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News-Sonderthema: 

Der Georg-Büchner-Preis 2011 geht an Friedrich Christian Delius

Berichte, Stimmen und Hintergrundinformationen zur Preisvergabe
 

 
Unsere Beiträge:

Büchner-Preisträger Delius: «Wo schwanken Fundamente nicht?» Preisträger Delius: Versuche, Fragen zu beantworten

«Findiger Beobachter»: Büchner-Preis für Friedrich Christian Delius
«Vorzeigeautor der 68er Generation»: F.C. Delius
Büchner-Preisträger F.C. Delius: «Bin überrumpelt-froh»
Wichtige Werke von Friedrich Christian Delius
 

 
 

31.10. Büchner-Preisträger Delius: «Wo schwanken Fundamente nicht?»

Darmstadt (dpa) - Der Schriftsteller Friedrich Christian Delius hat den renommierten Georg-Büchner-Preis verliehen bekommen. In seiner Dankesrede ging er am Samstagabend auch auf die aktuelle politische Situation ein. Die Passagen in Auszügen:

«Alleinsein, Einsamkeit, Abstandhalten, Meinungsvorsicht, Zweifel, Freude am Fragen, Schweigen, das sind die ersten Voraussetzungen, um zu schreiben...»

«...Und wir, in welcher Büchner-Welt leben wir? Im deutschen Bio-Biedermeier? Im munteren Rendite-Radikalismus? Im narzisstischen Wettstreit zwischen diversen Migrationsvordergründen? Einig nur beim Verdrängen der großen Mauer, die nicht mehr durch unser Land, sondern mitten durch das Mittelmeer geht? Wo schwanken die Fundamente denn nicht? So viel emotionaler, rechthaberischer Aufwand für Bahnhöfe, aber wenn es um die Abschaffung der Demokratie geht vor unserer Haustür in Ungarn und in Italien, warum herrscht dann das große Gähnen? Was muss der regierende Wirtschaftskriminelle, der, statt hinter Gittern zu sitzen, das halbe italienische Parlament aufgekauft hat mit dem Segen der verschiedenen Mafien und des Vatikans, was muss der noch alles anstellen, damit Europa in ihm einen der ärgsten Antidemokraten erkennt?»

«Die von Büchner und seinen Freunden erträumte und uns zugefallene Errungenschaft der Gewaltenteilung, sollten wir die nicht noch ein Weilchen hochhalten, einüben, ausüben, bevor die Chinesen, weil sie unsere Wähler retten müssen, Europa zu ihrer Edel-Provinz machen?...»

«...Seit die bürgerlichen Werte an den Finanzplätzen verschleudert werden, der Liberalismus zum Lobbyismus und zur Marktblödheit verkommt, scheinen die Demokratien in feudalistische Zeiten zurückzutaumeln. Das Kapital selbst bringt die Verhältnisse zum Tanzen - nicht weil Geld fehlt, weil wir sparen müssten, sondern, das ist die Komödie daran, weil zu viel Geld da ist, das angelegt werden will. Reiche Leute können nicht mehr mit den überflüssigen Millionen und Milliarden umgehen, niemand will sich mit einer soliden Rendite von fünf Prozent zufriedengeben, es müssen überall und sofort gleich fünfundzwanzig sein...» 

 

28.10. Preisträger Delius: Versuche, Fragen zu beantworten

Darmstadt (dpa) - Der Schriftsteller Friedrich Christian Delius erhält dieses Jahr den hoch dotierten und renommierten Georg-Büchner-Preis. Der 68-Jährige sagte im Interview der Nachrichtenagentur dpa, wie er vorgeht.

Herr Delius, wie arbeiten Sie beim Schreiben?

