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News-Sonderthema: 

Tag der Bibliotheken 2007 (24. Oktober)

Berichte, Umfragen und Hintergründe
 

 
Unsere Beiträge:

Bundespräsident kritisiert «Bibliothekssterben» in Deutschland
Bibliotheksverband: Jugendliche sollen über Bücher entscheiden
Gefangenenbücherei in Münster ist «Bibliothek des Jahres 2007»
Startschuss für Werbekampagne am Tag der Bibliotheken
Büchereien bleiben gefragt - Kultur-Veranstaltungen werden wichtiger
Berliner Bibliotheken setzen verstärkt auf Interaktivität und Hören
Thüringer Bibliotheken kämpfen mit Ideenreichtum um ihren Erhalt
Leserschaft der Bibliotheken in Sachsen-Anhalt hat sich halbiert
Tag der Bibliotheken - Mit Potter und Tintenherz auf Leserfang
Stichwort: Tag der Bibliotheken
 

 
 
 

Bundespräsident kritisiert «Bibliothekssterben» in Deutschland

Weimar (dpa) - Bundespräsident Horst Köhler hat ein «regelrechtes Bibliothekssterben» in manchen Regionen Deutschlands beklagt und eine politische Kurskorrektur gefordert. Bei der Wiederöffnung der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar sagte das Staatsoberhaupt am Mittwoch, viele Bibliotheken seien in ihrem Bestand bedroht oder könnten wegen Finanzkürzungen ihre Arbeit nicht mehr im vollen Umfang wahrnehmen. Im Gegensatz zu den erfolgreichen PISA-Ländern fehle die «strategische Verankerung der Bibliotheken als Teil der Bildungsinfrastruktur.» Sie gehörten deshalb auf die politische Tagesordnung. Bibliotheken seien «weder ein Luxus, auf den wir verzichten könnten, noch eine Last, die wir aus der Vergangenheit
mitschleppen: Sie sind ein Pfund, mit dem wir wuchern müssen», betonte Köhler.

Drei Jahre nach dem verheerenden Brand präsentiert sich die Anna Amalia Bibliothek in neuem Glanz. «Weniges wird in der kulturellen Welt als eine so große Katastrophe erlebt wie der Brand einer Bibliothek», sagte Köhler bei der Wiedereröffnung vor 1200 Gästen. Darunter waren auch Feuerwehrleute und Bürger Weimars, die im September 2004 tausende Bücher aus dem zum Weltkulturerbe gehörenden, brennenden Gebäude gerettet hatten. Die Bibliothek mit dem Rokokosaal wurde für 12,8 Millionen Euro saniert und präsentiert sich jetzt wieder wie zur Zeit um 1850. Weitere 1,2 Millionen Euro kostete die Ausstattung.

Köhler würdige das Engagement bei der Rettungsaktion und die eingegangenen Millionen-Spenden als ein «leuchtendes Zeichen für das kulturelle Engagement in unserem Land». Köhler: «In Weimar schlägt das kulturelle Herz Deutschland.» Mehr als 22 000 Spender - Schüler, Rentner, Familien, Firmen und Stiftungen - haben bisher 21,8 Millionen Euro für die Sanierung des klassischen Kulturerbes sowie für Restaurierung und Ersatz der verlorenen Buchschätze überwiesen. Köhler sprach von einem erstes Etappenziel, mahnte jedoch weitere weitere Unterstützung an, damit der Wiederaufbau des Buchbestandes so gut gelinge wie der des Gebäudes.

Der Bund stehe in besonderer Weise in der Verantwortung zu Weimar, sagte Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU). Deshalb werde er - gemeinsam mit dem Land Thüringen die Förderung der Klassik Stiftung Weimar ab 2008 um 2,6 Millionen Euro anheben. Die zweitgrößte Kulturstiftung Deutschlands könne mit 20 Prozent mehr Geld rechnen. Außerdem werde sich der Bund mit 220 000 Euro an der Restaurierung des Briefwechsels zwischen Goethe und Schiller beteiligen, der durch Säure und Tintenfraß bedroht ist.

Die Restaurierung der verkohlten und verklebten Büchern der Anna Amalia Bibliothek wird voraussichtlich noch bis 2015 dauern. Der Ersatz der Verluste wird Jahrzehnte in Anspruch nehmen und nach Schätzungen bis zu 67 Millionen Euro kosten. Etwa 20 000 Bücher können wegen ihrer großen Schäden wahrscheinlich nicht wieder restauriert werden.

