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News-Sonderthema: 

Vergabe des Literaturnobelpreises 2010

Berichte, Stimmen und Hintergrundinformationen zur Preisvergabe
 

 
Unsere Beiträge:

Suhrkamp verhandelt um neuen Vargas Llosa
Literaturnobelpreis für Vargas Llosa - und die Welt freut sich mit

Suhrkamp-Verlegerin: «Wir sind alle im Glück»
Lektor: Bücher über «Gewalt, die das Leben bedeutet

Nobelpreis an Vargas Llosa: «Gerührt und begeistert»
Vargas Llosa - «Europäer» mit lateinamerikanischen Themen

Buchmacher sehen bei Nobelpreis McCarthy vorn
Die Nobelpreisträger für Literatur seit 1901
Der Literaturnobelpreis
 

 
 

11.10. Suhrkamp verhandelt um neuen Vargas Llosa

Berlin/Madrid (dpa) - Der Suhrkamp Verlag bemüht sich um das neue Buch von Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa. «Alle Bücher von ihm sind bei uns erschienen. Selbstverständlich möchten wir, dass auch sein neuer Roman bei uns herauskommt», sagte Verlagssprecherin Tanja Postpischil am Montag auf Anfrage in Berlin.

Das neue Buch des 74-Jährigen erscheint auf Spanisch am 3. November. Wie der Verlag Alfaguara in Madrid mitteilte, wird der Roman «El sueño del celta» (Der Traum des Kelten) mit einer Startauflage von einer halben Million Exemplaren zeitgleich in allen spanischsprachigen Ländern veröffentlicht werden.

Die «Süddeutsche Zeitung» hatte am Wochenende berichtet, Suhrkamp habe das neue Buch abgelehnt. Unter Hinweis auf Gerüchte bei der Buchmesse hieß es in dem Blatt, Grund der Ablehnung könne eine antisemitische Passage sein.

Derartige Gerüchte seien «absolut gegenstandslos», sagte die Suhrkamp-Sprecherin. «Wir haben das Buch zu keinem Zeitpunkt abgelehnt. Wir möchten es gerne verlegen und stehen darüber in Verhandlungen.» Zu den Erfolgsaussichten und dem möglicherweise harten Bieterwettbewerb nach der Nobelpreis-Entscheidung wollte sich Postpischil nicht äußern. «Wir verhandeln und hoffen, dass es bei uns erscheint.»

Vargas Llosa war am vergangenen Donnerstag der wichtigste Kulturpreis der Welt zuerkannt worden. In seinem neuen Buch erzählt er vom Leben des irischen Diplomaten Roger Casement (1864-1916), der Anfang des 20. Jahrhunderts die Gräueltaten im Kongo während der Kolonial-Herrschaft des belgischen Königs Leopold II. sowie später die Ausbeutung der Indios bei der Kautschuk-Gewinnung im Amazonasgebiet anprangerte. Auf die Geschichte des Diplomaten sei er zufällig bei der Lektüre einer Biografie des Schriftstellers Joseph Conrad gestoßen, sagte Vargas Llosa.

«Casement war einer der ersten Europäer, der sich der Übergriffe des Kolonialismus bewusst wurde und diese öffentlich verurteilte», ergänzte er. «El sueño del celta» ist Vargas Llosas erster Roman in vier Jahren. Zuvor hatte er «Das böse Mädchen» veröffentlicht.  

 

08.10. Literaturnobelpreis für Vargas Llosa - und die Welt freut sich mit

So viel Zustimmung hat die schwedische Akademie selten erhalten: Der Schriftsteller Mario Vargas Llosa ist mit dem Nobelpreis für Literatur geehrt worden. Der Peruaner wehrt bescheiden ab, der eigentliche Preisträger sei die spanische Sprache.

New York (dpa) - Nach zwei Jahrzehnten ist wieder ein Lateinamerikaner mit dem angesehensten Kulturpreis der Welt ausgezeichnet worden. Dem Peruaner Mario Vargas Llosa ist am Donnerstag der Literaturnobelpreis zuerkannt worden. Im Gegensatz zu früheren Jahren wurde die Entscheidung der Schwedischen Akademie einhellig begrüßt. Der 74-Jährige selbst betonte, mit dem Preis sei nicht nur er, sondern auch die spanische Sprache geehrt worden.

