem Internationalen Buchpreis Corine geehrt. Die Autoren erhalten die Auszeichnung in der Kategorie Weltbild Leserpreis, teilten die Veranstalter am Montag in München mit. In der Geschichte mit Kommissar Kluftinger wird das idyllische Allgäu von dem Selbstmord eines Mannes erschüttert, der möglicherweise einen Terroranschlag geplant hat. Der Belletristikpreis des «Zeit»-Verlages geht an Feridun Zaimoglu für «Liebesbrand». Henning Mankell und Axel Milberg wurde der «Focus»- Hörbuchpreis für «Der Chinese» zuerkannt.

Überreicht werden die insgesamt neun Corine-Preise am 4. November. Die undotierten Corine-Preise werden seit 2001 in München an Autoren für herausragende schriftstellerische Leistungen vergeben. Die Auszeichnung verleiht der bayerische Landesverband im Börsenverein des Deutschen Buchhandels, verschiedene Medienhäuser sind Sponsoren.

Der Sachbuchpreis wird verliehen an Manfred Lütz für «Gott. Kleine Geschichte des Größten». Paul Collier erhält den Wirtschaftsbuchpreis für «Die unterste Milliarde», während Andreas Steinhöfel für «Rico, Oscar und die Tieferschatten» den Jugendbuchpreis der Waldemar Bonsels Stiftung entgegennehmen darf. Eine weitere Auszeichnung geht an die Herausgeberin Nadine Barth für «Verschwindende Landschaften». Der Gewinner in der Kategorie Futurepreis und der Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten sollen später bekanntgegeben werden.
 


04.08. Erlanger Poetenfest mit Büchner-Preisträger Josef Winkler

Erlangen (dpa/lby) - Der diesjährige Büchner-Preisträger Josef Winkler kommt zum 28. Erlanger Poetenfest. Er sei einer von etwa 80 Schriftstellern und Literaturkritikern, die vom 28. bis zum 31. August in der mittelfränkischen Stadt erwartet werden, teilte das Kulturreferat am Montag mit. Dem österreichischen Schriftsteller, der unter anderem für seine Trilogie «Das wilde Kärnten» mit dem wichtigsten deutschen Literaturpreis ausgezeichnet wurde, ist ein Autorenporträt gewidmet.

Erlangen steht mit dem Poetenfest sechs Wochen vor Beginn der Frankfurter Buchmesse im Oktober im Fokus des deutschen Literaturbetriebes. Auch Winklers österreichische Kollegin Marlene Steeruwitz («Kreuzungen») und der Filmemacher und Oscar-Preisträger Volker Schlöndorff («Die Blechtrommel») sollen mit einem Autorenporträt bedacht werden. Der vierte im Bunde ist der türkische Autor Murathan Mungan, der seinen Roman «Tschador» vorstellen wird. In der Türkei, die im Oktober Gastland auf der Frankfurter Buchmesse ist, wird der aus Istanbul stammende Autor bereits wie ein Popstar verehrt.

Im Erlanger Schlossgarten werden zahlreiche Autoren ihre neuesten Werke vorstellen, darunter Klaus Modick, Marcel Beyer, Judith Kuckart, Ulrike Draesner, Ingo Schulze, Ursula Krechel und der Träger des Ingeborg-Bachmann-Preises 2008, Tilman Rammstedt. Auf dem Jungen Podium für Kinder- und Jugendliteratur liest unter anderem Mirjam Pressler («Bitterschokolade») aus ihrem neuen Buch «Golem stiller Bruder».

Mehrere Gesprächsrunden beschäftigen sich mit Themen wie der Entwicklung der Sachliteratur, die immer mehr mit der «schönen» Literatur, der Belletristik, verschmilzt und inzwischen längst zum Verkaufsschlager geworden ist, oder vergleichen das Traditionslexikon Brockhaus mit der Online-Datenbank Wikipedia. Im vergangenen Jahr strömten nach Angaben des Organisators Bodo Birk rund 12 000 Besucher zum Poetenfest nach Erlangen.
 

 

04.08. Karl-Sczuka-Preis 2008 geht an Autor Meinecke und Musiker Moufang

Baden-Baden (dpa/lsw) - Der Autor Thomas Meinecke und der Musiker David Moufang erhalten den vom Südwestrundfunk (SWR) gestifteten Karl-Sczuka-Preis 2008 für Hörspiel als Radiokunst. Sie werden für ihr gemeinsames Radiostück «Übersetzungen/ Translations» ausgezeichnet, teilte der SWR am Montag mit. Das preisgekrönte Hörstück sei «ein ironisch-reflektierendes Spiel zwischen Sprachen und Stilebenen, zwischen zwei souverän interagierenden Künstler- Freunden, das die Fantasie des Hörers an der langen Leine spazierenführt», begründete die Jury ihre Entscheidung. Der Karl-Sczuka-Förderpreis in Höhe von 5000 Euro geht an die in Wien lebende Lyrikerin Anja Utler für ihren Text «suchrufen, taub».