Die Weimarer Bibliothek mit dem 1766 fertiggestellten Rokokosaal stand am 2. September 2004 in Flammen - drei Wochen vor dem geplanten Auszug der historischen Bücher für eine Generalsanierung. 112 000 historische Bücher verbrannten oder wurden durch Löschwasser stark beschädigt. Lediglich 28 000 Bücher konnten unbeschädigt geborgen werden. Die renommierte Forschungsbibliothek mit dem Schwerpunkt Literatur- und Kulturgeschichte gilt neben den Wohnhäusern der Dichter Goethe und Schiller und des Goethe- und Schiller-Archivs als Herzstück der Weimarer Klassik. Sie besitzt rund 900 000 Bücher vor allem aus der Zeit von 1750-1850.

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Bibliotheksverband: Jugendliche sollen über Bücher entscheiden

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Öffentliche Büchereien sollten verstärkt Jugendliche bei der Anschaffung ihrer Medien beteiligen. «Wir müssen weg davon, dass Erwachsene Jugendlichen sagen, was sie zu lesen haben», fordert Sabine Homilius, Geschäftsführerin des hessischen Landesverbandes des Deutschen Bibliotheksverbandes. «Stattdessen müssen wir fragen, was die Jugendlichen gerne lesen», sagte Homilius, Direktorin der Stadtbücherei Frankfurt, der Deutschen Presse-Agentur dpa zum «Tag der Bibliotheken» am Mittwoch.

Sie verwies auf gute Erfahrungen an Frankfurter Schulbibliotheken. «Schüler erhalten ein Budget, mit dem sie zusammen mit der Klasse in die Buchhandlung gehen und einkaufen. Und das ohne Zensur», sagte Homilius. Zuvor würden die betroffenen Schüler entsprechend geschult. «Die Jugendlichen gehen sehr verantwortungsbewusst mit dem Budget um, und diese Medien leihen sich sehr gut aus.»

Aufgabe der Bibliotheken sei es, für solche Projekte an Schulen entsprechende Mittel zu reservieren. Dazu müssten auch mehr Sponsoren angeworben werden. Die Büchereien wiederum müssten sich mit dem im Alter von etwa 14 Jahren einsetzenden «Leseknick» beschäftigen. «Wir müssen versuchen, die Jugendlichen dann mit speziellen Angeboten an die Erwachsenenliteratur heranzuführen», sagte die Bibliothekarin.

Viele Büchereien hätten sehr gute Erfahrungen mit «Schreibwerkstätten» für Jugendliche gemacht. Auch Lyrikprojekte an Schulen funktionierten gut. «Man findet immer Themen, die Jugendliche ansprechen.» In Frankfurt gibt es zum Beispiel vom 26. Oktober an ein spezielles Hip-Hop-Projekt mit einem Musikwettbewerb und «Poetry Slam» sowie einer Ausstellung und Diskussionen.

Kritisch bewertete Homilius «das starke Süd-Nord-Gefälle» bei den Büchereien in Hessen. Der Verband beobachte «mit Sorge», dass die Bibliotheksdichte nach Norden hin sehr stark abnehme. Während das Rhein-Main-Gebiet und auch Südhessen mit öffentlichen Büchereien gut versorgt sei, sei vor allem der ländliche Raum in Ost- und Nordhessen unterversorgt. Vor diesem Hintergrund werde derzeit bundesweit auch über ein Bibliotheksgesetz diskutiert. «Öffentliche Büchereien gehören zu den freiwilligen Leistungen und sind keine kommunale Pflichtaufgabe», bedauerte Homilius.

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Gefangenenbücherei in Münster ist «Bibliothek des Jahres 2007»

Münster (dpa/lnw) - Die Gefangenenbücherei des Gefängnisses in Münster hat am Mittwoch den Preis als «Bücherei des Jahres 2007» erhalten. Die mit 30 000 Euro verbundene Auszeichnung wurde vom Deutschen Bibliotheksverband und der Hamburger ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius vergeben. «Bibliotheken müssen Besuchergruppen ansprechen, und die Gefangenenbücherei ist beispielgebend», sagte Gudrun Heute-Bluhm, Präsidentin des Bibliotheksverbandes. Die Bücherei werde von 80 Prozent der Gefangenen genutzt und könne damit eine außerordentliche Auslastung vorweisen.

