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Nachrichten aus Kultur und Literatur
Januar 2012
31.01. Koblenzer Literaturpreis geht an Daniela Dröscher
Koblenz (dpa) - Der mit 13 000 Euro dotierte Koblenzer Literaturpreis geht in diesem Jahr an die Autorin Daniela Dröscher für ihren Roman «Die Lichter des George Psalmanazar». Das Werk zeichne sich durch eine hoch künstlerische, lautmalerische Sprache aus, teilten die Veranstalter am Montag in Koblenz mit. Verliehen wird die Auszeichnung vom Freundeskreis der Universität Koblenz, dem Freundeskreis des Theaters Koblenz und von Koblenz-Touristik.
Gefördert werden sollen literarische Arbeiten im weiteren Sinne aus der Region an Rhein und Mosel. Die in München geborene Dröscher wuchs in Becherbach in der Region Bad Kreuznach auf. Der Preis wird seit 2000 alle drei Jahre vergeben. Überreicht wird er am 4. März 2012 im Koblenzer Theater.
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31.01. Oldenburger Abschrift des Sachsenspiegels digitalisiert
Oldenburg (dpa/lni) - Eine einzigartige bebilderte Abschrift des wohl wichtigsten deutschen Rechtsbuchs aus dem Mittelalter steht nun im Internet. Die Landesbibliothek Oldenburg präsentierte am Montag die Online-Version des Oldenburger Sachsenspiegels. Neben den anderen drei noch existierenden illustrierten Abschriften in Wolfenbüttel, Dresden und Heidelberg ist damit auch die einzige, mit vollständigem Text erhaltene Bilderhandschrift digital verfügbar.
Der Sachsenspiegel spiegelte das Anfang des 13. Jahrhunderts im damaligen Sachsen geltende Recht wider. Es war das erste große Rechtsdokument in mittelniederdeutscher statt lateinischer Sprache und auch über Sachsen hinaus verbreitet - nach Angaben der Bibliothek von den Niederlanden im Westen bis nach Kiew im Osten.
Die 136 Pergamentblätter umfassende Oldenburger Abschrift fertigte ein Mönch aus dem nahen Rastede im Jahr 1336 im Auftrag des Grafen von Oldenburg. Zuvor war das Recht meist mündlich überliefert worden.
Die kostbare Handschrift werde in ihrer digitalen Fassung selbst Kenner überraschen, meinte der Vizegeschäftsführer der Sparkassenstiftung, Michael Heinrich Schormann. «Auf dem Bildschirm kommen Details ans Licht, die in über 650 Jahren wohl kaum jemand gesehen hat.»
Die Zoomfunktion mache nicht nur Bewegungen der Schreibfeder oder Nuancen der Kolorierung, sondern auch jeden feinen Riss in der Blattgoldauflage oder selbst die Poren des Pergaments sichtbar.
Bibliotheksdirektorin Corinna Roeder erhofft sich vom digitalen Oldenburger Sachsenspiegel auch neue Impulse für die Forschung. Schließlich ließen sich nun alle erhaltenen Bilderhandschriften im Internet vergleichen. Finanziert wurden die Spezialfotografien von der Sparkassenstiftung sowie aus Projektgeldern von Land und Europäischer Union.
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31.01. Verlegerin Elisabeth Sandmann: «Frauen lesen anders»
Die These, dass lesende Frauen gefährlich seien, hat der Münchner Verlegerin Elisabeth Sandmann Glück gebracht. Mit viel Gefühl bringt sie ansprechend gestaltete Bücher über und für Frauen heraus.
Hamburg/München (dpa) - «Schöne Bücher für kluge Frauen». So eingängig der Slogan des Münchner Elisabeth Sandmann-Verlages zunächst klingt, so sehr lässt er dann doch stutzen. Spricht man nicht eigentlich eher von «klugen Büchern» und - trotz aller Emanzipationsgesten - «schönen Frauen»? Und wo bleiben die Männer?
Verlegerin Elisabeth Sandmann weiß ziemlich genau, was sie tut.
Intelligent und attraktiv erscheint sie selbst. Die 51-Jährige hat mit ihrem vor sieben Jahren gegründeten Verlag eine Lücke im Buchmarkt erwischt. Sie bringt auf eine weibliche Leserschaft zugeschnittene Bände heraus, die ästhetischen Anspruch und präzise recherchierte Texte vereinen. «Frauen lesen anders. Sie interessieren sich beispielsweise sehr für die Biografien anderer Frauen», sagt Elisabeth Sandmann im dpa-Gespräch. «Sie lieben häufig Kunst und Kultur. Und sie tauschen sich über Bücher aus.»
So gründeten Männer selten Lesezirkel, Frauen ungleich häufiger.
Schon durch ihre Ausstattung eignen sich Bände wie «Die Entdeckung der Frauen in der Renaissance» zum Weitergeben oder Verschenken.
Zumal die Preise moderat kalkuliert seien.
Sehr häufig vereinen die Bücher des Sandmann-Verlages ein kunsthistorisches mit einem spezifisch weiblichen Thema. Bei den Renaissance-Frauen wird deren Geschichte anhand von Gemälden erzählt. Den Durchbruch für den kleinen Verlag brachte gleich zu Anfang das Buch «Frauen, die lesen, sind gefährlich» des Germanisten Stefan Bollmann. «Der Autor trat zunächst mit der Anfrage an uns heran, ob wir ein Interesse an lesenden Menschen in der Malerei hätten», erzählt Elisabeth Sandmann.
Sie habe ihm dann vorgeschlagen, das Thema nur auf Frauen zu beziehen. Ein Treffer. Der Titel stand in Deutschland monatelang auf der Bestsellerliste. Zudem wurde er in viele Länder verkauft. «Nur die Skandinavier hatten kein Interesse», sagt die Verlegerin. «Da ist schlicht das Thema lesender, gebildeter Frauen schon lange eine derartige Selbstverständlichkeit, dass so ein Titel niemandem ins Auge sticht.»
«Begonnen hat eigentlich alles mit der Vorstellung, dass ich die Bücher, die ich mir selbst wünschte, nicht fand», berichtet sie. Zu Gute kam der passionierten Leserin ihre langjährige Tätigkeit im Verlagsgeschäft. Vor dem Studium der Vergleichenden Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte machte sie eine Lehre beim Suhrkamp-Verlag in Frankfurt, ging später als Programmleiterin zu DuMont nach Köln und übernahm dann die Verlagsleitung des Nicolai-Verlags in Berlin.
Zur Gründung des eigenen Hauses ermutigte sie ihr Mann. Mit viel Enthusiasmus, einem verlässlichen Team aus einer Grafikerin, einer Lektorin und ihrer eigenen Person legte Elisabeth Sandmann los. Inzwischen gibt es drei feste Mitarbeiterinnen. Der Verlag positioniert sich weiter in einer Nische. Wie man an anderen Häusern wie dem ebenfalls sehr gezielt arbeitenden Antje Kunstmann Verlag sehen kann, ist dies eine weise Entscheidung. Vielleicht bleibt es die einzige Möglichkeit, im schwierigen Buchmarkt an einem eigentümergeführten Haus festhalten zu können.
Neben dem kunsthistorisch geprägten Bereich liegt ein Schwerpunkt auf Biografien. Es gibt aber noch eine dritte Säule. «Die jüdische Geschichte wird bei uns immer eine Rolle spielen», erklärt Sandmann, die sich seit ihrer Jugendzeit mit dem Thema der Judenverfolgung und der Emigration befasst. Bände wie «Verlorene Bilder, verlorene Leben» oder das Buch «Paradies in schwerer Zeit» über die Exilanten in Pacific Palisades sind das Ergebnis. Auch diese Bücher verzichten nicht auf eine ansprechende Ausstattung. Das Frauenthema tritt einmal in den Hintergrund. Doch vielleicht kann das Münchner Haus hier auch eine Brücke zu den männlichen Lesern schlagen.
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31.01. Arnim-Ausgabe mit Briefen zu «Des Knaben Wunderhorn»
Weimar (dpa/th) - Der Briefwechsel zur Volksliedsammlung «Des Knaben Wunderhorn» prägt einen neuen Band der geplanten Weimarer Arnim-Ausgabe. Die Briefe aus den Jahren 1805/1806 berichten über den Gedankenaustausch der beiden Romantiker Achim von Arnim (1781-1831) und Clemens von Brentano (1778-1842) zu Vorbereitung, Druck und früher Rezeption. Das Goethe- und Schiller-Archiv, das den Nachlass von Arnims besitzt, betreue die historisch-kritische Arnim-Ausgabe, teilte die Stiftung Weimarer Klassik am Dienstag mit. Unter dem Titel «Des Knaben Wunderhorn» veröffentlichten die beiden Romantiker von 1805 bis 1808 Liebes,- Soldaten-, Wander- und Kinderlieder vom Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert.
Von Arnim und von Brentano als jüngere Anhänger der Romantik waren von Nationalgefühl erfüllt und befassten auch mit germanischen Spuren in Volksliedern, Sagen und Märchen. Der Briefwechsel-Band enthält außerdem Korrespondenzen mit Brentanos Frau Sophie, mit dessen Schwester Bettina sowie Briefe an Goethe. Die historisch-kritische Ausgabe der Werke und des Briefwechsels Achim von Arnims ist auf 40 Bände veranschlagt.
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31.01. Barbarossa: Vom Nationalmythos zum Konsens-Kaiser
Nationalmythos oder Namensgeber für den Überfall Hitlers auf die Sowjetunion - Friedrich Barbarossa musste schon für vieles herhalten. Knut Görich legte nun eine neue Biografie des Staufers vor.
Berlin (dpa) - Friedrich Barbarossa wurde im 19. Jahrhundert zum idealtypischen Herrscher stilisiert. In der Person des Staufers (ca. 1122 bis 1190) bündelten sich die politischen Sehnsüchte des zersplitterten Deutschlands nach nationaler Einheit, da die Niederlagen gegen Napoleon sowie die Auflösung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation verschmerzt werden mussten.
Barbarossa, so ging die Sage, schlafe im Kyffhäuser, werde aber wiederkehren. Die preußisch-deutschen Kaiser versuchten nach der Reichsgründung 1871 die historische Kontinuität zu den Staufern
herzustellen: «Die preußischen Nachfahren der schwäbischen Grafen von Hohenzollern würden das Erbe ihrer früheren staufischen Lehnsherren annehmen und deren historischen Auftrag vollenden», schreibt der Münchner Historiker Knut Görich.
Dieses fragwürdige Geschichtsverständnis im 19. Jahrhundert sei letztlich auch noch darin zu erkennen, «dass der Angriffskrieg gegen die Sowjetunion im Juni 1941 als "Unternehmen Barbarossa" geplant wurde». Mit Ende des «Dritten Reiches» war ein solches Geschichtsbild weder in der jungen Bundesrepublik noch in der DDR haltbar. Biografien von Barbarossa wurden rarer.
Der Münchner Historiker Görich hat nun eine neue Biografie Barbarossas vorgelegt. Schon die Auseinandersetzung mit dem Geschichtsbild des 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gibt einen sehr aufschlussreichen Einstieg in die Materie. Görichs Biografie ist ein Versuch, das Leben und Wirken des Staufers in der «ursprünglichen Offenheit der historischen Situation» zu verstehen.
Denn die jüngere Geschichtswissenschaft erkannte, dass sie sich hüten muss, den historischen Ereignissen eine Kausalität modernen politischen Denkens zu unterstellen. So wird mehr und mehr deutlich, «dass die politisch-sozialen Ordnungen der Vormoderne über eine viel offenere Verfassung verfügten und daher in viel stärkerem Maße auf Konsens und Aushandlungsprozesse angewiesen waren».
Görich zeichnet den Staufer als Mitglied der mittelalterlichen Adelsgesellschaft, die Rang und Ansehen über alles stellt. Daher agiert dieser Friedrich teilweise so, wie es für ihn zweckmäßig, nach modernen Vorstellungen von Staatsräson und pragmatischer Politik aber höchst unvernünftig erscheint. «Vom Rang eines Mannes hing alles ab: das Recht auf Mitsprache, die Chance, überhaupt angehört zu werden» oder die Fähigkeit, die eigene Herrschaft gegen Rivalen zu behaupten.
Mit im Zentrum der Biografie steht die Auseinandersetzung Barbarossas mit dem Papst. Dieser Konflikt reicht bis zu den Bestrebungen der Salier im 11. Jahrhundert zurück, das Papsttum zu reformieren. Die Reform brachte einen immensen Machtzuwachs für Rom. Ein Bann des Papstes, der eigentlich ein exterritorialer, theologisch-kirchenrechtlicher Akt war und nur einen geistig-moralischen Anspruch formulierte, brachte mit Heinrich IV. erstmals einen deutschen König/Kaiser in existenzielle Bedrängnis. Heinrich konnte die Gefahr 1077 mit dem «Gang nach Canossa» und der Aufhebung des Exkommunikation im letzten Moment noch abwenden.
Barbarossa wehrte sich während seiner fast 40-jährigen Regentschaft gegen diesen «päpstlichen Anspruch auf Überordnung über jede weltliche Macht». Deshalb konnte der Staufer auch im vom protestantischen Preußen dominierten Deutschland des 19. Jahrhunderts zum Nationalmythos aufsteigen. Eingedenk der Erfahrungen des Saliers Heinrich aber stellte Otto von Bismarck im Kulturkampf mit der katholischen Kirche an die Adresse des Papstes gerichtet klar: nach Canossa gehen wir nicht.
Das Buch mit seinen vielen Abbildungen und Karten ist sehr lesenswert und bietet auch dem interessierten Laien viel Information.
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30.01. Grass-Lektor Helmut Frielinghaus gestorben
Hamburg (dpa) - Der Autor und Übersetzer Helmut Frielinghaus, Lektor von Literaturnobelpreisträger Günter Grass, ist tot. Er starb gestern im Alter von 81 Jahren in Hamburg, wie der Verband deutschsprachiger Übersetzer (VdÜ) am Montag mitteilte. Frielinghaus arbeitete seit 1991 freiberuflich als Übersetzer, Journalist und Lektor und betreute unter anderem Grass.
«Egal in welcher Rolle stellte Helmut Frielinghaus sein glasklares, nie gnadenloses Urteil in den Dienst der Literatur und derer, die sie schaffen», sagte VdÜ-Vorsitzender Hinrich Schmidt-Henkel. Frielinghaus lebte von 1995 bis 2002 in New York, danach in Hamburg. Bekannt war unter anderem seine Tagebuchserie zu den Attentaten am 11. September 2001 in New York in der «Neuen Zürcher Zeitung».
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30.01. Autor, Regisseur, Philosoph - Paul Auster wird 65
New York (dpa) - Wenn Paul Auster schreibt, steht er «in Flammen».
18 Romane hat er schon veröffentlicht, auch unter einem Pseudonym, dazu Gedichtbände, Essays, Drehbücher und Songs. Seine Geschichten schlagen die unglaublichsten Haken, brillieren mit einer suggestiven Sprache, psychologischen Beobachtungen und philosophischen Schlüssen.
Er sei «vom Schreiben besessen», erzählte der Amerikaner im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. An diesem Freitag (3. Februar) wird er 65 Jahre alt.
Er ist groß, gut aussehend mit den dunklen Augen und immer noch dichten Haaren. Auster wirkt auf Anhieb sympathisch. Keine Spur von Distanz. Und das bei einem Autor seines Kalibers. Er gilt als einer der bedeutendsten US-Literaten der Gegenwart. Seine Bücher sind in 30 Sprachen übersetzt. Seine Popularität in Deutschland, Frankreich - überhaupt in Europa - übertrifft noch die im eigenen Land.
Austers Geschichten spielen oft im New Yorker Stadtteil Brooklyn.
Dort wohnt der Autor seit rund 30 Jahren mit seiner Frau, der norwegisch-amerikanischen Schriftstellerin Siri Hustvedt («Der Sommer ohne Männer»). Das Paar hat eine Tochter Sophie (24), die schon sehr jung als Sängerin und Schauspielerin Erfolge feierte. Ihr erstes Chanson-Album («Sophie Auster») erntete begeistertes Lob. Die Texte stammten von ihr und dem Herrn Papa.
Auster ließ die ebenso bildschöne wie begabte Tochter auch in seinen Filmen auftreten. Er selbst betätigte sich in «Smoke», «Blue in the Face» und «Lulu on the Bridge», mit Vanessa Redgrave in der Hauptrolle, als Drehbuchautor und Regisseur.
Wie viele seiner Figuren hat auch der «Barde von Brooklyn» bittere Zeiten hinter sich. Am 3. Februar 1947 als Sohn jüdischer Immigranten in der Nähe von New York geboren, will er schon mit 16 Schriftsteller
werden: «Das ist eine seltsame Existenz. Du sucht sie dir nicht aus.
Du wirst gewissermaßen auserwählt.»
Nach einem politisch bewegten Literaturstudium und einem dreijährigen Aufenthalt in Frankreich, in dem er mit berühmten Existentialisten in Kontakt war, versucht er, in New York als Autor Fuß zu fassen. Es entstehen vier Gedichtbände, mehrere kurze Stücke, ein Prosaband. Doch Geld kommt nicht herein. Auster muss sich mit einem Lehrauftrag an der Uni und Übersetzungsarbeiten über Wasser halten. 1979 ist er am Ende. Die erste Ehe zerbricht, und er hat nicht einmal mehr genug Geld zum Wohnen.
Mit der «New York-Trilogie» kommt endlich der Durchbruch. Die drei lose miteinander verwobenen Detektivgeschichten «Stadt aus Glas» (1985), «Schlagschatten» (1986) und «Hinter verschlossenen Türen»
(1986) schlagen bereits den Ton an, für den der Autor so berühmt wird.
Seine oft autobiografisch geprägten Figuren sind schräge, gebrochene Charaktere, die sich auf der Suche nach sich selbst in allerlei Abgründe und düstere Winkel verlieren. Immer wieder ist es der Zufall, das Unvorhergesehene, eine fantastische Wendung, die ihr Leben bestimmt - und die Anlass für philosophische Reflexionen über Kunst und Kultur, Identität, Leben und Tod bieten.
Nach «Mond über Manhattan», «Musik des Zufalls» und «Das Buch der Illusionen» verarbeitet Auster in «Nacht des Orakels» (2003) Erfahrungen mit seinem Sohn aus erster Ehe. Daniel wurde indirekt mit einem Drogenmord in Verbindung gebracht. «Schreiben ist für mich kein Akt des freien Willens», sagt Auster, «es ist eine Frage des Überlebens.»
Zur Entstehung seiner Bücher sagte er der dpa: «Das ist ein organischer und völlig unerklärlicher Prozess. Alles kommt von innen, aus dem Unbewussten. Irgendwann taucht etwas auf. Meistens sind es Charaktere, die mir durch den Kopf gehen, und je mehr ich mich mit ihnen beschäftige, desto klarer werden die Geschichten, die zu ihnen gehören.»
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30.01. Ende der Kleist-Doppelausstellung - Neue Projekte
Frankfurt (Oder)/Berlin (dpa/bb) - Die zentrale Doppelausstellung des Kleist-Jahres 2011 in Frankfurt (Oder) und Berlin ist am Sonntag mit einer Festveranstaltung in der Oderstadt zu Ende gegangen. Nach Veranstalterangaben sahen rund 30 000 Besucher die Schau über Leben und Werk des Dichters Heinrich von Kleist (1777-1811) im Ephraim-Palais und im Kleist Museum an dessen Geburts- und Sterbeort.
Zu sehen waren Porträts oder auch Dokumente wie eine Familienchronik.
Im vergangenen Jahr war an den 200. Todestag Kleists mit zahlreichen Ausstellungen, Vorträgen und Theaterstücken im In- und Ausland erinnert worden.
Das «Experiment der Doppelausstellung» sei aufgegangen, sagte Brandenburgs Kulturministerin Sabine Kunst (parteilos) anlässlich des Abschlusses am Sonntag. «So viel Aufmerksamkeit und Zuspruch haben Kleist und sein Werk wohl selten zuvor erfahren.» Was 2011 gelungen sei, werde gewiss die Arbeit der kommenden Jahre beflügeln. So habe das Frankfurter Kleist-Museum zahlreiche Veranstaltungen mit neuen Partnern entwickelt, etwa mit der Europauniversität Viadrina. Den nächsten «Entwicklungsschub» erwartet Kunst vom entstehenden Erweiterungsbau des Museums. Dort soll einmal die weltweit umfangreichste Sammlung zu Kleist und seinem literaturgeschichtlichen Umfeld unterkommen.
In Berlin war die Ausstellung auch zur Langen Nacht der Museen am Samstag geöffnet. Besucher hatten Gelegenheit, den Fernsehfilm «Die Akte Kleist» zu sehen, der die letzten Stunden von Kleist («Der zerbrochene Krug») und seiner Gefährtin Henriette Vogel vor dem gemeinsamen Suizid am Kleinen Wannsee in Berlin rekonstruiert. Im Frankfurter Kleist Museum soll vom 25. Februar an neun Monate lang die Ausstellung «Ich will ein Bauer werden. Heinrich von Kleist und die Schweiz» gezeigt werden.
Das Kleist-Jahr wurde mit zahlreichen kulturellen Veranstaltungen wie Ausstellungen, Vorträgen und Theaterstücken gefeiert. Die Eröffnung fand im März in seiner Geburtsstadt Frankfurt (Oder) mit dem ersten Spatenstich für das neue Kleist-Museum statt. Zum Abschluss wurde die renovierte Grabstätte am Wannsee übergeben. Kleist erschoss sich im Alter von nur 34 Jahren.
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30.01. Wagner K übernimmt Museum für Angewandte Kunst
Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Das Frankfurter Museum für Angewandte Kunst (MAK) steht von März an unter neuer Leitung. Der Magistrat hat am Freitag den gebürtigen Jenaer Matthias Wagner K (50) zum neuen Direktor berufen. Sein Vertrag läuft fünf Jahre, Vorgänger Ulrich Schneider ist bereits seit Mitte 2011 in Vorruhestand.
«Matthias Wagner K ist ein profilierter Ausstellungsmacher und hoch qualifizierter Kurator», begründete Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU) die einstimmige Entscheidung des Magistrats. Wagner K leitete eine Biennale für Lichtkunst in Berlin, gestaltete das Kulturprogramm Islands auf der Frankfurter Buchmesse und kuratierte begleitende Ausstellungen in der Stadt, unter anderem über Design aus Island im MAK. Er hat auch als Beleuchter im Theater gearbeitet und - nach seiner Ausweisung aus der DDR 1984 - in Köln Malerei studiert.
Er wolle das Haus zu einem Leuchtturm in Europa machen, es international besser vernetzen und die Dauerausstellung raus aus der Vitrine holen, kündigte der neue Museumschef am Freitag an.
Inhaltlich will er dem Thema Mode mehr Aufmerksamkeit widmen - zum Beispiel mit einer Ausstellung über den Designer Alexander McQueen.
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30.01. Ausstellung zeigt Botanik im Buchdruck
Halle (dpa/sa) - Eine Ausstellung in den Franckeschen Stiftungen in Halle gibt von heute (Sonntag/11.30) an Einblick in die Botanik im Buchdruck. Unter dem Motto «Gart der Gesundheit» werden 70 ausgewählte Kräuterbücher, Herbarien, Floren und wissenschaftliche Werke gezeigt, teilten die Franckeschen Stiftungen mit. Darunter befinden sich Erstdrucke wie das «Buch der Natur» von Konrad von Megenbergs (1309-1347) sowie Schriften von Begründern der modernen Botanik aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Veranstaltet wird die Schau unter anderem durch die Franckeschen Stiftungen und die Nationale Akademie der Wissenschaften in Halle. «Gart der Gesundheit» gilt als einflussreiches Kräuterbuch im 15. Jahrhundert.
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27.01. «Antiquaria» eröffnet - Preis für Buchdesigner Lange
Ludwigsburg (dpa/lsw) - Mit der Verleihung des Antiquaria-Preises für Buchkultur 2012 an den Buchdesigner Clemens-Tobias Lange ist am Donnerstag die 26. Ludwigsburger Antiquariatsmesse eröffnet worden.
Der «Gestalter herausragender Künstlerbücher» aus Hamburg erhielt die mit 6500 Euro dotierte Auszeichnung am Eröffnungstag. Langes Kunst besteche durch subtile typographische Gestaltung, reiche Materialität und sorgsame Auswahl hochrangiger Texte, hieß es.
Mit dem Antiquaria-Preis zeichnen die Stadt Ludwigsburg und der Verein Buchkultur jährlich Beiträge aus dem Verlagswesen, der Drucktechnik sowie der Buch- und Schriftgrafik aus.
Der gebürtige Berliner Lange (Jahrgang 1960) kaufte 1988 eine alte Setzergasse und gründete die CTL-Presse in Hamburg-Altona. «Es ist sein Laboratorium für Bücher», hieß es. Mal verwendet er raue Haihaut mal Ebenholz. Die Ungewöhnliche Haptik der Werke entsteht durch Hartgummi, Vulkanglas oder Kupfer.
Die Antiquaria mit 55 Ausstellern dauert bis zum Samstag (28.1.).
Am Freitag geht auch die 51. Stuttgarter Antiquariatsmesse an den Start. Dort sind bis zum Sonntag (29.1.) 80 Anbieter vertreten, erstmals auch welche aus Italien, Ungarn und Großbritannien. Beide Messen locken stets mehrere tausend Freunde historischer Bücher an.