Der Karl-Sczuka-Preis wird jährlich vergeben und würdigt nach SWR- Angaben avancierte Werke der Radiokunst. Insgesamt waren 89 Wettbewerbsbeiträge aus 22 Ländern eingereicht worden, davon 38 freie Autorenproduktionen. Die Preisverleihung findet am 18. Oktober im Rahmen der Donaueschinger Musiktage 2008 statt.
 

 

04.08. Neuer Frankfurt-Stadtführer: Mit Liebe fürs Detail

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Ein neuer Frankfurter Stadtführer gibt von Kultur über Architektur bis hin zu Gastronomie und Szenetreffs umfassende Tipps. Herausgegeben hat ihn die Kunsthistorikern Annette Sievers. Mit viel Sinn fürs Detail beschreibt die Verlegerin die vielfältigen Facetten der Stadt und ihre Widersprüche zwischen den Polen dörfliche Idylle und globale Finanzmetropole. Neben den Ausflügen in die Geschichte der Stadt und den Porträts der einzelnen Museen überzeugen vor allem die neun beschriebenen Spaziergänge durch Frankfurt und seine Stadtteile.

Annette Sievers: Frankfurt am Main. Kultur und Genuss
Peter Meyer Verlag, Frankfurt/Main
416 Seiten, 241 Fotos, 16,95 Euro
ISBN 978-3-89859-125-6
 

04.08. Russland trauert um Nobelpreisträger Solschenizyn

Moskau (dpa) - Russland trauert um den früheren Regimekritiker und Literaturnobelpreisträger Alexander Solschenizyn. Der russische Präsident Dmitri Medwedew sprach der Familie des weltweit geschätzten Schriftstellers sein Beileid aus. Der Schriftsteller, der durch die literarische Aufarbeitung des Stalin-Terrors Weltruhm erlangte, starb im Alter von 89 Jahren in seiner Moskauer Wohnung an plötzlichem Herzversagen. Nach Angaben seiner Familie trat der Tod am Sonntag um 23.45 Uhr Moskauer Zeit (21.45 Uhr MESZ) ein. Der konservative Historiker galt seit Monaten als extrem geschwächt, weshalb er öffentliche Auftritte mied.

Bis zu seinem Tod habe der Schriftsteller trotz seiner langen Krankheit aktiv gearbeitet, sagte sein Sohn Stepan der Agentur Itar-Tass. Solschenizyn arbeitete unter anderem an der Herausgabe seines Gesamtwerkes in 30 Bänden, die bis 2010 im Moskauer Verlag Wremja erscheinen sollen. Als sein Hauptwerk gilt der «Archipel Gulag» (1973), in dem er mit Tausenden von Beispielen den stalinistischen Terror in der Sowjetunion darstellt.

Den Terror hatte Solschenizyn in neun Jahren Straflager und Verbannung selbst zu spüren bekommen und bereits 1962 in seinem ersten Werk «Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch» geschildert. Als ihm 1970 der Nobelpreis verliehen wurde, verweigerte ihm das Sowjet-Regime aber die Ausreise zur Preisübergabe. Nach der Veröffentlichung des «Archipel Gulag» wurde Solschenizyn verhaftet und ausgewiesen. Zunächst nahm ihn Heinrich Böll in Köln auf.

Solschenizyn siedelte schließlich in die USA über und kehrte 1994 nach Russland zurück. Dort kritisierte er fehlgeleitete Reformen und den Mangel an Demokratie unter dem damaligen Präsidenten Boris Jelzin. Als Mahner für ein Russland auf der Grundlage von Gemeinsinn und orthodoxem Glauben fand Solschenizyn aber immer weniger Gehör. Wiederholt forderte der hagere Mann, Russland dürfe die westliche Demokratie «nicht ohne Verstand nachäffen», sondern müsse sich mehr um das «moralische Wohlergehen» des eigenen Volkes kümmern.

Bei der Verleihung des Staatspreises, der höchsten Auszeichnung Russlands, im Juni 2007 war der frühere Sowjetdissident schwer vom Alter gezeichnet. Zu Sowjetzeiten hatte der Schriftsteller eine Ehrung durch das System stets abgelehnt. Als er die Auszeichnung für humanitäre Verdienste annahm, beschwor der Autor im vergangenen Jahr die geistige Einheit seines Landes. Nur so seien die bitteren Erfahrungen vergangener Jahre zu überwinden und neue unheilvolle Schicksalsschläge abzuwenden.

Über die Politik des Präsidenten Wladimir Putin, der inzwischen Regierungschef ist, und das Erstarken der russisch-orthodoxen Kirche in seinem Land hatte sich Solschenizyn in den vergangenen Jahren immer wieder positiv geäußert. Er unterstützte auch die umstrittene Tschetschenienpolitik seines Landes.