«Die positive Bewertung unserer Arbeit tut uns gut», sagte die Leiterin der Justizvollzugsanstalt, Maria Look. Das Preisgeld solle, da Münster gut ausgestattet sei, für Bibliotheken in anderen Gefängnissen oder Jugendarrestanstalten ausgegeben werden.

Das im 19. Jahrhundert gebaute Gefängnis hat 528 Haftplätze und steht unter Denkmalschutz. Gewürdigt wurde die in Haftanstalten nicht selbstverständliche Freihandausleihe: Die Insassen können jede Woche eine Viertelstunde lang selbst in den Bücherregalen suchen und sind nicht nur auf Kataloge angewiesen. Zum Bestand gehören knapp 11 000 Titel, darunter Hörbücher, Nachschlagewerke, Romane und Sachbücher. Bei einer Umfrage unter den Gefangenen gaben drei Viertel «Lesen» als ihre hauptsächliche Freizeitbeschäftigung noch vor dem Fernsehen an. Hoch im Kurs stehen unter anderem Krimis, historische Romane, aber auch Bücher über Geschichte sowie Biografien.

Johano Strasser, Präsident des PEN-Zentrums Deutschland, betonte, die Bibliotheksarbeit für Gefangene in Münster habe eine Vorbildwirkung für den deutschen Strafvollzug. «Ich sehe in dieser Ehrung ein Signal, dass die oft so abschätzig behandelte und doch so immens wichtige soziale Bibliotheksarbeit wieder stärker in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rückt.»

NRW-Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) hob den Beitrag der Gefangenenbüchereien zur Resozialisierung der Häftlinge hervor. Sie seien Teil des Freizeitangebots in den Vollzugsanstalten, eröffneten aber auch Möglichkeiten der Weiterbildung und der Selbsterfahrung. Nordrhein-Westfalen ist eines der wenigen Bundesländer, das zwei Stellen für Bibliothekare für die Gefangenenbüchereien vorhalte.

«Hier trifft sich die Welt», sagte der Leiter der Gefängnisbibliothek, Gerhard Peschers. Entsprechend der Herkunft der Inhaftierten gebe es Bücher in rund 30 Sprachen - unter anderem in Russisch und Mongolisch. Vor zwei Jahren wurde die Bücherei renoviert. Die Bücherei beteiligt sich auch mit einer eigenen Veranstaltung am 26. Oktober an der «Nacht der Bibliotheken».

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Startschuss für Werbekampagne am Tag der Bibliotheken

Potsdam (dpa/bb) - Am Tag der Bibliotheken am heutigen Mittwoch startet eine Werbekampagne für die öffentlichen Büchereien Brandenburgs. Unter dem Motto «Wissen, wo's steht» werben die Figuren Mona Lisa, Napoléon und Adam von sofort an für die Bibliotheken. In Brandenburg gibt es nach den Angaben 212 öffentliche Bibliotheken und 40 wissenschaftliche und Spezialbibliotheken (jeweils ohne Zweigstellen).

Sie leisteten einen wichtigen Beitrag zur Bildung, hieß es. Es gebe fast 300 Vereinbarungen zwischen öffentlichen Bibliotheken des Landes und den ortsansässigen Schulen. Bibliotheken würden als multimediale Informations- und Bildungseinrichtungen angenommen, die in der Aus- und Weiterbildung behilflich sind, sich an Lehrplänen orientieren, Unterricht in ihren Räumen ermöglichen, Leseförderung in Kitas und Grundschulen betreiben und vielfältige Veranstaltungen anbieten.

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Büchereien bleiben gefragt - Kultur-Veranstaltungen werden wichtiger

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Die öffentlichen Büchereien bleiben bei den Bürgern gefragt und sie bieten zunehmend neben Büchern und neuen Medien auch Kultur-Veranstaltungen an. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa unter kommunalen Bibliotheken in Hessen zum «Tag der Bibliotheken» an diesem Mittwoch (24. Oktober). Vor 179 Jahren wurde die erste «Bürgerbücherei» im sächsischen Großenhain gegründet.

In Hessen konkurrieren heute rund 450 kommunale Bibliotheken mit anderen Wissensbörsen. Viele bieten neben Büchern und neuen Medien auch Lesungen und Vorträge oder bedienen mit Bücherbussen weiter entfernte Stadtteile. In der Wiesbadener Stadtbibliothek wird mit der Hilfe des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) eine besondere Dienstleistung geboten: Ältere und behinderte Menschen bekommen die «Bücher auf Rädern» vom ASB bis zur Haustür geliefert.

