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US-Autor Frank McCourt ist gestorben

Berichte und Hintergrundinformationen zum Tod des Schriftstellers
 

 
Unsere Beiträge:

«Die Asche meiner Mutter»: Autor McCourt todkrank
Verleger gibt bekannt: US-Autor McCourt gestorben
US-Autor McCourt mit 78 Jahren gestorben
Porträt - «Die Asche meiner Mutter»: Autor Frank McCourt tot
Reaktionen auf McCourts Tod
McCourts deutscher Verleger trauert
 

 

20.07. «Die Asche meiner Mutter»: Autor McCourt todkrank

New York (dpa) - Der Pulitzerpreisträger Frank McCourt, der mit dem Bestseller «Die Asche meiner Mutter» weltberühmt wurde, ist todkrank. Nach Angaben seines Bruders Malachy McCourt hat sich der 78-jährige Autor nach einer Krebserkrankung eine Hirnhautentzündung zugezogen. «Er wird das wohl nicht überleben», sagte der Bruder der «New York Daily News».

McCourt war den Angaben zufolge zunächst wegen einer gefährlichen Form von Hautkrebs behandelt worden. Vor zwei Wochen hatte sich sein Zustand rapide verschlechterte. «Er ist noch bei Bewusstsein, aber hört nicht mehr und sieht kaum noch», sagte der Bruder. McCourt liegt in einem Hospiz in New York.

Der irisch-amerikanische Autor war jahrzehntelang Englischlehrer. Im Ruhestand verarbeitete er seine schwere Jugend als Kind einer irischen Einwandererfamilie in dem autobiografischen Roman «Die Asche meiner Mutter». Das Buch wurde aus dem Stand mit mehr als sechs Millionen Exemplaren zu einem Weltbestseller und trug ihm 1997 den Pulitzer-Preis ein.

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20.07. Verleger gibt bekannt: US-Autor McCourt gestorben

New York (dpa) - Der amerikanische Autor Frank McCourt, der mit dem Bestseller «Die Asche meiner Mutter» weltberühmt wurde, ist mit 78 Jahren gestorben. Das berichtete die «New York Times» am Sonntag unter Hinweis auf seinen Verleger.

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20.07. US-Autor McCourt mit 78 Jahren gestorben

New York (dpa) - Der US-Autor Frank McCourt, der mit dem Bestseller «Die Asche meiner Mutter» weltberühmt wurde, ist am Sonntag mit 78 Jahren gestorben. Das berichtete die «New York Times» unter Hinweis auf seinen Verlag.

Der Pulitzer-Preisträger und frühere Englisch-Lehrer lebte in New York und Connecticut. Todesursache sei eine bösartige Form von Hautkrebs mit Metastasen gewesen, sagte die Vizepräsidentin des Scribner-Verlags, Susan Moldow.

Der irisch-amerikanische Autor war jahrzehntelang Englischlehrer gewesen. Erst im Ruhestand verarbeitete er seine schwere Jugend als Kind einer irischen Einwandererfamilie in dem autobiografischen Roman «Die Asche meiner Mutter». Das Buch wurde aus dem Stand mit mehr als sechs Millionen Exemplaren zu einem Weltbestseller und trug ihm 1997 den Pulitzer-Preis ein.

McCourts Bruder Malachy hatte erst vergangene Woche mitgeteilt, sein Bruder habe sich nach einer Krebserkrankung eine Hirnhautentzündung zugezogen. «Er wird das wohl nicht überleben», sagte der Bruder am Donnerstag.

McCourt war seinen Angaben zufolge zunächst scheinbar erfolgreich gegen Hautkrebs behandelt worden. Vor zwei Wochen habe sich sein Zustand jedoch rapide verschlechtert. Er lag in einem Hospiz in New York, konnte kaum mehr hören und verlor sein Augenlicht.

Am 19. August 1930 als erstes von sieben Kindern in New York geboren, waren McCourts Eltern während der amerikanischen Depression in die irische Heimat zurückgekehrt. Die Familie lebte unter elenden Bedingungen. Der Vater war alkoholkrank und versoff den kargen Lohn, die Mutter konnte die Kinder kaum ernähren, drei Geschwister starben.

Diese Erfahrungen hatte McCourt einfühlsam zu seiner Lebensgeschichte verarbeitet. Zwei spätere Bücher über seine Rückkehr nach New York («Ein rundherum tolles Land», 1999) und seine Zeit als Englischlehrer («Tag und Nacht und auch im Sommer, 2005) wurden ebenfalls Bestseller, fanden aber bei der Kritik weniger Anklang.