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27.01. Ehemaliger Hörspielchef Naber gestorben
Baden-Baden (dpa/lsw) - Der frühere Hörspielchef des Südwestfunks, Hermann Naber, ist tot. Das teilte der Sender am Donnerstag mit. Naber sei am Mittwochabend im Alter von 78 Jahren in Baden-Baden gestorben. Er hatte bis zu seiner Pensionierung 1998 mehr als 30 Jahren bei dem Sender gearbeitet. Dabei schrieb er mit Produktionen wie «Fünf Mann Menschen» von Ernst Jandl und Friederike Mayröcker deutsche Hörspielgeschichte. Naber war Mitglied der Berliner «Akademie der Künste» und Mitglied der «Deutschen Akademie der Darstellenden Künste».
Seine Bearbeitung des Stücks «Unser Boot nach Bir Ould Brini» von Christian Geißler erhielt 1994 den Hörspielpreis der Kriegsblinden. Mit der Vertonung von Tolkiens «Herr der Ringe» setzte er eine der größten deutschen Hörspiel-produktionen um. SWR-Hörfunkdirektor Bernhard Hermann würdigte Naber als «herausragenden Wegbereitern des zeitgenössischen Hörspiels» in Deutschland. «Seine Inszenierungen rufen noch heute Bewunderung hervor.»
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27.01. Bibliothek kauft wertvolles und seltenes Emblembuch
Wolfenbüttel (dpa/lni) - Die weltberühmte Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel hat ein seltenes Emblembuch aus dem 17. Jahrhundert gekauft. Der Frankfurter Künstler Andreas Friedrich hat den Druck im Jahr 1611 angefertigt, teilte die Bibliothek am Donnerstag mit. Nach jetzigem Wissensstand gebe es nur ein vollständig erhaltenes Exemplar des mit Holzschnitten illustrierten Buchs. «Die Embleme sind ein Spiegel der Moral der Epoche», sagte eine Sprecherin. Das Werk war Ende 2011 zusammen mit anderen Büchern und Drucken gekauft worden. Das Land hatte dafür 110 000 Euro zur Verfügung gestellt. In der Bibliothek, deren Anfänge auf das Jahr 1572 zurückgehen, stehen rund eine Million Bände.
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27.01. Die sieben Todsünden in Krimis - Anwältin als Autorin
Kathrin Kolloch ist Anwältin und Krimiautorin, in der DDR war sie mehrfache Kanuweltmeisterin und Stasi-Ausgespähte. Ihre Erfahrungen beim Umgang mit Stasi-Akte und spannenden Kriminalfällen hat sie in einem ersten Roman niedergeschrieben. Sechs weitere sollen folgen.
Neubrandenburg (dpa/mv) - Anwälte und Richter gehören zu den Berufsgruppen, die am häufigsten tief in menschliche Abgründe schauen. Wer sich ständig mit Mord und Totschlag, Perversitäten, Intrigen, Lug und Trug auseinandersetzen muss, braucht Möglichkeiten, davon wieder frei zu werden. Die Neubrandenburger Rechtsanwältin Kathrin Kolloch hat ihren Weg gefunden, Gehörtes und Erlebtes zu verarbeiten: Sie schreibt Kriminalromane. Als mehrfache Kanu-Welt- und Europameisterin in den 1980-er Jahren wurde sie selbst zum Opfer. Kolloch, damals Kathrin Giese, die beim Sportclub Neubrandenburg trainierte, geriet in den Fokus der Staatssicherheit.
Was sie beim Lesen ihrer Stasi-Akte empfand, ließ sie in ihren soeben erschienen ersten Roman «Der Neid» einfließen. Es geht es um einen Mann, der 15 Jahre nach der Wende sein Erbe dafür einsetzt, das Schicksal seiner 1989 verschwundenen 13-jährigen Tochter aufzuklären. Er beauftragt eine Anwaltskanzlei und schaut mit einer Anwältin in seine Stasiakte. Seine Empfindungen entsprechen Kollochs: «Ich habe laut gelacht, und ich habe geweint», bekennt die große, athletische 50-Jährige. Zehn auf sie angesetzte informelle Mitarbeiter habe sie in den Akten gefunden. Nicht einer habe sich entschuldigt. Mehr habe sie dann nicht lesen wollen. «Ich empfinde eine Art von Ohnmacht», sagt die Anwältin. «Man ist beurteilt worden und hatte nie die Chance, dazu Stellung zu nehmen.» Auch davon befreit sie sich jetzt schreibend.
«Ich mache alles strategisch», sagt sie. Das war beim Sport so und bei der Planung ihrer beruflichen Zukunft. Sie studierte schon Jura, als sie noch das Abitur machte, was in der DDR Spitzensportlern ermöglicht wurde. 1986 gab sie den Sport auf, 1989 erhielt sie das Diplom und begann ihre Laufbahn als Richterin. Nach der Wende ließ sie sich entpflichten und wurde Rechtsanwältin - eine Vorsichtsmaßnahme. Sie sei mit 18 SED- Mitglied geworden, würde man sie als Richterin dulden? Nach schwierigem Anfang stellte sich der berufliche Erfolg ein. Ihre Gebiete wurden das Familien- und das Strafrecht. Sie habe mit vielen aufsehenerregenden Fällen zu tun gehabt. «Ich ziehe das regelrecht an», erzählt die Mutter zweier Kinder.
Sieben Romane plant sie, zu den sieben biblischen Todsünden. Nach dem «Neid» erscheint der «Zorn», an dem sie gerade schreibt, danach «Die Gier», die bereits fertig ist. Es folgen Hochmut, Trägheit, Völlerei und Wollust. Beim letzten geht es um sexuellen Missbrauch. Von allen Storys habe sie Anfang und Ende im Kopf. «Die Geschichten sind von Strafprozessen inspiriert, Handlungen und Personen jedoch Fantasie.» So werde das Schicksal des Mädchens in ihrem Buch aufgeklärt, während der Fall in Wirklichkeit ungelöst ist.
Der Neid in ihrem Erstlingswerk spielt sich zwischen den beiden jungen Anwältinnen ab, die mit dem Fall beauftragt sind. Die Geschichte ist spannend erzählt. Der Leser gerät in einen Sog, in dem es schwer fällt, das 476 Seiten starke Buch aus der Hand zu legen. Es mutet teilweise dokumentarisch an. Beim Arbeitsablauf in der Großkanzlei, bei den detailliert beschriebenen Überlegungen der Ermittlerinnen ist angenehm zu spüren, dass die Autorin vom Fach ist.
Allerdings geraten ihr viele Dialoge etwas steif, lesen sich fast wie Strafakten. «Ich ringe mit den Sätzen», bekennt die Autorin. Sie steckt zudem in der Zwickmühle, dass sie der Kritik ihrer Berufskollegen ausgesetzt ist, weshalb sie viel Wert auf Exaktheit legt, und dass sie aber auch von Nichtjuristen gelesen werden möchte.
Für ihr Buchprojekt suchte Kathrin Kolloch zunächst einen Verlag.
Sie bekam viele Absagen und nur wenige Zusagen. Bei denen hätte sie Kompromisse eingehen müssen. Doch sie wollte kein billiges Buch, sondern eine Reihe von sieben in gleicher Art gestalteten Bänden. So gründete sie mit ihrem Mann, dem Unternehmensberater Peter Kolloch,
2011 einen eigenen Verlag: Spica, benannt nach dem hellsten Stern im Sternbild Jungfrau. Der «Neid» ist das dritte Buch bei Spica.
Menschen, die beruflich mit Verbrechen zu tun haben, entdecken häufig das Krimi-Schreiben für sich. Der Lektor Florian Ostrop, der beim Hinstorff Verlag in Rostock die neue Ostsee- Krimi-Reihe betreut, hat unter seinen ersten vier Autoren ebenfalls eine Juristin. «Der Trend ist da», sagt Ostrop. Einer Übersicht der Fachzeitschrift für den Buchhandel, «Buchreport», zufolge sind Krimiautoren oft Kriminalkommissare, Polizisten, Strafverteidiger, Rechtsanwälte und Gerichtsmediziner.
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26.01.«B.Z.»-Kulturpreis an Senta Berger, Reich-Ranicki und Roland Kaiser
Berlin (dpa) - Die Schauspielerin Senta Berger, der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki und der Sänger Roland Kaiser erhalten heute Abend den «B.Z.»-Kulturpreis. Wie der Verlag mitteilte, bekommen auch der Entertainer Frank Zander, der Schriftsteller Wladimir Kaminer und die Performance-Künstlerin Marina Abramovic den Bronze-Bär. Preise gibt es außerdem für den Club «Berghain» sowie die Kammerakademie Potsdam. Zur Gala werden mehr als 600 Gäste erwartet.
Der 91 Jahre alte Reich-Ranicki wird für sein Lebenswerk geehrt, die Laudatio hält der Journalist Hellmuth Karasek. Abramovic (65) tritt seit 1973 auf. Vor zwei Jahren setzte sie sich unter dem Motto «The Artist is present» während einer Ausstellung im New York Museum of Modern Art 736 Stunden schweigend auf einen Stuhl und lud die Besucher ein, ihr gegenüber Platz zu nehmen. Zusätzlich gibt es einen Publikumspreis für ein Berliner Volkstheater, der Gewinner war zunächst noch nicht bekannt.
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26.01. Nora Gomringer erhält Ringelnatz-Preis
Cuxhaven (dpa/lni) - Die Dichterin Nora Gomringer bekommt in diesem Jahr den Cuxhavener Joachim-Ringelnatz-Preis für Lyrik. «Nora Gomringer schenkt uns das Glück, über federleicht schwere Verse zu staunen, deren auch ganz leise Töne sehr weit reichen», hieß es am Dienstag in der Begründung der Jury.
Die Stadt Cuxhaven vergibt den mit 15 000 Euro dotierten Ringelnatz-Preis seit 2002 alle zwei Jahre. Er gilt als eine der höchstdotieren Lyrik-Auszeichnungen in Deutschland. Bisher ging sie an Peter Rühmkorf, Robert Gernhardt, Wolf Biermann, Barbara Köhler und Wulf Kirsten. Die feierliche Verleihung an Gomringer wird am 21. April im Stadttheater Cuxhaven sein.
Nora-Eugenie Gomringer wurde am 26. Januar 1980 im saarländischen Neunkirchen geboren und wuchs in Bayern auf. Sie studierte Anglistik und Germanistik in Bamberg, wo sie seit 2001 auch den dortigen Poetry Slam veranstaltet. Seit 2010 leitet sie das Internationale Künstlerhaus Villa Concordia. Für ihre lyrischen Werke hat sie bereits zahlreiche Preise erhalten, darunter den Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache und den Kulturpreis Bayern.
Die Ringelnatz-Preisträger vergeben traditionell auch den mit 5000 Euro dotierten Nachwuchspreis. Gomringer wählte dafür José F. A. Oliver aus, der als freier Schriftsteller im Schwarzwald lebt. Dieser verfasse nicht nur eindrückliche Gedichte, sondern begeistere unter anderem mit einem Festival, Schullesungen und lyrischen Werkstätten auch junge Talente für die Poesie, begründete Gomringer.
Mit den von Sponsoren finanzierten Preisen erinnert Cuxhaven an den Dichter Hans Bötticher, der während des Ersten Weltkriegs bei der Marine unter anderem an der Elbmündung stationiert war. In der Zeit legte er sich das Pseudonym Joachim Ringelnatz zu.
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26.01. Saniertes Grimm-Museum in Kassel wieder eröffnet
Das Warten hat ein Ende: Nach der Sanierung hat das Grimm-Museum in Kassel seine Pforten wieder geöffnet. In einer Sonderausstellung wird eine Schau zur Vorgeschichte der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm gezeigt.
Kassel (dpa/lhe) - Mehr als zwei Jahre hat die Sanierung gedauert - seit Sonntag können Märchenfreunde wieder das Grimm-Museum in Kassel besuchen. Im Mittelpunkt stehen die Handexemplare der «Kinder- und Hausmärchen» von 1812, die mit vielen Notizen der Brüder versehen sind und zum Unesco-Weltdokumentenerbe gehören. Die Märchensammler und Sprachforscher Jacob und Wilhelm Grimm lebten und arbeiteten mit Unterbrechungen von 1798 bis 1841 in Kassel.
«Alles ist schön gelaufen, ich bin sehr glücklich», sagte der Museumsdirektor Bernhard Lauer am Sonntag über die Eröffnungsfeier, an der etwa 150 geladene Gäste teilgenommen hatten.
In der Sonderausstellung wird bis zum 6. Mai eine Schau zur Vorgeschichte der Kinder- und Hausmärchen gezeigt. Dazu gehören die Entstehungsgeschichten von zehn ausgewählten Märchen, darunter «Aschenputtel», «Dornröschen», «Rumpelstilzchen» oder «Das tapfere Schneiderlein».
Die Dauerausstellung zeigt das Leben, Werk und die Wirkung der Brüder Jacob und Wilhelm. Außer Märchengeschichten, -zeichnungen und -figuren sind in einer stilvollen Bibliothek auch das deutsche Wörterbuch und die Handexemplare der deutschen Grammatik von Jacob Grimm zu sehen. Die Bibliothek, in der Hunderte alte Büchern stehen, ist das heimliche Schmuckstück des Museums.
Das für rund 1,9 Millionen Euro sanierte Palais Bellevue ist allerdings nur ein Übergangsmuseum. Die Stadt plant ein neues, größeres Museum auf dem Weinberg, das 2014 fertig sein soll. Der rund 18 Millionen Euro teure Neubau des Mitmachmuseums soll ein zentraler Baustein der neuen «Grimm-Welt» werden. Damit will die Stadt die Besucherzahlen steigern. Waren es vor der Sanierung bis zu 30 000 pro Jahr, so sollen es später jährlich etwa 100 000 werden.
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26.01. Marlene Streeruwitz wird mit Bremer Literaturpreis geehrt
Bremen (dpa/lni) - Die österreichische Autorin Marlene Streeruwitz wird heute mit dem Bremer Literaturpreis geehrt. Sie erhält die mit 20 000 Euro dotierte Auszeichnung für ihren jüngsten Roman «Die Schmerzmacherin». Dieser spielt in der düsteren Welt der privaten Sicherheitsdienste. Ihr Buch sei ein Thriller, der alle Regeln des Genres verletze, hieß es in der Jurybegründung: «Nichts wird gut, nichts wird aufgeklärt.» Der mit 6000 Euro dotierte Förderpreis geht an den Schauspieler Joachim Meyerhoff für sein Erstlingswerk «Alle Toten fliegen hoch. Amerika» über die Abenteuer eines deutschen Austauschschülers in der amerikanischen Provinz.
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26.01. Experte: Antiquarische Reisebücher sind hoch im Kurs
Alte Bücher haben ihre Geschichte und einen besonderen Charme. Doch wer auf eine reine Geldanlage aus ist, sollte sich nach Empfehlung eines Experten gründlich informieren - sonst droht Schiffbruch.
Stuttgart (dpa/lsw) - Antiquarische Bücher zu Geografie und Fotografie stehen nach Beobachtungen eines Experten im Moment hoch im Kurs. «Frühe Reisebeschreibung sind besonders gefragt», sagte Eberhard Köstler, Vorsitzender der Verbands Deutscher Antiquare, vor den traditionsreichen Antiquariatsmessen in Ludwigsburg (26.-28.01.) und Stuttgart (27.-29.01.). Beliebt seien Berichte aus dem Ausland, etwa Amerika, Afrika und dem Orient - erst recht wenn sie illustriert seien. «Sie bedienen die spannende Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Abenteuer.» Groß sei die Nachfrage auch bei illustrierten Bücher mit Originalgrafiken bekannter Künstler.
In Zeiten finanzieller Unsicherheiten, wenn vermeintlich lukrative Geldanlagen sich als Blasen entpuppten, erlebten seltene Bücher oft einen Zulauf - der aber meist nur kurz anhalte. Köstler rät vom Buch als reine Geldanlage ab: Es könne ähnlich an Wert verlieren wie Gold oder Immobilien. «Wer Bücher kauft, sollte Spaß an der Materie haben» - und sich erst einmal gründlich informieren.
Alte medizinische Literatur gehe heute beispielsweise schlechter als noch vor zehn bis 20 Jahren, erläuterte der Fachmann, in dessen Verband rund 250 deutsche Antiquare zusammengeschlossen sind. Werke über Ahnenforschung, die um 1900 sehr gefragt waren, spielten heute keine Rolle mehr. Und mit wenigen Ausnahmen seien auch die Werke der großen deutschen Literaten eher ein «schwaches Sammelgebiet». Der Grund: Oft waren die Autoren schon so bekannt, dass selbst die Erstauflagen recht häufig gedruckt wurden. Dauerbrenner bei den Sammlern seien bisher dagegen etwa Atlanten, Frühwerke der Druckgeschichte und seltene Bücher über Pflanzenkunde.
Baden-Württemberg sei wie Bayern ein dankbares Sammlerland, sagte Köstler. Das liege sicher daran, dass hier viele Menschen wohnten, die sich seltene Bücher leisten könnten. «Es gibt in Baden-Württemberg aber auch viele Menschen, die stark an Kultur interessiert sind - vielleicht sogar noch mehr als in Bayern.»
Elektronische Bücher (E-Books) dürften seiner Einschätzung nach keinen große Auswirkung auf den Markt für rare Bücher haben. Auch in Zukunft werde es sicher noch gefragte - auch neuere - Bücher geben, etwa hochwertige Kunstbücher. Stärker wirke sich allerdings die Tatsache aus, dass derzeit eine Generation sterbe, die Bücher gehortet habe. Dadurch gebe es ein Überangebot an modernen antiquarischen Schmökern, die über das Internet angeboten würden. «Die Preise sinken da zum Teil auf 50 Cent oder weniger. Da liegt die Verdienstspanne dann manchmal nur noch in den drei Euro Versandkosten.»
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25.01. Kleist-Doppelausstellung mit rund 30 000 Besuchern
Alle Blicke richten sich in diesem Jahr auf Friedrich. Doch läuft auch an zwei Standorten noch eine große Doppelausstellung über Heinrich von Kleist - 2011 war seinem 200. Todestag gewidmet.
Frankfurt (Oder)/Berlin (dpa/bb) - Das Kleist-Jahr ist zwar schon offiziell vorbei - die zentrale Doppelausstellung in Frankfurt (Oder) und Berlin läuft aber noch und hat rund 30 000 Besucher angezogen. Das teilten die Veranstalter am Mittwoch in Berlin mit. An diesem Sonntag ist auch mit den Nachwehen Schluss.
Bis dahin können die beiden Ausstellungen über Leben und Werk des Dichters Heinrich von Kleist (1777-1811) im Ephraim-Palais und im Kleist Museum an dessen Geburts- und Sterbeort besichtigt werden. Zu sehen sind zum Beispiel Porträts von Kleist und Dokumente wie eine Familienchronik.
Am Standort Berlin ist die Ausstellung auch zur Langen Nacht der Museen an diesem Samstag geöffnet. Geplant ist unter anderem eine Führung, auch soll nach Mitternacht der Fernsehfilm «Die Akte Kleist» gezeigt werden. Darin werden die letzten Stunden von Kleist und seiner Gefährtin Henriette Vogel vor dem gemeinsamen Suizid am Kleinen Wannsee in Berlin rekonstruiert.
Am Sonntag veranstaltet das Kleist Museum in Frankfurt (Oder) eine Rückschau auf das Gedenkjahr zum 200. Todestag des Dichters («Der zerbrochne Krug») und feiert. In dem Museum soll ab 25. Februar dann neun Monate lang die Ausstellung «Ich will ein Bauer werden. Heinrich von Kleist und die Schweiz» gezeigt werden.
Das Kleist-Jahr wurde mit zahlreichen kulturellen Veranstaltungen wie Ausstellungen, Vorträgen und Theaterstücken gefeiert. Die Eröffnung fand im März in seiner Geburtsstadt Frankfurt (Oder) mit dem ersten Spatenstich für das neue Kleist-Museum statt. Zum Abschluss wurde die renovierte Grabstätte am Wannsee übergeben. Kleist erschoss sich im Alter von nur 34 Jahren.
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25.01. Bestsellerautor Hessel erhält Kulturpreis
Paris (dpa) - Der Bestsellerautor und Diplomat Stéphane Hessel erhält die mit 50 000 Euro dotierte Mychkine-Auszeichnung. Der französische Kulturpreis zeichnet Autoren aus, die durch ihr Werk zu einem Klima der Toleranz beitragen, wie die Organisatoren am Dienstag in Paris mitteilten.
Der in diesem Jahr erstmals vergebene Kulturpreis wird dem ehemaligen französischen Widerstandskämpfer am kommenden Montag im Pariser Odéon-Theater übergeben. Die Laudatio für den 94-jährigen Autor des millionenfach verkauften Essays «Empört euch» wird der grüne Europa-Abgeordnete Daniel Cohn-Bendit halten. Die Jury des Preises besteht aus sechs Juroren, darunter auch der deutsche Philosoph Peter Sloterdijk.
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25.01. Verlag macht Rückzieher im Streit um Hitler-Buch
Rückzieher im Streit um die Veröffentlichung von «Mein Kampf»: Der britische Verleger McGee will Auszüge aus dem Buch nun doch nicht veröffentlichen. So lange der Rechtsstreit mit dem Freistaat Bayern läuft, sollen die Passagen unleserlich bleiben.
München/Hamburg (dpa) - Der britische Verleger Peter McGee will nun doch vorerst auf die Veröffentlichung von Passagen aus Hitlers Buch «Mein Kampf» verzichten. «Wir müssen sicherstellen, dass wir unsere Hauptveröffentlichung "Zeitungszeugen" nicht in Gefahr bringen», sagte er der Nachrichtenagentur dpa. «So lange das juristische Verfahren läuft, werden wir nur eine Version auf den Markt bringen, in der die Zitate nicht lesbar sind.»
An diesem Donnerstag wollte McGee Auszüge aus dem Machwerk des Diktators in einer Extra-Broschüre seiner Wochenzeitung «Zeitungszeugen» veröffentlichen. Nachdem das bayerische Finanzministerium, das die Urheberrechte an dem Buch hält, juristische Schritte eingeleitet hat, scheint ihm das Risiko aber zu groß.
Die Passagen sollen nun unleserlich erscheinen - nicht geschwärzt, aber mit einer Art Nebel überzogen. McGee, der seinen Kunden diesen Schritt in einem Brief erklärte, will damit verhindern, dass der Freistaat Bayern die Exemplare am Kiosk beschlagnahmt.
Das Finanzministerium, das als Rechtenachfolger des Eher-Verlags der Nationalsozialisten die Urheberrechte an «Mein Kampf» geerbt hat, hatte am Dienstag juristische Schritte angekündigt. Zu der neuen Ankündigung des Verlages äußerte sich das Ministerium am Mittwoch zunächst nicht. Es werde jetzt Gespräche mit den Anwälten geben, sagte ein Sprecher nur.
Vor rund drei Jahren hatte der Freistaat schon einmal Publikationen der «Zeitungszeugen» von der Polizei am Kiosk beschlagnahmen lassen. «Das Ganze war absurd und wäre zum Lachen, wenn die Thematik insgesamt nicht so ernst wäre», sagte der britische Verleger. Auch damals ging es um die Frage der Urheberrechte. McGee wehrte sich vor Gericht und gewann gegen den Freistaat in zwei Instanzen. «Die Aktion der Staatsregierung hat unserem Ruf sehr geschadet», betonte er. Auch finanziell sei der Schaden groß gewesen.
«Das Risiko, dass sie so etwas jetzt noch einmal versucht, ist uns einfach zu groß.»
Dieses Mal ist die rechtliche Lage allerdings eine andere. Im Fall der Publikationen von 2009 - damals handelte es sich um den kommentierten Nachdruck von Nazi-Zeitungen - war das Urheberrecht bereits erloschen. Bei «Mein Kampf» ist das erst im Jahr 2015 der Fall, 70 Jahre nach Hitlers Tod. McGee beruft sich diesmal auf das Zitierrecht. Schließlich wolle sein Verlagshaus Albertas Limited nur Ausschnitte veröffentlichen, nicht das ganze Buch. «Wir müssen nicht bis 2015 warten», betonte er. «Das Zitierrecht erlaubt uns, auch heute schon Ausschnitte zu veröffentlichen. Das gilt für andere Bücher ja auch.» Genau darüber müssen jetzt die Richter entscheiden.
McGees Ansicht nach ist es längst an der Zeit, Hitlers Pamphlet auch in Deutschland lesen zu können. «Ausgerechnet in Deutschland ist es zu einer bizarren Mystifizierung diesen ekelhaften Buches gekommen. Und das liegt einzig und allein daran, dass man es hier nicht lesen darf.»
Gegen die Pläne des Verlages hatte es auch von anderen Seiten Protest gegeben. Die Präsidentin der Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern und ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, befürchtet Profitgier als Motivation für das Projekt. Auch Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) wandte sich gegen die Veröffentlichung. «Ich akzeptiere keine Kritik, die sich nur auf ein bestimmtes ökonomisches Modell bezieht», konterte McGee. «Wenn man das als Kriterium anlegen würde, müsste das für fast alle Bücher, Zeitungen und Magazine gelten, in denen Hitler je auf dem Cover war - und das sind viele.»
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25.01. Costa-Buchpreis für Andrew Millers Historienroman
London (dpa) - Für seine «lebhafte Wiedergabe» der Ära kurz vor der französischen Revolution hat der britische Autor Andrew Miller den mit 35 000 Pfund (42 000 Euro) dotierten Costa Book Award bekommen. Im Historienroman «Pure» wird ein junger Ingenieur nach Paris abberufen, um dort einen zerfallenden und überbelegten Friedhof abzureißen. Der Roman sei stylisch und fesselnd, hieß es bei der Preisvergabe am späten Dienstagabend in London.
