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News-Sonderthema: 

Zum 100. Todestag von Mark Twain am 21.04.2010

Berichte, Stimmen und Hintergrundinformationen zum Todestag des Schriftstellers
 

 
Unsere Beiträge:

Der geistreichste Kopf Amerikas: Vor 100 Jahren starb Mark Twain
Mark Twain - Autor mit Vagabundenleben
Nicht totzukriegen: «Tom Sawyer» ist nach wie vor beliebt
Nicht nur Tom & Huck: Vielfältiges Twain-Angebot der Verlage
Die wichtigsten Werke von Mark Twain
Zitate von Mark Twain
Sotheby's versteigert Briefe und Skripte von Mark Twain
Hunderte spielten Mark Twains Begräbnis von 1910 nach 

 

20.04. Der geistreichste Kopf Amerikas: Vor 100 Jahren starb Mark Twain

New York (dpa) - Jahrhundertelang galt der Halley'sche Komet als Unglücksbote. Als er pünktlich 1835 wieder am Firmament erschien, wurde im Örtchen Florida in Missouri ein Knabe geboren und auf den Namen Samuel Langhorne Clemens getauft. Doch der aufgeweckte Junge war kein Unglück, er entwickelte sich zu einem scharfsinnigen Denker, einem der gewitztesten Schreiber der Literaturgeschichte und dem frühen Gewissen seiner Nation, die sich gerade anschickte, Weltmacht zu werden. Als er starb, war er als einer der wenigen Literaten der USA weltberühmt - wenn auch unter seinem Künstlernamen Mark Twain. Das war vor 100 Jahren.

«Der Mensch wurde zum Ende der Wochenarbeit geschaffen, als Gott schon erschöpft war.»

Der spätere Schriftsteller Twain wächst in Hannibal auf, am Mittelpunkt des knapp 3800 Kilometer langen Mississippi. Der Fluss und der Süden prägen seine karge Kindheit. Die Familie ist so arm, dass sie ihren wertvollsten Besitz verkaufen muss: die Sklavin Jenny. Nach dem frühen Tod des Vaters muss er die Schule abbrechen. Später betreibt sein Bruder eine Provinzzeitung und Sam wird erst Setzer und dann auch Schreiber. Er wandert durch die USA und schickt dem Bruder Reiseberichte, bis ihn der Fluss wieder hat: Der 22-Jährige wird Lotse auf dem Mississippi.

«Die Wahrheit ist das kostbarste, was wir haben. Gehen wir sparsam damit um!»

Bald beendet der Bürgerkrieg die Schifffahrt. Clemens wird in die Südstaaten-Armee eingezogen, aus der er nach zwei Wochen desertiert. Er schlägt sich bei den Goldsuchern im Westen der USA durch, zieht dann aber die Arbeit in der Redaktion vor. Wieder schreibt Clemens, diesmal billige Klatschgeschichten, die ihm mehr als einmal Ärger einbringen. Also schreibt er gleich völlig erfundene Geschichten. Als Pseudonym nimmt er aus der Lotsensprache den Begriff für zwei Faden Wassertiefe: «Mark Twain».

«Klassiker - ein Buch, das die Leute loben, aber nicht lesen.»

Sein Werk «Der berühmte Springfrosch von Calaveras» wird schon USA-weit gelesen, und «Die Arglosen im Ausland» ist bis heute ein Klassiker. Dieses erste Reisebuch Twains ist das Ergebnis einer fast halbjährigen Tour durch Europa und den Nahen Osten. Ihm gelingt ein Kunststück: Er macht sich über alles im Ausland lustig, ohne dabei überheblich zu wirken. Schließlich macht er sich auch über alles im Inland lustig. Aber trotz des Aufsatzes «Die schreckliche deutsche Sprache»: In Heidelberg hat sich der Gast aus der neuen Welt sehr wohlgefühlt.

«Es hat sich schon oft als ärgerlich erwiesen, dass Noah und seine Truppe nicht das Boot verpasst haben.»