Vargas Llosa erhält die Auszeichnung für sein künstlerisches Schaffen, aber auch für seine Haltung als grenzüberschreitender, idealistisch streitbarer Kosmopolit. Peter Englund, Sekretär der Akademie in Stockholm, sagte der dpa: «Er hat gezeigt, dass große Literatur die Welt verändern kann. Und große Literatur ist Weltliteratur.» Die Schwedische Akademie würdigt den 74-Jährigen für seine «Kartographie der Machtstrukturen und scharfkantigen Bilder individuellen Widerstands, des Aufruhrs und der Niederlage».

«Dieser Preis geht nicht nur an den Schriftsteller, er geht auch an sein Instrument, die spanische Sprache, diese wunderbare, energiereiche, kreative und moderne Sprache», sagte Vargas Llosa. «Sie verbindet 500 Millionen Menschen auf der ganzen Welt mit unterschiedlichem Lebensstil und unterschiedlicher Kultur. Ich weiß nicht, ob ich ohne diese wunderbare Sprache überhaupt Schriftsteller geworden wäre.»

Der Preis an ihn rücke zugleich die lateinamerikanische Literatur in den Blickpunkt. «Lange hat der Rest der Welt die Kultur Lateinamerikas einfach ignoriert. Diese Länder standen für viele für Diktatoren, Katastrophen und Revolutionen. Das hat sich Gott sei Dank geändert. Mittlerweile weiß die Welt, dass es hier auch Maler, Musiker und Denker gibt. Ja, und auch Schriftsteller.»

Vargas Llosa sagte, dass er nicht mit dem Preis gerechnet habe.
«Ich bin der Akademie sehr dankbar. Aber ich war völlig überrascht.» Der von der Schwedischen Akademie vergebene Nobelpreis ist inzwischen mit zehn Millionen Schwedischen Kronen dotiert - das sind rund 1,1 Millionen Euro. Er wird den Preisträgern jeweils am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters, in Stockholm überreicht.

Zu seinen bekanntesten, oft autobiografisch inspirierten Romanen gehören «Das Fest des Ziegenbocks» (2000), «Tante Julia und der Kunstschreiber» (1977) oder «Das Paradies ist anderswo» (2003). Mehrere Romane wurden verfilmt. In den 50 Jahren seines literarischen Schaffens erhielt Vargas Llosa viele Auszeichnungen, so 1996 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Er hat mehr als 30 gut lesbare Romane, viele Essays und etliche Theaterstücke geschrieben.

Die letztjährige Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller (57) zeigte sich zufrieden damit, dass Vargas Llosa als Nachfolger gewählt wurde. «Ich bin einverstanden. Er ist eine wichtige demokratische Stimme», sagte die Berliner Autorin am Abend bei einer Lesung im Schauspiel Frankfurt. Sie begrüßte auch, dass die Auszeichnung nach Südamerika geht. «In all diesen Ländern ist es mit der Demokratie ziemlich wackelig.»

Bei Suhrkamp auf der Frankfurter Buchmesse wurde die Bekanntgabe des Preises enthusiastisch gefeiert. «Wir sind alle im Glück», sagte Suhrkamp-Verlegerin Ulla Unseld-Berkéwicz. «Er ist ein ganz großer Erzähler seiner Zeit. Er hat den Satz geprägt: "Literatura es fuego" (Literatur ist Feuer) - und genauso sind seine Werke.» Der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki begrüßte die Ehrung als «sehr gute Entscheidung». «Er ist ein Schriftsteller mit Fantasie und Realismus, mit Gefühl für die Figuren. Und er ist sehr gut lesbar.»

In seiner Heimat hat die Nachricht Begeisterung ausgelöst. «Das ist ein großer Tag für Peru», schwärmte der Präsident Alan García. Die Auszeichnung eines «internationalen Peruaners» sei ein Akt von enormer Gerechtigkeit». Auch aus anderen Ländern der Region kamen vor allem positive Reaktionen. «Er ist ein großer Schriftsteller, der nicht nur durch seine Texte, sondern auch durch seine unabhängiges Denken herausragt», sagte die brasilianische Autorin Nelida Piñón.