Die Jury war in ihrer Entscheidung gespalten, um Haaresbreite hätte der Favorit Matthew Hollis mit seiner Biografie über den Dichter Edward Thomas gewonnen. Der 51 Jahre alte Miller betonte, mit dem Preisgeld werde er sich zwar den einen oder anderen «frivolen» Luxus wie etwa ein Paar Schuhe gönnen. Vor allem aber wolle er es in seinen Lebensunterhalt stecken, um ein neues Buch schreiben zu können.
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25.01. Verschollenes Renaissance-Epos wiederentdeckt
Göttingen/Rom (dpa) - Ein Wissenschaftler der Universität Göttingen hat ein rund 500 Jahre lang verschollen geglaubtes Renaissance-Epos wiederentdeckt. Der Philologe Thomas Haye habe die «Felsinais» des italienischen Dichters Marco Girolamo Vida in der Vatikanischen Bibliothek aufgespürt, teilte die Hochschule am Dienstag mit. In dem Schriftstück verherrlicht Vida den Kampf von Papst Julius II. um die Stadt Bologna zu Beginn des 16. Jahrhunderts.
Vida (1485-1566) gilt als größter lateinischer Dichter seiner Zeit, dessen Werke die weitere Entwicklung der frühneuzeitlichen Literatur maßgeblich geprägt haben. Über seine frühen Werke war bislang wenig bekannt.
Vom Epos «Felsinais» kannte man lediglich den Titel, der sich vom antiken Namen der Stadt Bologna (Felsina) ableitet. Die Forscher vom Göttinger Universitäts-Zentrum für Mittelalter- und Frühneuzeitforschung wollen den Fund nun mit einer textkritischen Edition der wissenschaftlichen Öffentlichkeit zugänglich machen.
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24.01. Neue Regeln für Bestseller-Liste sorgen für Wirbel
Der «Spiegel» will künftig nur noch Hardcover-Bücher in seine Bestseller-Liste aufnehmen. Die Verlagslandschaft ist gespalten. Für Kunden könnte die Änderung möglicherweise auch bedeuten: teurere Lektüre.
München/Hamburg (dpa) - Eine Ankündigung des Magazins «Spiegel», seine Bestsellerliste umzustellen, sorgt für Wirbel in der deutschen Verlagslandschaft. In der «Spiegel»-Bestsellerliste sollen von Juli an nur noch echte, gebundene Hardcover-Bücher eine Rolle spielen. Hochwertigere Paperbacks - wie beispielsweise die Adler-Olsen-Bücher des dtv oder auch Charlotte Roches «Schoßgebete» - würden dann künftig in der weniger beachteten Taschenbuch-Liste aufgeführt.
Der Chef des Deutschen Taschenbuchverlages (dtv), Wolfgang Balk, kritisierte die Pläne. «Die neuen Regeln bei der "Spiegel"-Bestsellerliste halte ich für rückwärts gewendet und dem gegenwärtigen Marktgeschehen inadäquat», sagte er der Nachrichtenagentur dpa in München. Auch der Sprecher des S.
Fischer-Verlages in Frankfurt, Martin Spieles, sagte: «Wir sehen das kritisch.»
Die Arbeitsgemeinschaft Publikumsverlage hat inzwischen einen Kompromissvorschlag ausgearbeitet. Sie spricht sich für drei Bestsellerlisten aus: Hardcover, Taschenbuch und die hochwertigen Paperbacks.
dtv-Chef Balk betonte: «Ob Original- oder deutsche Erstausgaben fest oder flexibel gebunden sind, spielt für die Leserinnen und Leser offensichtlich kaum eine Rolle, sondern sie freuen sich eher über die etwas günstigeren Preise bei den ansonsten gleichwertig ausgestatteten Paperbacks.» Hardcover seien im Schnitt drei bis sieben Euro teurer.
Weil die «Spiegel»-Liste aber den Verkauf von Titeln steigere und vielen als Qualitätsmerkmal diene, werde der dtv auf die Ankündigung reagieren und zwei potenzielle Besteller-Titel als Hardcover veröffentlichen: Rita Falks «Hannes» und Jussi Adler-Olsens «Verachtung». «Um deren Marktpräsenz nicht zu gefährden», sagte Balk. «Das ist man als Verlag seinen Autoren gegenüber schuldig.» Mit Adler-Olsens und Falks Erfolgskrimis steht der dtv auf der Liste immer wieder weit oben. Und damit ist er nicht allein. Auch Charlotte Roches bei Piper erschienener Verkaufskracher «Schoßgebete» ist ein Paperback.
Der «Spiegel» betonte, er komme dem Wunsch der Buchhandelsbranche nach. «Die Änderungen wurden vorgenommen, weil es entsprechende Wünsche aus der Branche gab», betonte der stellvertretende Chefredakteur Martin Doerry. «Handel und Verlage wollten eine auch für den Leser nachvollziehbare Trennung zwischen Hardcover- und Taschenbuchliste.» Die Reaktionen seien weitgehend positiv.
Das gilt zumindest für den Bastei Lübbe-Verlag, der in der Änderung eine Chance sieht, mehr gebundene Bücher zu verkaufen. «Man darf den Effekt dieser Liste zwar nicht überschätzen, aber viele Leser orientieren sich an ihr», sagte Geschäftsführer Klaus Kluge in Köln. «Die Pläne des "Spiegel" sind ein guter Hebel, damit höhere Preise akzeptiert werden.» Bücher seien nach Ansicht von Kluge und auch anderer Verlagskollegen in Deutschland ohnehin viel zu billig. «Es ist inzwischen an der Zeit, höhere Preise durchzusetzen.» Dies sei auch wichtig vor dem Hintergrund der jüngsten Umsatzrückgänge im Buchhandel. Außerdem sei dies im Interesse der Autoren, die bei Hardcovern mehr Geld bekämen.
Ein möglicher Kompromiss könnten nach Ansicht der Arbeitsgemeinschaft Publikumsverlage im Börsenverein des deutschen Buchhandels drei Bestsellerlisten mit einer Aufteilung zwischen Hardcover, Paperback und dem klassischen Taschenbuch sein. Auf der Jahresversammlung der AG, auf der 80 bis 100 Verlage vertreten waren, hätten sich 80 Prozent für diese Lösung ausgesprochen, sagte das langjährige Vorstandsmitglied Rudolf Frankl, Vertriebschef des dtv. Schließlich handle es sich bei den Paperbacks im Gegensatz zu herkömmlichen Taschenbüchern oft um Orgininalausgaben und nicht um Zweitverwertung. «Das muss aber jetzt branchenintern auch mit dem Handel und dem "Spiegel" weiter diskutiert werden», sagte er. Auch im internationalen Vergleich sei die Beschränkung auf nur zwei Listen eher ungewöhnlich.
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24.01. Erster Jacques Berndorf-Krimipreis ausgelobt
Hillesheim (dpa/lrs) - Für Krimischreiber gibt es jetzt einen neuen Förderpreis: Den «Jacques Berndorf-Preis», der nach dem Star-Krimiautor Jacques Berndorf benannt ist und erstmals vom Kreis Euskirchen ausgelobt worden ist. «Mit meinem Namen will ich Nachwuchsautoren Mut machen, mitzumachen», sagte Berndorf (75) am Dienstag in Dreis-Brück (Kreis Vulkaneifel). «Und ihnen die Angst vor der ersten Seite nehmen.»
Dem Gewinner winkt eine Veröffentlichung im auf Eifel-Krimis spezialisierten KBV-Verlags in Hillesheim und eine Ehrung bei den ersten «Nordeifel-Mordeifel Krimitagen» vom 6. bis 9. September im und um den Nationalpark Eifel.
Einsendeschluss für Exposé und die ersten 20 Seiten ist der 10. Februar. Ganz wichtig: Der Kriminalroman muss in der Eifel spielen. Berndorf riet den Bewerbern: «Man muss nicht immer versuchen, alles zu erklären, offenzulegen oder zu begründen.» Das sei beim Thema Gewalt nicht möglich, sagte der gebürtige Duisburger, der seit über 20 Jahren über Mord und Totschlag in der Eifel schreibt und mehr als sechs Millionen Bücher verkauft hat.
Derzeit sitze er aber an einem Nicht-Eifelkrimi, sagte Berndorf.
Unter dem Titel «Die Grenzgängerin» schreibe er über eine Frau, die für drei Millionen Euro einen Sprengstoffanschlag auf Bundeskanzlerin Angela Merkel verüben soll. Schon mal vorweggenommen: Der Krimi endet gut - Merkel überlebt und die Frau bekommt ihr Geld. Der Krimi soll Mitte dieses Jahres im Heyne Verlag erscheinen. «Und dann setze ich mich wieder an den nächsten Eifel-Krimi», sagte Berndorf.
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24.01. Salman Rushdie sorgt auch nach Absage für Wirbel in Indien
Neu Delhi (dpa) - Auch nach Absage seiner Teilnahme an einem wichtigen Literaturfest sorgt der umstrittene Schriftsteller Salman Rushdie in Indien für Wirbel. Aus Sicherheitsgründen sahen sich die Organisatoren des populären Festivals in der nordwestindischen Stadt Jaipur am Dienstag gezwungen, auch eine Video-Diskussion mit Rushdie in London zu streichen. Der Autor hatte seine Teilnahme abgesagt, nachdem indische Behörden ihn über angebliche Morddrohungen informiert hatten. An der Echtheit der Warnungen waren anschließend allerdings Zweifel aufgekommen.
Ausgelöst hatte den seit Tagen eskalierenden Streit um Rushdies Teilnahme an dem Fest die einflussreiche islamische Hochschule Darul-Uloom-Deoband. Sie hatte die Regierung aufgefordert, dem indischstämmigen Autor die Einreise zu verweigern. Vor einer wichtigen Regionalwahl hatten sich auch politische Parteien der Forderung angeschlossen. Muslime kritisieren Rushdies Roman «Die satanischen Verse» als blasphemisch.
Der Besitzer des Palastes, in dem das Literaturfest in Jaipur bis Dienstag stattfand, sagte vor der geplanten Video-Konferenz mit Rushdie, laut Polizei seien Gegner des Autors auf dem Weg zum Veranstaltungsort. Die Organisatoren sahen daraufhin keine Alternative, als die Video-Diskussion zum Schutz von Tausenden Anwesenden abzusagen.
«Wir wurden mit dem Rücken an die Wand gedrückt», sagte Sanjoy Roy vom Organisationskomitee. «Wir sind gezwungen, nachzugeben in unserem Kampf für die Meinungsfreiheit, die Freiheit des Schreibens, die Freiheit, unsere Geschichten zu erzählen.» Beobachter sahen einen Zusammenhang des Streits um Rushdie mit der bevorstehenden Wahl im bevölkerungsreichsten indischen Bundesstaat Uttar Pradesh. Dort hängen 19 Prozent der Einwohner dem Islam an.
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24.01. US-Kinderliteraturpreise für Jack Gantos und Chris Raschka
New York (dpa) - Ein Junge, der während seines Hausarrests für einen Nachbarn Todesanzeigen schreibt, und ein kleiner Hund, dessen Lieblingsspielzeug zerstört wird - das sind die Gewinnergeschichten der bedeutendsten Kinderliteraturpreise der USA. Jack Gantos erhielt für «Dead End in Norvelt» die John Newbery Medal, Chris Raschka wurde für sein Bilderbuch «A Ball for Daisy» mit der Randolph Caldecott Medal ausgezeichnet. Das gab die American Library Association am Montag auf ihrer Website bekannt.
Die Newbery Medal wird seit 1922 in den USA verliehen, die Caldecott Auszeichnung für illustrierte Bücher seit 1938. Die Ehrungen sind nicht mit einem Preisgeld verbunden, gelten aber als enorm auflagesteigernd. Die Autorin Susan Cooper, bekannt für ihre Fantasy-Serie «Die Wintersonnen-wende», erhielt den Margaret A. Edwards Award für ihr Jugendliteratur-Gesamtwerk.
In Gantos «Dead End in Norvelt» geht der junge Jack auf eine abenteuerliche Reise, bei der er Nachrufe verfasst und tief in die Geschichte seiner Heimatstadt eintaucht. Die kleine Daisy in Raschkas Bilderbuch muss zusehen, wie ein größerer Vierbeiner ihren roten Ball kaputt macht und ist traurig, dass sie nicht mehr mit ihrem Lieblingsstück spielen kann.
Ehemalige Gewinner der Caldecott Medal sind unter anderem der amerikanische Autor und Illustrator Maurice Sendak für «Wo die wilden Kerle wohnen» (1964) sowie Brian Selznick, dessen Buch «Die Entdeckung des Hugo Cabret» (2008) die Vorlage für Martin Scorseses Film «Hugo» ist. Clare Vanderpool hatte 2011 für «Moon Over Manifest» die John Newbery Medal erhalten, Louis Sachars «Löcher» (1999) zählt ebenfalls zu den Gewinnern.
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24.01. Hanser Berlin startet mit «Ziemlich beste Freunde»
Berlin (dpa/bb) - Der neue Verlag Hanser Berlin startet mit der autobiografischen Erzählung «Ziemlich beste Freunde», der Vorlage zum gleichnamigen Film. Die Geschichte über die Freundschaft eines Top-Managers im Rollstuhl und seines Pflegers lockte in Frankreich 18 Millionen Zuschauer ins Kino, wie der Verlag am Montag mitteilte. Das Buch von Philippe Pozzo di Borgo ist in seiner Heimat ein Bestseller. In Deutschland geht es am 19. April mit einer Auflage von 50 000 Exemplaren in den Handel.
Der Verlag unter dem Dach von Hanser (München) veröffentlicht im Herbst sein erstes vollständiges Programm mit zehn Titeln, darunter sind neue Bücher von Richard Ford, Henning Ritter und Richard Sennett. |
23.01. Tobias Kiwitt schrieb Beleidigungsemail – Bundesverband junger Autoren von Landgericht Bonn verurteilt
Im Namen des Bundesverbandes junger Autoren und Autorinnen e.V. schrieb Tobias Kiwitt einem Buchhändler u.a., der Frankfurter Literaturverlag GmbH sorge nicht für einen ausreichenden Vertrieb und erfülle übliche Pflichten nicht.
Tobias Kiwitt hat keine eigene Kenntnis der Arbeit des angegriffenen Buchverlags. Er ist selbst nicht Autor des Hauses, das in Autorenkreisen seit Jahrzehnten unvermindert beliebt ist (mit dem Imprint August Goethe Literaturverlag, eine Tochter der Frankfurter Verlagsgruppe Holding Aktienges.) und das jedes Jahr ca. 250 Autoren herausbringt.
Das Landgericht Bonn erließ am 9.1.2012 eine Einstweilige Verfügung, die dem Verband die Behauptungen, die das Ansehen des Verlagshauses im Buchhandel beschädigen sollten, verbietet. Bei Zuwiderhandlung droht dem Verband jetzt ein Ordnungsgeld bis zu 250.000 Euro oder Ordnungshaft bis zu sechs Monaten, die an den Vorstandsmitgliedern zu vollziehen ist.
Kiwitt, der als «Vorstandssprecher» des Verbandes auftritt, behauptete in der Anhörung des Landgerichts Bonn, Dr. Ruhl, der Anwalt der Klägerin, sei gar nicht Dr. Ruhl, sondern ein anderer. Das Gericht nahm diese Ausführung kommentarlos zur Kenntnis. Seine schriftlich ausgesandten rufschädigenden Behauptungen konnte Kiwitt in der Anhörung ebenfalls nicht glaubhaft machen. Tobias Kiwitt ist als Rechtsanwalt zugelassen, benötigte für die Formulierung seiner Anträge im öffentlichen Verfahren allerdings die Hilfe des Gerichts.
Tobias Kiwitt ist ein umstrittener Verbandsagitator, s. Deutsche Nationalbibliothek.
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23.01. Literaturkritiker Reich-Ranicki wird für Lebenswerk geehrt
Berlin (dpa) - Deutschlands berühmtester Literaturkritiker, Marcel Reich-Ranicki (91), wird für sein Lebenswerk mit dem «B.Z.»-Kulturpreis geehrt. Das teilte der Verlag am Sonntag mit. Die Laudatio hält der Journalist Hellmuth Karasek. Zur Gala an diesem Donnerstag werden mehr als 600 Gäste erwartet.
«B.Z.»-Chefredakteur Peter Huth würdigte Reich-Ranicki als herausragende Persönlichkeit des deutschen Literaturbetriebs. In seinem Leben zeige sich die Geschichte Deutschlands und Europas. Reich-Ranicki wurde am 2. Juni 1920 in Wloclawek an der Weichsel geboren, flüchtete später mit seiner Frau vor den Nazis. Seine Eltern und Schwiegereltern kamen in den Vernichtungslagern um. Einen Tag nach der Preisverleihung spricht Reich-Ranicki im Deutschen Bundestag zum Holocaust-Gedenktag.
Reich-Ranicki arbeitete von 1960 bis 1973 als Literaturkritiker für «Die Zeit». Danach leitete er bis 1988 die Literaturredaktion der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» und verantwortete dann bis 2001 die ZDF-Sendung «Das literarische Quartett».
Der «B.Z.»-Kulturpreis wird zum 21. Mal vergeben. In diesem Jahr gibt es die Bronze-Bären in acht Kategorien. Ausgezeichnet werden Menschen, die mit herausragenden Leistungen zur kulturellen Vielfalt in der Hauptstadt beitragen. Zu den Preisträgern gehörten bisher unter anderem der Maler Georg Baselitz, die Musikgruppe The BossHoss, das Künstlerpaar Christo und Jeanne-Claude, der Architekt Sir Norman Foster und die Musiker Udo Jürgens sowie Udo Lindenberg.
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23.01. Premiere für Brecht und Weill: «Mahagonny» erstmals an Wiener Oper
Die Wiener Staatsoper gilt als Hort der traditionellen Opernpflege.
Jetzt ist am noblen Haus an der Wiener Ringstraße erstmals die Oper «Mahagonny» von Kurt Weill und Bert Brecht zu sehen.
Wien (dpa) - Alles ist erlaubt, außer einer leeren Geldbörse: In dem Werk «Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny» gießen Bert Brecht und Kurt Weill ihre Kapitalismuskritik in die Form der großen Oper. Am noblen Wiener Opernhaus an der Ringstraße ist das Stück am Dienstag (24. Januar) erstmals zu erleben - in hochkarätiger Besetzung mit Angelika Kirchschlager, Elisabeth Kulman und Dirigent Ingo Metzmacher. Eine «Flucht aus der Traviata-Welt» nennt es Operndirektor Dominique Meyer im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.
Der aus Frankreich stammende Kulturmanager hat sich vorgenommen, das Repertoire am Hause auszuweiten. Teil dieses Projektes ist nun die Erstaufführung von «Mahagonny». Für den Hausherrn gehört die Oper zu den Stücken, die den Blick auf wichtige Entwicklungen in der Gesellschaft öffnen. Und das Programm beschreibt die Komposition als zentrales Werk der späten 1920er Jahre.
Meyer will darin jedenfalls kein Risiko sehen. Einwände, das Wiener Publikum gelte als konservativ, lässt er nicht gelten: Niemand habe sich über die Aufnahme des Stücks in den Spielplan beschwert, der Vorverkauf laufe gut: «Es ist nur die Frage, ob wir zu 98 oder 99 Prozent ausverkauft sind.»
Der französische Regisseur Jerome Deschamps hat bereits angekündigt, Brecht und seinem Konzept des epischen Theaters treuzubleiben. «Ich habe viel Respekt vor diesem Projekt von Brecht und Weill», sagte er der Nachrichtenagentur APA. «Gerade hier, wo man das Stück wohl für zu jüdisch und zu bolschewikisch gehalten hat, wird es endlich gespielt».
Das nicht gerade häufig aufgeführte Werk, bei dessen Uraufführung 1930 in Leipzig die Nationalsozialisten Tumulte im Zuschauerraum anzettelten, an der renommierten Bühne der österreichischen Hauptstadt - der Leiter des Brechtfestivals in Augsburg, Joachim Lang, findet das schlichtweg «toll». Der dpa sagte Lang: «Der Brecht der späten 1920er Jahre war ein großer Erneuerer, und "Mahagonny" ist eines der wichtigsten Stücke».
Solche Inszenierungen an bedeutenden Bühnen bereicherten die Diskussion um den Stellenwert gesellschaftskritisch engagierter Dichtung. Diese Auseinandersetzung werde vom Theaterpublikum nach wie vor engagiert geführt: «Das Feuilleton zeigt vielleicht eine gewisse Brecht-Müdigkeit, aber sicher nicht das Publikum».
Die Wiener Operninszenierung fällt zeitlich zusammen mit zwei aktuellen Interpretationen der «Dreigroschenoper» am Volkstheater Wien und am Theater Graz. Doch für Direktor Meyer ist das kein Zeichen für eine neue Brecht-Hochkonjunktur, sondern schlichte Bestätigung: «Ich glaube, dass Brecht und Weill einfach ihren Platz gefunden haben».
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23.01. Goethe-Haus sichert sich seltene Novalis-Handschrift
Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Eine für 200 Jahre verschollene Handschrift des romantischen Dichters Novalis hat der Träger des Frankfurter Goethe-Hauses erworben. Handschriften zu zentralen Werken der Weltliteratur tauchten nur äußerst selten auf dem Markt auf, teilte das Museum mit. Seit 50 Jahren sei zu Novalis Werk nichts Vergleichbares angeboten worden.
Bei dem Fund handelt es sich um ein beidseitig beschriebenes Blatt aus einem Entwurf zum berühmten Romanfragment «Heinrich von Ofterdingen». Das Schlüsselwerk der Frühromantik wurde von den Autoren Friedrich Schlegel und Ludwig Tieck nach Novalis Tod herausgegeben. Der 1801 verstorbene Dichter hieß eigentlich Friedrich von Hardenberg. Er war einer der bedeutendsten Vertreter der literarischen Romantik in Deutschland. Die Entwurfs-Seite befand sich zuletzt in einem Album der englischen Dichterin Hope Fairfax Taylor.
Zusätzlich konnte sich das Goethe-Haus rund 870 Handschriften aus dem Umkreis der deutschen Romantik sichern. Darunter sind zahlreiche Briefe und Werknotizen Friedrich Schlegels. Die Handschriften stammen hauptsächlich aus dem Nachlass des Mitbegründers der Deutschen Zentrumspartei, Ernst Lieber. Sie wurden bereits Anfang der 60er Jahre dem Museum als Dauerleihgabe übergeben.
Die Novalis-Handschrift und ausgewählte Blätter aus der «Sammlung Lieber» können Besucher vom 28. Januar bis zum 4. März im Frankfurter Goethe-Haus betrachten. Fast der gesamte Novalis-Nachlass befindet sich bereits dort. Daneben bewahrt das Museum Schriften und Dokumente von berühmten Romantikern wie Clemens Brentano, Achim und Bettine von Arnim sowie Joseph von Eichendorff auf.
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23.01. Durch Verse zur Freiheit - die Arabischen Literaturtage
Der arabischen Revolution endlich eine Stimme geben - das wollen junge Künstler aus den Ländern des Arabischen Frühlings. Sie streben nach einer neuen Gesellschaft. Ihre Waffen sind der Stift und das Wort, ihr Thema ist die Freiheit.
Frankfurt/Main (dpa) - Durch den prachtvollen Lesesaal des Frankfurter Literaturhauses donnern am Samstagabend massige Beats:
Der ägyptische Rapper Deeb beschließt die Arabischen Literaturtage mit einem Hip-Hop-Konzert. In seinem Ohrwurm «Masrah Deeb» («Deebs Bühne») rappt der 1984 in Kairo geborene Sänger: »Musik ist ein Löschzug, sie killt das Feuer.»
Deeb fasst das in seiner Musik zusammen, was die beiden vorangegangenen Tage im Literaturhaus diskutiert wurde: die Kraft künstlerischen Schaffens im Angesicht des Arabischen Frühlings. Er ist einer der Hoffnungsträger der dortigen Kunstszene: jung, talentiert und voller Freiheitsdrang.
Dazu zählt auch die 1974 in Syrien geborene Autorin Rosa Yassin Hassan. Als sie während einer Podiumsdiskussion redet, herrscht im Lesesaal eine gespannte Stille. Sie spricht leise und lächelt nur selten: «Ich bin nach Frankfurt gekommen, um über die Lage in Syrien zu berichten». Sie sei eine von hunderten Künstlerinnen, die unter der Zensur litten. Viele Schriftsteller müssten bei den Behörden Genehmigungen einholen, um überhaupt etwas veröffentlichen zu dürfen. Sollte ein Verlag ohne Erlaubnis ein Buch drucken, dann würden die Verantwortlichen vor Gericht gestellt.
Das Manuskript ihres Romans «Ebenholz» habe zwar in Syrien einen Literaturpreis gewonnen, sei dann aber dennoch nur mit Einschränkungen gedruckt worden, berichtet die Schriftstellerin. Es gehe aber nicht nur darum, die Zensur auszutricksen, sondern die Gesellschaft zu verändern: «Wenn wir nicht mehr von Freiheit träumen, dann kriegen wir auch keine Revolution hin.»
Von Freiheit träumt auch Ali al-Dschalawi. Der 1975 in Bahrain geborene Lyriker lebt noch bis März als Stipendiat des P.E.N.-Zentrums in Weimar. Danach wolle er als Asylsuchender weiter in Deutschland bleiben. Im Alter von 17 Jahren wurde er das erste Mal in seinem Heimatland verhaftet. Im Gefängnis fand er zur Literatur. Er sieht die Potenziale der aktuellen Revolution in den sozialen Netzwerken: «Sie wird gestaltet von ganz normalen jungen Leuten, die über Facebook, Twitter und Weblogs direkt miteinander kommunizieren. All diese Dinge erschaffen ein großes Verständnis für Demokratie. Die Menschen sehen die Unterschiede zwischen einer Zivilgesellschaft und den herrschenden Regimes.»
