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News-Sonderthema:
Leipziger Buchmesse 2009 (12. bis 15. März)
Fakten, Stimmen und Hintergrundinformationen. Täglich aktuelle Informationen von der Messe
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Unsere Beiträge:
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16.03 147 000 Besucher auf Leipziger Buchmesse - 14 Prozent Plus
Leipzig (dpa) - Die Leipziger Buchmesse hat in diesem Jahr 14 Prozent mehr Literaturfans angezogen als 2008. Buchmesse-Direktor Oliver Zille rechnete am Nachmitmittag des letzten Messetags mit insgesamt 147 000 Besuchern. «Ich bin mit dem Messejahr 2009 außerordentlich zufrieden», sagte der Chef der viertägigen Frühjahrsschau der Bücher am Sonntag der dpa. «Die Aussteller haben uns gute und sehr gute Noten gegeben, und das Publikum hat mit den Füßen abgestimmt, dass die Messe an Attraktivität weiter zugenommen hat.» In den Messehallen und an den 300 Lese-Orten der Stadt hatten sich etwa 2000 Verlage und rund 1500 Autoren präsentiert.
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16.03 Buchmessechef Zille: In der Krise wird der Wert des Buches sichtbar
Leipzig (dpa) - Die Organisatoren der Leipziger Buchmesse 2009 freuen sich über einen deutlichen Besucherzuwachs. Vier Tage lang kamen zehntausende Literaturfreunde in die vier Messehallen und an die 300 Lese-Orte in der Stadt. Die riesige Bücherschau hat gezeigt: Auch mit E-Book und Internet bleibt das Interesse am gedruckten Buch ungebrochen. Im kommenden Jahr soll die Buchmesse wegen des überraschend größeren Zuspruchs erweitert werden, kündigte Direktor Oliver Zille am Sonntag in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa an.
Wie erklären Sie sich den großen Ansturm auf die Buchmesse?
Zille: «Ich glaube, in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nimmt die Bedeutung von Büchern und Literatur zu. Besinnung und der kluge Gedanke werden gebraucht - der Wert des einzelnen Buches wird sichtbar.»
Was waren Ihre persönlichen Höhepunkte an den vier Tagen?
Zille: «Das sind für mich immer die Gespräche mit den Ausstellern; wenn man Zeit findet, in Ruhe mit den Verlagen über deren Programm und Zukunfts-Pläne zu sprechen.»
Wegen der vielen Besucher gab es in den Messehallen teilweise kein Durchkommen mehr. Kann dieses Problem im kommenden Jahr gelöst werden?
Zille: «Jede Messe hat ihr Logistikkonzept, das auf eine bestimmte Besucherzahl abgestimmt ist. Wir wurden diesmal überrascht von der Dynamik der Messe: Meine Prognose war, das wir die Besucherzahlen aus dem vergangenen Jahr wieder erreichen werden. Wir können das Logistik-Konzept aber nachjustieren. Es ist ein lösbares Problem.»
Was erwartet die Besucher auf der Buchmesse 2010?
Zille: «Wir werden unseren Mittel- und Osteuropaschwerpunkt fortsetzen. Weitere bedeutende Bereiche sind die junge deutsche Literatur sowie die Leseförderung und Bildung - da wollen wir noch stärker mit den Kultusministerien der Länder zusammenarbeiten.»
Interview: Sophia-Caroline Kosel, dpa
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16.03 Kehlmanns «Ruhm» führt Buchmesse-Bestseller-Liste an
Leipzig (dpa) - Daniel Kehlmanns Roman «Ruhm» hat am dritten Tag der Leipziger Buchmesse die Spitze der Bestseller-Liste der Frühjahrsschau erobert. Das jüngste Werk des 34-Jährigen ging in der Messebuchhandlung am häufigsten über den Ladentisch - parallel zum Auftritt Kehlmanns in der Glashalle. Am Tag zuvor hatte noch die Gewinnerin des Preises der Leipziger Buchmesse, Sibylle Lewitscharoff, mit ihrem Roman «Apostoloff» die Liste angeführt. Wie die Messe mitteilte, landeten «Unterwegs von Deutschland nach Deutschland» von Günter Grass und «Die Frauen» von T. C. Boyle auf den Plätzen zwei und drei. In der Kinderbuchhandlung war die «Hexe Lilli - Der Drache und das magische Buch» das gefragteste Buch.
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15.03 Buchmesse geht in letzte Runde - mit Clement und Bsirske
Leipzig (dpa) - Mit erneut starkem Besucherandrang ist die Leipziger Buchmesse am Sonntag in die letzte Runde gegangen. Am vierten Tag der Bücherschau wird es nochmal politisch: Der ehemalige SPD-Vorsitzende Wolfgang Clement stellt sein Buch «Klartext» vor, verdi-Chef Frank Bsirske liest aus «Vom Wert der Werte» und der Theologe Friedrich Schorlemmer spricht über sein Buch «Wohl dem, der Heimat hat». Auch die Fans japanischer Comics werden wieder auf ihre Kosten kommen. Die Manga-Zeichnerin Matsuri Hino kommt zu einer Signierstunde. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) liest Kindern etwas vor.
Abends schließt dann die Frühjahrsschau, auf der 2000 Verlage ihre Neuerscheinungen präsentierten, ihre Tore. Bereits nach zwei Tagen hatten die Messe-Organisatoren von einem Besucherrekord gesprochen und ein Besucherplus von elf Prozent gemeldet.
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15.03 Wolfgang-Hohlbein-Preis für Bernd Rümmeleins Debüt «Kryson»
Stuttgart/Leipzig (dpa/lsw) - Der Stuttgarter Autor Bernd Rümmelein erhält für seinen Debütroman «Kryson» den renommierten Wolfgang-Holbein-Preis für Fantasy-Literatur. Der österreichische Publikumsverlag Carl Ueberreuter überreichte die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung am Samstag auf der Leipziger Buchmesse an den Schriftsteller. Rümmelein habe mit seiner Geschichte das «größte deutschsprachige Fantasy-Epos» geschrieben, urteilte die Jury. Für sie ist das sechsbändige Buch so herausragend wie die «Herr der Ringe»-Trilogie. «Abseits der Tolkien-Welt von Orks, Elfen, Trollen und Zwergen lässt er in seinem wortgewaltigen Debüt eine faszinierende Welt entstehen.» Die ersten drei Bände des Romans sollen im Oktober erscheinen.
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15.03 Werbekampagne Buchmesse - Eine Branche trotzt der Krisenstimmung
Leipzig (dpa) - Bei allem E-Book-Hype und Internet-Euphorie: Das gedruckte Buch stirbt nicht aus, zumindest wenn man den großen Verlagen auf der Leipziger Buchmesse glaubt. «Allem Krisengerede zum Trotz: die Menschen kommen zur Messe und sie wollen lesen und vor allem Gutes lesen», sagt Günter Berg, Verleger von Hoffmann und Campe (Hamburg). Und die Menschenmassen, die sich seit Donnerstag durch die Hallen schieben, geben ihm recht. Die Leipziger Buchmesse ist eine einzige große Werbeaktion für die Literatur und ihre Autoren und ein «finanzieller Kraftakt», wie Berg sagt. Ein Kraftakt, der sich auch im Krisenjahr 2009 lohnt.
«Die Leipziger Messe ist für uns vertrieblich wichtig, weil viele große Buchhandlungen hier bei uns ordern», sagt der Vertriebsleiter des Berliner Aufbau Verlags, Andreas Krauß. Zudem diene sie der Autoren- und Imagepflege. «Natürlich hoffen wir, dass die Leser sich dann in ihrer Buchhandlung an uns als Verlag erinnern», sagt er. Der Münchner Publikumsverlag Droemer Knaur setzt ausschließlich auf den Kontakt zwischen Buch, Leser und Autor. An dem Stand ist kein Durchkommen. «Man muss die Messe auch nutzen, seine Autoren einladen, Lesungen und andere Aktionen anbieten», sagt Berg von Hoffmann und Campe.
Eine Strategie, die zumindest bei den großen Verlagen aufgeht. Sie können aber auch mit den großen Namen der Literaturszene glänzen: Bodo Kirchhoff, Karl-Heinz Ott, Fred Vargas, Susanne Schädlich oder Val McDermid - Dauerbrenner in deutschen Buchhandlungen. «Natürlich setzen wir auf Bewährtes, aber es gehört auch etwas Glück dazu, den Nerv der Zeit zu treffen», sagt Krauß vom Aufbau-Verlag und nennt als Beispiel «Der letzte Kommunist» von Matthias Frings, eine Geschichte über den Schriftsteller Ronald M. Schernikau, einer der letzten Westdeutschen der DDR-Bürger wurde. So blicken die großen Verlage denn auch optimistisch in die Zukunft - bei allem Sparzwang, den auch sie sich auferlegt haben.
Weniger euphorisch sind da schon die kleineren Verlage. «Inzwischen merkt man, dass die Krise kommt, aber erst mal nicht beim Umsatz», sagt der Vertriebsleiter des Blumenbar Verlags (München), Lars Birken-Bertsch. «Als Nischenverlag hat man eher eine definierte Zielgruppe, die so extrem nicht wegbrechen wird, weil wir das urbane Milieu bedienen.» Birken-Bersch spüre, dass in der Buchbranche die Luft raus sei. «Die Messe kommt mir sehr energielos vor. Es fehlen die Impulse, die aus den Verlagen kommen.» Er vermisse die «großen Gerüchte», dass «irgendwas in der Luft» liege. Verlage müssten die Leser aus dem Internet locken. Dort finde die Vielfalt statt.
Die Nischenverlage suchen ihr Glück in Lyrik und hochtrabender Literatur, für die sich bisher nur Intellektuelle begeistern ließen. «Wir merken, dass es kippt - vom Seichten zum Anspruchsvollen», sagt der Verleger Friedhelm Berger des UND-Verlags (Stadtroda/Thüringen). Leser hätten das Bedürfnis, ihren Wortschatz zu erweitern, sich Unwissen einzugestehen und seltene Wörter im Lexikon nachzuschlagen. «Man will wieder mehr mit der Sprache leben und arbeiten.»