«Wir verzeichnen für 2006 einen Zuwachs von rund 100 000 Besuchern», sagt Sabine Prasch von der Frankfurter Stadtbücherei. Knapp 1,2 Millionen Besucher seien im vergangenen Jahr in den 18 Zweigstellen der Bücherei gezählt worden. Viele leihen sich nichts aus, sondern lesen Zeitschriften oder recherchieren im Internet. «Bibliotheken entwickeln sich zu Informationszentren - neben der reinen Ausleihe bieten sie eine ganze Reihe anderer Dienstleistungen», sagt Prasch. Die Zahl der Entleihungen in Frankfurts Stadtbücherei ist von 1,9 Millionen im Jahr 2004 auf zwei Millionen im vergangenen Jahr leicht gestiegen.

Auch in anderen Büchereien freuen sich die Bibliothekare über mindestens konstante Ausleihzahlen. 264 000 Medien wurden im vergangenen Jahr in der Landesbibliothek Wiesbaden verliehen. Das sei ein leichter Anstieg, resümiert Direktorin Marianne Dörr. Sehr gut liefen besonders die Nicht-Buch-Medien wie zum Beispiel DVDs. Nach wie vor bleiben Bücher in den meisten Bibliotheken jedoch das wichtigste Angebot. Von den rund 90 000 Medien der Gießener Stadtbibliothek sind laut Leiterin Sibylle Kahnt etwa 9500 Hörbücher und Musik-CDs, 2100 DVD-Filme und Videos sowie 1000 CDs mit Lernprogrammen. «Der Rest ist Gedrucktes - Bücher, Musiknoten oder Zeitschriften.»

Neben den neuen Medien sei der Kultursektor das Wachstumsfeld für Büchereien, glaubt die Frankfurterin Prasch. «Von 2004 bis 2006 ist bei uns die Zahl der Erwachsenen-Veranstaltungen fast um die Hälfte gestiegen», sagt sie. Neben 288 Lesungen, Vorträgen und Ausstellungen habe es im vergangenen Jahr außerdem rund 700 Angebote für Kinder und Jugendliche gegeben.

Über die Finanzen klagen die meisten öffentlichen Bibliotheken. Trotz steigender Buchpreise sei ihr Etat seit Jahren der Gleiche, kritisiert Marianne Dörr. «So können wir die Öffnungszeiten nicht erweitern - auch wenn unsere Besucher das wünschen.» Hier spürten die kommunalen Büchereien die Konkurrenz der Hochschulbibliotheken, die nach der Einführung von Studiengebühren mehr Service bieten könnten.

In Kassel und Frankfurt haben die Stadtbüchereien zwar ihre Öffnungszeiten verlängert, zusätzliches Personal wurde dafür aber nicht eingestellt. In Frankfurt wird ein ganzer Tag mehr gearbeitet - seit Oktober haben die Bibliotheken auch am Montag geöffnet - doch seit 2002 herrscht Einstellungsstopp.

In Fulda fehlt es vor allem an Geld für Veranstaltungen. «Wir haben pro Jahr nur zwei bis drei Lesungen. Uns fehlt einfach ein Raum dafür und so ist das neben einer Platz- auch eine Geldfrage», sagt Annette Vogel von der Centralbücherei. Die Gießener Stadtbibliothek würde gern entlegene Stadtteile oder das Umland mit Bücherbussen bedienen, kann dies aber aus Geldmangel nicht. «Die Provinz in Mittelhessen ist in dieser Hinsicht unterversorgt», sagt Bibliotheksleiterin Kahnt.

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Berliner Bibliotheken setzen verstärkt auf Interaktivität und Hören

Berlin (dpa/bb) - Die Bibliotheken in Berlin setzen verstärkt auf interaktive Angebote und Hörstationen, um Lesemuffel anzulocken. Das ergab eine dpa-Umfrage zum Welttag der Bibliotheken an diesem Mittwoch (24. Oktober). In Lesungen zum Mitdiskutieren, «erlebbaren» Kinderbüchern und Hörstationen sehen die knapp 100 öffentlichen Bibliotheken in der Hauptstadt eine Chance, auch diejenigen zu begeistern, die sonst keine Büchereien besuchen.