Friedrich Christian Delius: «Ich gehe natürlich nicht von Themen oder Thesen aus, sondern von Personen, Situationen, Geschichten. Ich versuche, Fragen, die ich an bestimmte Aspekte unserer Gegenwart oder historische Ereignisse habe, zu beantworten, indem ich Figuren losschicke, auf Expeditionen gewissermaßen. Ich versuche, hinter Schlagzeilen, Formeln und Vorurteile zu gelangen, zu möglichst differenzierten Wahrnehmungen durch möglichst subjektive Sicht.»

Sie werden als «Veteran» des Literaturbetriebs bezeichnet. Wie wirkt das auf Sie?

Delius: «Na ja, Walser und Grass und die anderen Achtzigjährigen sind für mich die Veteranen. Es stimmt schon, ich bin jemand, der bereits mit jungen Jahren publiziert hat. So lange die Leute das nicht negativ meinen, sondern meine Erfahrung hören wollen, bin ich ganz einverstanden damit. Sagen wir als Jungveteran.»

Was sagen Sie heute zu Deutschland vor dem Hintergrund der Finanzkrise?

Delius: «Das geht nicht in einem Satz. Dazu sage ich ein bisschen was in meiner Büchner-Rede.» 


 

18.05. «Findiger Beobachter»: Büchner-Preis für Friedrich Christian Delius

Der bedeutendste deutsche Literaturpreis geht dieses Jahr an Friedrich Christian Delius. Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung ehrt den Schriftsteller mit dem Georg-Büchner-Preis als kritischen Chronisten der Zeitgeschichte.

Darmstadt (dpa) - Anerkennung für einen politischen Autor: Der Schriftsteller Friedrich Christian Delius bekommt den Georg-Büchner-Preis 2011. Das teilte die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung am Mittwoch in Darmstadt mit. Der 68-Jährige habe «als kritischer, findiger und erfinderischer Beobachter in seinen Romanen und Erzählungen die Geschichte der deutschen Bewusstseinslagen im 20. Jahrhundert erzählt», hieß es zur Begründung. Der von diesem Jahr an mit 50 000 Euro dotierte Preis gilt als wichtigste literarische Auszeichnung in Deutschland.

«Seine politisch hellwachen, ideologieresistenten und menschenfreundlichen Texte loten die historischen Tiefendimensionen der Gegenwart aus», würdigte die Akademie den verkürzt F.C. Delius genannten Autor. Seine Themen erstrecken sich von der Vorgeschichte der NS-Zeit über die Zeit der Teilung Deutschlands bis in die unmittelbare Gegenwart. Zu seinen bekanntesten Werken gehören «Mogadischu Fensterplatz» (2007), «Die Birnen von Ribbeck» (1991) und «Unsere Siemens-Welt» (1972).

«Friedrich Christian Delius gilt zu Recht als herausragender Chronist seiner Zeit», teilte der Rowohlt Verlag mit, in dem seine Werke erscheinen. «Seine Bücher spiegeln deutsche Mentalitätsgeschichte, immer wieder hat er zeithistorischen Stoffen erzählerische Tiefe gegeben, sie Literatur werden lassen.»

Der schon vielfach ausgezeichnete Autor zeigte sich über den Büchner-Preis erfreut: «Das ist das Maximum dessen, was man in Deutschland erreichen kann.» Delius verriet in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa: «Ich arbeite derzeit an einem Roman und einem eher essayistisch-biografischen Buch.»

Die Literaturkritikerin Sigrid Löffler bezeichnete Delius als einen würdigen Träger des Georg-Büchner-Preises. «Wachsam, aufrecht, eigensinnig», beschrieb sie den Autor in einem Interview mit Deutschlandradio Kultur. «Er hat sich aber auch nie verbogen, hat keine faulen Kompromisse gemacht mit dem Zeitgeist so wie andere.» Delius sei durch die anti-autoritäre 68er Bewegung geprägt worden, aber nie einer von diesen «Rechthabern und Polemikern» gewesen, betonte Löffler. «Er hat sich über Jahrzehnte eine bestimmte Haltung bewahrt.»