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14.03 Cornelia Funkes «Tintenherz» ist das beliebteste Jugendbuch
Leipzig (dpa) - Cornelia Funkes «Tintenherz» liegt in der Gunst der deutschen Schüler ganz oben - weit vor «Harry Potter» und «Emil und die Detektive». Der Jugendroman gewann den Internationalen Preis der jungen Leser, der am Freitag auf der Leipziger Buchmesse zum ersten Mal vergeben wurde. Die zweit- und drittbeliebtesten Bücher der 63 000 jungen Juroren sind «Eragon» von Christopher Paolini und «Whisper» von Isabel Abedi. Damit sind die Genres Fantasy und Mystery in der Beliebtheitsskala der Jugendliteratur deutlich vorne. Die Schüler der fünften und sechsten Klassen hatten 15 Titel zur Auswahl, die vorab ebenfalls von Jugendlichen zusammengestellt worden war. Der undotierte Preis wird von der Stiftung Lesen und dem Medienunternehmen arvato AG verliehen.
(Internet: www.preisjungerleser.de)
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14.03 Zitate raten und Krimis suchen - Tausende junge Leser auf Buchmesse
Leipzig (dpa) - Elias findet die vielen Werbegeschenke toll, Raja die Manga-Stände und Sandra sucht spannende neue Krimis. Tausende Kinder und Jugendliche tummeln sich auch in diesem Jahr wieder auf der Leipziger Buchmesse (12.-15.3.), wo es deshalb teils recht laut und schrill zugeht. Die meisten von ihnen sind mit der Schulklasse da und besonders auf kostenlose Messe-Mitbringsel scharf. Lange Schlangen bilden sich etwa vor einem Glücksrad, auch Plastiktüten mit Comicfiguren werden den Verlegern aus den Händen gerissen. Entgegen des Klischees, der nur vor Fernseh- oder Computerbildschirmen sitzenden Kinder, zeigen viele der jungen Messebesuchern aber auch ernsthaftes Interesse an den Büchern.
Wenn jeden Morgen um 10 Uhr die Tore der Messe öffnen, strömen die Schüler schon zu hunderten in die Hallen. Pascal und Richard zum Beispiel sind mit ihrer Klasse aus Schirgiswalde in der Oberlausitz angereist. In den drei Monaten vorher hatten sie das Ziel, so viel zu lesen wie möglich. Beim Zusammenrechnen der Längen der gelesenen Zeilen kam die Klasse auf 179 Kilometer, berichten die Jungs stolz. Auch auf der Messe haben sie eine Mission: Sie müssen Schelmengeschichten für den Deutschunterricht suchen.
Ein Drittel der Fläche der Bücherschau in Leipzig ist den jungen Lesern gewidmet. Im vergangenen Jahr kamen 28 000 Besucher bis zu
18 Jahren auf die Publikumsmesse, 20 000 von ihnen mit ihrer Schulklasse. «Darunter sind auch Kinder und Jugendliche, die zu Hause nicht lesen», sagte Buchmessedirektor Oliver Zille. Einer von ihnen ist Elias aus Quedlinburg in Sachsen-Anhalt. «Ich lese nicht viel, ich sehe mir lieber die Filme zu den Büchern an», gesteht der Zwölfjährige mit den langen Haaren. Im vergangenen Jahr hat er auf der Messe bei einer schönen Lesung immerhin ein Buch gekauft. «Ich habe es angefangen und bis jetzt noch nicht fertig gelesen», gibt Elias zu.
Schulklassen aus ganz Deutschland liefern sich am Freitag auf der Messe erstmals einen literarischen Wettstreit. In verschiedenen Mannschaften - erkennbar an unterschiedlich farbigen T-Shirts - müssen sie etwa raten, aus welchem Jugendbuch ein bestimmtes Zitat stammt. Der geistige Wettkampf gehört zur Vergabe des Internationalen Preises junger Leser. Es geht um 15 Bücher von Lindgren, Kästner, Rowling und Co. 63 000 Fünft- und Sechstklässler waren in diesem Jahr erstmals aufgefordert, ihr Lieblingswerk zu küren.
«Tausende junge Leser sind zur Entdeckungsreise in die Welt ihrer Lieblingsbücher aufgebrochen», beschreibt Leipzigs Messe-Chef Wolfgang Marzin das Anliegen dieses neuen Preises. Gewonnen hat der erste Roman aus der «Tinten»-Trilogie von Cornelia Funke, «Tintenherz». «Harry Potter» kam überraschend nicht unter die ersten Drei.
Weil es im vergangenen Jahr in Deutschland keinen neuen Harry Potter gab, sank der Umsatz mit Kinder- und Jugendbüchern nach Angaben des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels um 3,8 Prozent.
Das sei für ein Jahr ohne «Harry Potter»-Neuerscheinung allerdings außergewöhnlich gut, sagte die Börsenverein-Sprecherin, Claudia Paul.
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14.03 Verkleidete Jugendliche strömen zur Buchmesse - Manga-Wettbewerb
Leipzig (dpa) - Cornelia Funkes «Tintenherz» liegt in der Gunst der deutschen Schüler ganz oben - weit vor «Harry Potter» und «Emil und die Detektive». Der Jugendroman gewann den Internationalen Preis der jungen Leser, der am Freitag auf der Leipziger Buchmesse zum ersten Mal vergeben wurde. Die zweit- und drittbeliebtesten Bücher der 63 000 jungen Juroren sind «Eragon» von Christopher Paolini und «Whisper» von Isabel Abedi. Damit sind die Genres Fantasy und Mystery in der Beliebtheitsskala der Jugendliteratur deutlich vorne. Die Schüler der fünften und sechsten Klassen hatten 15 Titel zur Auswahl, die vorab ebenfalls von Jugendlichen zusammengestellt worden war. Der undotierte Preis wird von der Stiftung Lesen und dem Medienunternehmen arvato AG verliehen.
(Internet: www.preisjungerleser.de)
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13.03 Buchmesse geht weiter - Organisatoren mit erstem Tag zufrieden
Leipzig (dpa) - Tausende aufwendig als japanische Comic-Helden verkleidete Jugendliche sind am Samstagmorgen zur Leipziger Buchmesse geströmt. Am dritten Tag der Bücherschau treffen sie sich zum «Cosplay», einem Wettstreit um die schönsten Kostüme. Die Züge und Straßenbahnen zur Messe waren schon am frühen Morgen mit den schrill gekleideten Schülern überfüllt. Auf der Buchmesse wird am Samstag auch der Manga-Talente Preis 2009 für Nachwuchszeichner vergeben. Zudem ist die japanische Zeichnerin Matsuri Hino, Schöpferin von «Vampire Knight», zu Signierstunden angereist.
Buchmessebesucher, die keine Manga-Fans sind, können etwa Lesungen von Wolf Biermann, Reiner Calmund, Friedrich Schorlemmer und Wiglaf Droste verfolgen. Am Abend locken ein Kroatien-Special und die «LitPop»-Party mit Lesungen im Leipziger Rathaus. Die Organisatoren der Messe hatten zur Halbzeit am Freitag eine erfreuliche Bilanz gezogen: Es kamen elf Prozent mehr Besucher als an den ersten beiden Messetagen 2008. Die Frühjahrs-Schau der Bücher dauert noch bis Sonntag. Auf ihr präsentieren 2000 Verlage ihre Neuerscheinungen.
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13.03 Ohne Harry Potter: Kinder- und Jugendbuchumsatz sinkt um 3,8 Prozent
Leipzig (dpa) - Der Umsatz mit Kinder- und Jugendbüchern ist im vergangenen Jahr um 3,8 Prozent gesunken. Das sei für ein Jahr ohne «Harry Potter»-Neuerscheinung allerdings außergewöhnlich gut, sagte die Sprecherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Claudia Paul, am Freitag auf der Leipziger Buchmesse (bis 15.3.). Im Jahr 2007 sei der Markt vor allem durch Joanne K. Rowlings «Potter»-Bestseller um rund 24 Prozent gestiegen.
Der Arbeitskreis für Jugendliteratur (AKJ, München) kritisierte, dass der Buchmarkt «mit dem Anspruch, Lesespaß durch Unterhaltung zu vermitteln», immer neue Blüten treibe. «Momentan könnte man beim Blick in die Kataloge der Verlage und in die Regale der Buchhandlungen Zweifel daran bekommen, dass es in Europa je ein Zeitalter der Aufklärung gegeben hat», sagte die AKJ-Vorsitzende Regina Pantos.
«Sex and Crime wird in Jugendbüchern reihenweise in zeitlos fantastische oder mittelalterlich anmutende Szenarien verpackt», erklärte Pantos. «Kindliche Entwicklungsprobleme kommen im Gewand von traditionellen Piraten-, Prinzessinnen-, Zauberer-, Hexen- oder Drachengeschichten daher.» Langfristig werden ihrer Ansicht nach aber eher Geschichten das Überleben des Mediums Buch bestimmen, die dramaturgisch und sprachlich sorgfältig gemacht sind, die auf Klischees verzichten und die die Kinder wirklich ernst nehmen.
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13.03 Nöstlinger: Kinderliteratur hat schwereren Stand als vor 30 Jahren
Leipzig/Wien (dpa) - Die Kinder- und Jugendliteratur hat nach Ansicht der Schriftstellerin Christine Nöstlinger heute einen schwereren Stand als vor 30 oder 40 Jahren. «Weil es den Verlagen heute auch schlechter geht», sagte die 72-jährige Österreicherin im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. «Früher konnten Kinderbuchverleger noch viel mehr riskieren als heute - viel kleinere Auflagen produzieren und sich weniger darum scheren, ob ein Buch gut verkauft wird», erklärte die Autorin von Romanen wie «Wir pfeifen auf den Gurkenkönig» oder der «Gretchen Sackmeier»-Trilogie.
«Außerdem war die gesellschaftliche Situation eine andere.» Nach 1968 habe man sich viel mehr Gedanken über die Erziehung von Kindern gemacht. «Da war viel mehr möglich. Heute gilt als gutes Kinderbuch das Buch, das am meisten verkauft wird. Es fragt ja kaum jemand mehr, was steht in dem Buch überhaupt drin. Die Devise lautet: Was Kindern gefällt und was sie gern lesen, ist ein gutes Buch», kritisierte Nöstlinger, die bereits mehr als 100 Romane für Kinder und Jugendliche geschrieben hat, anlässlich der Leipziger Buchmesse (12. bis 15.3.).
«Kinder galten vor 30 oder 40 Jahren als Zukunftshoffnung. Wenn ich mir heute im Fernsehen Diskussionen anschaue, dann höre ich nur, wie furchtbar die Kinder sind und wie man mit ihnen zurecht kommt», so die Autorin, deren jüngstes Werk der kulinarische Krimi «Pudding-Pauli rührt um» (Verlag Carl Ueberreuter, Wien, 160 S., Euro 9,95, ISBN 978-3-8000-5471-8) für Kinder ab 10 Jahren ist.