Ausgerechnet im distinguierten Neuengland schreibt Twain die Südstaatenbücher, die seinen Weltruhm begründen sollten: «Tom Sawyers Abenteuer», 1876 das erste maschinengeschriebene Skript der Literaturgeschichte, die 1883 erschienene Erzählung «Leben auf dem Mississippi» und schließlich 1884 «Die Abenteuer des Huckleberry Finn». Twain beschreibt in argloser und damit umso deutlicherer Sprache das idyllische Leben auf dem Fluss, das durch Sklaverei und Rassenhass verzerrt wird. Kein Wunder, dass das Buch bei vielen «Southernern» nicht gut ankommt. Heute ist das Buch, das vielleicht ebenso viel zum Verständnis der Rassen beigetragen hat wie «Onkel Toms Hütte» von Twains Nachbarin Harriet Beecher Stowe, erneut auf dem Index: Die Linken erregt, dass gleich in der ersten Zeile das Wort «Nigger» vorkommt.

«Wir verdanken der Güte Gottes drei unaussprechlich wertvolle Dinge in unserem Land: Die Freiheit der Rede, die Freiheit des Gewissens und die Besonnenheit, keines davon zu nutzen.»

Twains Leben war spannend, aber auch voller Schicksalsschläge.
Seine teilweise gelähmte Frau, um die er sich aufopfernd kümmert, schenkt ihm vier Kinder - drei sterben vor ihm, ebenso wie seine Frau. Als er einem Freund, dem Bürgerkriegsgeneral und US-Präsidenten Ulysses Grant, bei dessen Memoiren hilft, verdient er gut - und verliert alles. Twain muss noch einmal von vorn anfangen und wird immer sarkastischer. 1909, fast die gesamte Familie ist tot, sagt er: «Ich kam auf die Welt mit dem Halley'schen Kometen. Er kommt im nächsten Jahr wieder und es wäre die größte Enttäuschung meines Lebens, nicht mit ihm zu gehen. Der Allmächtige hat ohne Zweifel gesagt: Hier sind diese beiden komischen Käuze. Sie sind zusammen gekommen, sie müssen zusammen gehen.» Sein Wunsch wurde ihm erfüllt.

(Werke von Twain in der Online-Literaturdatenbank «Projekt
Gutenberg»: www.gutenberg.org/browse/authors/t#a53)

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20.04. Mark Twain - Autor mit Vagabundenleben

Hamburg (dpa) - Flusslotse, Schriftsetzer, Soldat und Reporter - der amerikanische Schriftsteller Mark Twain hatte viele Karrieren hinter sich, als er zu seiner wahren Berufung fand:

1835: Mark Twain wird am 30. November im Ort Florida in Missouri als Sohn eines Kaufmanns geboren. Sein eigentlicher Name ist Samuel Langhorne Clemens.

1839: Seine Familie zieht nach Hannibal (Missouri), eine kleine Hafenstadt am Mississippi, die zur ersten Inspiration für seine späteren Romane wird.

1848: Ein Jahr nach dem Tod seines Vaters bricht Twain im Alter von zwölf Jahren die Schule ab und beginnt eine Lehre als Schriftsetzer.

1851: Twain schreibt erste Artikel für das «Hannibal Journal», die Zeitung seines Bruders.

1852: Als Drucker arbeitet er in New York, Philadelphia, St. Louis, und Cincinnati und schreibt seine ersten Reisetexte.

1859: Twain erhält seine Lizenz als Flusslotse und arbeitet fortan als Lotse auf Mississippi-Dampfern.

1861: Der amerikanische Sezessionskrieg beginnt. Twain nimmt auf der Seite der konföderierten Südstaaten teil, desertiert aber bereits nach zwei Wochen und wird Silbersucher in Nevada. Dort schreibt er Artikel für die lokalen Zeitungen und nimmt das Pseudonym Mark Twain an, was in der Schiffersprache etwa «zwei Faden Wassertiefe» bedeutet.

1864: Twain arbeitet als Reporter in San Francisco.

1867: Reise durch Europa und Palästina - Twains Reiseberichte werden zwei Jahre später in einem Buch veröffentlicht und erzielen einen großen Erfolg beim Publikum.

1870: Heirat mit der gelähmten, wohlhabenden Olivia L. Langdon.

1876: Der Roman «Die Abenteuer des Tom Sawyer» erscheint.

1884: Veröffentlichung des Romans «Die Abenteuer des Huckleberry Finn».