Seit seinen letzten Schriften zur Geschichte des Judentums in Russland und der früheren Sowjetunion ist er allerdings umstritten, weil er russischen Juden auf Grundlage dürftiger Quellen eine Mitschuld an der kommunistischen Diktatur gegeben hatte. Stalin selbst hatte bei «Säuberungsaktionen» in den 1930er Jahren viele Juden töten lassen. Auch während seines Exils in den USA hatten Kritiker Solschenizyn eine antisemitische Haltung vorgeworfen. Der Präsident der Akademie der Wissenschaften Russlands, Juri Ossipow, hatte Solschenizyn jedoch im vergangenen Jahr als einen der «größten Historiker und Philologen» des 20. Jahrhunderts gewürdigt.
 

 

04.08. Volkstümlichkeit und Wissenschaft beim «Göttinger Literaturherbst»

Göttingen (dpa/lni) - Das 17. internationale Literaturfestival «Göttinger Literaturherbst» wird nach Angaben des Initiators Christoph Reisner «volkstümlich-unterhaltend, literarisch-aktuell und hochwissenschaftlich zugleich» sein. Reisner kündigte am Samstag zum Auftakt des Vorverkaufs ein Programm mit Gästen aus fünf Ländern an. Zu dem Buchfest mit 34 Lesungen und Vorträgen vom 17. bis 26. Oktober werden rund 5 000 Besucher erwartet.

Ein Programmschwerpunkt sei eine wissenschaftliche Reihe, zu deren Eröffnung der Mathematiker und Philosoph Sir Roger Penrose (Oxford) spricht, erklärte Reisner. Für die US-Literaturzeitschrift «McSweeney's» kommen der Verleger Eli Horowitz und die Schriftsteller Lydia Davis, Dave Eggers und Nick Hornby. Von der österreichischen Zeitschrift «Volltext» diskutieren Georg Klein, Annette Pehnt und Norbert Müller über «Was Autoren heimlich lesen». In Göttingens größtem Gebäude, der Lokhalle, wird der Schauspieler, Sänger und Autor Manfred Krug, begleitet von einem Jazzpianisten, sein neues Buch «Schweinegezadder» vorstellen.
 

 

04.08. «Focus»: Drei Corine-Preisträger stehen fest

München (dpa) - Drei Preisträger für den Internationalen Buchpreis Corine stehen fest: In der Kategorie «Hörspiel» werden Autor Henning Mankell und Sprecher Axel Milberg mit dem Focus- Hörbuchpreis Corine ausgezeichnet, teilte das Magazin «Focus» am Sonntag in München mit. Das Hörspielmacher-Gespann erhält den Preis für das Stück «Der Chinese», das im Münchner Hörverlag erschienen ist. Der vom Zeit-Verlag verliehene Belletristik-Corine geht an den deutsch-türkischen Schriftsteller Feridun Zaimoglu für seinen Roman «Liebesbrand».

Der Internationale Buchpreis wird laut «Focus» jährlich in maximal neun Kategorien an Autoren für herausragende schriftstellerische Leistungen und deren Anerkennung beim Publikum vergeben. Die Preise werden am 4. November in München verliehen.
 

 

04.08. Weltweit beste Deutsch-Schüler gekürt - Japan an der Spitze

Dresden (dpa) - Die weltweit besten Deutsch-Schüler sind am Samstag in Dresden bei der fünften Internationalen Deutsch-Olympiade gekürt worden. Die mehr als 20 in verschiedenen Kategorien und Sprachniveaus ausgezeichneten Jugendlichen kommen aus 18 Ländern. Die Nation mit den meisten Preisträgern ist Japan, sie stellt drei Gewinner. Danach folgen Mazedonien, China und Bulgarien mit je zwei Siegern sowie unter anderem Albanien, Ägypten, Neuseeland und Kenia mit je einem Gewinner. Binnen zehn Tagen seien sehr fantasievolle und kluge Wandzeitungen, Theaterszenen, Liedtexte und Fotografien entstanden, lobte der Präsident des Goethe-Instituts, Klaus-Dieter Lehmann, die Jugendlichen. In diesem Jahr war zum ersten Mal Deutschland Gastgeber für den Wettbewerb.

119 Jugendliche aus 40 Ländern, die sich zuvor bei Deutsch- Wettbewerben in ihren Heimatländern qualifiziert hatten, mussten in Dresden eine Einzel- und eine Gruppenaufgabe lösen. Jeder bastelte eine Wandzeitung über die Stadt und ihre Bewohner. In Fünferteams drehten die jungen Leute zum Beispiel einen Film oder schrieben einen Sketch. Im Mittelpunkt aller Arbeiten standen die kulturellen Unterschiede zwischen Deutschland und den Heimatländern der 16 bis 19 Jahre alten Sprach-Olympioniken.

Die Gewinner erhalten ein Stipendium für einen dreiwöchigen Sprachkurs am Berliner Goethe-Institut im kommenden Jahr. Die vier vorangegangenen Deutsch-Olympiaden waren im Ausland ausgetragen worden. 2009 ist Hamburg Gastgeber.