Die Deutsche Akademie feiert in diesem Jahr «60 Jahre Georg-Büchner-Preis». Das Jubiläum ist mit einer Höherdotierung des Preisgeldes von ehemals 40 000 auf 50 000 Euro verbunden. Die Verleihung an Delius ist am 29. Oktober im Staatstheater Darmstadt vorgesehen. Im vergangenen Jahr erhielt der für seine experimentelle Sprachkunst bekannte Schriftsteller Reinhard Jirgl die Auszeichnung.

Delius wurde in Rom geboren. Er wuchs in den hessischen Orten Wehrda und Korbach auf. Noch als Schüler veröffentlichte er 1961 erste Gedichte. Der Gedichtsammlung «Kerbholz» (1965) folgten zahlreiche weitere Veröffentlichungen, überwiegend gesellschaftskritische, dokumentarische und teils satirische Romane und Erzählungen. Er arbeitete auch für die Verlage Klaus Wagenbach und Rotbuch und nahm an Tagungen der Gruppe 47 teil.

Seit 1978 arbeitet der vielfach ausgezeichnete F.C. Delius als freier Schriftsteller, er lebt in Rom und Berlin. Seine Texte wurden in 17 Sprachen übersetzt. F.C. Delius ist seit 1998 Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, ebenso gehört er der Akademie der Künste in Berlin und der Freien Akademie der Künste in Hamburg an.

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18.05. «Vorzeigeautor der 68er Generation»: F.C. Delius

Darmstadt (dpa) - Der frischgekürte Büchner-Preisträger Friedrich Christian Delius gilt als «Vorzeigeautor der 68er Generation». Und der ebenso rebellische wie sensible Schriftsteller, Essayist und Lyriker mit gesellschaftspolitischem Verantwortungsbewusstsein ist inzwischen auch ein emsiger Literaturpreis-Sammler. Als er 2007 den ebenfalls mit 50 000 Euro hoch dotierten Joseph-Breitbach-Preis bekam, wurde Delius als «poetischer Chronist bundesdeutscher Zustände, Befindlichkeiten und Neurosen» gewürdigt.

Geboren in Rom als Sohn eines Pfarrers und aufgewachsen in Hessen, wurde er bekannt als «Siemens-Delius» mit bissigen Dokumentarsatiren wie «Unsere Siemens-Welt», die einen langwierigen Rechtsstreit nach sich zog. Dem folgten unter anderem seine Aufarbeitung des «Deutschen Herbstes» im RAF-Terror-Jahr 1977 mit «Ein Held der inneren Sicherheit» (1981). Sorgfältige Recherchen für seine Stoffe waren selbstverständlich - auch für die Bücher zur deutschen Einheit.

Am bekanntesten wurde aus dieser Zeit 1991 die Erzählung «Die Birnen von Ribbeck». Darin beschreibt er in einem sich über 71 Seiten hinziehenden Satz den Alltag in der DDR am Beispiel des märkischen Dorfes Ribbeck im Havelland, ein Flecken in der Mark Brandenburg, der durch Theodor Fontanes Gedicht «Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland» und dessen Birnbaum literarische Berühmtheit erlangte. 1994 setzte sich Delius mit dem Mythos des deutschen Sieges bei der legendären Fußball-WM von 1954 in seiner autobiografischen Erzählung «Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde» auseinander.

Delius, seit 1978 freier Schriftsteller, lebt und arbeitet heute in Rom und Berlin. Er ist in zweiter Ehe verheiratet, aus erster Ehe hat er zwei Töchter. Zuletzt erschienen von Delius im Rowohlt Berlin Verlag «Mein Jahr als Mörder» (2004), «Bildnis der Mutter als junge Frau» (2006) und «Die Frau, für die ich den Computer erfand» (2009).