1894: Der Verlag, an dem Twain Teilhaber ist, muss Konkurs anmelden.
Auch eine Druckmaschine, in deren Erfindung Twain viel Geld gesteckt hat, wird von einer neuen Technologie überholt. Twain verliert einen Großteil der Einnahmen aus seinen Veröffentlichungen sowie des gemeinsamen Vermögens mit seiner Frau. Er geht auf Weltreise, um mit Vorträgen seine Schulden zu bezahlen und Stoff für ein neues Buch zu sammeln.

1907: Twain erhält im britischen Oxford den Doktortitel für Literatur.

1910: Mark Twain stirbt im Alter von 74 Jahren am 21. April in Redding (Connecticut).

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20.04. Nicht totzukriegen: «Tom Sawyer» ist nach wie vor beliebt

Berlin (dpa) - Die Sonne scheint, ein freier Samstagnachmittag lockt. Und trotzdem muss der Gartenzaun gestrichen werden. Wer einmal Mark Twains «Tom Sawyer» gelesen hat, weiß sich zu helfen. Man gebe vor, Zaunstreichen sei der spannendste Zeitvertreib überhaupt, und lasse die neidischen Freunde großzügig mithelfen. Der gewitzte Tom hat auch 100 Jahre nach dem Tod seines Schöpfers Twain nichts von seiner unverschämten Frische verloren. Tatsächlich wird er noch gelesen - auch vom Nachwuchs. «Er ist der einzige Klassiker, der es bei uns je unter die verlagsinterne Top 50 geschafft hat», sagt Anke Bruns vom Arena-Verlag (Würzburg).

Auflagenzahlen auf «gutem, stabilem Klassikerniveau» melden auch andere Kinderbuchverlage, die die Geschichten um Tom und seinen Kumpel Huckleberry Finn im Programm haben. Klassiker werden meist von Erwachsenen verschenkt - also Eltern, Paten, Verwandten, die die Bücher einst selbst verschlangen und sie aus Literaturbegeisterung oder Nostalgie manchmal auch heute noch lesen.

So ist zum Twain-Jubiläum jüngst im Münchner Hanser Verlag eine wunderbare, sprachlich modernisierte Neuübersetzung von Andreas Nohl im Doppelpack «Tom Sawyer & Huckleberry Finn» erschienen, die sich - auch vom Preisniveau her - eindeutig an Erwachsene wendet. «Twain ist ein All-Ages-Autor», sagt Hanser-Sprecherin Christina Knecht dazu. Damit wäre der amerikanische Schriftsteller ein früher Vorläufer von Joanne K. Rowling oder Cornelia Funke, deren Helden aus «Harry Potter» und «Tintenherz» von Lesern aller Altersstufen geliebt werden und Millionenauflagen erreichen.

Doch Tom und Huck haben nach Ansicht von Kinderliteraturexperten sogar mehr zu bieten. «Vor allem "Tom Sawyer" liefert alles, was ein Kind als Lesefutter braucht», sagt Professor Otto Brunken von der Arbeitsstelle für Leseforschung und Kinder- und Jugendmedien der Uni Köln: «Streiche, Schulprobleme, eine Ausreißer- und Inselepisode, Liebesgeschichte, Krimi-Elemente, Schatzsuche und ein glückliches Ende.» Diese Vielfalt, gepaart mit einem tiefen Einfühlungsvermögen in die kindliche Seele, habe es seitdem nicht mehr gegeben.

In der Tat können da Abenteuer-Klassiker von Jules Verne oder Karl May an psychologischem Nuancenreichtum kaum mithalten. «Welches Kind kennt etwa nicht die heimliche Sehnsucht, einmal tot zu sein und den ungerechten Erwachsenen dann beim Trauern zuzuschauen.» Tom Sawyer lebt das genussvoll aus: Er und Huck kehren von ihrer Robinsonade ausgerechnet im Moment ihrer eigenen Trauerfeier zurück - und werden von den «Hinterbliebenen» überschwänglich empfangen. Brunken sagt, das Leben von Tom sei aber wirklich gefährlich. «Es gibt Tote. Da ist nicht nur ein harmloses Gewitter, das Angst macht, wie vielleicht bei einer Folge der "Fünf Freunde".»

Außerdem entspricht die Erzählstruktur dem kindlichen Leseverhalten. «Vor allem "Tom Sawyer" hat, nicht zuletzt durch den Witz und die Komik, aber auch durch die Episodenhaftigkeit, immer wieder entlastende Momente, die beim Lesen eine Pause erlauben», sagt Brunken. Obwohl der zweite Band, «Huckleberry Finn», wegen seiner deutlichen Gesellschaftskritik und des konstruiert wirkenden Endes etwas sperriger ist, lautet Brunkens Resümee zu «Tom Sawyer»: «Ein Klassiker, der nicht totzukriegen ist.» Allerdings gibt es gerade im Kinderbuchbereich viele stark gekürzte und entschärfte Ausgaben.
«Aber da geht nicht nur inhaltlich, sondern auch sprachlich unglaublich viel verloren.»

(Internetseite Brunken: http://dpaq.de/gZ9iZ; Informationen zum neuen Buch «Tom Sawyer & Huckleberry Finn»: http://dpaq.de/LOTzj)

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20.04. Nicht nur Tom & Huck: Vielfältiges Twain-Angebot der Verlage

Hamburg (dpa) - Mark Twain streift im April 1866 über den Marktplatz von Honolulu. Die Mädchen, die sich mit den schönsten Gewändern herausputzen, faszinieren ihn. «Sie tragen Haarnetze, schmücken ihre kecken Hüte mit frischen Blumen, zieren ihre dunklen Hälse mit selbst gemachten Halsbändern aus den zinnoberroten Blüten des Ohia, füllen den Markt und die angrenzenden Straßen mit ihren strahlenden Erscheinungen und duften höllisch nach ihrem teuflischen Kokosöl», schreibt Twain in seinen Reisebriefen vom «kleinen Felsen im unendlichen Ozean». In 25 Briefen schildert er das Leben auf Hawaii. Reichhaltiges Material habe Twain dort gefunden, «um daran seine Sinne zu schärfen und seine Feder zu spitzen», heißt es im Vorwort des Buches «Post aus Hawaii».

Twains Liebesbriefe an seine «Livy»

Wie der Mare-Verlag mit den erstmals vollständig in deutscher Sprache erschienen Reiseberichten würdigen zahlreiche Verlage Twains 100. Todestag mit Neuerscheinungen und neu übersetzten Werken. Erstmals in deutscher Sprache erschienen ist etwa «Sommerwogen. Eine Liebe in Briefen». Die darin zusammengestellten Briefe Twains an seine Frau Olivia zeigen den für Ironie und Witz bekannten Autor von ganz zärtlicher Seite, verraten Hoffnungen wie Ängste. 32 Jahre alt war Samuel Langhorne Clemens, als er sich zum ersten und einzigen Mal verliebte. «Wenn ich keine Sehnsucht habe, Dich zu sehen, dann hat sich kein Liebender je nach seiner Liebsten gesehnt», schreibt er.
Oder am 1. Januar 1874 um Mitternacht: «Liebste Livy, welch ein Übermaß an Liebe eine kleine Trennung mit sich bringt! In letzter Zeit sehne ich mich so schrecklich nach Dir, & die Lektion, die man daraus lernen kann, ist, dass man sich ab & zu trennen sollte.»

Fantasy-Zeitreise ins Mittelalter

Neben «Sommerwogen» und dem Band «Die schönsten Erzählungen» setzt der Aufbau-Verlag auf Twains berühmteste Zeitreise als Taschenbuch: «Ein Yankee an König Artus' Hof». In dem 1889 erschienenen Roman verschlägt es einen Arbeiter aus einer Waffenfabrik in Connecticut ins Mittelalter. Mit Reklameplakaten und Pistolen kämpft der Yankee gegen Aberglaube und Angst vor Dämonen, lässt Schulen errichten und eine Zeitung drucken. Er sitzt in der Tafelrunde zwischen den Rittern und wundert sich über «diese großen Tölpel». «Trotzdem aber hatten diese großen, einfältigen Geschöpfe etwas sehr Gewinnendes, etwas Reizvolles und Liebenswertes an sich. In diesem ganzen Kindergarten schien es nicht so viel Verstand zu geben, dass es sozusagen als Köder für einen Angelhaken ausgereicht hätte...» Das Buch «nahm viele Motive und Elemente der Science-Fiction-Literatur vorweg», heißt es im Nachwort.

Als Krimi-Autor präsentiert sich Twain im Manesse-Verlag: Erst 1995 stieß man in der Bibliothek von Buffalo im US-Bundesstaat New York auf eine nie zuvor veröffentlichte Erzählung. Im Jahr 2001 wurde «Eine Bluttat, ein Betrug und ein Bund fürs Leben» dann in den USA und zeitgleich als deutsche Übersetzung veröffentlicht. Ebenfalls aus seiner Feder - und bei Manesse im Programm - stammt die Kriminalkomödie «Knallkopf Wilson». Die Geschichte erschien im Jahr 1894 gleich dreimal, zunächst im New Yorker «Century Magazine», dann in zwei Buchausgaben. Titelheld Wilson ist ein Jurist und Außenseiter, der sich Lebensweisheiten für Kalender ausdenkt («Wenn du wütend bist, zähle bis vier; wenn du sehr wütend bist, fluche») und Fingerabdrücke sammelt. Als Schauplatz für die Geschichte hat Twain - «Stimme und Herz der Südstaaten» - seine Heimat am Mississippi gewählt.

Tom und Huckleberry als Buch und Hörspiel

Mit Twain und dem Mississippi verbinden Generationen von Lesern natürlich an erster Stelle seine berühmtesten Helden Tom Sawyer und Huckleberry Finn. Die Abenteuer der beiden Jungen, die schon viele begeistert haben, dürfen auch in diesen Wochen nicht fehlen und sind in verschiedener Form erhältlich. Aufbau Taschenbuch etwa bietet Tom & Huck jeweils als Einzelausgaben an, der Hanser-Verlag beide Romane in einem Band in einer Neuübersetzung von Andreas Nohl.

Auch lauschen können die Kinder ihren Helden: Im Hörverlag gibt es sie als Lesung von Schauspieler Udo Wachtveitl, als Hörspiel unter anderem mit den Stimmen von Kostja Ullmann, Patrick Güldenberg und Ulrich Noethen. Ebenfalls auf CD gibt es dort Twains «Der Prinz und der Bettelknabe» und als 737 Minuten lange Lesung seinen «Bummel durch Europa» - dargeboten von Rufus Beck.

Mare Verlag: «Post aus Hawaii» (ISBN 978-3-86648-130-5)

Aufbau Verlag: «Sommerwogen. Eine Liebe in Briefen» (ISBN 978-3-351- 03303-3); «Ein Yankee an König Artus Hof» (ISBN ISBN 978-3-7466- 2595-9); «Die schönsten Erzählungen» (ISBN 978-3-351-03304-0); «Tom Sawyers Abenteuer» (ISBN 978-3-7466-2594-2); «Huckleberry Finns Abenteuer» (ISBN 978-3-7466-2593-5)

Manesse Verlag: «Knallkopf Wilson» (ISBN 978-3-7175-2200-3); «Eine Bluttat, ein Betrug und ein Bund fürs Leben» (ISBN 978-3-7175-4014-4)

Hörverlag: «Tom Sawyer & Huckleberry Finn» (ISBN 978-3-86717-520-3); «Die Abenteuer des Tom Sawyer» (ISBN 978-3-89940-940-6); «Die Abenteuer des Huckleberry Finn» (ISBN 978-3-89940-559-0); «Der Prinz und der Bettelknabe» (ISBN 978-3-86717-366-7); «Bummel durch Europa» (ISBN 978-3-86717-557-9)

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20.04. Die wichtigsten Werke von Mark Twain

Hamburg (dpa) - Er gehört zu den bekanntesten Schriftstellern der Welt. In seinen satirisch-ernsten Werken kritisiert Mark Twain (1835- 1910) die amerikanische Gesellschaft, Rassismus und die moralische Heuchelei. Eine Auswahl:

«Die Arglosen im Ausland» (The Innocents Abroad, 1869):

Der Reisebericht machte Twain zu einem der höchstbezahlten und auflagenstärksten Autoren seiner Zeit. In teils fiktiven Erzählungen schildert er seine Erlebnisse und Eindrücke von Aufenthalten in Frankreich, Italien, Afrika, Spanien, Palästina und der Türkei. Schon vorher hatte Twain Geld mit Reiseberichten für Zeitungen verdient.

«Tom Sawyers Abenteuer» (The Adventures of Tom Sawyer, 1876):

Der Klassiker der Jugendliteratur verstörte damals nicht nur durch den umgangssprachlichen Schreibstil. Im Gegensatz zu den moralischen Jugendbüchern seiner Zeit schreibt Twain über den frechen, abenteuerlustigen Jungen Tom. Neben dem anknüpfenden «Huckleberry Finns Abenteuer» ist der Roman Twains bekanntestes Buch.

«Leben auf dem Mississippi» (Life on the Mississippi, 1883):

In dem autobiografischen, teils fiktiven Bericht schildert Twain eindrucksvoll seine Jugend am Mississippi und das Wiedersehen mit dem Strom mehr als ein Vierteljahrhundert danach. Von besonderer Bedeutung ist das Buch, weil es Twain darin gelingt, den Fluss als Metapher für Zeit zu beschreiben. Teile seines «Huckleberry Finn» sind bereits in diesem Buch angelegt.

«Huckleberry Finns Abenteuer» (Adventures of Huckleberry Finn, 1884):

Der Roman über den freiheitsliebenden Huckleberry Finn gilt als Schlüsselwerk der US-amerikanischen Literatur. Gemeinsam mit dem Sklaven Jim flieht er vor der «zivilisierten Welt» und erlebt auf dem Mississippi jede Menge Abenteuer. Twain propagierte ein Leben jenseits gesellschaftlicher Normen und dürfte damit Vorbild für Jugendromane wie J. D. Salingers Buch «Der Fänger im Roggen» gewesen sein.

«Ein Yankee am Hofe des König Artus» (A Connecticut Yankee in King Arthur's Court, 1889):

Die Satire ist nach «Tom Sawyer» und «Huckleberry Finn» Twains bekanntestes Werk. Der für seinen beißenden Spott bekannte Schreiber vergleicht darin das mittelalterliche England mit der vermeintlich aufgeklärten, demokratischen neuen Welt. Nach einem Unfall sieht sich der Yankee Morgan an König Artus' Hof versetzt, wo er bald zum «Big Boss» aufsteigt und ein kapitalistisches System etabliert.

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20.04. Zitate von Mark Twain

New York (dpa) - Mark Twain gilt als einer der scharfzüngigsten und witzreichsten Schriftsteller der Literaturgeschichte. Einige Zitate aus seiner Feder:

«Es gibt nur ein Problem, das schwieriger ist, als Freunde zu gewinnen - sie wieder loszuwerden.»

«Ich muss eine erhebliche Menge Verstand haben. Manchmal brauche ich eine ganze Woche, um ihn zu ordnen.»

«Es gibt keinen Breitengrad der nicht denkt, er wäre der Äquator geworden, wenn alles mit rechten Dingen zugegangen wäre.»

«Mal angenommen, Sie sind ein Idiot, und mal angenommen, Sie sind Kongressmitglied - aber ich wiederhole mich ja.»

«Recherchiere erst einmal die Fakten, dann kannst Du sie verdrehen.»

«Es gibt einen Sinn für das Moralische und einen für das Unmoralische. Die Geschichte zeigt uns, dass es uns der Sinn für das Moralische ermöglicht, moralisches Handeln zu erkennen und zu vermeiden. Und der Sinn für das Unmoralische zeigt uns, wie wir es erkennen und genießen.»

«Sich das Rauchen abzugewöhnen ist ganz leicht. Ich selbst habe es schon mindestens ein Dutzend Mal gemacht.»

«Der Mensch ist ein religiöses Tier. Er ist das einzige Tier, das seinen Nächsten wie sich selbst liebt - und ihm die Kehle durchschneidet, wenn ihm dessen Glauben nicht passt.»

«Der Mensch ist das einzige Tier, das erröten kann. Oder sollte.»

«Wir tun viel, um geliebt zu werden, aber alles, um beneidet zu werden.»

«Der grundsätzliche Unterschied zwischen einer Katze und einer Lüge ist, dass eine Katze nur neun Leben hat.»

«Glauben heißt auf etwas zu vertrauen, von dem man weiß, dass es es nicht gibt.»

«Als ich jünger war, konnte ich mich an alles erinnern; ob es nun passiert war oder nicht. Aber ich werde älter und bald kann ich mich nur noch an das Letztere erinnern.»