In Marzahn-Hellersdorf sprechen seit April die Bücher. «Wir laden Menschen ein, die viel zu erzählen haben», sagte Maike Niederhausen von der Stadtbibliothek Marzahn-Hellersdorf. «Wir wollen Menschen zusammenbringen und Toleranz fördern.» Die «lebenden Bücher» können von den Besuchern eine halbe Stunde lang «ausgeliehen» werden. Hemmschwellen und Vorurteile fallen, Fragen sprudeln. Unter anderem an Obdachlose, Entwicklungshelfer oder einen Marzahner Müller. Zum Auftakt im April kamen an einem Tag über 1400 Besucher in die Bibliothek. «Das gab es hier noch nie», freute sich die Bibliothekarin. «Wir werden das Projekt als Reihe im nächsten Jahr fortsetzen.»

In einigen Büchereien, unter anderem in Mitte, können sich die Besucher an einer «Hörbar» entspannen. «Die Büchereien haben uns die Hörstationen quasi aus der Hand gerissen», sagte Felix Mennen, Mitinitiator der Aktion. «Wir wollen nach und nach Berliner Autoren auf neuen Wegen eine Öffentlichkeit geben.» Die eingesprochenen Texte sind nicht länger als 20 Minuten. Alle drei Monate wechseln die Geschichten. Bis Ende des Jahres soll es 50 Hörbars in Berlin geben: in Bibliotheken, auch bei Frisören und in Arztpraxen.

Alle Bibliotheken bemühen sich besonders um Kinder. Die Berliner S-Bahn lädt seit 2001 gemeinsam mit den Kinder- und Jugendbibliotheken regelmäßig zur «KinderLiteraTour» ein. Das nächste Mal geht es in einem Sonderzug der S-Bahn am 3. November auf die literarische Reise. Es wird ganz nach Art von Pippi Langstrumpf gebastelt, geknobelt, geschminkt und gezaubert.

In Wilmersdorf gehen am 26. Oktober Kinder in einer Rallye auf die Suche nach Harry Potter. «Wir wollen den Kindern die Wartezeit auf den siebten Harry-Potter Band verkürzen», sagte der zuständige Bezirksstadtrat in Charlottenburg-Wilmersdorf, Marc Schulte, der die Rallye auch eröffnen wird. Mehrere Geschäfte beteiligten sich im Ortsteil Schmargendorf an der Aktion, fügte Schulte hinzu. Kinder könnten dort basteln, schreiben und natürlich lesen. Es sei bereits die sechste Veranstaltung in Folge.

Bücher zum «erleben» gibt es im «Bilderbuchkino» in Friedrichshain-Kreuzberg. Die Bibliothekare lesen Geschichten vor und zeigen dazu Dias. «Als in einem Buch eine Bohne vorkam, haben wir gemeinsam mit den Kindern Bohnen gepflanzt», sagte die Leiterin der Bibliotheken in Friedrichshain-Kreuzberg, Susanne Metz. «Danach haben wir zusammen beobachtet, wie die Pflanzen wuchsen.»

Vor allem in Kreuzberg setzen die Bibliotheken auf interkulturelle Angebote. «Weit über die Hälfte unserer Nutzer haben einen Migrationshintergrund», sagte Susanne Metz. Eine Bücherei lebe davon, dass sie besucht werde. Deshalb müssten sich die Bibliothekare auf den Bedarf ihrer Nutzer einstellen. «So stehen in den Regalen türkische Bücher direkt neben deutschen. Nach Themen sortiert, nicht nach Sprachen», sagte die Bibliotheksleiterin. Das gebe es nur in Kreuzberg.

(Internet: www.berlin.de/boeb/, http://hoerbar-berlin.de,
www.s-bahn-berlin.de)

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Thüringer Bibliotheken kämpfen mit Ideenreichtum um ihren Erhalt

Weimar (dpa/th) - Kinderkulturnacht, Schnupperangebote und Vorlese-Wettbewerbe: Trotz der Sparzwänge versuchen die Thüringer Bibliotheken mit Ideenreichtum vor allem junge Nutzer zu gewinnen und langjährige Besucher bei der Stange zu halten. So ist die Zahl der Entleihungen in den vergangenen Jahren annähernd gleich geblieben, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa ergab. Doch die öffentlichen Bibliotheken fürchten finanzielle Einschnitte, wenn das Land künftig aus der Förderung aussteigen sollte. Am «Tag der Bibliotheken» (24. Oktober) beteiligen sich nicht alle Einrichtungen mit Aktionen.