In Syrien sei Facebook erst seit Beginn der Revolution zugelassen, erzählt Yassin Hassan. Das sei aber nur ein kleines Zugeständnis, denn auch das Internet werde ständig beobachtet. Die Unterdrückung in Syrien könne mit keinem anderen arabischen Land verglichen werden. Dutzende Menschen säßen in Haft, weil sie etwas im Netz publiziert hätten. Von den Sicherheitsbehörden werde gezielt nach den Passwörtern gefragt, um weitere Menschen ausspionieren zu können.
Yassin Hassan sagt, das syrische Volk zahle einen hohen Preis für die Würde, die es erreichen wolle. Mehrere ihrer Bekannten seien vor ihren Augen auf offener Straße erschossen worden. Nun habe sie Angst um sich und ihr Kind. Und dennoch wolle sie nicht schweigen, denn das wäre ein falsches Signal: «Verrat kann auch sein, etwas nicht zu sagen.» Seit Beginn der Revolution schreibe sie nur noch dokumentarisch - literarisches Formulieren komme erst mit zeitlichem Abstand.
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20.01. Vargas Llosa soll Cervantes-Institut leiten
Madrid (dpa) - Die spanische Regierung hat dem Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa die Leitung des Cervantes-Instituts angeboten. Wie die Online-Zeitung elpais.com am Mittwoch berichtete, prüft der Autor die Offerte.
Das vor 21 Jahren gegründete Cervantes-Institut fördert die Verbreitung der spanischen Sprache und der Kultur aller spanischsprachigen Länder. Es ist mit Niederlassungen in aller Welt vertreten.
Der aus Peru stammende Schriftsteller hat seit 1993 auch die spanische Staatsangehörigkeit. Er schreibt zuweilen als Kolumnist für die Madrider Zeitung «El País». Das Angebot an den 75-jährigen Literaten beweist, dass die neue spanische Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy in ihrer Außenpolitik der Kultur eine große Bedeutung beimisst.
Vargas Llosa hatte früher von der Madrider Regierung unter José María Aznar (1996-2004) schon einmal die Offerte zur Leitung des Cervantes-Instituts erhalten, damals das Angebot aber abgelehnt.
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20.01. Autor Uwe Timm erhält Carl-Zuckmayer-Medaille
Mainz (dpa) - Für seine Verdienste um die deutsche Sprache ist der Schriftsteller Uwe Timm mit der Carl-Zuckmayer-Medaille des Landes Rheinland-Pfalz geehrt worden. Der 71-Jährige sei wie Carl Zuckmayer ein aufmerksamer Beobachter seiner Zeit und damit auch eine wichtige politische Stimme, sagte Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) am Mittwoch laut einer vorab verbreiteten Mitteilung bei der Preisverleihung in Mainz.
«Sie haben die Entwicklung der alten und neuen Bundesrepublik erzählend dokumentiert und damit viel zum Verständnis der Nachkriegsgeschichte beigetragen», sagte Beck. Dies sei auf komische Weise wie in dem Buch «Die Entdeckung der Currywurst» (1993) oder auf tragische Weise wie etwa in «Der Freund und der Fremde» (2005) - einer Erinnerung an den Schulkameraden Benno Ohnesorg - geschehen.
Die Medaille wird seit 1979 vergeben. Benannt ist sie nach dem im rheinhessischen Nackenheim geborenen Autor Carl Zuckmayer (1896-1977). Zu den früheren Preisträgern zählen unter anderem die Autoren Martin Walser und Friedrich Dürrenmatt, der Musiker Udo Lindenberg, der Schauspieler Armin Mueller-Stahl sowie der Filmregisseur Volker Schlöndorff.
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20.01. Zahlreiche Aktionen zum Jubiläum der Brüder Grimm
Hanau/Kassel (dpa/lhe) - Ihre Sammlung von Kinder- und Hausmärchen machte sie weltbekannt: Die Brüder Jacob (1785-1863) und Wilhelm Grimm (1786-1859). Ihr Werk feiert in diesem Jahr Jubiläum, denn die Erstausgabe der Märchen erschien im Dezember 1812 - also vor 200 Jahren. Die vier hessischen Grimm-Städte Hanau, Kassel, Marburg und Steinau an der Straße wollen das ebenso wie das Land und der Kultursommer Nordhessen würdigen. Heute (Freitag/11.00) stellen sie in Hanau ihr Programm für die Grimm-Themenjahre 2012 und 2013 vor.
In Kassel steht heute (14.00) außerdem die Vorbesichtigung des sanierten Brüder-Grimm-Museums auf dem Programm. Die Brüder, die mit ihren Sprachforschungen auch die Grundlagen für eine gänzlich neue Wissenschaft - die Germanistik - legten, lebten mehr als 30 Jahre in Kassel und verbrachten dort ihre längste und arbeitsreichste Zeit.
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20.01. Landes-Online-Bibliothek will weiter wachsen
Wer Bücher, Zeitschriften oder Hörbücher ausleihen will, geht nicht mehr zwangsweise in Bibliotheken. Es geht auch per Mausklick.
Sachsen-Anhalt will seine Online-Bibliothek weiter ausbauen - und das Angebot attraktiver machen.
Halle (dpa/sa) - Sachsen-Anhalts erst kürzlich eingerichtete Online-Bibliothek www.biblio24.de soll weiter wachsen. «Die Nutzer nehmen das Angebot gut an, und wir wollen sowohl die beteiligten Bibliotheken als auch das digitale Medienangebot kontinuierlich erhöhen», sagte die Leiterin der Landesfachstelle für öffentliche Bibliotheken, Beate Weberling, der Nachrichtenagentur dpa. An dem Projekt beteiligen sich bislang 14 hauptamtlich geführte Bibliotheken im Land. Am 15. Dezember 2011 war das Portal an den Start gegangen.
Rund 8000 Medien unterschiedlicher Themenbereiche sind Weberling zufolge aktuell verfügbar.
Das digitale Ausleihprojekt werde vor allem von jungen Nutzern immer mehr angenommen. «Aber auch ältere Menschen öffnen sich den digitalen Medien», sagte Weberling. Dazu gehörten elektronische Bücher, Zeitungen und Zeitschriften und auch Audio- und Videodateien, die an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr per Mausklick heruntergeladen werden können. «Der Zugang zum Download erfolgt nach Anmeldung, meistens mit der Leserausweis-Nummer und einem Passwort», sagte Weberling. Zusätzlich bezahlen müssten die Nutzer nicht. «Die Gebühr für die Online-Bibliothek ist bereits in der Jahresgebühr für die Bibliothek enthalten.»
Maximal zehn Medien könnten gleichzeitig herunterladen werden. «Der ausgeliehene Titel wird dann automatisch nach Ende der Ausleihfrist zurückgegeben», sagte Weberling. Das bedeutet: Auf die heruntergeladene Datei hat der Nutzer dann keinen Zugriff mehr - auch wenn sie sich noch auf seinem Computer befindet. Mahngebühren für eine Überschreitung der Ausleihfrist können also gar nicht erst entstehen. «Innerhalb der Frist kann man den Titel aber natürlich so oft ansehen oder anhören wie man möchte», betonte Weberling.
Schon seit April 2011 sei die vor rund einem Monat gestartete Online-Bibliothek technisch vorbereitet worden. «Vor allem die Grafik und die Programmierung der Software haben viel Zeit in Anspruch genommen», sagte Weberling. Etwa 78 000 Euro seien investiert worden. Geld, dass zu 90 Prozent vom Land gekommen sei. «Die beteiligten Bibliotheken verpflichten sich, mindestens fünf Prozent ihres Medien-Etats für Online-Medien auszugeben», sagte Weberling. «So ist ein Wachstum garantiert.» Für dieses Jahr habe man bereits wieder Fördermittel beantragt.
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20.01. Kontroverse um Veröffentlichung von «Mein Kampf»
Hitlers «Mein Kampf» am Zeitungskiosk? Dagegen hat sich die frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland ausgesprochen.
Charlotte Knobloch befürchtet Profitgier als Motivation für das Projekt.
München (dpa) - Die langjährige Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, ist gegen eine Veröffentlichung des Hitler-Buches «Mein Kampf». «Es handelt sich um eine der übelsten Hetzschriften, die in diesem Land je verfasst worden ist», erklärte die Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern am Mittwoch in München. Bei dem Plan des britischen Verlegers Peter McGee, kommentierte Auszüge aus dem Pamphlet von Adolf Hitler zu veröffentlichen, geht es ihrer Ansicht nach ums Geld. «Ich habe Verständnis für das Ansinnen, das bisweilen mystifizierte Werk zu entzaubern. Aber bei dem Projekt von McGee geht es letztlich auch ums Geschäft.»
Wünschenswert sei dagegen ein historischer Kommentar, wie ihn das Institut für Zeitgeschichte für 2016 plane. Gleichzeitig betonte Knobloch, dass rechtsradikale und islamistische Websites schon heute einen nahezu problemlosen Zugriff auf antisemitische Schriften wie «Mein Kampf» möglich machten. «Einschlägig ideologisierte Personen sind nicht auf die Ausgabe von McGee angewiesen.»
Der Dortmunder Journalistik-Professor Horst Pöttker, der den Kommentar zu den «Mein Kampf»-Auszügen verfasst hat, betonte im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa die Aufklärungsabsicht der Veröffentlichung. «Das Ziel des Projektes ist, historisches Material, aus dem zu lernen ist, wie es zu den Schrecklichkeiten der damaligen Zeit kommen konnte, nicht nur Fachwissenschaftlern, sondern einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen», sagte er. «Wenn wir unserer Bevölkerung zutrauen, dass sie mündig ist und sie beispielsweise auch wählen darf, dann müssen wir ihr 66 Jahre nach Kriegsende auch die Mündigkeit zutrauen, mit diesem Material verständig umzugehen.»
Sie vertraue auf die Urteilskraft der Menschen, sagte auch Knobloch. Unsere Gesellschaft sei «so reif und geschichtsbewusst, dass sie die Veröffentlichung dieses wirren, stupiden und gruselig schlecht geschriebenen Pamphlets verkraften kann», betonte sie. «Aber jenes Buch verdient dieses hohe Maß an Aufmerksamkeit nicht. Wüssten wir nicht um die grauenvolle Nachgeschichte, es wäre nichts weiter als eine mies verfasste, beinahe peinliche Mischung aus Biografie, Bekenntnis und Agenda.»
Am 26. Januar soll der erste Teil der Auszüge in einem 15-seitigen Booklet zusammen mit der historischen Wochenzeitung «Zeitungszeugen» veröffentlicht werden. Zwei weitere Ausgaben sollen sich in den folgenden Wochen anschließen. Das bayerische Finanzministerium, das die Rechte an «Mein Kampf» hält, prüft urheberrechtliche Schritte gegen die Veröffentlichung.
Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) wandte sich aus einem anderen Grund gegen den geplanten Verkauf an deutschen Kiosken:
«Um die Menschenverachtung der NS-Taten zu begreifen, braucht man angesichts zahlloser eindrucksvoller Orte des Grauens überall in Deutschland ganz bestimmt nicht Auszüge aus "Mein Kampf" in den Zeitschriftenständern», sagte sie dem «Wiesbadener Kurier».
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16.01. Deutscher Krimipreis 2012 an Bielefelder Autorin Borrmann
Bochum/Berlin (dpa) - Der deutsche Krimipreis 2012 geht an die Bielefelder Autorin Mechthild Borrmann für ihr Buch «Wer das Schweigen bricht». Auf den zweiten Platz der nationalen Wertung gelangte der Münchner Autor Friedrich Ani mit «Süden». Platz drei ging an die Berliner Journalistin Elisabeth Herrmann mit «Zeugin der Toten».
Der vierte Kriminalroman der gelernten Erzieherin und Personalmanagerin Borrmann sei ein «sehr ruhiger, nahegehender Kriminalroman über Jugend, Liebe und Zurückweisung», heißt es in der am Montag vorgelegten Begründung der Jury des Bochumer Krimi Archivs.
Seine Glaubwürdigkeit beziehe der Roman aus sorgfältig gezeichneten Figuren und ihren Lebensumständen. In dem Buch geht es um die Geschichte eines Industriellenerben, der bei Auflösung des väterlichen Nachlasses Dokumente aus der NS-Zeit findet.
In der Kategorie «Internationale Krimis» sicherte sich der Australier Peter Temple den ersten Platz mit seinem Thriller «Wahrheit». Auf den Plätzen zwei und drei folgen der Amerikaner Don Winslow mit «Zeit des Zorns» und die Britin Kate Atkinson mit «Das vergessene Kind».
Der nicht dotierte deutsche Krimipreis wird seit 1985 jährlich verliehen. Ausgezeichnet werden Autoren, die «literarisch gekonnt und inhaltlich originell dem Genre neue Impulse» geben. Eine öffentliche Preisverleihung findet nicht statt. Der Jury gehören Krimi-Kritiker und Vertreter von Krimi-Buchhandlungen an.
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16.01. ZDF verfilmt Neuhaus-Krimis
Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Die Kriminalromane «Schneewittchen muss sterben» und «Die ungeliebte Frau» der Autorin Nele Neuhaus werden für das Fernsehen verfilmt. Das ZDF hat sich die Rechte an der fünf Bücher umfassenden Krimireihe gesichert, sagte ein Sprecher des Senders am Montag. Schon 2012 sollen die Dreharbeiten an Originalschauplätzen in Frankfurt und im Taunus beginnen. Wer das Ermittlerduo spielt, stand zunächst noch nicht fest. Die Produktion der Filme übernimmt die Firma all in production (München). Nach Verlagsangaben ist Neuhaus' meistverkaufter Krimi-Roman «Schneewittchen muss sterben» bis jetzt rund 850 000 Mal über die Ladentheke gegangen.
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16.01. «Spiegel» und «Stern» verlieren an Auflage
Die aktuelle Presse hat es im Internetzeitalter schwer: Seit Jahren gehen die Auflagen von Tageszeitungen und Magazinen zurück. Auch im letzten Quartal 2011 gab es insgesamt ein Minus; einzelne Titel konnten jedoch gegen den Trend zulegen.
Berlin (dpa) - Die Magazine «Der Spiegel» und «Stern» haben im vierten Quartal 2011 an Auflage verloren. Im Vorjahresvergleich ging die Anzahl der verkauften Exemplare beim Nachrichtenmagazin «Spiegel» um 4,8 Prozent auf 927 561 zurück. Die Illustrierte «Stern» verkaufte in den Monaten Oktober, November und Dezember 2011 im Schnitt 816 961 Hefte (minus 6,9 Prozent). Das Nachrichtenmagazin «Focus» konnte hingegen ein leichtes Plus von 1,3 Prozent auf 557 796 Exemplare verzeichnen, wie aus den Quartals-Auflagenzahlen hervorgeht, die der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) am Montag veröffentlichte.
Die Wochenzeitung «Die Zeit» konnte ebenfalls leicht zulegen:
509 933 verkaufte Exemplare bedeuteten ein Plus von 1,1 Prozent. Die «Welt am Sonntag» steigerte die Auflage um 2,4 Prozent auf 411 751 Exemplare. Die «Bild am Sonntag» verlor 6,5 Prozent und kam auf 1 386 699 Exemplare. «Cicero - Magazin für politische Kultur» konnte leicht um 0,4 Prozent auf 83 118 Exemplare zulegen. Daneben gab es in der Sparte «Aktuelle Zeitschriften und Magazine» zwei starke Ausreißer: Prozentual am stärksten stieg die Auflage des Heftes «Daheim in Deutschland» - um 18,9 Prozent auf 142 593 Exemplare ging es rauf. Für den Yellow-Press-Titel «OK!» hingegen ging es um 20,8 Prozent nach unten: 134 778 Exemplare wurden verkauft.
Die großen überregionalen Abonnementszeitungen verzeichneten insgesamt erneut einen leichten Auflagenrückgang: Die «Süddeutsche Zeitung» bleibt auflagenstärkstes Blatt mit 418 787 Exemplaren (minus 2,2 Prozent), dahinter liegen die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» (minus 0,9 Prozent/360 446), «Die Welt» und «Welt Kompakt» (plus 1,0 Prozent/252 804), das «Handelsblatt» (plus 0,1 Prozent/136 820), die «Financial Times Deutschland» (plus 0,2 Prozent/100 782) und «die tageszeitung» (minus 3,8 Prozent/53 755).
Die Auflagenzahlen werden von der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) ermittelt. Der VDZ veröffentlichte die Zeitschriften- sowie ausgewählte Tageszeitungsauflagen am Montag im Internet unter www.pz-online.de. Die Daten für andere Tageszeitungen werden erst am Freitag von der IVW ausgewiesen.
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16.01. Ein Hauch von Harry Potter - Geheimnis einer alten Kirchenbibliothek
Jahrhundertelang wurde der provisorische Standort einer alten Kirchenbibliothek in Greifswald wie ein Geheimnis gehütet. Nun kehren 2000 Handschriften, Inkunabeln und Bücher der «Bibliothek des Geistlichen Ministeriums» an den ursprünglichen Ort von 1602 zurück.
Greifswald (dpa/mv) - Unscheinbar hinter einer kleinen Tür an einem Pfeiler dreht sich eine enge Wendeltreppe auf eine Empore im Greifswalder Dom hoch. Über zweieinhalb Jahrhunderte - seit 1755 - barg dieser nur notdürftig gesicherte Raum ein großes Geheimnis, das unter dem Mantel großer Verschwiegenheit von einer an die nächste Dompfarrer-Generation übergeben wurde. Nur einem eingeschränkten Kreis von Geistlichen und Historikern war bekannt, dass auf der Empore ein bibliophiler und kunsthistorischer Schatz lagerte - mehr als 2000 Handschriften, Inkunabeln und wertvolle Bücher der 1602 gegründeten «Bibliothek des Geistlichen Ministeriums».
Nach der langen Zeit darf Matthias Gürtler nun als erster Dompfarrer das sorgsam gehütete Geheimnis lüften: Denn die Bücher sind endlich aus diesem Provisorium an ihren ursprünglichen Standort von 1602 zurückgekehrt. Seit zwei Jahren wurde mit Hilfe des Landesamtes für Kultur- und Denkmalpflege der einstige Bibliothekssaal aufwendig rekonstruiert. Feuchtigkeit und Schimmel hatten in dem mit einem Kreuzgewölbe überdachten Saal oberhalb der Sakristei im Jahr 1755 eine Auslagerung der wertvollen theologischen, juristischen und philosophischen Schriften auf die Empore im Chor erforderlich gemacht.
Dass das Provisorium mehr als 250 Jahre anhalten sollte, habe niemand ahnen können, sagt Gürtler. Die Erleichterung darüber, dass diese Zeiten nun ein Ende haben, ist dem Pfarrer anzumerken. «Ich bin noch immer erstaunt, dass von dem Bestand während der Auslagerung so gut wie nichts verloren gegangen ist», berichtet er. Der inzwischen mit Sicherheitsvorkehrungen versehene alte Bibliotheksstandort soll am 19. Januar eingeweiht werden.
Die in Leder, Holz oder Pergament gebundenen Folianten, Quart- und Oktavbücher wirken wie Geheimschriften aus der Bibliothek von Harry Potters Zaubereischule Hogwarts. «Die Bibliothek umfasst Abschriften antiker Philosophen, theologische Schriften und Kommentare sowie juristische Dekrete», erklärt Gürtler. Ein Fundus für Historiker. Allein die knapp 100 Handschriften und rund 300 Inkunabeln stammen aus der Zeit vor 1500. Die älteste Schrift - ein Kommentar zum Lucas-Evangelium - wird auf das Jahr 1383 datiert. Rund 20 bis 30 Wissenschaftler aus dem In- und Ausland hatten in der Vergangenheit mit dem Bestand gearbeitet. Sie mussten sich verpflichten, den provisorischen Standort der Bibliothek nicht öffentlich zu machen, wie Gürtler deutlich macht.
Dass die Bücher seit dem frühen 17. Jahrhundert im Dom gesammelt wurden, hängt mit den besonderen Umständen der Reformation zusammen.
Mit der Kirchenreform im 16. Jahrhundert wurden die Klöster aufgelöst und die Bücher aus den mittelalterlichen Zentren der Macht und Bildung geborgen. 1602 ging der Bestand der ostansässigen Franziskaner und Dominikaner an Greifswalds Hauptkirche St. Nikolai über, wie Bibliothekar Klaus Wiggers berichtet. Die Franziskaner hatten bereits im Jahr 1558 den Bestand der Zisterzienser-Klosters Eldena übernommen.
In den vergangenen Jahren hatten Restauratoren den Saal für rund 200 000 Euro wieder hergestellt. Unter den alten Dielen fanden sie neben Schutt auch Glasscherben historischer Kirchenfenster, einen mittelalterlichen Lederball sowie eine komplette, aber stark beschädigte Handschrift aus dem zweiten Drittel des 15. Jahrhunderts. Die Abschrift der kirchenkritischen Handschrift der Birgitta von Schweden (1303-1373) wurde inzwischen für 5000 Euro rekonstruiert. Wie sie unter die Dielen gelangte, ist bis heute unklar. Im Inventar der Bibliothek war die Schrift nie verzeichnet gewesen, sagt Wiggers.
Trotz der Rekonstruktion sind die Arbeiten noch nicht komplett abgeschlossen. Eine Klimatruhe wird in den nächsten Tagen aufgestellt, um die Luftfeuchtigkeit von derzeit 85 auf 65 Prozent zu senken. Vor die Spitzbogenfenster werden UV-Filter montiert, damit die Strahlung die Handschriften nicht beschädigen kann. Für das Inventar, vor allem die passgenauen Regale, stellte die Krupp-Stiftung rund 35 000 Euro bereit.
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16.01. Adler-Olsen: «Ich war einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort»
«Wie jeden Tag Weihnachten», so freut sich der Däne Jussi Adler-Olsen über den Erfolg seiner Thriller in Deutschland. Im dpa-Interview verrät er, was seine Fans in den nächsten Jahren noch vom Kopenhagener «Sonderdezernat Q» erwarten dürfen.
Köln (dpa) - Der dänische Erfolgsautor Jussi Adler-Olsen hat sich mit seinem verschrobenen Ermittler Carl Mørck ganz nach oben auf die deutschen Bestsellerlisten geschrieben. Jetzt erscheint «Das Alphabethaus», ein historischer Thriller aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Im Telefoninterview mit der Nachrichtenagentur dpa in Köln sprach der 61-Jährige über die Beziehung zu seinen deutschen Fans, seine Pläne mit Carl Mørck und sein ungewöhnliches Hobby.
Ihr Thriller «Erlösung» führt in Deutschland die Jahresbestsellerliste 2011 an, «Schändung» ist ebenfalls unter den Top 5.
Adler-Olsen: «Das ist wirklich unglaublich. In Deutschland die Nummer eins zu sein, das ist wie jeden Tag Weihnachten.»
Was meinen Sie, warum Ihre Bücher bei deutschen Lesern so gut ankommen?
Adler-Olsen: «Das ist wie eine Art Symbiose. Ich denke, ich war einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Skandinavier und Deutsche haben viele Gemeinsamkeiten - dieselbe Kultur, ein vergleichbares Bildungssystem und ähnliche soziale Strukturen. Ich glaube, viele Deutsche betrachten Skandinavier in gewisserweise als Deutsche, nur dass sie etwas exotischer sind. Und dann die gruseligen Geschichten von den langen dunklen skandinavischen Nächten - das alles gepaart mit meinem Humor ist, denke ich, im Prinzip für jeden Leser eine gute Mischung.»
Bislang kennen Ihre deutschen Fans nur die Thriller vom «Sonderdezernat Q» mit dem Ermittler Carl Mørck. «Das Alphabethaus» ist ganz anderer Stoff. Haben Sie keine Angst, dass das den Lesern hier nicht so gut gefällt?
Adler-Olsen. «Mal abwarten, es kann ein großer Erfolg werden oder das Gegenteil. "Das Alphabethaus" war mein erstes Buch, ich habe es 1997 geschrieben. Seltsamerweise bringen wir es erst jetzt in Deutschland heraus, aber mein früherer Agent hatte sich nicht darum bemüht. Ich glaube, die deutschen Leser werden es mögen. Es ist eine andere Sprache, eine andere Art zu erzählen als beim "Sonderdezernat Q". Von der Struktur her ähnelt es den Büchern klassischer Krimiautoren wie Frederick Forsyth. Es ist jedenfalls nicht altmodisch, sondern könnte genauso gut erst letztes Jahr geschrieben worden sein.»
Nochmal zurück zu Carl Mørck. Sie haben immer gesagt, dass Sie die Reihe auf etwa zehn Teile angelegt haben, die am Ende eine Gesamtgeschichte bilden sollen. Warum?
Adler-Olsen: «Weil es das, soweit ich weiß, in dieser Weise bisher noch nicht gibt. Es soll eine einzige sehr lange Geschichte sein. Man kennt das aus anderen Bereichen der Literatur, etwa den Buddenbrooks, wo man der Entwicklung einer Familie folgt, und in der russischen Literatur ist das auch sehr bekannt. Aber bei Krimis habe ich das bisher nicht gesehen: Die Entwicklung einer Person zu verfolgen - nicht nur in ihrem sozialen Umfeld, sondern auch die Geschichte um sie herum zu entwickeln - und dann nach und nach aufzudecken, was in der Vergangenheit passiert ist, vor der Handlung des ersten Buches. Als ich die Idee für das "Sonderdezernat Q" hatte, fand ich es sehr spannend, das Leben von Carl, Assad und Rose als individuelle Geschichten zu entwickeln, die später langsam ans Tageslicht kommen.»