Nach einer irrtümlichen Todesmeldung: «Der Bericht über meinen Tod war eine Übertreibung.»

«Ein angesehener Mann sollte sich um seine letzten Worte genau so kümmern wie um seinen letzten Atemzug. Er sollte sie auf einen Zettel schreiben und mit seinen Freunden diskutieren. Er sollte das nie der letzten Stunde seines Lebens überlassen und nicht auf seinen intellektuellen Geist vertrauen, dass ihm schon etwas geistreiches einfallen und er mit Größe in die Ewigkeit eingehen werde.»

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27.04. Sotheby's versteigert Briefe und Skripte von Mark Twain

New York (dpa) - Einhundert Jahre nach dem Tod Mark Twains soll in New York ein bislang unveröffentlichtes Manuskript versteigert werden. Das Werk mit dem Titel «A Family Sketch» («Skizze einer Familie») werde der Höhepunkt der Auktion sein und 160 000 Dollar (etwa 120 000 Euro) bringen, teilte das Auktionshaus Sotheby's am Mittwoch, dem 100. Todestag Twains, in New York mit. Das 65-seitige Papier sei quasi ein verschollenes Kapitel seiner Autobiografie, weil sich der Text mit Twains Kindheit und seiner Familie befasse.

Die meisten zur Versteigerung stehenden Objekte sind Briefe und kürzere Manuskripte des amerikanischen Autors. In der Sammlung seien auch seltene Fotografien Twains enthalten. Die etwa 200 Objekte sollen am 17. Juni versteigert werden und eine Million Dollar (etwa 750 000 Euro) bringen. Gerade die Papiere würden nicht nur einen Blick auf den Humoristen und oft sarkastischen Autor bieten, sondern auch auf den sorgenden Ehemann und Vater, hieß es.

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27.04. Hunderte spielten Mark Twains Begräbnis von 1910 nach

Elmira/New York (dpa) - Genau 100 Jahre nach seinem ersten Begräbnis haben Hunderte Menschen an einer zweiten Bestattung Mark Twains teilgenommen. Die nach Veranstalterangaben fast 1000 Anhänger aus den ganzen USA pilgerten am Samstag zum Grab des Schriftstellers im Städtchen Elmira im Staat New York und spielten die Beerdigung nach. Hier war Twain, der am 21. April 1910 gestorben war, auf den Tag genau 100 Jahre zuvor beigesetzt worden. Ein Sarg wurde wie damals mit einer schwarzen Kutsche zum Friedhof gefahren, viele Gäste kamen in historischen Kostümen. Ein Redner hielt die gleiche Trauerrede wie 100 Jahre zuvor.

Der Autor von «Huckleberry Finn», der eigentlich Samuel Langhorne Clemens hieß, hatte als Setzer und Journalist begonnen, bevor er seine kritischen und sarkastischen Bücher schrieb. Seine vielen Reisen führten ihn unter anderem nach Deutschland, wo er sich wohlfühlte, sich aber auch über die von ihm erlernte «furchtbare deutsche Sprache» lustig machte. («Die deutsche Sprache sollte sanft und ehrfurchtsvoll zu den toten Sprachen abgelegt werden, denn nur die Toten haben die Zeit, diese Sprache zu lernen.») In Elmira hatte er 1870 seine geliebte Frau Olivia geheiratet, die er, sie war nach einem Sturz teilweise gelähmt, bis zu ihrem Tod 1904 aufopfernd pflegte. In Elmira sind auch beide bestattet.

Einhundert Jahre später waren auf dem Woodlawn Cemetery praktisch alle Gäste und selbst Journalisten wie Trauernde in Schwarz gekleidet. Die Veranstalter hatten an die ersten 75 Gäste Regenschirme verteilt. Bei der Beisetzung Twains 1910 hatte es in Strömen geregnet. Jetzt stand auf den schwarzen Schirmen jeweils eines der Lebensjahre Twains. Diesmal verwöhnte der Himmel die Anwesenden allerdings mit strahlendem Sonnenschein. Die meisten spannten ihren schwarzen Schirm dennoch auf.

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150. Geburtstag von Sigmund Freud (06.05.)
Lebenswerk und Hintergründe
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100. Geburtstag von Samuel Beckett am 13.04.
Lebenswerk und Hintergründe
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