Die etwa 50 öffentlichen Bibliotheken im Freistaat müssten künftig mit weniger Geld auskommen, sagte der Vorsitzende des Thüringer Bibliotheksverbandes, Frank Simon-Ritz. Denn die Förderung des Landes werde nach den Plänen der Regierung von bisher 350 000 Euro auf Null sinken. Die bisherigen Zuschüsse sollen dann in den kommunalen Finanzausgleich fließen. Dadurch werde die Kofinanzierung in Frage gestellt, sagte Simon-Ritz.

Seinen Angaben zufolge haben sich die Bibliotheken mittlerweile zu wichtigen sozialen Treffpunkten gewandelt. Neben dem klassischen Buch gebe es dort auch DVDs, CDs und andere Medien. Internetanschlüsse seien fast überall Standard. Ein wichtiger Faktor ist auch die Vernetzung der Büchereien in den Städten. «Wir haben Verbindungen zur Kirche, zur Volkshochschule und zu Bücherläden», nennt der Suhler Kulturamtsleiter Matthias Rolfs das Erfolgsrezept der dortigen Stadtbibliothek. «Das ist unsere Stärke.» Die Einrichtung hat vor wenigen Tagen den Bibliothekspreis 2007 erhalten.

Die Bibliotheken versuchen auf verschiedene Weise vor allem Kinder und Jugendliche als Nutzer zu gewinnen. In Suhl gibt es dazu Kooperationen mit Kindergärten und Grundschulen. Jeder fünfte der insgesamt 4800 Nutzer gehöre zur Altersgruppe der unter 14-Jährigen, sagte Rolfs. In Altenburg will sich die städtische Bibliothek verstärkt um die Leseförderung bei Grundschülern und Rechercheübungen für Gymnasiasten bemühen, sagte deren Leiterin Siegrid Bartosch. In der Altenburger Einrichtung klaffe vor allem in der Gruppe der 18- bis 45-Jährigen eine Lücke. In Eisenach erhalten alle Zweitklässler der Stadt einen kostenlosen Jahresausweis als Schnupperangebot. Von
2008 an wird das Angebot zudem um Spiele erweitert.

Unter dem Motto «Ich lese gern» erhalten Kinder in der Jenaer Ernst-Abbe-Bücherei nach den Herbstferien Schnupperangebote. Dazu gehöre auch die kostenlose Nutzung der Einrichtung für ein Vierteljahr, sagte deren Leiterin Annette Kasper. Derzeit gebe es 16 000 aktive Leser. Den Wegfall der Landesförderung bedauerte die Bibliotheksleiterin: Das erschwere den Einrichtungen, auf dem neuesten Stand zu bleiben. «Unsere Besucher kommen nicht in eine Bibliothek, die keine aktuellen Medien hat.»

Mit Service will die Stadtbibliothek in Nordhausen punkten. «Die Bücher, CDs oder DVDs, die nicht bei uns zu finden sind, werden bei anderen Bibliotheken besorgt», sagte deren Leiterin Kersti Kramer. Der «Tag der Bibliotheken» werde in Nordhausen mit 48 Stunden Verspätung gewürdigt: Mit einer Bibliotheksnacht wird das Erscheinen der deutschsprachigen Ausgabe des neuen Bandes von Harry Potter gefeiert. Dagegen hat die Bücherei in Eisenach zum Bibliothekstag bis 23 Uhr geöffnet und veranstaltet unter anderem eine szenische Lesung. Der Chef des Bibliotheksverbandes Simon-Ritz verweist auf eine Besonderheit des Bibliothekstages 2007 für Thüringen: Denn dann wird auch die Anna Amalia Bibliothek in Weimar feierlich wiedereröffnet.

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Leserschaft der Bibliotheken in Sachsen-Anhalt hat sich halbiert

Halle (dpa/sa) - Die Kommunalen Bibliotheken in Sachsen-Anhalt haben binnen zehn Jahren fast jeden zweiten Leser verloren. Im vergangenen Jahr hatten 146 000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene einen Leseausweis, im Jahr 1996 waren es noch rund 360 000, wie die Geschäftsführerin des Landesverbandes Deutscher Bibliotheken, Gabriele Herrmann, sagte. Mit Rabatt-Aktionen, Werbetouren durch Kindergarten und Schulen und dem Verleih frisch erschienener Lektüre wollen die Bibliotheken Leser finden und binden, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa ergab.