(Internet: www.initiative-deutsche-sprache.de)
 

 

04.08. Publizistik-Wissenschaftler Professor Wilmont Haacke gestorben

Göttingen (dpa) - Der Nestor der Publizistik-Wissenschaft und international angesehene Publizist und Zeitschriftenforscher Prof. Wilmont Haacke ist, wie erst jetzt bekanntwurde, in der vergangenen Woche in Göttingen gestorben. Haacke wurde 97 Jahre alt. Er galt als der letzte Vertreter der geisteswissenschaftlichen Richtung seines Fachgebietes. Bis heute ist sein 1951 bis 1953 herausgegebenes dreibändiges «Handbuch des Feuilletons» ein Standardwerk.

1963 erhielt er den Ruf auf den erstmals eingerichteten Lehrstuhl für Publizistik in Göttingen, den er bis zu seiner Emeritierung 1972 als Direktor innehatte. Bis 1993 war er Mitherausgeber der Fachzeitschrift «Publizistik» Er hatte sie 1956 mit Emil Dovifat und Walter Hagemann gründet. Stets hat Haacke eine enge Verbindung zur journalistischen Praxis behalten, der er als ehemaliger Redakteur des «Berliner Tageblatt» entstammt. Er galt als Anwalt eines guten journalistischen Stils, dem er sich auch als Universitätslehrer verschrieben hatte. Sein Hauptgebiet war die politische Zeitschrift.
Von Kommunikationssoziologie hielt er nichts.

Haacke wurde am 11. März 1911 in Monschau/Eifel geboren. Er studierte in Göttingen, Wien und Berlin Zeitungswissenschaft und schrieb zwischen 1931 und 1939 für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften des In- und Auslandes, darunter das Londoner Wochenblatt «European Herald». 1939 bis 1942 war er Assistent am Wiener Institut für Zeitungswissenschaft und habilitierte sich 1942 an der Universität Prag. In der Zeit publizierte er zahlreiche Feuilletonsammlungen wie «Die Luftschaukel» oder «Das Ringspiel» sowie Novellen und Essays. Sein Leben lang hat Haacke versucht zu erklären, warum er seine Habilitation so verfasste, dass die national-sozialistische Zensur daran nichts zu kritisieren hatte.

Seine 1936 verbotene Dissertation ist in der Reihe «Studien zur Publizistik» als Beitrag zur Publizistik des deutschen Liberalismus dann doch noch erschienen. Als Mitglied der Georg-Christoph- Lichtenberg-Gesellschaft hatte Haacke zu Göttingen, der Wirkungsstätte des geistreichen Aphorismenschreibers des 19.
Jahrhunderts, eine besondere Beziehung.
 


zurück zu den Nachrichten von heute
 

01.08. 60 Jahre «Welt am Sonntag» - Sonderausgabe mit Romy Schneider

Berlin (dpa) - Mit einer Sonderausgabe feiert die «Welt am Sonntag» ihren ersten Erscheinungstag vor 60 Jahren. Als erste Sonntagszeitung sei das Blatt erstmals am 1. August 1948 in Hamburg und Essen mit einer Auflage von 350 000 Exemplaren gedruckt worden, wie das Medienhaus Axel Springer gestern in Berlin mitteilte.

Damals hatte das Blatt acht Seiten. Als Zeitung neuen Typs habe die «WamS» streng in Ressorts gegliederte Themen angeboten, Fotos gehörten schon damals dazu. In einer Jubiläumsausgabe veröffentlicht die Zeitung an diesem Sonntag journalistische Höhepunkte aus sechs Jahrzehnten, darunter einen Artikel des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl (CDU) zur deutschen Einheit, ein Interview mit der Schauspielerin Romy Schneider sowie auf acht Extraseiten das erste Exemplar in Faksimile-Form.
 

 

01.08. Goethe-Freundeskreis: Verkauf des Hauses der Frau von Stein abwenden

Weimar (dpa/th) - Der Freundeskreis des Goethe-Nationalmuseums hat an Weimars Oberbürgermeister und die Stadträte appelliert, das Haus der Frau von Stein nicht an einen privaten Investor zu verkaufen. Das Haus, in dem die Hofdame Anna Amalias bis zu ihrem Tod 1827 wohnte, gehöre zum Ensemble des klassischen Weltkulturerbes, auch wenn es nicht direkt als solches ausgewiesen sei, heißt es in einem gestern veröffentlichten offenen Brief. «Darum lassen Sie uns gemeinsam mit der Klassik Stiftung Weimar, dem Goethe-Institut und dem Weimarer Kunstfest beraten, wie die Immobilie genutzt werden könnte.»