Als Journalist, Moderator und Präsident des Schriftstellerverbandes PEN International hat Vargas Llosa immer auch aktiv Politik gemacht. 1990 bewarb er sich als Präsident in Peru. Er verlor überraschend in einer Stichwahl gegen Alberto Fujimori. Nach dieser Niederlage wandte er sich wieder der Literatur zu, zog nach Spanien und erhielt auch die spanische Staatsbürgerschaft.   

Vargas Llosa, Sohn eines Journalisten, lebte von Kindheit an ein wenig sesshaftes Leben. Ordensschule, Militärakademie, Studienjahre in Madrid und Paris, Jobs in London, Barcelona, dann wieder Peru und ein selbst gewähltes Exil in Spanien. Schon mit 18 heiratete er seine zehn Jahre ältere «Tante Julia», die Ehe wurde geschieden. Mit seiner zweiten Frau Patricia hat er drei Kinder. Sie war es auch, die am Donnerstag in New York den Anruf der Akademie entgegennahm - und zunächst nicht verstand, worum es ging.

Sechs Mal in Folge ist der Literatur-Nobelpreis an europäische Autoren - inklusive eines Türken - gegangen. Zuletzt wurde vor Vargas Llosa die Deutsche Herta Müller geehrt. Der Lateinamerikaner war Octavio Paz aus Mexiko im Jahr 1990. Insgesamt ist Vargas Llosa der sechste Literaturnobelpreisträger dieses Kulturraums.

Vargas Llosa sagte, er glaube nicht, dass der Preis seinen Schreibstil beeinflusse. «Ich freue mich sehr über den Preis. Aber meine Art zu Schreiben kommt ganz tief aus meiner Persönlichkeit. Und die kann der heutige Tag nicht umstoßen.» Sein persönliches Leben werde sich aber sehr wohl ändern: «Anders als in Lateinamerika und in Spanien habe ich hier in den USA ein ruhiges Leben gehabt. Und jetzt: Dutzende Journalisten! Es wird wohl lebhafter.»
 

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07.10. Suhrkamp-Verlegerin: «Wir sind alle im Glück»

Frankfurt/Main (dpa) - Mit den Worten «Wir sind alle im Glück» hat Suhrkamp-Verlegerin Ulla Unseld-Berkéwicz auf die Verleihung des Literaturnobelpreises an den peruanischen Schriftsteller Mario Vargas Llosa reagiert. «Es ist eine wunderbare Entscheidung», sagte sie am Suhrkamp-Stand auf der Frankfurter Buchmesse. Vargas Llosa ist nach Angaben des Verlages derzeit an der amerikanischen Universität Princeton (US-Bundesstaat New Jersey) tätig. Suhrkamp verlegt die Werke Vargas Llosas in Deutschland.
 

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07.10. Lektor: Bücher über «Gewalt, die das Leben bedeutet

Frankfurt/Main (dpa) - Der langjährige Lektor des neuen Literaturnobelpreisträgers hat die Werke von Mario Vargas Llosa als einzigartig und «außerordentlich lebendig» gewürdigt. «Ich kenne ihn seit 25 Jahren und für mich war völlig klar, dass er irgendwann diesen Preis bekommen würde», sagte Jürgen Dormagen am Donnerstag auf der Frankfurter Buchmesse. «Er hat es wie kein anderer verstanden, das Leben in Peru und die Gewalt, die das Leben bedeutet, in seinen Werken nachzuzeichnen.» Besonders sein Buch «Das Fest des Ziegenbocks» lasse den Urtypus des lateinamerikanischen Diktators «derartig spürbar werden, dass es dem Leser unter die Haut geht».

Suhrkamp-Geschäftsführer Thomas Sparr lobte die große erzählerische Kraft des Autors. «Er hat mit den Mitteln der Literatur einen Kontinent erschlossen, er hat uns an die europäischen Wurzeln Lateinamerikas erinnert.» Es sei auch die Auszeichnung dessen, was Suhrkamp unter Siegfried Unseld für das Lateinamerika-Programm getan habe. Einen Lieferengpass für die Werke Mario Vargas Llosas erwartet er nicht: «Wir halten mehrere Zehntausend Bücher vor. Wir sind auf eine große Nachfrage vorbereitet.»