Der Anteil der Leser mit eigenem Bibliotheksausweis an der Gesamtbevölkerung beträgt in Sachsen-Anhalt 5,3 Prozent - Tendez weiter sinkend. Der Bundesdurchschnitt liegt bei rund zwölf Prozent. «Die Zahl der hauptamtlich geführten Bibliotheken sank von 138 im Jahr 1996 auf 90 im Vorjahr», sagte Herrmann. Hinzu kommen rund 208 kleine Bibliotheken, die meist ehrenamtlich geführt werden. Im Jahr 2005 waren es noch 260.

In der Stadtbibliothek in Halle wird es zum bundesweiten Tag der Bibliotheken (24.10.) eine Rabatt-Aktion geben. «Jeder der sich an diesem Tag als Leser einschreibt, zahlt die Hälfte der Lesegebühr», sagte die Leiterin des Hauses, Hildegard Labenz. Die Stadtbibliothek der Saalestadt erwarte bis Jahresende rund 14 500 eingeschriebene Leser, etwa 500 mehr als im Vorjahr.

In der Stadtbibliothek in Magdeburg gibt es eine Sonderregelung. Titel, die auf den Bestsellerlisten der Zeitschriften stehen, werden sofort nach dem Erscheinen für je zwei Euro ausgeliehen. «Das funktioniert, denn die Leute können zu einem kleinen Preis stark nachgefragte Titel sofort ausleihen und lesen», sagte Sprecher Maik Hattenhorst. Am Bibliothekstag gibt es in der Magdeburger Einrichtung ein Lesecafé und Informationen rund um das Thema Schokolade. Zudem warten auf die Besucher eine Lesung sowie Einblicke in die Arbeit einer Buchbinderei.

Die Stendaler Stadtbibliothek geht mit ihren Angeboten regelmäßig in Schulen und jetzt auch in die Kindergärten. «Auch die Jüngsten sind die zukünftigen Nutzer», sagte die Leiterin Heidemarie Herpe. Neben den Büchern seien Hörbücher sehr wichtig und würden immer stärker nachgefragt.

In der Naumburger Stadtbibliothek gibt es für die rund 63 000 Bücher und anderen Medien noch keine Benutzungsgebühren. «Mit rund 3 900 Nutzern haben wir einen leichten Rückgang durch sinkende Einwohnerzahlen», sagte die Leiterin Sabine Matzer.

(Internet: www.bibliotheksverband.de)

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Tag der Bibliotheken - Mit Potter und Tintenherz auf Leserfang

Dresden (dpa/sn) - Sachsens Bibliotheken wollen noch mehr Lust auf Bücher machen. Bislang hat die steigende Nutzung des Internets laut einer Studie des Leipziger Instituts für empirische Forschung noch keinen negativen Einfluss auf die Lesegewohnheiten. Die rund 530 öffentlichen Bibliotheken in Sachsen kamen im Vorjahr auf knapp 22 Millionen Entleihungen - fast genau soviele wie 2005. Um die Zahl der Nutzer stabil zu halten, bemühen sich die Bibliotheken verstärkt um junge Leser, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa ergab. Dabei kommen ihnen zwei Ereignisse recht: Am Mittwoch (24. Oktober) ist der Tag der Bibliotheken, am Samstag (27. Oktober) erscheint der letzte Harry-Potter-Band auf Deutsch.

Neben «Harry Potter» von Joanne K. Rowling verzaubert auch die «Tintenherz»-Reihe von Cornelia Funke junge Leseratten. «Solche Bücher erreichen einige, die sonst nicht zum Buch gegriffen hätten», vermutet Elke Ziegler, Sprecherin der Städtischen Bibliotheken Dresden. Knapp jeder dritte Nutzer dort ist jünger als 18. Das ist vor allem Kooperationen mit Kindertagesstätten und Schulen zu verdanken. «Wir sind neben den Schulen der wichtigste Bildungspartner», betont sie.

Ein sehr junges Publikum hat auch die Chemnitzer Stadtbibliothek. «Jeder zweite Chemnitzer zwischen 14 und 18 Jahren ist bei uns Nutzer», freut sich Uwe Hastreiter von der Öffentlichkeitsarbeit. Um den Trend beizubehalten, startet dort in dieser Woche das Internet- Spiel «Letterheinz». Damit sollen schon kleine Nutzer spielerisch mit Büchereien vertraut gemacht werden. In der Leipziger Stadtbibliothek können ab November Computerspiele entliehen werden.

