Das ZDF und das Autorenwerk
Weitere Informationen über die Falschberichterstattung von WiSo finden Sie auch hier (externer Link).
Haarwuchsmittel Krebsgefahr angedichtet: neue Falschberichterstattung von Autorenwerk und WiSo - Beiträge zur Diskussion um journalistischen Betrug, Fortsetzung
(HdL) Dass es sich beim fingierten Bericht, mit dem das Autorenwerk dem ZDF und das ZDF dem Zuschauer in die Tasche gegriffen hat, wohl nicht um eine Einzelerscheinung gehandelt hat, sondern erschreckenderweise wohl um die ganz normale Routine, kann denken, wer den jüngsten Bericht der WiSo-Redaktion über das Haarwuchsmittel Capris des Herstellers Biomenta gesehen hat. Der „Detektiv“, der für WiSo „ermittelt“ und ausdrucksstark durch ein Fernglas einen (an sich völlig belanglosen) Briefkasten oder ein (an sich übliches) Türschild inspiziert und dem Zuschauer dadurch unmissverständlich zu verstehen gibt, dass hier Verbrecher am Werk seien, stellte auch noch an den Anfang der Sendung, dass die Anbieter von Haarwuchspräparaten nicht selten „Scharlatane“ seien, die „im Internet nutzloses Zeug verkaufen“. Und damit ist er bei Capris angekommen, dem einzigen in der Sendung vorgestellten Mittel, so dass sich der Hersteller ganz konkret übel beschimpft und massiv diskreditiert sehen muss.
Capris in Wahrheit ein wirksames Haarwuchsmittel
Was aber hat die WiSo-Redaktion des Michael Opoczynski mit Hilfe der Kollegen vom sog. Autorenwerk (eine Kapitalgesellschaft, in der Journalisten bis zu 100.000 Euro für einen Beitrag erwirtschaften) recherchiert, das eine so drastische Verurteilung rechtfertigen kann? Diese Antwort bleibt die Sendung skandalöserweise schuldig. Denn dem Präparat Capris gelingt ausweislich einer auch dem „Autorenwerk“ vorgelegten seriösen Analyse des Instituts dermatest tatsächlich die „Reaktivierung des Haarwuches bei jedem zweiten Probanden“. Das aber interessierte die Herren von „Autorenwerk“ und „WiSo“ herzlich wenig, denn es musste ja wieder eine Sensation konstruiert werden, um es in der Sendung wieder einmal richtig krachen zu lassen, so dass der Zuschauer sich über das vorgeführte Unternehmen aufrichtig empören kann.
Autorenwerk konfrontiert Unternehmen mit Ökotestergebnissen, die nicht existieren
WiSo, vertreten durch das „Autorenwerk“, hatte während der Recherche schriftlich am 26.02.2008 Biomenta mit den „Testergebnissen der Zeitschrift Ökotest“ konfrontiert, ohne dazu Näheres zu sagen. Auf Nachfrage von Biomenta, gestand Marcus Lindemann (Leiter des „Autorenwerks“) in einem Schreiben vom 03.03.2008 ein, dass von seinen Mitarbeitern gelogen worden sei: Der Mitarbeiter habe „nicht von Wirksamkeitstest (so!) der Zeitschrift Ökotest gesprochen, sondern von Tests.“ Aber auch zu diesen ominösen Tests wusste Marcus Lindemann nichts Näheres anzugeben. Eine Peinlichkeit, ertappt zu sein? Nicht für das Autorenwerk, das ohnedies dem attackierten Unternehmen gegenüber einen imperativen Ton anschlägt („und senden Sie Ihre Antworten an oben genannte Faxnummer“).