An welchem Band schreiben Sie denn inzwischen?
Adler-Olsen: «Am fünften. Aber man muss mal abwarten, es hängt alles von den Lesern ab. Geplant ist, dass jedes Jahr ein Buch vom "Sonderdezernat Q" erscheint. Aber mögen die Leser die Geschichte auch noch nach dem fünften, sechsten, siebten Buch? Wenn ja, mache ich alles fertig wie geplant. Wenn nein, dann kürze ich es ab.»
Eines Ihrer Hobbys ist das Renovieren alter Häuser. Wie muss man sich das vorstellen - kaufen Sie ständig alte Hütten und bringen Sie auf Vordermann?
Adler-Olsen (lacht): «Ja, genau. Und dann verkaufe ich sie wieder und ziehe um. Zwölfmal habe ich das gemacht, immer mit derselben Ehefrau. Ich bin handwerklich recht geschickt. Nur vor dem Computer sitzen und den Körper nicht benutzen - das wäre Verschwendung. Ich liebe es, kreativ zu sein und Dinge zu reparieren. Aber ich bin jetzt 61, und meine Frau ist es langsam leid, dauernd umzuziehen und immer wieder im Bauschutt zu leben. Darum ist jetzt Schluss damit. Sollte ich nochmal ein Haus renovieren, dann im Ausland, vielleicht mein Sommerhaus in Schweden. Ich werde das wirklich vermissen. Aber zum Glück habe ich auch noch andere Hobbys, zum Beispiel Musik. Ich spiele Gitarre und Klavier und komponiere auch selbst. Ich richte mir gerade ein eigenes Tonstudio ein.» |
13.01. Herta Müller vergibt Stipendien für Osteuropa
Berlin (dpa) -Literatur-Nobelpreisträgerin Herta Müller will die Aufarbeitung der jüngsten Geschichte Südosteuropas unterstützen. Die Schriftstellerin wird zusammen mit einer Jury über Stipendien der Robert-Bosch-Stiftung für Autoren entscheiden, die sich in Büchern, Filmen oder Rundfunkbeiträgen mit den kommunistischen Diktaturen nach dem Zweiten Weltkrieg befassen. Das Spurensuche-Stipendium fördert mit jeweils 12 000 Euro Buchprojekte, Dokumentarfilme und Rundfunkbeiträge, wie das Berliner Literaturhaus am Freitag mitteilte. Gefördert werden in den kommenden Jahren jeweils zwei Projekte aus Rumänien (2012), Bulgarien (2013), Serbien (2014) und Kroatien (2015). Die in Rumänien geborene Müller floh 1987 vor dem Ceausescu-Regime nach Deutschland.
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13.01. Erstmals Auszüge aus Max Frischs «Berliner Journal»
Berlin (dpa) - In Berlin sind erstmals Auszüge aus Max Frischs geheimnisumwittertem «Berliner Journal» zu sehen. Mit einer Sondererlaubnis der Frisch-Stiftung zeigt die Akademie der Künste einzelne Blätter des Tagebuchs, das in den 70er Jahren in Berlin entstand und nach Frischs Tod zwanzig Jahre lang unter Verschluss gehalten wurde. Stiftungspräsident Peter von Matt sagte am Freitag, bei den freigegebenen Notizen handele es sich um Texte von unbestreitbar literarischem und öffentlichem Interesse. Insgesamt habe der Stiftungsrat jedoch einstimmig entschieden, die «Berliner Notizen» aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes derzeit nicht zu veröffentlichen. Die Akademie zeigt die Auszüge bei ihrer Ausstellung «100 Jahre Max Frisch» (1911-1991).
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13.01. «Sire, ich eile» - Voltaire und Friedrich II
Der «Alte Fritz» war ein Anhänger der Aufklärung, aber eben doch ein richtiger Herrscher. Die Beziehung zwischen Friedrich II und dem Philosophen Voltaire, zwischen Macht und Geist, erhellt Hans Joachim Schädlich in einer Novelle zum 300. Geburtstag des Preußenkönigs.
Berlin (dpa) - Die Freundschaft des Preußenkönigs Friedrich II. zu dem französischen Philosophen Voltaire zählt zu den interessantesten und widersprüchlichsten Allianzen im Zeitalter der Aufklärung. Können Macht und Geist gleichberechtigt kommunizieren? Kann der Philosoph den König mit der Kraft seiner Argumente zu einem menschenfreundlichen Herrscher erziehen? Wie korrumpierend wirkt der Umgang mit den Mächtigen für den Geistesmenschen?
Um diese auch zum 300. Geburtstag von Friedrich II am 24. Januar immer noch aktuellen Fragen kreist Hans Joachim Schädlichs luzide Novelle «Sire, ich eile. Voltaire bei Friedrich II.». Der 1935 im Vogtland geborene Autor wirft in seiner gewohnt knappen und lakonischen Art ein helles Schlaglicht auf die geistvolle, von Eloquenz befeuerte, aber letztlich immer ungleiche Beziehung zwischen dem freien Schriftsteller Voltaire (1694-1778) und dem seit 1740 herrschenden Friedrich.
Schädlich, dieser Meister der Reduktion, trifft den Kern dieser Beziehung: Der kritische Intellektuelle, der seine eigene Vernunft gebraucht, gerät zwangsläufig in Konflikt mit einem Herrscher, der sich vor keiner Instanz rechtfertigen muss. Die Novelle gibt keinen Nachhilfeunterricht in preußischer Geschichte, sondern entwirft exemplarisch diesen Zwiespalt.
Hans Joachim Schädlich hat selbst bittere Erfahrungen gemacht mit staatlicher Macht und der Ohnmacht der Andersdenkenden. In der DDR durfte er nicht publizieren, er unterschrieb die Petition gegen die Biermann-Ausweisung, 1977 konnte er in die Bundesrepublik ausreisen, in dem Jahr erschien auch sein verspätetes Debüt «Versuchte Nähe». Zuletzt legte er mit dem Band «Vorbei» (2007) drei historische Miniaturen und den Exilroman «Kokoschkins Reise» (2010) vor.
Seine neue Novelle, die sprachlich wunderbar intim wie ein Kammerspiel instrumentiert ist, hat zwei Teile: Zunächst erzählt Schädlich von der lebenslangen Freundschaft zwischen Voltaire und seiner Geliebten Émilie, einer hochgebildeten, verheirateten Adeligen. Die beiden Freigeister ziehen sich in ihr Schloss in Cirey zurück, schreiben und übersetzen, führen naturwissenschaftliche Experimente durch. Als die ersten Huldigungsbriefe des Kronprinzen Friedrich den durchaus geschmeichelten Voltaire erreichen, warnt Émilie vor den Einflüsterungen des Hofes. Der fast zwanzig Jahre ältere Philosoph aber scheint sich in der Rolle des Prinzenerziehers zu gefallen, er umschmeichelt Friedrich als «Salomon des Nordens», schließlich kommt es 1740 zum ersten Treffen.
Sehr pointiert zeigt Schädlich, dass dieser König ein ausgebuffter PR-Stratege war, der genau wusste, wie er das hohe Ansehen des Philosophen für seine Zwecke nutzen konnte. Dem fiel der Widerstand gegen königliche Avancen schwer, erst nach den Eroberungsfeldzügen Friedrichs gegen Schlesien schrieb Voltaire Klartext: «Werden Sie denn niemals aufhören, Sie und ihre Amtsbrüder, die Könige, diese Erde zu verwüsten, die Sie, sagen Sie, so gerne glücklich machen wollen.»
Nach dem Tod seiner geliebten Émilie kommt Voltaire schließlich an den preußischen Hofe Friedrichs in Potsdam, wird gut dotierter Kammerherr. Er leidet aber bald unter der Eintönigkeit der Etikette und den Ränkespielen des oft übellaunigen Monarchen.
Das Ende ist unwürdig. Fast wie ein Verbrecher flieht Voltaire 1753 aus Berlin, wird in Frankfurt am Main verhaftet und von Friedrichs Handlangern wochenlang gedemütigt. Mit bitterer Akribie zeichnet Schädlich diesen unrühmlichen Epilog nach. Danach haben sich beide Männer nie wiedergesehen.
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13.01. Auszeichnung für Historiker Kershaw und Snyder
Leipzig (dpa/sn) - Der Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung geht in diesem Jahr zu gleichen Teilen an die Historiker Ian Kershaw und Timothy Snyder. Der Preis ist mit 15 000 Euro dotiert. Der Brite Kershaw (68) und der Amerikaner Snyder (42) hätten mit ihren Werken über Totalitarismus und deutsche Historie dazu beigetragen, ein tieferes Verständnis Europas für seine Schreckensgeschichte zu ermöglichen, hieß es am Freitag zur Begründung. Die Auszeichnung wird Kershaw und Snyder am 14. März zur Eröffnung der Leipziger Buchmesse im Gewandhaus übergeben.
Der Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung wird seit
1994 jährlich verliehen. Das Preiskuratorium bilden der Freistaat Sachsen, die Stadt Leipzig, der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und die Leipziger Messe.
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13.01. Krimi-Fieber steckt an - Neues Festival in Nordeifel
Euskirchen (dpa/lnw) - Jetzt macht die ganze Eifel in Krimi: Nach der Südeifel bekommt jetzt auch die Nordeifel in Nordrhein-Westfalen ihr Krimi-Festival, allerdings für Literatur. Im September startet das 1. Literatur-Festival «Nordeifel-Mordeifel» zum Thema Krimi. Das teilte der Kreis Euskirchen am Freitag als Veranstalter mit.
Bei dem Festival (6. bis 9. September 2012) lesen 22 Krimiautoren aus der ganzen Eifel an nicht ganz gewöhnlichen Orten aus ihren Mordgeschichten. Teil des Festivals ist ein Förderpreis für Eifelkrimis. Die Gewinner-Geschichte erscheint zu dem Festival als Buch. Der Preis ist nach dem Vater aller Eifel-Krimis, Jacques Berndorf, benannt.
Das Festival in der Nordeifel ist so etwas wie der kleine Bruder des Krimi-Festivals «Tatort Eifel» im rheinland-pfälzischen Teil, zu dem sich alle zwei Jahre die Branche und Stars des deutschen Filmkrimis treffen. In Absprache mit dem Veranstalter in Daun findet das Literatur-Festival «Nordeifel-Mordeifel» im Wechsel damit statt.
Der Kreis Euskirchen will sich darüber kulturtouristisch profilieren. Ein erster Versuch war gescheitert. Die Idee, auf der früheren Nazi-Eliteschule Vogelsang im Kreis Euskirchen ein umstrittenes Krimi-Hotel zu bauen, wurde nach heißer Diskussion verworfen.
In der Südeifel ist der Krimi mittlerweile ein Image- und Wirtschaftsfaktor. Dazu trägt unter anderem der dort lebende Berndorf bei. Krimi-Freaks fahren mit seinen Büchern unter dem Arm an die Stellen, wo Berndorf Blut fließen lässt. Daraus entwickelten sich Angebote wie Hotel, Café, und Wochenenden zum Thema Krimi.
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12.01. Vorschläge für Friedenspreis können gemacht werden
Frankfurt/Main (dpa) - Für den nächsten Friedenspreis des Deutschen Buchhandels können jetzt Kandidaten vorgeschlagen werden.
Gesucht wird eine «Persönlichkeit, die in hervorragendem Maße vornehmlich durch ihre Tätigkeit auf den Gebieten der Literatur, Wissenschaft und Kunst zur Verwirklichung des Friedensgedanken beigetragen hat». Vorschläge kann jeder bis zum 1. März einreichen, wie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Am öffentlichen Aufruf beteiligen sich jedes Jahr mehrere hundert Menschen.
Der Stiftungsrat zur Vergabe des Friedenspreises nimmt im April seine Beratungen auf. Der Preisträger wird dann Mitte Juni bekanntgegeben. Verliehen wird die mit 25 000 Euro dotierte Auszeichnung traditionell zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse - dieses Jahr am 14. Oktober. Im vergangenen Jahr erhielt der algerische Schriftsteller Boualem Sansal den Friedenspreis, der seit 1950 vergeben wird.
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12.01. Schriftsteller diskutieren «Arabischen Frühling»
Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Arabische Schriftsteller treten am 20.
und 21. Januar ins Rampenlicht des Literaturhauses Frankfurt: Auf den Arabischen Literaturtagen diskutieren Autoren aus dem Maghreb und dem Nahen Osten unter dem Motto «Aufbruch in die Freiheit?» über die Revolution und ihre Folgen. «Die Literatur ist der Seismograph für die Entwicklungen in der arabischen Welt», sagte Anita Djafari, Geschäftsleiterin des veranstaltenden Vereins litprom, am Donnerstag in Frankfurt. Im Mittelpunkt der Literaturtage stehen sogenannte Werkstattgespräche, in denen die Autoren untereinander und mit dem Publikum debattieren wollen.
«Die arabische Literatur soll nicht in einer Nische bleiben», beschreibt Djafari eine ihrer Erwartungen. Der Veranstaltungskurator Stephan Milich sagte, er wolle einen literarischen Dialog fördern, und dass die Autoren in ein intensives Gespräch miteinander kommen. Auch die Besucher erwarte eine hautnahe Begegnung mit den Schriftstellern. Die solle anregen, mehr arabische Bücher zu lesen, sagte Milich.
Mit dabei ist auch der aktuelle Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels, der algerische Schriftsteller Boualem Sansal. Er erregte mit der Veröffentlichung seines Romans «Das Dorf des Deutschen» im Jahr 2008 Aufsehen. Milich sei über die spontane Teilnahme aller angefragten Autoren überrascht gewesen: «Es ist alles dabei, was Rang und Namen hat.» Noch unklar allerdings ist die Teilnahme der syrischen Autorin Rosa Yassin Hassan. Ihre Ausreise aus Syrien war zunächst noch nicht sicher.
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12.01. Erstmals seit Jahren Umsatzminus für Buchmarkt
Frankfurt/Main (dpa) - Erstmals seit Jahren hat der deutsche Buchmarkt rote Zahlen geschrieben. Der Handel erwirtschaftete im vergangenen Jahr ein Umsatzminus von 1,8 Prozent, wie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels am Mittwoch in Frankfurt berichtete. Der Verband lässt von dem Marktforschungsunternehmen media control seit 2004 regelmäßig die Umsätze im traditionellen Buchhandel (Sortimenter), dem Online-Handel und bei Warenhäusern erfassen. Die drei Vertriebswege decken rund zwei Drittel des Handels ab.
Bei den Sortimentern lag das Umsatzminus im Jahr 2011 sogar bei drei Prozent. Der Umsatz im Internet-Buchhandel, der in den vergangenen Jahr stark gewachsen ist, wird erst später ausgewiesen.
Mit einem Marktanteil von 37,8 Prozent hat die Belletristik - dazu gehören Romane und Krimis - ihre führende Stellung auf dem Buchmarkt behalten. Der Umsatz in dieser Warengruppe ging nur geringfügig um 0,1 Prozent zurück. Weniger gefragt war innerhalb der Belletristik allerdings im vergangenen Jahr der Bereich Science Fiction und Fantasy. Der Umsatz in diesem Segment ging um 8,8 Prozent zurück.
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12.01. Poetik-Preis für Emine Sevgi Özdamar
Berlin (dpa/bb) - Die Schriftstellerin Emine Sevgi Özdamar wird mit dem Alice Salomon Poetik Preis 2012 ausgezeichnet. Die Ehrung ist mit 6000 Euro dotiert und wird der Autorin und Regisseurin am 14. Januar in der Berlinischen Galerie überreicht, wie die Alice Salomon Hochschule am Donnerstag mitteilte. Der Preis ist mit einer Poetik-Dozentur verbunden. Özdamar («Sonne auf halbem Weg»), 1946 in der Türkei geboren, wurde für ihr Werk vielfach ausgezeichnet.
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12.01. Eva Mattes und Uwe Steimle beim Hörfest in Wiesbaden
Wiesbaden (dpa/lhe) - Eva Mattes und Uwe Steimle gehören zu den Attraktionen des diesjährigen Hörfests des Kultursenders hr2 in Wiesbaden. Zum elften Mal geht es bei dem Festival vom 1. bis 5. Februar rund um das Thema Hören - vom Musikkabarett über das Chanson bis zum Hörspiel und Hörbuch. Bei der hr2-Hörgala (4. Februar) werden neben dem Kabarettisten und Schauspieler Steimle als nörgelnder Ostbürger auch das bayerische Jodler-Ensemble Monaco Bagage und der deutsch-niederländische Chansonnier Sven Ratzke dabeisein, wie der Hessische Rundfunk (hr) am Donnerstag ankündigte.
Mattes wird zum Beginn des Hörfests am 1. Februar aus ihrer Autobiografie lesen. Die Faszination von Musik in unterschiedlichen Kulturen ist Thema der «Hörfest-Filmnacht» im Caligari-Filmtheater. Der mit 10 000 Euro dotierte Hörbuch-Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden geht zum Abschluss am 5. Februar an die Lesung «Matti und Sami und die drei größten Fehler des Universums» von Salah Naoura. Die Auszeichnung wird im Rahmen einer bunten Hörgala für Kinder verliehen. Bei dem Hörfest kooperiert der hr mit der Stadt und dem Staatstheater Wiesbaden.
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11.01. Douglas will Probleme bei Thalia-Buchtochter anpacken
Düsseldorf (dpa) - Der Handelskonzern Douglas will seine Buchtochter Thalia umkrempeln. Grund sei der Wandel vom klassischen zum elektronischen Buch, erklärte Vorstandschef Henning Kreke am Mittwoch in Düsseldorf. Bei allen Häusern, die größer als 500 oder 600 Quadratmeter seien, bestehe Handlungsbedarf. Filialen sollen verkleinert oder, falls das nicht geht, aufgegeben werden. Douglas leidet unter der Schwäche im Auslands- und Buchgeschäft. Wegen der Probleme der Buchsparte verschlechtern sich die Gewinnaussichten fürs laufende Jahr. Als Reaktion brach die Aktie zeitweilig um 6,7 Prozent auf 26,24 Euro ein.
Der Zuwachs beim Umsatz und Vorsteuergewinn des Konzerns mit den gleichnamigen Parfümerien, den Christ-Juweliergeschäften, der Damenmode (Appelrath-Cüpper) und den Süßwaren (Hussel) und der Buchgruppe fiel im Geschäftsjahr 2010/11 (30. September) geringer aus als zuvor erwartet. Die Erlöse wuchsen im Vergleich zum Vorjahr um 1,7 Prozent auf 3,38 Milliarden Euro. Der Reingewinn stieg von 76,1 Millionen auf 87 Millionen Euro, das Vorsteuerergebnis von 131,2 Millionen auf 138 Millionen Euro.
Aufgrund der zunehmenden Konkurrenz der Online-Händler gehen den Sortimentsbuchhandlungen Kunden verloren. Die Branche müsse sich neu aufstellen, sagte Kreke. «Es wird auch noch in 10, 15 oder 20 Jahren noch Buchhandlungen geben», meinte der Konzernchef. «Sie werden aber anders aussehen. Es wird intimer, immer kleiner.»
Rückgänge im klassischen Buchgeschäft konnte Douglas nach Unternehmensangaben durch Verkäufe von Zusatzartikeln wie Spiele,
Geschenk- und Fanartikeln sowie durch einen 20-prozentigen Zuwachs im Onlinebereich ausbügeln. Der Anteil soll auf 30 Prozent steigen. Der Onlinehandel und das E-Book-Geschäft sollen ausgebaut werden. Zwar hat sich Douglas bereits den Online-Händler buch.de gesichert, dessen Umsätze auch kontinuierlich steigen. Allerdings bringt das Internetgeschäft niedrigere Margen, weswegen das Ergebnis von Thalia im vergangenen Jahr zurückging und auch der Umsatz der knapp 300 Thalia-Buchhandlungen auf vergleichbarer Fläche um fast vier Prozent sank.
Insgesamt kletterte der Umsatz der Thalia-Buchgruppe im abgelaufenen Geschäftsjahr noch um 3,2 Prozent auf 934,5 Millionen Euro und trug damit mehr als ein Viertel zum Gesamtumsatz bei. Hauptumsatzträger bleiben die Douglas-Parfümerien mit unverändert knapp 1,9 Milliarden Umsatz. Hier machte sich der Ausstieg in Russland, den USA und Dänemark bemerkbar. Im laufenden Geschäftsjahr will Douglas insgesamt im In- und Ausland 40 neue Filialen aufbauen.
Im Schmuckgeschäft (Christ) sind die hohen Edelmetallpreise Kreke zufolge noch nicht auf die Endpreise durchgeschlagen. Stücke, die zuletzt verkauft wurden, hätten schon lange am Lager gelegen. «Es ist aber zu erwarten, dass bei anhaltend hohen Rohstoffpreisen, Schmuckpreise steigen», sagte Kreke.
Im laufenden Jahr erwartet Kreke einen leichten Umsatzanstieg auf mehr als 3,4 Milliarden Euro. Das erste Quartal mit dem wichtigen Weihnachtsgeschäft habe ein Plus von 1,4 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro ergeben.
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11.01. 100 Lesungen im Mongolenzelt
Berlin (dpa/bb) - Der im vergangenen Jahr gekürte Träger des Europäischen Buchpreises, Maxim Leo, und andere Autoren wollen von Donnerstag an in Berlin aus ihren Werken lesen. Die viertägige Veranstaltungsreihe «Berliner Wintersalon - Geschichten in Jurten» findet traditionell in zwei mongolischen Zelten aus Holz und Filz am Potsdamer Platz statt. 35 zeitgenössische Autoren laden bis zum 15. Januar zu 100 Lesungen. Wie der Veranstalter am Mittwoch bekanntgab, findet die Lesereihe - in diesem Jahr zum Thema «Zeitenbilder - Generationen und Gesellschaft» - zum 11. Mal statt. Zu den geladenen Schriftstellern zählen etwa Judith Schalansky, Katharina Hacker, Christoph von Marschall und Reinhold Neven Du Mont.
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11.01. Literarische Akzente in Lessings Geburtsstadt
Kamenz (dpa/sn) - Kamenz setzt vom 22. Januar bis zum 24. Februar wieder «Lessing-Akzente». Wie das Lessing-Museum am Mittwoch mitteilte, umfasst das Programm neun Veranstaltungen. Lesungen und Vorträge widmen sich unter anderem gebildeten und selbstbewussten Frauen des 18. Jahrhunderts, etwa Lessings Frau Eva König. Zum Abschluss der diesjährigen Reihe führt die Neue Bühne Senftenberg eine Inszenierung von Gotthold Ephraim Lessings «Nathan der Weise» in Kamenz auf. Die Geburtsstadt des Dichters ehrt ihren bekanntesten Sohn seit 1962 mit den Lessing-Tagen. Sie finden inzwischen nur noch alle zwei Jahre statt - im jährlichen Wechsel mit den «Lessing-Akzenten».
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11.01. 161 Stücke für Kleist-Förderpreis eingereicht
Frankfurt (Oder) (dpa/bb) - 161 Bühnenstücke sind für den Kleist-Förderpreis 2012 eingereicht worden. Damit gab es acht Bewerbungen weniger als ein Jahr zuvor. Der Kleist-Förderpreisträger 2012 werde am 17. Januar in Frankfurt (Oder) bekanntgegeben, teilte die Messe und Veranstaltungs GmbH am Dienstag mit. Das auserwählte Stück soll bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen 2012 uraufgeführt werden. Den Preis vergibt die Geburtsstadt des Dichters Heinrich von Kleist (1777-1811) in Kooperation mit Partnern. Er ist mit 7500 Euro dotiert und mit einer Aufführungsgarantie des Stückes verbunden. Die Inszenierung wird dann auch in der Oderstadt gezeigt. Im Kleistjahr 2011 ging der Preis an Wolfram Lotz für sein Stück «Der große Marsch».
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11.01. Streit über Rushdie-Besuch in Indien
Neu Delhi (dpa) - Ein geplanter Besuch des Autors Salman Rushdie sorgt für Ärger in Indien. Die einflussreiche islamische Hochschule Darul-Uloom-Deoband forderte die Regierung in Neu Delhi am Dienstag dazu auf, dem indischstämmigen Briten und Verfasser des Romans «Die satanischen Verse» die Einreise zu verweigern. Kleinere politische Parteien unterstützten die Forderung. Der Vizekanzler der Darul-Uloom-Deoband, Maulana Abul Qasim Nomani, sagte, mit dem Besuch würde «Salz in die Wunden der Muslime» gerieben. Viele Muslime lehnen Rushdies Roman als blasphemisch ab.
Der Schriftsteller will ab Ende nächster Woche an einem Literaturfest in der nordwestindischen Stadt Jaipur teilnehmen. Die Nachrichtenagentur IANS berichtete, die Organisatoren des Literaturfests hielten an ihrer Einladung für Rushdie fest.
Der Autor, der am 19. Juni 1947 als Sohn eines wohlhabenden muslimischen Geschäftsmanns in der westindischen Metropole Bombay geboren wurde, hatte in den vergangenen Jahren immer wieder an Literatur-Veranstaltungen in Indien teilgenommen. Indien war nach Erscheinen der «Satanischen Verse» im Jahr 1988 das erste Land, das das umstrittene Werk verbot.