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07.10. Nobelpreis an Vargas Llosa: «Gerührt und begeistert»

Stockholm/New York (dpa) - Der Nobelpreis geht nach 20 Jahren wieder an einen lateinamerikanischen Autor: Die Schwedische Akademie in Stockholm hat die begehrteste Literaturauszeichnung der Welt am Donnerstag dem Peruaner Mario Vargas Llosa aus Peru zuerkannt. Sie würdigt den 74 Jahre alten Autor für seine «Kartographie der Machtstrukturen und scharfkantigen Bilder individuellen Widerstands, des Aufruhrs und der Niederlage». Zu den bekanntesten Werken von Vargas Llosa gehören unter anderem «Das Fest des Ziegenbocks» und «Das Paradies ist anderswo».

Der letzte Träger des Literaturnobelpreises aus Lateinamerika war der Mexikaner Octavio Paz im Jahr 1990. Vargas Llosa erhielt die Nachricht von der Auszeichnung in New York und äußerte sich «sehr gerührt und begeistert». Der Chef der schwedischen Nobel-Juroren, Peter Englund, sagte bei der Bekanntgabe: «Llosa ist über sehr lange Zeit einer der ganz Großen der lateinamerikanischen Literatur gewesen.» Der Peruaner habe schon in den 60er und 70er Jahren zum damaligen Boom für Literatur aus Lateinamerika beigetragen.

Llosa hält sich in New York auf, wo er an der Princeton- Universität lehrt. «Er war schon um fünf Uhr aufgestanden, um sich auf eine Vorlesung vorzubereiten. Unseren Anruf bekam er um viertel vor sieben und war schon kräftig am Arbeiten», berichtete Englund.

Llosa habe angekündigt, dass er zur Preisverleihung am 10. Dezember nach Stockholm kommen wolle. Der Peruaner gehörte nicht zu den Namen der vielen, die bei den Spekulationen der vergangenen Woche am häufigsten genannt worden waren. Allerdings zählte er seit mehr als zehn Jahren immer wieder zu den «Geheimfavoriten».

Im vergangenen Jahr hatte die rumänisch-deutsche Autorin Herta Müller (57) den berühmtesten Literaturpreis der Welt bekommen. Er ist mit umgerechnet 1,1 Millionen Euro (zehn Millionen Kronen) dotiert und wird traditionsgemäß am 10. Dezember zusammen mit den wissenschaftlichen Nobelpreisen vom schwedischen König Carl XVI.
Gustaf überreicht.

Am selben Tag bekommt in Oslo der Friedensnobelpreisträger seine Auszeichnung. Die Entscheidung über die Vergabe wird am Freitag (8. Oktober) in Norwegens Hauptstadt bekanntgegeben.

Unmittelbar vor der Verkündung war der US-Autor Cormac McCarthy bei den Buchmachern zum Favoriten aufgestiegen. Dahinter folgten der schwedische Lyriker Tomas Tranströmer (5:1) und der Kenianer Ngugi wa Thiong'o (6:1). Als Preisträger lag Llosa nur im Mittelfeld. Die Wetten bei Ladbrokes waren vor der Vergabe von Literaturnobelpreisen in den vergangenen Jahren teilweise ein verblüffend genauer Indikator für den tatsächlichen Preisträger.

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07.10 Vargas Llosa - «Europäer» mit lateinamerikanischen Themen


Jahrelang galt der peruanische Schriftsteller Mario Vargas Llosa als einer der Kandidaten mit den besten Chancen, den Literaturnobelpreis zu erhalten. Jetzt wurde der 74-Jährige für das Warten belohnt.