Kinder hätten heute immer noch die gleichen Probleme wie früher: «Eltern, Schule und Beziehungen zu anderen Kindern. Aber da hat sich natürlich einiges verändert», sagte Nöstlinger. «In - falls es das noch gibt - gutbürgerlichen Familien mit einem gewissen Bildungsniveau hat sich sicher für die Kinder sehr viel zum Besseren hin verändert: Es herrscht ein freundschaftlicheres und toleranteres Verhältnis der Eltern zu den Kindern. Natürlich werden Kinder dieser Schichten auch viel mehr am Einkommen der Eltern beteiligt als früher», sagte die Schriftstellerin, die zwei Enkel im Alter von 10 und 13 Jahren hat.
In ärmeren Schichten dagegen habe sich für die Kinder «allerhand zum Schlechten hin verändert», erklärte die Autorin. «Teilweise gibt es eine Hilflosigkeit der Eltern, wie mit Kindern überhaupt umzugehen ist. Kinder sitzen acht Stunden am Tag vor dem Computer oder dem Fernseher und die Eltern finden eigentlich nicht viel dabei und wissen auch gar nicht, wie sie die Kinder davon wegbringen sollten.»
Sie sage nicht, dass früher alles besser gewesen sei. «Aber es waren klarere Verhältnisse und die Kinder haben ein bisschen mehr Struktur und Regeln im Zusammenleben gehabt, an die sie sich halten konnten oder auch nicht. Es gibt heute, glaube ich, viele Familien, in denen es diese Regeln gar nicht mehr gibt.» Mehr Struktur im Alltag bedeute jedoch nicht mehr Strenge und Autorität, erklärte Nöstlinger.
«Autorität ist so ein Wort - ich mag auch den Begriff Erziehung nicht. Aber wir wissen ja inzwischen längst, dass es eine Kinderbetreuung oder Kinderbegleitung auf dem Weg zum Erwachsenwerden ohne Autorität nicht gibt. Denn jeder Erwachsene stellt für ein Kind eine Autorität dar. Wenn die Autorität ein positives Vorbild ist, dann ist das sehr gut. Wenn die Autorität nur irgendetwas Böses ist, das Gebote und Verbote setzt, dann ist sie nichts wert», sagte Nöstlinger.
«Ich versuche, den Kindern ein Stück von der Welt zu erklären und sie vielleicht ein bisschen schlauer zu machen.» Ans Aufhören denkt die 72-Jährige noch lange nicht. «Arbeiten will ich, solange ich kann, solange mein Hirn mitspielt.» Zurzeit schreibt Nöstlinger am zweiten Band der «Pudding-Pauli»-Krimireihe.
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13.03 Preis der Leipziger Buchmesse für Sibylle Lewitscharoff
Leipzig (dpa) - Preisverleihung und Kampf gegen Piraterie: Am ersten Tag der Leipziger Buchmesse (bis 15.3.) hat die Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff für ihren Roman «Apostoloff» den Preis der Buchmesse gewonnen. In der Kategorie Sachbuch zeichnete die Jury am Donnerstag Herfried Münkler für «Die Deutschen und ihre Mythen» aus. In den Messehallen standen der Beginn des E-Book-Verkaufs und der Umgang mit Internet-Piraterie im Mittelpunkt.
Prominente Autoren wie Frank-Walter Steinmeier, Julia Franck, Hera Lind und Gesine Schwan stellten ihre Bücher vor. Tausende Besucher zogen durch die Hallen.
Den Roman von Lewitscharoff (54) über eine schwierige Vater-Tochter-Beziehung würdigte die Jury als «ein reiches Spiel einer Sprachkünstlerin». Das Sachbuch von Münkler ist nach Ansicht der Jury «in klarer Sprache und mit der Stimme der Vernunft» geschrieben. Die Preise sind jeweils mit 15 000 Euro dotiert.
Am Vormittag hatte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels den Startschuss für den Online-Verkauf von E-Books über die Plattform libreka! gegeben. Auf dem Portal sind ab sofort nicht nur etwa 100 000 Bücher abzurufen, sondern auch mehrere tausend zu kaufen und anschließend herunterzuladen. Damit sei libreka! der größte deutschsprachige «Volltext-Finder», sagte Ronald Schild vom Börsenverein. Lesen kann man die Bücher auf dem PC oder speziellen Lesegeräten wie dem E-Reader von Sony. Den hatte der japanische Elektrokonzern am Mittwoch auf dem deutschen Markt eingeführt.
Zur Einführung der elektronischen Bücher kündigte der Buchhandel massenhaft Klagen gegen Raubkopierer an. «Wir werden in aller Schärfe gegen den illegalen Download, gegen den Diebstahl im Internet, vorgehen» und «die Gerichte mit tausenden von Verfahren beschäftigen», sagte der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Alexander Skipis. «Die Politik zwingt uns zu diesem Schritt.» Sie neige zur Bagatellisierung dieses «organisierten Verbrechens».
Um die Internetnutzer, die sich strafbar machen, ausfindig zu machen, solle «der Auskunftsanspruch auf den konkreten Namen des illegalen Down- oder Uploaders» genutzt werden, sagte Skipis. Bevor ein Strafverfahren eingeleitet wird, solle der Nutzer ein oder zwei Verwarnungen per E-Mail erhalten. Bei libreka! wird jedes E-Book beim Herunterladen mit einem Wasserzeichen versehen, das jedoch ein psychologischer und kein technischer Kopierschutz sei, sagte Schild.
Mit dem E-Book widme sich die Buchmesse einem zukunftsweisenden Bereich, der den Buchmarkt sinnvoll ergänzen werde, sagte Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) auf der Bücherschau. «Mit der elektronischen Verfügbarkeit von Daten stellen sich allerdings unweigerlich auch Fragen der Wahrung von Urheberrechten. Der bessere Schutz des geistigen Eigentums ist für die Bundesregierung deshalb Herausforderung und Aufgabe zugleich.» Auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sprach sich bei der Vorstellung seines Buches «Mein Deutschland» für mehr Schutz des geistigen Eigentums aus: «Wir müssen die Interessenkonflikte, die es zwischen Urhebern und Nutzern gibt, lösen - und Kompromisse finden.»
Die Hörbuch-Branche sieht sich mehr und mehr von der Internet-Piraterie bedroht. «Jedes andere Land unternimmt mehr für den Schutz des Urheberrechts als Deutschland», sagte die Verlagsleiterin des Marktführers Der Hörverlag (München), Claudia Baumhöver der dpa. «Als wir zum Beispiel den letzten Harry-Potter-Band mit Rufus Beck als Sprecher mit 80 000 Exemplaren ausgeliefert hatten, gab es im Netz bereits mehr als 300 000 Anbieter, bei denen die Lesung illegal heruntergeladen werden konnte.»
Auf der Buchmesse präsentieren bis Sonntag mehr als 2000 Verlage aus fast 40 Ländern ihre Neuerscheinungen des Frühjahrs. 1500 Autoren stellen auf der Messe und an 300 Orten in der Stadt ihre neuen Werke vor.
Kurzporträt: Sibylle Lewitscharoff - Mehrfach prämierte Religionswissenschaftlerin
Sibylle Lewitscharoff wurde 1954 in Stuttgart geboren. Sie studierte Religionswissenschaften in Berlin, wo sie lebt. Sie war zunächst als Buchhalterin tätig. Ihre schriftstellerische Arbeit begann sie mit dem Verfassen von Hörspielen und Radiofeatures. Für ihren Debütroman «Pong» erhielt sie 1998 in Klagenfurt den Ingeborg-Bachmann-Preis. 2003 folgte der Roman «Montgomery» und 2006 «Consummatus». 2007 wurde sie mit dem Preis der Literaturhäuser ausgezeichnet, 2008 mit dem Marie-Luise-Kaschnitz-Preis. In «Apostoloff» rechnet eine junge Frau mit ihrem Vater ab.
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13.03 Leipziger Buchmesse - Blickpunkte
Berliner Journalist erhält Literaturkritikerpreis
Leipzig/Berlin (dpa/bb) - Der Berliner Kulturjournalist Gregor Dotzauer hat den Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik erhalten. Der Redakteur vom Berliner «Tagesspiegel» wurde am Donnerstag auf der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet. Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert. Dotzauer sei «ein im angenehmen Sinne unaufgeregter Journalist», der nicht sicht selbst, sondern das Werk in den Mittelpunkt rücke, sagte ein Sprecher des Wochenmagazins «Börsenblatt» des Deutschen Buchhandels. Dotzauer zähle zu den führenden Literaturkritikern und lese die Bücher, die er bespricht, am intensivsten und genauesten. Das Magazin hat den Preis zum 32. Mal vergeben.
Berliner Schule für Chansons ausgezeichnet
Leipzig/Berlin (dpa/bb) - Der Cornelsen Verlag hat am Donnerstag auf der Leipziger Buchmesse den besten Chanson in französischer Sprache ausgezeichnet. Aus mehr als 130 Teams ist die Berliner Wilma-Rudolph-Oberschule als Sieger hervorgegangen. Die Jury legte bei ihrer Bewertung ein Augenmerk auf Französischkenntnisse sowie Lied- und Textidee. «Popmusik aus Frankreich ist angesagt wie nie und sorgt auch im Französisch-Unterricht für Begeisterung», teilte der Verlag zur Begründung der Wettbewerbsausrichtung mit. Der mit 1000 Euro dotierte Schülerwettbewerb FrancoMusiques hat der Verlag mit der französischen Botschaft und der Musikagentur Bureau Export ausgelobt.
Kinderbuchhandlungspreis 2009 geht nach Baden-Baden
Leipzig (dpa) - Eine Kinderbuchhandlung in Baden-Baden ist als kreativste im deutschsprachigen Raum prämiert worden. «Mäx und Moritz» hat den Preis der Arbeitsgemeinschaft von Jugendbuchverlagen (ajv) am Donnerstag auf der Leipziger Buchmesse entgegen genommen, teilte ajv mit. Die Buchhandlung sei unter anderem mit witzigen und originellen Schaufenstern, spezieller Leseförderung für Jungen und einem Projekt an Hauptschulen hervorgestochen. Den zweiten Platz belegt die Buchhandlung «Bücherwurm» in Braunschweig, Platz drei «Nimmerland» in Mainz. Der Preis ist mit insgesamt 45 000 Euro dotiert.