1989 verhängte der iranische Revolutionsführer Ayatollah Khomeini ein «Todesurteil» gegen Rushdie, weil das Buch Muslime beleidige. Der Autor lebte darauf jahrelang unter extremem Polizeischutz im Londoner und New Yorker Untergrund. Rushdie ist überzeugter Atheist. Er verbrachte seine Kindheit in Indien, bis er in den 60er Jahren nach England ging.
Muslime stellen in Indien die zweitgrößte Glaubensgemeinschaft. Im bevölkerungsreichsten Bundesstaat Uttar Pradesh - wo 19 Prozent der Einwohner dem Islam anhängen und auch die Darul-Uloom-Deoband ihren Sitz hat - wird im kommenden Monat gewählt.
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09.01. Bibliotheken mit großem Zulauf aber wenig Geld
Berlins Bibliotheken sind auch im Internetzeitalter beliebt und verzeichnen teilweise sogar steigende Besucherzahlen. Doch manche haben Angst vor der neuen Landesbibliothek.
Berlin (dpa/bb) - Gerade einmal 59 Cent pro Einwohner konnten die Bibliotheken in Kreuzberg-Friedrichshain 2010 für neue Bücher ausgeben. In Spandau waren es 64 Cent. Nur Lichtenberg (1,70 Euro) kam auf den Mindestbetrag von 1,50 Euro, der für einen aktuellen Medienbestand nötig ist. Auch an Geld für Personal und Gebäude mangelt es oft, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa in den Bezirken zeigte. Dabei ist der Bedarf an Stadtbüchereien nach wie vor groß. Der Landesverband Berlin im Deutschen Bibliotheksverband fordert ein Gesamtkonzept. Das soll Bibliotheken nach dem Bau der Zentral- und Landesbibliothek auch vor der Schließung bewahren.
«Der Run auf die Bibliotheken ist ungebrochen», berichtet Stefan Rogge, Fachbereichsleiter Bibliotheken im Bezirk Mitte. Etwa eine Million Besucher nutzen das Angebot der acht Häuser und drei Fahrbibliotheken jährlich. Auch andere Bezirke vermelden stabile oder auch steigende Besucherzahlen. In Steglitz-Zehlendorf etwa legte sie seit 2002 von 533 000 auf rund 767 000 Besucher im Jahr 2010 zu. Der Bezirk Treptow-Köpenick, wo sechs Millionen Euro in den Bau von zwei zentralen Bibliotheken investiert wurden, meldet einen Zuwachs von 50 Prozent in den vergangenen zehn Jahren. Selbst in Pankow, wo es nur noch acht von einst 21 Standorten gibt, sei die Zahl mit rund 650 000 Besuchern pro Jahr relativ konstant geblieben, berichtet Kulturamtsleiter Holger Dernbach.
Die rund 4,1 Millionen Bücher, DVDs, CDs oder Computerspiele in 87 Bibliotheken wurden 2010 laut Berlin-Statistik fast 20 Millionen Mal entliehen. Elektronische Medien seien auf dem Vormarsch, heißt es aus fast allen Bezirken. «Es gibt eine steigende Nutzung von Non-Books», berichtet etwa Kulturstadträtin Juliane Witt aus Marzahn-Hellersdorf.
Gleichzeitig legten dort aber auch Belletristik, Sach- und Kindermedien zu. «Das gute alte Buch hat also auch in Zeiten der digitalen Medien nicht ausgedient», freut sie sich.
Doch vielen Bibliotheken machen Geld- und Personalknappheit zu schaffen. In Charlottenburg-Wilmersdorf etwa gab es 2003 noch 75 Stellen, jetzt sind nur noch 50,5 besetzt. «Wegen der Engpässe sind die Bibliotheken seit 2009 nur noch eingeschränkt geöffnet», erklärt Kulturstadträtin Antje Reuße. «Der Personalabbau seit 2001 ist gewaltig», sagt auch Dernbach. Von einst 137 Stellen habe es in Pankow 2011 nur noch 73 gegeben. Auch das Budget sei von 6,1 Millionen Euro auf drei Millionen Euro halbiert worden.
Unbesetzte Stellen haben schon zu Schließungen geführt. Dernbach sieht auch die Zukunft pessimistisch: «In den Bibliotheken fehlt der fachliche Nachwuchs.» Bis 2016 werden seinen Angaben zufolge aus Altersgründen 19 Prozent der mit Fachkräften besetzten Stellen frei.
«Sollten die Stellen nicht nachbesetzt werden, ist in den nächsten Jahren ein weiteres Bibliothekssterben absehbar», ist Dernbach überzeugt.
Um die Bibliotheken in Tempelhof-Schöneberg zu stärken, hat der dortige Leiter Engelbrecht Boese ein Konzept vorgelegt. In diesem Bezirk mangelt es neben Geld auch an Platz, unter anderem, weil von der Schließung des Rathauses Friedenau auch die dortige Bibliothek betroffen ist. Laut Boese könnte der Bezirk ein ehemaliges Kaufhaus anmieten. Eine Entscheidung stehe aber noch aus.
Statt Einzelkonzepten verlangt der Berliner Landesverband im Deutschen Bibliotheksverband einen Entwicklungsplan für ganz Berlin. Schon vor zwei Jahren habe der Verband einen Entwurf für ein Bibliotheksgesetz vorgelegt, der noch nicht diskutiert wurde, sagt der Vorsitzende Alfred-Mario Molter. «Die Bezirke wurschteln vor sich hin, wir dürfen sie nicht allein lassen». Sein Verband begrüße die geplante Zentral- und Landesbibliothek in Tempelhof, die etwa 270 Millionen Euro kosten soll. «Ein Ausbau an der Spitze darf aber nicht zum Abbau in der Fläche führen», sagt Molter. Deshalb sei ein Gesamtkonzept so wichtig.
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09.01. Kehlmann mag Ablenkung und Computerspiele
Berlin (dpa) - Der Schriftsteller Daniel Kehlmann (36) lässt sich bei der Arbeit leicht ablenken. «Ich werde ganz gerne gestört - das ist ja das Problem», sagte der Bestsellerautor («Die Vermessung der Welt») der «Berliner Morgenpost» vom Samstag. «Die einfachste Ablenkung liegt ja darin, dass man ständig das Schreiben unterbrechen und seine E-Mails überprüfen kann. Oder einfach im Internet was nachgucken.» Er kenne Autoren, die das Programm «freedom» benutzten, bei dem man zehn Euro zahle und bestimme, wie lange man vom Web getrennt werde. «Man zahlt jetzt schon Geld dafür, dass einem der Zugang beschränkt wird.»
Kehlmann pflegt auch eine Liebe zu Computerspielen. Vor zehn Jahre habe er «zum Beispiel fünf Teile "Tomb Raider" von Anfang bis Ende durchgespielt», vor zwei Jahren habe er dann "Grand Theft Auto" ausprobiert. «Der Reichtum dieser künstlichen Welt ist faszinierend. Aber ich habe dann auch gemerkt, das ist schon eine Alterserscheinung, ich komme mit der Playstation-Steuerung nicht zurecht. Ich bin noch die Joystick-Generation.» Zurzeit ist er
nostalgisch: «Ich habe jetzt wieder eine Tetris-App fürs iPad.»
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09.01. Álvaro Pombo bekommt Nadal-Literaturpreis
Barcelona (dpa) - Der spanische Schriftsteller und Politiker Álvaro Pombo hat den Nadal-Literaturpreis gewonnen. Pombo wurde in der Nacht zum Samstag für seinen Roman «El temblor del héroe» ausgezeichnet. Der 72-Jährige setzte sich mit seinem Werk gegen mehr als 300 eingesandte Manuskripte durch. Der mit 18 000 Euro dotierte Nadal-Preis ist die älteste spanische Literatur-Auszeichnung. Sie wird alljährlich bei einer Gala in Barcelona vom Verlag Destino verliehen.
«El temblor del héroe» handelt von einem pensionierten Universitätsprofessor, der über die Gleichgültigkeit in der Gesellschaft nachsinnt. Pombo hatte vor sechs Jahren den Planeta-Preis, die höchstdotierte Literaturauszeichnung der spanischsprachigen Welt, gewonnen.
Der in Santander geborene Schriftsteller und Dichter Pombo lebte während der letzten Jahren der Franco-Diktatur (1939-1975) im Exil in London. Dort veröffentlichte er 1973 seinen ersten Gedichtband «Protocolos». Sein erstes auf Deutsch erschienenes Werk wurde 2008 vom österreichischen Stockmann-Verlag mit dem Titel «Das ewig Weibliche» veröffentlicht.
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09.01. Arno Strobel: IT-Experte und Thriller-Bestsellerautor
Tagsüber arbeitet Arno Strobel in einer Bank in Luxemburg. Nachts schreibt er Psychothriller - und hat es damit schon mehrmals auf die Bestsellerlisten geschafft. Jetzt erscheint sein neues Werk: «Das Skript.»
Tawern (dpa/lrs) - Arno Strobel schreibt am liebsten nachts. Wenn alles dunkel und ruhig ist, taucht er ab in die Welt der düsteren Machenschaften und Intrigen. Seine Psychothriller entstehen hinter heruntergelassenen Jalousien am heimischen Schreibtisch in Tawern (Kreis Trier-Saarburg). «Nachts herrscht eine besondere Atmosphäre.
Da kann ich mich voll auf das Geschehen einlassen», sagt der 49- Jährige. Schon mehrmals hat es der gebürtige Saarländer mit seinen Werken («Der Trakt», «Das Wesen») auf die Bestsellerlisten geschafft. Dabei hat er mit 40 Jahren erst mit dem Schreiben angefangen. Am 19. Januar kommt sein neues Werk in die Buchläden: «Das Skript».
Strobel schreibt aber auch nachts, weil er tagsüber in einer Bank in Luxemburg arbeitet. Als IT-Experte. Er erstellt Internetauftritte für die Bank und betreut alle möglichen Projekte am Computer. Wie er das Autoren-Dasein für sich entdeckt hat? «Da war das Internet dran schuld», sagt der studierte Informatiker. Er sei 2002 im Netz auf ein Forum gestoßen, in das Leute Kurzgeschichten einstellten. Da er immer schon gerne geschrieben habe, habe er auch mal zwei Geschichten eingestellt. Die Reaktionen waren «so unglaublich, dass ich weitergemacht habe». Etwa 70 Kurzgeschichten habe er in zwei Jahren verfasst.
Und dann kam 2004 der Gedanke, ein Buch zu schreiben. Ihm war klar, dass es ein Thriller sein musste: «Die habe ich selbst immer schon geliebt und gelesen», sagt Strobel und zeigt auf sein prall gefülltes Bücherregal. Erst schrieb er zwei Vatikan-Triller («Magus - Die Bruderschaft», «Castello Cristo») mit einer Auflage von je 25 000 Stück. «Dafür war ich mehrmals zur Recherche in Rom.» Seinen Durchbruch schaffte er im April 2010 mit dem Psychothriller «Der Trakt» (Fischer Taschenbuch Verlag), der ihn bis auf Platz elf der Bestsellerliste brachte - und eine Auflage von 150 000 Stück.
Strobel erzählt darin eine irre Geschichte: Eine Frau erwacht in Regensburg aus dem Koma - und keiner erinnert sich an sie. Ihr Mann erkennt sie nicht, und ihren Sohn scheint es gar nicht zu geben. Ein Alptraum. Auch die Idee seines neuen Werks «Das Skript» klingt spannend: Eine Studentin in Hamburg bekommt ein Päckchen mit menschlicher Haut, auf der der Anfang eines Romans geschrieben ist, den es wirklich gibt. Klar, dass der Autor jenes Romans verdächtigt wird. Und nach dem «Skript»? Da folgt das Buch «Der Sarg», verrät Strobel. In dem es um eine Urangst gehe: «Lebendig begraben zu sein».
Woher Strobel seine Ideen bekommt? «Ich ziehe sie aus meinem Umfeld und aus meinem Alltag», sagt er. Hat er einen Grundgedanken, überlegt er sich einen Schluss - und fängt mit dem Schreiben an.
Anders als andere Autoren mache er kein Exposé, sondern entwickele die Geschichte beim Schreiben. «Das Schreiben ist so spannend wie das Lesen, weil ich nicht weiß, was auf der nächsten Seite passiert», sagt er. Sein Ziel sei es, mit seinen Büchern zu unterhalten. «Ich habe keine Botschaft. Ich schreibe für die Masse», sagt Strobel.
Und das auch mit internationalem Erfolg: Sein erstes Buch «Magus» ist bereits in acht Sprachen übersetzt. Und «der Trakt» wird gerade in zweiter Auflage auch in Spanien gedruckt. «Ich bin immer noch überrascht, wenn ich meinen Namen auf den Listen zwischen all den bekannten Autoren sehe», sagt Strobel, der ursprünglich mal Kfz-Mechaniker gelernt hat. «Ich habe mir als Kind nie vorgestellt, dass ich mal Buchautor werde.»
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09.01. Elton John schreibt Buch über Aids
London (dpa) - Der britische Popstar Elton John (64) will ein Buch über seine persönlichen Erfahrungen mit dem Tod von Freunden durch die Immunschwächekrankheit Aids schreiben. Unter anderem werde er aus der Zeit erzählen, in der Queen-Frontman Freddie Mercury an Aids erkrankte und schließlich 1991 starb, teilte der Musiker am Montag in London mit.
Sir Elton John («Candle in the Wind») setzt sich seit langem für den Kampf gegen Aids ein und hat unter anderem 1992 eine Stiftung gegründet, an die die Erlöse aus dem Buch gehen sollen. Der schwule Sänger hat gemeinsam mit seinem Lebenspartner David Furnish einen Sohn.
Aids könne nicht allein durch Medikamente geheilt werden, sagte John. Stattdessen müssten die Menschen ihre Einstellung ändern. Er forderte «kollektive Anstrengung, die sozialen Barrieren niederzureißen und Brücken des Mitgefühls» zu bauen. Das Buch solle auf diesem Weg helfen. Es soll im Juli erscheinen.
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06.01. Wallraff entschärft Vorwürfe gegen Großbäcker
Köln (dpa/lnw) - In seinem Streit gegen einen Brotfabrikanten muss Enthüllungsautor Günter Wallraff einige Vorwürfe entschärfen. Darauf verständigten sich beide Seiten am Freitag vor dem Kölner Landgericht. Wallraff hatte 2008 Missstände in der Brotfabrik aufgedeckt und dem Unternehmer ein Verfahren eingebrockt, das bereits mehrfach verschoben wurde. Er darf künftig nicht mehr behaupten, der Brotfabrikant entziehe sich dabei einer Verurteilung. Das Gericht stellte fest, dass die Aussage vorverurteilend sei.
Weiter darf Wallraff nicht mehr behaupten, dass alle Mitarbeiter in der Fabrik Verbrennungen gehabt hatten, sondern lediglich «fast» alle. Auch kann er nicht mehr sagen, dass keine Reparaturen in der Firma durchgeführt wurden - wohl aber, dass die durchgeführten Reparaturen «Murks» gewesen seien.
Schon im März 2011 hatte Wallraff eine Unterlassungserklärung abgegeben, bestimmte Aussagen über die Höhe der Löhne und über die Arbeitszeiten in der Großbäckerei nicht zu wiederholen. Die Recherchen des Kölner Journalisten hatten allerdings zu einem Prozess gegen den Unternehmer geführt, der laut Anklage seine Mitarbeiter nicht ausreichend über Unfallgefahren aufgeklärt habe. Dieser Prozess hat noch nicht begonnen.
Für ein Zivilverfahren ging es am Freitag teilweise hitzig zu: Der Anwalt des Firmeninhabers bezeichnete die Anschuldigungen gegen seinen Mandanten als «Petitessen», für den Verteidiger Wallraffs wiederum war diese Einschätzung eine «Frechheit». Der Publizist selbst sprach von menschenverachtendem Verhalten des Fabrikanten. Die Beteiligten wurden mehrfach von der Richterin ermahnt.
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06.01. Staatsbibliothek ein halbes Jahr später fertig
Berlin (dpa/bb) - Der neue Lesesaal der Berliner Staatsbibliothek wird ein halbes Jahr später fertig als bisher geplant. Bis zum Herbst
2012 soll der zentrale Lesesaal im Innenhof Unter den Linden übergeben werden, sagte der Sprecher des federführenden Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR), Andreas Kübler, am Freitag zu einem Bericht des «Tagesspiegels». Nach der Schlüsselübergabe kann dann der Lesesaal «innerhalb weniger Wochen» für die Nutzer eingerichtet werden, wie Bibliothekssprecherin Jeanette Lamble sagte. Nach der bisherigen Planung sollte der Neubau im Frühling 2012 bezugsfertig sein.
Auch die Sanierung des gesamten historischen Baus verzögert sich und soll jetzt nicht 2014 sondern erst 2015 fertig werden. Es bleibe aber bei den bisher veranschlagten Kosten für das gesamte Projekt von 365 Millionen Euro, wie BBR-Sprecher Kübler sagte. In einem zweiten Bauabschnitt entstehen ein Freihandmagazin, Lesesäle für die Spezialbestände, Ausstellungsflächen und Gastronomie.
Für die Verzögerungen seien «ein ganzer Strauß» von Gründen verantwortlich, sagte Kübler. Dazu zählen technische Probleme bei der Verbindung des Neubaus mit dem Altbau, Insolvenzen beteiligter Firmen sowie konstruktive Schwierigkeiten. Ursprünglich sollte der neue Lesesaal bereits zum 350. Geburtstag der Staatsbibliothek im vergangenen Jahr übergeben werden.
In der Zwischenzeit ist der Architekt HG Merz, der auch die Staatsoper Unter den Linden saniert, von dem Projekt abgesprungen. Die BAL Planungs- und Steuerungs-GmbH ist seitdem für die Baukoordinierung zuständig.
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06.01. Publizieren in digitaler Zeit - Autoren verlegen sich selbst
Wer heute ein Buch schreibt, kann auch gleich Verleger sein: Immer mehr Autoren sparen sich lange Verhandlungen mit Verlagen und veröffentlichen ihre Bücher selbst - als E-Books. Soziale Netzwerke dienen als Werbeplattform. Doch das große Geld bringen E-Books nicht.
Berlin (dpa) - Ein Buch schreiben kann jeder - und veröffentlichen auch. Zumindest, wenn man sich mit dem Internet und Computerprogrammen auskennt. Viele Autoren veröffentlichen ihre Werke inzwischen selbst als E-Book, statt den teils monatelangen Weg über die klassischen Verlage und das gedruckte Buch zu gehen.
E-Book-Vertreiber sprechen von steigenden Verkaufszahlen der elektronischen Bücher und einem Trend hin zur Selbstpublikation. Doch mit der Veröffentlichung ist es nicht getan, das Buch soll gekauft werden. Auch beim Marketing spielt das Internet die Hauptrolle.
Für Johnny Haeusler ist es ein Experiment. Und zwar auch ein «Social-Media-Experiment», wie er in seinem Blog «Spreeblick» schreibt. Der Berliner Autor hat 15 Kurzgeschichten aus seinem Blog in E-Book-Form gebracht: «I live by the river» heißt das Buch, für das er vor allem bei den Sozialen Netzwerken Facebook und Twitter wirbt. Es kostet 99 Cent. Reich dürfte Haeusler damit nicht werden - pro verkauftem Buch erhält er einen Anteil zwischen 35 und 70 Prozent. Rund ein Dutzend E-Book-Anbieter vertreiben sein Buch.
Haeusler will sehen, wie der E-Book-Markt läuft. Ist dort wirklich nichts zu holen, wie manche Verlage sagen? Oder gibt es den Boom, von dem die Vertreiber sprechen? Und wie viele Bücher muss man verkaufen, um in den Verkaufscharts zu landen?
200 bis 300 Exemplare braucht es dafür, schätzt Haeusler nun. Seit der Veröffentlichung seines Buchs Mitte Dezember hat er rund 2000 Exemplare verkauft, zwischenzeitlich war «I live by the river» bei Amazon auf Platz 1 der E-Book-Bestseller in der Kategorie «Anthologien & Kurzgeschichten». «Damit hatte ich nicht gerechnet, das hätte auch ein totaler Flop werden können», sagt Haeusler. Dabei sei das Prozedere einfach gewesen. Mit einem Computerprogramm hat er das E-Book erstellt. «Der größte Aufwand ist, das Buch zu schreiben.»
Für den Münchener Journalisten Matthias Matting hat das E-Book das Publizieren vereinfacht. «Es hat die Schwelle gesenkt, die man überwinden muss, um etwas zu veröffentlichen», sagt Matting, der selbst elektronische Bücher veröffentlicht hat. Er bezeichnet das E-Book als «Taschenbuch der Zukunft».
Hört man sich bei den Vertreibern um, scheint dieser Eindruck nicht abwegig - auch wenn beispielsweise Amazon keine Verkaufszahlen zu E-Books veröffentlicht. Das Lesegerät Kindle sei jedoch das meistverkaufte Produkt 2011 gewesen, teilte das Unternehmen mit. Auch Konkurrenten wie der kanadische Newcomer Kobo haben sich zufrieden über das Weihnachtsgeschäft geäußert.
Wie viele der bei Amazon erhältlichen E-Books von den Autoren selbst publiziert wurden und wie viele von Verlagen stammen - dazu gibt es keine Zahlen. Viele Autoren nutzten jedoch die Veröffentlichungs-Plattform auf Amazon, teilte das Unternehmen mit. Dort können Autoren kostenlos ihr Buch elektronisch auf den Markt bringen. Zwei der fünf meistverkauften E-Books 2011 stammen aus der Feder von Autoren, die selbst veröffentlichen - einer ist der Journalist Matting mit einer Anleitung für das Lesegerät Kindle.
Beim E-Book-Portal ePubli der Verlagsgruppe Holtzbrinck sieht man einen eindeutigen Trend hin zu Autoren, die sich selbst verlegen. Rund 2000 E-Books wurden 2011 über die Plattform vertrieben, fast alle direkt von Autoren. Verkauft wurden «mehrere tausend pro Monat», genaue Zahlen nennt Sprecher Max Franke nicht, spricht aber von einem «senkrechten Wachstum».
E-Books machen den Zugang zum Buchmarkt einfacher, doch zugleich wird das Angebot für den Leser immer größer. «Natürlich kann es für die Leser schwieriger werden vorzusortieren», sagt ePubli-Sprecher Franke. Auch Blogger Haeusler sagt: «Das Buhlen um Aufmerksamkeit wird nicht einfacher.» Daher nutzt er die Sozialen Medien Facebook und Twitter. Laut ePubli-Sprecher Franke spielen sie eine wichtige Rolle. «Durch Soziale Netzwerke haben Autoren ganz andere Möglichkeiten mit dem Leser in Kontakt zu kommen.»
Ein Problem bleibt aber in dieser neuen, digitalen Bücherwelt, wie die Rezension eines Lesers von Haeuslers «I live by the river» auf Amazon.de veranschaulicht: «Und wie verschenke ich das jetzt?!?» Vielleicht bald als gedrucktes Buch: Haeusler sagt, er habe schon Angebote von Verlagen.
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06.01. Biermösl Blosn - Politsatire vom Feinsten aus Bayern
Mit Volksmusik begann alles. Doch daraus wurde Politsatire vom Feinsten. Ziel des Spotts der Biermösl Blosn aus Bayern war oft die CSU. Doch nun ist Schluss. Am 18. Januar tritt die Kultband zum letzten Mal gemeinsam auf. Was bleibt: CD-Aufnahmen und ein Film.
Günzlhofen (dpa/lby) - Angefangen hat alles mit unverfälschter bayerischer Volksmusik. In der großen Familie Well aus dem Dorf Günzlhofen rund 40 Kilometer westlich von München - die Eltern setzten 15 Kinder in die Welt - wurde schon immer Hausmusik gemacht. Doch als Erwachsene wandten sich die drei Brüder Hans, Christoph und Michael Well von der ursprünglichen Volksmusik ab und begannen Lieder zu satirischen Texten abzuändern. Das Jahr 1976 gilt als Beginn der Biermösl Blosn. Der Name leitet sich aus einem Biotop (Beerenmoos) in der Heimat und dem bayerischen Wort Blosn ab.
Der 58-jährige Hans Well gilt als scharfsinniger Denker des Trios, das oft zusammen mit dem Kabarettisten Gerhard Polt auftrat. Der studierte Germanist und Historiker schrieb viele der Liedtexte. Das Multitalent Christoph Well (52) - er hört auf den Spitznamen Stofferl - wurde blutjung Solotrompeter bei den Münchner Philharmonikern, gab die begehrte Stelle aber wenige Jahre später auf. Michael Well (53) beherrscht die Tuba perfekt. Bei ihren Auftritten spielen die drei Musiker ein ganzes Sammelsurium von Instrumenten, darunter auch mehrere Meter lange Alphörner.
Der unaufhaltsame Aufstieg der Biermösl Blosn begann nach Gastspielen auf Münchner Kleinkunstbühnen mit Fernsehauftritten in Satiresendungen, später auch im ARD-«Scheibenwischer». Als das Trio Anfang der 1980er Jahre die weiß-blaue Hymne «Gott mit dir, du Land der Bayern» in «Gott mit dir, du Land der BayWa» verfremdete und mit dem Text in Anspielung auf den Agrarhändler BayWa die Überdüngung von Ackerflächen anprangerte, spielte der Bayerische Rundfunk die Lieder nicht mehr. Der Text schaffte es sehr zum Ärger des Kultusministers von der CSU versehentlich sogar in ein bayerisches Schulbuch.