Die Aktionen haben Erfolg. In Chemnitz steigen die Nutzerzahlen seit dem Umzug in die neue Zentralbibliothek vor drei Jahren kontinuierlich an. Auch die Görlitzer Bücherei wird gerade saniert und bekommt einen neuen Anbau. Andere Städte setzen dagegen den Rotstift an: In Hoyerswerda wurden die Öffnungszeiten verkürzt, in Zwickau musste in diesem Jahr bereits eine Zweigstelle schließen. «Die Stadt muss Geld einsparen. Das trifft uns ebenso wie andere Einrichtungen», sagt Heike Hoffmann von der Zwickauer Stadtbibliothek. Die meisten öffentlichen Bibliotheken verlangten mittlerweile eine Nutzungsgebühr.

Das mit Abstand beliebteste Buch ist derzeit in vielen sächsischen Bibliotheken Hape Kerkelings «Ich bin dann mal weg». In wenigen Tagen könnte es aber vom Spitzenplatz verdrängt werden durch «Harry Potter und die Heiligtümer des Todes». In Leipzig und Hoyerswerda laden die Stadtbibliotheken vom 26. zum 27. Oktober zu einer Potter-Nacht. In den Dresdner Bibliotheken legen die Mitarbeiter für den Zauberjungen ausnahmsweise eine Nachtschicht ein, sagt Ziegler. «Damit die 78 Exemplare pünktlich ab Samstagmorgen ausgeliehen werden können.»

(Internet: www.bibo-dresden.de; www.leipzig.de; Stadtbibliothek
Zwickau: http://83.221.242.134/; www.stadtbibliothek-chemnitz.de; www.hoyerswerda.de; www.goerlitz.de/stadtbibliothek/)

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Stichwort: Tag der Bibliotheken

Dresden (dpa/sn) - Der Tag der Bibliotheken wird am 24. Oktober begangen und soll die Aufmerksamkeit auf die rund 11 500 Bibliotheken in Deutschland lenken. Der Tag wurde 1995 unter der Schirmherrschaft Richard von Weizsäckers von der deutschen Literaturkonferenz ausgerufen. Er erinnert an die von Karl Benjamin Preusker (1786-1871) am 24. Oktober 1828 in Großenhain (Landkreis Riesa-Großenhain) eingerichtete Schulbibliothek. Sie wurde 1832 nach Preuskers Plan zur ersten öffentlichen Bibliothek in Deutschland erweitert und konnte unentgeltlich genutzt werden.

(Internet: www.bibliotheksverband.de)

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Zum Verkaufsstart von Harry Potter 7
Hintergrundberichte zum Erscheinen des letzten Bandes der Reihe
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Leipziger Buchmesse 2007 (22.03.-25.03.)
Stimmen und Hintergründe
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80. Geburtstag von Martin Walser
Lebenswerk und Porträt
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175. Todestag von Johann Wolfgang von Goethe (22.03.)
Lebenswerk und Hintergründe
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80. Geburtstag von Inge Jens (11.02.)
Herausgeberin der Thomas-Mann- Tagebücher
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125. Geburtstag von James Joyce (02.02.)
Autor des Jahrhundertwerks "Ulysses"
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125. Geburtstag von Virginia Woolf (25.01.)
Pionierin der Moderne und des Feminismus
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Autorenwerk, ZDF und WiSo
Wie das Autoren(werk) mit fingierten Reportagen das ZDF und das ZDF die Zuschauer abkassiert
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Der Börsenverein unter Honnefelder
Die Regierung in Schilda erklärt seinen Einwohnern den Krieg:
Ein aktueller Streich des Börsenvereins unter Vorsteher Gottfried Honnefelder
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Günter Grass: Das Waffen-SS Eingeständnis
Reaktionen und das Eingeständnis
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Zum 50. Todestag von Gottfried Benn am 07.07.
Lebenswerk, Hintergründe und Zitate
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Zum Tod von Robert Gernhardt am 30.06.
Reaktionen, Stimmen und ein Kurzporträt
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150. Geburtstag von Sigmund Freud (06.05.)
Lebenswerk und Hintergründe
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100. Geburtstag von Samuel Beckett am 13.04.
Lebenswerk und Hintergründe
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