(Internet: www.leipziger-buchmesse.de)
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12.03 Startschuss für Online-Verkauf von E-Books auf der Buchmesse
Leipzig (dpa) - Das E-Book erobert den Buchmarkt: Auf der Leipziger Buchmesse ist am Donnerstag der Startschuss für den E-Book-Verkauf über die offene Plattform libreka! gefallen. «Etwa 100 000 Bücher sind bereits eingestellt, mehrere 1000 Titel seit heute online zu kaufen», sagte Ronald Schild vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Damit sei libreka! die größte deutschsprachige Plattform, über die sich Bücher sowie einzelne Textpassagen aufspüren und anschließend kaufen und herunterladen lassen. Lesen kann man die Bücher dann entweder auf dem PC oder speziellen Lesegeräten wie dem E-Reader von Sony. Den hatte der japanische Elektrokonzern am Mittwoch auf dem deutschen Markt eingeführt.
(Internet: www.libreka.de)
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12.03 Preis der Leipziger Buchmesse
Leipzig (dpa) - Der mit insgesamt 45 000 Euro dotierte Preis der Leipziger Buchmesse wird zum fünften Mal vergeben. Die von Messe, Stadt und Land jährlich verliehene Auszeichnung würdigt herausragende deutschsprachige Neuerscheinungen in den Kategorien Belletristik und Sachbuch/Essayistik sowie Übersetzungen. Die Jury unter Vorsitz von «Zeit»-Literaturchef Ulrich Greiner wählte aus rund 760 Titeln aus.
Für die Endrunde hatten die Juroren in der Kategorie Belletristik nominiert: Wilhelm Genazino mit «Das Glück in glücksfernen Zeiten» (Carl Hanser Verlag), Reinhard Jirgl mit «Die Stille» (Carl Hanser), Daniel Kehlmanns «Ruhm. Ein Roman in neun Geschichten» (Rowohlt), Sibylle Lewitscharoff mit «Apostoloff» (Suhrkamp), Andreas Maier mit «Sanssouci» (Suhrkamp) und Julia Schoch mit «Mit der Geschwindigkeit des Sommers (Piper).
In der Kategorie Sachbuch/Essayistik sind nominiert: Matthias Frings mit «Der letzte Kommunist. Das traumhafte Leben des Ronald M. Schernikau» (Aufbau), Andreas Kossert mit «Kalte Heimat. Die Geschichte der deutschen Vertriebenen nach 1945» (Siedler), Herfried Münkler mit «Die Deutschen und ihre Mythen» (Rowohlt), Jürgen Neffe mit «Darwin. Das Abenteuer des Lebens (C. Bertelsmann) und Karl-Heinz-Ott mit «Tumult und Grazie. Über Georg Friedrich Händel» (Hoffmann und Campe).
Nominiert für die beste Übersetzung sind: Michael Kellner, Esther Kinsky, Susanne Lange, Hans-Christian Oeser, Eike Schönfeld.
(Internet: www.preis-der-leipziger-buchmesse.de)
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12.03 Buchbranche trotz Krise in guter Stimmung - Preis für Schlögel
Leipzig (dpa) - Lesen bleibt auch in schwierigen Zeiten «in»: Ungeachtet der Wirtschaftskrise ist die Buchbranche in Deutschland in guter Stimmung. 2008 stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um ein Prozent. In den ersten beiden Monaten dieses Jahres lag das Umsatzwachstum sogar bei 1,7 Prozent, wie der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Gottfried Honnefelder, am Mittwoch vor der Eröffnung der Buchmesse in Leipzig berichtete. «Vielleicht greifen die Leute jetzt in der Finanzkrise eher zum Buch, um die Welt zu verstehen.»
Die Messe samt Literaturfest «Leipzig liest» mit 1500 Autoren ist am Abend mit einem Festakt im Gewandhaus eröffnet worden. Der Historiker Karl Schlögel (61) wurde mit dem mit 15 000 Euro dotierten Leipziger Buchpreises zur Europäischen Verständigung ausgezeichnet. Er wurde für sein aktuelles Buch «Terror und Traum. Moskau 1937» und sein Lebenswerk gewürdigt. «Sein fulminantes Buch hat es der Jury sehr leicht gemacht, die Jury-Sitzung war noch nie so kurz», sagte Leipzigs Kulturbürgermeister Georg Girardet (FDP) vor der Preisverleihung. Laudator Jens Reich sagte laut Mitteilung: «Wenn ich Schlögel lese, dann bedrängt mich Mitgefühl mit dem Lebensschicksal von Menschen, das auch mein eigenes hätte werden können, wäre ich nur an anderen Orten in andere Umstände geraten.»
Auf der Leipziger Buchmesse, die im Gegensatz zur Bücherschau in Frankfurt/Main ihren Fokus auch auf die Leser richtet, werden bis zum Sonntag um die 100 000 Messe-Besucher erwartet. Mehr als 2000 Aussteller aus 38 Ländern sind zu Gast. Trotz Absagen von Brockhaus und einiger Kleinverlage zeigte sich Leipzigs Messe-Chef Wolfgang Marzin nach Jahren des Aussteller-Wachstums sicher: «Die Buchmesse ist so facettenreich und interessant wie nie.»
Laut Branchen-Monitor Buch des Börsenvereins gab es im vergangenen Jahr kräftige Zuwächse bei der Belletristik (7,7 Prozent) und bei Sachbüchern (6,7). Fast ein Drittel der Buchhändler geht laut einer Umfrage von einer guten bis sehr guten Umsatzentwicklung in diesem Jahr aus. Zwei Drittel rechnen mit durchschnittlichen Umsätzen. «Die Finanzkrise wird den Wettbewerb unter den Verlagen und Buchhandlungen weiter ankurbeln», sagte Honnefelder.
Hauptberufliche Schriftsteller und Hobby-Autoren sind vier Tage und Nächte lang in den Messehallen und an 300 Orten in der Stadt zu Gast. Technischer Star der Schau wird voraussichtlich das E-Book. Es gibt 20 Veranstaltungen, die sich mit dieser heiß diskutierten Neuerung befassen. «Es wird viel über E-Bücher geredet, man kann sie auch sehen. Aber über-über-überwiegend sehen Sie gedruckte Bücher», sagte Buchmesse-Direktor Oliver Zille.
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12.03 Historiker Schlögel zur Buchmesse-Eröffnung ausgezeichnet
Leipzig (dpa) - Mit der Verleihung des Leipziger Buchpreises zur Europäischen Völkerverständigung an den Historiker Karl Schlögel ist am Mittwochabend die Leipziger Buchmesse eröffnet worden. Laudator Prof. Jens Reich würdigte Schlögel bei dem Festakt im Leipziger Gewandhaus als Essayisten und Historiker, der eine tiefe Sympathie für den europäischen Osten entwickelt und die Verbindung dorthin zum Lebensthema gemacht habe. Er analysiere in kulturgeschichtlichen Bildern Geschichte und Gegenwart von osteuropäischen Städten und habe dabei stets deren Beziehung zu westlichen Metropolen im Blick.
Bis Sonntag präsentieren sich auf der Bücherschau und dem Literaturfest «Leipzig liest» 1500 Autoren und mehr als 2000 Aussteller aus 38 Ländern.
Der mit 15 000 Euro dotierte Buchpreis zur Europäischen Verständigung wird traditionell zur Eröffnung am Vorabend des ersten Messetages verliehen. Die Stadt Leipzig, der Freistaat Sachsen und der Börsenverein des Deutschen Buchhandels würdigt seit 1994 mit der Auszeichnung Persönlichkeiten, die sich als Buchautor um das gegenseitige Verständnis in Europa, vor allem mit den Ländern Mittel- und Osteuropas, verdient gemacht haben.
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12.03 Stichwort: Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung
Leipzig (dpa) - Der Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung wird seit 1994 von der Stadt Leipzig, dem Freistaat Sachsen und dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels vergeben. Er würdigt Persönlichkeiten, die sich als Buchautor um das gegenseitige Verständnis in Europa, vor allem mit den Ländern Mittel- und Osteuropas, verdient gemacht haben. Die Auszeichnung ist mit 15 000 Euro dotiert und wird jährlich zur Eröffnung der Leipziger Buchmesse verliehen.
Preisträger in diesem Jahr ist der Historiker Karl Schlögel. Zu den bisher Geehrten zählen etwa der Autor Gerd Koenen, der russische Philosoph Michail Ryklin, die kroatische Autorin Slavenka Drakulic sowie der italienische Schriftsteller und Publizist Claudio Magris.
Die Jury hat elf Mitglieder, darunter der Vorsteher vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Gottfried Honnefelder, der Historiker Gerd Koenen, die Lektorin Ingke Brodersen und Jürgen Jakob Becker vom Deutschen Übersetzerfonds Berlin.
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11.03 Statistische Ämter nicht mehr auf Buchmesse vertreten
Halle/Leipzig (dpa/sa) - Die Statistischen Ämter sind nicht mehr auf der Leipziger Buchmesse vertreten. Damit falle der einzige direkte Massenkontakt zu den Kunden weg, sagte eine Sprecherin des Statistischen Landesamtes in Halle am Dienstag der dpa. Verantwortlich für den Rückzug sei die Finanzabsage des Statistischen Bundesamtes, das bislang die Hälfte der Kosten für den gemeinsamen Stand auf der Buchmesse übernahm. «Die Statistischen Landesämter können die Bezahlung alleine nicht aufbringen.» Auf der Buchmesse hätten sich sonst viele Lehrer und Studenten für die Verlagsprogramme interessiert, darunter Bevölkerungsprognosen und die Jahresbücher.
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11.03 Die DDR und die Wende - Jede Menge Stoff für Bücher
Leipzig (dpa) - Nicht nur Egon Krenz, Günter Schabowski, Christian Führer und Friedrich Schorlemmer haben zur Feder gegriffen. 20 Jahre nach dem Fall der Mauer kommen derzeit dutzende Bücher auf den Markt, die sich mit der DDR und der Wende befassen. Protagonisten des Staates und Bürgerrechtler blicken zurück und nach vorn. Republikflüchtlinge schildern ihre Schicksale. Alltag im Osten wird beschrieben. Viele der Autoren werden zur Leipziger Buchmesse (12.- 15. März) erwartet. Unter anderem gibt es Gesprächsrunden in der ehemaligen Leipziger Stasi-Zentrale.