Nach seiner Promotion 1970 war der Germanist Delius Lektor im «linken» Wagenbach-Verlag in Berlin geworden, wenige Jahre später Mitbegründer des Rotbuch Verlages. Er nahm auch an Tagungen der Gruppe 47 teil. Bei der typischen Diskussion der 68er, die sich über den Unterschied zwischen «Gewalt gegen Sachen» und «Gewalt gegen Menschen» zerstritten, bedeutete für Delius die Straßenschlacht am Tegeler Weg in Berlin im Herbst 1968 eine klare Zäsur. Dabei wurden erstmals Polizisten schwer verletzt. An den Idealen der 68er hält er aber bis heute fest: «Da gibt es keine Enttäuschungen. Es ist überhaupt nichts falsch daran, die Welt ein wenig gerechter machen zu wollen. Das war ja der Ausgangspunkt von '68.»

 

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18.05. Büchner-Preisträger F.C. Delius: «Bin überrumpelt-froh»

Darmstadt (dpa) - Friedrich Christian Delius (68) war am Wochenende noch mit der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung auf der Frühjahrstagung in Stockholm. Er ist selbst Mitglied der Akademie, die den renommierten Georg-Büchner-Preis vergibt. Und dann am Sonntagabend zum Ende der Tagung - bevor der Tross in den Bus stieg - nahm ihn Akademie-Präsident Klaus Reichert zur Seite. Ja, das Präsidium habe beschlossen, ihm den Büchner-Preis zu geben. «Meine erste Reaktion war, dass ich sagte: Meine Haare sind doch noch nicht wirklich grau.» Er musste es bis Mittwoch geheimhalten - «nicht mal mein Verlag wusste es, nur meine Frau», erzählt der politische Autor im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa.

Sie haben schon zig Preise bekommen. Der Büchner-Preis - zumal zum 60. Jubiläum - dürfte aber einen besonderen Stellenwert haben?

Delius: «Sicher! Ich bin seit über 40 Jahren in diesem literarischen Betrieb. Und der Büchner-Preis war immer das Höchste und Größte. Das ist das Maximum dessen, was man in Deutschland erreichen kann. Ich fühle mich sehr geehrt und auch ein bisschen beschämt für manche, die ihn noch nicht haben. Aber erstmal bin ich überrumpelt-froh!»

Wie der Joseph-Breitbach-Preis, den Sie 2007 bekamen, ist der Büchner-Preis mit 50 000 Euro dotiert. Was fangen Sie mit dieser Summe an?

Delius: «Also, darüber habe ich mir noch keine Sekunde Gedanken gemacht. Es ist nicht so, dass ich eine Fernreise nach XY im Kopf hätte, die jetzt sofort angetreten werden müsste. Gleich ausgegeben werde ich das Geld sicher nicht. Unsereiner hat ja nun wirklich immer schlecht verdient und eine entsprechend niedrige Rente.»

Woran arbeiten Sie derzeit?

Delius: «Ich arbeite derzeit an einem Roman und einem eher essayistisch-biografischen Buch. Mehr verrate ich noch nicht.»

Was bedeutet Ihnen persönlich der Schriftsteller und Revolutionär Georg Büchner, der Namenspatron des Preises?

Delius: «Büchner ist ein Autor, den wir alle früh in der Schule gelesen habe. Ich habe Büchner aber auch später immer wieder gelesen. Büchner ist in jeder Beziehung ein Autor, von dem man auch heute noch sehr viel lernen kann. Von der Radikalität seines Blicks, von der Radikalität seines Witzes - wenn Sie an ein Lustspiel wie "Leonce und Lena" denken. Von der Radikalität seiner Prosa, wenn Sie an "Lenz" denken oder die Stücke "Woyzeck" und «Dantons Tod". Das sind große Werke, vor denen man als Autor nur höchsten Respekt haben kann.»

Sie gelten als «Chronist deutscher Zustände». Wie beurteilen Sie die Lage Deutschlands derzeit?

