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News-Sonderthema: 

US-Schriftsteller John Updike gestorben

Ikone der US-Literatur im Alter von 76 Jahren gestorben - Porträt und Werkübersicht
 

 
Unsere Beiträge:

John Updike mit 76 Jahren gestorben - Ikone der US-Literatur
Einige der wichtigsten Werke von John Updike
Satirisches Porträt Amerikas: John Updike mit 76 Jahren gestorben
 

 

28.01. John Updike mit 76 Jahren gestorben - Ikone der US-Literatur

New York (dpa) - Der Schriftsteller John Updike, seit Jahrzehnten einer der bedeutendsten Vertreter der amerikanischen Literatur, ist am Dienstag im Alter von 76 Jahren gestorben. Der zweifache Pulitzer- Preisträger erlag nach Angaben des Alfred A. Knopf Verlags einem Lungenkrebsleiden. Er verbrachte seine letzten Tage in einem Pflegeheim nördlich von Boston, berichtete der «Boston Globe». Zu seinen berühmtesten Büchern gehören die fünf Rabbit-Romane von «Hasenherz» 1960 bis zu «Rabbit, eine Rückkehr» 2002.

Updike, der sich schon in jungen Jahren zum Ziel gesetzt hatte, jedes Jahr ein Buch zu veröffentlichen, kam im Laufe seiner brillanten Karriere auf etwa 60 Bände, außer Romanen auch Kurzgeschichten und Gedichte. Er galt seit langem als Anwärter für den Literaturnobelpreis.

In seinen mehr als 20 Romanen entwarf Updike ein meisterhaftes Porträt der amerikanischen Mittelstandsgesellschaft. Satirisch, aber nie hämisch deckte er ihre Lebenslügen auf und schaute hinter die Fassade. Liebe und Leidenschaft, Untreue und Verrat, Sex und Ehebruch - das waren die Themen, die er mit unnachahmlicher Beobachtungsgabe virtuos erzählte.

Zu seinen bekanntesten Werken neben den Rabbit-Romanen gehört «Die Hexen von Eastwick», das 1987 mit Jack Nicholson, Susan Sarandon, Cher und Michelle Pfeiffer hochkarätig verfilmt wurde. Sein Kollege Nicholson Baker war so fasziniert von Updikes elegantem Stil und spritzigen Intellekt, dass er der literarischen Ikone 1991 ein ganzes Buch widmete: «U and I».

Andere Kollegen, unter ihnen Norman Mailer und Gore Vidal, hielten dagegen, dass Updike mit seinem großartigen Stil nur einen Mangel an inhaltlicher Substanz zu verbergen versuche. Suspekt machte ihn in den Augen weniger erfolgreicher Literaten, dass Updike vom Schreiben leben konnte - und zwar gut.

Updike kam am 18. März 1932 als Sohn eines Mathematiklehrers und seiner künstlerisch ambitionierten Frau im ländlichen Pennsylvania zur Welt. Seine Begeisterung für den Baseball-Star Ted Williams und die Liebe zum Meer zogen ihn 1957 in die Gegend von Boston, wo er sich bis an sein Ende wohlfühlte.

Während eines Studienjahres in England, begann er für das renommierte Literaturmagazin «The New Yorker» zu schreiben. Er blieb der Zeitschrift, die auch Beiträge seiner Mutter (unter ihrem Mädchennamen) und später seines Sohnes David veröffentlichte, ein Leben lang treu.

Seine frühen Geschichten erinnerten Kritiker an die emotionale Empfindsamkeit seines Landsmannes J.D. Salinger («Der Fänger im Roggen»). Die stilistische Virtuosität seiner späteren Werke wurde mit denen von Vladimir Nabokov verglichen. Aller literarischen Anerkennung zum Trotz scheute sich Updike nicht, über die von ihm verehrte Doris Day oder Golf zu schreiben: «Golf spricht den Idioten in uns an und das Kind.»

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28.01. Einige der wichtigsten Werke von John Updike

Hamburg (dpa) - Der im Alter von 76 Jahren gestorbene US- Schriftsteller John Updike hat mehr als 20 Romane veröffentlicht, darunter die zu seinen berühmtesten Büchern zählenden fünf Rabbit- Romane. Eine Auswahl seiner wichtigsten Erzählungen nach dem Jahr des Erscheinens in den USA:

- «Hasenherz», 1960
- «Ehepaare», 1968
- «Unter dem Astronautenmond», 1971
- «Der Coup», 1978
- «Bessere Verhältnisse», 1981 (National Book Award und Pulitzer-Preis)
- «Die Hexen von Eastwick», 1984
- «Das Gottesprogramm/Rogers Version», 1986
- «Rabbit in Ruhe» 1990 (Pulitzer-Preis)
- «Brasilien», 1994
- «Sucht mein Angesicht», 2002
- «Landleben», 2004

Autobiografisches: «Selbst-Bewußtsein», 1989

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28.01. Satirisches Porträt Amerikas: John Updike mit 76 Jahren gestorben

New York (dpa) - Viele Kritiker handelten ihn seit Jahren als Favoriten für den Literaturnobelpreis - John Updike glaubte am Ende selbst nicht mehr daran. «Wird ein Autor Jahr für Jahr genannt, löst sein Name bloß noch Gähnen aus», sagte er einmal. Und der deutsche Literaturpapst Marcel Reich-Ranicki kritisierte schon 1992, vor Updike werde die Königliche Schwedische Akademie sicher noch «irgend jemanden aus dem Sudan finden». Am Dienstag ist der US-Schriftsteller mit 76 Jahren an Lungenkrebs gestorben - seine Leser haben ihm auch ohne den Nobelpreis längst ein Denkmal gesetzt.