Seine beiläufigen Worte versetzten fast ein ganzes Volk in Freudentaumel: SED-Politbüromitglied Günter Schabowski (80) verkündete am 9. November 1989 die Öffnung der Berliner Mauer. «Wir haben fast alles falsch gemacht - Die letzten Tage der DDR» (Econ) heißt sein Werk zum Jahrestag. Er gibt Einblicke in das Wirken der DDR-Führungsriege und erklärt, warum der Sozialismus aus seiner Sicht scheiterte. SED-Spitzenfunktionär Egon Krenz (71) beschreibt hingegen sein Leben nach dem Ende der DDR - in den «Gefängnis-Notizen» (edition ost).
Jüngeren weniger bekannt ist der DDR-Filmminister Horst Pehnert (76), der in «Kino, Künstler und Konflikte» (Das Neue Berlin) einen Blick auf die damalige Filmproduktion wirft. In Leipzig präsentiert er das Werk zusammen mit dem Schauspieler Jaecki Schwarz. Der Anwalt Friedrich Wolff (Jahrgang 1922), ostweit bekannt aus der Sendereihe «Alles was Recht ist», schriebt über «Verlorene Prozesse» (edition ost) vor Gerichten in beiden Teilen Deutschlands. Er verteidigte unter anderen Agent Günter Guillaume, Partei- und Staatschef Erich Honecker sowie DDR-Ministerratsvorsitzenden Hans Modrow.
«Und wir sind dabei gewesen» (ullstein) heißt der Beitrag des ehemaligen Leipziger Nikolaikirchenpfarrers Christian Führer (65) zum 20. Jahrestag der friedlichen Revolution. Er erinnert sich darin an die Friedensgebete und Demonstrationen. Der Wittenberger Theologe Friedrich Schorlemmer (64), zur Wendezeit auch als Bürgerrechtler aktiv, meint «Wohl dem, der Heimat hat» (Aufbau). Er reflektiert «Hoffnungen und Schmerzen der Jahre 1968 und 1989». Reinhard Höppner (60), Vizepräsident der ersten frei gewählten DDR-Volkskammer und 1994 bis 2002 Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt zieht Bilanz: Was hätte auf dem Weg zur Einheit besser gelingen können? Sein Buch heißt «Wunder muss man ausprobieren» (Aufbau).
Zwei Jahrzehnte nach dem Aus für Erich Mielkes Spitzel-Apparat ist das Thema Stasi weiter aktuell. Schriftstellerin Susanne Schädlich erzählt in «Immer wieder Dezember - Der Westen, die Stasi, der Onkel und ich» (Droemer Knaur) ihre persönliche Geschichte. Klaus Behling und Jan Eik hingegen haben für ihr Buch «Lautloser Terror - Kriminalität in der Stasi» (Militzke) mit Zeitzeugen gesprochen und Akten ausgewertet. Der Journalist Jürgen Schreiber schildert in «Die Stasi lebt» (Droemer Knaur) von den Aktivitäten einstiger Stasi-Leute zwei Jahrzehnte nach dem Mauerfall.
Etwa 1,3 Millionen Flüchtlinge und Übersiedler aus der DDR passierten zwischen 1953 und 1990 das Notaufnahmelager Marienfelde als «Tor zum Westen». Die Historikerin Elke Kimmel hat Akten mit Berichten über die Flüchtlinge studiert - und stellt in «war ihm nicht zuzumuten, länger in der SBZ zu bleiben» (Metropol) einige Schicksale vor.
FKK, Trabi-Waschen und heimliches Westfernsehen zählen zu den «Vergnügen in der DDR» (Panama), denen sich Ulrike Häußer und Marcus Merkel widmen. Christoph Buchwald und Klaus Wagenbach geben «100 Gedichte der DDR» (Wagenbach) heraus. Die Koch- und Backbuchverfasserin Oda Tietz stellt «Die besten Rezepte aus der DDR» (Weltbild) vor. In «Schön nackt» (Das Neue Berlin) sind Aktfotos zu sehen, die auf sozialistischem deutschem Boden entstanden.
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11.03 Grönemeyer rezitiert im Theater Gedichte - Zur Leipziger Buchmesse
Leipzig (dpa/sn) - Herbert Grönemeyer tritt heute (Mittwoch/20.00) in Leipzig nicht als Sänger, sondern als Gedicht-Rezitator auf. Aus Anlass der Buchmesse (12. bis 15. März) kommt er ins Centraltheater der Stadt, um mit anderen Künstlern einen «Abend über die Ausdrucksmöglichkeiten der Stimme» zu gestalten. Auch die sorbische Lyrikerin Ró¸a Doma¨cyna, der russische Lautdichter Valeri Scherstjanoi, der US-Klangkünstler David Moss und der holländische Stimmenvirtuose Jaap Blonk sind dabei. Laut Ankündigung des Theaters ist der Abend «mal ernst und pathetisch, mal laut, mal ganz leise und ganz sicher sehr unterhaltsam.»
(Internet: www.schauspiel-leipzig.de)
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11.03 Federchen und Steffen sind zusammen - erster Messeauftritt in Leipzig
Friedland (dpa/mv) - Der Federchen Verlag Neubrandenburg und der Verlag Steffen in Friedland haben sich zusammengeschlossen - beide sprechen sogar von «Hochzeit». Die «Hochzeitsreise» führt vom 12. bis 15. März nach Leipzig zur Buchmesse, wie der Friedländer Verlagsleiter Jörn Runge ankündigt. Der Betrieb, der 2001 als weiteres Standbein der seit 1902 in Friedland ansässigen Druckerei Steffen entstand, präsentiert sich zum ersten Mal auf der Buchmesse. Der Federchen Verlag dagegen hat seiner bisherigen Geschäftsführerin Heide Hampel zufolge langjährige Messe-Erfahrung.
Als Paar erhoffen sich Federchen und Steffen eine stärkere Wirtschaftskraft und durch die Erweiterung des Verlagsprogramms ein größeres Publikum. Es sei eine freundliche Übernahme gewesen, hieß es. Steffen habe den gesamten Buchbestand des Federchen-Verlages übernommen, der mittlerweile zum Eine-Frau-Betrieb geworden war. Heide Hampel gibt zu, dass ihr das Risiko allein zu groß geworden ist. Die Partner pochen aber weiterhin auf eine gewisse Eigenständigkeit - beide Marken bleiben erhalten.
Was sie eint, ist die Ausrichtung auf regionale Autoren und Themen. «Das wird auch so bleiben», ist sich Runge gewiss. Federchen hat Schriftsteller wie Helmut Sakowski (1924-2005) und Uwe Saeger im Programm, thematisiert Hans Fallada (1893-1947), der in Carwitz (Mecklenburg-Strelitz) lebte, und Brigitte Reimann (1933-1973), die ihren letzten Wohnsitz in Neubrandenburg hatte. Der 1993 gegründete kleine Federchen Verlag komme auf rund 75 Titel, von edel gestalteten Büchern bis zur Weichcover-Schriftenreihe «Federlese» und den Fallada-Jahrbüchern, berichtet Heide Hampel. «Wir hoffen, vom Know how des Federchen-Verlags zu profitieren», sagt Runge.
Bei Steffen ging es bislang noch bodenständiger zu. Mehr als 150 Publikationen sind erschienen, wie Runge sagt. Vor allem Bücher zur Geschichte der Region, aber auch Kunst, Jagdliteratur, Belletristik, Fach- und Kinderbücher sowie plattdeutsche Literatur wurden verlegt.
Als Mitgift bringt Federchen Erinnerungen an den Schriftsteller Helmut Sakowski - bekannt vor allem für seine Fernsehromane «Wege übers Land» (1968) und «Daniel Druskat» (1976) - mit in die Verlagsehe. Heide Hampel als Herausgeberin hat die Geschichten von Sakowskis Mitarbeiterin und Partnerin Helga Korff-Edel mit Anmerkungen, Zitaten und Fotos bereichert. Bei der Gestaltung mussten sich die Partner das erste Mal zusammenraufen, berichtet sie. Bis zur Buchmesse muss der Band fertig sein.
Zu den Messe-Exponaten gehören weiterhin ein Buch über Gärten in Mecklenburg-Vorpommern und zwei Bildbände. Der Neubrandenburger Fotograf Bernd Lasdin legt den dritten Band der Reihe «Zeitenwende» vor, in dem er dieselben Menschen zum dritten Mal jeweils im Abstand von zehn Jahren porträtiert hat. Die ersten Fotos stammen aus der Wendezeit. Neue Bände gibt es laut Runge auch in der Erfolgsreihe «Rote Brause», die der pensionierte Neubrandenburger Fotojournalist Benno Bartocha ins Leben gerufen hatte. Nach Neubrandenburg sind jetzt Ausgaben zu Stralsund und Rostock auf dem Markt, für Schwerin, Leipzig und Dresden sind Fotobände in Arbeit.
Die Messe-Premiere des Verlags Steffen ist für Runge zugleich ein Buchdebüt. Der 42-jährige Jurist veröffentlicht nach einem Gedichtband jetzt eine Biografie der zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Berlin berühmten Nackttänzerin und Schauspielerin Olga Desmond (1890-1964), «Preußens nackte Venus».
Auf der Leipziger Buchmesse sind aus Mecklenburg-Vorpommern insgesamt 15 Verlage und Herausgeber vertreten. Neben dem renommierten Rostocker Hinstorff Verlag gehören dazu auch kleine Verlage wie der Comicproduzent Kasimier in Anklam oder der Handpressenverlag Offizin Schwarze Kunst in Krakow.
(Internet: www.steffen-verlag.de)
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10.03. Von Grass bis Grönemeyer: Leipziger Buchmesse trumpft auf
Berlin (dpa) - Die Leipziger Buchmesse will von der Finanzmarktkrise noch nichts wissen - mit 2100 Ausstellern aus 38 Ländern und 1500 Autoren zeigt sich der Buchmarkt auf der diesjährigen Bücherschau (12. bis 15. März) stabil. Trotz eines verschlechterten wirtschaftlichen Umfeldes habe sich die Buchmesse am Markt behauptet, betonte mit großem Optimismus Buchmesse-Direktor Oliver Zille vor dem Start. Die Verlage hätten ihm einen «noch relativ stabilen Geschäftsverlauf» gemeldet, auch wenn niemand wissen könne, was in diesem Jahr passiert. Zudem sei der Verlagsstandort Leipzig mit mehr als 60 Verlagen nach wie vor gut aufgestellt.