Stiftungspräsident Hellmut Seemann und Kunstfest-Chefin Nike Wagner hätten versichert, gern an einer Lösung mitzuarbeiten, heißt es in dem vom Vereinsvorsitzenden Dieter Höhnl unterzeichneten Brief. «Das Haus ist ein Goethe-Haus.» Der Dichter habe es nicht nur für Charlotte von Stein hergerichtet, sondern sei auch oft dort zu Gast gewesen. Die Stadt hatte das sanierungsbedürftige Gebäude, in dem das Goethe-Institut eine Zweigstelle hat, mehrfach zum Verkauf ausgeschrieben. Großherzogin Maria Pawlowna hatte dort zeitweise ihre russisch-orthodoxe Kirche.

Jetzt will ein spanischer Investor das Haus kaufen und dort ein Dali-Museum einrichten. «Es wäre an dieser Stelle mehr als unpassend», heißt es in den Schreiben. «Vielleicht ist es der drohende Verlust, der sensibilisiert und erahnen lässt, was für Weimar, Thüringen und Deutschland verloren ginge.»

Die Klassikstadt hat bisher Kritik, so vom Präsidenten des Goethe-Institutes, Karl-Dieter Lehmann, zurückgewiesen und den Verkauf mit der finanziellen Lage Weimars begründet. Der Stadtrat gab Oberbürgermeister Stefan Wolf (SPD) im Juli grünes Licht für Verkaufsverhandlungen.
 

 

01.08. Hessen bei Kulturausgaben im Mittelfeld - Frankfurt mit Spitzenwert

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Hessen nimmt unter den Bundesländern bei den Kulturausgaben nur einen Platz im Mittelfeld ein. Mit 84,70 Euro pro Einwohner rangierte Hessen im Jahr 2005 jedoch noch vor Baden-Württemberg (83,70 Euro) und Bayern (79,00 Euro). An der Spitze des Ländervergleichs steht Sachsen (155,40 Euro) vor den Stadtstaaten Bremen, Berlin und Hamburg. Dies geht aus einer kürzlich in Frankfurt vorgestellten Untersuchung hervor, die erstmals in dieser Form vom Statistischen Bundesamt und den Landesämtern erarbeitet wurde.

Die Länder kommen in Deutschland für knapp 42 Prozent der Kulturausgaben auf, die Kommunen zahlen rund 46 Prozent und der Bund übernimmt zwölf Prozent. Insgesamt haben die öffentlichen Haushalte im Jahr 2005 acht Milliarden Euro für Kultur ausgegeben.

Bei der Zahl der Museumsbesuche ist Hessen zusammen mit dem Saarland Schlusslicht unter den Ländern. In Hessen wurden 0,8 Besuche pro Einwohner im Jahr 2006 registriert. Der bundesweite Schnitt liegt bei 1,2 Besuchen. Berlin bringt es dank seiner berühmten Museen sogar auf 3,5 Besuche pro Einwohner. Bei den Theaterbesuchen schneidet Hessen etwas besser ab, liegt jedoch 2006 mit 291 Besuchen pro 1000 Einwohner immer noch im hinteren Mittelfeld. Der Bundesschnitt beträgt 422 Besuche pro 1000 Einwohner. Einen Spitzenplatz nimmt dagegen Hessen - hinter Rheinland-Pfalz - bei den Mitgliedern von Chören ein.

Innerhalb Hessens kommt Frankfurt eine überragende Bedeutung als Kultur-Metropole zu, wie der Präsident des Hessischen Statistischen Landesamtes, Eckart Hohmann, am Dienstag sagte. 40 Prozent aller hessischen Museumsbesucher und 36 Prozent aller Theaterbesucher werden in Frankfurt gezählt. In Deutschland liegt damit Frankfurt, das als Kommune in der Untersuchung nicht berücksichtigt wurde, nach den Worten Hohmanns auf dem Niveau der Stadtstaaten Hamburg und Berlin. Mit Ausgaben von 172 Millionen Euro für die Kultur (2006) brachte es Frankfurt bundesweit auf einen Spitzenwert. Zum Vergleich: Der Kulturetat des Landes Hessen lag im selben Jahr bei 233 Millionen Euro.

Hohmann bedauerte, dass der Hessische Rundfunk unter den Dritten Fernsehprogrammen bundesweit das geringste Kulturangebot habe. Der Anteil für «Kultur und Wissenschaft» am gesamten Programmangebot betrug beim hr-Fernsehen im Jahr 2006 laut Untersuchung nur 5,5 Prozent. Alle anderen Sender kommen dagegen auf zweistellige Prozentwerte.
 