Delius: «Das kann ich nicht in einem Satz sagen. Ich bin keiner, der Formeln - oder gar Meinungsformeln - abgibt. Ich bin - wie es heißt - ein Beobachter, und der Beobachter lässt sich nicht auf flinke Meinungen ein. Aber was ich sagen kann: Ich lebe ja überwiegend in Italien, weil meine Frau in Rom arbeitet. Und ich sehe, wie dieses Italien vor die Hunde geht und weiß dann sehr zu schätzen, was wir in der Bundesrepublik haben. Bei allen Malaisen und Skandälchen.»

Der Büchner-Preis würdigt auch schon Ihr Lebenswerk. Wenn Sie selbst
zurückblicken: Welches war ihr bedeutendstes Werk? «Unsere Siemens-Welt» (1972), die Trilogie zum «Deutschen Herbst», «Die Birnen von Ribbeck» (1991), «Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde» (1994)?

Delius: «Es sind alles Werke, die für mich zusammengehören. Auf den ersten Blick wirkt das alles sehr verwirrend und vielleicht nicht so ganz leicht einzuordnen. Aber ich spüre immer mehr, wie das alles sehr gut ineinandergreift. Und deshalb kann ich einzelne Bücher überhaupt nicht rausheben. Ich muss meine geneigten Leserinnen und Leser bitten, selber zu schnüffeln, sich nicht auf den Autor zu verlassen, der sagt: "Das ist das Wichtigste, guckt euch das an."»

Sie gelten als «Autor der 68er Generation». Sind Sie heute enttäuscht von der Bewegung? Haben Sie mit einigen 68er-Idealen gebrochen?

Delius: «Nein, da gibt es keine Enttäuschungen. Es ist nichts falsch daran, die Welt ein wenig gerechter machen zu wollen. Das war ja der Ausgangspunkt von '68. Das war diese ganz simple Frage: Wie machen wir die Welt gerechter für noch mehr Leute? Dass das dann bei vielen in Parteidogmatismus und eine falsch verstandene Radikalität abgerutscht ist, habe ich schon damals immer kritisiert. Ich habe nicht zu diesen Fraktionen gehört, sondern zu den undogmatischen, weltoffenen Leuten. Insofern gibt es da keinen Grund, enttäuscht zu sein. Solange es Leute gibt, die ihren Verstand dazu benutzen, nicht nur an sich selbst zu denken, sondern ein paar Schritte weiter und in die Zukunft zu denken... Das verträgt sich durchaus mit den Idealen von 68!»

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18.05. Wichtige Werke von Friedrich Christian Delius

Berlin (dpa) - Friedrich Christian Delius, der Georg-Büchner-Preisträger 2011, ist ein genauer Beobachter der deutschen Nachkriegsgeschichte. Eine Werkauswahl:

- «Unsere Siemens-Welt» (1972): Für die «Dokumentarsatire» stellt Delius rhetorische Floskeln aus offiziellen Konzernquellen zusammen.

- «Ein Bankier auf der Flucht» (1975): Der Lyrikband thematisiert das Scheitern linker Erwartungen nach der Studentenrevolte.

- «Ein Held der inneren Sicherheit» (1981): Delius' erster Roman gilt als lakonische Bestandsaufnahme der späten siebziger Jahre. Im Zentrum steht die Charakterstudie des Anführers einer Terrorgruppe.

- «Die Birnen von Ribbeck» (1991): Als Beitrag zur deutschen Einheit beschreibt Delius in einem sich über mehr als 70 Seiten hinziehenden Satz ein Stück DDR-Alltagsgeschichte im berühmten Dorf Ribbeck im Havelland.

- «Mein Jahr als Mörder» (2004): In halbdokumentarischem Erzählstil schildert der Roman die BRD-Justiz in den späten sechziger Jahren und den bundesrepublikanischen Umgang mit der eigenen NS-Vergangenheit.

 

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