Aus dem Belletristik- und Sachbuch-Bereich kommen alle großen sowie zahlreiche kleine Verlage zur Frühjahrs-Buchmesse und erweitern sogar ihre Flächen. Allerdings ist die Gesamtzahl der Aussteller etwas rückläufig, im vergangenen Jahr waren es noch 2300 mit 129 000 Besuchern. Das Zutrauen der Verlage in die Leipziger Buchmesse sei sehr groß. Alle wichtigen Neuerscheinungen sowie alle Trends der Kinder- und Jugendbücher würden in Leipzig vorgestellt. Der Zustrom junger Autoren zur Buchmesse sei ungebrochen. Auch das E-Book und das Hörbuch spielen in Leipzig eine große Rolle.
Erwartet werden - auch beim traditionellen Mammutprogramm «Leipzig liest» mit 1900 Veranstaltungen - Autoren wie Günter Grass, Daniel Kehlmann, T.C. Boyle, György Konrad, Wolf Biermann, Benjamin Lebert und Juli Zeh oder Sänger wie Herbert Grönemeyer und Konstantin Wecker, Schauspielerin Jutta Hoffmann und auch Politiker wie Altbundespräsident Roman Herzog, SPD-Chef Franz Müntefering oder Außenminister und Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD).
Einen Schwerpunkt der Buchmesse bilden in diesem Jahr die Jubiläen «60 Jahre Bundesrepublik» und «20 Jahre friedliche Revolution in Leipzig», zum Beispiel mit einer «Langen Ossi-Wessi-Nacht». Im traditionellen «Berliner Zimmer» stellt Wolf Biermann eine Auswahl seiner Berlin-Gedichte vor («Berlin du deutsche deutsche Frau», Hoffmann und Campe), der Autor und Kabarettist Peter Ensikat präsentiert «Populäre DDR-Irrtümer» (be.bra Verlag). Der langjährige Pfarrer der Leipziger Nikolai-Kirche Christian Führer liest aus dem Band «Wir sind dabei gewesen» (Ullstein) und berichtet mit einem sehr persönlichen Blick über die historischen Ereignisse im Oktober 1989 in Leipzig und sein Leben.
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10.03 Die Leipziger Buchmesse in Zahlen
Leipzig (dpa) - Zur Leipziger Buchmesse vom 12. bis 15. März werden wieder weit mehr als 100 000 Besucher erwartet. Nachfolgend Zahlen, Daten und Fakten rund um die Messe, die sich an Fachbesucher und Publikum wendet:
Aussteller: rund 2100 aus 38 Ländern
Fläche: 63 000 Quadratmeter
Öffnungszeiten: täglich 10.00 bis 18.00 Uhr
Eintrittskarten: Tageskarte 11,50 Euro (10 Euro im Vorverkauf), ermäßigt 9 Euro, Dauerkarte 24 Euro, Tageskarte Fachbesucher 9 Euro, Dauerkarte Fachbesucher 17 Euro
(Kinder bis zum 5. Lebensjahr haben freien Eintritt. Ermäßigung gilt für Studenten, Schüler, Auszubildende, Wehr- und Zivildienstleistende sowie Rentner und Arbeitslose)
Eintrittskarten gelten auch für die Leipziger Antiquariatsmesse und die «buch + art - Kunst rund um das Buch»
Ausstellerkatalog: 10,00 Euro
(Internet: www.leipziger-buchmesse.de; www.leipzig-liest.de;
www.preis-der-leipziger-buchmesse.de)
[Messegelände: Messe-Allee 1, 04356 Leipzig]
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10.03. Übersetzerin zur Leipziger Buchmesse: Literatur vom Balkan von Krieg und Humor geprägt
Leipzig (dpa) - Die Leipziger Buchmesse fördert seit einigen Jahren die Literatur aus Mittel- und Osteuropa. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf dem Balkan. In den vergangenen beiden Jahren etwa präsentierten sich zahlreiche Autoren aus Slowenien und Kroatien. In diesem Jahr sind erstmals auch Mazedonien und Bosnien auf der Messe zu Gast. Die in Kroatien geborene Autorin, Literaturwissenschaftlerin und Übersetzerin Alida Bremer organisiert die Balkan-Aktivitäten - und berichtet der Deutschen Presse-Agentur in einem Interview, dass die Literatur im ehemaligen Jugoslawien noch stark von den Kriegserfahrungen, aber auch von Humor geprägt ist.
Welche Autoren reisen aus Bosnien und Mazedonien nach Leipzig?
Bremer: «Aus Mazedonien kommen Nikola Mad¸irov - ein Dichter und Essayist, der auch international bekannt ist - und die Dichterin Lidija Dimkovska. Beide wurden für Literaturzeitschriften auch schon ins Deutsche übersetzt. Es sind junge, sehr kritische Autoren, die unter anderem über den Wunsch schreiben, sich Europa anzunähern. Bosnien ist mit Asmir Kujovic und Jasmin Imamovic vertreten. Der Lyriker Kujovic beschreibt sein Verhältnis zum Krieg und zur Zukunft. Imamovic ist als Prosa-Autor und Politiker - er ist Bürgermeister von Tusla - eine doppelt interessante Person. Als Schriftsteller hat er sich vor allem gegen den Nationalismus eingesetzt.»
Wie unterscheiden sich diese beiden Länder literarisch voneinander?
Bremer: «In Mazedonien wird oft das Verhältnis zu Griechenland, Bulgarien und Deutschland zur Sprache gebracht. Bosnien ist das am meisten vom Krieg gekennzeichnete Balkan-Land. Die Situation für junge Autoren ist dort kompliziert. Das Verlagswesen ist fast zusammengebrochen. Veröffentlichungen sind schwer, weil die Strukturen fehlen. Die beiden Länder haben aber auch Gemeinsamkeiten: Die Autoren schreiben in einem modernen Stil und beschäftigen sich stark mit ihrer Vergangenheit. Häufig sind Erfahrungen aus dem Krieg der Impuls dafür, über aktuelle globale Ereignisse nachzudenken. Hauptstilmittel ist der Humor - oft schwarzer Humor und Ironie.»
Wie wichtig ist der deutschsprachige Buchmarkt für die Autoren?
Bremer: «Er ist sehr wichtig. Deutschland setzt sich stark für Übersetzungen ein und im deutschsprachigen Raum gibt es eine große Leserschaft. Die Autoren kommen aus kleinen Sprachräumen. In Deutschland haben sie sofort ein Millionenpublikum. Zudem trauen sie der Kritik hier mehr als der im eigenen Land, wo sie die Kritiker oft alle persönlich kennen und damit Objektivität fehlt. Die Leipziger Messe wiederum ist sehr attraktiv, weil dort - anders als in Frankfurt - die Verlage und das Publikum ein großes Interesse zeigen.»
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10.03. Messe als Marktplatz für Nachwuchsautoren - vier Wege zum Besteller
Hamburg (dpa) - Als Daniela Dröscher vor zwei Jahren auf die Leipziger Buchmesse ging, war sie schwanger - und damit gleich in zweifacher Hinsicht in froher Erwartung. Ihr erstes Buch war fertig, nur einen Verlag musste sie noch finden. «Du spinnst», hatten Freunde ihr damals gesagt. Doch wenn die Bücherschau in der kommenden Woche wieder beginnt, wird auch Daniela Dröscher dabei sein. Sie liest dann aus ihren nagelneuen Erzählungen und hat einen Vertrag für ihren Roman in der Tasche. Sohn Fritzchen - inzwischen eineinhalb - wird ebenfalls dabei sein. Was die 31-Jährige erzählt, klingt wie ein Märchen und das ist nicht so selten, denn vielversprechende Schreiber werden ständig gesucht. Messechef Oliver Zille: «Wir verstehen uns auch als Entdeckermesse, wo junge Autoren am Literaturmarkt starten.»
Zwar stapeln sich bei den Lektoren die unverlangt eingesandten Manuskripte, gleichzeitig aber sind sie auch auf Nachwuchs angewiesen. «Wir sind eigentlich immer auf der Suche nach neuen Stimmen und Schreibstilen», sagt Martin Hielscher, Programmleiter für Literatur beim C.H. Beck-Verlag in München. Von den etwa zehn neuen Belletristik-Titeln pro Halbjahr sind ein oder zwei Debüts. «Wir brauchen einen guten Mix aus bekannten Namen und jungen Autoren.»
Den Weg durch die Gänge der Buchmesse halten Lektoren dennoch für «am wenigsten zielführend». Branchenevents wie die Leipziger Messe könnten zwar durchaus Karriere-Sprungbrett sein. Allerdings weniger mit dem halbfertigen Buch unter dem Arm, sondern als Teilnehmer der Schreibwerkstätten, Kurse, Wettbewerbe und um Kontakte zu knüpfen.
Genau so lief es auch bei Daniela Dröscher. Mit ihren Erzählungen bewarb sie sich um ein Stipendium in der Autorenwerkstatt des Literarischen Colloquiums Berlin (LCB) und setzte sich unter hunderten von Bewerbern durch. «Eine harte Auslese», räumt Thorsten Dönges vom LCB ein. Wer hier genommen wird, findet in der Regel auch einen Verlag. Eine Vorauswahl, wie sie auch Literaturagenten vornehmen. Dröscher traf beim LCB eine Lektorin vom Berlin Verlag, der sie auch von ihrem Roman in der Schreibtischschublade erzählte.
Er erscheint im kommenden August in diesem Verlag.
Auch Autoren wie Sherko Fatah, Judith Hermann oder Thomas von Steinaecker seien mal beim LCB gestartet, erzählt Dönges. Eine gute Bühne für die Jungautoren ist die «Lange Leipziger Lesenacht», in der kommende Woche 50 Schreiber ihre Texte vorgetragen - dieses Mal unter anderem mit Juli Zeh, Benjamin Lebert, Jens Friebe und «hoher Lektorendichte», betont Zille.
Neben Schreibwerkstätten wie das LCB sind Wettbewerbe und Preise wie der Alfred-Döblin-Preis oder der Ingeborg-Bachmann-Preis weiter Möglichkeiten auf dem Weg zum Erfolg. Für Schriftstellerin Julia Schoch begann alles beim Nachwuchswettbewerb Open Mike in Berlin. Mehrere Verlage hätten sich um sie bemüht, sie entschied sich für Piper. Bei den Münchnern erscheint auch ihr jüngstes Werk «Mit der Geschwindigkeit des Sommers», mit dem sie jetzt für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert ist. «Solche Wettbewerbe muss man aber auch aushalten können. Viele, die dort öffentlich kritisiert werden, hören danach auf zu Schreiben», sagt Schoch.