 

01.08. Barbara Distel - Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau tritt ab

Dachau (dpa/lby) - Mit großem Engagement hat sie die Erinnerung an die Verbrechen der Nazi-Zeit wachgehalten und sich damit ein sehr hohes Ansehen erworben. 33 Jahre lang hat Barbara Distel die KZ- Gedenkstätte in Dachau bei München geleitet, nun tritt sie ab. Am 13. Juli wurde sie 65 und geht mit Wirkung zum heutigen Tag in den Ruhestand. Distel geht mit ein bisschen Wehmut. «Wenn man sich so lange mit einem Ort und mit einem Thema auseinandergesetzt hat, kehrt man dem nicht so leicht den Rücken», sagte sie am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Und dann kommt hinzu, dass sie eigentlich gerne noch zwei weitere Jahre ihr Amt fortgeführt hätte - eine solche Möglichkeit zur Verlängerung gebe es in anderen Bereichen ja auch, sagt die 65- Jährige. Doch der Stiftungsrat Bayerische Gedenkstätten unter Vorsitz von Kultusminister Siegfried Schneider (CSU) lehnte ab. Distel will die Entscheidung nicht kommentieren. Aber auf die Frage, ob sie enttäuscht gewesen sei, antwortet sie offen: «Ja, sicher».

Sie kam 1943 in Pähl bei Weilheim zur Welt und ging in München zur Schule. An der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität studierte Distel Bibliothekswissenschaften. Noch während des Studiums arbeitete sie am Aufbau der KZ-Gedenkstätte mit, unter anderem im Archiv und in der Bibliothek. Nach einem Aufenthalt in den USA übernahm sie 1975 die Leitung der Dachauer KZ-Gedenkstätte. gerade die Neonazi-Krawalle vom vergangenen Samstag in Passau zeigen nach ihrer Ansicht, wie wichtig es ist, dass junge Leute die Verbrechen der Nazi-Zeit kennen.
«Gegenüber Neonazi-Aktivitäten darf keine Toleranz entstehen.»

Mit jährlich bis zu 800 000 Besuchern gilt die Dachauer Einrichtung als die bundesweit meistbesuchte KZ-Gedenkstätte. Ihr internationales Renommee sei untrennbar mit Distels Namen verbunden, betont der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude (SPD). Distel habe «Pionierarbeit für die Gedenkstätte Dachau geleistet», lobt auch Kultusminister Schneider.

Neben dem Bundesverdienstkreuz erhielt Distel für ihre Erinnerungsarbeit noch weitere Auszeichnungen. So wurden die «Dachauer Hefte» zur Aufarbeitung der NS-Zeit, die sie seit 1985 gemeinsam mit dem Historiker Prof. Wolfgang Benz herausgibt, 1992 mit dem Münchner Geschwister-Scholl-Preis ausgezeichnet. Anfang Juli dieses Jahres wurde Distel gemeinsam mit dem Holocaust-Überlebenden Max Mannheimer mit dem Wilhelm-Hoegner-Preis der SPD-Landtagsfraktion geehrt. Bei dem Festakt sagte Präsidentin Charlotte Knobloch vom Zentralrat der Juden in Deutschland über die Preisträger: «Beide haben sich die Last der Vergangenheit aufgeladen, wo andere verdrängt, ignoriert oder vergessen haben.»

In Dachau hatten die Nazis vor 75 Jahren ihr erstes großes, dauerhaft angelegtes Konzentrationslager errichtet. Bereits am 22. März 1933, nur wenige Wochen nach der Machteroberung durch Adolf Hitler, wurden hier die ersten Häftlinge eingesperrt. Das Dachauer KZ wurde zum Modell für die vielen später errichteten Konzentrationslager. Als Ausbildungsstätte für die Nazi-Schergen wurde es, wie Historiker sagen, zur «Mörderschule der SS».

Wie viele Menschen im Dachauer KZ in den zwölf Jahren von 1933 bis
1945 ums Leben kamen, lässt sich nicht mehr feststellen. Knapp 32 000 Todesfälle sind in den Lagerunterlagen festgehalten. Aber viele Einzelexekutionen und die Erschießung tausender russischer Kriegsgefangener blieben unerfasst. Erst am 29. April 1945, neun Tage vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs, wurde das Dachauer KZ von US- Truppen befreit. Die Erinnerung an diese schlimme Zeit, so mahnt Distel unentwegt, müsse auch in kommenden Generationen wachgehalten werden. Bis Anfang 2009 - ihre Stelle ist jetzt ausgeschrieben - soll ein Nachfolger gefunden werden.
 

 

01.08. „Die Türme von Indigo“ von Heide Breuer bereichern das Programm der Weimarer Schiller-Presse

Der Titel des Romans „Die Türme von Indigo“ verweist auf eine Prophezeiung, die dem Protagonist Paul Keun von einer unbekannten Frau gemacht wird. Diese verwirrt und verunsichert ihn, wird er durch sie doch mit dem Geheimnisvollen und Fremden konfrontiert, das Afrika für ihn als ausgewanderten Europäer bereithält.

Die Suche nach den Türmen von Indigo wird fortan zu einer intensiven Auseinandersetzung des Protagonisten mit seinem eigenen bisherigen Leben, insbesondere seiner traumatischen und verdrängten Vergangenheit.