Markenzeichen der Biermösl Blosn war Politsatire zu musikalisch abgewandelten Liedern («Die Hafenstraß ist multikulturell, die CSU ist multikriminell»). Gern zahlten es die Well-Brüder der mächtigen CSU heim. Oft bediente sich das Trio dabei alter Liedformen, wie etwa des Gstanzl, das Volksmusiker wie der Roider Jackl oder Kraudn Sepp einst pflegten. Optisch stachen die drei Brüder auf der Bühne durch einen komischen Mix aus Lederhose und Frack hervor.
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06.01. Schloss Hundisburg erneut Anlaufstelle für Künstler
Hundisburg (dpa/sa) - Das Barockschloss Hundisburg lockt in diesem Jahr mit einem bunten Veranstaltungs-Mix sowohl kulturbegeisterte Besucher als auch internationale Künstler in die Börde. Höhepunkte wären das dritte internationale Clavierfestival und die 20. Ausgabe der Hundisburger Musikakademie, teilte der Verein KULTUR-Landschaft Haldensleben-Hundisburg mit. Anlässlich des Clavierfestivals vom 19. bis 22. April soll es wieder Meisterkonzerte auf historischen Tasteninstrumenten und Liederabende geben. Das 20-jährige Jubiläum der Musikakademie stehe vom 28. Juli bis 5. August auf dem Programm.
Das Schloss sei seit der ersten Akademieausgabe 1993 fester
Vorbereitungs- und Veranstaltungsort für ein international besetztes, studentisches Symphonieorchester. Teile der Proben seien öffentlich.
Das Repertoire der Musiker reiche von Jazz über Klassik bis zur Moderne. Das Akademieorchester wird jedes Jahr über eine Ausschreibung mit Studenten aus aller Welt besetzt, hieß es.
Weiterhin werde das Schloss mit seiner Garten- und Parkanlage Gastgeber für Konzerte, Matineen und Tagungen sein. So seien eine Themenführung zu den Gebrüdern Grimm (9. April), eine Fachtagung unter dem Motto «Gottfried Wilhelm Leibniz und das gelehrte Europa um 1700» (4. bis 6. Mai) sowie ein Festival der Bewegungskünste vom 8. bis 15. Juli geplant.
Das Hundisburger Schloss bei Haldensleben wird seit 1991 schrittweise restauriert und saniert. Der angrenzende Barockgarten wurde seit dem Jahr 1699 angelegt und gilt als einer der ältesten klassisch-französischen Gärten in Deutschland. Der fast hundert Hektar große Landschaftsgarten sei der drittgrößte seiner Art in Sachsen-Anhalt.
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05.01. Entenhausener Comiczeichner Vicar gestorben
Santiago de Chile/Berlin (dpa) - Der chilenische «Donald Duck»-Zeichner Vicar ist tot. Er starb am Dienstag im Alter von 77 Jahren in Santiago de Chile, wie der Egmont Ehapa Verlag am Donnerstag in Berlin mitteilte. Vicar oder Victor José Arriagada Rios, wie der Zeichner eigentlich hieß, sei mit mehr als 10 000 Seiten der produktivste Zeichner Entenhausens gewesen.
«Entenhausen trägt Trauer! Mit Vicar ist mein persönlicher Lieblingszeichner gegangen. Er hat meinen Donald und mein Entenhausen geprägt», erklärte «Micky Maus»-Chefredakteur Peter Höpfner. In den 70er Jahren begann Vicar, die ersten Geschichten für den Egmont Konzern zu zeichnen. Den Großteil seiner kreativen Schaffenskraft habe Vicar dem Erpel Donald Duck gewidmet.
Vicar hatte in Chile in den 50er Jahren angefangen Comics für die Zeitung «El Mercurio» zu zeichnen. Später zog er nach Barcelona und arbeitete zehn Jahre lang für spanische Zeitungen, bis er «Donald Duck» für den deutschsprachigen und den skandinavischen Markt übernahm. Carl Barks, der Erfinder «Donald Ducks», nannte ihn den besten Zeichner der populären Comic-Figur, nach Angaben der chilenischen Zeitung «La Tercera». Im Jahr 2007 wurde Vicar eingeladen, an einer internationalen Ehrung des «Asterix»-Zeichners Albert Uderzo teilzunehmen, um «Donald Duck» in die Gallier-Welt reisen zu lassen.
Bis zuletzt zeichnete Vicar weiter, selbst im Krankenbett im Hospital Dávila in Santiago de Chile, wo er wegen Leukämie behandelt wurde. Bei jeder Einlieferung bat er um sein Zeichnerbrett und entwarf neue Comic-Szenen seiner Lieblingsfiguren, hieß es in «La Tercera».
Als besondere Stärke Vicars galt nach Angaben des Verlages seine Fähigkeit, den Lesern vom ersten Bild an das Gefühl zu vermitteln, sie wären tatsächlich in Entenhausen. Er erfand außerdem zahlreiche Nebencharaktere für das Micky-Maus-Universum.
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05.01. Bestseller-Autorin Ebert schreibt in Leipzig
Leipzig (dpa/sn) - Bestseller-Autorin Sabine Ebert (53) ist zum Schreiben ihres neuen Romans über die Völkerschlacht nach Leipzig gezogen. «Hier stehen noch viele Gebäude aus dieser Zeit, hier sind alte Sichtachsen erhalten. Ich bin ganz nah an den Quellen», begründete Ebert in der «Leipziger Volkszeitung» (Donnerstag-Ausgabe) den Umzug von Freiberg nach Leipzig.
Ursprünglich habe sie sich nur ein Zimmer nehmen wollen, aber dann sei ihr klar geworden, dass sie den Roman nur am Ort des historischen Geschehens schreiben könne. Das Manuskript solle bis Ende des Jahres fertig sein. 2013 steht das Jubiläum «200 Jahre Völkerschlacht» an. Ebert hat mit sächsischen Mittelalter-Romanen, insbesondere der «Hebammen»-Reihe, große Verkaufserfolge erzielt.
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05.01. Wowereit: Planung für Metropolenbibliothek beginnt 2012
Berlin ist klamm. Dennoch will das Land eine riesige neue Bibliothek bauen. 270 Millionen Euro sind veranschlagt. Geht es auch billiger?
Berlin (dpa/bb - Die Vorarbeiten für die von Berlin geplante Metropolenbibliothek sollen nach dem Willen des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) schon 2012 beginnen. «Die Bibliothek ist das größte Projekt der neuen Legislaturperiode», sagte Wowereit in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. «Ich habe das Ziel, es so schnell wie möglich zu verwirklichen und nicht durch lange Planungsphasen nach hinten zu verschieben.»
Das auf 270 Millionen Euro veranschlagte Projekt soll auf dem Gelände des früheren Flughafens Tempelhof entstehen und die bisher auf mehrere Standorte verteilte Zentral- und Landesbibliothek aufnehmen. Die CDU hatte den Neubau im Wahlkampf als unnötig und zu teuer abgelehnt. In den Koalitionsverhandlungen mit der SPD lenkten die Christdemokraten ein, forderten aber eine Kostenreduzierung.
Wowereit sagte, selbstverständlich hätten alle Seiten ein Interesse an einem möglichst kostengünstigen Bau. Dies dürfe aber nicht zu einem Qualitätsverlust führen. «Wir wollen prüfen, ob es sich für weniger Geld machen lässt, aber das ist keine conditio sine qua non, kein Fallbeil.»
Der bisherige Kostenrahmen ergibt sich seinen Angaben zufolge aus Berechnungen der Bauverwaltung, nicht aus Vorgaben der Kulturpolitik. Er sei nach einem bestimmten Quadratmeterpreis entsprechend der Größe des Bauvorhabens festgelegt worden. «Die Kostenüberprüfung wird bei der weiteren Konkretisierung des Projekts erfolgen», sagte er. «Wir müssen jetzt zunächst die Voraussetzungen schaffen, um die Wettbewerbe ausschreiben zu können.»
Der Neubau in Tempelhof soll nichts an den Plänen ändern, 2019 mit einem Teil der Landesbibliothek in das rekonstruierte Berliner Schloss («Humboldt-Forum») einzuziehen. «Das ist die Vereinbarung mit dem Bund und dabei bleibt es», versicherte der Regierende. Die im Schloss für die Bibliothek geplante Fläche von 5000 Quadratmetern sei bei der Bedarfsberechnung am Tempelhofer Feld bereits abgerechnet worden.
Berlin hatte zugesagt, 32 Millionen der inzwischen auf 590 Millionen Euro veranschlagten Kosten für das Humboldt-Forum zu übernehmen. Einzelheiten dazu wurden kurz vor Weihnachten in einem Vertrag zwischen Bund und Land vereinbart. «Mein Ziel ist, dass das Humboldt-Forum so schnell wie möglich gebaut wird», so Wowereit.
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05.01. «SWRinfo»: Nachrichten geben den Ton an
Baden-Baden (dpa) - Der Südwestrundfunk (SWR) geht als einer der letzten ARD-Sender mit einem Nachrichten- und Informationsradio auf Sendung. Start ist am Montag (9.1.) um 6.00 Uhr. Nach dem Vorbild anderer ARD-Nachrichtenradios sendet «SWRinfo» Nachrichten alle 15 Minuten sowie Informationssendungen. Chef der neuen Welle ist Arthur Landwehr (53). Er war sechs Jahre lang ARD-Hörfunk-Korrespondent in Washington und ist seit fünf Jahren Chefredakteur des SWR-Hörfunks. Er äußerte sich in Baden-Baden in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa.
Der SWR hat mehrere Programme. Warum braucht es zusätzlich noch ein Inforadio?
Landwehr: «In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz haben wir eine Lücke, die wir mit dem neuen Infosender schließen. In anderen Bundesländern gehört ein solches Programm seit vielen Jahren zum viel genutzten Angebot. In bewegten und unsicheren Zeiten wollen die Menschen verlässliche und verständliche Informationen. Wir sehen dies als Kernkompetenz des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Wir bieten diese Informationen gebündelt und jederzeit aktuell.»
Wer ist Zielgruppe des neuen Senders?
Landwehr: «Es sind Menschen, die sich informieren wollen. Zum Beispiel über Politik, Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft bis hin zu Ratgeber- und Verbraucherthemen. Ein schnelles Reinhören reicht, um sich auf den neuesten Stand zu bringen - ob morgens beim Zähneputzen oder im Auto auf dem Weg zur Arbeit. Unser typischer Zuhörer wird nur kurz bei uns bleiben und dann, wenn er sich informiert fühlt, zu seinem Lieblingsprogramm mit seiner Musik wechseln. Musikliebhaber bekommen bei uns die Information, die Musikprogramme nicht leisten können. Wir haben deshalb keinen einzigen Musiktitel im Programm. Bei uns geben die Nachrichten den Ton an.»
Der neue Sender wird flächendeckend nur über das Digitalradio DAB+ sowie das Internet ausgestrahlt. Warum sendet «SWRinfo» nicht, so wie die anderen Sender auch, auf UKW?
Landwehr: «Das scheitert an der Topographie. In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sind alle UKW-Plätze belegt. Mehr geht nicht, weil die Wellen eingegrenzt werden durch hohe Berge sowie durch die Außengrenzen zu Frankreich und zur Schweiz. Deshalb konnten wir, im Vergleich zu anderen Bundesländern, bislang auch nicht starten. Das neue Digitalradio und das Internet geben uns jetzt die Möglichkeit hierzu. Wir hoffen, dass sich genügend Zuhörer finden, die sich die entsprechende Technik zulegen und dann bei uns einschalten. Und über das Internet hat inzwischen fast jeder Zugang.»
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05.01. Graham Greene 1961 knapp am Literaturnobelpreis vorbei
Stockholm (dpa) - Der britische Autor Graham Greene hat 1961 nur knapp den Literaturnobelpreis verpasst. Wie bislang geheime Protokolle der Sitzungen der Schwedischen Akademie belegen, stand sein Name damals auf Platz zwei. Die Zeitung «Sydsvenska Dagbladet» zitierte am Mittwoch aus den Dokumenten.
Bis zu seinem Tod im Jahr 1991 galt Greene («Der dritte Mann», «Unser Mann in Havanna») immer wieder als heißer Anwärter auf den Literaturnobelpreis. Bekommen hat er ihn aber nie. 1961 war der Preis an den Schriftsteller Ivo Andric aus dem damaligen Jugoslawien gegangen. Auf Platz drei hinter Greene stand damals die dänische Schriftstellerin Karen Blixen, Heldin des erfolgreich verfilmten Kenia-Epos' «Out of Africa».
Die Schwedische Akademie, die die Preisträger auswählt, hält die Dokumente über ihre Entscheidungen 50 Jahre lang unter Verschluss. Anders Österling, zu dieser Zeit Ständiger Sekretär der Akademie, schrieb damals, Greene sei für ihn wegen seines «gesamten, überzeugenden Beitrags» ein «würdiger Kandidat».
Aus den Protokollen geht auch hervor, dass 1961 der Name J.R.R.
Tolkien auf der Liste stand, vorgeschlagen von dem irischen Schriftsteller C.S. Lewis. Die Akademie sei aber der Meinung gewesen, Tolkiens Trilogie «Der Herr der Ringe» habe keinen ausreichenden literarischen Wert.
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04.01. Tschechischer Exilverleger und Autor Josef Skvorecky gestorben
Prag (dpa) - Der tschechische Exilverleger und Schriftsteller Josef Skvorecky ist im Alter von 87 Jahren in Toronto an Krebs gestorben. Das berichtete die Nachrichtenagentur CTK am Dienstag. In seinem 1971 in Kanada gegründeten Verlag «68 Publishers» veröffentlichte Skvorecky Werke von Autoren wie Vaclav Havel, Milan Kundera und Karel Kryl, die in der damaligen kommunistischen Tschechoslowakei nicht erscheinen durften. Viele dieser Ausgaben wurden anschließend hinter den Eisernen Vorhang geschmuggelt.
Als Autor debütierte Skvorecky 1958 mit dem autobiografischen Roman «Feiglinge». Sein bekanntestes Werk, «Der Seeleningenieur» von 1977, erschien erst nach mehr als zwei Jahrzehnten in deutscher Übersetzung. Vermittels seines Protagonisten Danny Smiricky reflektierte Skvorecky darin seine Flucht nach dem Einmarsch der Warschauer Pakt-Truppen 1968 und das anschließende Leben in den Emigranten- und Akademikerkreisen Kanadas. Vor drei Jahren wurde der 1924 in Nachod geborene Skvorecky mit dem Angelus-Preis für mitteleuropäische Literatur ausgezeichnet.
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04.01. Karl May im Knast - Neue Ausstellung in Zwickau
Zwickau (dpa/sn) - Der Knast als Quelle der Inspiration:
Der Abenteuerschriftsteller Karl May (1842-1912) verdankte der einstigen Zwickauer Arbeitsanstalt Schloss Osterstein womöglich wichtige Anregungen. Seinem Leben hinter diesen Mauern ist von Sonntag an eine Ausstellung im Robert-Schumann-Haus gewidmet. In ihm, dem Häftling Nummer 171, soll während des Aufenthaltes in der Anstalt von Juni 1865 bis November 1868 der Entschluss gereift sein, Schriftsteller zu werden. Und was weniger bekannt ist: May war auch ein veritabler Musiker. Anlass der Ausstellung ist der 170. Geburts- und 100. Todestag des Dichters 2012.
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04.01. Christian Brückner erhält Deutschen Hörbuchpreis für Lebenswerk
Köln (dpa/lnw) - Der Schauspieler und Synchronsprecher Christian Brückner erhält den Deutschen Hörbuchpreis für sein Lebenswerk. Der «Sonderpreis für herausragende Leistungen im Hörbuchgenre» werde erstmals vergeben, teilte der Verein Deutscher Hörbuchpreis am Dienstag in Köln mit. Kaum ein anderer Interpret habe die «Zunft des Sprechers» so geprägt wie Brückner, heißt es in der Begründung der Jury. «Er spürt Informationen, Emotionen und Zwischentöne auf, macht sie hörbar und verleiht dem geschriebenen Wort damit eine unverwechselbare akustische Dimension.» Einem breiten Publikum ist Brückners Stimme auch als Synchronstimme von Robert de Niro bekannt.
Der Deutsche Hörbuchpreis wird in diesem Jahr zum zehnten Mal vergeben. Die Gala zur Verleihung ist 14. März in Köln und bildet zugleich den Auftakt zum Literaturfestival Lit.Cologne. Träger des Preises sind der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, die Lit.Cologne, der Hessische Rundfunk, der Norddeutsche Rundfunk, Studio Hamburg, der Westdeutsche Rundfunk, die WDR mediagroup sowie «Die Zeit».
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04.01. Coelhos neues Buch «Aleph»: Sinnsuche durch Raum und Zeit
Was ist der Sinn des Lebens? In Paulo Coelhos neuem Roman «Aleph» geht es wieder mal um Sinnsuche und die Suche nach sich selbst. Dabei landet die Hauptfigur in einem früheren Leben.
Düsseldorf (dpa) - Eigentlich hat der Mann alles, um glücklich zu sein: Er ist ein weltberühmter und erfolgreicher Autor, ist seit über 20 Jahren mit seiner Frau glücklich verheiratet und reist durch die Weltgeschichte - doch er ist frustriert.
In seinem soeben erschienen Buch «Aleph» schreibt der brasilianische Bestsellerautor Paulo Coelho (64) über einen 59 Jahre alten Schriftsteller, der in einer Sinnkrise steckt. Dabei ist «Aleph» ein sehr persönliches Buch, denn Coelhos neuestes Werk trägt autobiografische Züge. Dem Web-Magazin des Schweizer Diogenes Verlags sagte Coelho: «Aleph steht für eine Wende in meinem Leben, es ist ein ganz besonderes Buch für mich.»
Aus der Ich-Perspektive erzählt der Protagonist in Coelhos «Aleph», dass er den Zugang zu sich und seiner Spiritualität verloren habe. Seine täglichen meditativen Übungen helfen ihm nicht mehr weiter. Auf die Fragen, die er stellt, erhält er keine Antworten. Er steckt fest.
Sein Freund und Mentor J. rät ihm loszuziehen, zu reisen, und zwar zu sich selbst. «Unzufrieden lässt uns Gott nur aus einem Grund werden, man muss sich wieder auf den Weg machen», sagt J.. Grund für die Unzufriedenheit sei die Routine im eigenen Leben.
Zunächst versteht der Romanheld nicht, was sein Freund meint.
Doch dann beschließt er loszuziehen und zu wachsen. «Unser Leben ist eine einzige Reise, vom Leben bis zum Tod.» Er will sich einen Lebenstraum erfüllen: Mit der Transsibirischen Bahn reist er von Moskau nach Wladiwostok - und macht eine folgenreiche Begegnung: Er trifft auf die 21 Jahre alte Hilal, eine türkische Geigenvirtuosin. Hilal ist sicher, dass die beiden sich aus einem früheren Leben kennen. Dem Schriftsteller bleibt nichts anderes übrig, als sie auf die Reise mitzunehmen.
Im Zug treten sie zufällig gemeinsam ins «Aleph» - das ist ein Paralleluniversum, in dem Zeit und Raum zusammenfallen. Vergangenheit, Gegenwart und die Zukunft befinden sich hier im Kreislauf. Der Autor landet im spanischen Córdoba des 15. Jahrhunderts und erkennt, dass Hilal der Schlüssel für seine Erlösung ist.
Wie in früheren Werken Coelhos, wie «Der Alchimist» (1988) oder «Zahir» (2005), geht es auch in «Aleph» um Sinnsuche sowie die Suche nach sich selbst. Es geht darum, sich nicht verunsichern zu lassen und «die Zeichen des Lebens zu deuten», wie Coelho es in seinem Buch sagt.
Doch die Beschreibungen, wie die Hauptfigur in eine Parallelwelt eintaucht und sich dort bewegt, wirken befremdlich. Zumal Coelho im ganzen Buch den Eindruck erweckt, dass er von sich selber spricht. So scheint es für ihn das Normalste auf der Welt zu sein, zwischen Raum und Zeit sowie verschiedenen Dimensionen hin- und herzureisen.
Das wirkt etwas sonderbar, insbesondere, als Coelho am Ende des Buches seine Leser davor warnt, ins «Aleph» zu steigen: «Wie ich bereits erwähnte, kann eine Rückkehr in die Vergangenheit ohne Kenntnis des Verfahrens dramatische und unheilvolle Konsequenzen haben.» Es stellt sich die Frage, wie ernst er das meint.
Doch für alle Coelho-Fans dürfte sich auch sein jüngstes Buch in die Reihe seiner tröstlichen Werke einreihen. Denn Coelho sagt: Leben bedeutet, gewohnte Pfade zu verlassen, sich immer wieder auf den Weg zu machen und sich neu zu entdecken.
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04.01. Kämpfer für die Kultur - Bernd Neumann wird 70
Ein Kulturstaatsminister für Deutschland sei so überflüssig wie ein Marineminister für die Schweiz, frotzelte die CSU einst. Bernd Neumann, der vierte im Amte und bald 70, will das Gegenteil beweisen.
Berlin (dpa) - Als Bernd Neumann vor sechs Jahren zum neuen Kulturstaatsminister berufen wurde, waren die Vorbehalte unüberhörbar: Mann ohne kulturellen Stallgeruch, spröder CDU-Apparatschik, konservativer Strippenzieher. Doch in der Kreativszene ist aus der Skepsis längst Zuneigung geworden, bis ins gegnerische Lager hinein erntet Deutschlands oberster Kulturhüter Respekt. An Heilig-Drei-König (6. Januar) wird Neumann 70 Jahre alt - von Amtsmüdigkeit noch keine Spur.
«Ich denke, es kommt nicht auf das Lebensalter an, sondern auf die Verfassung, die Kraft und Energie, die man hat», sagte er der Nachrichtenagentur dpa. «Mir macht es Freude und Spaß, für die Kultur zu wirken.» Tatsächlich hat der «Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien», so der offizielle Titel, in seinen sechs Amtsjahren viel erreicht.
Trotz Wirtschaftskrise und knapper Kassen konnte er den Kulturetat um insgesamt mehr als 15 Prozent steigern - das ist europaweit derzeit einmalig. Das ständige Tauziehen um die Kulturhoheit der Länder ist befriedet. Und vor allem die Filmbranche liebt den Kinofreak: Der 2007 geschaffene Filmförderfonds mit jährlich 60 Millionen Euro aus der Staatskasse kurbelt die Produktion kräftig an. Selbst internationale Hits wie «Inglourious Basterds» und «Operation Walküre» wurden in Deutschland gedreht.
«Bernd Neumann hat sich als ein absoluter Glücksfall für den Kulturbereich erwiesen, er macht einen richtig guten Job», sagt Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats, der mehr als 200 Bundeskulturverbände vertritt. «Nach Bernd Neumann wird niemand mehr ernsthaft an diesem Amt rütteln können.»
Und selbst Neumanns SPD-Gegenspielerin im Kulturausschuss, die stellvertretende Ausschusschefin Angelika Krüger-Leißner, sagt trotz mancher Einschränkungen: «Grundsätzlich muss ich Staatsminister Neumann Respekt und Anerkennung für seine Arbeit zollen.» Nachholbedarf sieht sie etwa beim Schutz des Filmerbes und bei der sozialen Absicherung von Kulturschaffenden. Auch die Reform des Urheberrechts ist noch nicht unter Dach und Fach, der Wiederaufbau der Berliner Schlosses noch nicht einmal begonnen.
Was manche bei Neumann anfangs für ein Manko hielten, gilt inzwischen als Pluspunkt. Obwohl der biedere Hanseat im kleinen Kreis ausgesprochen unterhaltsam und witzig sein kann, gilt er nicht gerade als begnadeter Redner. Er stößt keine großen kulturpolitischen Debatten an, sondern wirkt - oft hinter den Kulissen - als geschickter Makler.
So vermittelte er erfolgreich im langjährigen Konflikt um die Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung. Nach mühseligen Debatten brachte er ein Gedenkkonzept auf den Weg, förderte die Suche nach NS-Raubgut in deutschen Museen. Und wenn es um die Durchsetzung kultureller Interessen auch in anderen Ressorts geht - etwa bei den Haushältern -, weiß er rechtzeitig eine Hausmacht hinter sich zu bringen.
Strippenziehen hat er schließlich gelernt: Fast 30 Jahre stand der gebürtige Westpreuße, seit 1987 im Bundestag, an der Spitze der Bremer CDU, ehe Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ihn Ende 2005 überraschend in das attraktive Staatsminister-Büro hoch oben im Kanzleramt berief. Seine drei Vorgänger - Michael Naumann, Julian Nida-Rümelin und Christina Weiss - hatten allesamt nicht eine volle Legislaturperiode in dem Amt durchgehalten, das die CSU einst für so überflüssig hielt wie einen «Marineminister für die Schweiz».
Um seinen Geburtstag will Neumann nicht viel Aufhebens machen: Er trifft sich mit Freunden privat in den österreichischen Bergen. «Groß gefeiert habe ich meinen Sechzigsten in Bremen», sagt er. «Helmut Kohl und Angela Merkel gehörten zu den Gästen. Das ist ja gar nicht mehr zu toppen. Deshalb mache ich es diesmal anders.»
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03.01. Weltbild und Hugendubel steigen bei Online-Kiosk Pubbles ein
Berlin (dpa) - Die Buchhandelsunternehmen Weltbild und Hugendubel sind in das Online-Kiosk Pubbles miteingestiegen und haben 50 Prozent der Anteile übernommen. Bislang war Pubbles ein Joint Venture zwischen Bertelsmann und der Gruner + Jahr-Tochter Deutscher Pressevertrieb (DPV), die jeweils 50 Prozent hielten. Beide geben nun jeweils die Hälfte ihrer Anteile ab, wie es am Dienstag in einer gemeinsamen Pressemitteilung der Unternehmen hieß.