In seinen mehr als 20 Romanen hat Updike ein meisterhaftes Porträt der amerikanischen Mittelstandsgesellschaft entworfen. Satirisch, aber nie hämisch deckte er ihre großen und kleinen Lebenslügen auf und schaute hinter die oft allzu glatte Fassade. Liebe und Leidenschaft, Untreue und Verrat, Sex und Ehebruch - das waren die Themen, die ihn interessierten und die er mit unnachahmlicher Beobachtungsgabe virtuos erzählte.

Vor allem der Romanheld Harry Angstrom aus der Rabbit-Reihe ist eine Schlüsselfigur. Vom Auftaktroman «Hasenherz» (1960) bis zum vierten Band «Rabbit in Ruhe» (1990) und der abschließenden Erzählung «Rabbit, eine Rückkehr» (2002) entstand ein umfassendes Sittengemälde Amerikas. Mit Liebe zum Detail, auch und gerade in Sachen Sex, zeichnete Updike darin die Entwicklung der Gesellschaft von den späten 1950er Jahren bis fast zur Jahrtausendwende nach.

Der Held, ein einstiger Basketball-Star, wegen seiner hasenartigen Schlaksigkeit «Rabbit» genannt, versucht immer wieder, der kleinbürgerlichen Enge seiner familiären und beruflichen Existenz zu entgehen - und scheitert jedes Mal kläglich. Am Schluss bleibt ihm nur das Gefühl, «dass nichts unter dir ist außer einem schwarzen Loch». Zwei der Romane wurden mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet.

Updike gab sich wenig Mühe, zwischen sich und seinen Helden zu unterscheiden. Immer waren seine Geschichten ein Stück eigenes Leben.
Offen bis zur Schonungslosigkeit gab er in seiner Memoirensammlung «Selbst-Bewusstsein» (1989) Auskunft über sich selbst: über die ärmliche Kindheit in der Provinz des US-Bundesstaates Pennsylvania, die Beziehung der Eltern und seine Krankheiten, eine lästige Schuppenflechte und kindliches Stottern.

«Ich hatte das Gefühl als Kind, dass da in unserem Haus irgendwie mehr vorging - die Unzufriedenheit der beiden Eltern, die Spannungen und sogar das Theater, das wir für unsere kleine Hausgemeinschaft inszenierten.» Damit war das Lebensthema für den Beziehungsexperten vorgezeichnet. Auch seine eigene erste Ehe scheiterte später - trotz der vier Kinder. Seine zweite Frau brachte drei Söhne mit in die Ehe.

Ursprünglich wollte John Hoyer Updike, so sein voller Name, nach einem Einser-Abschluss an der Harvard-Universität Oxford Karikaturist werden. Doch bald kam er bei der renommierten Zeitschrift «The New Yorker» als Autor unter. Schon mit 25 kann er sich selbstständig machen und vom Schriftstellerberuf leben. Seinen größten Erfolg hat er mit dem Roman «Ehepaare», der 1968 in den USA einen Skandal auslöst. Das puritanische Amerika empört sich über die freizügige Kleinstadtsatire, in der so ungefähr jeder mit jedem etwas hat. Aber Kritik und Leser waren begeistert.

Alle ein, zwei Jahre legte der arbeitswütige Autor in der Folgezeit einen neuen Roman vor - von «Henry Bech» (1970) über «Die Hexen von Eastwick» (1984; mit hochkarätiger Besetzung verfilmt) bis zur hochgelobten Familiengeschichte «Gott und die Wilmots» (1996). Mit «Brasilien» (1994) oder «Der Terrorist» (2006) gab es auch Bücher, die auf gemischte Kritik stießen. Gleichwohl hielt der Erfolg beim Publikum an. Mit Spannung wird in Deutschland sein nun letztes Werk erwartet, das in den USA im Oktober erschien: Aus den «Hexen von Eastwick» sind nach fast 25 Jahren die «Die Witwen von Eastwick» geworden.

Eine Art Lebensrückblick, fast ein Vermächtnis lieferte Updike in seinem Roman «Landleben» (2004). Hauptfigur Owen Mackenzie, 70 Jahre alt und zum zweiten Mal verheiratet, lässt das Leben Revue passieren, schildert aber auch rückhaltlos die Ängste des Alterns. «Er empfindet jeden Tag mit größerem Gewicht, wie unnatürlich es ist, das Bett zu verlassen für das gleiche langweilige Kleie-Getreideflocken- Frühstück.»

Der Autor selbst lebte seit Jahren zurückgezogen mit seiner zweiten Frau in einem Haus an der US-Ostküste unweit von Boston. Er arbeitete, solange es nur irgend ging. «Als Schriftsteller bist du dein eigener Boss - keiner sagt dir, dass du deine Sachen packen sollst.»

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