Insgesamt sind die „Türme von Indigo“ von Heide Breuer ein gut zu lesender, mit seinen thematischen Verbindungen interessanter Roman, der sich an ein keineswegs einfaches Thema heranwagt und dieses sehr geschickt in seiner Handlung umzusetzen versteht. Er bringt Fantastisches mit zutiefst Realem und Persönlichem zusammen und bezieht aus dieser Mischung seine Spannung wie auch seinen Reiz.

Unheimlich und bedrohlich wirkt die seltsame Prophezeiung der Frau, der Paul Keun am Rande der fremden Stadt begegnet, wo er seit einiger Zeit wohnt. Er soll die Türme von Indigo finden. Diese Aussage nimmt er zunächst nicht ernst, doch je mehr er sich ihrer Bedeutung entziehen will, desto häufiger wird er bei verschiedensten und unerwarteten Gelegenheiten damit konfrontiert, bis ihn die Angst packt ...

Er hat sein europäisches Leben hinter sich gelassen, um im fortgeschrittenen Alter in einem afrikanischen Land seine Existenz neu aufzubauen. Als Fremder gelingt es ihm, sich der Kultur dieser Gesellschaft anzunähern, trotzdem bleibt er Außenseiter. Mit seiner Vergangenheit hat er scheinbar gebrochen, aber immer wieder wird er von geheimnisvollen und dunklen Botschaften heimgesucht. Selbst als er von der Stadt auf das Land zieht, kann er ihnen schließlich nicht mehr ausweichen und er stellt sich seiner Vergangenheit.
Ein Roman über die Begegnung eines Europäers mit Afrika und mit sich selbst.

Heide Breuer
Die Türme von Indigo
Roman
Weimarer Schiller-Presse im Frankfurter Literaturverlag GmbH
166 S., Softcover
9,90 €
ISBN 3-86548-533-2

(Weitere Informationen: www.weimarer-schiller-presse.de)
 


 
Nachrichten:
Heute | Jan | Dez | Nov | Okt | Sep | Aug | früher

Friedenspreis 2010
an David Grossman

Berichte, Stimmen
und Hintergründe
mehr

90. Geburtstag Marcel
Reich-Ranickis

Berichte, Stimmen
und Hintergründe
mehr

Zum Tode
von Ilse Pohl

Literaturpreis-
trägerin verstorben
mehr

100. Todestag
Mark Twains

Berichte, Stimmen
und Hintergründe
mehr

Leipziger
Buchmesse 2010

Aktuelle News
von der Messe
mehr

Der Fall
Helene Hegemann

Alles zu den
Plagiatsvorwürfen
mehr

150. Geburtstag
Anton Tschechows

Berichte, Stimmen
und Hintergründe
mehr

«betriebsrats-
verseucht
» ist
Unwort des
Jahres 2009

Berichte und
Stimmen
mehr

150. Todestag
Wilhelm Grimms

Berichte und
Hintergründe
mehr

Verleihung des
Literaturnobel-
preises 2009

Berichte, Stimmen
und Hintergründe
mehr

Carl-Zuckmayer-
Medaille 2010
an Özdamar

Berichte, Stimmen
und Hintergründe
mehr

Zum 75. Todestag
von Joachim
Ringelnatz

Berichte, Stimmen
und Hintergründe
mehr

250. Geburtstag
Friedrich
Schillers

Berichte, Stimmen
und Hintergründe
mehr

Büchner-Preis
2009 an
Walter Kappacher

Berichte und
Hintergründe
mehr

Frankfurter
Buchmesse 2009

Täglich aktuelle
News
aus den
Messehallen
mehr

Literatur-
nobelpreis 2009

Alles über die
Preisträgerin
Herta Müller
mehr

60 Jahre «Pippi
Langstrumpf»
in Deutschland

Berichte und
Hintergründe
mehr

Deutscher
Buchpreis
2009

Berichte,
Nominierungen,
Hintergründe
mehr

«Die unendliche
Geschichte» wird
30 Jahre alt

Berichte und
Hintergründe
mehr

Autor Hugo
Loetscher
ist gestorben

Berichte, Stimmen
und Hintergründe
mehr

«Simplicissimus»
wird zeitgemäß

Berichte, Stimmen
und Hintergründe
mehr

Adolf Endler
ist gestorben

Berichte und
Hintergründe
mehr

Das Nibelungenlied
wird Weltdoku-
mentenerbe

Berichte, Stimmen
und Hintergründe
mehr

US-Autor Frank
McCourt ist gestorben
Berichte und
Hintergründe
mehr

Bachmann-Preis
2009 an
Jens Petersen

Berichte, Stimmen
und Hintergründe
mehr

Manfred Plinke und sein
sogenannter Autorenhaus-
Verlag:

