|
 |
Wo der Limonadenbaum steht Ein Besuch in Astrid Lindgrens Heimat
Vimmerby (dpa) Pippi Langstrumpfs Limonadenbaum wächst an einer Tempo-30-Zone und ist eigentlich eine Ulme. Wer mit den Astrid- Lindgren-Geschichten über das starke Mädchen aufgewachsen ist und vor jenem Baum an der Straße Prästgårdsgatan im schwedischen Vimmerby steht, den überkommt Ehrfurcht. Sein riesiger Stamm ist so dick und knorrig und voller Spalten, dass in ihm wie im Original bei Pippi tatsächlich ein paar Limonadenflaschen stecken könnten. Und wie in den Lindgren-Büchern ist auch die Villa Kunterbunt mit der riesigen Veranda gleich nebenan. Ihr Vorbild ist das alte Pfarrhaus des Hofes Näs, auf dem Astrid Lindgren am 14. November 1907 als Bauerntochter Astrid Anna Emilia Ericsson zur Welt kam. Am 28. Januar 2002 starb sie in Stockholm.
Weil dieses Mädchen aus einfachsten Verhältnissen die Gabe besaß, in seinen Werken eine Ulme zum Limonadenbaum und ein Pfarrhaus zur Villa Kunterbunt zu erheben, wurde Astrid Lindgren zu einer der berühmtesten Kinderbuchautorinnen aller Zeiten. Eine Reise in die Gegend ihres Geburtsortes Vimmerby wirkt wie ein zauberhafter Streifzug durch den Mikrokosmos, aus dem das gesamte literarische Universum der Autorin erwuchs. An jeder Ecke sind Pippi, Michel, die Kinder aus Bullerbü und wie sie alle heißen, gegenwärtig. Auch heute noch.
Nördlich der Landstraße 33 aus Richtung Vimmerby geht es gen Katthult, wo die Geschichten Michel aus Lönneberga spielen. Katthult heißt eigentlich Gibberyd, ist aber der Original-Schauplatz der Filme mit dem Schlingel, der nach seinen vielen Streichen immer in den Tischlerschuppen floh und Holzmännchen schnitzte. Diesen Tischlerschuppen gibt es dort, fast 40 Jahre nach den Filmaufnahmen, noch immer. Ein Blick durch die Fenster lässt die krummen Holzfiguren erkennen, die auf Holzbalken thronen. Im Sommer, zur Touristensaison, sind sie zu kaufen neben anderen Andenken wie Michels «Müsse» und «Büsse», der Mütze und der Holzflinte. Gleich hinter dem Schuppen grasen Kühe. Der Duft der Kamine liegt in der Luft. Auch Michels Wohnhaus sieht noch aus wie in den Büchern und Filmen. Und sogar die Fahnenstange, an der er seine Schwester Klein-Ida hinaufzog, damit sie bis nach Mariannelund gucken konnte, steht noch im Vorgarten.
Die Straße zu Michels Katthult ist eng und unscheinbar. Hier liegt einer der unzähligen Seen der Provinz Småland, in denen Michel so oft geangelt haben könnte. Bei einem Stopp am Ufer können Mitteleuropäer erleben, dass sie das wahre Wort Ruhe nicht kennen. Es ist dort so gespenstisch still, dass schon das Schließen der Autotür wie ein Schuss klingt und sekundenlang zwischen den Felsen am Ufer widerhallt. Die eigene Bewegung und das eigene Atmen sind die einzigen Geräusche so dass der Besucher wie angewurzelt stehen bleibt und die Luft anhält, um diesen Augenblick einzufangen.
Wenn sich dort am See abends die Sonne senkt, taucht sie das Ufer in ein Glutrot, dessen alleiniger Anblick wärmt. Und direkt gegenüber geht dann der Mond auf, dessen Licht Stunden später die Nebelbänke in den Senken der unendlichen Nadelwälder in einen schwach schimmernden Silberschein hüllt. Wälder voller Elche und Felsen, auf denen so viel Moos wächst, dass man einfach näher treten muss, um es in allen Einzelheiten bewundern zu können. Die Natur rund um Vimmerby - sie ist nicht nur reich, sie ist paradiesisch. «Noch heute kann ich mich an den herrlichen Heckenrosenbusch auf der Ochsenweide erinnern und spüre seinen Duft in meiner Nase. Von diesem Busch lernte ich das erste Mal, was Schönheit ist», sagte Astrid Lindgren einmal.
Småland ist ein Landstrich so schön wie im Märchen nur, dass die Schönheit dort Realität ist. Für die spätere Schriftstellerin Astrid Lindgren begann tatsächlich alles mit einem Märchen. Damals war sie fünf. Edit, die Tochter des Kuhhirten auf Hof Näs, erzählte ihr in der Landarbeiterküche das Märchen vom Riesen Bam-Bam und der Fee Viribunda. Diese erste Berührung mit der Kraft des Erzählten versetzte Astrids Kinderseele «in Schwingungen, die bis heute nicht ganz abgeklungen sind», wie sie es Jahrzehnte später formulierte.
Inzwischen steht die Landarbeiterküche nicht mehr. Wo sie einst war, befindet sich seit kurzem eine Skulptur mit Brunnen als sinnbildlicher Quell der Lindgrenschen Schaffenskraft.
Lange bevor Astrid Lindgren ihr Erstlingswerk Pippi Langstrumpf zu Papier brachte, erlebte sie in Vimmerby das, was an ihren späteren Zeilen so fasziniert: ein traumhaftes Kindsein. «Zweierlei hatten wir, das unsere Kindheit zu dem gemacht hat, was sie gewesen ist Geborgenheit und Freiheit», sagte sie einst. Die Geborgenheit bei den Eltern, deren Liebe und Güte Astrid mit «Das entschwundene Land» ein ganzes Buch widmete. Und die Freiheit, herumzutollen, als wenn es keine Grenzen gebe.
«Und wir spielten und wir spielten und wir spielten, so dass es das reine Wunder ist, dass wir uns nicht totgespielt haben», erinnerte sich die erwachsene Astrid. «Wir kletterten wie die Affen auf Bäume und Dächer, wir sprangen von Bretterstapeln und Heuhaufen, dass unsere Eingeweide nur so wimmerten, wir krochen quer durch riesige Sägemehlhaufen, lebensgefährliche, unterirdische Gänge entlang, und wir schwammen im Fluss, lange bevor wir überhaupt schwimmen konnten. Keinen Augenblick dachten wir an das Gebot unserer Mutter "Aber nicht weiter raus als bis zum Nabel!". Überlebt haben wir alle vier.»
Diese Kindheit sei «ungewöhnlich frei von Rügen und Schelte» gewesen. Es gab keine Rüge, als die vier Geschwister wie später Pippi Langstrumpf auch auf Hof Näs «Nicht-den-Boden-Berühren» spielten, dabei über Tische und Bänke hopsten und sich an Türrahmen entlang hangelten. Keine Schelte, als sie beim Spiel «Sicken Blås» laut jauchzend durch die Flure rannten und sich die Finger in den Bauch pieksten. Dennoch muss es auch klare Regeln gegeben haben. Dem leidigen Üben an der Orgel soll Astrid oft entgangen sein, indem sie so lange Handstand machte, bis sie Kopfschmerzen bekam und das Üben hinausschieben konnte. «Sie wusste nämlich sehr wohl, dass erfundenes Kopfweh eine Lüge gewesen wäre», erklärt Ulrika Pettersson, die Besucher durch Astrid Lindgrens Geburtshaus an der Prästgårdsgatan führt.
Das rote Holzhaus mit den weißen Fensterrahmen sieht noch aus wie früher. Wo Astrid und ihre drei Geschwister damals so ausgelassen tobten, müssen die Touristen heute blaue Plastiktüten um die Schuhe ziehen, damit der Dreck draußen bleibt. Zimmerteile sind mit Seilen abgesperrt. Ihre Kindheit auf Hof Näs, so sagen die Mitarbeiter des neuen Museums nebenan, spiegele sich in ihren Werken wider. Eine Bilderbuchkindheit in einem Bilderbuchschweden, die noch Jahrzehnte später von Südamerika bis Asien Millionen Kinder begeistert.
«Das Spielen selber ist identisch mit der Lebenslust», sagte Astrid Lindgren. Und ein anderes Mal: «Man muss das Kind in sich selber spüren, wenn man für Kinder schreibt. Man hat ja alle Altersstufen in sich drin. Manchmal schaut die eine hervor, manchmal die andere.» Das klingt so leicht. Eine Leichtigkeit, die mit einer Kindheit in der Provinz Småland vielleicht ein Leben lang währt.
Ein Kindsein, das Astrid Lindgren wohl am intensivsten in «Wir Kinder aus Bullerbü» beschrieb. Vorbild ist der Ort Sevedstorp süd- westlich von Vimmerby. Dort stehen der Nord-, Mittel- und Südhof tatsächlich. Im mittleren wuchs Lindgrens Vater Samuel August Ericsson auf, bevor er als Pächter nach Näs zog. Kirschbäume säumen die Gärten neben den drei Häusern. Ein alter Mann schiebt sein Fahrrad durch die Eingangspforte an einer Milchkanne vorbei und redet mit der Katze, die ihn begleitet. An der Pforte steht ein Holzschild mit der Aufschrift «privat». Die Touristen sollen nicht zu nahe kommen. Im Sommer versorgt man sie im Café gleich nebenan. Einen eigenen Parkplatz mit Gebühren gibt es für sie auch. Asta Gorell aus Dänemark ist an diesem Herbsttag mit ihrer Oma Anneliese Christiansen gekommen. Sie habe der Fünfjährigen alle Lindgren-Bücher vorgelesen. «Und heute morgen hat sie die Bullerbü-DVD geschaut. Jetzt kann sie es kaum erwarten, die echten Häuser zu sehen.»
Vor Bullerbü und Katthult ist der größte Besuchermagnet aber der Erlebnispark «Astrid-Lindgrens-Welt» in Vimmerby selber. Im 100. Lindgrenjahr zog er bislang 425 000 Gäste an. Dort spielen im Sommer 60 erwachsene Schauspieler die Lindgren-Geschichten an originalgetreuen Kulissen nach. Sie bewerben sich in ganz Schweden. Auch 30 Kinder aus Vimmerby werden genommen sie spielen in den Geschichten mit Pippi, Ronja, Michel, Karlsson und all den anderen, nachdem sie ihre Hausaufgaben erledigt haben. Der Erlebnispark gehört der Kommune. Sein Gewinn wird in den Park investiert und darf nicht in andere Töpfe der Stadt fließen.
Ein Programm-Rat aus sechs Lindgren-Nachfahren und -Vertrauten überwacht die Arbeit des Parks. Er limitiert auch den Kommerz, der mit den Lindgren-Geschichten möglich wäre. Die Herstellung der Pippi- Puppen etwa sei begrenzt, sagt Marketing-Chef Nils-Magnus Angantyr. Im Park gibt es einen abgegrenzten Verkaufsbereich. «Würden wir die Dinge gleich bei den Bühnen anbieten, könnten wir sicherlich einen dreifachen Gewinn machen. Aber das wäre nicht im Sinne der Sache», sagt Angantyr. So gibt es die Pippi-T-Shirts übrigens auch nur in Kindergrößen. «Die Vorstellung, dass Erwachsene zum Beispiel irgendwo betrunken in einem Pippi-T-Shirt herumgrölen, wäre einfach unerträglich.»
Hoch oben auf einem Hügel in Vimmerby hat Astrid Lindgren im Familiengrab der Ericssons ihre letzte Ruhe gefunden. Ein schlichter Stein trägt ihren Namen im Schriftzug ihrer eigenen Unterschrift. Die Daten 14.11.1907 und 28.01.2002 sind auch zu lesen. Jemand hat eine Muschel auf den Grabstein gelegt. Vielleicht stammt sie von der Insel Furusund, auf der die Autorin so gern Urlaub machte und der sie mit «Ferien auf Saltkrokan» ein Denkmal setzte. Ihre Enkel könnten ihr die Muschel mitgebracht haben.
Unter der Muschel steht das Wort Näs im Grabstein. Der Name des Hofes, auf dem Astrid Lindgren vor 100 Jahren als Bauerntochter zur Welt kam und eine ganz besondere Kindheit lebte. Der Ort, mit dessen Inspiration sie eine Ulme zum Limonadenbaum und ein Pfarrhaus zur Villa Kunterbunt machte.
nach oben
|
Astrid Lindgren: „Ich schreibe für niemand anders als für mich selbst!“
HdL - Mit dieser Motivation hat es die schwedische Kinderbuchautorin auf weltweit bislang mehr als 145 Millionen verkaufte Bücher gebracht, die in rund 90 Sprachen übersetzt wurden – darunter Suaheli, Tatarisch und Nepalesisch. Mehr als ein Fünftel der Gesamtauflage wurde in Deutschland verkauft. Figuren wie Michel aus Lönneberga, Pippi Langstrumpf und Ronja Räubertochter sind bei Groß und Klein gleichermaßen bekannt und beliebt. Dabei sagt Astrid Lindgren selbst über ihre Inspiration: „Kein Kind inspiriert mich mehr als das, das ich einmal war. Um Kinderbücher zu schreiben, muss man nur selbst Kind gewesen sein. Und sich dann erinnern.“
Am 14. November 1907 wurde Astrid Anna Emilia Ericsson auf Näs bei Vimmerby in Småland, Schweden als zweites Kind des Pfarrhofpächters Samuel August Ericsson und seiner Frau Hanna geboren. Astrid hatte drei Geschwister, einen älteren Bruder, Gunnar, und zwei jüngere Schwestern, Stina und Ingegerd. Ihre Kindheit auf Näs beschreibt sie immer als eine Zeit voller Geborgenheit, Liebe, Spiel, aber auch Arbeit auf dem elterlichen Hof. Nach ihrem Schulabschluss im Jahre 1924 arbeitete Astrid zunächst als Volontärin bei der Vimmerby Tidning (Zeitung). Während ihres Volontariats wurde sie schwanger und entschloss sich, das uneheliche Kind in Kopenhagen zur Welt zu bringen und dort einer Pflegefamilie zu übergeben. Sie machte währenddessen in Stockholm eine Ausbildung zur Sekretärin, um in Zukunft ihrem Sohn als alleinerziehende Mutter hoffentlich ein Zuhause bieten zu können.
1928 erhielt sie eine Stelle als Sekretärin beim Königlichen Automobilclub in Stockholm. Ihr Chef war Sture Lindgren, den sie 1931 heiratete und mit dem sie 1934 die gemeinsame Tochter Karin bekam. Inzwischen war Astrid Lindgren Hausfrau und Mutter und veröffentlichte gelegentlich Geschichten in Stockholms Tidningen. Sie genoss es, endlich auch für ihren unehelichen Sohn Lars sorgen zu können. Von 1937 an arbeitete sie als Stenotypistin für den Kriminalistik-Professor Harry Södermann. Diese Tätigkeit lieferte ihr das nötige Fachwissen für ihre späteren Kalle Blomquist-Romane.
Die Lungenentzündung ihrer Tochter Karin im Winter 1941 war die Geburtsstunde von Pippi Langstrumpf, denn die kranke Tochter verlangte von Astrid, dass sie ihr die Geschichte von Pippi Langstrumpf erzählen solle. Und so dachte sich Astrid Geschichten über ein Mädchen mit roten Zöpfen und Sommersprossen aus. „Der Name war so verrückt, dass die Geschichte dementsprechend wurde“, sagte Astrid Lindgren später über die Entstehung ihrer Geschichten. Erst im Winter 1944 brachte sie diese Erzählungen auch zu Papier, sie war nämlich selbst eine Woche ans Bett gefesselt und wollte die Zeit sinnvoll nutzen. Was zunächst nur ein Geburtstagsgeschenk für die Tochter sein sollte, schickte sie dann doch noch an den Bonniers Verlag, erhielt aber eine Absage für ihr Manuskript.
Astrid Lindgren hatte die Lust am Schreiben entdeckt und verfasste ihr zweites Manuskript mit dem Titel Britt-Mari erleichtert ihr Herz. Damit gewann sie den zweiten Preis in einem Mädchenbuchwettbewerb des Verlags Rabén & Sjögren. Angespornt von diesem Erfolg überarbeitete sie das pädagogisch sehr gewagte Manuskript der frechen Seemannstochter Pippi Langstrumpf und gewann damit im darauffolgenden Jahr den ersten Preis bei einem weiteren Wettbewerb von Rabén & Sjögren. Schnell eroberte diese Geschichte die Herzen der Leser in Schweden.
Schon bald erschienen Kalle Blomquist und Wir Kinder aus Bullerbü. Im Verlag Rabén & Sjögren wurde Astrid in der Zwischenzeit eine Stelle als Lektorin – verantwortlich für die Kinderbuchabteilung – angeboten. Sie baute diesen Sektor des Verlages auf und arbeitete dort bis zur ihrer Pensionierung im Jahre 1970.
1949 reiste der deutsche Verleger Friedrich Oetinger nach Schweden und entdeckte dort in den Regalen Pippi Langstrumpf. Er hatte noch am selben Tag ein Gespräch mit der Autorin und entschloss sich kurzerhand, das Buch in Deutschland zu verlegen. Zu dem Zeitpunkt war Pippi Langstrumpf schon von fünf deutschen Verlagen abgelehnt worden. Mit Friedrich Oetinger jedoch verband Astrid Lindgren eine enge Freundschaft bis zu seinem Tod 1986.
Privat musste Astrid Lindgren 1952 mit dem frühen Tod ihres Mannes Sture einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen. Jedoch sagte sie über ihre Ehe, die sie als glücklich bezeichnete: „Ich habe Kinder immer mehr geliebt als Männer. Die große Liebe habe ich nie kennengelernt, aber ich habe sie auch nie vermisst.“
In den folgenden Jahren ihrer schriftstellerischen Karriere erhielt sie für Bücher wie Mio, mein Mio, Karlsson vom Dach, Madita, Michel aus Lönneberga, Die Brüder Löwenherz und Ronja Räubertochter zahlreiche Auszeichnungen und Preise und reiste viel in der Welt herum. Sie wurde u.a. zur populärsten Schwedin des Jahrhunderts gewählt, erhielt den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und wurde zur Namensvetterin eines neu entdeckten Asteroiden ernannt.
Es wäre jedoch falsch, Astrid Lindgren nur als Kinderbuchautorin zu bezeichnen. Daneben schrieb sie die Drehbücher für die Verfilmungen ihrer Bücher alle selbst, und überwachte auch sehr streng die Vermarktung ihrer Bücher. So verhinderte sie bis zuletzt Merchandising-Artikel ihrer Figuren. Sie arbeitete neben ihrer Lektorentätigkeit als Hörspielautorin, Übersetzerin und schrieb für das Theater. Außerdem setzte sie sich zeitlebens aktiv für Menschenrechte, insbesondere für die Rechte der Kinder und den Tierschutz ein. Ihr Motto im Umgang mit Kindern lautete: Liebe, Freiheit und niemals Gewalt – ganz so, wie sie selbst ihre Kindheit erlebt hatte.
1976 wurde Astrid Lindgren auch gesellschaftspolitisch aktiv, als sie sich in die Debatte um die Steuergesetzgebung einmischte. Die neuen Regelungen hatte für Freiberufler – so auch für Künstler und Autoren – zur Folge, dass sie mehr Steuern zahlen sollten, als sie verdienten. Astrid schrieb zu diesem Anlass das „Steuermärchen“ Pomperipossa in Monismanien und geriet damit in eine Auseinandersetzung mit Finanzminister Gunnar Sträng.
Am 28.01.2002 starb Astrid Lindgren an den Folgen einer Virusinfektion in ihrer Stockholmer Wohnung, in der sie schon seit 1941 lebte. Bei der Gedenkfeier in der Stockholmer Storkyrkan nahm nicht nur die königliche Familie, sondern auch der Premierminister teil. Ihr Grabstein stammt aus ihrer geliebten Heimat – von der letzten Kuhweide auf Näs.
Im Laufe des Jubiläumsjahres 2007 wird es auf der ganzen Welt nicht nur viele Veranstaltungen rund um Astrid Lindgren, sondern auch zahlreiche Sonderausgaben ihrer Bücher geben. Zudem erscheint ein opulenter Bildband (Astrid Lindgren – Bilder ihres Lebens), der einen seltenen Einblick in das sonst so bewusst privat gehaltene Leben der Autorin gibt. Außerdem wird erstmals eine Ausgabe der Ur-Pippi veröffentlicht, jenem ersten Entwurf des beliebten Kinderbuchs, den Astrid Lindgren damals für ihre Tochter niederschrieb.
Astrid Lindgren Bibliografie (Auswahl):
• Pippi Langstrumpf
• Kalle Blomquist
• Wir Kinder aus Bullerbü
• Mio, mein Mio
• Karlsson vom Dach
• Rasmus und der Landstreicher
• Madita
• Michel aus Lönneberga
• Ferien auf Saltkrokan
• Die Brüder Löwenherz
• Ronja Räubertochter
Literatur über Astrid Lingren:
• Sybil Gräfin Schönfeldt: Astrid Lindgren (Rowohlt Verlag, Hamburg 2002, 11. Auflage)
• Margareta Strömstedt: Astrid Lindgren. Ein Lebensbild (Oetinger, Hamburg 2001)
• Karsten Weyershausen, Manuela Bialek: Das Astrid Lindgren Lexikon. Alles über die beliebteste Kinderbuchautorin der Welt (Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2004)
Veranstaltung rund um Astrid Lindgren:
„Leben und Wirken von Astrid Lindgren“ – Ausstellung
Eine Ausstellung der Astrid Lindgren Värld, Schweden
06.01. bis 26.12 2007
FEZ Berlin, An der Wuhlheide 197, 12459 Berlin, Fax: 030/535 32 95, www.fez-berlin.de
„Auf heißen Spuren… Meisterdetektive im Museum. Eine Ausstellung für Kinder“
Eine Ausstellung der Deutschen Kinemathek Berlin
09.03. bis 31.12.2007
Museum für Film und Fernsehen, Potsdamer Str. 2, 10785 Berlin, www.filmmuseum-berlin.de
„Michel, Pippi, Lotta & Co!“ – Lesung
Wöchentliche Lesung in der Solinger Stadtbibliothek
08.08. bis 19.12.2007, jeweils mittwochs 16 bis 17 Uhr, Eintritt für Kinder frei
Stadtbibliothek Solingen
„Von Löwenherzen und Räubertöchtern“ – Festival
Berliner Märchentage
08.11. bis 25.11.2007
Märchenland e.V., Deutsches Zentrum für Märchenkultur, Spreeufer 5, 10178 Berlin, Tel.: 030-34 70 94 78, Fax: 030-34 70 94 80, www.maerchenland-ev.de
Astrid Lindgren Woche
Eine Woche lang wird Astrid Lindgrens Geburtstag in der C.H. Wäser Buchhandlung in Bad Segeberg mit verschiedenen Veranstaltungen gefeiert
Beginn 12.11.2007
C.H. Wäser Buchhandlung, Bad Segeberg
Nordische Literaturtage in Hamburg
Verschiedene Veranstaltungen über Astrid Lindgren während der Nordischen Literaturtage in Hamburg
14.11.2007
Literaturhaus Hamburg e.V., Schwanenwik 38, 22087 Hamburg, www.literaturhaus-hamburg.de
Figurentheater „Ronja Räubertochter“
Figurentheater für Kinder ab 7 in der Stadtbücherei Speyer
14.11.2007, 16 bis 17 Uhr
Stadtbücherei Speyer, Bahnhofstraße 54, 67346 Speyer
„Pippi in Bullerbü“ – Theater
Das Kronetaarn-Esemble tritt in der Stadtbibliothek Bremen mit einem Lindgren-Medley auf
17.11.2007, 11 Uhr Stadtbibliothek Bremen-Vegesack, 14 Uhr Bremen-Huchting
„Mein liebstes Kinderbuch“ - Lesemarathon
Lesemarathon zu Astrid Lindgren in Hamburg
24.11.2007
Hamburger Frauenbibliothek, Grindelallee 43, 20146 Hamburg, Tel. 040-4500644, info@hamburger-frauenbibliothek.de, www.hamburger-frauenbibliothek.de
nach oben
|
Pippi, Michel, Karlsson & Co - Die kleinen Helden Astrid Lindgrens
Hamburg (dpa) - Sie sind stark, selbstbewusst und haben nie Langeweile: Die kleinen Helden aus den Büchern von Astrid Lindgren begleiten seit Generationen junge Leser auf der ganzen Welt.
Pippi Langstrumpf aus der Villa Kunterbunt ist das stärkste Mädchen der Welt und kann ihr Pferd Kleiner Onkel stemmen. Sie heißt eigentlich Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminza (im Film: Schokominza) Efraimstochter und ist das Kind des Seeräuberkapitäns und Königs von Taka-Tuka-Land, Efraim Langstrumpf. Mit ihren Freunden Tommy und Anika erlebt sie viele Abenteuer.
Michel lebt auf dem Hof Katthult in Lönneberga. Wenn er mal wieder einen Streich ausgeheckt hat, bringt er sich vor seinem wütenden Vater im Schuppen in Sicherheit und schnitzt dort Holzfiguren.
Karlsson vom Dach kann mit Hilfe eines Rücken-Propellers fliegen. Der «grundgescheite Streichemacher in den besten Jahren» besucht Lillebror in dessen Kinderzimmer und kann «Langeweile einfach wegpusten».
Den Kindern von Bullerbü tun alle Menschen leid, die nicht in dem Dorf mit drei Höfen wohnen. Bosse, Britta, Inga, Kerstin, Lasse, Lisa und Ole lassen sich jeden Tag neue Spiele einfallen.
Tjorven und ihr Hund Bootsmann wohnen auf der Krähen-Insel Saltkrokan im Schärengürtel vor Stockholm. Wenn Familie Melcherson dort die Sommerferien verbringt, ist immer etwas los.
Kalle Blomquist, der Meisterdetektiv, lebt gefährlich. Zusammen mit Eva-Lotta und Anders kommt er in der Stadt Kleinköping einigen Verbrechern auf die Spur.
Lotta sorgt dafür, dass die Krugmacherstraße nur Krachmacherstraße genannt wird. Wenn es Probleme gibt, weil Lotta die Kleinste in ihrer Familie ist, hilft ihr Kuscheltier Schweinebär.
Nils Karlsson-Däumling ist nur so groß wie ein Daumen und wohnt in einem Mauseloch unter dem Bett von Bertil. Nils zaubert auch seinen Freund klein, und aus ist es mit dessen Langeweile.
Ronja Räubertochter lebt mitten im Wald in der Mattisburg. Wer sie und ihren Freund Birka von den Borka-Räubern auseinander bringen will, den wünscht sie zum «Donnerdrummel».
nach oben
|
Pippi Langstrumpf & Co. im Lübecker Buddenbrookhaus
Lübeck (dpa/lno) - Zum 100. Geburtstag von Astrid Lindgren ziehen Pippi Langstrumpf, die Kinder von Bullerbü und anderer ihrer Figuren ins Lübecker Buddenbrookhaus ein. Mit einer Ausstellung unter dem Titel «Zwei mal drei macht vier. 100 Jahre, die Welt der Astrid Lindgren» ehrt das Literaturhaus die wohl bekannteste Kinder- und Jugendbuchautorin der Welt, deren Bücher in mehr als 60 Sprachen übersetzt wurden. Gezeigt wird außer der Schriftstellerin auch die politische engagierte Astrid Lindgren (1907-2002). Die Ausstellung wird an diesem Mittwoch, dem 100. Geburtstag Lindgrens, eröffnet und ist bis zum 17. Februar 2008 zu sehen.
Die meisten Exponate der Ausstellung, die in Teilen bereits in der Landesvertretung Schleswig-Holsteins in Berlin zu sehen war, stammen aus den Beständen von zwei Lübecker Privatsammlerinnen. Neben vielen Erstausgaben von Lindgren-Büchern sind auch Kuriositäten zu sehen. Dazu gehört eine schwedische Werbung für Lebertranpillen mit Pippi Langstrumpf, die bekanntlich so stark war, dass sie ein Pferd in die Höhe heben konnte. Außerdem sind auch Erinnerungen von Prominenten an ihre Lieblingsbücher der Schwedin nachzulesen. Danach war Bundeskanzlerin Angela Merkel eine Anhängerin von Pippi Langstrumpf mit ihrer blühenden Fantasie, während sich Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen für die Abenteuer von Kalle Blomquist begeisterte.
Weniger bekannt als ihre Bücher mit einer weltweiten Gesamtauflage von 145 Millionen Exemplaren ist die Tatsache, dass sich Lindgren auch in die schwedische Innenpolitik eingemischt hat. So soll sie 1976 mit dem Märchen «Pomperipossa in Monismanien» - es richtete sich gegen die Steuerpolitik der damaligen sozialdemokratischen Regierung - zum ersten Machtwechsel in Schweden nach mehr als 40 Jahren beigetragen haben.
(Buddenbrookhaus, Mengstraße 4, 23552 Lübeck. Öffnungszeiten: täglich 10 Uhr bis 18 Uhr, im Januar und Februar 10 Uhr bis 17 Uhr. Eintritt:
Erwachsene fünf Euro, Kinder 2,50 Euro)
(Internet: www.buddenbrookhaus.de)
nach oben
|
Kein Weltrekord: Hameln nur inoffiziell Pippi-Langstrumpf-Hauptstadt
Hameln/London (dpa) - Die Stadt Hameln bekommt entgegen aller Hoffnungen keinen Eintrag als Pippi-Langstrumpf-Welthauptstadt im Guinness-Buch der Rekorde. Im April dieses Jahres hatten sich 1138 Menschen als die berühmteste aller Astrid-Lindgren-Figuren verkleidet und im niedersächsischen Hameln getroffen. Damit knackten die kostümierten Pippis die alte Weltbestmarke aus Osnabrück, wo sich zwei Jahre zuvor 1007 als Pippis verkleidete Lindgren-Fans versammelt hatten. Wie Guinness-Sprecher Olaf Kuchenbecker sagte, wird aber «eine größte Pippi-Langstrumpf-Versammlung nicht als Rekordkategorie geführt». Dazu meinte Thomas Wahmes, Sprecher der Stadt Hameln: «Wir fühlen uns auch ohne Eintrag als Pippi-Welthauptstadt.»
nach oben
|
Pippi-Rolle brachte Inger Nilsson nicht nur Glück
Stockholm (dpa) - Ihre TV-Rolle als Pippi Langstrumpf hat die heute 47 Jahre alte Schwedin Inger Nilsson zwar in aller Welt berühmt, alles in allem aber nicht glücklich gemacht. «Ich habe Pippi lange Zeit von ganzem Herzen gehasst», sagt die blonde Schwedin immer wieder in Interviews. Ihr fröhlich-freches Lachen als Verkörperung von Astrid Lindgrens berühmtester Figur hat sich Millionen Menschen unauslöschlich eingeprägt. «Aber gerade deshalb wollte mich später niemand als normale Schauspielerin arbeiten lassen», meint Nilsson über die Langzeit-Folgen ihrer Popularität als Kinderstar.
Nilsson wurde 1968 als Achtjährige unter 8 000 Bewerberinnen für die legendär gewordene TV-Version des Kinderbuchklassikers ausgewählt und spielte die Pippi bis 1973 auch in vier Kinofilmen. Ihr Wunsch nach einer Fortsetzung der Schauspielerei als junge Erwachsene zerschlug sich zunächst.
Auch Regisseure hätten in ihr immer nur Pippi gesehen, berichtete Nilsson. Verbittert äußerte sie sich darüber, dass die endlosen TV- Wiederholungen es bis heute in der Kasse des Senders SVT klingeln lassen, die früheren Kinderdarsteller aber komplett leer ausgehen. Als Darsteller seien sie vor fast vierzig Jahren mit Taschengeldern abgespeist worden waren.
Nilsson arbeitet zur Zeit noch immer vor allem als Sekretärin in einem Stockholmer Krankenhaus. Seit der deutschen Kino-Verfilmung des Tucholsky-Romans «Schloss Gripsholm» (2000) bekommt sie wieder mehr Rollenangebote. Meistens aus Deutschland. Zuletzt stand sie im letzten Sommer in zwei Folgen der ZDF-Krimiserie «Der Kommissar und das Meer» vor der Kamera.
nach oben
|
Pädagogin: Lindgrens Figuren machen Kinder selbstständig
Berlin (dpa) - Astrid Lindgrens Buchhelden machen Kinder nach Ansicht einer Pädagogin stark und selbstständig. «Die Geschichten präsentieren eine Idealsituation zwischen Autonomie und Geborgenheit», sagte Gundel Mattenklott, Professorin für Grundschulpädagogik an der Berliner Universität der Künste, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Dabei sei es letztlich zweitrangig, ob die Geschichten in einer stilisierten Realität spielten - wie bei Karlsson und Bullerbü - oder in einer Märchenwelt, wie bei Ronja und den Brüdern Löwenherz.
«Immer ist es eine Idylle, in die die Geschichte eingebettet ist, was jedoch nicht heißt, dass die Realität von Kindern ausgeklammert wird», betonte Mattenklott. Auch eine Idylle sei letztlich keine, wenn sie nicht durch das Böse und Bedrohliche rundherum begrenzt wäre. Trauer, Ängste, Einsamkeit, Streitigkeiten - das alles habe deshalb in den Geschichten seinen Platz. «Die Idee ist jedoch immer, dass die Kinder ohne direkte Hilfe der Erwachsenen damit klarkommen können. Sie werden zu echten "Selbsthelfern"», sagte die Pädagogin.
Erwachsene und Eltern kommen in fast allen Lindgren-Geschichten nur im Hintergrund vor - teils als stabilisierende Sicherheit, wie bei den Bullerbü-Kindern, oder auch im negativen Sinne, weil sie schlicht fehlen. Vor allem präsente, liebevolle Väter sucht man meist vergebens. «Die Unsichtbarkeit der Väter war ja bis weit in die 80er Jahre des 20. Jahrhunderts hinein Realität - das spiegelt sich auch in der Kinderliteratur», sagte Mattenklott.
Im Gegenzug entwickeln Lindgrens kleine Helden eine starke Freiheitsliebe und Unabhängigkeit. «Das gipfelt in einer so skurrilen Figur wie Karlsson vom Dach, der ein Agent der Autonomie und Entwicklung ist», erläuterte die Professorin. All das Egozentrische, Selbstverliebte und Rücksichtslose an dieser Figur habe letztlich auch jedes Kind in sich, es dürfe diese Anteile nur nicht so bedingungslos ausleben. «Jeder Sechsjährige glaubt von sich, dass er der Tollste überhaupt ist», sagte Mattenklott. Erst in einem langen Lern- und Erfahrungsprozess gelinge es einem Kind, sich selbst im Verhältnis zu anderen wirklichkeitsgerecht einzuschätzen. «Auch Lillebror findet schließlich von seinem fantastischen Freund Karlsson zurück zu seiner Familie.» Aber das «Liebenswert-Unliebenswerte» habe damit seinen literarischen Platz.
nach oben
|
Eine ganz besondere Liebe - Die Deutschen und Astrid Lindgren
Hamburg (dpa) - Ein Mädchen mit roten Zöpfen und rutschenden Ringelstrümpfen prangte auf dem kleinen dicken Buch, das Friedrich Oetinger 1949 aus dem Regal einer Stockholmer Buchhandlung zog. Wer weiß - wäre der Hamburger Verleger nicht wegen eines Freundes nach Schweden gereist, vielleicht wäre alles anders gekommen. Aber dann saß Oetinger noch am selben Tag der Autorin des witzigen Büchleins gegenüber, denn der Stockholmer Buchhändler kannte Astrid Lindgren, die gleich um die Ecke arbeitete und Oetinger prompt empfing. Eine lebenslange Freundschaft fand in dieser Begegnung ihren Anfang - und damit auch die Lindgren-Begeisterung der Deutschen.
Diese Begeisterung hat im Laufe des Jubiläumsjahres 2007, in dem Astrid Lindgren 100 Jahre alt geworden wäre, neue Rekordmaße angenommen. Schon seit dem Frühjahr sind nach und nach Jubiläumsausgaben der beliebtesten Geschichten - von Pippi über Karlsson bis Bullerbü - erschienen. «Schon vor Wochen waren fast eine Million dieser Bücher verkauft», berichtet eine Sprecherin des Oetinger-Verlags recht überwältigt von der Nachfrage. Bis Ende 2006 hatte die Gesamtauflage von Lindgrens Werken in Deutschland bei rund 30 Millionen gelegen.
Als besonderer Leckerbissen ist im Sommer zudem erstmals die sogenannte Ur-Pippi als Buch erschienen - das Manuskript, das Lindgren zunächst bei keinem Verlag unterbringen konnte und anschließend überarbeitete. Dabei wurde aus einer noch viel frecheren, aber auch überzeichneten Pippi schließlich das vergnügte Mädchen, das bei aller Unabhängigkeit auch Freundschaft und Traurigkeit kennt.
Doch auch diese «gemäßigte» Pippi hatten fünf deutsche Verlage Ende der 1940er Jahre bereits abgelehnt, als Oetinger die Bekanntschaft mit ihr machte. In Schweden wurde das Buch damals von Kindern bereits heiß geliebt, von Erwachsenen wegen der freiheitsliebenden Züge noch heftig diskutiert. Doch Oetinger brauchte nicht lange überzeugt zu werden: Er war sowohl von Astrid Lindgrens Persönlichkeit auf Anhieb angetan als auch von der Stegreif-Übersetzung des Büchleins, die ihm ein Freund am selben Abend noch lieferte. Oetinger, der zuvor Wissenschaftsliteratur verlegt hatte, beschloss kurzerhand sich künftig nur noch um skandinavische Kinderbücher zu kümmern, wie Sybil Gräfin Schönfeldt in ihrer Lindgren-Biografie schreibt.
Was in den folgenden Jahrzehnten passierte, weiß in Deutschland buchstäblich fast jedes Kind: Pippi, die Kinder von Bullerbü, Michel und Madita, Ronja, Karlsson, die Brüder Löwenherz und viele Buchhelden mehr eroberten die Herzen von Lesern jeden Alters. Mehr als ein Fünftel der weltweiten Auflage von 145 Millionen steht mittlerweile hierzulande in den Bücherregalen. Ein Erfolg, zu dem eine Reihe stimmungsvoller Verfilmungen ihren Teil beitrugen.
Auch Lindgrens Tochter Karin Nyman berichtet davon, dass die Lindgren-Begeisterung der Deutschen eine ganz besondere ist: In dem Schweden-Reiseführer «Wo ist Bullerbü?» schreibt sie im Vorwort, dass ihre Mutter täglich mindestens einen begeisterten Brief von einem Kind oder Erwachsenen aus Deutschland bekommen habe - so viele wie aus keinem anderen Land. Fast 190 Schulen schmücken sich zwischen Flensburg und Kempten mit Lindgrens Namen und zitieren damit deren Motto im respektvollen Umgang mit Kindern: Liebe, Freiheit und vor allem niemals Gewalt.
Dass Astrid Lindgrens eigener Lebensweg keineswegs stets so idyllisch war, wie ihre Geschichten es vielleicht nahelegen, ist kein Geheimnis mehr. Doch eine neue Biografie und auch der Bildband «Astrid Lindgren - Bilder ihres Lebens» zeigen erneut, dass Lindgren - als junge Mutter eines unehelichen Kindes oder in einer mehr auf Vernunft als auf Liebe begründeten Ehe - ihre Kraft vor allem aus dem Schatz ihrer Kindheit schöpfte. Kinder stark machen, damit sie ihr ganzes Leben lang nicht vergessen, was sie hält, vorantreibt und immer wieder zum Lachen bringt - so ähnlich könnte die große Überschrift lauten, für die sie hierzulande so viele Menschen lieben. Wenn man das Foto betrachtet, auf dem Astrid Lindgren mit 80 Jahren quietschvergnügt wie eine Achtjährige erstmals einen Walkman testet, besteht kein Zweifel daran, dass ihr dies für sich selbst gelungen war.
nach oben
|
Pippi Langstrumpfs «Mutter» wird 100: «Irgendwie lebt Astrid noch»
Stockholm/Vimmerby (dpa) - Astrid Lindgren hat ihre Kindheit im idyllischen Vimmerby immer als hell, lustig und voll warmer elterlicher Liebe geschildert: «Wir haben gespielt, gespielt und gespielt. Komisch, dass wir uns nicht zu Tode gespielt haben.» 1945, beim Erscheinen ihres ersten Kinderbuchklassikers «Pippi Langstrumpf», war die Schwedin schon fast 40 Jahre alt und hatte bittere Erfahrungen als alleinstehende Mutter hinter sich. Doch die änderten an ihrem fröhlichen Selbstverständnis ebenso wenig wie die Rolle als berühmteste Kinderbucherautorin der Welt. Am 14. November wäre Astrid Lindgren 100 Jahre alt geworden.
«Ich träume und fantasiere jetzt noch mehr vor mich hin, jeden Abend, bevor ich einschlafe, und spiele in kindlichen Geschichten immer dieselbe Hauptrolle», erzählte Lindgren als alte Frau ihrer Biografin Margareta Strömstedt. Und ergänzte kokettierend, sie finde es «ja doch ein bisschen peinlich, so kindlich zu sein». Das finden die Leser von bislang mehr als 150 Millionen Lindgren-Büchern in 94 Sprachen überhaupt nicht: Pippi, die «Kinder aus Bullerbü», «Karlsson auf dem Dach», «Ronja Räubertochter» und andere Titelhelden sind beliebt wie eh und je.
«Astrid war eine total unneurotische Person. Zu ihrem Genie gehörte aber auch, dass sie immer unheimlich hart gearbeitet hat», sagt Strömstedt über ihre 20-jährige Freundschaft mit der Autorin. Als sie zum ersten Mal über Lindgren schrieb, war die größte Tragödie im Leben der schon weltberühmten Schriftstellerin noch ein streng gehütetes Geheimnis: 1926 wurde die gerade 19-jährige Astrid von einem wesentlich älteren Mann schwanger, brachte ihren Sohn Lasse heimlich in Kopenhagen zur Welt und ließ ihn dort die ersten drei Jahre seines Lebens bei Pflegeeltern.
Ihre verzweifelte Einfühlung in den kleinen, verlassenen Sohn sei für Lindgren eine genauso wichtige Schreib-Inspiration geworden wie die eigene glückliche Kindheit in Vimmerby, meint Strömstedt. «Deshalb sind ihre Bücher voll von starken Mädchen und von Jungen, die Trost brauchen.»
Lena Törnqvist sichtet und ordnet in der Königlichen Bibliothek von Stockholm 75 000 Briefe von Lesern aus aller Welt an Lindgrens berühmt gewordene Stockholmer Adresse Dalagatan 46: «Es ist unglaublich, wie zum Beispiel ein chinesischer Zöllner ihr auf Englisch schreibt, dass er beim Vorlesen von Pippi ein neues Verständnis von Kindererziehung gefunden hat.»
Törnqvist ist ein bisschen verwundert, dass der 100. Geburtstag in Schweden zwar aufwendig, aber «irgendwie überhaupt nicht gemeinsam» gefeiert wird. Für den 100. Todestag des Dramatikers Henrik Ibsen (1828-1906) zum Beispiel habe der Staat ein Zigfaches an Geld bereitgestellt. «Es liegt wohl daran, dass Astrid irgendwie noch lebt.»
Dieses Gefühl vermittelte im Sommer auch eine Ausstellung im Stockholmer Kulturhaus mit vielen bisher unbekannten Fotos aus dem Privatleben Astrid Lindgrens. Hier war die Autorin unter anderem als selbstbewusst und entschlossen wirkende junge Frau zu sehen. «Sie wirkt zugleich asexuell und bisexuell», sagt ihre Biografin Strömstedt. Lindgren habe sich für ihr Leben wie auch in ihren Büchern für eine totale Ausklammerung von Sexualität entschieden.
In Lindgrens Geburtsort Vimmerby, gut 300 Kilometer südlich von Stockholm, wurde die Schriftstellerin nach ihrem Tod am 28. Januar 2002 neben ihren Eltern begraben. Ein paar Kilometer weiter sind in diesem Sommer mehr als 400 000 Besucher und damit so viele wie nie zuvor zu «Astrids Welt» gepilgert, dem Vergnügungspark mit allen Figuren und Pippis legendärer «Villa Kunterbunt». «Klar, da spielte der 100. Geburtstag wohl die größte Rolle», sagt Verkaufschef Nils Magnus Ahlerup.
Zum runden Geburtstag hat sich in Interviews auch Lindgrens Tochter Karin Nyman zu Wort gemeldet. Die heute 73-Jährige hatte als kleines Kind den Namen Pippi Langstrumpf erfunden und gab mit dem Drängen nach immer neuen Geschichten über das fröhlich revoltierende Super-Mädchen den Ausschlag für das Entstehen des Buches. Dem «Focus» sagte Nyman: «Mutter sprach nie über ihre Probleme, um uns nicht zu belasten. Es wäre sicher besser gewesen, wenn wir öfter gewusst hätten, welche Sorgen sie mit sich herumträgt.»
nach oben
|
Ein Sommer mit Astrid Lindgren «Sie hat mich fürs Leben geprägt»
Hannover/Stockholm (dpa/lni) Die blonde Frau auf dem Foto hat sich ein Stück vom Geburtstagskuchen aufgetan. Neben ihr sitzt, in feiner Bluse, das Geburtstagskind Felicitas Perschke. 18 Kerzen leuchten auf ihrem Kuchen. Ihr Gast ist Astrid Lindgren.
Das 1964 aufgenommene Geburtstagsfoto ist eines von vielen, das die in Wunstorf bei Hannover lebende Felicitas Perschke an ihre Zeit mit Astrid Lindgren erinnert. Damals lebte sie ein halbes Jahr lang mit der berühmten Kinderbuchautorin zusammen. «Sie war wie eine zweite Mutter für mich», erinnert sich die 61-Jährige an jenen Sommer. «Sie hat mich fürs Leben geprägt.» Perschke war damals in Stockholm bei ihrem Vater. Weil der aber beruflich viel reisen musste,wohnte die junge Frau die meiste Zeit bei Lindgren, einer guten Bekannten des Vaters.
Zwischen Perschke und der Autorin, die bestens Deutsch sprach, entwickelte sich eine intensive Freundschaft. «Wir waren täglich zusammen. Hätte ich sie nicht gehabt, wäre ich in dem fremden Land wohl untergegangen», sagt die Deutsche. «Astrid Lindgren war eine ganz einfache, liebe Frau.»
Mit der späteren Trägerin des Alternativen Nobelpreises zog sie oft über die Inseln vor Stockholm. «Trau' Dich, ich mach's Dir vor», habe die knapp 60-jährige Lindgren ihr zugerufen, wenn sie über die Felsen sprang. «Da war irgendwie immer noch das Kind in ihr.»
Immer wieder habe Lindgren gezielt nach den Streichen gefragt, die sie in ihrer Kindheit auf einem Dorf bei Hannover ausgeheckt hatte. In Lindgrens Büchern tauchten diese dann auf. Während der gemeinsamen Zeit in Schweden habe die Schriftstellerin jederzeit Block und Stift dabei gehabt und sich Notizen gemacht. «Sogar wenn wir spazieren gingen und redeten, hielt sie oft plötzlich inne und schrieb etwas auf», weiß Perschke noch heute.
Doch die Schwedin fragte die junge Deutsche nicht nur nach den Streichen ihrer Kindheit. «Sie wollte auch oft wissen, wie es für mich ist, von einem Elternteil getrennt zu sein», erinnert sie sich. Der Grund für dieses Interesse war ihr bald klar: Lindgren hatte als 19-Jährige ihren unehelichen Sohn Lars heimlich in Kopenhagen zur Welt bringen und dort anfangs bei einer Pflegemutter zurücklassen müssen. Ihre spätere eheliche Tochter Karin sah sie nach dem frühen Tod ihres alkoholabhängigen Ehemannes wenig, weil sie als Lektorin die Familie ernähren musste. «Sie hatte ein hartes Leben, aber sie hat gekämpft wie eine Löwin», sagt Perschke über ihre mütterliche Freundin, die am 14. November 100 geworden wäre.
«Astrid» habe trotz der Tiefs in ihrem Leben ein «Urvertrauen» gehabt, «dass es im Leben immer weitergeht, wenn man nur fest an sich selber glaubt». Die Schwedin habe der jungen Deutschen immer eingebläut, dass Mut und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten mit das Wichtigste seien.
Nach dem gemeinsamen Sommer mit Lindgren hielt Felicitas Perschke den Kontakt und kehrte oft nach Schweden zurück. Dass die Autorin immer bekannter wurde, sei für sie «ganz schwierig» gewesen, erinnert sich Perschke. «Wenn ich meinen Bekannten erzählte, dass ich, wie immer in den Ferien, bei Astrid vorbeischaue, haben die sich an die Stirn getippt. Die haben es mir einfach nicht geglaubt.»
Die Deutsche schränkte den Kontakt dann irgendwann ein. «Es war dann Astrid selber, die ihn wieder belebte. Sie machte mir klar, dass sie sich nicht verändert habe», berichtet Perschke. 1993 besuchte sie die Autorin das letzte Mal, danach folgten Briefe und - als Lindgren im hohen Alter fast blind war - viele Telefonate. Vor dem Tod habe Lindgren sich nie gefürchtet. Ihrer deutschen Freundin sagte sie: «Du musst keine Angst vorm Sterben haben. Du stirbst so, wie Du gelebt hast.»
Ihr Andenken an Astrid Lindgren hält Felicitas Perschke auch mit Aktionen wach, die Schüler zum Lesen animieren sollen. Sie begeistert die Kinder für Pippi Langstrumpfs Abenteuer und verteilt am Ende Lindgren Autogrammkarten. So wie die Autorin darauf abgebildet ist, kennen sie die Menschen auf der ganzen Welt. Die Astrid Lindgren, die 1964 den Geburtstagskuchen aß, «bleibt immer meine Astrid».
nach oben
|
|
|
 |
News
Sonderthemen |
Friedenspreis 2010
an David Grossman
Berichte, Stimmen
und
Hintergründe
mehr
90. Geburtstag Marcel
Reich-Ranickis
Berichte, Stimmen
und
Hintergründe
mehr
Zum Tode
von Ilse Pohl
Literaturpreis-
trägerin verstorben
mehr
100. Todestag
Mark Twains
Berichte, Stimmen
und Hintergründe
mehr
Leipziger
Buchmesse
2010
Aktuelle News
von der Messe
mehr
Der Fall
Helene Hegemann
Alles zu den
Plagiatsvorwürfen
mehr
150. Geburtstag
Anton Tschechows
Berichte, Stimmen
und Hintergründe
mehr
«betriebsrats-
verseucht» ist
Unwort des
Jahres 2009
Berichte und
Stimmen
mehr
150. Todestag
Wilhelm Grimms
Berichte und
Hintergründe
mehr
Verleihung des
Literaturnobel-
preises 2009
Berichte, Stimmen
und Hintergründe
mehr
Carl-Zuckmayer-
Medaille 2010
an Özdamar
Berichte, Stimmen
und Hintergründe
mehr
Zum 75. Todestag
von Joachim
Ringelnatz
Berichte, Stimmen
und Hintergründe
mehr
250. Geburtstag
Friedrich
Schillers
Berichte, Stimmen
und Hintergründe
mehr
Büchner-Preis
2009 an
Walter Kappacher
Berichte und
Hintergründe
mehr
Frankfurter
Buchmesse 2009
Täglich aktuelle
News
aus den
Messehallen
mehr
Literatur-
nobelpreis 2009
Alles über die
Preisträgerin
Herta Müller
mehr
60 Jahre «Pippi
Langstrumpf»
in Deutschland
Berichte und
Hintergründe
mehr
Deutscher
Buchpreis
2009
Berichte,
Nominierungen,
Hintergründe
mehr
«Die unendliche
Geschichte» wird
30 Jahre alt
Berichte und
Hintergründe
mehr
Autor Hugo
Loetscher
ist gestorben
Berichte, Stimmen
und Hintergründe
mehr
«Simplicissimus»
wird zeitgemäß
Berichte, Stimmen
und Hintergründe
mehr
Adolf Endler
ist gestorben
Berichte und
Hintergründe
mehr
Das Nibelungenlied
wird Weltdoku-
mentenerbe
Berichte, Stimmen
und Hintergründe
mehr
US-Autor Frank
McCourt ist gestorben
Berichte und
Hintergründe
mehr
Bachmann-Preis
2009 an
Jens Petersen
Berichte, Stimmen
und Hintergründe
mehr
Manfred Plinke und sein
sogenannter Autorenhaus-
Verlag:
Berichte und Hintergrund-
informationen
mehr
Friedenspreis 2009 geht an Claudio Magris
Berichte, Stimmen und
Hintergrund-
informationen
mehr
Pausewang erhält Preis
für Lebenswerk
Berichte und
Hintergrund-
informationen
mehr
Welttag des Buches
2009
Berichte, Lesungen,
Hintergründe
mehr
Christa Wolf -
80. Geburtstag
Berichte, Stimmen,
Hintergründe
mehr
Leipziger
Buchmesse
2009
Täglich aktuelle News
aus den Messehallen
mehr
John Updike
gestorben
Porträt &
Werkübersicht
mehr
Johannes Mario Simmel
gestorben
Porträt, Hintergrund,
Stimmen
mehr
Josef Winkler:
Büchner-Preis 2008
Berichte & Informationen
zur Verleihung
mehr
Literatur-
nobelpreis
2008
Alles über den
Preisträger
J.M.G. Le Clézio
mehr
Frankfurter
Buchmesse
2008
Täglich aktuelle News
aus den Messehallen
mehr
Alexander Solschenizyn
gestorben
Porträt, Werkübersicht
und Reaktionen
mehr
Franz Kafka –
125. Geburtstag
Porträt, Werke &
Interviews
mehr
Bachmann-Preis an
Tilman Rammstedt
Porträt, Berichte
und Infos
mehr
Büchner-Preis 2008:
Josef Winkler
Porträt und
Hintergrund-
informationen
mehr
Dichter
Peter Rühmkorf
tot
Berichte, Stimmen
und
Hintergrund-
informationen
mehr
Friedenspreis des
Deutschens
Buchhandels 2008:
Anselm Kiefer
Porträt und Hintergrund-
informationen
mehr
10. Mai 1933:
Tag der
Bücher-
verbrennung
Informationen und
Veranstaltungen
mehr
3. Mai: Tag der Pressefreiheit
Berichte und Hintergrund-
informationen
mehr
Welttag des Buches 2008
Berichte und Hintergründe
mehr
UNESCO-Welttag der Poesie 2008
Hintergründe und Berichte
mehr
100 Jahre Rowohlt Verlag
Ein Porträt des Verlags
mehr
Leipziger Buchmesse 2008
täglich aktuelle News aus den Messehallen
mehr
Unwort des Jahres 2007
Alles über die "Herdprämie"
mehr
Jan Kross gestorben
Ein ausführliches Portrait des Autors
mehr
Astrid Lindgren - 100. Geburtstag
Ein ausführliches Portrait
mehr
Norman Mailer ist gestorben
Porträt, Werke, Zitate
mehr
Harry Potter -
die deutsche Ausgabe
Hintergrundberichte zum Verkaufsstart
mehr
Tag der Bibliotheken 2007
Berichte, Umfragen und Hintergründe
mehr
Günther Grass wird 80
Glückwünsche, Interview und Porträt
mehr
Literatur- Nobelpreis 2007
Alles zur Preisträgerin Doris Lessing
mehr
Frankfurter Buchmesse 2007
Täglich aktuelle News aus den Messehallen
mehr
Rechtschreib- reform
tritt endgültig in Kraft
Die Änderungen ab 1. August 2007
mehr
Zum Verkaufsstart von Harry Potter 7
Hintergrundberichte zum Erscheinen des letzten Bandes der
Reihe
mehr
Leipziger Buchmesse 2007 (22.03.-25.03.)
Stimmen und Hintergründe
mehr
80. Geburtstag von Martin Walser
Lebenswerk und Porträt
mehr
175. Todestag von Johann Wolfgang von Goethe (22.03.)
Lebenswerk und Hintergründe
mehr
80. Geburtstag von Inge Jens (11.02.)
Herausgeberin der Thomas-Mann- Tagebücher
mehr
125. Geburtstag von James Joyce (02.02.)
Autor des Jahrhundertwerks "Ulysses"
mehr
125. Geburtstag von Virginia Woolf (25.01.)
Pionierin der Moderne und des Feminismus
mehr
Autorenwerk, ZDF und WiSo
Wie das Autoren(werk) mit fingierten Reportagen das ZDF und das
ZDF die Zuschauer abkassiert
mehr
Der Börsenverein unter Honnefelder
Die Regierung
in Schilda erklärt seinen Einwohnern den Krieg:
Ein aktueller Streich des Börsenvereins unter Vorsteher Gottfried Honnefelder
mehr
Günter Grass: Das Waffen-SS Eingeständnis
Reaktionen und das Eingeständnis
weiter
Zum 50. Todestag von
Gottfried Benn am 07.07.
Lebenswerk, Hintergründe und Zitate
weiter
Zum Tod von Robert Gernhardt am 30.06.
Reaktionen, Stimmen und ein Kurzporträt
weiter
150. Geburtstag von Sigmund Freud (06.05.)
Lebenswerk und Hintergründe
weiter
100. Geburtstag von Samuel Beckett am 13.04.
Lebenswerk und Hintergründe
weiter
|
| |
|