Buenos Aires (dpa) - Das Leben des peruanischen Schriftstellers Mario Vargas Llosa erscheint wie eine Geschichte vom verlorenen Sohn. Die Hälfte seiner Erwachsenenjahre hat der berühmteste Autor des Andenstaates in Europa und Nordamerika gearbeitet. Er wird deshalb oft als «europäisch» denkender Schriftsteller bezeichnet. Er sei mit ganzer Seele Lateinamerikaner, der sich in Europa jedoch ebenso zu Hause fühle, sagte er einmal. Er wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter 1994 der Cervantes-Preis und 1996 der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

Der Schriftsteller, der sich selbst als liberal bezeichnet, mischt sich auch leidenschaftlich und nicht selten provokativ in die Politik ein. Die Demokratie sei in ganz Lateinamerika gefährdet, warnte er. Linksgerichteten populistischen Staatschefs wie Venezuelas Präsidenten Hugo Chávez wirft er vor, einen «Kommunismus wie in Kuba» anzustreben. Kubas Fidel Castro bezeichnete ihn daraufhin als «Vertreter der Oligarchie».

Entschieden tritt er auch für die Menschenrechte ein. Als die peruanische Regierung kürzlich ein von Kritikern als «faktische Amnestie» für Menschenrechtsverbrechen bezeichnetes Gesetz betrieb, legte Vargas Llosa im September aus Protest sein Amt als Leiter eines Beirats der Erinnerungsstätte für die Opfer der Gewalt zwischen 1980 und 2000 nieder. Dieser spektakuläre Rückzug von dem Projekt in Lima, das von Deutschland finanziell unterstützt wird, soll Präsident Alan García dazu bewogen haben, das Gesetz zurückzuziehen.

Trotz seines Nomadenlebens - Vargas Llosa bewohnte nach eigenen Angaben mehr als 40 Häuser - handeln nur drei seiner zahlreichen Romane nicht von der peruanischen Heimat: «Der Krieg am Ende der Welt» sowie seine beiden neueren Werke «La Fiesta del Chivo» (Das Fest des Ziegenbocks) und «El Paraíso en la otra esquina» (Das Paradies ist anderswo).

Vargas Llosa wurde am 28. März 1936 in Arequipa (Süd-Peru) geboren. Dass er aus einer großbürgerlichen Familie stammt, ist ihm bis heute anzumerken, und er versucht es auch nicht zu verbergen. Vom linken Rebellen entwickelte sich Vargas Llosa unter dem Eindruck zwei linker Diktaturen in seiner Heimat und der Entwicklung von Castros Kuba zu einem Vertreter der bürgerlichen, liberalen Mitte. Von 1958 bis 1974 lebte er in Madrid, wo er auch seinen Doktor machte.

Im Alter von 18 Jahren heiratete er seine 32-jährige Tante Julia Urquidi, mit der er neun Jahre zusammenlebte. Diese Beziehung verarbeitete er später in seinem Roman «Tante Julia und der Kunstschreiber». Seinen Weltruhm begründete er gleich mit seinem ersten, 1962 erschienenen Roman «La ciudad y los perros» (Die Stadt und die Hunde). Das Werk ist eine eindrucksvolle Darstellung autoritärer Systeme.

In einem Beitrag für «Die Zeit» schrieb Vargas Llosa einmal, er glaube nicht an den Weltfrieden. «Immer, wenn die Menschen das Paradies suchten, fanden sie die Hölle», meinte der Befürworter des Irak-Krieges. In seiner peruanischen Heimat, wo er sich 1990 vergeblich um das Präsidentenamt bemühte, meldet sich Vargas Llosa immer wieder als Zeitungskolumnist zu Wort. Bei einer Umfrage des peruanischen Meinungsforschungsinstituts Ipso Apoyo zu der Frage, wer die einflussreichsten Personen des Landes seien, landete Vargas Llosa auf Platz fünf.

In Spanien, dessen Staatsbürgerschaft er 1993 erhielt, ohne die peruanische aufzugeben, kritisierte er die zunehmende Regionalisierung und forderte gemeinsam mit anderen Intellektuellen Vorrang für Spanisch als Landessprache.

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07.10. Buchmacher sehen bei Nobelpreis McCarthy vorn

London (dpa) - Kurz vor der Verkündung des diesjährigen Literaturnobelpreises in Stockholm ist der US-Autor Cormac McCarthy bei den Buchmachern zum Favoriten aufgestiegen. McCarthy führe die Wettlisten als 3:1-Favorit an, sagte ein Sprecher des Wettanbieters Ladbrokes in London am Donnerstag. Dahinter folgen der schwedische Lyriker Tomas Tranströmer (5:1) und der Kenianer Ngugi wa Thiong'o (6:1). Der in den USA lebende Afrikaner hatte in den vergangenen Tagen bei den Buchmachern teilweise geführt. Die Wetten bei Ladbrokes waren in den vergangenen Jahren vor der Vergabe von Literaturnobelpreisen ein verblüffend genauer Indikator für den tatsächlichen Preisträger.