Zu den Erfolgswegen gehören zudem Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften und Networking. «Doch nicht jeder ist der Typ für Small Talk auf Literaturveranstaltungen», sagt Julia Ketterer, Lektorin beim Suhrkamp Verlag in Frankfurt. Denen bleibt der Weg über einen Literaturagenten oder der sehr schwere Weg über die Post. Pro Woche landen etwa 50 Manuskripte auf Ketterers Schreibtisch. «Wir lesen trotzdem wirklich jedes.»
«Ein guter Text», sagt Petra Groop, Lektorin beim S.Fischer Verlag in Frankfurt, «erzählt uns etwas über unsere Welt, in einer Sprache, die man bisher noch nicht gehört hat.» Kein geringer Anspruch, den aber offenbar jährlich Zehntausende von Neuerscheinungen erfüllen. - viele davon werden jetzt in Leipzig präsentiert.
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10.03. Honnefelder: Bücher in Zeiten leerer Kassen - Inhalte entscheidend
Hamburg (dpa) - Die Wirtschaftskrise eröffnet dem Buchmarkt nach Ansicht des Vorstehers des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels durchaus Chancen. «Austauschbare Bücher werden es vermutlich schwerer haben, dafür wird es mehr auf die Inhalte ankommen. In schwierigen Zeiten kaufen Leser das, dessen Wert sie schätzen», sagte Gottfried Honnefelder im Vorfeld der Leipziger Buchmesse in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in Hamburg. Es gebe immer Bücher, die man haben kann und Bücher, die man haben muss. «Auf diese notwendigen Bücher werden die Leser nicht verzichten und sie dann kaufen», sagte er und nannte neueste Wissenschaftstitel oder jüngste Romane namhafter Autoren wie Philip Roth.
Anders liege der Fall bei austauschbaren Romanen. «Wer in den Buchladen geht und sich neue Krimis kaufen will, hat eine große Auswahl, daher ist der Wettbewerb stärker», sagte Honnefelder. Da müssten sich dann die Inhalte der Bücher und ihre Inszenierung gegeneinander behaupten. Eine Rückbesinnung auf Inhalte erfordere allerdings auch verlegerischen Mut. «Natürlich reagieren Verlage auf Nachfrage und da sind neue und weniger bequeme Autoren ein größeres Wagnis.»
Insgesamt habe sich die Wirtschaftskrise noch nicht auf das Kaufverhalten der Leser ausgewirkt - höchstens bei der Wahl der Titel. «In Zeiten von Krisen sind Augen und Ohren geschärft», sagte Honnefelder. Daher lasse sich eine Sehnsucht nach Inhalten ausmachen, nach Büchern, die sich sowohl mit der Krise als auch mit den Fragen des Lebens beschäftigen. «Das Interesse am Lesen, an Büchern und ihren Autoren wird insgesamt eher steigen», glaubt der Vorsteher.
Eine allgemeine Prognose für den gesamten Buchmarkt wagt er allerdings nicht. «Es gibt wohl kaum ein Produkt, dass so vielfältig wie das Buch ist.» Mit Blick auf die bevorstehende Buchmesse sagte Honnefelder, dass eher als bei der Frankfurter Buchmesse in Leipzig tatsächlich die Literatur selbst zur Debatte stehe. «Dieses Signal geht für das Lesepublikum von der Bücherschau aus.»
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10.03. Einige Verlage fehlen - Dennoch dickes Programm bei Buchmesse Leipzig
Leipzig (dpa) - Julia Franck, Wilhelm Genazino und Günter Grass sind natürlich dabei, aber auch Franz Müntefering, Herbert Grönemeyer und Franziska van Almsick. 1500 haupt- und nebenberufliche Schriftsteller stellen vom 12. bis 15. März auf der Leipziger Buchmesse ihre neuen Werke vor. Auch Verleger, Kritiker, Buchhändler und Agenten aus ganz Deutschland reisen an. Ob Belletristik, Comic oder Sachbuch: Alles dreht sich um die Neuerscheinungen des Frühjahrs. Aber im Gegensatz zur Frankfurter Buchmesse geht es in der
Buch- und Verlagsstadt Leipzig nicht in erster Linie ums Geschäft.
Nach Jahren des regelmäßigen Wachstums bei den Ausstellerzahlen ist die Wirtschaftskrise auch bei der Bücherschau leicht spürbar: Rund 2100 Aussteller aus 38 Ländern werden erwartet und damit 300 weniger als im vergangenen Jahr. Für Buchmesse-Direktor Oliver Zille ist dies aber kein Drama: «Aus dem Belletristik- und Sachbuch-Bereich kommen alle großen sowie zahlreiche kleine Verlage nach Leipzig und sie haben sogar ihre Flächen erweitert», sagt er. Es gab aber auch Absagen von Verlagen, die bislang in Leipzig dabei waren. Die Ausstellerfläche verringerte sich von 65 000 aus 63 000 Quadratmeter.
«Auf der Leipziger Messe gibt es eine Besinnung auf die Inhalte der Literatur und deren Leser. Daher spielt das Lesen und die Begegnung mit den Autoren eine große Rolle», sagt der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Gottfried Honnefelder. Das spiegelt sich auch in diesem Jahr in einem vielfältigen Programm wider. Literaten verschiedener Generationen und Länder können sich auf tausende neugierige Besucher freuen.
Aus dem deutschsprachigen Raum werden alte Literatur-Hasen wie Günter Grass und Hera Lind erwartet, aber auch viele Jungautoren wie Alexa Hennig von Lange, Wladimir Kaminer und Juli Zeh sowie die Studenten von Deutschlands einziger Schriftsteller-Hochschule, dem Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Hinzu gesellen sich Kollegen aus der ganzen Welt darunter T.C. Boyle, Geert Mak, Kiran Nagarkar, Olga Tokarczuk, David Lodge, John Griesemer, Petros Markaris und Jonathan Stroud.
Seit Jahren legt die Publikumsmesse bereits ihren Schwerpunkt auf deutschsprachige und osteuropäische Literatur. 44 Schriftsteller und
18 Übersetzer kommen diesmal vom Balkan, sie präsentieren sich unter anderem in einer langen Balkan-Nacht. Erstmals zeigen sich auch Bosnien und Mazedonien in Leipzig von ihrer literarischen Seite. In der Reihe «Krautgarden» können die Leipziger und ihre Gäste in einer ehemaligen Baumwollspinnerei wieder junge US-amerikanische Autoren entdecken. Zudem gibt es eine kleine China-Literatur-Präsentation, eine Nordische Literaturnacht und ein Israelprogramm.
Ein nicht nur nationales historisches Ereignis steht im Blickpunkt vieler Lesungen und Gesprächsrunden: 20 Jahre friedliche Revolution.
Die Organisatoren laden unter anderem in die Nikolaikirche und in die ehemalige Leipziger Stasi-Zentrale «Runde Ecke» ein. Maßgebliche Akteure der Wende-Zeit sind dabei, etwa der Theologe Friedrich Schorlemmer, der ehemalige Nikolaikirchenpfarrer Christian Führer und heutige Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse. Der europaweite Aspekt des Falls des «Eisernen Vorhangs» steht im Blickfeld des diesjährigen «Autoren-Specials» mit Literaten aus sechs Ländern, darunter der deutsch-türkische Schriftsteller Feridun Zaimoglu, der Niederländer Gert Maak und der Ungar György Konrád.
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10.03. Eine Stadt im Literaturfieber - 1500 Autoren lesen in Leipzig
Leipzig (dpa) - Herbert Grönemeyer rezitiert im Theater Gedichte, Roman Herzog beleuchtet in der Deutschen Bundesbank «Das Dilemma der Demokratien» und Sarah Kuttner liest in einem Kino aus ihrem «Mängelexemplar». Parallel zur Leipziger Buchmesse (12.-15. März) heißt es in diesem Jahr zum 19. Mal «Leipzig liest». Vier Tage und Nächte lang wird die ganze Stadt zur Lesebühne. An mehr als 300 Spielstätten wollen bei Europas größtem Lesefest 1500 Schriftsteller aus aller Welt ihre Fans in den Bann ziehen. «Es ist ein furioses, vielfältiges und spannendes Programm», verspricht Buchmesse-Direktor Oliver Zille, der selbst das Lesen als Jugendlicher für sich als Hobby entdeckt hat.
Schauspieler, Musiker, Politiker, Sportler und Moderatoren beteiligen sich am Lese-Marathon. Ex-«Tatort»-Kommissar Peter Sodann etwa liest Karl May-Werke, Ulrich Noethen Leo Tolstois «Krieg und Frieden» und Marie Gruber Texte von der sächsischen Mundart-Autorin Lene Voigt. Blixa Bargeld, Sänger der Einstürzenden Neubauten, präsentiert an einer kleinen Theaterbühne sein Buch «Europa kreuzweise» und Kollege Bela B. von den Ärzten widmet sich im legendären Leipziger Konzertclub «Anker» dem Buch «Kill your friends» von John Niven, der darin einen Blick hinter die Kulissen der Musikindustrie im England der späten 90er Jahre wirft. Der Fehlfarben-Sänger und Punkpionier Peter Hein hingegen liest eigene Songtexte - von 1979 bis 2009.
Fußball-Urgestein Rainer «Calli» Calmund spricht über seine Autobiografie «Fußballbekloppt!» und Schwimmstar Franziska van Almsick hat ihr Kinderbuch «Paul Plantschnase am Meer» im Gepäck. Auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) ist im bedeutsamen Jahr der Bundestagswahl unter die Literaten gegangen. Er präsentiert sein Buch «Unser Deutschland». Gesine Schwan (SPD), wie Peter Sodann Kandidatin für das Bundespräsidentenamt, liest aus ihrem neuen Werk «Woraus wir leben. Das Persönliche und das Politische».
Für das Lesefest typisch ist auch die geschickte Kombination von Themen und Orten. Am ehemaligen Bayrischen Bahnhof etwa ist der einstige Lokführergewerkschafts-Chef Manfred Schell mit «Die Lok zieht die Bahn» zu Gast. Bei der Aids-Hilfe gibt es eine «Schwule Buchnacht», im einstigen Wohnhaus von Robert und Clara Schumann wird aus Briefwechseln zwischen dem Komponisten und seinem Kollegen Mendelssohn Bartholdy gelesen und der Fantasy- und Kinderbuchautor Thomas Endl kommt direkt zu seinen Fans: Er liest an einer Grundschule aus seinem neuen Roman «Karfunkelstadt».