Pubbles ist ein «digitaler Kiosk» mit Zeitungen, Zeitschriften und Büchern für Tablet-Computer. Ziel sei es nun, Pubbles zur zentralen Plattform für digitales Lesen zu machen, hieß es. Die Pubbels-Anteile werden von der DBH Buch Handels GmbH & Co. KG übernommen, die das stationäre Geschäft der Verlagsgruppe Weltbild und der Familie Hugendubel bündelt.
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03.01. Experte: Kittlers Nachlass enthält literarische Schätze
Früher galt er als Provokateur. Seine Habilitation wurde erst nach dem 13. Gutachten angenommen. Inzwischen gehört die Medientheorie von Friedrich Kittler zum Standard. Dennoch: Das Literaturarchiv Marbach verspricht noch manche Überraschung.
Marbach (dpa) - Der Nachlass des vor zwei Monaten gestorbenen Kulturwissenschaftlers Friedrich Kittler birgt nach Expertenangaben ungeahnte Schätze. «Darin befindet sich literarische Kurzprosa aus dem Frühwerk, die ganz neue Facetten Kittlers zum Vorschein bringt», sagte der Germanist und Wirtschaftshistoriker Marcel Lepper der Nachrichtenagentur dpa. «Ein literarischer Kittler wird da herauskommen.»
Lepper leitet das Forschungsreferat des Deutschen Literaturarchivs in Marbach am Neckar. Kittler hatte dem Archiv sein gesammeltes Schaffen hinterlassen. Dazu gehört auch viel selbstgebaute Elektronik, mit der der Medientheoretiker seit den 70er Jahren audiovisuell experimentierte. Im Literaturmuseum der Moderne in Marbach sind einige dieser kleinen Maschinen ausgestellt.
«Aus heutiger Sicht wirkt das angesichts der technischen Entwicklung heroisch, zugleich ein wenig dinosaurierhaft, mit einem großen Innovationsgestus», sagte Lepper. «Was von Kittler bleiben wird, ist nicht seine Rezeption von Derrida und anderen französischen Poststrukturalisten, sondern seine Sensibilität für dingliche und mediale Zusammenhänge.» Er habe gezeigt, wie Kulturtechniken das menschliche Denken und Handeln bestimmen.
Kittler wurde in Rochlitz (Sachsen) geboren und lehrte als Professor in Bochum, Berlin und New York. Großes Aufsehen erregte 1984 seine Habilitationsschrift «Aufschreibesysteme 1800/1900», die erst nach dem 13. Gutachten angenommen wurde. Am 18. Oktober starb er mit 68 Jahren in Berlin. Die Edition des Nachlasses soll in den kommenden zehn Jahren wesentliche Texte der Öffentlichkeit zugänglich machen.
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03.01. Autor Mankell: Internet vermittelt kein Wissen
München (dpa) - Das Internet vermittelt nach Ansicht des schwedischen Bestseller-Autors Henning Mankell (63) kein wirkliches Wissen. «Viele googeln Informationen und sie glauben, dass diese Informationen auch Wissen sind. Sind sie aber nicht», sagte er dem Nachrichtenmagazin «Focus». «Wissen ist das kritische Verständnis von Informationen. Gerade junge Leute glauben, dass Google Wissen und Wahrheit vermittelt. Eine Katastrophe ist das!»
Über eine mögliche Fortsetzung seiner «Wallander»-Krimis sagte der
63-Jährige: «Das Leben ist kurz, und ich will noch viele Dinge schreiben. Vielleicht geht es ja mit seiner Tochter weiter, die Polizeibeamtin ist, und Wallander bleibt noch am Rand sichtbar.»
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03.01. Neuer Blick auf das Leben im Versteck: «Prinsengracht 263»
Anne Franks Tagebuch ist weltberühmt. Ein Roman erzählt das Leben im Versteck im Amsterdamer Hinterhaus jetzt aus der Sicht ihres Freundes Peter.
Stuttgart (dpa) - Peter mag die altkluge und vorlaute Anne anfangs gar nicht. Aber über die Monate hinweg entwickelt sich im engen Versteck in der «Prinsengracht 263» eine Beziehung zwischen den beiden. «Prinsengracht 263 - Die bewegende Geschichte des Jungen, der Anne Frank liebte» heißt der ergreifende Roman der britischen Autorin Sharon Dogar, der sich wie eine späte Ergänzung zum Tatsachenbericht in Anne Franks berühmtem Tagebuch liest.
Auf kleinstem Raum leben, kein lautes Wort sagen, sich nicht am Fenster zeigen, immer damit rechnen müssen, verhaftet zu werden. So sah der Alltag der acht jüdischen Menschen aus, die sich in der Amsterdamer Prinsengracht von 1942 bis 1944 vor den Nazis versteckten. Unter ihnen war auch der 16-jährige Peter van Pels. Die 14-jährige Anne hat über ihn geschrieben, allerdings unter anderem Namen. Im Hinterhaus des von Herrn Frank geleiteten Geschäfts überlebten die Verfolgten zwei Jahre lang - dann wurden sie von Nachbarn verraten, in die Vernichtungslager deportiert und fast alle ermordet.
Dogar nimmt die Perspektive von Peter ein, wenn sie in tagebuchartigen Abschnitten über das Leben im Versteck und Peters wachsende Gefühle für Anne erzählt. Fakten und Fiktion vermischt die Autorin, versäumt es aber nie, zu kennzeichnen, wo sich Realität und Erfundenes unterscheiden. Peter lässt sie im Rückblick erzählen - zu einer Zeit, als er sterbenskrank im KZ Mauthausen gefangen ist.
Anne und Peter sind grundverschieden: Er ein Praktiker, handwerklich begabt und eher introvertiert. Sie temperamentvoll, vor Fantasie und Ideen sprühend. Sehr anrührend schildert Sharon Dogar das gefährliche Leben im Versteck. Und dann die kleinen Freuden: Wenn Anne den anderen ihre genial erfundenen Geschichten erzählt oder wenn sie mit Peter auf dem Dachboden liegt, sie durch eine Dachluke etwas blauen Himmel sehen und von Zeit zu Zeit einige Sonnenstrahlen erwischen. Viel Freude haben sie mit den beiden Hauskatzen.
Die Hörbuchfassung liest der Theater- und Filmschauspieler Hans Löw mit zurückhaltender Empathie - sehr passend zum Charakter von Peter. Der Hörer kann sehr gut die außergewöhnlichen Lebensumstände und die lauernde Angst der Menschen nachempfinden, sich mit ihnen identifizieren - und obwohl er weiß, dass die Versteckten verraten werden und später ein schreckliches Ende finden, möchte er hoffen, dass alles gut ausgeht.
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03.01. Prachtbibel für 850 000 Euro auf Antiquariatsmesse
Stuttgart (dpa/lsw) - Das Prachtstück der 51. Stuttgarter Antiquariatsmesse kostet in etwa so viel wie drei Einfamilienhäuser:
Satte 850 000 Euro muss auf den Tisch legen, wer die liebevoll illustrierte Bologneser Prachtbibel aus dem frühen 14. Jahrhundert sein Eigen nennen möchte. Diese und andere Raritäten der Buchdruckkunst werden vom 27. bis 29. Januar beim Württembergischen Kunstverein am Stuttgarter Schlossplatz angeboten.
So kostspielig wie die Tbibel ist kein anderes Stück, einige gehen aber trotzdem gut ins Geld. Für die rare medizinische Handschrift «Lilium medicinae» aus dem Jahr 1332 etwa muss ein Liebhaber 185 000 Euro hinblättern, und Napoleons persönliche Ausgabe von James Macphersons «Ossian» (1777) kostet 150 000 Euro. Passagen aus dem Buch soll der Franzose bei Reisen den Offizieren vorgetragen haben.
Die Ausstellerzahlen bei der Antiquariatsmesse sind konstant, wie der Veranstalter mitteilt. 80 Anbieter aus mehreren Ländern werden vertreten sein. Erstmals sind darunter auch Aussteller aus Italien, Ungarn und Großbritannien.
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02.01. Leser greifen nach «Erlösung» und Kohl-Büchern
Baden-Baden (dpa) - Der meist gelesene Buch in Deutschland ist ein Krimi aus Dänemark: «Erlösung» von Jussi Adler-Olsen. Mit dem dritten Band seiner Reihe um Carl Mørck aus dem Sonderdezernat Q hat der dänische Bestellsellerautor die Spitze der Jahrescharts «Gebundene Belletristik» erklommen. Damit hat er die Fantasie-Saga «Eragon - Das Erbe der Macht» von Christopher Paolini ebenso auf die Plätze verwiesen wie Jeff Kinneys weiteren Band von «Gregs Tagebuch - Geht's noch», teilte media control am Donnerstag in Baden-Baden mit. Wie oft die Hardcover-Bände jeweils über den Ladentisch gingen, hat das Marktforschungsunternehmen nicht veröffentlicht.
Bei den gebundenen Sachbüchern setzte sich Heribert Schwans «Die Frau an seiner Seite» über das Leben von Hannelore Kohl durch. Die Familie des Altbundeskanzlers bestimmte auch das Segment «Ratgeber» mit «Leben oder gelebt werden» des Sohnes Walter Kohl. Hannelore Kohl war damit im Bücher-Jahr 2011 für die Leser interessanter als Apple-Erfinder Steve Jobs, dessen Biografie von Walter Isaacson den zweiten Platz belegte. Der dritte Rang ging an einen Longseller: die 25. Auflage des Rechtschreibduden.
Bei den Ratgebern schafften Ex-Bischöfin Margot Käßmann und Eberhard Münch mit «Sehnsucht nach Leben» den Sprung aufs Treppchen, gefolgt von «Weber's Grillbibel» des Grill-Gurus Jamie Purviance.
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02.01. Besessener Büchermacher lockt internationale Stars
Er besitzt die Weltrechte an Günter Grass' Werk und druckt alles für Karl Lagerfeld und Chanel. Fotokünstler aus aller Welt pilgern nach Göttingen, um mit dem Verleger Gerhard Steidl Bücher zu machen. Wer in Steidls Welt eintaucht, wird gefangen.
Göttingen (dpa) - An der Haustür blättert der Lack ab, vor der Fassade liegen noch Herbstblätter. «STEIDL» steht schlicht auf der Klingel. Wer an Wintertagen zufällig durch die Düstere Straße in der Göttinger Altstadt geht, würde nie auf den Gedanken kommen, dass hier ein Verlag von Weltruf residiert. Gründer, Eigentümer, Verleger und Drucker ist Gerhard Steidl, der im weißen Laborkittel in allen Abteilungen seines Hauses gleichzeitig zu wuseln scheint.
«Unser Erfolgsgeheimnis ist, dass wir alles zu 100 Prozent selbst machen unter einem Dach. Jedes Buch, auf dem Steidl drauf steht, wird hier in der Düsteren Straße hergestellt. Die Idee kommt von der Haute Couture», sagt Steidl, während er im engen Treppenhaus an einer lebensgroßen Neon-Skulptur von Karl Lagerfeld vorbeihuscht.
Der 61-jährige Steidl ist immer in Eile, 300 neue Bücher werden im Jahr von den 45 Mitarbeitern hergestellt. Jedes ist ein handgemachtes Kunstwerk mit feinem Einband und edlem Druck. Das Papier duftet, weil Steidl Lacke auf Ölbasis benutzt. Die Druckmaschine im Erdgeschoss rattert 24 Stunden am Tag. In den Räumen riecht es nach Kopierer, die engen Arbeitsplätze erinnern an eine 70er-Jahre-Uni.
Steidls vollgestopftes Büro beeindruckt mit einem Ordnungssystem aus hunderten Ablagekästen und Schubfächern, zwischen denen sich der Chef meist mit Telefon am Ohr elegant bewegt.
Künstler stehen am Türrahmen seines Büros gelehnt und warten auf Absprachen. Mit Literaturnobelpreisträger Günter Grass und Mode-Ikone Karl Lagerfeld verbinden Steidl, wie er sagt, langjährige Arbeitsfreundschaften. Sein 1996 initiierter Fotobuchverlag hat mittlerweile die meisten Titel weltweit. Sammler können die Bücher in Shops namens Steidlville in zehn Metropolen kaufen, darunter New York, Neu Delhi, Peking, Moskau und Paris.
Keanu Reeves weilte vor gut einem Jahr in Göttingen, um ein Künstlerbuch zu produzieren. Wie alle in Steidls Welt speiste der Hollywood-Star am großen Tisch im Verlag. «Ich habe einen Koch engagiert, damit ich die Künstler nicht nachmittags in den Restaurants und Bars der Stadt aufsammeln muss», erklärt der Verleger. Zeit ist knapp in Steidlville. Das Haus nebenan hat er zu Appartements ausgebaut, in denen Autoren übernachten.
Ein paar hundert Meter entfernt von seinem Verlag wurde Steidl geboren, sein Vater war Maschinenputzer in der Druckerei der örtlichen Zeitung. Mit 17 machte er Abitur, mit 18 gründete er den Verlag, der zunächst Plakate und Multiples von Klaus Staeck und Joseph Beuys druckte. «Er hat vor allem ein Auge für Qualität von Fotos und kann Bücher machen wie nur wenige», sagt Staeck - heute Präsident der Akademie der Künste in Berlin - über Steidl. «Joseph Beuys war damals mein Privatprofessor», erinnert sich Steidl.
Einen Einblick in den Alltag des leidenschaftlichen Büchermachers bietet der preisgekrönte Dokumentarfilm «How to make a book with Steidl» (2010). Die Autoren begleiten den Verleger auf seinen Reisen zwischen der kanadischen Einöde bei dem legendären Fotografen Robert Frank, Chanel-Modeschauen in Paris und seinem Besuch in Katar bei arabischen Scheichs, die ein Fotobuch machen wollen.
«Die Abwechslung macht mir Spaß», sagt der gelernte Siebdruck-Meister über seinen Alltag mit Dutzenden Projekten gleichzeitig. Um 4.30 Uhr steht er auf, um kurz nach 5.00 Uhr ist er im Verlag. «Um 7.00 bin ich in der Druckerei, um 8.00 beginnt der Wahnsinn der täglichen Kommunikation, nach 18.00 habe ich wieder Zeit für Entwürfe.» Er sieht sich selbst als Handwerker, nicht als Künstler. Ein Handwerker, der vor Ideen sprüht.
Im kommenden Herbst zu Günter Grass' 85. Geburtstag soll ein Günter-Grass-Haus neben dem Verlag eröffnet werden. «In der Mitte wird eine Bücherskulptur stehen mit allen Buchausgaben von Grass, die weltweit erschienen sind», berichtet Kunstsammler Steidl, der unter anderem Grass' bildhauerisches Werk besitzt. Langfristig soll um den Verlag herum ein Künstlerquartier entstehen.
Besonders freut sich der Verleger auf ein Projekt mit Lagerfeld: Gemeinsam wollen sie sich in die Schriften des Philosophen Friedrich Nietzsche vertiefen. 2013 sollen dann eine Nietzsche-Gesamtausgabe und eine Faksimile-Ausgabe erscheinen. «Das ist eine große Herausforderung. Ich habe ja nie studiert, aber bei einer solchen Arbeit lerne ich wie ein Student auf dem Weg zum Examen», meint Steidl, schaut auf die Uhr, nimmt seine Umhängetasche und verschwindet in der Dunkelheit. Vor ein paar Stunden hat er sich entschieden, dass er an diesem Tag noch spät nach Paris fliegt. Lagerfeld ruft.
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02.01. Herzog August Bibliothek - Neue Impulse aus der Vergangenheit
Einer der wertvollsten Kulturschätze des Landes Niedersachsens liegt in Wolfenbüttel. Die weltberühmte Herzog August Bibliothek beherbergt rund eine Million Bücher. Etwa 12 000 davon sind Handschriften, von denen 3000 aus dem Mittelalter stammen.
Wolfenbüttel (dpa/lni) - Helwig Schmidt-Glintzer kauft gern Bücher. Dabei ist er schon jetzt Herr über rund eine Million Bände. Schmidt-Glintzer leitet eine der berühmtesten Bibliotheken der Welt, die Herzog August Bibliothek (HAB) in Wolfenbüttel. Unzertrennbar mit dem Schriftsteller Gotthold Ephraim Lessing (1729 - 1781) verbunden, zieht die dem Land Niedersachsen gehörende HAB jährlich Forscher aus aller Welt an. «Es ist wichtig, ganz rare Werke für die Öffentlichkeit zu sichern», sagt Schmidt-Glintzer.
«Als Bibliothek, die von der mittelalterlichen Handschrift bis zum digitalen Zeitalter Werke beherbergt, gibt die HAB nicht nur Antworten auf historische Fragen, sondern dient auch der gesellschaftlichen Wertorientierung», sagt Direktor Schmidt-Glintzer. Die HAB biete jedoch nicht nur für Geisteswissenschaftler einen breiten Fundus: «Ein Handbuch über Alchemie kann auch Naturwissenschaftlern einen neuen Anstoß geben.»
«Wir haben uns in den vergangenen Jahren verändert, es gibt weniger Personal und auch weniger Geld für Erwerbungen», berichtet Schmidt-Glintzer. Über den Etat von rund acht Millionen Euro - fünf Millionen sind davon Personalkosten - will er aber nicht klagen. Ohne Sondermittel von Stiftungen und vom Land wären Projekte und Bestandserweiterungen allerdings schwer zu realisieren.
Das berühmteste Werk in Wolfenbüttel ist nach wie vor das Evangeliar von Heinrich dem Löwen. Rund 16 Millionen Euro zahlten die vier Besitzer - der Bund, die Länder Niedersachsen und Bayern sowie die Stiftung Preußischer Kulturbesitz - 1983 bei einer Auktion für das Evangeliar. Aus wessen Besitz der Prachtband stammte, der lange Zeit als das teuerste Buch der Welt galt, ist bis heute unklar.
Im Verhältnis zum prachtvollen Evangeliar ist der Hildesheimer Bernward-Psalter geradezu ein Schnäppchen. Für 1,5 Millionen Euro haben das Land Niedersachsen, die HAB und mehrere Stiftungen die 1000 Jahre alte Handschrift 2007 erworben. Auch der Psalter war zuvor in Privatbesitz. «Ein mittelalterliches Buch dieser Qualität und Bedeutung wird nur selten auf dem Markt angeboten», berichtet Schmidt-Glintzer.
Doch auch weniger spektakuläre Anschaffungen sind rar und haben wie ein 1611 in Frankfurt gedrucktes Emblembuch von Andreas Friedrich, das die Tugenden und Laster mit volkstümlich-naiven Illustrationen charmant vor Augen hält, ihren Preis. Das einzige weltweit bekannte vollständige Exemplar befindet sich seit Kurzem in der HAB. Auch die jüngst angekauften Werke einiger Alchemisten aus dem 17. Jahrhundert haben einen vierstelligen Wert.
«Der Kunstmarkt ist schwierig geworden», berichtet Schmidt-Glintzer. Bei der allgemein kritischen Wirtschaftslage würden immer häufiger auch private Bieter historische Bücher als Wertanlage erwerben. Für die HAB werde es damit immer schwieriger mitzuhalten. Schmidt-Glintzer gibt jedoch zu bedenken: «Es ist sehr aufwendig, alte Werke vor dem Verfall zu schützen.»
Damit die HAB auch in Zukunft die wertvollen Zeitzeugen aus Papier bewahren kann, hat das Land für mehrere Millionen Euro einen Erweiterungsbau in Auftrag gegeben.
«Durch die zusätzlichen Magazinräume schaffen wir Gestaltungsfreiraum im Haupthaus und können so die Attraktivität der Bibliothek für die Besucher steigern», sagte Wissenschafts- und Kulturministerin Johanna Wanka (CDU). «Zudem können noch bessere Aufbewahrungsbedingungen erreicht werden. Das erhöht den Schutz für die historisch wertvolle und in Teilen sehr alte Literatur.» Schließlich gehörten die Bestände der HAB zu den herausragenden Kulturgütern des Landes, betonte die Ministerin.
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02.01. Ostseekrimis bei Hinstorff
Rostock (dpa/mv) - Die Welle der Regionalkrimis hat Mecklenburg- Vorpommern erreicht: Nach dem Einstieg in das bundesweit erfolgreiche Literatursegment im vergangenen Herbst legt der Rostocker Hinstorff Verlag in diesem Frühjahr zwei neue Bücher in seiner «Ostseekrimi»- Reihe vor. Birgit Lohmeyer, die auch als Demokratie-Aktivistin in ihrem von Rechten dominierten Wohnort Jamel bei Wismar bekannt ist, beschreibt in «Sokops Rache» neben einer spannenden Krimihandlung um Liebe und Rache auch das Lebensgefühl in der Hansestadt Wismar. Frank Goyke legt mit «Mörder im Gespensterwald» bereits seinen zweiten Ostseekrimi vor, wie der Verlag mitteilte.
Schon in Goykes erstem, im Herbst 2011 erschienenen Buch «Mörder im Zug» ermittelte das Rostocker Kommissarteam Jonas Uplegger und Barbara Riedbiester. Bei der «Ostseekrimi»-Premiere 2011 war auch ein Greifswald-Kriminalroman erschienen. In «Der Teufel vom Ryck» versetzte Emma Wittenstein ihre Leser in das Greifswald des Jahres 1490 und konfrontierte sie mit einem Mord im Universitätsmilieu.
Im Frühjahr 2012 legt Hinstorff außerdem neue Bildbände über Mecklenburg, Hiddensee und Braunschweig sowie Reiseführer für Rostock, Stralsund und Rügen vor. Ein Kochbuch mit regionalen Rezepten aus Mecklenburg-Vorpommern und ein Sachbuch über Pommerns Herzöge gehören ebenfalls zum Frühjahrsprogramm. Neue Kinderbücher sind auch dabei. «Immer, wenn du wiederkommst» von Kristina Anders erzählt eine Geschichte von Abschied, Wiederkehr und großer Freundschaft. Außerdem legt der Verlag Franz Fühmanns erstes Kinderbuch «Vom Moritz, der kein Schmutzkind mehr sein wollte» mit den Illustrationen von Inge Friebel wieder auf. Es sei lange nicht mehr lieferbar gewesen, teilte der Verlag mit.
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02.01. Zollitsch: Verlag verbannt Erotik-Bücher - Verkauf erfordert Zeit
Es sollte alles ganz schnell gehen, doch nun tritt die Kirche auf die Bremse. Die Bischöfe halten an ihrem Plan fest, den katholischen Weltbild-Verlag zu verkaufen - nur nicht so rasch wie gedacht.
Freiburg (dpa) - Die katholische Kirche tritt beim geplanten Verkauf des wegen erotischer Buchangebote in die Schlagzeilen geratenen Weltbild-Verlags auf die Bremse. «Wir werden den Verlag nicht auf überhastete Weise verkaufen», sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, in Freiburg der Nachrichtenagentur dpa. Der Erhalt der Arbeitsplätze in dem katholischen Verlag habe eine sehr hohe Priorität.
Es werde daher keinen übereilten Verkauf geben, sagte Zollitsch.
Für die Zeit vor dem Verkauf setze die Kirche Veränderungen in ihrem Sinne innerhalb des Verlags durch. Am Ziel, den Verlag zu veräußern, halte die Kirche aber uneingeschränkt fest. Einen Verkauf in den kommenden zwei Jahren bezeichnete Zollitsch als realistisch. «Aber sicherlich nicht als Schnellschuss in den nächsten Monaten.»
Zollitsch betonte: «Die Geschäftsführung von Weltbild verbannt seit Wochen lückenlos dem katholischen Verständnis widersprechende Schriften.» Dazu gehörten auch die innerhalb der Kirche auf Kritik gestoßenen Erotik- und Esoterik-Titel. Ende November hatte die Kirche zudem einen neuen Aufsichtsratschef für den Verlag benannt.
Ein Aus des Verlags und ein drastischer Abbau der Arbeitsplätze sollten verhindert werden. «Wir müssen das im Interesse der Mitarbeiter im Blick haben», sagte der Freiburger Erzbischof. «Wir haben eine soziale und menschliche Verantwortung.» Nach Angaben von Zollitsch gab es bereits vor vier Jahren konkrete Verhandlungen mit Kaufinteressenten, diese seien jedoch ohne Ergebnis beendet worden. Ein Verkauf des Verlags werde Zeit in Anspruch geben, da es aufgrund seiner Größe nicht allzu viele mögliche Käufer gebe.
Es gebe weitere offene Fragen: «Wir müssen zur Kenntnis nehmen, das ein erheblicher Teil christlicher und katholischer Bücher auch über Weltbild vertrieben wird, teilweise in großen Zahlen», sagte Zollitsch. «Wir müssen die Frage beantworten, wie wir künftig ähnlich erfolgreich diese Literatur verbreiten können.» Es müsse ein Vertriebsweg für die Zeit nach dem Verkauf des Weltbild-Verlags gefunden werden.
Die Verlagsgruppe Weltbild mit rund 6400 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von zuletzt mehr als 1,6 Milliarden Euro gehört zwölf katholischen Diözesen, dem Verband der Diözesen Deutschlands und der Soldatenseelsorge Berlin. Weltbild zählt zu den größten Buchhändlern Deutschlands und ist unter anderem an den Filialen der Buchkette Hugendubel beteiligt.
Der Augsburger Verlag war im Oktober in die Kritik geraten, weil er im Internetangebot auch Erotik- und Esoterik-Literatur hatte. Auch Papst Benedikt XVI. äußerte sich Anfang November indirekt zur Debatte. Er mahnte, dass es an der Zeit sei, die «Verbreitung von Material erotischen oder pornografischen Inhalts, gerade auch über das Internet, energisch einzuschränken».
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