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07.10. Die Nobelpreisträger für Literatur seit 1901

Stockholm/Hamburg (dpa) - Der Nobelpreis für Literatur wird seit
1901 fast jährlich vergeben. Zwei Autoren lehnten ihn ab. 1958 musste der sowjetische Autor Boris Pasternak den Preis auf Druck seiner Regierung zurückweisen. Der Franzose Jean-Paul Sartre weigerte sich 1964, die Auszeichnung anzunehmen. Die Preisträger mit einem ihrer
Werke:

2009: Herta Müller (Deutschland), «Atemschaukel»
2008: Jean-Marie Gustave Le Clézio (Frankreich), «Der Afrikaner»
2007: Doris Lessing (Großbritannien), «Das goldene Notizbuch»
2006: Orhan Pamuk (Türkei), «Schnee»
2005: Harold Pinter (Großbritannien), «Der Hausmeister»
2004: Elfriede Jelinek (Österreich), «Die Klavierspielerin»
2003: John M. Coetzee (Südafrika), «Schande»
2002: Imre Kertész (Ungarn), «Roman eines Schicksallosen»
2001: V.S. Naipaul (Großbritannien/Trinidad), «Ein Haus für Mr. Biswas»
2000: Gao Xingjian (China/Frankreich), «Der Berg der Seele»
1999: Günter Grass (Deutschland), «Die Blechtrommel»
1998: José Saramago (Portugal), «Die Stadt der Blinden»
1997: Dario Fo (Italien), «Offene Zweierbeziehung»
1996: Wislawa Szymborska (Polen), «Salz»
1995: Seamus Heaney (Irland), «Wintering Out»
1994: Kenzaburo Oe (Japan), «Der stumme Schrei»
1993: Toni Morrison (USA), «Teerbaby»
1992: Derek Walcott (Trinidad und Tobago), «Omeros»
1991: Nadine Gordimer (Südafrika), «Burgers Tochter»
1990: Octavio Paz (Mexiko), «Der Sonnenstein»
1989: Camilo José Cela (Spanien), «San Camilo»
1988: Nagib Mahfus (Ägypten), «Die Midaq-Gasse»
1987: Joseph Brodsky (USA), «Römische Elegien»
1986: Wole Soyinka (Nigeria), «Der Mann ist tot»
1985: Claude Simon (Frankreich), «Der Wind»
1984: Jaroslav Seifert (Tschechoslowakei), «Die Pestsäule»
1983: William G. Golding (Großbritannien), «Herr der Fliegen»
1982: Gabriel García Márquez (Kolumbien), «Hundert Jahre Einsamkeit»
1981: Elias Canetti (Großbritannien), «Die Blendung»
1980: Czeslaw Milosz (Polen), «Lied vom Weltende»
1979: Odysseas Elytis (Griechenland), «To Axiom Esti. Gepriesen sei»
1978: Isaac B. Singer (USA), «Feinde, die Geschichte einer Liebe»
1977: Vicente Aleixandre (Spanien), «Die Zerstörung oder die Liebe»
1976: Saul Bellow (USA), «Herzog»
1975: Eugenio Montale (Italien), «Glorie des Mittags»
1974: Eyvind Johnson (Schweden), «Krilon-Trilogie»
         Harry Martinson (Schweden), «Aniara»
1973: Patrick White (Australien), «Voss»
1972: Heinrich Böll (Deutschland), «Ansichten eines Clowns»
1971: Pablo Neruda (Chile), «Der große Gesang»
1970: Alexander Solschenizyn (UdSSR), «Der Archipel Gulag»
1969: Samuel Beckett (Irland), «Warten auf Godot»
1968: Jasunari Kawabata (Japan), «Schneeland»
1967: Miguel Angel Asturias (Guatemala), «Legenden aus Guatemala»
1966: Samuel Josef Agnon (Israel), «Gestern, Vorgestern» Nelly Sachs (Schweden, geb. in Deutschland), «In den Wohnungen des Todes»
1965: Michail Scholochow (UdSSR), «Der stille Don»
1964: Jean-Paul Sartre (Frankreich), «Der Ekel»
1963: Giorgos Seferis (Griechenland), «Mythische Geschichte»
1962: John Steinbeck (USA), «Früchte des Zorns»