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20.07. Porträt - «Die Asche meiner Mutter»: Autor Frank McCourt tot

New York (dpa) - Millionen Menschen waren von Frank McCourts Erinnerungen an seine bitterarme Kindheit in Irland tief gerührt. Sein 1996 erschienenes Buch «Die Asche meiner Mutter» stand jahrelang auf den Bestsellerlisten, wurde in 40 Sprachen übersetzt und hat sich inzwischen mehr als sechs Millionen Mal verkauft. Der irisch-amerikanische Autor wurde für sein Erstlingswerk mit Auszeichnungen überhäuft, 1997 erhielt er den begehrten Pulitzer-Preis. Am Sonntag ist der in New York lebende McCourt mit 78 Jahren an einer bösartigen Art von Hautkrebs gestorben.

«Wenn ich auf meine Kindheit zurückblicke, frage ich mich, wie ich überhaupt überlebt habe», schrieb er gleich im zweiten Absatz seiner Memoiren. Tatsächlich ist es ein schier unvorstellbares Elend, das der kleine Frankie erlebt. In New York geboren, kehren seine irischstämmigen Eltern während der US-Depression in das heimische Limerick zurück, als der Junge vier ist. Doch dort wird alles nur noch schlimmer.

Der Vater versäuft immer wieder den kärglichen Lohn und verlässt die Familie schließlich ganz. Die Mutter, eine gebrochene Frau, schafft es kaum, ihre Kinder zu ernähren. Innerhalb von nur gut einem Jahr sterben drei der sechs Geschwister. Frank träumt zwischen seinen Bettelgängen, den Schlägen der Lehrer und den Nächten in der nassen Wohnung von einem Leben in den USA, notfalls hinter Gittern: «Im Gefängnis hat es jeder warm und bekommt dreimal am Tag was zu essen.»

Als McCourt die Geschichte aufschreibt, ist er 65 Jahre alt, ein pensionierter Lehrer in New York. 30 Jahre lang hat er versucht, Kindern die Schönheit der englischen Sprache beizubringen, 33 000 Schüler gingen durch seine Klassen. Ein erster Versuch, seine düstere Jugenderinnerung zu Papier zu bringen, scheitert in den 70er Jahren nach 125 Seiten. «Ich kämpfte noch darum, meine Stimme zu finden», erzählte er später.

Doch beim zweiten Anlauf bricht sich die Geschichte wie in einem Fieberwahn Bahn: «Ich habe die Bedeutung meines eigenen unbedeutenden Lebens verstanden.» Für weiteren Ruhm sorgt 1999 die Verfilmung des Buches durch den britischen Regisseur Alan Parker mit Stars wie Robert Carlyle und Emily Watson.

Trotz seines beispiellosen Erfolgs ist der «Spätzünder», wie er sich selbst nannte, immer bescheiden geblieben - ein witziger, selbstironischer und manchmal melancholischer Mann, erzählen Besucher. Er lebte mit seiner 24 Jahre jüngeren Frau Ellen abwechselnd in einer mit Büchern vollgestopften Wohnung in Manhattan und einem Wochenendhaus in Connecticut. Zu seiner Tochter Maggie aus erster Ehe hielt er nach den bitteren Erfahrungen mit seinem eigenen Vater engen Kontakt. Lange Jahre war McCourt zudem begeisterter Marathonläufer.

1999 erschien das zweite Buch des Wunderkinds, «Ein rundherum tolles Land». Er erzählt darin von seinen Anfangsjahren in New York. Durch Knochenarbeit in Irland hatte er sich bis zu seinem 19. Geburtstag so viel Geld verdient, dass er sich die ersehnte Überfahrt in die USA leisten kann. Er hält sich mit Jobs als Putzmann, Fleischverlader und Pfleger von Kanarienvögeln über Wasser, bis die US-Armee ihn zum Militärdienst nach Bayern schickt («meine schönste Zeit»).

Zurück in den USA ermöglicht die Army ihm ein Studium für Englische Literatur. Er wird Lehrer und Experte für kreatives Schreiben. Seit 1987 arbeitete er als freier Autor. Zusammen mit seinem Bruder Malachy trat er zudem in der Bühnenshow «A Couple of Blaguards» (Ein Gaunerduo) auf.

Auch seine fast 30 Jahre als Lehrer verarbeitet McCourt noch einmal in einem Buch - «Tag und Nacht und auch im Sommer» (2005). Bei den Lesern fanden die Fortsetzungsgeschichten Anklang, doch nach Meinung der Kritik konnte weder die zweite noch die dritte Folge mit dem emotionalen Zauber des Erstlings mithalten. Und auch dem Autor selbst lagen seine Kindheitserinnerungen immer besonders am Herzen. «Ich musste dieses Buch einfach schreiben», sagte er einmal, «sonst wäre ich weinend gestorben.»

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21.07. Reaktionen auf McCourts Tod

New York/München (dpa) - Der irisch-amerikanische Autor Frank McCourt, der mit dem Bestseller «Die Asche meiner Mutter» weltberühmt wurde, ist mit 78 Jahren gestorben. Er erlag am Sonntag in New York einer besonders bösartigen Form von Hautkrebs, wie die «New York Times» unter Hinweis auf seinen Bruder Malachy berichtete.