Dreister Betrug am Publikum
Biomenta weist in ihrer Werbung für Capris nun fairerweise ausdrücklich auch noch darauf hin, dass das Mittel bei Menschen mit erblichem, nicht krankhaftem Haarausfall klinisch geprüft und wirksam ist. In der Sendung des ZDF kommt dann eine Betroffene zu Wort, die ganz im Sinne der Redaktion den Hersteller in ein fades Licht stellt. Das Problem ist nur: Die Kronzeugin ist selbst gerade nicht erblich betroffen, sondern durch eine Autoimmunkrankheit – sie kann also über Capris, das für krankheitsbedingten Haarausfall ausdrücklich nicht konzipiert ist, überhaupt nichts sagen, tut es aber dennoch und nicht zimperlich. Das ist wohl kaum anders zu bezeichnen als dreister Betrug am Publikum.
Autorenwerk und WiSo wollen Kritiker mundtot sehen
Wer Lug und Trug des Autorenwerks und WiSo öffentlich zu machen wagt, wie das Frankfurter Haus der Literatur, zieht sich rasch eine Klage des Autorenwerks zu, das die Auseinandersetzung mit journalistischen Mitteln offensichtlich scheut und Kritiker gerichtlich mundtot machen will. Es ist wohl nicht ganz realitätsfremd anzunehmen, dass die Klage des Autorenwerks gegen die kritische Berichterstattung über die Praktiken des Autorenwerks und der WiSo-Redaktion auch vom ZDF unterstützt und finanziell abgesichert ist. Denn das ZDF ist betroffen, wenn ruchbar wird, dass in den WiSo-Verbraucherberichten gezielt gelogen und betrogen wird.
WiSo holt zum finalen Schlag gegen das Unternehmen aus und behauptet, das Produkt errege Krebs
Doch zurück zu Capris, dem erfolgreichen Haarwuchspräparat, das so erfolgreich ist, dass es sogar ohne Werbung auskommt. „Im Capris-Haar-Konzept“, teilt Biomenta mit Berufung auf die wissenschaftliche dermatest-Studie mit, „finden sich bekannte, natürliche Inhaltsstoffe wie ungesättigte Fettsäuren aus Ziegenbutter und Ziegenmilch, Brennnessel, Birke, Aloe Vera, Ringelblume oder Sonnenblumenöl“. WiSo holt mit Berufung auf einen Gewährsmann (der an der Studie nicht beteiligt war) zum finalen Schlag gegen Produkt und Unternehmen aus: Das Präparat enthalte sog. Formaldehydabspalter, und der WiSo-Kommentator erläutert für die Zuschauer, die gar nichts verstehen: „Die krebserregend sind.“ Dr. Richard Lehmann von der ISP Biochema Schwaben hat allerdings nachgewiesen und gutachterlich bestätigt, dass der in Capris enthaltene Stoff Bronopol kein Formaldehyd enthält, was richtig zu erkennen ist, wenn man den Test korrekterweise in saurer Umgebung durchführt (und nicht mit alkalischen Trägerstoffen). Die zuverlässigste Methode sei die Chromatographische, die ebenfalls bestätige, der Capris-Stoff enthält kein Formaldehyd. Die Dreistigkeit, mit der den Zuschauern von Autorenwerk und WiSo eine Krebsgefahr vorgegaukelt wird, erstaunt bei Kenntnis der Machenschaften in den Redaktionen weniger als die Tatsache, dass Biomenta gegen die Behauptung der Krebsgefahr nicht gerichtlich vorgeht, die schon nicht mehr als informatorischer Betrug durchgehen kann, sondern den Tatbestand der Verhetzung des Publikums zur Herstellung eines Skandals erfüllen mag. Ob es die Herren Lindemann und Opoczynski kümmert, wenn das Unternehmen wegen des verleumderischen Berichts im Nachhinein ruiniert sei? Das darf angesichts der Absichtlichkeit der Falschberichterstattung bezweifelt und die Kaltblütigkeit, mit der dieses schmutzige Geschäft routinemäßig betrieben wird, bestaunt werden.
Mitausgestrahlte Zitate werden frech umgedeutet
Ein dann noch in der Sendung bemühter Professor Lutz, der den Auftrag für die Capris-Studie selbst nicht erhalten hatte, befand abschließend, dass Studien eine Wirksamkeit grundsätzlich nicht belegen könnten, was WiSo zu der auf Capris bezogenen Feststellung verdreht: Professor Lutz könne keine Wirksamkeit erkennen – obwohl der doch gerade gesagt hatte, dass dies seiner privaten Meinung nach ohne Ansehung eines einzelnen Mittels an sich nicht möglich sei. Wenn Fakten weggelassen oder ihr Gegenteil behauptet wird, kann es noch wundern, dass sogar mit ausgestrahlten Zitaten frech der gegenteilige Sinn untergeschoben wird? Ist das Publikum wirklich so unverständig, wie man in der Redaktionsstube des Herrn Opoczynski offensichtlich meint?
Von Autorenwerk und WiSo Geschädigte
Wer den Briefwechsel gelesen hat, in dem das sog. Autorenwerk des Marcus Lindemann ein verdientes Unternehmen wie Biomenta attackiert und bedroht, das ein klinisch getestetes und erfolgreiches Präparat entwickelt und schon unzähligen Menschen geholfen hat, wenn man den schändlichen Umgang der Journalisten mit Unternehmen bedenkt, die Arbeitsplätze geschaffen haben und zum Wohl der Allgemeinheit mit Einsatz und persönlichem Risiko Mehrwertsteuer, Lohnsteuer und viele andere dringend benötigte Beiträge erwirtschaften, wenn man erwägt, dass ein öffentlich-rechtlicher Sender, der von den Gebühren der Bevölkerung seine satten Pfründen finanziert, offensichtlich systematisch sein Publikum belügt, dann stellt sich die Frage nach den Konsequenzen. Diese bestehen bislang allerdings nur darin, dass die Journalisten des Autorenwerks ihre Kritiker mit Klagen überziehen, um sie mundtot zu machen. Ob das aber auf Dauer gelingt, ist fraglich, denn das „System WiSo“, das skandalöserweise selbst wegen verbraucherfeindlichen Praktiken und undurchsichtigen Abonnementsbedingungen seiner Softwareprodukte in der Kritik steht, beutet ein Publikum aus, das schon jetzt dem ZDF den Rücken kehrt und massiv ins Internet abwandert. Dort erfährt man nämlich das, wofür das ZDF die Zuschauer abkassiert: die Wahrheit.
Anm.: Die Redaktion bittet Betroffene, die vom sog. Autorenwerk und WiSo durch einen Falschbericht geschädigt wurden oder die aktuell damit bedroht werden, um Kontaktaufnahme.
Wie das ZDF sich mit fragwürdigen Verkaufspraktiken bereichert
600 Geschädigte beklagen sich über unseriöse Verkaufspraktiken für ein Softwareprodukt der WiSo-Redaktion
Darüber, dass es bei WiSo, der Sendung, die regelmäßig trickreichen Verkäufern auf die Finger klopft, immer öfter darum geht, Sensationen selbst herzustellen, darüber gibt es bereits Berichte betroffener, über die die ZDF-Redaktion wissentlich falsch berichtet hat. Wenn Quoten gehalten werden müssen, was zählt da noch die Wahrheit? Was ist schon zu fürchten, wenn im Jahr einige Dutzend Existenzen zu Unrecht vorgeführter Unternehmer vernichtet werden? Die von WiSo und Michael Opoczynski Geschädigten
haben keine Stimme, aber im Internet entsteht derzeit Unruhe. Auf den Bericht (siehe unten)
melden sich immer wieder Unternehmer, die von der Redaktion WiSo bzw. dem ebenso wegen dubioser Praktiken in die Diskussion geratenen sog. Autorenwerk mit fühlbar vorgefasstem Rechercheergebnis befragt werden oder bereits öffentlich hingerichtet wurden, und sie wussten nicht, wie ihnen geschah.
Der Hintergrund: Der Kampf um Quote und um Gebühren und Werbeeinnahmen hat eine neue Qualität erreicht, seitdem die Zuschauer den öffentlich-rechtlichen Sendern wie dem ZDF in Scharen weglaufen, weil das Internet die wirkliche Freiheit bietet und die Grundversorgung, die beim ZDF vom Gewinn- und Machtdenken überlagert zu sein scheint.
Nun berichtete die FAZ auch noch darüber, dass das ZDF unter dem WiSo-Lable/Buhl-Data Steuersoftware verkauft, wobei die Käufer regelmäßig nicht erkennen können, dass sie auch ein zu bezahlendes Abonnement eingegangen sind. „Eine Verbraucher-Sendung,“ meint einer der von WiSo und ZDF düpierten Käufer, „unter deren Namen ein solches Programm vertrieben wird, kann man nicht als seriös bezeichnen.“ Michael Opoczynski, Leiter der WiSo-Redaktion, über die für die Käufer unklaren Abonnementsbedingungen der WiSo-Steuersoftware: „Ein Teil der Bezieher gerät da in Verwirrung und abonniert, obwohl sie nicht wollen.“ Tatsächlich verpflichtet sich der Käufer der Software zusätzlich auch zur Abnahme von Updates, wenn er sich registriert. Ohne Registrierung kann aber die „Jubiläumsversion 2007“ gar nicht benutzt werden. Dass der Kauf der Software auch bedeutet, zusätzlich laufende Kosten aus einem Abonnement zu haben, ist für den Käufer kaum zu erkennen. Der Lizenzpartner Buhl-Data verweist darauf, dass auf der (bereits gekauften) Packung ein Hinweis aufgedruckt sei.
Opoczynski hierzu von der FAZ befragt, befand 600 Betroffene, die sich beklagten, das sei „nix“, „andere haben mehr“. Andere, das sind andere gewerbliche Anbieter, unter die das ZDF bzw. WiSo sich mit der Lizenzierung der Software eingereiht hat. Bei 100.000 verkauften Programmen wird nochmals deutlich: Das ZDF, das für Grundversorgung und Seriosität stehen soll und dafür die Zwangsgebühren der Bevölkerung erhält, will noch mehr Geld verdienen. Dass es dabei zu Methoden kommt, die es selbst bei anderen anprangert, mag am unstillbaren Hunger nach mehr Bedeutung, Macht und Geld liegen. Dass die verloren gegangene Neutralität dann auch dazu führt, dass den Zuschauern fingierte Berichte verkauft werden (nicht zu vergessen: die Zuschauer zahlen ja dafür), ist eine weitere Folge. Journalistischer Betrug und trickreiche Verkaufsmethoden – WiSo, Michael Opoczynski und Intendant Markus Schächter haben wohl aus ihrer Arbeit manches gelernt, die sich „Betrug, Gaunerei und verbraucherfeindlichen Praktiken“ zu widmen vorgibt, so ein Untertitel der WiSo-Sendung.
Auswüchse dieser bedenklichen Qualität, die bei der ARD bislang nicht bekannt geworden sind, sind wohl ein Anzeichen für den Druck der sich rasant veränderten Marktes, in dem die Zuschauer mit den Füßen abstimmen und den Öffentlich-rechtlichen den Rücken zu kehren. Das Internet wird auch den unseriösen Machenschaften in der WiSo-Redaktion über kurz oder lang die Wirkung und den Erfolg entziehen. Ein statistisch bereits nachgewiesener Prozess, der sich durch Betrug am Publikum trotz momentan erheblicher Zusatzprofite nicht aufhalten lässt, sondern diesen eher noch beschleunigten wird. Mit seinen Machenschaften stellt das ZDF allerdings schon jetzt selbst in Frage, ob die Privilegierung der öffentlich-rechtlichen Anstalten berechnet ist.
Dr. v. Trattner
Wie das Autoren(werk) mit fingierten Reportagen
das ZDF und das ZDF die
Zuschauer abkassiert –
journalistischer Betrug, Neue Folge
(HDL) - Als im Jahre 2000 der Journalist Tom Kummer damit auffiel, dass seine
in
großen deutschen Medien erschienenen Star-Interviews mit Tom
Cruise und
anderen frei erfunden waren, war die Empörung – für
den Augenblick – groß.
Tatsächlich stellte den Reporter später die Berliner Zeitung
wieder an.
Als man sich wieder trennte, gab Chefredakteur Uwe Vorkötter
als Grund an:
Betrug. Gleichzeitig regten sich Stimmen, die Tom Kummer verteidigten.
Dass
er der Berliner Zeitung veraltete und bereits erschienene Reportagen
untergejubelt hatte, sei, so hieß es, „normal“. Freie
Journalisten seien
wegen ihrer oft schlechten Bezahlung geradezu dazu gezwungen, Artikel
mehrfach zu verkaufen. – Aha, der zahlende Leser kann also
weder
Aktualität noch Originalität erwarten, obwohl ihm dies
vorgespiegelt wird.
Ob Tom Kummer ein Einzelfall war? Diese Frage stellen nur die, die
das
Mediengeschäft nicht kennen.
Journalistischer Betrug wird dreist vertuscht
Bekannt werden allerdings
nur besonders dreiste und spektakuläre
Manipulationen der Journalisten. Als kürzlich die „Christiansen“-Talkshow
vom russischen Botschafter zu hören bekam, er erschiene nicht,
wenn der
Putin-Kritiker Gasparow teilnehme, wurde der Oppositionspolitiker,
der in
seinem Land und als Demokrat um sein Leben fürchten muss,
einfach wieder
ausgeladen. Danach gefragt, stellte Sabine Christiansen den Vorgang
mit
fadenscheinigen technischen Gründen in Abrede.
WDR-Chefreporter
Klaus
Bednarz, selbst auch Kritiker Putins, wurde allerdings ebenfalls
ausgeladen, wie er der FR berichtete, und bekam von Christiansen
zu hören,
dies sei auch bei Gasparow so, über dessen Teilnahme sich der
russische
Botschafter beschwert habe. Wer soll, wenn der Vertreter der russischen
Regierung sozusagen die Teilnehmer der Runde bestimmt, da noch an
Unabhängigkeit und Kritik des Top-Journalismus glauben? Das
wäre aber so
schlimm nicht, wenn nicht auch noch hintennach gelogen würde.
Eine
Darstellung der russischen Position allein hat zwar nicht die
journalistische Tiefe, die werthaltige und gesicherte Information
verbürgt. Aber wenn dies vertuscht und die manipulative Verflachung
der
Sendung in Abrede gestellt wird, dann ist das journalistischer Betrug,
der
sich von Tom Kummers fiktivem Journalismus höchstens graduell unterscheidet.
Dank der paradiesischen Finanzierung der öffentlich-rechtlichen
Medien
durch Zwangsabgaben in der Bevölkerung bestehen auch kaum
Kontrollmöglichkeiten. Dass die mit Getöse verkündete
Selbstkontrolle
tatsächlich kläglich versagt, und zwar auf allen Ebenen,
und dass dies
bereits Alltag und ganz normal ist, zeigen Berichte der WiSo-Redaktion
des
ZDF.
Für einen Bericht des Verbrauchermagazins WiSo unter Michael
Opoczynski
recherchierte das „Autoren(werk)“, eine von zwei Berliner
Journalisten
gegründete Kapitalgesellschaft. Die Rechercheure sollten einen
Skandalbericht zusammenstellen über einen Buchverlag, der unbekannte
Autoren herausbringt und diese Dienstleistung bezahlen lässt.
Der
Fouqué
Literaturverlag gab bereitwillig und mit Nachweisen Auskunft über
seine
umfangreichen Tätigkeiten, die für das Buch der Autorin
Döbbrick in
Vertrieb und Werbung erbracht worden waren. 1.000 Buchhandlungen
waren
angeschrieben worden, und 600 Redaktionen war das Buch zur Besprechung
vorgestellt worden. Die Buchmessen in Frankfurt, Leipzig und Basel
wurden
absolviert usw. Skandal wegen Untätigkeit adieu? Mitnichten.
Das sog.
Autoren(werk) lieferte das Material zu folgender Feststellung ab,
die vom
ZDF an ein Millionenpublikum ausgestrahlt wurde: Die Autorin erklärte,
sie
habe 4.800 Euro bezahlt und dann „kam gar nichts mehr“.
Die Redaktion
setzte noch eins drauf: „Zumindest hat die Autorin 30 Autorenexemplare
dafür bekommen.“
Natürlich finden sich dann bei den Wettbewerbern der Gescholtenen
auch
noch solche Beiträger, die sich auf deren Kosten in Szene setzen. Carsten Sommerfeld vom Berlin Verlag
beispielsweise gehört in diese Kategorie Naiver.
Autoren(werk) beschäftigt
angeblich Journalisten
Wer oder was ist aber eigentlich das „Autoren(werk)“?
Einfach gesagt: Eine
Firma, die Berichte erstellt und an Medienredaktionen verkauft.
Auf die
Frage, ob denn die Mitarbeiter ausgebildete Journalisten sind oder
etwa
universitäre Quereinsteiger, die das Handwerk nicht wirklich
erlernt
haben, antwortet die Geschäftsführerin Sabine Marx, die
Mitarbeiter seien „ausgebildete und erfahrene Journalisten“.
Merkwürdig,
dass die
Mitarbeiterin Anne Losemann gerade von der Uni Leipzig
kommt, wo sie 2003 ihre Magisterarbeit über Zigeuner (Verzeihung,
das Fach
heißt: „Tsiganologie“) in der Buchreihe des Völkerkundlichen
Instituts
veröffentlicht hat.
Auf die Frage an Sabine Marx, ob denn, wenn das
ZDF einen Skandalbericht
bestellt, auch immer ein Skandalbericht herauskomme, antwortete
die
offensichtlich beunruhigte Geschäftsführerin: Wenn sich
ein
Anfangsverdacht nicht bestätige, dann werde die Arbeit eingestellt.
Und
Sie wollte von unserer Redaktion wissen, was genau uns an ihrer
Arbeit
störe bzw. wo sie „journalistisch unsauber gearbeitet“ hätten.
Mitgeschäftsführer
Marcus Lindemann schwärmt von
seinem Unternehmen, bei
einem interessanten Ereignis könne sein „Team kurzfristig
im Dutzend
ausschwärmen und fertige Beiträge liefern“. Warum
es allerdings noch
ausschwärmen muss, um fertige Beiträge zu liefern,
das fragt sich, wenn man
den gefälschten Bericht über den Fouqué Verlag
und die Arbeitsweise der
Ethnologin Anne Losemann kennt. Dass es sich rentiert, steht
außer Frage,
denn die WiSo-Redaktion ist Dauerkunde beim Autoren(werk). Man versteht sich
eben.
Ein solcher Beitrag beim ZDF ein Einzelfall?
Dass die Unternehmer Marcus Lindemann und Sabine Marx es verstehen,
ohne
Umweg über die Öffentlich-Rechtlichen auch auf Kosten der
Steuerzahler ganz
direkt Kasse zu machen, damit prahlen sie im Internet: „Dank
einer
ausgeklügelten Firmenkonstruktion hat autoren(werk) auch Mittel
aus den
Töpfen des Aufbau Ost bekommen.“
Das Beispiel des Fouqué Verlag dürfte keine Ausnahme
sein. Als sich der diffamierte Verlag
beim ZDF
beschwerte, war dies kein Anlass, die Recherche aufzurollen
und die
unberechtigte Anprangerung richtigzustellen.
Im Gegenteil, die
Rechtsabteilung des ZDF schmetterte den geschädigten Verlag
mit
juristischen Finessen ab. In einem gewundenden Brief schrieb der
Justitiar
des ZDF, „dass in dem WiSo-Beitrag nicht behauptet wurde,
dass der Fouqué
Literaturverlag seine vertraglichen Leistungen nicht erbracht hat“. – Das
war die zweite Ohrfeige für die Geschädigten.
Millionen Zuschauer erfuhren, dass der betroffene Verlag unseriös
sei. Das
ZDF will aber nichts dergleichen berichtet haben!
Für diese zweite Ohrfeige ist sich wiederum der Justitiar des
ZDF Frank
Dexheimer nicht zu schade. Er lehnte schließlich auch die
Ausstrahlung
einer Gegendarstellung, die letzte Hoffnung der verleumdeten
Verlagsmitarbeiter, – selbstverständlich – ab.
Alle machen ihr Geschäft, das Autoren(werk) und das ZDF, und
alle anderen
verlieren: das belogene Publikum, das angeprangerte Unternehmen
und das angebliche Verbraucheropfer
Die Anständigen der journalistischen Zunft bestätigen die von Autoren(werk)
und ZDF im vorliegenden Fall praktizierte Art der Publikumsmanipulation,
wenn Brigitte Fehrl in der Frankfurter Rundschau vom 20.12.2006 unter
Kommentaren schreibt: "...jenseits der medialen Verdrehungen die Empörung
um jeden Preis sucht..."
Einen nicht unerheblichen Schaden
haben die Machenschaften von WiSo, Anne
Losemann und Konsorten aber auch jener Autorin zugefügt, die
gelähmt und
verarmt im Rollstuhl sitzt. Denn der geschädigte Verlag musste
die weitere
Verbreitung jener falschen Behauptung, der Verlag erbringe seine
Leistungen nicht, sobald er bezahlt sei, natürlich unterbinden.
Das
gebeutelte Unternehmen musste eine Unterlassungserklärung
von der alten
Frau einfordern. Die Autorin hat ihren Auftritt beim ZDF und die
Tatsache,
dass sie dem „Autoren(werk)“ und Michael Opoczynski
das saubere Geschäft
ermöglicht hat, mit einer saftigen Anwaltsrechnung bezahlen
dürfen.
Was in
den Köpfen der Beteiligten vorgeht, die über
Unternehmen und damit auch über Mitarbeiter berichten, die
redlich ihr
Geld verdienen und für die damit ein irreparabler Rufschaden
in Kauf
genommen wird, das kann man sich nur fragen. Nachbarn und Freunde
vergessen nicht, was das für seriös gehaltene ZDF „berichtete“.
Die
solcherart stigmatisierten Mitbürger sind zu Unrecht unter Umständen
fürs Leben in
ihren sozialen Beziehungen geschädigt. Dass dabei auch
das zahlende
Publikum belogen und betrogen wird, auch das kümmert, ausweislich
der
juristischen Abschmetterung des Aufklärungsverlangens der Geschädigten nicht.
Das ist Michael Opoczynski und Anne Losemann und Marcus Lindemann
aber
offensichtlich egal. Was zählt, ist das Geld in der Kasse,
das das dumme
Publikum über die GEZ ja reichlich sprudeln lässt.
Sabine Marx vom „Autoren(werk)“ bestätigt: „Wir
arbeiten am liebsten für öffentlich-rechtliche Sender.“ Das
Autoren(werk) kassiert für seine
schmutzige Arbeit, für die alle paar Wochen einige Unglückliche
ohne
Wimperzucken öffentlich hingerichtet werden, nach eigenen Angaben,
für
einen einzelnen Auftrag schon einmal 100.000 Euro. Um Peanuts geht
es also
nicht, und hier liegt wohl auch die Ursache für den Medienbetrug,
der sich
richtig lohnt. Der Skandaljournalist Tom Kummer gab ungeschminkt
zu
Protokoll, die Budgets „beeinflussen natürlich die Realität“.
Detlef Trattner/22.12.2006
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