Traditionell gehört der Abend des Buchmesse-Donnerstags den jungen Wilden des Literaturbetriebes, die sich seit einigen Jahren bei der «Langen Leipziger Lesenacht» im stets überfüllten Studentenclub «Moritzbastei» die Klinke in die Hand geben. «Diesmal sind es 50 Autoren, sie werden bis in den Morgen lesen - auf Musik und Disco wird wegen der gewachsenen Zahl der Teilnehmer diesmal verzichtet», kündigte Zille an. Mit dabei sind zum Beispiel Juli Zeh, Benjamin Lebert, Jens Friebe, Christopher Kloeble, Kirsten Fuchs und Mia Ming.
(Internet: www.leipzig-liest.de)
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10.03. 32 Thüringer Verlage präsentieren sich auf Leipziger Buchmesse
Leipzig/Erfurt (dpa/th) - 32 Thüringer Verlage präsentieren sich von nächster Woche an auf der Leipziger Buchmesse (12.- 15. März). «Für die meisten Thüringer Verlage ist die Buchmesse in Leipzig ein Muss: Hier treffen sie ihre Leser und Buchhändler», sagte Regine Lemke vom Landesverband des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die Leipziger Messe sei für die oft auf regionale Themen spezialisierten, kleinen Verlage im Freistaat weitaus wichtiger als ihr großer Bruder, die jährlich im Oktober stattfindende Buchmesse in Frankfurt. Viele Verlage nutzen den Branchentreff für neue Veröffentlichungen.
Der Weimarer Knabe Verlag präsentiert im Schiller-Jahr den Kinderbuch-Klassiker «Rebell auf der Karlsschule». Das Buch von Hans-Joachim Malberg - vor 50 Jahren erstmals erschienen - thematisiert die Kindheit und Jugend des Dichters, der vor 250 Jahren in Marbach geboren wurde. Damit bringt der 2007 wiedergegründete Knabe Verlag einen weiteren Titel der in der DDR beliebten Reihe «Knabes Jugendbücherei» in einer Neuauflage heraus.
Der UND-Verlag aus Stadtroda wagt sich zur Messe an nicht veröffentlichte Werke der Vorwende-Zeit: Der kleine Verlag mit den Schwerpunkten Kunst, Lyrik, Prosa, Zeitgeschichte und Musik veröffentlicht die Romane von zwei pensionierten Jenaer Professoren, die diese bereits in der DDR geschrieben haben. Der 77 Jahre alte Literaturwissenschaftler Edwin Kratschmer erzählt in seinem Roman «Die Doppelhalsgeige» von einem 25 Jahre alten Studenten, der bei einem Psychiater seine Kriegserfahrungen aufarbeitet. Der 72 Jahre alte Sprachwissenschaftler Gottfried Meinhold schreibt in «Die Grube» über eine ohrenbetäubend lärmende Baugrube, die die Anwohner peinigt.
Der bisher auf Militärgeschichte spezialisierte Heinrich-Jung-Verlag aus Zella-Mehlis bringt zur Buchmesse seinen ersten Roman auf den Markt. «Im Tal der weißen Pferde» des Wiener Künstlers Herbert Schida ist ein Ausflug ins Thüringen des Mittelalters. Der Leser reist mit Harald, einem jungen Adligen, durch das Königreich Thüringen, dessen Territorium sich damals vom Harz bis zur Donau erstreckte. Harald soll die Thüringer Krieger auf den Kampf gegen die Franken einstimmen, muss aber mit Verrätern und um seine Liebe Heidrun kämpfen.
Der Weimarer Comic-Verlag Schwarzer Turm ist in Leipzig mit zwei Neuerscheinungen vertreten: dem Erotik-Comic «Hungry Hearts 2» und dem Manga-Sammelband «Kappa Maki 2». Der nach einer Sushi-Art benannte «Kappa-Maki»-Band zeigt sogenannte Doujinshis - Mangas von nicht professionellen Zeichnern. Die Herausgeber Janika Kefel und Mario Wenzel wollen nach eigenem Bekunden damit jungen talentierten Zeichnern die Möglichkeit geben, sich einem großen Publikum zu präsentieren.
Insgesamt gibt es in Thüringen laut Börsenverein des Deutschen Buchhandels 88 Verlage. Die meisten Thüringer Verlage werden laut Börsenverein nebenberuflich betrieben und veröffentlichen nur wenige Bücher im Jahr. Zu den größeren Verlagen im Freistaat, die sich in Leipzig präsentieren, gehören unter anderem der Verlag der Bauhaus Universität, der Jenaer Glaux-Verlag, die auf Musik spezialisierte Verlagsgruppe Kamprad aus Altenburg und der Erfurter René Burkhardt Verlag.
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von Joachim
Ringelnatz
Berichte, Stimmen
und Hintergründe
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250. Geburtstag
Friedrich
Schillers
Berichte, Stimmen
und Hintergründe
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Büchner-Preis
2009 an
Walter Kappacher
Berichte und
Hintergründe
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Frankfurter
Buchmesse 2009
Täglich aktuelle
News
aus den
Messehallen
mehr
Literatur-
nobelpreis 2009
Alles über die
Preisträgerin
Herta Müller
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60 Jahre «Pippi
Langstrumpf»
in Deutschland
Berichte und
Hintergründe
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Deutscher
Buchpreis
2009
Berichte,
Nominierungen,
Hintergründe
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«Die unendliche
Geschichte» wird
30 Jahre alt
Berichte und
Hintergründe
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Autor Hugo
Loetscher
ist gestorben
Berichte, Stimmen
und Hintergründe
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«Simplicissimus»
wird zeitgemäß
Berichte, Stimmen
und Hintergründe
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Adolf Endler
ist gestorben
Berichte und
Hintergründe
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Das Nibelungenlied
wird Weltdoku-
mentenerbe
Berichte, Stimmen
und Hintergründe
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US-Autor Frank
McCourt ist gestorben
Berichte und
Hintergründe
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Bachmann-Preis
2009 an
Jens Petersen
Berichte, Stimmen
und Hintergründe
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Manfred Plinke und sein
sogenannter Autorenhaus-
Verlag:
Berichte und Hintergrund-
informationen
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Friedenspreis 2009 geht an Claudio Magris
Berichte, Stimmen und
Hintergrund-
informationen
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Pausewang erhält Preis
für Lebenswerk
Berichte und
Hintergrund-
informationen
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Welttag des Buches
2009
Berichte, Lesungen,
Hintergründe
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Christa Wolf -
80. Geburtstag
Berichte, Stimmen,
Hintergründe
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Leipziger
Buchmesse
2009
Täglich aktuelle News
aus den Messehallen
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John Updike
gestorben
Porträt &
Werkübersicht
mehr
Johannes Mario Simmel
gestorben
Porträt, Hintergrund,
Stimmen
mehr
Josef Winkler:
Büchner-Preis 2008
Berichte & Informationen
zur Verleihung
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Literatur-
nobelpreis
2008
Alles über den
Preisträger
J.M.G. Le Clézio
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Frankfurter
Buchmesse
2008
Täglich aktuelle News
aus den Messehallen
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Alexander Solschenizyn
gestorben
Porträt, Werkübersicht
und Reaktionen
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Franz Kafka –
125. Geburtstag
Porträt, Werke &
Interviews
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Bachmann-Preis an
Tilman Rammstedt
Porträt, Berichte
und Infos
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Büchner-Preis 2008:
Josef Winkler
Porträt und
Hintergrund-
informationen
mehr
Dichter
Peter Rühmkorf
tot
Berichte, Stimmen
und
Hintergrund-
informationen
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Friedenspreis des
Deutschens
Buchhandels 2008:
Anselm Kiefer
Porträt und Hintergrund-
informationen
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10. Mai 1933:
Tag der
Bücher-
verbrennung
Informationen und
Veranstaltungen
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3. Mai: Tag der Pressefreiheit
Berichte und Hintergrund-
informationen
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Welttag des Buches 2008
Berichte und Hintergründe
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UNESCO-Welttag der Poesie 2008
Hintergründe und Berichte
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100 Jahre Rowohlt Verlag
Ein Porträt des Verlags
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Leipziger Buchmesse 2008
täglich aktuelle News aus den Messehallen
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Unwort des Jahres 2007
Alles über die "Herdprämie"
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Jan Kross gestorben
Ein ausführliches Portrait des Autors
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Astrid Lindgren - 100. Geburtstag
Ein ausführliches Portrait
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Norman Mailer ist gestorben
Porträt, Werke, Zitate
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Harry Potter -
die deutsche Ausgabe
Hintergrundberichte zum Verkaufsstart
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Tag der Bibliotheken 2007
Berichte, Umfragen und Hintergründe
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Günther Grass wird 80
Glückwünsche, Interview und Porträt
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Literatur- Nobelpreis 2007
Alles zur Preisträgerin Doris Lessing
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Frankfurter Buchmesse 2007
Täglich aktuelle News aus den Messehallen
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Rechtschreib- reform
tritt endgültig in Kraft
Die Änderungen ab 1. August 2007
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Zum Verkaufsstart von Harry Potter 7
Hintergrundberichte zum Erscheinen des letzten Bandes der
Reihe
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Leipziger Buchmesse 2007 (22.03.-25.03.)
Stimmen und Hintergründe
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80. Geburtstag von Martin Walser
Lebenswerk und Porträt
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175. Todestag von Johann Wolfgang von Goethe (22.03.)
Lebenswerk und Hintergründe
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80. Geburtstag von Inge Jens (11.02.)
Herausgeberin der Thomas-Mann- Tagebücher
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125. Geburtstag von James Joyce (02.02.)
Autor des Jahrhundertwerks "Ulysses"
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125. Geburtstag von Virginia Woolf (25.01.)
Pionierin der Moderne und des Feminismus
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Autorenwerk, ZDF und WiSo
Wie das Autoren(werk) mit fingierten Reportagen das ZDF und das
ZDF die Zuschauer abkassiert
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Der Börsenverein unter Honnefelder
Die Regierung
in Schilda erklärt seinen Einwohnern den Krieg:
Ein aktueller Streich des Börsenvereins unter Vorsteher Gottfried Honnefelder
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Günter Grass: Das Waffen-SS Eingeständnis
Reaktionen und das Eingeständnis
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Zum 50. Todestag von
Gottfried Benn am 07.07.
Lebenswerk, Hintergründe und Zitate
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Zum Tod von Robert Gernhardt am 30.06.
Reaktionen, Stimmen und ein Kurzporträt
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150. Geburtstag von Sigmund Freud (06.05.)
Lebenswerk und Hintergründe
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100. Geburtstag von Samuel Beckett am 13.04.
Lebenswerk und Hintergründe
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