McCourt war fast 30 Jahre lang Englischlehrer in New York, ehe er im Ruhestand die Erinnerungen an seine bitterarme Kindheit in den irischen Slums zu einem autobiografischen Roman verarbeitete. «Die Asche meiner Mutter» wurde aus dem Stand mit mehr als sechs Millionen Exemplaren zu einem Weltbestseller und trug ihm 1997 den Pulitzer- Preis ein. In Deutschland, Österreich und der Schweiz erreichten McCourts insgesamt drei Erinnerungsbücher bislang eine Gesamtauflage von mehr als drei Millionen Exemplaren erreicht. (...)

Der Übersetzer Harry Rowohlt sagte im Deutschlandradio Kultur, dass ihn McCourts fesselnder Stil gefallen und er den großen Erfolg des Buches «Die Asche meiner Mutter» sofort geahnt habe. Persönlich sei er McCourt erstmals 1996 begegnet, als Irland Schwerpunktthema der Frankfurter Buchmesse war. Er habe den Schriftsteller «aus dem kleinen Shuttlebus heraus gesehen. Ich kannte nur ein kleines Foto von ihm und bin zwischen zwei Haltestellen rausgesprungen und habe ihn mit Küssen überschüttet, weil ich ihn so lieb gewonnen hatte vom Übersetzen her.»

Malachy McCourt, selbst auch Autor, hatte erst in der vergangenen Woche mitgeteilt, sein Bruder habe sich nach einer Krebserkrankung eine Hirnhautentzündung zugezogen. «Er wird das wohl nicht überleben», ahnte Malachy schon am Donnerstag.

Der Bruder war seinen Angaben zufolge zunächst scheinbar erfolgreich gegen Hautkrebs behandelt worden. Vor zwei Wochen habe sich sein Zustand jedoch rapide verschlechtert, der Krebs hatte auch andere Organe befallen. Er lag in einem Hospiz in New York. «Er ist noch bei Bewusstsein, aber hört nicht mehr und sieht kaum noch», berichtete der Bruder.

Frank McCourt war 1930 als erstes von sieben Kindern in New York auf die Welt gekommen. Als er vier war, kehrten die Eltern wegen der bedrückenden Wirtschaftslage in Amerika in die irische Heimat zurück. Dort lebte die Familie unter elenden Bedingungen. Der Vater war alkoholkrank und versoff den wenigen Lohn, die Mutter konnte die Kinder kaum ernähren, drei Geschwister starben.

«Natürlich hatte ich eine unglückliche Kindheit; eine glückliche Kindheit lohnt sich ja kaum», schrieb er später in seinen Memoiren. «Schlimmer als die normale unglückliche Kindheit ist die unglückliche irische Kindheit, und noch schlimmer ist die unglückliche irische katholische Kindheit.»

Mit 19 machte McCourt seinen Jugendtraum wahr und kehrte in die USA zurück. Nach einem dreijährigen Militärdienst, den er in Bayern absolvierte, konnte er trotz seines fehlenden Schulabschlusses eine Ausbildung zum Englischlehrer machen. Unter oft schwierigen Bedingungen arbeitete er jahrzehntelang in diesem Beruf.

Erst 1994 brachte er in einem zweiten Anlauf seine Kindheitserinnerungen zu Papier. «Lange Zeit war ich so wütend», erzählte er später. «Erst als ich das Gefühl hatte, dass ich Abstand bekomme von meiner Vergangenheit, konnte ich endlich darüber schreiben.»

Zwei spätere Bücher über seine Rückkehr nach New York («Ein rundherum tolles Land», 1999) und seine Zeit als Englischlehrer («Tag und Nacht und auch im Sommer, 2005) wurden ebenfalls Bestseller, fanden aber bei der Kritik weniger Anklang.

McCourt hinterlässt seine 24 Jahre jüngere Frau Ellen, die Tochter Maggie aus erster Ehe und drei Enkelkinder.

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21.07. McCourts deutscher Verleger trauert

München (dpa) - McCourts deutscher Verleger Georg Reuchlein zeigte sich tief betroffen über den Tod des Autors. «Ich schätze mich ungeheuer glücklich, dass ich ihn kennenlernen durfte und wir seine Bücher in deutscher Übersetzung im Luchterhand Literaturverlag und bei btb verlegen konnten», sagte Reuchlein in München laut Mitteilung. «Er war ein großartiger Autor, einzigartig und unvergleichlich auf seine Weise.» Die drei Erinnerungs-Bücher McCourts hätten in Deutschland, Österreich und der Schweiz bislang eine Gesamtauflage von mehr als drei Millionen Exemplaren erreicht.

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