Berichte und Hintergrund-
informationen
mehr

Friedenspreis 2009 geht
an Claudio Magris

Berichte, Stimmen und
Hintergrund-
informationen
mehr

Pausewang erhält Preis
für Lebenswerk

Berichte und
Hintergrund-
informationen
mehr

Welttag des Buches
2009

Berichte, Lesungen,
Hintergründe
mehr

Christa Wolf -
80. Geburtstag

Berichte, Stimmen,
Hintergründe
mehr

Leipziger
Buchmesse 2009

Täglich aktuelle News
aus den Messehallen
mehr

John Updike
gestorben

Porträt &
Werkübersicht
mehr

Johannes Mario Simmel
gestorben

Porträt, Hintergrund,
Stimmen
mehr

Josef Winkler:
Büchner-Preis 2008

Berichte & Informationen
zur Verleihung
mehr

Literatur-
nobelpreis 2008

Alles über den
Preisträger
J.M.G. Le Clézio
mehr

Frankfurter
Buchmesse 2008

Täglich aktuelle News
aus den Messehallen
mehr

Alexander Solschenizyn
gestorben

Porträt, Werkübersicht
und Reaktionen
mehr

Franz Kafka –
125. Geburtstag

Porträt, Werke &
Interviews
mehr

Bachmann-Preis an
Tilman Rammstedt

Porträt, Berichte
und Infos
mehr

Büchner-Preis 2008:
Josef Winkler

Porträt und
Hintergrund-
informationen
mehr

Dichter
Peter Rühmkorf
tot

Berichte, Stimmen
und
Hintergrund-
informationen
mehr

Friedenspreis des
Deutschens
Buchhandels 2008:
Anselm Kiefer

Porträt und Hintergrund-
informationen
mehr

10. Mai 1933:
Tag der
Bücher-
verbrennung

Informationen und
Veranstaltungen
mehr

3. Mai: Tag der Pressefreiheit
Berichte und Hintergrund-
informationen
mehr

Welttag des Buches 2008
Berichte und Hintergründe
mehr

UNESCO-Welttag der Poesie 2008
Hintergründe und Berichte
mehr

100 Jahre Rowohlt Verlag
Ein Porträt des Verlags
mehr

Leipziger Buchmesse 2008
täglich aktuelle News aus den Messehallen
mehr

Unwort des Jahres 2007
Alles über die "Herdprämie"
mehr

Jan Kross gestorben
Ein ausführliches Portrait des Autors
mehr

Astrid Lindgren - 100. Geburtstag
Ein ausführliches Portrait
mehr

Norman Mailer ist gestorben
Porträt, Werke, Zitate
mehr

Harry Potter -
die deutsche Ausgabe

Hintergrundberichte zum Verkaufsstart
mehr

Tag der Bibliotheken 2007
Berichte, Umfragen und Hintergründe
mehr

Günther Grass wird 80
Glückwünsche, Interview und Porträt
mehr

Literatur- Nobelpreis 2007
Alles zur Preisträgerin Doris Lessing
mehr

Frankfurter Buchmesse 2007
Täglich aktuelle News aus den Messehallen
mehr

Rechtschreib- reform tritt endgültig in Kraft
Die Änderungen ab 1. August 2007
mehr

Zum Verkaufsstart von Harry Potter 7
Hintergrundberichte zum Erscheinen des letzten Bandes der Reihe
mehr

Leipziger Buchmesse 2007 (22.03.-25.03.)
Stimmen und Hintergründe
mehr

80. Geburtstag von Martin Walser
Lebenswerk und Porträt
mehr

175. Todestag von Johann Wolfgang von Goethe (22.03.)
Lebenswerk und Hintergründe
mehr

80. Geburtstag von Inge Jens (11.02.)
Herausgeberin der Thomas-Mann- Tagebücher
mehr

125. Geburtstag von James Joyce (02.02.)
Autor des Jahrhundertwerks "Ulysses"
mehr

125. Geburtstag von Virginia Woolf (25.01.)
Pionierin der Moderne und des Feminismus
mehr

Autorenwerk, ZDF und WiSo
Wie das Autoren(werk) mit fingierten Reportagen das ZDF und das ZDF die Zuschauer abkassiert
mehr

Der Börsenverein unter Honnefelder
Die Regierung in Schilda erklärt seinen Einwohnern den Krieg:
Ein aktueller Streich des Börsenvereins unter Vorsteher Gottfried Honnefelder
mehr

Günter Grass: Das Waffen-SS Eingeständnis
Reaktionen und das Eingeständnis
weiter

Zum 50. Todestag von Gottfried Benn am 07.07.
Lebenswerk, Hintergründe und Zitate
weiter

Zum Tod von Robert Gernhardt am 30.06.
Reaktionen, Stimmen und ein Kurzporträt
weiter

150. Geburtstag von Sigmund Freud (06.05.)
Lebenswerk und Hintergründe
weiter

100. Geburtstag von Samuel Beckett am 13.04.
Lebenswerk und Hintergründe
weiter

 

Verlag sucht Manuskripte
Logo: August Goethe Verlag

Haus der Literatur wird gefördert von: