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News-Sonderthema: 

Leipziger Buchmesse 2010 (18. bis 21. März)

Fakten, Stimmen und Hintergrundberichte. Aktuelle Informationen von der Messe.
 

 
Unsere Beiträge:

21.03.2010
156 000 Besucher - Leipziger Buchmesse als Publikumsmagnet
Giles Foden ließ sich von Schwiegervater beraten

Wegen Geheimdienst: Herta Müller lektorierte im Wald

Leipziger Buchmesse geht zu Ende


20.03.2010
Iraner Said erhält Autoren-Preis

Run auf Buchmesse - Ehepaar Stolpe spricht über Krebs

Die Walsers reizt das Biografische


19.03.2010
Nobelpreisträger und Ehepaar Stolpe auf Buchmesse

Clemens Meyers Tagebuch «Gewalten» hat Schwächen

Mehr Besucher auf Leipziger Buchmesse

Kurt-Wolff-Preis 2010 erstmals für Verleger

Die Superlative der Buchmesse

Nach dem E-Book-Hype: Leser dringend gesucht

Magnet Buchmesse - Tag der Biografien

Von Weizsäcker würdigt Wiedervereinigungspolitik

100 Jahre Käthe-Kruse-Puppe: Die Schöpferin privat

Nina Hagen und Martin Walser auf Buchmesse

Zweiter Tag der Leipziger Buchmesse


18.03.2010
Die Buchmessepreisträger im Kurzporträt

Leipziger Buchmesse-Preis für Klein - Hegemann geht leer aus

Kinderbuchhandlungspreis 2010 geht nach Pinneberg

Junge Leser drängeln sich auf Buchmesse Leipzig

Leipziger Buchmesse geöffnet - Andrang


17.03.2010
Leipziger Buchmesse startet - Preis für György Dalos

Buchpreis zur Europäischen Verständigung

Leipziger Buchmesse - Branchentreff mit Tradition

Thüringer Neuerscheinungen auf Buchmesse Leipzig

Bester Frühlingsgedicht-Rezitator gesucht


16.03.2010
Antiquare zeigen Schätze auf Leipziger Buchmesse


10.03.2010
Romanistikprofessor: Verlage vernachlässigen Lateinamerika

Honnefelder: Neue Medien steigern Bedeutung vom Buch

Nobelpreisträger und stabile Zahlen: Leipziger Buchmesse 2010
Literaturparadies: 1500 Autoren bei «Leipzig liest»
Die Leipziger Buchmesse in Zahlen

 


 

21.03. 156 000 Besucher - Leipziger Buchmesse als Publikumsmagnet

Leipzig (dpa) - Die Leipziger Buchmesse hat ihren Ruf als riesiges Lesefest mit einem kräftigen Besucherplus bestätigt. Die viertägige Frühjahrsschau der Bücher lockte 156 000 Interessierte an und damit 9000 mehr als im Vorjahr. «Wir sind mit dem Messeverlauf hochzufrieden», sagte der Geschäftsführer der Leipziger Messe, Martin Buhl-Wagner am Sonntag kurz vor dem Ende der Buchmesse. Jeder dritte Besucher hatte eine Anreise von mehr als 200 Kilometern. In den Messehallen hatten rund 2000 Verlage aus 39 Ländern ihr Frühjahrsprogramm präsentiert. Nahezu rund um die Uhr drängten sich an den Ständen wissbegierige Leser. Auf der Messe und an 300 Orten in der «Buchstadt» Leipzig stellten 1500 Autoren ihre neuen Werke vor.

Die Verlage wurden regelrecht von Lesern überrannt und schauen optimistisch ins weitere Buchjahr 2010. «Das Interesse am gedruckten Buch ist ungebrochen groß», sagte Stefanie Hintze von Random House (München). Sie lobte die im Vergleich zur Frankfurter Buchmesse familiärere Atmosphäre. Schockiert zeigte sich Hintze allerdings davon, wie viele Besucher am Stand Bücher stehlen. Birgit Hennig von Droemer Knaur (München) betonte: «Frankfurt/Main ist für unseren Verlag die wichtigere Messe, aber Leipzig hat den Charme, dass wir viel mit den Lesern zu tun haben.»

Der Chef vom Mitteldeutschen Verlag (Halle), Roman Pliske, freute sich, dass erstmals seit Jahren wieder Buchhandlungen auf die Messe kamen, um Bestellungen aufzugeben. Zudem reichten am Verlagsstand viele Autoren ihre Manuskipte ein. «Wir sehen mit Spannung auf dieses Jahr», sagte Pliske.

Während es auf der größten deutschen Buchmesse in Frankfurt alljährlich im Herbst vor allem um Geschäftsabschlüsse geht, ist die kleinere Schau an der Pleiße hauptsächlich ein Lese-Event. Die Leipziger, durch das ansässige Literaturinstitut - Deutschlands einzige Schriftstellerhochschule - und dutzende Verlage ohnehin das ganze Jahr über mit Lesungen verwöhnt, strömten fast rund um die Uhr zu den Autoren. Ob Nina Hagen, Günter Grass, Martin Walser oder unbekannte Jungliteraten lasen: Meist blieb kein Sitzplatz unbesetzt.
Dabei wurden manchmal Bücher vorstellt, die gar nicht neu sind; etwa die 2009 erschienene Biografie von Karel Gott.

Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller, die im Gegensatz zu anderen Autoren nur eine Lesung gab, zog ihre Zuhörer im ausverkauften Centraltheater weit mehr in den Bann als am Abend zuvor Nobelpreis-Kollege Günter Grass im Alten Rathaus. Während dieser vor allem älteres Publikum anlockte, kamen zu Müller viele junge Leute.

Freud und Leid lagen manchmal eng beieinander: Während Manfred und Ingrid Stolpe über ihre Krebskrankheit sprachen, hatten nur wenige Meter entfernt hunderte schrill kostümierte Kinder und Jugendliche ihren Spaß. Traditionell steht die Frühjahrsschau der Bücher im Zeichen des «Cosplay» (Costume Play), bei dem die schönsten Manga- und Fantasy-Outfits prämiert werden. Der Messe ist damit ein Stammpublikum mit teils weiten Anreisewegen sicher, das aber vor allem gekommen ist, um sich selbst und seine aufwendigen textilen Kreationen feiern zu lassen.

Praktisch keine Rolle spielte das E-Book. Während das erstmalige Angebot des Messebuchladens, sich dort elektronische Bücher zu kaufen, nahezu ignoriert wurde, drängelten sich die Besucher dort wie immer vor den Bücherregalen - als ob es außerhalb der Messe nirgendwo Literatur zu kaufen gäbe. Rabatte gab es in der Buchhandlung nicht. Verleger berichteten ebenfalls, dass bei ihnen das elektronische Buch noch keine bedeutende Rolle spielt. «Es gibt bei den Verlagen auch eine große Unsicherheit, wie sie mit dem Thema umgehen sollen», hat Pliske beobachtet. Dennoch wurden auf der Messe sogar schon E-Book- Ledereinbände präsentiert.

(Internet: www.buchmesse-leipzig.de)

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21.03. Giles Foden ließ sich von Schwiegervater beraten

Leipzig (dpa) - Die Poesie des Wetters hat den englischen Schriftsteller Giles Foden gepackt. Nach der Oscar-gekrönten Romanverfilmung «Der König von Schottland» schickt der 1967 in Warwickshire geborene Autor in seinem neuen Buch «Die Geometrie der Wolken» (Aufbau, Berlin) seinen Protagonisten auf geheime Mission. Er soll herausfinden, wie die präziseste Wettervorhersage für die Landung der Alliierten in der Normandie im Juni 1944 garantiert werden kann. Doch das Wetter wirbelt nicht nur sein Leben kräftig durcheinander. Es gilt, die Turbulenz als eine der letzten Mysterien der von deutschen Wissenschaftlern dominierten Physik zu entschlüsseln.

Pünktlich zur Leipziger Buchmesse veröffentlichte Foden ein wortgewaltiges Werk, das erzählerisch brilliert und neugierig beobachtet. Der Autor strömt, schwebt und stürmt zwischen Himmel und Erde mit fesselnder Sprache, deren Übersetzung ins Deutsche alles andere als wolkig ist. Wer das Vorgänger-Buch «Der letzte König von Schottland» mag, wird diesen Roman lieben. Die Deutsche Presse-Agentur dpa sprach mit dem freischaffenden Journalisten und Professor für kreatives Schreiben an der Universität East Anglia.

Herr Foden, warum haben Sie das Wetter als roten Faden für den Roman gewählt?

Foden: «Mich interessierte, wie Menschen mit Unsicherheit und Komplexität umgehen. Die Atmosphäre ist sicherlich das größte komplexe, dynamische, unsichere System, das wir erleben - abgesehen von unserem Geiste. Das Wetter schien mir eine gute Stimmung, um sich diesem System zu nähern. Das Wetter beeinflusst außerdem so maßgebliche Dinge wie Landwirtschaft oder Krieg oder Hochzeit. Ein weiterer Grund war mein Schwiegervater, der ein sehr angesehener Meteorologe und Klimawissenschaftler ist.»

Wie praktisch... Wollten Sie Eindruck schinden?

Foden: «Ja ja, er half mir durch den Nebel an Informationen und schlug ein paar Themen vor. Auf Spaziergängen erklärte er mir Wetterphänomene, die ich mein ganzes Leben lang nicht verstanden hatte. Er studierte Physik in Cambridge, was damals unmöglich war, ohne Deutsch zu können. Das ist bedauerlicherweise nicht mehr so. Dann erzählte er mir von seiner Zeit als Leiter des britischen Wetterdienstes. Einer seiner Verwandten, Lewis Richardon, ist der Mann, der die moderne Wettervorhersage begründete - mit all ihren mathematischen Berechnungen.»

Wie kamen Sie da auf die Turbulenz, Ihr zentrales Thema?

Foden: «Den Strudel, die Spirale nahm ich beim Lesen plötzlich als bedeutende symbolische Gestalt in der Literaturgeschichte wahr, bei Goethe, Dante, Yates. Mich faszinierte diese Spirale mit ihrem Innen- und Außenleben, ohne Anfang und Ende.»

Der Klimawandel verdeutlicht unser Interesse für Wissenschaft. Warum interessiert uns etwas, was wir nicht verstehen?

Foden: «Wissenschaft ist die Quelle für das Unterschwellige der verwunderlich unverwunderlichen Dinge jenseits des Menschen. Es gibt hier wohl auch einen religiösen Aspekt. Wichtiger sind für uns aber die direkten materiellen Auswirkungen.»

Interview: Sebastian Döring, dpa

(Internet: www.aufbau-verlag.de/index.php4?page=14052)

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21.03. Wegen Geheimdienst: Herta Müller lektorierte im Wald

Leipzig (dpa) - Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller (56) hat sich aus Angst vor dem Geheimdienst mit der deutschen Lektorin ihres ersten Werkes an einem ungewöhnlichen Ort getroffen. «Damit man uns nicht abhört, sind wir immer in den Wald gegangen und haben dort lektoriert», sagte Müller am Samstagabend bei ihrem einzigen Auftritt auf der Leipziger Buchmesse (18.-21.3.) im Centraltheater der Stadt. «Ich war eine junge Autorin vom Ende der Welt und sie eine große Lektorin vom Nabel der Welt, nämlich Deutschland.»

Müllers Prosa-Debüt «Niederungen» mit düsteren Schilderungen über ein rumänisches Dorf war 1982 zunächst im Bukarester Kriterion Verlag in einer zensierten Ausgabe erschienen. Zwei Jahre später konnte die vom Ceausescu-Regime verfolgte Autorin das Manuskript in den Westen schmuggeln. Der Berliner Rotbuch Verlag druckte 1984 eine neue Version.

Die Schriftstellerin wurde in einem Dorf im lange Zeit deutschsprachigen Banat geboren und floh 1987 vor dem Ceausescu-Regime und der Geheimpolizei nach West-Berlin. Die Literatur sei ein wichtiger Auslöser dafür gewesen, dass sie aus dem Dorf fortgegangen sei, sagte die zierliche Schriftstellerin im ausverkauften Centraltheater. «Verdorben wurde meine Dorf-Zugehörigkeit durchs Lesen, durch die Bücher.» Besonders stark beeinflusst hätten sie die Werke von Thomas Bernhard. «Wenn man ihn liest, kommt man in ein banat-schwäbisches Dorf nicht mehr so zurück, wie man es verlassen hat. Das tut auch weh», sagte Müller.

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21.03. Leipziger Buchmesse geht zu Ende

Leipzig (dpa) - Mit Auftritten von Sportstars, Sängern und Schauspielern geht heute (Sonntag) die Leipziger Buchmesse zu Ende. Bei der viertägigen Bücherschau stellten rund 2100 Aussteller aus 39 Ländern ihre Neuerscheinungen vor. 1500 Autoren lasen an 300 über die ganze Stadt verteilten Orten aus ihren Werken und kamen mit den Lesern ins Gespräch. Bis zum Sonntagabend werden auf der Buchmesse mehr als 100 000 Besucher erwartet. Zu den prominenten Gästen des letzten Messetages gehören Schriftsteller Martin Suter, Sänger Karel Gott, die Schauspieler Jürgen Tarrach und Marianne Sägebrecht sowie Ex-Schwimmerin Franziska van Almsick.

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20.03. Iraner Said erhält Autoren-Preis

Leipzig (dpa) - Der Freie Deutsche Autorenverband (FDA) hat seinen diesjährigen Literaturpreis an den iranischen Schriftsteller Said verliehen. Der 53-Jährige erhielt die mit 2000 Euro dotierte Auszeichnung am Samstag auf der Leipziger Buchmesse. Damit werden Autoren gewürdigt, die sich für die Freiheit des Wortes, kulturelle Vielfalt und Respekt zwischen den Kulturen einsetzen, hieß es. Der Förderpreis ging an Tanya Wegberg für ihren Debütroman «memory error - oder wie mein Vater über den Jordan ging» (Rowohlt, Reinbek).

Kurzgeschichten ausgezeichnet

Leipzig (dpa) - In dem Kurzgeschichten-Wettbewerb Literareon zum Thema Rückenwind sind die besten Autoren ausgezeichnet worden. Aus mehr als 500 Einsendungen wurden am Samstag auf der Leipziger Buchmesse die drei besten Beiträge gewürdigt. Der mit 500 Euro dotierte erste Preis ging an «Gelobtes Land» von Stefan Müller aus Aschaffenburg. Den zweiten Preis erhielt «Achtung, fertig, Sauerstoff!» von Helge Streit (Wien), den dritten Preis «Das Los des Windes» von Michael Burgholzer (Bürmoos, Österreich). Der Herbert-Utz-Verlag hatte zu dem Wettbewerb aufgerufen. Im kommenden Jahr soll es in den Kurzgeschichten um das Thema Diebe gehen.

Manga-Talente im Mittelpunkt

Leipzig (dpa) - Die Manga-Zeichner und -Fans haben am Samstag auf der Leipziger Buchmesse die Blicke auf sich gezogen. Zwischen bunt verkleideten Jugendliche wurden beim Zeichenwettbewerb «Manga-Talente» die Newcomer des Jahres ausgezeichnet. In der Kategorie Einzelbilder unter dem Motto «Glück» setzte sich Carina Klassen aus Soest (Nordrhein-Westfalen) in der Altersklasse bis 14 Jahren durch, Swetlana Malachinski aus Meßstetten (Baden-Württemberg) in der Altersklasse ab 15 Jahren. Bei den mehrseitigen Manga-Geschichten zum Thema «Party» gewannen Anna Backhausen aus Calden (Hessen) sowie Olga Schikunov aus Falkenstein (Sachsen). Mehr als 1200 sogenannte Mangaka reichten ihre Arbeiten ein. Die Gewinner bekamen Sachpreise

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20.03. Run auf Buchmesse - Ehepaar Stolpe spricht über Krebs

Leipzig (dpa) - Auf der Leipziger Buchmesse lagen am Samstag Freud und Leid nah beieinander: Während Manfred und Ingrid Stolpe über ihre Krebskrankheit sprachen, hatten nur wenige Meter entfernt hunderte schrill kostümierte Kinder und Jugendliche ihren Spaß. Traditionell steht das Wochenende der Frühjahrsschau der Bücher im Zeichen des «Cosplay» (Costume Play), bei dem die schönsten Manga- und Fantasy- Outfits prämiert werden. Für den dritten Tag der Messe hatten sich auch zwei deutsche Literaturnobelpreisträger angekündigt: Günter Grass wurde am Nachmittag auf dem Blauen Sofa erwartet, Herta Müller am Abend im Centraltheater.

Auf der Frühjahrsschau der Bücher präsentieren noch bis Sonntag 2000 Verlage ihre Neuerscheinungen. Wie in den Jahren zuvor zog es am Samstag schon am Morgen tausende Bücherfreunde aufs Messegelände. Die im Zehn-Minuten-Takt fahrenden Züge und Straßenbahnen waren überfüllt und in den Messehallen kamen die Besucher wegen des Andrangs nur im Schneckentempo voran.

Manfred Stolpe (SPD), ehemaliger brandenburgischer Ministerpräsident und einstiger Bundesverkehrsminister, sagte bei der Vorstellung seines Buches «Wir haben noch so viel vor. Unser gemeinsamer Kampf gegen den Krebs» zu den meist älteren Zuhörern: Viele Menschen meinten, Krebs bedeute automatisch das Todesurteil. Er habe deshalb nach der Diagnose Darmkrebs Angst gehabt, abgeschrieben zu werden, wenn er über seine Krankheit spreche. Aber: «Wir sind der festen Überzeugung, dass es wichtig ist, darüber zu reden», so der Politiker. Heute gehe es ihnen beiden gut, sagte Ingrid Stolpe, die an Brustkrebs litt. Die seit 49 Jahren verheirateten Stolpes verarbeiten in dem gemeinsam verfassten Buch ihre Erfahrungen mit der Krankheit.

Martin Walser und seine Tochter Alissa präsentierten ihre neuesten Veröffentlichungen, in denen sie den Reiz am Biografischen entdeckt haben. Die beiden Autoren fesselten jeweils mit ihren Werken die Besucher der Buchmesse. «Tagebücherschreiben kommt aus einer vollkommenen Alleingelassenheit», sagte Vater Walser, der am Mittwoch 83 Jahre alt wird. Seine Tochter setzt sich in ihrem kürzlich veröffentlichten Debütroman «Am Anfang war die Nacht Musik» (Piper, München) hingegen über eine fremde Biografie, die des Arztes und Wunderheilers Franz Anton Mesmer, mit sich selbst auseinander: «Je mehr ich mich mit dem Material beschäftigt habe, habe ich meine Themen entdeckt», sagte sie.

Die «Bild»-Zeitung stellte ihre Sonderedition «Die 8 Kanzler» vor.
Für 1990 Euro gibt es die im Kanzleramt hängenden Porträts der bisherigen deutschen Regierungs-Chefs für die Wand zu Hause. Anlass ist der 70. Geburtstag des Fotografen Konrad R. Müller. Von Konrad Adenauer bis Angela Merkel: Müller hat alle Kanzler fotografiert. Signierte Abzüge im Format 30 mal 40 Zentimeter gibt es nun in einer handgearbeiteten Box. Darin liegen auch Baumwollhandschuhe mit den Initialen «K.R.M.». Die Sonderedition hat eine Auflage von 99 Exemplaren.

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20.03. Die Walsers reizt das Biografische

Leipzig (dpa) - Martin Walser und seine Tochter Alissa haben auf eigenen literarischen Wegen den Reiz am Biografischen entdeckt. Die beiden Autoren fesselten jeweils mit ihren Werken die Besucher der Leipziger Buchmesse. «Tagebücherschreiben kommt aus einer vollkommenen Alleingelassenheit», sagte Vater Walser, der am Mittwoch 83 Jahre alt wird. «Die intimste Empfindung der deutschen Sprache anzuvertrauen, ist die größte Erfüllung.» Seine Tochter setzt sich in ihrem kürzlich veröffentlichten Debütroman «Am Anfang war die Nacht Musik» (Piper, München) hingegen über eine fremde Biografie, die des Arztes und Wunderheilers Franz Anton Mesmer, mit sich selbst auseinander: «Je mehr ich mich mit dem Material beschäftigt habe, habe ich meine Themen entdeckt.»

Vater Walser schöpft im hohen Alter aus dem eigenen Leben. Zur Buchmesse veröffentlichte er die Novelle «Mein Jenseits» (Berlin University Press) und das dritte seiner «Tagebücher» aus den Jahren 1974 bis 1978. Darin rechnet er mit einem der berühmtesten Streits der deutschen Nachkriegsliteraturgeschichte ab - zwischen ihm und dem Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki.

«Jemand, der sich der deutschen Sprache anvertraut, muss glauben», sagte der Altautor. «Glauben ist eine Begabung, so etwas wie Musik.» Alissa Walser hatte als Kind Klavier und Flöte gelernt. «Musik schärft die Kraft, nicht immer dem Beweisbaren zu vertrauen», sagte die 49-jährige Tochter. 

 

19.03. Nobelpreisträger und Ehepaar Stolpe auf Buchmesse

Leipzig (dpa) - Mit tausenden Besuchern schon am frühen Morgen hat am Samstag der dritte und vorletzte Tag der Leipziger Buchmesse begonnen. Weil auf der Schau am Wochenende auch die schönsten Manga- und Fantasy-Kostüme prämiert werden, drängelten sich in den überfüllten Bahnen zum Messegelände schrill kostümierte Jugendliche. In den Messehallen und in der Stadt geben sich wieder dutzende haupt- und nebenberufliche Autoren die Klinke in die Hand. Erwartet werden die Literaturnobelpreisträger Günter Grass und Herta Müller und das Ehepaar Manfred und Ingrid Stolpe. Auf der Frühjahrsschau der Bücher präsentieren 2000 Verlage ihre Neuerscheinungen.

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19.03. Clemens Meyers Tagebuch «Gewalten» hat Schwächen

Leipzig (dpa) - Tödliche Härte kämpft sich an den Zenit des alltäglichen Wahnsinns: Mit Sichtweisen verschiedener Täter legt der gefeierte Leipziger Autor Clemens Meyer seinen Roman «Gewalten. Ein Tagebuch» (S. Fischer, Frankfurt am Main) druckfrisch zur Leipziger Buchmesse vor. Diese Chronik jener Brutalitäten etwa der Entführungsfall Michelle und den Amoklauf von Winnenden, die im vergangenen Jahr durch die Medien rauschten, ist gepaart mit touristischen Spaziergängen durch Leipzig - frei nach Goethes Motto «Mein Leipzig lob ich mir». Der Vorgängerroman «Die Nacht, die Lichter» erhielt vor zwei Jahren den Preis der Leipziger Buchmesse.

Meyer experimentiert in seinem dritten Werk: In elf Erzählungen führt er persönliche Eindrücke der zwölf Monate 2009 zusammen wie bruchstückhafte Fragmente. «Die Wirtschaftskrise dezimiert die Menschheit», warnt der Erzähler. Gedanken- und Gesprächsfetzen liefern sich einen Schlagabtausch mit ellenlangen, einschläfernden Monologen. Die flotte, derbe Sprache eines halbstarken Jugendlichen ist überzogen mit der Brille eines Intellektuellen, der in der medienüberfluteten Provinz Zuhause ist. Mit der Deutschen Presse- Agentur dpa sprach der 32 Jahre alte Schriftsteller über Biografien und Überschätzung:

Herr Meyer, das Tagebuch hat es den Autoren angetan. Warum ist es so beliebt?

Meyer: «Ich habe zwar ein Buch mit dem Namen "Ein Tagebuch"
geschrieben, was aber mit den Tagebücher, die jetzt erschienen sind, nicht das Geringste zu tun hat. Die Königsgattung ist der Roman oder die Erzählung. Es ist jetzt eben so, dass Martin Walser und andere Tagebücher von früher veröffentlichen. Das, was sich mit einem zeitlichen Abschnitt unserer Gesellschaft beschäftigt, interessiert mich eher als irgendwelche alten Sachen. Ich glaube aber nicht, dass es ein Trend ist oder als literarisches Forum genutzt wird.»

Schreiben Sie Tagebuch?

Meyer: «Das interessiert mich nicht, weil ich Literatur mache und meine Kraft nicht verschwenden will in irgendwelche Aufzeichnungen, was ich heute und gestern gemacht habe. Mein Tagebuch ist mein Gedächtnis - und sind meine Romane. Dieses Buch ist ein Experiment, was ich für ein Jahr gemacht, ein literarisches Tagebuch.»

An welches Buch denken Sie, wenn Sie hören «aufbrausend und lakonisch, schelmisch und unmissverständlich»?

Meyer: «Das ist die Vorankündigung für dieses Buch und sie hat mit diesem Text nun nicht wirklich viel zu tun. Denn schelmisch würde ich absolut von mir weisen. Das ist vielleicht lakonisch, böse, aufbrausend. Schelm - oder wie ist der Substantiv dazu? - Schelmerei wird man darin nicht finden, Witz vielleicht.»

Wie viel Einfluss haben Sie denn auf die Endfassung Ihrer Werke?

Meyer: «Vorankündigungen in der Regel nicht, weil ich meistens ja noch an dem Buch schreibe. Der Verlag muss das ankündigen, während ich noch mittendrin sitze. Auf Klappentexte habe ich Einfluss. Da hab ich gesagt, haltet mir die Schelmerei und den Witz vom Halse.»

Wenn Sie Kritiken lesen: Fühlen Sie sich da nicht überschätzt?

Meyer: «Nee, überschätzt fühlt man sich als Autor überhaupt nie. Als Autor überschätzt man sich selbst gerne, aber ich glaube nicht, dass man von anderen überschätzt wird - vor allem nicht von Kritikern; die unterschätzen einen eher. Man selbst siedelt sich doch immer weit oben an. Das ist doch selbstverständlich.»

Inwiefern bildet Schizophrenie im Buch Ihren gelebten Alltag ab?

Meyer: «Das ist für mich nicht das richtige Wort, eher Wahnsinn.
Schizophrenie ist mir zu einschränkend; das ist eine Krankheit. Dass wir in einer wahnsinnigen Zeit leben, die voller Gewalt ist, wo sich die Brüche in der Gesellschaft auftun, und in der Vermittlung der Welt durch Medien, das scheint mir so zu sein. Der alltägliche Wahnsinn bricht aus allen Ecken und Kanten.»

Interview: Sebastian Döring, dpa

(Internet: Clemens Meyer: www.meyer-clemens.de)

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19.03. Mehr Besucher auf Leipziger Buchmesse

Leipzig (dpa) - Die Leipziger Buchmesse hat zur Halbzeit mehr Besucher angelockt als im Vorjahr. An den ersten beiden Messetagen seien bereits 61 000 Besucher gezählt worden, teilte die Messe am Freitag mit. Das waren 2000 Besucher oder 3,4 Prozent mehr als zur Halbzeit im Vorjahr. Über Neuerscheinungen informierten 2071 Aussteller aus 39 Ländern. «Die Frühjahrsbuchmesse ist Stimmungsbarometer der ganzen Branche, und die Stimmung auf der Messe ist hervorragend», sagte Martin Buhl-Wagner, Geschäftsführer der Leipziger Messe. Samstag ist traditionell der besucherstärkste Tag. Bis zum Ende der Bücherschau am Sonntag wird ein anhaltend starker Besucherstrom erwartet.

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19.03. Kurt-Wolff-Preis 2010 erstmals für Verleger

Leipzig (dpa) - Der Kurt-Wolff-Preis ist in diesem Jahr erstmals als Lebenswerk an einen Verleger verliehen worden. Der Berliner Klaus Wagenbach hat die mit 26 000 dotierte Auszeichnung am Freitag auf der Leipziger Buchmesse entgegengenommen. Der 79 Jahre alte Verleger wurde damit für sein jahrelanges Engagement um eine vielfältige Verlags- und Literaturszene geehrt. Ein Förderpreis in Höhe von 5000 Euro ging an den Dresdner Verlag Voland & Quist. Das Konzept, geschriebene mit gesprochener Sprache zu verbinden, habe die Jury überzeugt. Die Kurt-Wolff-Stiftung will mit dem Preis kulturelle Vielfalt und unabhängige Verlage stärken.

Kapielski erhält Preis der Literaturhäuser

Leipzig (dpa) - Der Preis der Literaturhäuser geht in diesem Jahr an Thomas Kapielski. Der Berliner Autor und Künstler erhielt die mit 11 000 Euro dotierte Auszeichnung am Freitag auf der Leipziger Buchmesse. Der Preis wird an deutschsprachige Schriftsteller verliehen, die sich in besonderem Maß um das Gelingen von Literaturveranstaltungen verdient gemacht haben. Neben dem Preisgeld wird eine Lesereise für den Autor im Mai in den elf Literaturhäusern gefördert. Kapielski denke in seinen Werken «Mischwald» (Edition Suhrkamp, Frankfurt) und «Zeitbehälter» (Merve, Berlin) auf unverwechselbare Weise über die Welt nach und mache dies zum Gegenstand seiner Bühnenauftritte. Er ist der neunte Preisträger.

Schönste Bücher aus aller Welt

Leipzig (dpa) - Die schönsten Bücher aus aller Welt sind am Freitag auf der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet worden. Die Stiftung Buchkunst beauftragte eine internationale Jury, von 634 eingesandten Büchern aus 32 Ländern die besten Veröffentlichungen zu bestimmen. Die höchste Auszeichnung, die Goldene Letter, ging an das Werk «XX - Die SS-Rune als Sonderzeichen auf Schreibmaschinen». Deren Autoren und Gestalter sind Studenten der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, wo das Stück erschienen ist. Medaillen erhielten Bücher aus der Schweiz, Deutschland, Österreich, Schweden sowie ein Ehrendiplom für Drucke aus China, den Niederlanden, Polen und Tschechien. Den Wettbewerb gibt es seit 1961.

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19.03. Die Superlative der Buchmesse

Leipzig (dpa) - Am schwersten, am kleinsten, am treuesten - die Leipziger Buchmesse 2010 bietet einige Superlative:

Schwerstes Ausstellungsstück:
Ein 2,7 Tonnen schweres Teil der Berliner Mauer

Älteste Autorin:
Elfriede Brüning (99) - «Und außerdem war es mein Leben» (Verlag Neues Leben). Sie liest auf der Messe selbst.

Kleinstes Land unter den Ausstellern:
Luxemburg

Treuester Verleger:
Klaus G. Saur ging zwar 2008 in den Ruhestand (Verlag Walter de Gruyter), ist aber noch immer dabei. Er kam schon 1958 als 17-Jähriger zur Messe. Damals schwänzte er dafür die Schule.

Weiteste Anreise:
Die Gäste aus Chile mussten für ihren Buchmessebesuch 12 400 Kilometer weit fliegen.

Höchste Auflage:
Die Werke von Fantasy-Autor Wolfgang Hohlbein wurden bislang weltweit
37 Millionen mal verlegt.

Kleinstes Buch:
«Das kleinste Buch der Welt» von Josua Reichert (Verlag Faber&Faber,
Leipzig) hat 32 Seiten und die Maße 2,4 mal 2,9 Millimeter.

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19.03. Nach dem E-Book-Hype: Leser dringend gesucht

Leipzig (dpa) - Das E-Book steckt ein Jahr nach seiner Premiere auf der Leipziger Buchmesse noch nicht in vielen Rucksäcken und Taschen. Der Hype in Deutschland hat sich gelegt, bei den Verlagen ist Nüchternheit eingekehrt. Die Branche rechnet damit, in den nächsten drei bis fünf Jahren einen Umsatz von drei bis fünf Prozent mit dem elektronischen Buch zu machen. Der Weg dorthin scheint aber weit.

Es sind nach Schätzungen eher tausende, als zehntausende Leser, die bislang einen Roman oder ein Sachbuch in elektronischer Form für eines der tragbaren Geräte gekauft haben. Dennoch investieren die Verleger kräftig in die Technik. Das E-Book kann so beliebt werden wie das Taschen- oder Hörbuch, heißt es. Bei einigen Verlagen waren die E-Book-Experten aber gar nicht erst nach Leipzig gereist.

«Noch verdient keiner mit E-Books Geld», sagt Tom Erben, der Geschäftsführer des Aufbau Verlages. In den kommenden Wochen werden die ersten 100 Aufbau-Titel unter anderem bei Libri und Libreka zum Downloaden bereitstehen. Ab Herbst können Leser auch direkt auf der Aufbau-Website Belletristik-Titel abrufen. Künftig sollen Neuerscheinungen parallel als gedrucktes Buch und als E-Book erscheinen - «sofern es rechtlich möglich ist», schränkt Erben ein. Das E-Book werde 20 Prozent billiger sein als der Hardcover-Band. Das allerdings nützt nur wenig, solang die Lesegeräte, etwa der Kindle des Online-Buchhändlers Amazon und der «Sony eBook Reader», noch extrem teuer sind.

Deutschland als zweitgrößter E-Book-Markt steckt noch in den Kinderschuhen. «Geburtswehen», nennt es Rowohlt-Chef Peter Kraus vom Cleff. «Der mediale Hype steht im krassen Missverhältnis zur ökonomischen Relevanz.» Der Piper-Verlag sieht es ähnlich: «Der Aufwand steht in keinem Verhältnis zum Ertrag», sagt Vertriebschef Tino Uhlemann.

Verlage investieren in das E-Book, «aber der Markt ist noch nicht reif», sagt Uhlemann. Mit konkreten Verkaufszahlen will keiner rausrücken. Im unteren dreistelligen Bereich, heißt es mal. Dann wird der Verkauf des 100 000. E-Books «seit einigen Jahren» verkündet - Piraterie nicht mitgezählt. «Ein Powerseller auf Ebay verkauft einen Original-Camus, den wir gar nicht als E-Book im Programm haben», sagte Kraus vom Cleff. «Die Qualität ist unterirdisch, unser Image- Schaden enorm.» Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser- Schnarrenberger (FDP) schloss sich daher den Forderungen nach einer weltweiten Urheberrechts-Charta für das Internet an.

Der Berg der Probleme ist noch gewaltig und nicht abgebaut. Die Druckkosten fallen zwar weg, aber die Lizenzgebühren steigen. Die Bereitsstellung eines elektronischen Werkes sei um das zwei- bis dreifache teurer als das gedruckte Buch, beklagen die Verlage. Die Rechte in bestehenden Verträgen mit Autoren seien noch ungeklärt. «Das E-Book ist aufwendiger als das gedruckte Buch», sagt der Rowohlt-Manager.

Am Ende glauben die Verlage aber an das Potenzial in der Zukunft.
Die Gesellschaft für Konsumforschung rechnet mit einem Umsatzwachstum von vier bis acht Prozent in den Jahren 2014 bis 2018. Nicht zu unterschätzen sei der «Coolness-Faktor», der den neuesten elektronischen Geräten von Jugendlichen beigemessen wird, sagt die Vorsitzende des Arbeitskreises für Jugendliteratur, Regina Pantos. So gebe es mit dem E-Book die Chance, ganz neue Leser zu gewinnen. Aber: «Es ist noch zu teuer», findet Pantos.

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19.03. Magnet Buchmesse - Tag der Biografien

Leipzig (dpa) - Das Buch lockt Tausende: Mit großem Publikums- Andrang ist am Freitag die Leipziger Buchmesse (bis 21.3.) fortgesetzt worden. Traditionell kamen viele junge Leute in aufwendigen Fantasy-Kostümen, etwa mit überdimensionalen blauen Flügeln oder riesigen Plaste-Ohren. Auf dem Fußböden der Gänge und auf Sitzgelegenheiten in den Messehallen schmökerten viele Besucher in soeben gekaufter Lektüre. In den Lesungen standen am zweiten Tag Autobiografien und Biografien im Mittelpunkt; etwa von Nina Hagen und der Gruppe Karat sowie am Abend Martin Walser und Günter Grass.

Kulturstaatsminister Bernd Neumann verlieh zudem auf der Bücherschau den mit 26 000 Euro dotierten Kurt-Wolff-Preis - an den Berliner Verleger Klaus Wagenbach, der für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde. Den mit 5 000 Euro dotierten Förderpreis erhielt der Dresdner Verlag Voland&Quist für sein Engagement im Bereich «Junge Literatur».

Zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit hat der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker die Kritik an einer überschnellen Wiedervereinigung zurückgewiesen. «Wir hatten doch keine Zeit», sagte der Autor des Buches «Der Weg zur Einheit» (C.H. Beck, München) auf der Buchmesse. Im Nachhinein betrachtet sei es «sehr erstaunlich, wie in kurzer Zeit überhaupt die Chance zur Deutschen Einheit aufkam».

Die Historikerin Gabriele Katz stellte auf der Messe ihr Buch «Käthe Kruse. Die Biografie» (Osburg Verlag, Berlin) vor. Sie wertete erstmals den privaten Nachlass der berühmten Puppen-Schöpferin Kruse (1883-1968) aus und sagte der dpa: «Käthe Kruse war eine total emanzipierte Frau. Sie ist immer selbst für sich eingestanden, war immer beruflich aktiv und hat ihren Lebensunterhalt selbst verdient», sagt Katz. Ihr Leben lang habe Kruse Kalender und tagebuchartige kleine Hefte geführt.

Für den Abend des zweiten Buchmessetages waren große Namen der deutschen Literatur angekündigt. Martin Walser wollte seine Erinnerungen «Leben und Schreiben» präsentieren. Zeitgleich stand eine Lesung seiner Tochter Alissa auf dem Programm. Sie präsentiert ihr Roman-Debüt «Am Anfang war die Nacht Musik» über den in Vergessenheit geratenen Wiener Mediziner Franz Anton Mesmer. Im alten Leipziger Rathaus wollte Nobelpreisträger Günter Grass die Dokumentation «Günter Grass im Visier. Die Stasi-Akte» vorstellen.

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19.03. Von Weizsäcker würdigt Wiedervereinigungspolitik

Leipzig (dpa) - Zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit hat der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker die Kritik an einer überschnellen Wiedervereinigung zurückgewiesen. «Wir hatten doch keine Zeit», sagte der Autor des Buches «Der Weg zur Einheit» (C.H. Beck, München) am Freitag auf der Leipziger Buchmesse. Im Nachhinein betrachtet sei es «sehr erstaunlich, wie in kurzer Zeit überhaupt die Chance zur Deutschen Einheit aufkam». Namhafte Autoren wie Günter Grass warfen Entscheidern von damals vor, den Zusammenschluss beider Staaten vor 20 Jahren «über das Knie gebrochen» zu haben.

Die Politiker von heute sollten sich ein Beispiel an der damaligen «vorbildlichen Zusammenarbeit» nehmen, sagte der CDU-Politiker. «Die Parteien sind nötig - dass sie sich vernünftig und kooperativ verhalten. Und Ihr in den Medien könnt auch ein bisschen dazu beitragen.» Öffentliche Stimmungsbilder wie die Aussage, dass sich ein Viertel aller Deutschen die Mauer zurückwünschen, zeigten, dass «Meinungsumfragen dieser Art sehr oberflächlich sind und menschlich nicht viel aussagen».

(Internet: www.leipziger-buchmesse.de)

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19.03. 100 Jahre Käthe-Kruse-Puppe: Die Schöpferin privat

Leipzig (dpa) - Unschuldig und brav sehen ihre Puppen aus. Auch Käthe Kruse selbst, die Schöpferin der vor 100 Jahren der Öffentlichkeit vorgestellten Spielzeuge, wirkt auf den ersten Blick nicht wie eine Revolutionärin - sanfte Augen, zurückhaltendes Lächeln und ein ordentlich geflochtener Haarkranz. Erstmals ist jetzt der private Nachlass von Kruse (1883-1968) ausgewertet worden. Die Historikerin Gabriele Katz zeigt in ihrem am Freitag auf der Leipziger Buchmesse (bis 21.3.) vorgestellten Buch «Käthe Kruse. Die Biografie» (Osburg Verlag, Berlin), dass der erste Blick täuscht.
Nach wilden Jugendjahren wurde die leidenschaftliche Frau und siebenfache Mutter eine erfolgreiche Unternehmerin - auch wenn der Preis hoch war.

«Käthe Kruse war eine total emanzipierte Frau. Sie ist immer selbst für sich eingestanden, war immer beruflich aktiv und hat ihren Lebensunterhalt selbst verdient», sagt Katz. Ihr Leben lang habe Kruse Kalender und tagebuchartige kleine Hefte geführt. «Da stehen die ganz privaten Dinge drin.»

In ärmlichen Verhältnissen als Katharina Simon aufgewachsen, fiel die junge Frau im sittenstrengen Berlin der Kaiserzeit durch Lebenslust und Temperament auf. Katharina hatte viele Verehrer, amüsierte sich auf Bällen und trat unter einem Künstlernamen im Berliner Lessingtheater und im ersten deutschen Kabarett, dem Überbrettl, auf.

Sexy Korsett-Kleid gegen weites Reformkleid

Extrem eng geschnürte Korsett-Kleider waren damals der letzte Schrei - auch Katharina geizte nicht mir ihren Reizen. Über die starren Standesgrenzen hinweg angelte sie sich schließlich den damals schon berühmten, 29 Jahre älteren Bildhauer Max Kruse. Der Secessions-Künstler forderte nicht nur gestalterische Freiheit in der Kunst, sondern kämpfte auch gegen die bürgerliche Moral, zum Beispiel die konventionelle Ehe. Dass das nicht automatisch auch Freiheit für die Frau bedeutet, musste Käthe, wie Max Kruse sie nannte, schon bald schmerzhaft erfahren.

Der soziale Unterschied zwischen den Liebenden machte Kruse wohl schwerer zu schaffen, als er sich selbst eingestehen mochte. Käthes Bühnenauftritte fand er grässlich. Ihre Gefühlsausbrüche in der Öffentlichkeit waren ihm peinlich. «Ich durfte mich nicht einmal mehr anziehen, wie ich wollte», schrieb Käthe damals. Max war gegen die körperbetonte Mode der Kaiserzeit und wollte seine Freundin «bescheiden» in ein weites Reformkleid gewandet sehen.

Umzug an den Lago Maggiore

In der Anfangsphase ihrer Beziehung wartete Käthe oft stundenlang vor der Wohnungstür Kruses, bis der Mann endlich nach Hause kam.
«Doch die junge Schauspielerin war entschlossen, fest entschlossen, den Geliebten an sich zu binden, selbst wenn sie sich dafür erniedrigen musste», schreibt Katz. Lange lebten Käthe und Max in «wilder Ehe» - damals ein Skandal. Als seine Geliebte zum zweiten Mal schwanger wird, schickt Kruse sie ins Ausland - der Künstler fürchtete gesellschaftliche Konsequenzen für sich. Bei der Gemeinschaft der sogenannten Lebensreformer auf dem Monte Verità am Lago Maggiore begann für Käthe ein neues, kreatives Leben. Vielleicht war es kein Zufall, als sich ihre älteste Tochter eine Puppe wünschte, Kruse aber nicht die passende fand und daraufhin ärgerlich
meinte: «Macht euch selber welche!»

1910 wird die «Puppe I» erstmals ausgestellt

Ihre erste Puppe bastelte Käthe noch mit einer Kartoffel. Keine steife Porzellanpuppe, sondern eine kindgerechte Puppe zum Spielen und Liebhaben wollte sie ihren Töchtern geben. Die Lösung war ein Körper aus Stoff und ein Gesichtchen, an dessen Gestaltung auch Kruse seinen Anteil hatte. Nach einigem Ausprobieren kam 1910 der
Durchbruch: Käthe stellte ihre berühmte «Puppe I» im Berliner Kaufhaus Tietz aus - mit enormem Erfolg. 1912 eröffnete sie in Bad Kösen in Sachsen-Anhalt ihre eigene Werkstatt, weil die Aufträge immer größer wurden. Ihr im entfernten Berlin lebender Mann betrachtete den Erfolg seiner Ehegattin missgünstig, weil er sich in den Schatten gestellt fühlte, wie Katz schreibt. Das Leben war für Käthe auch mit dem Erfolg nicht einfacher geworden.

Die Autorin recherchierte für ihr Buch im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg, wo im Deutschen Kunstarchiv mehr als zehn laufende Meter Akten der Familie Kruse lagern, wie sie berichtet.
Dazu gehören Tagebücher, Kalender, Briefe, Fotos und Zeichnungen, aber auch Theaterzettel und Hotelrechnungen. Entstanden ist daraus die spannende Geschichte eines schwierigen Frauenlebens.

(Kruse-Biografie: http://dpaq.de/jPfgK)

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19.03. Nina Hagen und Martin Walser auf Buchmesse

Leipzig (dpa) - Das Buch lockt: Mit großem Publikums-Andrang hat die Leipziger Buchmesse (bis 21.3.) am Freitag wieder ihre Pforten geöffnet. Traditionell kamen viele junge Leute in aufwendigen Fantasy-Kostümen. Am zweiten Tag stehen Autobiografien und Biografien im Mittelpunkt. Vor allem das Tagebuch hat es den Autoren angetan. Martin Walser etwa präsentiert seine Erinnerungen «Leben und Schreiben». Seine Tochter Alissa Walser befasst sich in ihrem Debütroman «Am Anfang war die Nacht Musik» mit dem weitgehend vergessenen Arzt Franz Anton Mesmer. Nina Hagen will ihr Autobiografie präsentieren und die Gruppe Karat ihre Band-Biografie.

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19.03. Zweiter Tag der Leipziger Buchmesse

Leipzig (dpa) - Am zweiten Tag der Leipziger Buchmesse (bis 21.
März) stehen heute (Freitag) Autobiografien und Biografien im Mittelpunkt. Vor allem das Tagebuch hat es den Autoren angetan. Martin Walser etwa präsentiert seine Erinnerungen «Leben und Schreiben». Seine Tochter Alissa Walser befasst sich in ihrem Debütroman «Am Anfang war die Nacht Musik» mit dem bedeutenden, aber weitgehend vergessenen Arzt Franz Anton Mesmer.

Zum 20. Jahrestag der deutschen Einheit gibt Richard von Weizsäcker mit «Der Weg zur Einheit» Einblicke in seine Amtszeit als Bundespräsident; in «Günter Grass im Visier. Die Stasi-Akte» beleuchtet Kai Schlüter die deutsch-deutsche Literaturgeschichte an Hand der Bespitzelung von Grass durch die Stasi über fast 30 Jahre vom Bau der Mauer 1961 bis 1989. Die Buchmesse endet am Sonntag. Auf ihr präsentieren 2000 Verlage ihre Neuerscheinungen.

(Internet: www.leipziger-buchmesse.de)

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18.03. Die Buchmessepreisträger im Kurzporträt

Leipzig (dpa) - Georg Klein (Belletristik), Ulrich Raulff (Sachbuch/Essayistik) und Ulrich Blumenbach (Übersetzung) sind die Gewinner des Preises der Leipziger Buchmesse 2010. Die mit je 15 000 Euro dotierte Auszeichnung wurde am Donnerstag bei der Messe verliehen. Die Kurzporträts der Ausgezeichneten:

Georg Klein wurde 1953 in Augsburg geboren. Sein großes Faible für das Schreiben entstand bereits in seiner Kindheit, doch erst seit 1998 widmet er sich ganz der Literatur. Seit 1984 schon veröffentlichte Klein erzählende Prosa. 1998 gelang ihm mit seinem Agentenroman «Libidissi» ein erfolgreiches Romandebüt. Sein 1999 erschienener Erzählband «Die Anrufung des Blinden Fisches» begeisterte die Kritik als «boshafte Begleitmusik» zur Entstehung der «Berliner Republik». Für seine Prosa wurden ihm der Brüder-Grimm-Preis und der Bachmann-Preis verliehen. Zuletzt erschien sein Roman «Sünde Güte Blitz» (Rowohlt 2007). Georg Klein lebt mit seiner Familie in Ostfriesland.

Ulrich Raulff, geboren 1950 im westfälischen Hülseberg, studierte Philosophie und Geschichte in Marburg, Frankfurt und Paris. Er war Feuilletonchef der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und Leitender Redakteur der Süddeutschen Zeitung. Seit 2004 ist Raulff Direktor des Deutschen Literaturarchivs Marbach. Er hat für seine Arbeiten den Anna-Krüger-Preis für wissen­schaftliche Prosa (1996) und den Hans-Reimer-Preis der Aby-Warburg-Stiftung (1997) erhalten. Zuletzt erschienen «Briefe aus dem 20. Jahrhundert» (Hrsg., Suhrkamp 2005) und «Vom Künstlerstaat. Ästhetische und politische Utopien»(Hrsg., Hanser 2006).

Ulrich Blumenbach, geboren 1964 in Hannover, lebt mit seiner Familie in Basel. Er studierte Anglistik und Germanistik in Münster, Sheffield und Berlin. Seit 1993 übersetzt er Romane und Essays, u. a. von Paul Beatty, Agatha Christie, Kinky Friedman, Stephen Fry, Arthur Miller und Tobias Wolff ins Deutsche. 2009 erhielt er den Ledig-Rowohlt-Preis.

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18.03. Leipziger Buchmesse-Preis für Klein - Hegemann geht leer aus

Leipzig (dpa) - Der Schriftsteller Georg Klein ist mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2010 ausgezeichnet worden. Der 56-Jährige nahm die mit 15 000 Euro dotierte Auszeichnung in der Kategorie Belletristik am Donnerstag für sein Werk «Roman unserer Kindheit» (Rowohlt, Reinbek) entgegen. Helene Hegemann ging mit ihrem umstrittenen Buch «Axolotl Roadkill» ebenso leer aus wie die nominierten Autoren Jan Faktor, Lutz Seiler und Anne Weber. «Ich möchte hier Gänseblümchen des Dankes aus dieser Wiese des Augenblicks rupfen», sagte Klein. Der Autor erzählt von einer Kindheit im Süddeutschen in den frühen 60er Jahren - autobiografisch und zugleich fantastisch.

In der Kategorie Sachbuch/Essayistik gewann Ulrich Raulff mit «Kreis ohne Meister. Stefan Georges Nachleben» (C.H. Beck, München). Als bester Übersetzer wurde Ulrich Blumenbach ausgezeichnet. Von ihm stammt die deutsche Fassung des Romans «Unendlicher Spaß» von David Foster Wallace (Kiepenheuer & Witsch, Köln). Blumenbach hatte sechs Jahre lang an der Übersetzung des 1410-Seiten-Werkes gearbeitet.

Über Kleins Roman urteilte die Jury: «Überbordend poetisch wird hier ein Zeitpanorama entfaltet, das die Unterwelt der großen, bösen Erzählungen der alten Männer mit den leuchtenden Farben des Sechziger-Jahre-Sommers verbindet. Kinder standen noch nicht unter Dauerobservanz, ihre Fantasien konnten, wenn man so will - und der Roman will es so - noch in aller Ruhe wuchern.»

Jury-Vorsitzende Verena Auffermann äußerte sich vor der Preisverleihung noch einmal zum Streit um die Hegemann-Nominierung und die sogenannte Leipziger Erklärung. Darin hatten Autoren wie Günter Grass und Christa Wolf gegen Plagiate in der Literatur protestiert. Die Jury habe die Vorwürfe sehr ernst genommen, sagte Auffermann der dpa. Aber: «Die Jury ist frei und unabhängig und tut das, was sie für richtig hält und lässt sich nicht beeindrucken von Kritik von außen», sagte Auffermann. «Wir debattieren über den Inhalt der Bücher: gesittet, expressiv, erregt, leidenschaftlich.»

Am ersten Tag der Leipziger Buchmesse (bis 21.3.) strömten tausende Besucher in die Hallen, darunter viele Kinder, Jugendliche und ganze Schulklassen. Die jungen Leser interessierten sich nicht nur für die klassischen Bücher, sondern vor allem auch für Manga und Fantasy-Literatur.

Viel neuen Lesestoff für Erwachsene gibt es demnächst in Deutschland aus Argentinien. Der Beginn der Leipziger Frühjahrsschau war zugleich der Start der Kampagne «Kultur in Bewegung», mit der das lateinamerikanische Land 2010 für seine Literaten wirbt. Zum 200. Jahrestag der Unabhängigkeit hat die Regierung in Buenos Aires für dieses Jahr ein Übersetzungsprogramm für 130 Werke aufgelegt. Sie werden in 20 Sprachen übersetzt. Auf Deutsch sollen rund 100 Bücher erscheinen.

Für Lesungen, Diskussionsrunden und Ausstellungen kommen die Argentinier in den kommenden Monaten auch nach Berlin und Frankfurt/Main. Im Oktober ist das Land offizieller Gast der Frankfurter Buchmesse. «Lateinamerika» sei heute ein Gütesiegel für Literatur, sagte der Direktor der Frankfurter Buchmesse, Jürgen Boos. «Die deutschen Leser erwarten magischen Realismus und epische Breite vor einem zeitgeschichtlichen Hintergrund.» Aber die Generation junger argentinischer Autoren sei mit dem Gütesiegel nicht zu fassen, sie gehe eigene Wege.

So gut wie nichts zu sehen ist auf der Buchmesse vom E-Book. 2,9 Millionen Deutsche wollen sich nach einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage in diesem Jahr trotzdem ein E-Book kaufen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Marktforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Hightech-Verbandes Bitkom. Nach Einschätzung des Verbandes werden sich die elektronischen Bücher zunächst bei der Fachliteratur durchsetzen.

In Leipzig präsentieren bis zum Sonntag mehr als 2000 Verlage aus fast 40 Ländern auf rund 65 000 Quadratmetern ihre Neuerscheinungen des Frühjahrs. 1500 Autoren sind auf der Messe und an 300 Orten in der Stadt zu Gast.

(Internet: www.preis-der-leipziger-buchmesse.de)

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18.03. Kinderbuchhandlungspreis 2010 geht nach Pinneberg

Leipzig (dpa) - Die derzeit kreativste und engagierteste Kinder- und Jugendbuchhandlung gibt es in Pinneberg (Schleswig-Holstein). Die Arbeitsgemeinschaft von Jugendbuchverlagen (ajv) hat das Buchgeschäft «Der Spielewurm» am Donnerstag auf der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet. Ein buntes Leseklo soll junge Leseratten begeistern. Es wecke Neugiere und verblüffe, hieß es. Der zweite Platz ging an die Buchhandlung RavensBuch aus Friedrichshafen für ihre Adventkalender-Aktion. Ein Vorlese-Frühstück hat Lehmanns Buchhandlung aus Hannover den dritten Platz beschert. Der Kinderbuchhandlungspreis, der zum achten Mal im deutschsprachigen Raum verliehen wurde, ist mit insgesamt 45 000 Euro dotiert.