1961: Ivo Andric (Jugoslawien), «Die Brücke über die Drina»
1960: Saint-John Perse (Frankreich), «Anabasis»
1959: Salvatore Quasimodo (Italien), «Das Leben ist kein Traum»
1958: Boris Pasternak (UdSSR), «Doktor Schiwago»
1957: Albert Camus (Frankreich), «Der Fremde»
1956: Juan Ramón Jiménez (Spanien), «Platero und ich»
1955: Halldór Kiljan Laxness (Island), «Islandglocke»
1954: Ernest Hemingway (USA), «Der alte Mann und das Meer»
1953: Winston Churchill (Großbritannien), «Die Weltkrise 1911-1918»
1952: François Mauriac (Frankreich), «Die Tat der Therese Desqueyroux»
1951: Pär Lagerkvist (Schweden), «Der Henker»
1950: Bertrand Russell (Großbritannien), «Ehe und Moral»
1949: William Faulkner (USA), «Schall und Wahn»
1948: Thomas Stearns Eliot (Großbritannien), «Vier Quartette»
1947: André Gide (Frankreich), «Stirb und werde»
1946: Hermann Hesse (Schweiz, geb. in Deutschland), «Das Glasperlenspiel»
1945: Gabriela Mistral (Chile), «Spürst du meine Zärtlichkeit?»
1944: Johannes Vilhelm Jensen (Dänemark), «Die lange Reise»
1939: Frans Eemil Sillanpää (Finnland), «Das fromme Elend»
1938: Pearl S. Buck (USA), «Die gute Erde»
1937: Roger Martin du Gard (Frankreich), «Die Thibaults»
1936: Eugene O'Neill (USA), «Trauer muss Elektra tragen»
1934: Luigi Pirandello (Italien), «Sechs Personen suchen einen Autor»
1933: Iwan Bunin (geboren in Russland, später staatenlos), «Das Dorf»
1932: John Galsworthy (Großbritannien), «Die Forsyte Saga»
1931: Erik Axel Karlfeldt (Schweden), «Fridolins Lieder»
1930: Sinclair Lewis (USA), «Babbitt»
1929: Thomas Mann (Deutschland), «Die Buddenbrooks»
1928: Sigrid Undset (Norwegen), «Kristin Lavranstochter»
1927: Henri Bergson (Frankreich), «Das Lachen»
1926: Grazia Deledda (Italien), «Asche»
1925: George Bernard Shaw (Großbritannien), «Pygmalion»
1924: Wladyslaw Stanislaw Reymont (Polen), «Die Bauern»
1923: William Butler Yeats (Irland), «Gräfin Cathleen»
1922: Jacinto Benavente (Spanien), «Die frohe Stadt des Leichtsinns»
1921: Anatole France (Frankreich), «Das Leben der heiligen Johanna»
1920: Knut Hamsun (Norwegen), «Segen der Erde»
1919: Carl Spitteler (Schweiz), «Olympischer Frühling»
1917: Karl Adolph Gjellerup (Dänemark), «Minna»
         Henrik Pontoppidan (Dänemark), «Hans im Glück»
1916: Verner von Heidenstam (Schweden), «Karolinerna»
1915: Romain Rolland (Frankreich), «Johann Christof»
1913: Rabindranath Tagore (Indien), «Das Postamt»
1912: Gerhart Hauptmann (Deutschland), «Die Weber»
1911: Maurice Maeterlinck (Belgien), «Prinzessin Maleine»
1910: Paul Heyse (Deutschland), «Novellen»
1909: Selma Lagerlöf (Schweden), «Gösta Berling»
1908: Rudolf Eucken (Deutschland), «Mensch und Welt»
1907: Rudyard Kipling (Großbritannien), «Das Dschungelbuch»
1906: Giosuè Carducci (Italien), «Odi Barbare»
1905: Henryk Sienkiewicz (Polen), «Quo vadis?»
1904: Frédéric Mistral (Frankreich), «Mireio»
         José Echegaray (Spanien), «Wahnsinn oder Heiligkeit»
1903: Bjørnstjerne Bjørnson (Norwegen), «Über die Kraft»
1902: Theodor Mommsen (Deutschland), «Römische Geschichte»
1901: Sully Prudhomme (Frankreich), «Gedichte»

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07.10. Der Literaturnobelpreis

Berlin (dpa) - Der Nobelpreis für Literatur gilt als wichtigste literarische Auszeichnung der Welt. Er wird seit 1901 fast jährlich vergeben. Der schwedische Preisstifter Alfred Nobel (1833-1896) hatte in seinem Testament bestimmt, dass derjenige den Preis erhält, «der in der Literatur das Ausgezeichnetste in idealistischer Richtung hervorgebracht hat». Das Werk soll von sehr hohem literarischen Rang sein und dem Wohle der Menschheit dienen. Nobel selbst gilt als literarisch sehr interessiert.

Der von der Schwedischen Akademie vergebene Nobelpreis ist inzwischen mit zehn Millionen Schwedischen Kronen - etwa einer Million Euro - dotiert. Er wird jeweils am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters, in Stockholm überreicht.

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3. Mai: Tag der Pressefreiheit
Berichte und Hintergrund-
informationen
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Welttag des Buches 2008
Berichte und Hintergründe
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UNESCO-Welttag der Poesie 2008
Hintergründe und Berichte
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100 Jahre Rowohlt Verlag
Ein Porträt des Verlags
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Leipziger Buchmesse 2008
täglich aktuelle News aus den Messehallen
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Unwort des Jahres 2007
Alles über die "Herdprämie"
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Jan Kross gestorben
Ein ausführliches Portrait des Autors
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Astrid Lindgren - 100. Geburtstag
Ein ausführliches Portrait
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Norman Mailer ist gestorben
Porträt, Werke, Zitate
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Harry Potter -
die deutsche Ausgabe

Hintergrundberichte zum Verkaufsstart
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Tag der Bibliotheken 2007
Berichte, Umfragen und Hintergründe
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Günther Grass wird 80
Glückwünsche, Interview und Porträt
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Literatur- Nobelpreis 2007
Alles zur Preisträgerin Doris Lessing
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Frankfurter Buchmesse 2007
Täglich aktuelle News aus den Messehallen
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Rechtschreib- reform tritt endgültig in Kraft
Die Änderungen ab 1. August 2007
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Zum Verkaufsstart von Harry Potter 7
Hintergrundberichte zum Erscheinen des letzten Bandes der Reihe
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Leipziger Buchmesse 2007 (22.03.-25.03.)
Stimmen und Hintergründe
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80. Geburtstag von Martin Walser
Lebenswerk und Porträt
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175. Todestag von Johann Wolfgang von Goethe (22.03.)
Lebenswerk und Hintergründe
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80. Geburtstag von Inge Jens (11.02.)
Herausgeberin der Thomas-Mann- Tagebücher
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125. Geburtstag von James Joyce (02.02.)
Autor des Jahrhundertwerks "Ulysses"
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125. Geburtstag von Virginia Woolf (25.01.)
Pionierin der Moderne und des Feminismus
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Autorenwerk, ZDF und WiSo
Wie das Autoren(werk) mit fingierten Reportagen das ZDF und das ZDF die Zuschauer abkassiert
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Der Börsenverein unter Honnefelder
Die Regierung in Schilda erklärt seinen Einwohnern den Krieg:
Ein aktueller Streich des Börsenvereins unter Vorsteher Gottfried Honnefelder
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Günter Grass: Das Waffen-SS Eingeständnis
Reaktionen und das Eingeständnis
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Zum 50. Todestag von Gottfried Benn am 07.07.
Lebenswerk, Hintergründe und Zitate
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Zum Tod von Robert Gernhardt am 30.06.
Reaktionen, Stimmen und ein Kurzporträt
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150. Geburtstag von Sigmund Freud (06.05.)
Lebenswerk und Hintergründe
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100. Geburtstag von Samuel Beckett am 13.04.
Lebenswerk und Hintergründe
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