24 Nominierte für Jugendliteraturpreis

Leipzig (dpa) - Für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2010 sind am Donnerstag auf der Leipziger Buchmesse 24 Autoren nominiert worden. Sie treten in den Kategorien Bilderbuch, Kinderbuch, Jugendbuch und Sachbuch an. Außerdem wird ein Preisträger der Jugendjury ermittelt. Der Preis wird seit 1956 vom Bundesfamilienministerium gestiftet und soll das herausragendste Werk des Jahres auszeichnen. Dadurch soll die Begegnung und Auseinandersetzung mit Literatur angeregt werden. Der Preis wird am 8. Oktober auf der Frankfurter Buchmesse verliehen. Der Jugendliteraturpreis ist der einzige Staatspreis für Literatur.

Jugendliteratur-Stipendien

Leipzig (dpa) - Auf der Leipziger Buchmesse ist am Donnerstag erstmals das Kranicher Jugendliteratur-Stipendium vergeben. Der Deutsche Literaturfonds und der Arbeitskreis für Jugendliteratur (AKJ) haben gleich zwei Stipendien an Jugendbuchautoren vergeben: Tobias Elsäßer für seinen Roman «Abspringen» und Agnes Hammer für ihren Roman «Herzklopf!». Die beiden Stipendiaten bekommen ein halbes Jahr lang 2000 Euro monatlich. Hammer kann sich drei Monate lang im Maison Heinrich Heine in Paris für ihr neues Werk inspirieren lassen.

Dorothea von Törne erhält Literaturkritikerpreis

Leipzig (dpa) - Die Berliner Kulturjournalistin Dorothea von Törne hat den Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik erhalten. Die freie Journalistin für den Berliner «Tagesspiegel» und «Die Welt» wurde am Donnerstag auf der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet. Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert. Die Rezensentin verschaffe sich mit beweglichen Sprache und Ausdauer Autorität unter den Kritikern, sagte ein Sprecher des Wochenmagazins «Börsenblatt» des Deutschen Buchhandels. Das Magazin hat den Preis zum 33. Mal vergeben. Von Törne ist selbst Autorin. Sie schrieb «Brigitte Reimann. Einfach wirklich leben» (Aufbau-Verlag, Berlin).

(Internet: wwww.leipziger-buchmesse.de)

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18.03. Junge Leser drängeln sich auf Buchmesse Leipzig

Leipzig (dpa) - Play-Station und Online-Communities sind in, aber das Buch dennoch nicht out: Vor allem Kinder und Jugendliche haben sich am Donnerstag zur Eröffnung der Leipziger Buchmesse (18.-21.3.) an den Ständen der Verlage getummelt. Gefragt waren hauptsächlich Neuerscheinungen der Sparten Manga und Fantasy. Diese gedruckten Werke würden das klassische Kinderbuch mehr und mehr verdrängen, sagte Regina Pantos, die Vorsitzende des Arbeitskreises für Jugendliteratur, der dpa. «Es gibt zurzeit eine Menge Debütanten auf dem Markt - aber die sind alle nicht im Kinderbuch-Bereich angesiedelt, sondern schreiben Fantasy-Geschichten», sagte sie.

Viel neuen Lesestoff für Erwachsene gibt es demnächst in Deutschland aus Argentinien: Der Beginn der Leipziger Frühjahrsschau war zugleich der Start der Kampagne «Kultur in Bewegung», mit der das lateinamerikanische Land 2010 vor allem für seine Literaten wirbt. Zum 200. Jahrestag der Unabhängigkeit hat die Regierung in Buenos Aires für dieses Jahr ein Übersetzungsprogramm für 130 Werke aufgelegt. Sie werden in 20 Sprachen übersetzt. Auf Deutsch sollen rund 100 Bücher erscheinen.

Für Lesungen, Diskussionsrunden und Ausstellungen kommen die Argentinier in den kommenden Monaten auch nach Berlin und Frankfurt/Main. Im Oktober ist das Land offizieller Gast der Frankfurter Buchmesse. «Lateinamerika» sei heute ein Gütesiegel für Literatur, sagte der Direktor der Frankfurter Buchmesse, Jürgen Boos. «Die deutschen Leser erwarten magischen Realismus und epische Breite vor einem zeitgeschichtlichen Hintergrund.» Aber die Generation junger argentinischer Autoren sei mit dem Gütesiegel nicht zu fassen, sie gehe eigene Wege.

So gut wie nichts zu sehen ist auf der Leipziger Buchmesse vom E-Book. 2,9 Millionen Deutsche wollen sich einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage zufolge in diesem Jahr ein E-Book kaufen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Marktforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Hightech-Verband Bitkom. Welche Art E-Book sie sich anschaffen wollen, also etwa Fachliteratur oder Belletristik, mussten die etwa 1000 Befragten nicht angeben, wie ein Bitkom-Sprecher am Donnerstag sagte. Nach Einschätzung des Verbandes werden sich die elektronischen Bücher zunächst bei der Fachliteratur durchsetzen.

In Leipzig präsentieren bis zum Sonntag mehr als 2000 Verlage aus fast 40 Ländern auf rund 65 000 Quadratmetern ihre Neuerscheinungen des Frühjahrs. 1500 Autoren sind auf der Messe und an 300 Orten in der Stadt zu Gast. Am ersten Tag mit dabei waren Comedian Michael Mittermeier und Schauspielerin Ursula Karusseit. Am Nachmittag sollte der Preis der Leipziger Buchmesse vergeben werden, für den auch das umstrittene Werk «Axolotl Roadkill» von Helene Hegemann nominiert ist.

(Argentinien auf der Buchmesse: http://dpaq.de/oQXas)

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18.03. Leipziger Buchmesse geöffnet - Andrang

Leipzig (dpa) - Die Leipziger Buchmesse hat am Donnerstag mit großem Gedränge begonnen. Tausende Besucher, vor allem Kinder und Jugendliche, strömten am Morgen in die vier Messehallen. Mehr als 2000 Verlage aus fast 40 Ländern präsentieren auf rund 65 000 Quadratmetern ihre Neuerscheinungen des Frühjahrs. 1500 Autoren sind auf der Messe und an 300 Orten in der Stadt zu Gast. Am ersten Tag mit dabei sind Comedian Michael Mittermeier, Schauspielerin Ursula Karusseit und SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles. Sie stellen ihre neuen Bücher vor und diskutieren mit den Lesern. Zudem wird am Nachmittag der Preis der Leipziger Buchmesse vergeben.

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17.03. Leipziger Buchmesse startet - Preis für György Dalos

Leipzig (dpa) - Mit der Vergabe des Leipziger Buchpreises zur Europäischen Völkerverständigung an den Historiker György Dalos (66) ist am Mittwochabend die Leipziger Buchmesse eröffnet worden. Laudatorin Lerke von Saalfeld würdigte den gebürtigen Ungarn beim Festakt im Leipziger Gewandhaus als «Mitteleuropäer, der in der europäischen Geistesgeschichte bestens beheimatet ist». «Wie ein Meteorologe durchleuchtet Dalos jeweils die Großwetterlage und die Kleinwetterlage, der Mensch ist nie Objekt der Verhältnisse, er bleibt Subjekt, im Guten wie im Schlechten», sagte die Journalistin.
Der Preis ist mit 15 000 Euro dotiert.

Auf der Leipziger Buchmesse 2010 (18.-21.3.) und dem dazugehörigen Literaturfest «Leipzig liest» werden 1500 Autoren und mehr als 2000 Aussteller aus 39 Ländern erwartet. Auch die beiden deutschen Literaturnobelpreisträger Günter Grass und Herta Müller wollen kommen. Schon am ersten Messetag wird die nächste bedeutende literarische Auszeichnung verliehen: Der Preis der Leipziger Buchmesse. Er ist mit 45 000 Euro dotiert, die sich auf drei Kategorien aufteilen. Nominiert ist unter anderem Jung-Autorin Helene Hegemann mit ihrem umstrittenen Debüt «Axolotl Roadkill».

Für den deutschen Buchhandel hat das Jahr 2010 mit einem Umsatz-Minus von 3,6 Prozent begonnen. Das Geschäft lief im Januar und Februar wegen des kalten Winters und des Fehlens eines umsatzstarken Bestsellers schlechter als 2009, wie der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Gottfried Honnefelder, sagte. Dennoch blicke der Sortimentsbuchhandel optimistisch auf die kommenden Monate.

2009 war der Umsatz um 2,8 Prozent gestiegen, real - also mit Einrechnung der Inflationsrate - allerdings im klassischen Einzelhandel um 1,6 Prozent zurückgegangen, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch mitteilte. «Wir sind sehr gut gestimmt für 2010, das Minus der ersten beiden Monate schreckt niemanden», sagte Honnefelder.

Der Buchpreis zur Europäischen Verständigung wird traditionell zur Eröffnung am Vorabend des ersten Messetages verliehen. Der 1943 in Budapest geborene Dalos wurde für sein gesamtes Werk gewürdigt, besonders aber für sein jüngstes Buch «Der Vorhang geht auf. Das Ende der Diktaturen in Osteuropa» (2009). Er leitete 1995 bis 1999 das Collegium Hungaricum Berlin und lebt heute als freier Schriftsteller in Berlin und Budapest.

Mit dem Preis würdigen die Stadt Leipzig, der Freistaat Sachsen, die Leipziger Messe und der Börsenverein des Deutschen Buchhandels seit 1994 Persönlichkeiten, die sich als Buchautor um das gegenseitige Verständnis in Europa, vor allem mit den Ländern Mittel- und Osteuropas, verdient gemacht haben.

(Internet: www.leipziger-buchmesse.de; www.leipzig-liest.de)

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17.03. Buchpreis zur Europäischen Verständigung

Leipzig (dpa) - Der Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung wird seit 1994 von der Stadt Leipzig, dem Freistaat Sachsen, der Leipziger Messe und dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels vergeben. Er würdigt Persönlichkeiten, die sich als Buchautor um das gegenseitige Verständnis in Europa, vor allem mit den Ländern Mittel- und Osteuropas, verdient gemacht haben. Die Auszeichnung ist mit 15 000 Euro dotiert und wird jährlich zur Eröffnung der Leipziger Buchmesse verliehen.

Preisträger in diesem Jahr ist der 1943 in Ungarn geborene Historiker György Dalos. Zu den bisher Geehrten zählen der Autor Gerd Koenen, der russische Philosoph Michail Ryklin, die kroatische Autorin Slavenka Drakulic sowie der italienische Schriftsteller und Publizist Claudio Magris.

Die Jury für 2010 hat zehn Mitglieder, darunter «Börsenblatt»-Chefredakteur Torsten Casimir, Leipzigs Kulturbürgermeister Michael Faber, die Lektorin Ingke Brodersen und Jürgen Jakob Becker, Geschäftsführer des Deutschen Übersetzerfonds Berlin.

(Internet: http://www.leipzig.de/buchpreis)

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17.03. Leipziger Buchmesse - Branchentreff mit Tradition

Hamburg (dpa) - Die Leipziger Buchmesse blickt auf eine lange Geschichte zurück. Bereits in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts war die Stadt Treffpunkt von Buchhändlern, Druckern und Verlegern. Sie besuchten regelmäßig die Leipziger Jahrmärkte. Von 1504 an begann der Buchhandel zu blühen. Leipzig wurde zur ernsthaften Konkurrenz des älteren Messeplatzes Frankfurt/Main.

Nach der Reformation entwickelten sich Verlagsgewerbe und Buchhandel rasant, wurden aber vom Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) nahezu ausgelöscht. Doch der Branchentreff erholte sich wieder. 1764 wurde Leipzig von den Buchhändlern zur «Hauptstadt» des Buchhandels erklärt.

Nach einer Pause in der Nazi-Zeit startete die Messe 1946 erneut.
Anfang der 1970er Jahre wurden die zwei Buchmessen pro Jahr auf eine im Frühjahr reduziert. 1991 fand die erste eigenständige Internationale Leipziger Buchmesse nach dem Ende der DDR statt. Rund
31 000 Besucher kamen.

Seit 1998 präsentiert sich die Branche auf dem neuen Messegelände am Stadtrand. Der vom Literaturfestival «Leipzig liest» begleitete Branchentreff gilt heute vor allem für kleinere und mittlere Verlage als unverzichtbar. 2009 zählten die Veranstalter 147 000 Besucher.

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17.03. Thüringer Neuerscheinungen auf Buchmesse Leipzig

Rudolstadt/Zella-Mehlis (dpa/th) - Die Leipziger Buchmesse 2010 ist in den Terminkalendern von 29 Thüringer Verlagen rot angestrichen. Ob Fantasy, Geschichte, Belletristik oder Reiseführer - die zumeist kleinen Verlage behaupten sich in Deutschland mit spezialisierten Angeboten, ergab eine Umfrage der Deutschen Presse- Agentur dpa vor Beginn der Messe am Donnerstag. «Für uns ist das jedes Mal positiver Stress, so eine Art Literaturfest», sagte Heinrich Jung vom gleichnamigen Verlag in Zella-Mehlis. «Wir treffen Leser, knüpfen Kontakte zu Buchhändlern und tauschen Erfahrungen mit Verlegern aus, die ähnliche Probleme haben wie wir.»

Vom amicua-Verlag im südthüringischen Föritz, dem Knabe Verlag in Weimar, dem Museumsverband Thüringen bis zu Aktivreisen Gera reicht die Liste der Aussteller. Für den Greifenverlag in Rudolstadt ist die Messe nach seiner Wiedergründung im vorigen Jahr eine Premiere. «Für uns hat die Leipziger Buchmesse eine riesengroße Bedeutung», sagte Verleger Holger Elias. «Dort kann man den Kontakt zu den Lesern herstellen.» Auf eine Teilnahme bei der Frankfurter Buchmesse, wo vor allem Rechte und Lizenzen gehandelt werden, könnten kleine Verlage dagegen gut verzichten.

Im Gepäck hat Elias Neuerscheinungen wie den Roman «Im Schatten Napoleons» von Paul Elgers, einst viele Jahre Cheflektor des 1919 gegründeten Verlags. «Wir wollen sein gesamtes Werk veröffentlichen.» In dem historischen Roman geht es um Napoleons intriganten Minister Joseph Fouchè, der auch als «Schlächter von Lyon» bekannt wurde. Autorin Katrin Okumafi beschäftigt sich in «Kein Fleckenwasser für Leoparden» mit dem Leben eines Ausländers in Deutschland. Elias: «Das ist ein ganz mutiges Buch, das auf einer wahren Geschichte beruht.»

Der Wartburg Verlag (Weimar) gibt ein Reisebuch auf den Spuren Luthers heraus sowie Luthers Tischreden. Die Verlagsgesellschaft Weimar bietet als Neuerscheinung die Biografie «Henry van de Velde - Architekt und Designer des Jugendstils». Der Jung-Verlag beackert ein breites Themenfeld. Als eine Neuerscheinung präsentiert er den Fantasy-Abenteuer-Roman «Steven Slauter und das Erbe von Akarion» vom jungen Janko Luhn aus Zella-Mehlis. «Im Wechselbad der Gefühle 1989/1990» von Günter Wriedt ist eine zeitgeschichtliche Betrachtung. Die Geschichte des unterirdischen Flugzeugwerkes «REIMAHG» bei Kahla untersucht «Düsenjäger über dem Walpersberg».

Ein ganz anderes Klientel bedient der Verlag grünes herz in Ilmenau, der bereits zum 17. Mal in Leipzig dabei ist. «Wir stellen fünf brandneue Pläne und Karten für Fahrradfahrer vor, darunter ein Tourenplan zwischen Rostock und Güstrow.» Absolut wasser- und reißfest sei die Karte für den Gera-Radweg, die bequem auf der Lenkertasche befestigt werden könne.

Die auf Musikalien spezialisierte Verlagsgruppe Kamprad in Altenburg stellt einen Orgelreiseführer für Thüringen vor. Anhand der
26 schönsten Thüringer Orgeln werden Reiserouten empfohlen, erklärte Klaus-Jürgen Kamprad. Neben Informationen zu historischen Orgeln erhalten die Leser Wissenswertes zu den Orten und Tipps für die Anreise. Die Verlagsgruppe ist diesmal gleich zweimal auf der Messe präsent, da auch ein spezieller Bereich für Musikverlage eingerichtet wurde. «Das wird die Wahrnehmung des Hauses fördern», ist sich Kamprad sicher.

 

(Internet: www.boersenverein-sasathue.de)

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17.03. Bester Frühlingsgedicht-Rezitator gesucht

Leipzig (dpa/sn) - Die Leipziger Buchmesse wird zur Bühne für das gesprochene Gedicht. Der Mitteldeutsche Rundfunk sucht auf der Bücherschau den besten Frühlingsgedicht-Rezitator. Ob Goethes «Osterspaziergang» oder Verse von der sächsischen Mundart-Dichterin Lene Voigt: Zur Auswahl stehen zehn Werke von mehr oder weniger bekannten Lyrikern, wie der Sender mitteilte. Alle Gedichtvorträge werden per Kamera aufgezeichnet und sind danach im Internet zu finden. Per Online-Abstimmung wird der Beste gekürt. Zu gewinnen gibt es Bücher und Hörbücher.

(Internet: www.mdr.de/buchmesse)

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16.03. Antiquare zeigen Schätze auf Leipziger Buchmesse

Leipzig (dpa/sn) - Antiquare aus sechs Ländern präsentieren in Leipzig bibliophile Schätze aus mehreren Jahrhunderten. Zur Buchmesse
(18.-21.3.) hat in Halle 3 die Antiquariatsmesse ihr Domizil. Sie gehört seit 1995 zum festen Bestandteil der Frühjahrs-Schau der Bücher. In diesem Jahr sind 69 Antiquare dabei. Sie bringen wertvolle alte Bücher sowie Zeichnungen und Handschriften mit, wie die Organisatoren am Dienstag mitteilten. Im Angebot sind etwa ein Bilder-Atlas für Kaufleute und Fabrikanten aus dem Jahr 1840, ein Beethovenjahrbuch von 1908 und ein 1837 erschienenes Lehrbuch der Pharmazie.

(Internet: www.abooks.de)

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10.03. Romanistikprofessor: Verlage vernachlässigen Lateinamerika

Leipzig (dpa) - Die deutschen Verlage vernachlässigen nach Ansicht des Romanistikprofessors Alfonso de Toro die Literatur aus Lateinamerika. «Sie sind nicht mehr so stark daran interessiert wie in den 60-er, 70-er Jahren, sondern nur noch sehr selektiv. Die Situation ist nicht sehr erfreulich», sagte der Chilene de Toro, der an der Universität Leipzig lehrt in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Gefragt seien bei den Verantwortlichen nur Werke, die nicht zu lang und kompliziert sind. «Wenn Verleger nicht nach Qualität entscheiden, sondern nach Seitenzahl und Komplexität, dann frage ich mich: Wie kann man aus dieser Sackgasse herauskommen?», sagte de Toro kurz vor Beginn der Leipziger Buchmesse (18.-21.3.), auf der sich diesmal zehn lateinamerikanische Länder mit Lesungen, Workshops und einer Bücherausstellung präsentieren.

«Man ist jetzt wegen der Globalisierung unter dem Druck kommerzieller Zwänge», sagte der Gründer und Direktor des Ibero- Amerikanischen Forschungsseminars an der Leipziger Uni. Autoren wie Gabriel García Márquez hätten heute kaum noch eine Chance auf eine Veröffentlichung. «Sie sind zu komplex, zu experimentell, zu sehr auf Lateinamerika bezogen, zu lang. Das war früher mal begehrt, jetzt gibt es eine andere Verlagspolitik.»

Er beobachte mit Sorge, dass zunehmend «Literatur light» gefördert werde. «Ich möchte hier keine Namen nennen, aber gerade in Deutschland hat man lateinamerikanische Autoren aufgenommen, die nach meiner Erfahrung als Wissenschaftler nicht zur Spitze dazugehören», sagte de Toro. «Es gibt Legionen von Autoren und darunter sind hervorragende Schriftsteller, aber sie sind nicht so bekannt, weil wir natürlich diese Konjunktur wie in den 60er Jahren nicht mehr haben.» Damals seien die Werke aus dieser Region als exotische Alternative zu gescheiterten europäischen Utopien betrachtet worden.
«Der Exotismus ist weg und damit das Interesse», so de Toro.

«Ich glaube, dass man hier noch mal Programme auflegen muss, die neue Autoren und Autorinnen fördern», sagte der Romanistikprofessor mit Blick auf die nähere Zukunft. Dies dürfe aber nicht als Entwicklungshilfe «für etwas Exotisches aus der Dritten Welt» betrachtet werden. «Es gibt da Weltautoren. Die Verlage müssen sich ins Bewusstsein holen, dass ihnen da etwas entgeht, wenn sie nicht handeln.» Wichtig sei auch, dass sie die Auswahl von Autoren nicht nur in die Hände von Literaturagenten legen, sondern auch den Rat von Wissenschaftlern einholen. «Aber ich bin sehr skeptisch und pessimistisch, dass sich etwas ändert. Weil der Markt herrscht. Und er herrscht ganz brutal.»

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10.03. Honnefelder: Neue Medien steigern Bedeutung vom Buch

Hamburg (dpa) ­ Die Bedeutung von Büchern hat durch die Neuen Medien und technische Neuerungen nach Ansicht des Vorstehers des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels eher noch zugenommen. «Die Befürchtung, Internet oder E-Reader könnten das gedruckte Buch substituieren, haben sich nicht bewahrheitet», sagte Gottfried Honnefelder im Vorfeld der Leipziger Buchmesse (18. bis 21. März) in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. «Verleger können inzwischen nur noch schmunzeln, wenn das Buch wieder einmal für tot erklärt wird.»

Zwar habe die Branche in den ersten beiden Monaten des Jahres ein Umsatzminus von 3,6 Prozent hinnehmen müssen, aber diese Monate hätten ohnehin einen bescheidenen Anteil am Gesamtumsatz des Jahres und fielen daher nicht so ins Gewicht. «Da darf uns nicht gleich die Panik ergreifen», so Honnefelder weiter. «Vielleicht gehen die Leute auch nicht so viel einkaufen, weil so viel Schnee liegt», fügte er mit einem Augenzwinkern hinzu.

Insgesamt seien die Aussichten gut: Seit 2004 sei der Buchmarkt kontinuierlich gewachsen, auch das Krisenjahr 2009 habe die Branche mit einem Wachstum von 2,8 Prozent abgeschlossen. «Ich wüsste nicht, warum sich das in diesem Jahr ändern sollte. Auch die Neuen Medien sind nicht die Erben des Buches, wie manche vorhergesagt haben. Ganz im Gegenteil.» Viele Verlage seien sehr aktiv im E-Book-Geschäft und entwickelten neue Geschäftsmodelle. «Aber wir stehen immer noch am Anfang, die USA ist in dem Bereich schon wesentlich weiter. Wir werden sehen, wie der Markt sich entwickelt.» Schlecht wäre es, wenn Monopole entstünden, die dann auch den Inhalt der Bücher beeinflussten, meinte Honnefelder. «Es wäre gut, wenn es möglichst viele Anbieter von E-Book-Readern gäbe.»

Über das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Vorratsdatenspeicherung sei man in der Branche nicht uneingeschränkt glücklich. Danach dürfen in Deutschland Telefon- und Internetdaten nicht länger massenhaft für sechs Monate gespeichert werden, um Ermittlungen zu erleichtern. «Die abgewogene Haltung des Bundesverfassungsgerichts in seinem Grundsatzurteil begrüßen wir ausdrücklich, zudem wird auch künftig die grundsätzliche Speicherung der Daten für den Auskunftsanspruch von Autoren und Verlagen zulässig sein. Bedauerlich ist jedoch, dass das Bundesverfassungsgericht keine Übergangsregelung oder eine Frist für die Neuregelung des Gesetzes gestellt hat. Dadurch entsteht ein rechtsstaatliches Vakuum», so Honnefelder.

«Wir kämpfen wie die Löwen gegen Raubzüge im Internet und das illegale Herunterladen von Daten. Wir brauchen entsprechende Mittel zur Verteidigung.» Dies werde sicher auch auf der Leipziger Buchmesse thematisiert. Die Bücherschau in Leipzig habe in den letzten Jahren eine gute Entwicklung genommen. Honnefelder sieht «ein kluges und sinnvolles Zusammenspiel mit der Frankfurter Buchmesse.»

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10.03. Nobelpreisträger und stabile Zahlen: Leipziger Buchmesse 2010

Leipzig (dpa) - Lesen und Lauschen, Schmökern und Schlendern: Vier Tage lang werden die Leipziger Messehallen wieder zum Paradies für Leseratten. 1500 Buchautoren aus nah und fern werden vom 18. bis zum 21. März auf der Leipziger Buchmesse erwartet. Ob Roman oder Biografie, Manga oder Sachbuch, eines haben ihre Werke gemeinsam: Es sind die Neuerscheinungen des Frühjahrs 2010. Verleger, Kritiker, Buchhändler und Agenten aus ganz Deutschland reisen an, um für die literarischen Novitäten zu werben oder sie unter die Lupe zu nehmen. Aber die Hauptrolle auf der Frühjahrs-Schau der Messe spielt das Publikum.

Als Unternehmen zeigt sich die Büchermesse trotz Wirtschaftskrise stabil. «Wir sind von der Krise nicht so betroffen», sagt Buchmesse- Direktor Oliver Zille. Rund 2100 Aussteller aus 38 Ländern sind dabei. Das sind etwa so viele wie 2009. Wachstum - wie regelmäßig in den vergangenen Jahren - gab es bei diesen Zahlen aber nicht. «In Zeiten, in denen Verlage sparen müssen, zeigt sich das Programm stabil», fast Zille die Situation zusammen.

Von den beiden Literaturnobelpreisträgern Herta Müller und Günter Grass bis zu Jungautoren des Leipziger Literaturinstituts: 1500 haupt- und nebenberufliche Schriftsteller werden erwartet, darunter auch Schauspieler, Musiker und Politiker; wie Katja Riemann, Nina Hagen und SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles. Zudem können die Leser, Verleger und Buchhändler die Literaturszene anderer Regionen der Welt erkunden.

Auf einem speziellen Südosteuropa-Campus stellen sich Verlage und Autoren der Balkanstaaten vor; erstmals ist Bosnien-Herzegowina in Leipzig zu Gast. Es gibt ein deutsch-spanisches Autorentreffen, eine nordische Literaturnacht und einen Gemeinschaftsstand Lateinamerika. Traditionell in Leipzig dabei ist auch das Schwerpunktland der Frankfurter Buchmesse. «2010 hat Argentinien seinen großen Auftritt in Frankfurt - und ist bei uns mit einem Spezialprogramm vertreten», kündigt Zille an.

Besonders im Blick hat Zille die jungen Leseratten - oder Kinder und Jugendliche, die noch für das Lesen begeistert werden müssen. Auf dem Programm stehen 150 Lesungen in Schulen und Kindergärten der Stadt. Auf einem Viertel der Buchmessefläche geht es um Kinder- und Jugendliteratur. Bei mehr als 400 Lesungen, Workshops und Aktionen können junge Leser mit Schriftstellern ins Gespräch kommen oder über ihre Lieblingsbücher sprechen. Rund 30 000 Kinder und Jugendliche werden zur Buchmesse erwartet. Allein 1000 Schulklassen werden in die Messehallen kommen.

Ob Kinder, Jugendliche oder Erwachsene: Die Besucher können sich auch über Literatur für die Ohren informieren. Mehr als 100 Aussteller bringen die neuesten Hörbücher mit. Junge Sprechertalente konnten sich im Februar in einem Online-Voting für die Wahl zum «Super-Sprechen» bewerben. Auf der Buchmesse wird dann das größte Sprechertalent gekürt. Der Gewinner darf eine Rolle bei einer Hörspielproduktion übernehmen.

(Internet: www.leipziger-buchmesse.de; www.leipzig-liest.de)

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10.03. Literaturparadies: 1500 Autoren bei «Leipzig liest»

Leipzig (dpa) - Ben Becker hat sein erstes selbst verfasstes Kinderbuch im Gepäck, Nina Hagen ihre Memoiren und Alissa Walser ihr Roman-Debüt. Die drei gehören zu 1500 haupt- und nebenberuflichen Autoren, die Mitte März in Leipzig das Messegelände und die ganze Stadt bevölkern. «Leipzig liest» heißt es zur Frühjahrs-Buchmesse 2010 (18.-21.3.) wieder. Im Gegensatz zur Herbst-Bücherschau in Frankfurt/Main, wo Geschäftsabschlüsse im Vordergrund stehen, kommen an der Pleiße vier Tage und Nächte lang die Leser auf ihre Kosten. «In dieser Kompaktheit gibt es in Deutschland kein anderes Literaturfest. Wir sind sogar Europas größtes Lesefest», sagt Buchmessedirektor Oliver Zille.

Zille kann in diesem Jahr mit zwei Literatur-Nobelpreisträgern aufwarten: Herta Müller und Günter Grass. Die deutsche Literaturszene wird zudem vertreten von Volker Braun, Axel Hacke, Ingo Schulze, Christoph Hein, Alexander Osang, Clemens Meyer, Jana Hensel und Martin Walser. Eine etwas weitere Anreise haben der Norweger Jostein Gaarder, der Nicaraguaner Ernesto Cardenal, der Bulgare Georgi Gospodinov, der Isländer Andri Snær Magnason, der Schweizer Martin Suter, der Bosnier Devad Karahasan und der Spanier Javier Tomeo.

Neben den Berufs-Literaten präsentieren bei dem Lese-Marathon auch Schauspieler, Musiker, Journalisten, Comedy-Stars und Entertainer ihre aktuellen Bücher oder Hörbücher. Auffällig ist in diesem Jahr die relativ niedrige Zahl an Polit-Prominenz. Zwar sind Alt- Bundespräsident Richard von Weizsäcker, Brandenburgs ehemaliger Ministerpräsident Manfred Stolpe, Leipzigs Ex-Oberbürgermeister Hinrich Lehmann-Grube und der einstige Grünen-Politiker Ludger Volmer dabei. Aber während die SPD vor einem Jahr im Bundestagswahlkampf fast mit ihrer kompletten Führungsriege inklusive Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier auf der Messe präsent war, kommt diesmal nur ihre Generalsekretärin Andrea Nahles.

Eine Reihe von Schauspielern nutzt die Frühjahrs-Schau der Bücher als Bühne, um für ihren Abstecher ins Literarische zu werben. Ben Becker etwa liest aus seinem Kinderbuch-Debüt «Bruno oder Der Junge mit den grünen Haaren», Ursula Karusseit präsentiert ihre Biografie «Wege übers Land und durch die Zeiten», Ex-Tatort-Kommissar Bernd Michael Lade bringt das Hörbuch «Tatort Leipzig - Todesstrafe» mit und Katy Karrenbauer wirbt für ihren Erzählband «Die Freiheit nehm ich mir. Geschichten aus meinem Leben».

Zu den vorlesenden Musikern gehören Nina Hagen mit ihrer Autobiografie «Bekenntnisse», die Gruppe Karat mit den Bandgeschichten «Über sieben Brücken musst du gehn» und Karel Gott mit seiner Biografie «Die Goldene Stimme von Prag». Das Comedy-Fach wird auf der Bücherschau etwa von Michael Mittermeier vertreten, der in «Achtung, Baby!» seine Erlebnisse als Vater schildert. Ex- Tagesthemen-Moderator Ulrich Wickert stellt hingegen ein Buch vor, das er nicht selbst geschrieben hat: «Meine Jahre mit Willy Brandt», die Erinnerungen von Brandts einstigem Büroleiter Reinhard Wilke.

(Internet: www.leipzig-liest.de)

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10.03. Die Leipziger Buchmesse in Zahlen

Leipzig (dpa) - Zur Leipziger Buchmesse vom 18. bis 21. März werden wieder weit mehr als 100 000 Besucher erwartet. Nachfolgend Zahlen, Daten und Fakten rund um die Messe, die sich an Fachbesucher und Publikum wendet:

Aussteller: rund 2100 aus 38 Ländern

Fläche: etwa 65 000 Quadratmeter

Öffnungszeiten: täglich 10.00 bis 18.00 Uhr

Eintrittskarten: Tageskarte 11,50 Euro (10 Euro im Vorverkauf), ermäßigt 9 Euro, Dauerkarte 24 Euro, Tageskarte Fachbesucher 9 Euro, Dauerkarte Fachbesucher 17 Euro

(Kinder bis zum 5. Lebensjahr haben freien Eintritt. Ermäßigung gilt für Studenten, Schüler, Auszubildende, Wehr- und Zivildienstleistende sowie Rentner und Arbeitslose)

Eintrittskarten gelten auch für die Leipziger Antiquariatsmesse und die «buch + art - Kunst rund um das Buch»

Ausstellerkatalog: 12,00 Euro

(Internet: www.leipziger-buchmesse.de; www.leipzig-liest.de;
www.preis-der-leipziger-buchmesse.de)

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